Urwälder Europas


  • Hier ein Thema welches mir persönlich sehr am Herzen liegt.
    Fliegt man heutzutage über den europäischen Kontinent wird man mit Ausnahmen des äussersten Nordens und Ostens einen Flickenteppich aus Felder, Weiden, Straßen, Siedlungen und Wäldern sehen.
    Dies war, wie vielleicht viele von euch wissen nicht immer so gewesen.
    Mit dem Ende der jüngeren Weichselkaltzeit und dem abschmelzen der Inlandeiskappen über Nordeuropa und den Alpen, breiteten sich nach ca. 10.000 v. chr. allmählich wieder Wälder in Europa aus.
    Die ersten Bäume die die Tundra besiedelten waren Birken und Kiefern als Pionierbäume, daraufhin folgte Hasel und weiter später Eichen, Ulmen, Linden Mischwälder. Die Buche als dominierender Baum setzte sich erst zur Bronzezeit gegen 2000 v. Chr. durch.
    Auf Pollendiagrammen erkennt man den Werdegang des mitteleuropäischen Waldes und die bestimmenden Baumarten.
    Hier ist eines als Beispiel.
    http://www.landschaftsmuseum.d…diagramm_Buchenseen-2.jpg


    Mit der neolithischen Revolution, die von Mesopotamien aus seinen Anfang nahm und sich über Südosteuropa ausbreitete und mit der Bandkeramik in Europa die erste bäuerliche Kultur schaffte, kam der Ackerbau udn die Viehzucht nach Zentraleuropa.
    Ab diesem Zeitpunkt haben die Menschen Wälder gerodet um das Land urbar zu machen und Stückweise gingen die Wälder zurück. Doch der Status Quo war eigentlich über Jahrtausende recht stabil und das Europa nördlich der Alpen war weiterhin von riesigen Wäldern und Sümpfen bedeckt unterbrochen von winzigen Siedlungskammern.
    Auch am Mittelmeer herrschten ursprünglich Urwälder vor und was wir heute als typisch mediterrane Landschaften anerkennen sind eigentlich jahrtausende alte, von Römern, Griechen, Etruskern und Phöniziern geschaffene Kulturlandschaften.
    Durch das ausgreifen des Imperium Romanum kamen die großen Rodungen auch nach Zentraleuropa. Dies wirkte vor allem in Gallien nachhaltig, wärend im freien Germanien weiterhin uralte Wälder standen, von denen Tacitus mit Schrecken berichtet.
    Nach dem Zerfall des Weströmischen Imperium und wärend der Wirren der Völkerwanderungszeit kam es zu einer teilweisen Wiederbewaldung Europas. Erst durch die Schaffung des großen fränkischen Reiches welches sich nachher zu Frankreich und dem heiligen römischen Reich teilen sollte und durch großantgelegte Klostergründungen bereits Karls des großen, wurden große Breschen in die Wälder geschlagen.
    Zentraleuropa wurde bis zur frühen Neuzeit mehr und mehr entwaldet. Dies führte im 18. Jahrhundert, dem Maximum der Entwaldung, zu einer großen Holznot und langsam setzte sich die Erkentniss einer nachhaltigen Waldnutzung mit Wiederaufforstung durch wie wir sie heute kennen.
    Heutzutage bedecken wieder Wälder ein drittel der Landesfläche Deutschland, doch die alten Wälder sind verschwunden. Nun fast. Es gibt noch einige Kleinode die sich vor allem im Hohen Norden und Osten Europas befinden und sich aufgrund ihrer Unzugänglichkeit oder unwirtschaftlichekeit erhalten haben.
    Im Norden Europas sei hier vor allem der Muddus Nationalpark zu nennen, ein typischer borealer Wald mit vielen Kiefern.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Muddus
    Ich war selbst noch nie dort erwähne ihn also nur kurz.
    Gleiches gilt für den Bialowieza Nationalpark, einem der letzten Tieflandurwälder Europas ausserhalb des Buchenareals.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bialowieza
    Die größten reinen Buchenurwälder finden sich in den ukrainischen Karpaten wovon der Uholsko-Shyrokoluzhanskyy Nationalpark mit 10.000 ha der größte ist.
    Im Semenicnationalpark der westlichsten Ausläufer der Südkarpaten befindet sich ebenfalls ein sehr großes Areal.
    Zusammengenommen haben die Nationalparks Retezat und Domgled-Valea Cernei das größte Urwaldareal Osteuropas, und decken alle Höhenzonen bis zur Waldgrenze ab.
    Zu Erwähnen sei hier noch das Totalresrvat "Gemenele"im Retezat. Dieses ist ein wissenschaftliches Observationsgebiet, welches sich von 700 m bis über 2000 m Meereshöhe erstreckt und fast alle Stufen des Bergwaldes abdeckt. Ich hoffe irgendwie dieses Jahr dorthin zu gelangen und vielleicht auch eine Erlaubniss von der rumänischen Akademie, für die Durchquerung dieser Wildniss zu erlangen.


