Bergstock

  • Guten Morgen!


    Da kann ich nur zustimmen! :gb
    Ein Berg- oder Wanderstock wäre so ziemlich das erste Bushcraft- und Survival-Tool, dass ich mir draußen in einer Notsituation bauen würde. Es ist tatsächlich eine unschätzbare Hilfe und multifunktionell!


    Da ich ein Problem mit meinem linken Knie habe, bin ich auf Touren bisher immer mit Trekkingstöcken unterwegs gewesen. Da hat man aber halt immer beide Hände voll zu tun und so richtig belastbar sind die auch nicht. Diesen Sommer habe ich dann mal einen Wanderstab ausprobieren wollen und siehe da, das Ding ist perfekt. Allerdings habe ich bei der Bearbeitung so ziemlich alles falsch gemacht, was man da nur falsch machen kann!


    Ich habe mir im Sommer einen schönen, graden, vielleicht zwei bis 3 cm dicken Ast eines wilden Rosenbusches abgeschnitten. Natürlich waren da Dornen dran und ich hatte ja mein Messer dabei. Kurz entschlossen habe ich nicht nur die Dornen abgeschnitten, sondern den ganzen Stab geschält. Das hätte ich dringend lassen sollen! Zum einen hat der Stab später leichte Trocknungsrisse beklommen, zum anderen ist der jetzt extrem hell. Das fällt in Wald und Flur natürlich auf.


    Als Spitze habe ich an einem der in etwa gleich dicken Enden eine noch vorhandene Stahlspitze von einem Spazierstock angebracht. Die bekommt man in Schirmläden oder im Onlinehandel einzeln zu kaufen. Das andere Ende habe ich abgerundet. So kann man den Stab bei Bedarf umdrehen, auf nassen, glatten Gestein rutscht die Holzspitze nicht so leicht wie die Stahlspitze und sie macht auch nicht so einen Krach.


    Als Länge für den Stab habe ich mich für 165 cm entschieden. Damit kann ich den Stab dann auch als Firststange für mein Mini-Lavvu nehmen und brauche keine extra Zeltstange mehr. Beim Tarpaufbau passt der Stab natürlich auch.


    Ich habe den Stab trotz seiner Schönheitsfehler nun seit einem halben Jahr in Benutzung und muss sagen, der tut trotzdem seine Dienste! Grade vorgestern hatte ich ihn mit auf Tour. Mit dem Knie gab's keine Probleme, ab vom Weg kann man damit Brennnesseln und Geäst auf Seite drücken, bei Bachläufen das Ufer erkunden und auf nassen, rutschigen Steilhängen ist der Stab einfach unverzichtbar.


    Auf jeden Fall werde ich mir gerne die Mühe machen, und demnächst auch mal ein oder zwei "richtige" Wanderstäbe machen! In seiner Anleitung hat Waldläufer ja schon die wichtigsten Tips gegeben. Das Thema sollte man dann noch im Detail ausbauen und über die Erfolge berichten!



    Lieben Gruß,


    Westwood

  • Ich habe zum Leidwesen von meiner Lebensgefärhdung hinter der Schlafzimmertür ca. 10 Rohlinge zum trocknen ! Die werden demnächst fertiggemacht ! Mir ist ein Stock lieber als zwei .


    Den einen den ich derzeit nutze ist ein Hasel den ich 2011 auf der Lindelbrunn.


    Hier mal ein Bild

  • Die Tage habe ich mir einen schönen Hasel geschnitten. Zum wässern nutze ich heute einfach mal das dazu passende Wetter: Aus ein paar Kanthölzern und etwas Folie habe ich mit eine automatische Wässerungsanlage gebaut. Das eine Ende liegt ganz einfach unter dem Fallrohr einer Regenrinne!



    Lieben Gruß,


    Westwood

  • Was ist eigentlich von Weißdorn für Wanderstöcke zu halten? Ich weiß, dass das Holz extrem hart ist. Bei "Bearbeitung" mit der Kettensäge fliegen da schon manchmal die Funken. Von meinem Großvater weiß ich, dass man Weißdorn früher gern für Stiele von Hämmern und der gleichen genommen hat. Sie sollen sehr stabil sein.


    Das Problem ist halt geeignetes Material zu finden.


    Gruß Axel

  • Schade das dieser thread eingeschlafen ist & der threadersteller alles gelöscht hat. Hätte gern mehr über wanderstöcke/spazierstöcke erfahren.


