Töpfern Tongefässe selbst herstellen

  • Gefässe sind für mich so wichtig wie ein Messer da war klar das es ans töpfern ging
    Im Bach endlich eine stelle mit Lehm gefunden.


    Es kam nicht in frage das Gefäss im Wald herzustellen langsames trocknen lasen dauert seine zeit.
    Der Wald ist so gut besucht das verstecken auch nicht viel gebracht hätte sicher käme einer vorbei
    mit Freude am zerstören.

    Den Lehm in eine Schüssel etwas feuchter gemacht damit man ihn besser durchkneten konnte.
    Beim durchkneten alles was nicht im Lehm sein sollte aussortiert.
    Getöpfert wie in Kindertagen schöne Würstchen gerollt und daraus langsam eine Schale hochgezogen.
    Ist noch etwas verbeulte deshalb nach dem Trocknen mit einem rauen Stein abgeschliffen.

    Von meinem ersten Brennversuch blieb nicht viel übrig da die schale wahrscheinlich noch zu feucht war.
    Bin einfach etwas zu ungeduldig gewesen.


    Der zweite Brennversuch ging auch schief aber wenigsten sind die übrig gebliebenen Stücke grösser
    als beim ersten mal es wir besser!
    :unschuld
    Links die vom zweiten rechts die Reste vom ersten versuch.

  • Ein paar Fragen hätte ich....
    1. Wie hast du es gebrannt, Temperaturverlauf?
    2. Organische Bestandteile im Ton, und wenn ja was?
    3. Wie lange hast du es vorher trocknen lassen?
    4. Hattest du Lufteinschlüsse im Werkstück?
    5. Viel Sand im Ton?


    Wurgeltechnik im Kindergarten... das höre ich das erste mal. Ich habe knapp 8 Jahre lang immer mal wieder im Werkunterricht getöpfert...
    Der 2. Versuch war ja schon nicht schlecht. Waren es Spannungsbrüche oder ist es mehr geplatzt?
    Dran bleiben, das wird schon. Vom Grund-Material her sieht es gut aus, soweit man das auf den Bildern beurteilen kann.
    Gruss

  • Hallo supi


    Da ich kaum Ahnung vom Töpfern hab bin ich um jeden Tipp froh.


    Der Ton ist ziemlich rein auch kein Sand.
    Zwei Wochen trocknen.
    Langsames aufwärmen am Rand des Feuers und immer mal wieder drehen und näher ran.
    Vom Temperatur verlauf im Feuer hab ich gar keine Ahnung.


    Ich vermute Lufteinschlüsse wegen meiner Würstchen Technik.


    Gruss

  • kleine Tipps, die was bringen:
    Um Lufteinschlüsse zu vermeiden, bevor Du den Ton formst mehrfach mit Wucht auf eine glatte Unterlage "schlagen", also ne Kugel machen und zB auf den Tisch klatschen. Damit verdichtest Du ausserdem die Zusammensetzung bzw die Struktur des Tons.


    Würste brauchste nicht machen, eine Schale lässt sich auch prima aus einer Kugel formen. Kugel machen, und dann von oben langsam eindrücken, mit feuchten Händen dann die Form weiter ausarbeiten.


    Bessere Ergebnisse gibt es, wenn man den Ton nach dem ersten Brennvorgang (Vorbrennen) glasiert. Das geht zB mit Eisenoxid. Ausserdem schützt es die Oberfläche.


    Ich mach mal paar Fotos von meinen Tonarbeiten und schreib da mal was dazu. Vielleicht hifts dem ein oder anderen.

  • Also die Wurgeltechnik ist nicht so kompliziert, und wenn man sorgfältig arbeitet hat man auch keine Luftblasen in den Wandungen. Das ist wirklich nicht schwierig. Die Wurst aufsetzen und dann immer nach unten... Meine grösste Schale hat etwa 35cm Durchmesser und meine höchste eine Höhe von etwa 30cm bei einer Fläche von 13-15 cm. Die Wandstärken dürften so bei 10-15 mm liegen.
    Bilder kann ich leider nicht posten, die Sachen stehen bei meinen Eltern in D.
    2 Wochen Trocknungszeit... 3 sind besser. Der Trockenraum der Töpferei in der Schule war auch immer gut warm...
    Ich denke das Problem dürfte in deinem Fall an der ungleichmässigen Erwärmung des Werkstückes liegen (von wegen am Rand des Feuers drehen...). Mit einem Art Lagerfeuer Keramik zu brennen dürfte auch nicht so einfach sein, gerade wegen der Temperaturunterschiede und der auftretenden Spannungen.... Ein Grubenfeuer evtl. mit Kohle ... ich will nichts behaupten, das müsste man ausprobieren. Auf jeden Fall könntest du die Schale in den kalten Backofen stellen und ihn dann so heiss wie es geht erhitzen, danach halbe Stunde drin lassen (das dürften dann so 300-350 Grad sein) und erst anschliessend, und so heiss wie möglich in das Feuer zu stellen. Damit umgehst du schon ein paar Schwierigkeiten. Grössere Gefässe sind auch schwieriger zu brennen als kleinere (bei denen geht die Methode von strix-aluco ganz gut).
    An Mittsommer verbrenne ich eine Menge Astgelump und Baumschnitt... ich probier was aus und melde mich dann bei dir wenn ich was auf die Reihe gebracht habe (wegen dem Ton muss ich nur 50cm runtergraben...). Versuch auf jeden Fall mal kleinere, dickwandige Gefässe zu brennen, die sind weniger anfällig, brauchen aber eine längere Zeit zum trocknen.