    Aber auch über die gesamten Karpaten verteilt gibt es kleinere Urwaldareale. In fast jedem Gebirgsmassiv finden sich solche alten Wälder in den unzugänglichen Schluchten und Berghängen.


    Von einigen dieser Plätze will ich nun berichten.
    Trotz seiner nur 1294 m ist der Zeidner Berg (Magura Codlei) an dessen Fuß die deutsche Siedlung Zeiden liegt ein ganz besonderer Berg. Nicht nur dass ich persönlich sehr viel mit ihm verbinde, es erstreckt sich auch ein vollkommen wilder, von Menschen ungenutzter Laubwald an seinen Hängen. Ganz besonders wild ist der nördliche Kammbereich.


    Hier liegen alte Baumriesen und vermodern was ein sehr wichtiger Faktor für die Artnevielfalt darstellt.



    Denn in dem vermodernden Holz leben unzählige Larven sonst selten gewordener Arten, wie dem hier abgebildeten Alpenbock (Rosalia alpina) oder dem Hirschkäfer (Lucanus cervus)

    Auch unzählige Pilzarten fühlen sich auf den toten Stämmen wohl und sorgen für die Zersetzung des Holzes.



    Worunter auch so riesige Exemplare wie dieses hier fallen.


    Urwald ist nicht gleich Urwald und je nach Hanglage, Höhe und Bodenart können die Wälder sehr unterschiedlich aussehen. Auffällig in diesem Wald, ist dass eine dichte Schicht an Schößlingen unter den Baumriesen heranwächst. Im Frühjahr ist der Waldboden ein Blütenmeer. Leider hab ich keine Fotos vom Frühlingshaften Wald.


    Ungeachtet der objektiven Beobachtungen hat dieser Wald einfach eine unglaubliche Ausstrahlung die man unmöglich beschreiben kann und sich auf Bildern kaum einfangen lässt. Obwohl man gar nicht mal so weit von der Zivilisation entfernt ist, wie an anderen Orten der Karpaten fühlt man sich völlig entrückt. Die Welt der Menschen wirkt so fern. Es ist als sei man in einer anderen Zeit oder besser noch Zeitlos.


    Das Durchkommen gestaltet sich Abenteurlich wie sich das für so einen Wald gehört. Da die alte Markierung in dem Unterholz seit Jahren nicht mehr zu erkennen ist muss man sich querfeldein bergab schlagen, Tierpfade nehmen und sich darüber freuen dass man dort ist wo sonst nie einer ist.



    Auf der anderen Seite des Berges am Südhang ist es sehr felsig, die Bäume kleiner und es wächst sehr viel Unterholz, wärend die Nordseite einer gotischen Kathedrale gleicht.


    Am Karpatenhauptkamm steigen die Berge viel höher und erreichen hier über 2000 m. Das besondere ist, dass wenn man die richtigen Stellen kennt dem völlig wilden Wald, weglos bis an die Baumgrenze folgen kann und dabei zusehen kann wie er sich verändert.


    Von einem Buchenmischwald

    geht der Wald stückweise zur montanen Stufe über udn es kommen mehr Ahorne, Weißtannen und die ersten Fichten auf.

    Weiter oben werden die Fichtne zur dominierenden Baumart. Wie man hier vielleicht schon sieht unterscheidet sich so ein Bergfichtenwald schon deutlich von den in Reihen gepflanzten Monokulturen in Deutschland. Der Wald an sich ist stellenweise viel lichter, weil durch Sturm und Schnee immer wieder Bäume umfallen und so in den lichten Wäldern eine dichte Krautschicht aus Heidelbeeren und Preiselbeeren entstehen kann. Hier treten auch im Juli schon riesige Mengen von Pilzen auf, die langsam nach unten wandern. So hat man im Hochgebirge faktisch eine viel längere Pilzsaison, weil man einfach die Höhenstufen heruntergehen kann. ähnlich aber umgekehrt funktioniert es auch mit den Früchten und essbaren Pflanzen. Ich hab dort im Juli noch Bärlauch auf 1400 m gegessen.

    Irgendwann können auch die Fichten den winterstürmen und der Kälte nicht mehr trotzen und ab ca. 1800 m, je nach Hanglage und exponierung mal mehr mal weniger kommt man langsam aus dem Wald heraus.

    Hier wo fast mehr tote als lebende Bäume stehen bildet sich eine intensive Krautschicht mit vielen Waldfrüchten. Man trifft an diesen Stellen häufig auf Bären die sich den Winterspeck anfuttern.

    geht man den Berg nun durch die wilden vom Wasser geformten Schluchten und Täler herunter muss man die Bergbäche öfter auf solchen Naturbrücken überqueren.



    Mit diesem Bild beende ich meinen Artikel. Ich hoffe er war recht lehrreich und vielleicht will der eine oder andere ja auch mal einen dieser alten Wälder besuchen und erleben und sich für ihren Schutz einsetzen, denn es sind lnicht alle geschützt oder gar bekannt und Abholzung ist immer ein Problem.
    Was ebenfalls sehr schön wäre wäre Berichte von anderen europäischen Urwäldern seien sie aus Skandinavien, Russland, dem Kaukasus oder auch den alten Wäldern Deutschlands, wie dem Kellerwald die zwar keine wirklichen Urwälder sind aber sehr Naturnah und natürlich auch wilden Wäldern die kaum oder gar nicht bekannt sind. Ich denk mal hier sind ja einige schon ganz schön rumgekommen.


    Beizeiten wenn ich neue Bilder hab, werd ich hier auch noch was reinwerfen.

    Zu viel Theorie verdirbt nur das Abenteuer. - draussen

    Edited once, last by Affenjunge: Link eingefügt ().

  • Sehr gelungener Artikel! Echt klasse. Ich glaube der innere Zirkel des bayrischen Waldes ist so natur nah, da absolut keine Einmischung des Menschen erlaubt ist, dass er wieder als "Urwald"angesehen wird. Die Karpaten sind eine schöne Ausnahme in Europa und da will ich unbedingt hin. Rumänien bietet sich da an, da Innereopäisch.

  • Irgendwann schaff ich es auch mal in die Karpaten - ICH MUSS EINFACH.


    Da hier Bialowieza und Muddus erwähnt wurde will ich davon auch mal ein paar Bilder liefern. Der ein oder andere kennt diese Bilder schon. Erstmal der Bialowieza Nationalpark, ein mitteleuropäischer Flachlandurwald, der teilweise noch nie menschlich genutzt wurde und der eine praktisch vollständige Fauna bietet - bis hin zu Braunbär (Ursus arctos) und Wisent (Bison bonasus). Dadurch, dass ich über die Uni da war konnten wir auch in Gebiete, in die man als Touri nicht darf. War schon beeindruckend was das so an uralten Bäumen herumstand und vor allem was da so an Artenvielfalt abgeht. :eek Man hat fast alles was man zum basteln und überleben braucht in Armesreichweite. Also so sähe es im Mitteleuropäischn Flachland wohl recht häufig ohne uns aus:



    Das Lernen einzelner, isolierter Bushcraftskills ist ähnlich wie das Anhäufen von unbenutzter Ausrüstung:
    ein recht kümmerlicher Ersatz für große Abenteuer...

  • So und nun mal ein weiter Sprung knapp über der Polarkreis in eines der letzten größeren und zusammenhängenden Urwaldgebiete in skandinavien. Die Artenvielfalt ist auch hier beachtlich, vor allem wenn man es mit den üblichen Klopapierplantagen von Stora Enso, SCA, Norrskog und Konsorten vergleicht. Auch dort gibt es eine praktisch komplette Fauna und auch die für das Ökosystem wichtigen Waldbrände werden zugelassen. Wenn es regelmäßig Waldbrände gibt sind die auch nicht katastrophal, sondern gehen einfach als Lauffeuer durch den Wald und es verbrennt lediglich die Krautschicht (siehe Bild).


