Opinel frittieren

  • Hallo liebe BCP Gemeinde,


    dies wird mein letzter Beitrag hier sein, und ich wollte Euch diesen kleinen, praktischen Tipp nicht vorenthalten. Ich habe ihn selbst aus einem Schmiedeforum und schon oft erprobt. Wenn man Holz, auch Grünholz, frittiert, entweicht die im Holz enthaltende Feuchtigkeit, und das Öl drängt nach. Auf diese Weise lässt sich aus fast jedem Holz ein auf Dauer wasserabweisendes, sehr hartes Holz erreichen.
    Ich hatte schon lange vor, das hier mal zu beschreiben, aber erst jetzt habe ich die Gelegenheit, an einem praktischen Beispiel eine kleine Demonstration zu erstellen. Mein Opinel Nummer 12 habe ich vor zwei Jahren frittiert, und es ist noch immer bei jedem Wetter gängig. Wasser perlt nach wie vor einfach vom Griff ab.
    Jeder Opinelfan kennt das, wenn die Klinge sich nach längerer Einwirkung durch Feuchtigkeit nicht mehr ohne Werkzeug ausklappen lässt. Das ist nach dieser Behandlung endgültig vorbei.


    So sieht ein neues, frittiertes Opinel Nr. 10 nach der Behandlung aus.


    Und hier ist ein kleiner Film dazu zu sehen.


    k-kyi-plzLU
    Video komplett hochgeladen erst gegen 22 Uhr. Das warte ich nicht mehr ab und gehe jetzt zu meiner Frau.

    Ich möchte mich noch gezielt bei ein paar BCPlern bedanken:


    Parzival, der mich durch immer sachliche und informative Beiträge und sein sympatisches Lächeln auf den Bildern für sich eingenommen hat.
    Lederstrumpf, den ich hier in meiner Freundesliste haben durfte.
    Apo, der unermüdlich versucht, hier ein Bein an den Boden zu bekommen und den ich ebenfalls zu meinen Freunden zählen darf.
    Affenjunge, der mich mit seinem unvergleichlichen Humor und beißender Ironie oft zum lachen gebracht. (Und der mich sehr wohl durchschaut hat).
    Smeagol danke ich für die tollen Fotos. Ich wünschte, ich könnte das auch.
    Sel, der seinen Weg geht.
    Und den Jugendlichen hier! Sie geben mir Hoffnung für kommdende Generationen.


    Alle hier aufzulisten führte zu weit, denn es sind zu viele hier, die scheinbar echt was auf dem Kasten haben.


    Vielleicht sieht man sich ja mal irgendwo im richtigen Leben!


    Beste Grüße
    Cord


    Fragen nach dem Warum meines Ausscheidens werde ich in diesem Beitrag nicht beantworten, denn das gehört nicht in diesen Beitrag. Am kommenden Sonntag löscht die Forensoftware mein Profil entgültig.

  • "Das Video ist leider privat"... da müsstest du das wohl noch irgendwie freigeben :-)

    *********************
    "Rückblickend betrachtet mag das eine ziemlich doofe Idee gewesen sein... Aber Spaß hats trotzdem gemacht."
    *********************

  • Ups,so jetzt sollte das Video zu sehen sein. :schäm


    Idealerweise nimmt man Leinöl für Grünholz und Messergriffe etc., wei es aushärtet, aber Salatöl tut es für ein Opinel ganau so gut weil es im Bereicht des Virobloc auch immer noch ein bisschen schmiert.

  • Es funktioniert !!


    Und auch mit normslem Rapsöl trocknet es recht schnell.
    Durch längeres fritieren wird das Holz schön dunkel.

    Files

    "Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern!
    Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst."


    Love many, trust few, and always row your own boat. The more you know, the less you need!


    DES KELTEN SEITE

    Edited once, last by kelte1964 ().

  • Ich will mein 10er Opi auch mal frittieren.
    Frage:
    Das Holz hat ja eine Lackierung. Sollte diese vorher abgeschmirgelt werden damit das Öl besser einziehen, bzw. die Luft besser raus kann ?
    Oder einfach so reinschmeißen, Lackierung schmilzt eh im heißen Öl ?


    @kelte:
    Tolle Sammlung die Du da hast !

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Der Lack muß ab, es sei denn er ist wasser- oder öllöslich...


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

    [/size]

  • Hallo,


    die Lackierung geht von alleine weg.
    Ich würde 100°-110° nicht überschreiten, da mir schon eine Holztasse welche ich mit Rapsöl imprägnieren wollte, gerissen und damit unbrauchbar geworden war.
    Thermoholz stellt man bei 180° Heißluft oder Dampf her, sprüht aber parallel mit Wasser, damit das Holz nicht reißt. Das mit dem Wasser in der Fritteuse würde ich aus verständlichen Gründen lassen. :lol


    Gruss
    Konrad

  • ich muss meins gleich mal begutachten.. Hab ja die Lackierung weggeschliffen, allerdings oben (innerhalb des Metallrings) nicht.
    das nackte Holz wurde sehr schön durchs frittieren, finde ich. Fühlt sich auch gut an, fein und hart. Das kleine lackierte Stück oben sieht aus wie vorher, nur dunkler. Es fühlt sich gleich an wie beim unbehandelten Opinel. Geschmolzen oder verbrannt ist nichts.
    Ich vermute aber, dass die Lackierung das Öl schon am Eindringen hindert..
    Mein Opinel ging nach dem Frittieren sehr leicht auf, zu leicht für meinen geschmack. (es hatte kein Spiel, lief einfach sehr leicht) Das hat sich aber nach zwei Wochen gebessert.)


    Die frittierte Oberfläche ist wirklich gut, auch mit Kohle-Händen und so weiter blieben bis jetzt keine Spuren auf dem Griff..

  • Was man auf jedem Fall beachten muss , ist daß sich das Holz beim fritieren zusammenzieht.i
    Bei meiner Hippe machte das fast 2mm aus.
    Auch eines meiner 8er hatte nachher sehr viel Spiel.


    Nun sitzt im Olivenholzgriff eine Outdoorklinge spielfrei drin.

  • Was man auf jedem Fall beachten muss , ist daß sich das Holz beim fritieren zusammenzieht.i
    Bei meiner Hippe machte das fast 2mm aus.
    Auch eines meiner 8er hatte nachher sehr viel Spiel.


    Ähm, wenn sich das Holz zusammenzieht kann es doch nachher (also nach dem frittieren) nicht mehr Spiel haben als vorher ?
    Zusammenziehen = enger/kleiner = fester drinne (die Kinge im Griff) ?
    Oder verstehe ich da was falsch ?


    Das Outddor auf dem Foto habe ich mit Plastikgriff, dachte das gibts nur so, oder hast Du den Griff gewechselt, wenn ja, wie geht das ?
    Will da nicht durch experimentieren kaputt machen !

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Nein, das mit dem Spiel stimmt schon. Wenn die Griff "Backen" links und rechts der Klinge dünner werden, wird das Spiel grösser.
    (Als gegenteiliger beweis: Feuchtigkeit quillt das Holz auf, die Klinge klemmt.)


    Bei meiner Frittage hab ich nicht viel davon bemerkt, bis auf das besagte bisschen leichterer Klingengang. Dein schwarzer Griff lässt aber auf eine ziemlich ausgibige Frittier-Orgie schliessen? (: Ich hab damit aufgehört, als mir die Farbe gefallen hat und ich keine Geduld mehr hatte. Blasen gabs da noch im Öl. Habe mir gedacht, ordentlich geölt reicht, muss ja nicht jeder letze Rest von Feuchtigkeit unbedingt raus...

  • Wenn die Griff "Backen" links und rechts der Klinge dünner werden


    OK, alles klar, danke, ich hatte gedacht es entsteht Spiel im Drehbereich der Klinge, sodaß die Klinge dort "wackelt" wenn sie aufgeklappt wird/ist.
    Etwas mehr Spiel im zusammengeklappten Zustand ist jetzt sicher kein Problem, solange alles ausgeklappt fest ist.

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Hi Tapsi
    Das ist die Outdoorklinge. Die hatte ich noch übrig.


    Lortnoc.
    Die Messer waren ca 90min in der Friteuse.
    Komischerweise sahen die schon nach fünf min so dunkel aus.
    Kann sein daß das an meinem Gusstopf liegt. Evtl. gibts da Ablagerungen.
    Sieht aber geil aus.
    Einziges Manko - hey wie weiß ich jetzt welches Olivenholz, Eiche oder Buche ist?
    Alle sind.fein geschliffen, poliert und durch das fritieren gehärtet. Da sieht man fast keinen Unterschied.

    "Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern!
    Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst."


    Love many, trust few, and always row your own boat. The more you know, the less you need!


    DES KELTEN SEITE

  • Hallo Jack,


    stimmt. meine ersten Versuche mit ungedämpftem Buchenholz(wie Standart Oppi) haben gezeigt, daß bei 180° das Holz nur braun wird. Schwarz wird es wohl bei 220° oder höher. Super, wenn Messermacher schon ab 180° Stahl anlassen, um ihn weicher zu bekommen.
    Die edlen Stahlteile sind meiner Meinung nach sowieso nur besseres Weißblech, aber nach der Wärmebehandlung kommen sie einem Gouda näher als dem Weißblech. Aber Hauptsache man hat nen geilen Griff. :messer
    Wie schön weich der Stahl ist, hat man sehen können als Holzwurm mit einer Feile Muster in den Klingenrücken gefeilt hat.


    Gruss
    Konrad

  • Bei etwas über 100 Grad sollte mit der härte noch nicht allzu viel passieren.. Muss ja bloss so heiss sein, dass das Wasser verkocht.
    Für die Klingengeometrie der Opinel ist es gut, dass sie nicht ultrahart sind. Ausserdem brechen die Klingen ja, ohne sich gross plastisch zu verformen.. Also was willst du?^^ Ich benutze fast nur mein Opinel (und hatte schon viele, viele andere Messer) Das low-tec-Stahlzeug ist meiner Meinung nach längstens ausreichend. Wenn man Spezial-Aufgaben erledigen will (wie Wildschweine aufbrechen) soll man sich dazu Spezial-Werkzeug nehmen. Mein Messer soll in erster Linie gut Schneiden. Und da gibts nichts zu beanstanden bei den Opinel.


    Grüsse und nen schönen, heissen Tag!


    edit: in den Klingenrücken gefeilt? das sollte doch bei jedem guten Messer möglich sein (mit einer guten Feile).. es sei denn, man hat gerne ein glashartes, sprödes Messer..