    Gruss

  • Hab ja auch schon ein wenig (unglücklich) Experimentiert.
    Also ein normaler Backofen wird nicht heiss genug, das reicht für ein wenig Spielerein mit den Kiddis evt
    also mal probieren kleine Figuren zu "backen" aber wirklich brennen ist das definitiv nicht.
    Auch ein normales (Lager)Feuer ist tricky weil es im Normalfall noch nicht von alleine (zusätzliche Sauerstoffzufuhr usw)
    hohe Temperaturen erreicht. Aber für einfache Gefäße genügt es durchaus. Man darf jetzt nur kein Steingut erwarten wie aus
    der Industriellen Produktion .
    Hab ich halt auch schon getestet. WIchtig ist auch den Rohling gleichmässig und langsam zu erhitzen.
    Ich hatte rund um den Gefäßrohling das Holz vorbereitet und dann gleichmässig rundherum zum brennen gebracht,
    glaube aber das ging noch zu schnell... bzw war mein Ton noch zu feucht.
    werde es aber beim näxten Versuch (jetzt hab ich ja Platz dafür) nochmal so ähnlich machen.


    Hier auf dieser Seite wird es ähnlich beschrieben (Bau einer Fettlampe aus Ton) , diese Seite (und die weiteren Links dort)
    sind auch ansonsten wärmstens zu empfehlen, hab mir da schon einige Anregungen geholt (zb Dexelbau / Steinbeil letztes Jahr) .
    Er macht auch nix anderes, Werkstück gut trocknen lassen (2 Wochen) und dann ganz langsam, gleichmässig im Feuer erhitzen:


    http://www.steinharteknochenarbeit.magix.net/website/#Bau einer Fettlampe

  • Habe nicht behauptet das der Backofen allein genügen würde, allerdings genügt er zum vorherigen langsamen Erhitzen vor dem richtigen Brennvorgang. Ist ein üblicher Vorgang bei grossen Brennöfen oder auch in Ziegelwerken.
    Das eigentliche Brennnen erfolgt bei Temperaturen von über 800 Grad wenn ich mich richtig erinnere, aber das ist vom Ausgangsmaterial abhängig. Porzellan bspw. wird bei 1100-1200 Grad gebrannt.
    Für Adis Zwecke sollte Holzkohle von der Temperatur, evtl mit zusätzlicher Luftzufuhr, knapp ausreichen.
    siehe hierzu (Seite 10):
    http://pdf-center.schoweb.de/U…nformation-Brennstoff.pdf


    Gruss

  • Naja bei meinen Versuchen war der Ton glaube ich mal einfach noch nicht genug getrocknet.
    Auf der Website schreibt er ja auch das man es zb nicht in die direkte Sonne stellen soll,
    vermutlich weil man es gleichmässig trocknen muss.
    Wie ist das eigentlich.. kann man auch zu lange trocknen ? Oder gibt es einen Trick woran man merkt das
    das Gefäss trocken genug ist zum Brennen ?
    Ich denke das ist ja auch abhängig von der allg Luftfeuchtigkeit, also zb in meinem Keller würde der Ton wohl nie trocken werden XD .


    Das mit dem Backofen ist sicherlich ein guter Tip Supi, mich persönlich interessieren aber in erster Linie Techniken
    die ohne moderne Geräte auskommen.
    Deswegen find ich die verlinkte Seite (Steinharteknochenarbeit) so genial, der Typ hat konsequent bei Null angefangen,
    also zu erst einmal primitive Werkzeuge gebaut, mit deren Hilfe dann etwas speziellere Werkzeuge und
    sich dann Schritt für Schritt den weiteren Themengebieten gewidmet.
    Das ist natürlich nicht mehr ganz Bushcraft und eher experimentelle Archäologie.
    Ich mein klar im Wald beim Bushcraften fängt jetzt keiner an zu Töpfern,
    aber das eine geht durchaus ins andere über bzw ist übertragbar.


    So viel zu tun.. nix als Arbeit :-) (also an Freizeitprojekten :lol )
    Werde die Tage mal neuen Ton stehlen gehen... Am Wochenende ist keiner in den Gruben.
    War da schon oft zb zum Greifvögel fotographieren.