    Grob die Hälfte des Nationalparks ist Urwald, die andere ist unberührtes Sumpfland. Im südlichen Urwaldgebiet gibt es eine nette kleine Runde für Wanderer, die man sehr gemütlich in ein paar Tagen mit Hüttenaufenthalten laufen kann. Aber draußen pennen und abseits der Wege unterwegs zu sein ist auch erlaubt, es gibt sogar umsonst Lagerplätze mit Feuerstelle, Brennholzvorrat und Plumpsklo.


    Manch einer mag sich über die dünnen Bäume wundern, aber das liegt vor allem an der extrem kurzen Vegetationsphase und den extremen Klimabedingungen. Wildnis und Urwald sind nicht unbedingt mit undurchdringbarem Djungel gleichzusetzen...



    Das Lernen einzelner, isolierter Bushcraftskills ist ähnlich wie das Anhäufen von unbenutzter Ausrüstung:
    ein recht kümmerlicher Ersatz für große Abenteuer...

  • Bezüglich Tieflandwald. Habt ihr mal die Megaherbivorentheorie bei euch an der Uni durchgenommen?
    Nur kurz für die es es noch nicht kennen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Megaherbivorenhypothese


    Würde man dem uneingeschränkt zustimmen, würden selbst die wildesten Wälder Europas indirekt durch den Menschen geschaffen, selbst wenn sie aktiv nie genutzt wurden, ganz einach durch die Dezimierung der Megaherbivoren.
    Ich persönlich halte die Idee auf Kleinflächigen Arealen für möglich, wie zum beispiel Flussauen wo besonders viele Herbivoren auf kleiner Fläche grasen. Glaub aber nicht dass dies so großflächig möglich wäre, dass sich eine Waldsteppe durchsetzen würde. Schlieslich gibt es in den Regenwäldern Afrikas auch viele Großtiere und doch sind selbst die Waldelefanten nur in der Lage winzige Inseln im Dschungel freizufressen, z.B. an Salzleckstellen.

  • Interessantes Thema.


    Die Megaherbivorentheorie hat wohl in größerer Vergangenheit ihre Berechtigung gehabt, als der Mensch nach der sogenannten Second Order Overkill Theorie neben Megaherbivoren auch Großräuber jagte, wodurch es zu einer trophischen Kaskade und somit einem Anstieg der Planzen (wälder) bei gleichzeitigen Sinken von Herbivoren/Räuberbestand kam.
    Da der Faktor Mensch leider der unberechenbarste ist, lässt dich dieses Model wohl kaum auf die heutige Zeit anwenden, spätestens seit der Industrialisierung bzw. dem exponetiell ansteigenden Bedarf an Platz, Konsumgütern und Ressourcen der Industrielländer ist viel an natürlichen (wald)beständen verloren gegangen. Zu finden sin jene großteils nur noch dort, wo der Mensch keine Interessen an Nutzung hegt, an unzugänglichen Orten oder wo man sich einigt, das die Bestände wert sind, unter Schutz gestellt zu werden.
    Zu Afrika: Ist der Einzige Kontinent, wo es noch wirklich reiche Megafauna gibt.Mensch/Fauna koexistieren dort schon sehr lange.

  • Das hier ist ein typisches (und dabei sehr gutes) Thema als Beispiel, warum ich immer wieder mal gern hier lese! Danke.


    Leider sind sehr viele der ehemaligen europäischen Urwälder nur noch in kleinen Überresten vorhanden. So zB der typisch irische Eichenwald, der lange die gesamte Insel bedeckte. Überreste gibt es noch nahe Killarney und vor allem auch im Glenveagh Nationalpark. Der letztere steht noch auf meiner to-do-list, nachdem ich Fotos von Freunden gesehen habe.

  • Interessantes Thema.


    Die Megaherbivorentheorie hat wohl in größerer Vergangenheit ihre Berechtigung gehabt, als der Mensch nach der sogenannten Second Order Overkill Theorie neben Megaherbivoren auch Großräuber jagte, wodurch es zu einer trophischen Kaskade und somit einem Anstieg der Planzen (wälder) bei gleichzeitigen Sinken von Herbivoren/Räuberbestand kam.
    Da der Faktor Mensch leider der unberechenbarste ist, lässt dich dieses Model wohl kaum auf die heutige Zeit anwenden, spätestens seit der Industrialisierung bzw. dem exponetiell ansteigenden Bedarf an Platz, Konsumgütern und Ressourcen der Industrielländer ist viel an natürlichen (wald)beständen verloren gegangen. Zu finden sin jene großteils nur noch dort, wo der Mensch keine Interessen an Nutzung hegt, an unzugänglichen Orten oder wo man sich einigt, das die Bestände wert sind, unter Schutz gestellt zu werden.
    Zu Afrika: Ist der Einzige Kontinent, wo es noch wirklich reiche Megafauna gibt.Mensch/Fauna koexistieren dort schon sehr lange.