    Gelegentlich benutze ich natürlich auch sehr gerne einen wanderstab, mache aber nicht so viel gedöns darum mit wässerung, lagerung & spitze anbringen oder dergleichen. Und führ gewöhnlich bleibt das teil dann auch im wald zurück, wenn ich den verlasse. Aber ich fühle mich damit ein stückweit sicherer im wald als ohne. Bei uns streunen bisweilen schon mal :hund od downhiller :pille durchs gebälk & da will ich dann schon irgendwie :ilvgrimm "bewaffnet" sein & ansonsten tut so ein stock ja auch seine guten dienste :piek wie schon weiter forne angeführt wurde. Und wenn´s nur als faullenzer ist um wackelfreiere bilder zu schießen od mit dem fernglas die weite zu erkunden.


    Stock & hut - alles gut!

  • Einen Wanderstock finde ich auch super, benutze ihn aber nur bei Bergwanderungen.


    Erst hatte ich einen aus Haselnuss, später habe ich mir einen aus Weißdorn ( Schlehe ) gebaut, dies war nicht so einfach, da man sehr selten gerade gewachsene findet. Ich habe den Stock dann einige Monate trocknen lassen und ihm dann eine gekaufte Metallspitze verpasst. Nun benutze ich ihn schon einige Jahre und habe immer noch viel Freude damit. Er ist viel besser als gekaufte Treckingstöcke und wenn einem andere Wanderer begegnen, wird man manchmal schon um das gute Stück bewundert und gefragt, wo man denn diesen gekauft hat.


    Einen solchen Bergstock kann ich jedem Bergwanderer nur empfehlen.

  • Ist zwar kein heimisches Holz, aber ist nicht Bambus ideal für einen Stock? Sehr leicht, verwittert so gut wie gar nicht, biegt sich nicht. Ok, innen hohl, aber die Enden kann man ja zumachen. Und im Baumarkt kann man sich den passenden Stock ja aus hunderten Bambusstangen aussuchen.


    Oder ist Bambus ungeeignet, weil dieses Holz böse splittern kann?


    LG Sel :tarp

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • Das einzige was ich mir in der Pflege eines Wanderstabs vorstellen kann, ist die Verlangsamung des Austrocknens. Denn mit der Feuchte schwindet auch ein Teil der Festigkeit. Und so wie man die Bergstiefel regelmäßig wachst, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern, würde ich jedes benutzte Ende nach jeder Tour neu mit Leinöl oder Oilskin-Lösung (Leinöl+Bienenwachs+Terpentin) verschließen, um das Austreten von Feuchtigkeit zu verhindern.


    Denn mir ist der Wanderstab on trail wie ein drittes Bein. Da wird auch mal mit dem vollen Gewicht darauf abgestützt. Fatal wenn der dann im falschen Moment durchbricht...


    In der Länge orientiere ich mich an der eigenen Körperlänge. Dann schwingt der beim Laufen auch fast schon von alleine mit, ohne daß man ihn großartig "tragen" muß. Die Enden werden angefast, damit sie nicht ausfransen. Das dünne Ende kommt beim Laufen nach unten, damit der Stab leicht kopflastig wird. Und im Biwak, als Tarpstange benutzt, kommt das dicke Ende nach unten, weil man dann auch in der Mitte was mit einer Schlinge daran festmachen kann, z.B. einen Karabiner um die Schuhe oder den Proviantsack nachts hochzuhängen.

    Natur er-leben kann man nicht online am Schreibtisch.
    Dazu muß man ganzjährig immer wieder offline vor die Tür...

  • Hallo zusammen,


    ich bin grundsätzlich mit einem Wanderstock unterwegs. Ich mag auch nicht ohne gehen. Oft trage ich ihn eingach nur in der Hand, aber sobald das Gelände unwegsam wird, kommt er zum Einsatz. Er ist einfach ein drittes Bein. Die Marotte habe ich von meinem Vater übrnommen, der immer einen dabei hatte. Er hatte den seinen auch mit, um damit bei eventuellen Beissereien der Hunde einschreiten zu können. Ich teile seine Meinung, bei so etwas lieber mit ein paar kräftigen Hieben die Rüpel zu trennen, als nacher dem Tierartz die Nase vergolden zu müssen.


    Nutzen für mich:


    Halt in unwegsamen Gelände


    Sonde für unsicheren Untergrund (hier gibt es viel Moor) Deshalb habe ich auch keine Stahlspitze montiert. Er soll hier nicht nicht so leich wegsacken. Außerdem geht mir das entnervende "KLACK" bei jedem Aufsetzen tierisch auf den Geist, wenn er eine Stahlspitze hat.


