Aufbau einer Handangel

  • Hi,


    Gerne möchte ich meine Survival-Handangel aufbauen. Doch als Nichtangler weiss nicht wie ich und was ich an die Schnur befestigen soll. Wie sollten die Abstände vom Haken, Blei und Schwimmer sein? Ich lebe nicht in Deutschland.

    Liberum est cor tuum - sequi aude! - "Dein Herz ist frei, habe den Mut ihm zu folgen!"

  • Mit der Pose angeln - der Aufbau ist in jedem Fall schwieriger.

    Auch wenn man immer etwas anderes liest und hört.

    Alleine schon die richtige Pose zu finden ist nicht so einfach - es gibt Posen in allen Formen und Größen.

    Warum angelt man überhaupt mit einer Pose.

    Während man beim Grundangeln nur schwer erahnen kann, wo genau der Köder liegt - vor allem bei Strömung,

    bietet die Pose eine ständige Orientierung.

    Eine Grundmontage wird immer am Grund angeboten,

    aber die Pose kann man genau auf die gewünschte Wassertiefe einstellen.




    Die meisten Posen brauchen zusätzliches Bleigewicht, damit sie im Wasser aufrecht stehen.

    Es gibt auch Posen, welche das Gewicht schon im Posenkörper integriert haben.

    Zum Ausbleien kann man Schrotblei nehmen, welches auch als Klemmblei bezeichnet wird.

    Dieses Blei wird ganz leicht mit einer Zange unterhalb der Pose an der Schnur befestigt.

    Haben wir eine Pose auf der 5 g - das ist das Traggewicht - soviel muss dann auch dran -

    Das heißt 5g Blei minus dem Gewicht des Köders.

    Durch das richtige Ausbleien steht die Pose nicht nur und taucht auf die gewünschte Tiefe ab,

    sondern erhält das benötigte Wurfgewicht.

    Haben wir zu viel Blei drauf, säuft sie ab.

    Bei zu wenig Blei merkt man den Biss kaum.






    Der Stopper wird als erstes auf die Schnur gezogen, weil wir damit die Tiefe bestimmen,

    in der der Haken samt Köder angeboten werden soll.



    Zunächst kommt der Stopper auf die Hauptschnur

    Eine kleine Perle folgt dem Stopper auf der Hauptschnur

    Darauf kommt die Durchlaufpose oder eine andere ebenfalls auf die Hauptschnur

    Anschließend kommt auch noch das Haupt-Blei auf die Hauptschnur, wenn wir mehr Blei benötigen.

    Jetzt am besten noch eine Gummiperle

    und dann wird ein Wirbel auf die Hauptschnur geknotet

    An dem dann das Vorfach mit Haken befestigt wird. An das Vorfach

    werden noch kleine Bleischrote geklemmt, um die Pose richtig auszubleien.




    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Hi outdoorfriend!

    Vielen Dank für deine Antwort! Für die Montage habe ich nur diese Posen (siehe Foto). Die sind für eine Handangel (Survival - Ausrüstung) zu gross. Die kleinste ist 10 cm lang und hat einen Durchmesser von 3 cm (siehe Foto). Für ein Edc-Tasche ist das leider zu gross.

    Wie gross sollten die Abstände zwischen Pose, Perle, Wirbel und Vorfach etc. sein?


    Liberum est cor tuum - sequi aude! - "Dein Herz ist frei, habe den Mut ihm zu folgen!"

  • JA - ich habe auch eine zeitlang, trotz Kurs und 0-Fehler_Prüfung gebraucht um zu kapieren, dass es immer um Zielfischangeln geht.
    Allerdings verhält sich der Fisch auch anders - nach Jahreszeit - nach Wetter - nach Strömung.
    Natürlich kannst du einiges nachlesen über Fische, z.B. wo Brassen gerne stehen - die fängst du z.B. am besten mit Futterkorb und Made auf dem Grund.
    Rotauge mit ausgeworfenen Futterkugeln - und Pose und Mais.
    Karpfen ist wieder was völlig anderes. Kleine Welse z.B. kannst du nachts auf Pose und Wurm fangen - aber es gibt ja Jungs die gehen nur auf Wels - die holen da 1,80 m Welse raus - da braucht man spezielles Gerät. Für Hecht, Barsch und Co. brauchst du eine Spinnangel - andere Schnur und Stahlvorfächer - der Hecht mit seinen ca. 700 sehr scharfen Zähnen beißt dir jede normale Schnur durch.

    Ich finde er erklärt das ganz gut.

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Du musst eh noch in den Angelladen um Perlen und Stopper zu besorgen - da kannst du auch noch mal fragen - am besten ist es aber, wenn du jemand kennst und mal mitgehen darfst und es am Wasser erklärt bekommst. Wenn du niemand kennst - vielleicht gibt es in deiner Nähe ein Verein - da kannst du auch mal fragen, ob dir jemand etwas zeigt.

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Herzlichen Dank für deine Antwort/Anregungen outdoorfriend!

    Deine Rückmeldung hat mir ein gutes Stück weiter geholfen. Ich wünsche dir schöne Weihnachtsfeiertage und komm gut ins neue Jahr!


    Liebe Grüsse von Raymearsfuerarme

    Liberum est cor tuum - sequi aude! - "Dein Herz ist frei, habe den Mut ihm zu folgen!"

  • Hallo RayMears_fuer_Arme,


    ein wichtiger Punkt beim angeln sind die Knoten. Du musst ja davon ausgehen, dass diese "hauchdünnen" Schnüre mehrere Kilogramm Tragkraft haben. Jeder Knoten reduziert diese Tragkraft, der eine mehr, der andere weniger.