    Das ist richtig, dennoch denke ich, dass der wichtigere Faktor für eine Park oder Steppenartige Landschaft in den Wachstumsbedingungen für Bäume liegen und dies dann noch durch Herbivoren unterstützt werden kann, wie z.B. in den Trockenwäldern der Sahelzone. Dort haben die Bäume keine dauerhafte Wachstumsperiode und vor allem Waldbrände spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. In den innertropen, als auch in unseren gemäßigten Breiten ist es zu feucht für Großflächige schädliche Waldbrände und offene Landschaften können durch Herbivoren nur an einigen kleinen Stellen entstehen. Dies ist freilich nur meine Meinung und ich kann sie nicht beweisen.

  • Kam vor, ich bin aber kein Freund von so vagen Modellen. Die Grundparameter sind oftmals Grütze, wie zum Beispiel bei diesem ganzen Pleistocene-overkill -Kram. Ist sehe die Modelle immer nur als plausible Grundtrends bei der Erkärung von Phänomenen. Fakt ist, die Dichte von größeren Pflanzenfressern hat selbst heute noch signifikanten Einfluss auf die Ökosysteme - man Beschäftige sich einfach mal mit der Thematik Verbiss/Wildschäden oder Projekten bei denen große Pflanzenfresser die Landschaft offen halten wie z.B. die Oostvaardersplassen oder die Döberitzer Heide. Vorhanden ist der Effekt überall, es gibt halt Gegenden in denen ist dieser Einfluss größer...


    Das Lernen einzelner, isolierter Bushcraftskills ist ähnlich wie das Anhäufen von unbenutzter Ausrüstung:
    ein recht kümmerlicher Ersatz für große Abenteuer...

  • Bin seit kurzem zurück aus Rumänien und bin wieder an einigen sehr schönen Orten gewesen mit uralten Wäldern.
    Es wird ein ausführlicherer Reisebericht folgen hier erst einmal ein paar Bilder Wälder durch die ich dieses Jahr gekommen bin.



    Ein weiteres unerschlossenes wegeloses Tal im Piatra Mare. Es warten noch einige drauf von mir entdeckt zu werden.




    Schön felsig



    Eines der Highlights. Hab schon so viele Bären gesehen aber zum ersten mal geschafft einen wirklich zu fotografieren. Und dann auch noch in diesem Urwaldtal, das ist wie ein Hauptgewinn.



    Das Jungtier war etwa ein Jahr alt und interessierte sich nicht sonderlich für uns. Wir konnten seelenruhig dastehen und ihn beobachten wärend er dort rumschlich.




    Wie angekündigt war ich diesesmal im Retezatnationalpark wo sich große Fichtenurwälder befinden




    Meine letzte große Tour führte mich nach Vrancea in den Karpatenbogen, diese kaum erschlossene Region ist selbst in Rumänien sehr unbekannt und zeichnet sich durch tiefe Schluchten und riesige Wälder aus. Darüberhinaus ist dies die Region mit den meisten Bären und Wölfen in ganz Rumänien. Über 300 Bären leben in diesem Gebiet.



    Hab da also noch einiges zu entdecken, so lange es noch exisistiert.

  • :eek


    Klasse Affenjunge, einfach nur Klasse! Da Du noch einen Reisebericht verfassen möchtest, warte ich mal mit der Fragerei und stelle meine Neugier zurück. Dass Du den Bären vor die Linse bekommen hast ist einfach nur genial. Es ist kaum zu glauben dass man in Europa noch so eine Wildnis findet.

  • Moin, ja man muss halt ein bischen suchen und die Augen aufmachen, da findet man dann schon so ein paar besonders tolle Orte.
    Deine Fragen kannste ruhig auch hier stellen.


    Was ich schade finde, ist dass meine Kamera leider nicht der Knüller ist. Ich glaub wenn Fagris mit seinem Talent und seiner Kamera vor Ort gewesen wäre, da wären einige Bilder reif für die National Geographic.

  • Bei den Bildern freu ich mich auch schon auf den Reisebericht. Ich denke sowas ist der Traum von Vielen und nicht jeder hat leider die Möglichkeit ihn zu verwirklichen. Schön das es dir gelungen ist, du Spass hattest, solche schönen Orte gefunden hast und wieder gut zu Hause angekommen bist, was will man mehr.
    Gruß
    TaunusNiva

  • Deine Fragen kannste ruhig auch hier stellen.


    Also gut ^^:


    - Wie lange wart Ihr unterwegs?
    - Welche Strecke habt Ihr zurückgelegt?
    - Gab es weitere interessante Begegnungen in den Wäldern?
    - Kann man sich dort überall frei bewegen und wie sieht es mit lagern aus?
    - Habt Ihr Euch auch von dem ernährt was Ihr unterwegs gefunden habt?
    - Von wo aus muss man anreisen wenn man dort wandern/trekken/spazieren/laufen/Sörweiweln/erkunden will?
    - Wie siehts aus mit Angelmöglichkeiten?
    - Braucht man eine Erlaubnis? (Nationalparkausweis o.ä.)
    - Was hattet Ihr dabei?


    Das viel mir jetzt spontan ein, ich denk da kommen noch mehr Fragen :)


    Ach und was die Fotos angeht: Du hast es live gesehen und das nimmt Dir niemand. Sicher sind brilliante Bilder super und unter Umständen würde man mit ihnen mehr machen können. Also würde ich mir keinen Kopf machen. Du hast die Bären gesehen. Wir haben nur Bärenbilder gesehen. Ob diese jetzt gut oder schlecht sind ist meiner Meinung nach völlig latte. Wobei... Fagris, wollen wir mal nach Rumänien?

  • Zum Teufel da gehen mir die Augen über :eek


    Das ist etwas was ich irgendwann und irgendwie auch mal vor die Linse bekommen möchte... der Hammer! Ich möchte hier kurz anmerken das ich Dich LEICHT darum beneide sowas erfahren zu haben bzw. sowas vor die Linse bekommen zu haben und dann auch noch aus dieser relativ kurzen Distanz (es wirkt jedenfalls nicht so als hättest Du das ganze mit großartigem Zoom fotografiert). Wenn Rumänien doch nur innerhalb von 3-4 Stündchen mit dem Auto zu erreichen wäre... aber Du hast mich auf eine Idee gebracht wofür ich Dir jetzt schon danke: das Ergebnis gibts dann in ein paar Tagen ;)


    Liebe Grüße


    Edit: wollen wir mal nach Rumänien...ist der Papst katholisch? ;)


    [align=center]
    miteinander-füreinander


    Als ich den Schädel im Wald fand, rief ich zuerst die Polizei. Aber dann
    wurde ich neugierig. Ich hob ihn auf und fragte mich, was das für ein
    Mensch war und wieso er ein Hirschgeweih trug.


  • So das sind schon mal so viel mir gerade einfällt.

  • Erstmal herzlich :willkommen zurück AJ!
    Du scheinst ja eine wundervolle Zeit verbacht zu haben, bin schon gespannt auf den Reisebericht und noch mehr Fotos.
    Falls es nicht gar zu umständlich sein sollte, könnte man ja hier im Forum mal ne Planung machen inwiefern es möglich wäre mal sowas Ähnliches, wie die Yukonsache in Bezug auf die Karpaten in Angriff zu nehmen.
    Das wird wahrscheinlich für einige hier eher Realisierbar sein als weiter entfernte Gegenden zu besuchen, denn soweit liegt Rumänien nun nicht weg von uns.
    Wäre jedenfalls mal eine Maßnahme sich dabrüber Gedanken zu machen, aber dazu müsste man ein paar mehr Informationen haben, einiges wurde ja schon von Wildhog in Form von Fragen gestellt, da bin ich mal auf die Antworten gespannt , vor allem in wieweit man da in den Wäldern herumstreifen und Campieren kann, denke da gibts ja vielleicht auch Bestimmungen.
    Auch wenn ich jetzt hier mal den Gedanken wegen nem Trip in die Karpaten aufgenommen habe, sollte das bei Relevanz in einem gesonderten Faden diskutiert werden.


    LG,
    Rauchquarz