    Werkzeug (verlängerter Arm) um schleicht erreichbars erreichbar zu machen. (Obst, Birkenpoorlinge, etc.) Mein Wanderstock hat eine Eissprosse von einem Hirschgeweih am oberen Ende, und somit einen Haken


    "Hundeleine" für kurze Anwendungen. (Geweihhaken wird hinter das Halsband gehakt)


    Fänger für Spinnenweben. Ich halte ihn im Wald, im Altweibersommer, vor mich, damit er die Spinnenweben "einsammelt" und nicht mein Kopf.


    Und nicht zuletzt ist ein kräftiger Prügel auch nicht zu verachten, wenn es übermütigen Zeitgenossen an Respekt gebricht. Seien sie nun tierischer, oder menschlicher Natur.


    Ich sammle (in der Natur, nicht bei ebay) schon seit sehr vielen Jahren Wanderstäbe. Eine besondere Behandlung halte ich für unnötig.
    Hasel, beispielsweise, neigt so gut wie gar nicht zum Reißen.
    Überhaupt ist mir noch die ein Stenz gerissen, der seine Rinde behalten durfte.
    Mein derzeitiger ist aus Traubenkirsche. Das Holz blieb so gut wie ohne Trocknungsrisse. Er wird gelegentlich mit Leinöl abgerieben. Das hat aber für mich nur kosmetische Gründe. Das Leinöl dunkelt nach und verhindert, dass das Holz durch Witterung grau wird.
    Wann ein Wanderstock beim Trocknen reißt, oder ob er es bleiben lässt, hat sich mir in den letzten 30 Jahren noch nicht erschlossen. 2013 geschnittene Stöcke, zum Beispiel, rissen so gut wie nie. Egal um welches Holz es sich handelt.
    Durchgebrochen ist mir übrigens noch nie einer.


    Ich habe vor, davon ein paar mit in den Soonwald zu bringen ;)


    Hier ist mein derzeitiges Modell. Meine "schlimmen Schweinchen" montiere ich von "Unterbau zu Unterbau" um.


  • Hallo Cord


    Bin zwar gelernter Zimmermann, da ich aber nicht auf der Walz war besitze ich keinen Stenz.


    Möchte mir aber einen zulegen, da Du ja einige davon besitzt kannste mir vieleicht einen Tip geben ob es dafür prädestinierte Stellen im Wald gibt wo solch vedrehte Gehölze wachsen.


    Gruss AKA


  • Diese "Verdrehung" kommt eigentlich durchs Geißblatt zustande, die sich am Gehölz hochrankt und einschnürt, so dass diese Form zustande kommt. Am hesten findest so etwas natürlich nicht im Fichtenhochwald sondern in Wäldern mit sehr viel Unterholz und Schlingpflanzen, also idealerweise tiefe lagen von Südhängen und vor allem Auwälder.

  • Hallo AKA,


    die Drehung macht das Geißblatt. Man findet es sehr selten direkt im Wald, sondern eher am Waldrand in etwas feuchteren Gebieten. Oder einfach am Wegesrand.
    Hier in Niedersachsen ist es recht häufig zu finden.


    Ein Tipp: Nicht davon beirren lassen, wenn der Stab am Strauch nicht gerade ist. Oft wird die Planze vom Gewicht des Geißblatts gebogen. Ich schäle den Stenz dann und spanne ihn mit Schraubzwingen auf ein Brett. So lasse ich ihn ein paar Tage trocknen. Er bleibt dann, einmal getrocknet, gerade.


    Gruß
    Cord

  • Toller Stoch @Cord!


    Dagegen können meine hundskrübeligen knübel echt abstincken. Ich nehm halt was gerade am boden rumliegt & eine einigermaßen gerade form & stabilität hat. Selten das ich mal einen ahorn od eine esche abschneide. Hasel gibt es bei uns nur in parkanlagen od ähnlichen anlagen & wenn man sich da mal traut einen abzusägen, ist die hölle los. Obwohl die stadtgärtnerrei sich da auch alle zwei jahre austobt.

  • Hallo, ich habe gestern auch einen Fehler geschrieben, es handelt sich nicht um Weißdorn, sondern um Schwarzdorn ( Schlehe );


    behandelt habe ich den Stock noch nicht, aber in einer Jagdzeitung habe ich mal gelesen, das die Behandlung mit Leinöl sehr gut sein soll.


    @ Sel, ein Bambusstock wäre nicht mein Ding, kann aber trotz allem ganz gut sein,


    da ich mal im TV einen Bericht gesehen habe, wo man Arbeitsgerüste an Häuser daraus gebaut hat, daher kann das Material nicht schlecht sein. Aber wie gesagt, ich nehme lieber das heimische Holz.



    @ Cord, Dein Stock ist wirklich ein Prachtstück wirklich wunderschön, die Hornschnitzerei war bestimmt unglaublich viel Arbeit.


    LG. aus Hessen