    Zudem ist es sinnvoll, nahe des Hakens eine Art Sollbruchstelle zu haben, damit bei einem Abriss nicht endlose Meter Hauptschnur im Wasser verschwinden. Dass macht man meist mit einem s.g. Vorfach, welches eine niedrigere Tragkraft als die Hauptschnur hat. Oder man setzt gezielt Knoten mit geringerer Haltbarkeit ein.


    Man muss nicht hundert verschiedene Knoten kennen. Es reichen drei bis vier - immer einer für den jeweiligen Einsatzzweck - dafür muss der aber "mit verbundenen Augen und gefesselten Händen" klappen.


    Die verlinkte Seite bietet eine riesige Auswahl an Knoten aber auch den Aufbau von Montagen für die verschiedensten Einsatzzwecke.


    Wenn Du noch Fragen hast, melde Dich einfach.


    Tight Lines

    By de Alexander


    Hoffe das Beste aber rechne mit dem Schlimmsten, so kannst du kaum überrascht / enttäuscht werden ...

  • Schweden ?


    Also, wenn ich dich richtig verstehe, geht es um eine EDC Ausrüstung ,also eine Notfallausrüstung.


    Ich mach das wie Folgt:

    30m Hauptschnur mit Jarabinerwirbel dran (den Knoten lernen , ist simpel), Ersatzkarabinerwirbel, drei Haken (müssten so Größe 8 sein) mit Vorfach, etwa 10cm von jedem Hacken ein Bleischrot (etwa 1g bis 2g) -> fertig (bitte irgend wo rauf spulen damit es sich nicht verhuddelt).


    Für eine Pose nehm ich dann ein Stöckchen vor Ort, kerbe es unten ein, klemm es in die Schnur (je nach Lust, Laune, Stelle 1m bis 2m vom Hacken (also später Tiefe) und wickel eine Seite der Schnur zur Seite, um das Ästchen, damit ich es noch mal durch die Klemme füren kann (größter Problem ist nämlich, dass das Ästchen beim Auswurf davon fliegt.

    Das ganze funktioniert gut auf Barsch, im Bach auf Forelle und in Seen wo beinahe nie einer Angelt auch super auf Rotaugen. Ersterer und Letzterer kommen in Nordeuropa am häufigsten vor und sollten im Ernstfall daher das erklärte Ziel sein.


    In Schweden hat das auf meinen Rucksacktouren bis dato super geklappt. Der Vollständigkeit halber muss ich aber sagen, da nehm ich auch noch ne kleine Klemmpose mit (in Deutschland schwer zu kriegen ) die klemm ich dann einfach in die Schnur (bin halt auch mal Faul).

    "Die Natur kümmert sich nicht um die Menschen, welche sich nicht für sie interessieren. Aber denjenigen die es tun, denen gibt sie alles, was diese brauchen." Sylvain Tesson: In den Wäldern Sibiriens

  • Ich bin seit fast 20 Jahren aktiver Angler und muss gestehen, so richtig hab ich noch nie diese Knoten auf die Reihe bekommen,

    Ich mache dann eben den Kompromiss und mache sicher funktionierende Knoten doppelt und wähle einfach nicht zu dünne Schnüre.

    Bis heute hatte ich nicht mehr als eine Hand voll Abrisse, wo ich bei einigen aber auch weniger den Knoten verdächtige als den Gewässergrund der mit einer scharfen Kante nachhalf.:angler


    Ein Kompromiss einer wie ich finde guten Materiallösung ist die Verwendung von Nanofiler oder Geflochtener Schnur als Hauptleine, ein kräftiger Wirbel aus der Hochseefischerei (spart schon ein 1g Blei) und eine Packung Vorfächer zum einhängen.

    Als Pose hab ich eine verstellbare Pose mit einem Gummiband oder eine klassische Korkpose die ich auf die Hauptschnur ziehe.

    Der Vorteil einer klassischen Korkpose ist definitiv das man die Tiefe variabel einstellen kann ohne eine Wissenschaft draus zu machen! Schnur von oben bzw unten durch die Pose ziehen, Ästchen, oder original Stäbchen durch fertig ! So ist die Tiefe ans jeweilige Gewässer angepasst.


    Ein weiterer Vorteil an meinem Setup ist, die geflochtene Schnur schwimmt in den meisten Fällen auf der Wasseroberfläche, was eine schöne Bissanzeige ermöglicht und die Fluchtrichtung des Fisches anzeigt. Auch in Flachen Bächen neigt die Schnur nicht so schnell dazu im ersten Hinderniss hängen zu bleiben, weil die Schnur es ja quasi ,,drüberweg " treibt.

  • Also ich habe ja wirklich Probleme mit Knoten - dabei konnte ich mal wirklich viele damals beim Surfen - musste man ja auch für den Schein - aber lange ist es her -- und da ist es nicht, wie beim Fahrradfahren - man verlernt es wieder. Beim Tarp brauche ich mittlerweile auch nur einen Knoten.
    So ist es auch beim Angeln - auch da reicht mir ein Knoten - ich habe fertige Haken mit Vorfach - und dann immer wieder Sicherheitskarabiner dazwischen - bei einem Abriss - neues Vorfach dran und weiter.
    Natürlich muss ich die Schnur an den Wirbel - Sicherheitskarabiner dran knoten und da verwende ich den wirklich einfachen Clinch-Knoten (die haben leider oft verschiedene Namen)

    clinchknoten..png

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner