Posts by tarper

    So ein Tarp-Sleeve ist IMHO sehr wohl eine sinnvolle Ergänzung zum Tarp. Denn damit bleibt das Tarp auch ganz ohne spezielles Anti-Kyte-Ritual auch bei Starkwind nutzbar und kann im Zweifel sogar wie ein Segel gerefft werden damit's im Sturm nicht zerreißt. Alternative wäre da nur der komplette Abbau.


    Und schneller geht's mit dem Aufbau obendrein auch noch. Wird spätestens dann interessant wenn man auf dem Trail mal in den Starkregen eines "benachbarten" Gewitters gerät und nur für kurz jetzt und hier einen trockenen Unterstand braucht. Wind und Wetter kommen gerade jetzt im Herbst wieder auf uns zu. Deshalb ist der Zeitpunkt für's Ansprechen auch gar nicht so falsch. :D


    Ich hab' das mit dem Reffen gegen den Sturm notgedrungen mal ohne Sleeve versucht. Ist eine elende Fummelei, weil's in die offen gewickelten Falten immer wieder hineinfährt, Windtaschen bildet und die Reffschnüre auseinanderschiebt. Mit einem Sleeve kann das nicht passieren.


    Man muß dann aber aktiv darauf achten daß die First-Diagonale regelmäßig bei Windstille gewechselt wird. Damit sich das Tarp nicht mit der Zeit einseitig ausleiert und zum Parallelogramm verzieht.

    Habe mich durch diesen Thread angeregt mal etwas uebr den Obligatorischen Anglerkurs informiert in Deutschland. Nun habe ich mich etwas vom Schreck was da alles gelaernt werden muss erholt und wundere mich. Muss ein Angler in jedem Bundesland einen neuen Anglerkurs machen wenn er sagen wir mal in Badenwuertemberg lebt und nach Bayern zum Anglen faehrt. Zweitens wie verhaelt es sich mit Auslaendern, z.B. wenn ich Freunde in Deutschland besuche und Anglen gehen will. Muss ich erst die Schulbank dreucken? Konnte keine Information darueber finden.

    Der deutsche Fischereischein ist eine Sachkundeprüfung. Der gilt lebenslang im gesamten Bundesgebiet und ist quasi der Nachweis, daß man Dir einmal in den Grundzügen beigebracht hat wie Du Dich als legaler Angler in Deutschland verhalten mußt. Mit diesem Dokument alleine darfst Du schon in freien Gewässern angeln, die der Staat nicht an Dritte verpachtet hat. Den Fischereischein darf jeder machen der einen Verein findet, der ihm nach 30 Stunden Lehrgang die Prüfung abnimmt.


    Soweit ich weiß gibt's in Kanada etwas ähnliches wie unsere Fischereiprüfung. Die gilt dann wohl auch hier als Sachkundenachweis.


    Obendrauf kommt dann hier in Deutschland noch eine Art Platzmiete oder Eintrittskarte für die vom Staat verpachteten Gewässer. Da können die Pächter gegen Entgelt in begrenzter Menge eine zeitlich befristete Erlaubnis an sachkundige Angelgäste ausgeben. Damit wird dann u.a. die Pflege des Angelgewässers finanziert. Muß deshalb meistens auch direkt vor Ort vorab geklärt werden.


    So richtig kompliziert wird's wenn Gemeinden z.B. entlang der Schlei als Pächter auftreten und zur Förderung ihrer Tourismuseinnahmen auf die Vorlage eines Fischereischeins ganz verzichten, dafür aber bei der Zeitkarte für Hobby-Angler, auch für eigentlich freie Gewässer, richtig in die Vollen greifen.


    Daß das legale Angeln in Deutschland so kompliziert gestaltet ist, liegt wohl auch an der hohen Bevölkerungsdichte und der verschmutzungs- und verbauungsbedingt noch immer grenzwertigen Fischdichte in europäischen Gewässern.

    Sehr schönes Video. Durch und durch beim Thema geblieben und dabei trotzdem nicht zu Tode editiert. :dance


    Beim Herstellen von Char Cloth erwähnst Du kurz, daß man die Dose rechtzeitig vom Feuer nehmen muß sobald kein Rauch mehr austritt. Und darauf achten sollte, daß die Brenngase nicht Feuer fangen, weil sonst das Char Cloth in der Dose verbrennt. Das liegt vermutlich daran, daß Du mehrere Löcher in der Dose hast. So kann's passieren, daß sich ein ungewollter Kaminzug durch die Dose bildet, durch manche Löcher Brenngas austritt und durch andere unbeabsichtigt Frischluft einströmt.


    Das Loch in der Dose hat eigentlich nur die Aufgabe eines Überdruckventils, damit die Dose beim Erhitzen nicht unkontrolliert aufplatzt. Daß die Restluft in der Dose einen winzigen Teil der Baumwolle verbrennt kann man nicht verhindern. Selbst unter Druck vollgestopft gibt's im Bereich des Luftlochs immer einen kleinen Aschefleck. Der Rest verkohlt aber ganz entspannt zu Char Cloth, solange beim Verkohlen kein Sauerstoff mehr für einen unbeabsichtigten Abbrand nachströmen kann. Und darf auch fast beliebig lange im Feuer bleiben. Sogar mit dem Loch nach unten in die Glut, damit's den stinkenden Qualm der Brenngase aus der Dose gleich mit abfackelt.


    Ich benutze zum Verkohlen runde Dosen. Als große eine leergequalmte Pfeifentabaksdose, als kleine eine leergefutterte Scho-Ka-Kola-Dose (Fliegerschokolade von der Tanke) oder eine Pullmoll-Dose (Kassenbeifang bei Lidl oder Penny).


    Das 1mm-Loch kann mit Hammer und Nagel in die Mitte des Deckels, muß aber nicht. Denn wenn man's schon zu Hause vorsichtig mit einem Dremel seitlich durch die Überlappung von Deckel und Dose bohrt, kann man die Dose wahlweise mit offenem oder geschlossenem Loch benutzen. Je nachdem wie man die Dose zuschraubt oder den Deckel dreht. Dann kann durch das verschlossene Lüftungsloch keine Feuchtigkeit eindringen, so man die mit entsprechend versetzten Löchern in Deckel und Dose zugemacht hat. Das spart auch das Umpacken des Zunders von der undichten Brenndose mit Loch in eine dichte Zunderdose ohne Loch.


    Eckige Dosen haben aber auch ihre Vorteile. Damit kann man dann beispielsweise auch kleine Äste köhlern, um sich das Anfeuern bei Sauwetter zu erleichtern.

    Eine Feuerschale muß ja auch nicht immer ausdrücklich nur als solche mit an Bord sein.


    Ich hab' eine Goldwaschpfanne aus Blech dafür. Die nimmt auf längeren Trails im Biwak als zentraler Ablageplatz vorrangig den ganzen Kleinkram auf. Kann aber auch als Wok herhalten, wenn's zum Kochen mal etwas mehr sein darf. Und ist eben zur Not auch eine vom brenzligen Untergrund mit drei großen Steinen ferngehaltene Feuerschale. Gold könnte man damit natürlich auch waschen, aber das ist mir in unseren Flüssen denn dann doch zu unergiebig.

    in meinen Augen macht Preppen alleine schon deshalb Sinn, weil's viele von uns hier wahrscheinlich nicht geben würde, hätten unsere (Ur-)Großeltern kein Prepping betrieben. Da hieß das zwar noch nicht so modisch, war aber im Prinzip dasselbe.


    Ein als heimlicher Bunker angelegter dunkler, kalter Vorratskeller, vollgestopft mit Regalreihen voller Einmachgläser mit der Ernte der letzten Jahre. Aus dem Obst- und Gemüsegarten hinterm Haus, der im Warmjahr täglich liebevoll beackert wurde. Und eine Speisekammer hinter der Küche, in der das im Jahr schon Eingemachte zwischengelagert wurde, damit im Keller später nichts unbemerkt gammelt. Mit dieser in ihrer Generation noch völlig normalen "Prepper-Strategie" haben Oma und Opa immerhin zwei Weltkriege überbrückt und nach dem zweiten solchen noch vier Kinder großgezogen. Eins davon wurde später übrigens meine Mutter.


    Erst als das "Preppen" mit den Konsumwellen des Wirtschaftswunders immer weniger schick wurde, hat Oma zusammen mit der Tante den Gemüsegarten quasi nur noch als stilles Hobby betrieben. Und dabei auch die alten Strategien der übrigen Hauswirtschaft an die heute noch lebende Generation weitergereicht. Opa hat sich bis zu seinem Tod nur mit billiger Kernseife gewaschen, was der Selbstgekochten noch am nächsten kam. Denn mit dem Einzug der Ölheizungen, später sogar als zentraler Brenner in der Waschküche, fiel ja keine Holzasche mehr an, die man zu Seife hätte verkochen können. Dem Wirtschaftswunder und seinen Segnungen haben beide nie über den Weg getraut.


    Die Generation meiner Eltern wuchs schon im Wirtschaftswunder auf. Und hat die eigenen Eltern ob ihrer Vorratshaltung schon mehr oder weniger aggressiv belächelt. Die hätten ja noch den Hunger im Krieg erlebt, das gebe es heute ja so nicht mehr. Und wohl auch nie wieder. Deshalb seien diese Freßkörbe als Geschenk und Mitbringsel der Eltern ja auch mehr was zum Bemitleiden als zum Bedanken...


    Die Enkel fangen's jetzt als moderne Prepper wieder an. Manche sogar aus eigener praktischer Erfahrung mit Hunger und Not. Und sammeln verstärkt auch die Skills von (Ur-)Oma wieder ein, sofern die sich mit unserer zwangsbeglückten Fertigproduktpalette aus zentral just-in-time-belieferten Supermarktketten überhaupt noch umsetzen lassen. Aber es lohnt sich. Denn wer z.B. mit Haushaltsnatron, Waschbenzin, Alkohol, Terpentin und Essigessenz umzugehen weiß, spart sich alleine schon an dieser Stelle der Haushaltskasse einen ganzen Schrank voller Spezialreiniger, die in den meisten Fällen auch nichts anderes enthalten, nur eben dasselbe in Pröbchenmengen zu unverschämten Preisen.

    wegen der Süßkartoffel, bevor du lange suchst, als bei uns hat das der Rewe normalerweisse. der hat allg ein gutes Gemüßeangebot ist aber auch nen tick teurer.


    edit achso, bei den Kidneybohnen war kein salz bei wollte ich mal noch erwähnen dafür bei den weissen bohnen mit Suppengrün.
    ganz alg haben viele Konserven aber (genau wie andere Fertigprodukte auch, ich sag nur "schlemmerfilet") oft extrem viel salz,
    das ist das was mich eher stört... vorallem wenn man das trinkwasser selber buckeln muss XD.

    Ich hab' meinen "Versuchs-Fußball" namens Süßkartoffel spontan bei Penny erstanden. Gibt's offenbar öfter als man glaubt, wenn man mal drauf achtet. Und wenn Du für die Belegten eh Fett mit im Proviant hast, kannst Du aus vermahlenem Jerky und ggf. Dörrgemüse auch Pemmikan machen. Das ist die Urmutter aller Suppenwürfel und Würzen.

    zu rohem Gemüse wie Paprika, Frühstückszwiebeln, Zucchini passen auch frische Champignons aus der Schale. Die kann man auch roh essen, solange sie wegen der Plastikfolie noch nicht anfangen zu schleimen. Frische Tomaten gehen auch, solange man sie nicht stauen muß. Und wenn "jeder Supermarkt" zufällig ein Aldi ist, gibt's da auch österreichischen Bergkäse. Der ist fest, würzig, hat keine Löcher und wird immer besser wenn er austrocknet.


    Bannok geht auch als Transportmedium, wenn man die feuerlose Etappe vorplanen kann. Da läßt sich alles mögliche mit einbacken. Und schmeckt z.B. mit einem Kern aus Mettende/Salami/Cabanossi oder eingerührten Würzkräutern vom Sammeltag davor auch kalt. Braucht als "Basismodell" nur Mehl aus dem Supermarkt. Und im Gear einen kleinen Topf für den mitgeführten Sauerteig. Läßt sich außerdem gut stauen, weil's eingebacken weder streut noch zerfließt.


    So rein zum Nachfüllen aus jedem Supermarkt in die Provianttasche fiele mir da noch Kartoffelpüree ein. Die Flocken aus den Mylar-Beuteln lassen sich auch kalt mit Wasser zu einem festen Brei oder einer dicken Suppe anrühren. Mit etwas Kräuter-Würze aus dem Glas, Kleingeschnittenem aus der Wiese oder Jerky-Schnipseln schmeckt das auch ganz annehmbar und macht vor allem schnell und ehrlich satt. Mit Wasser "sättigt" das aber eher wie Zwergenbrot, weil's dann wie Tapetenleim schmeckt. Kein Wunder, ist ja im Prinzip nur Kartoffelstärke mit Restgeschmack.


    Bei Süßkartoffeln bin ich mir nicht sicher ob die tatsächlich auch roh gegessen werden können. Haben aber auf jeden Fall den Vorteil, daß sie offenbar deutlich kürzer zum Garen brauchen als gewöhnliche Kartoffeln. Und eine einzige Knolle wiegt auch ohne den Finger des Kassierers auf der Waage knapp ein ganzes Pfund, hat roh transportiert die Festigkeit einer Sellerie und liefert eine geschmackliche Alternative zu Karotten.


    Gerade noch eingefallen: Reis muß nicht die ganze Zeit von "trocken" bis "gar" kochen. Reis quillt in Grenzen auch in kaltem Wasser. Das verkürzt später die Garzeit erheblich. Kann man z.B. am Vorabend zum Quellen ansetzen (Stoffbeutel im kalt gefluteten Kochtopf), dann bei Bedarf auch feucht vorgequollen transportieren und im Ziel mit deutlich weniger Brennzeit zu Ende garen. So über die Nacht vorgequollener Reis ist auch kalt schon eßbar, dann allerdings auch noch ein ganzes Stück "vor al dente".

    Hab' gestern auf dem Weg in den Einsatz stilecht im Morgengrauen gefrühstückt. Vorspeise Knoblauchsrauke, vom Wegrand bis in den Wald. Seit ich jetzt ganz sicher weiß daß das Scharfe tatsächlich von der Pflanze kommt und nicht etwa von den Hamburger Gassi-Kötern, die da den ganzen Winter über hingepinkelt haben, schmeckt's nochmal so gut! :dance


    Im Wald hab' ich dann zwei von den inzwischen meterhohen Brennnesseln geerntet, die da im Überfluß wachsen: Handschuhe an, mit dem kleinen Faltbaren die bleistiftdicken Stengel durchschnitten, das Geerntete Nesselkraut einmal gründlich durch die Handschuhe geknuddelt und danach die handtellergroßen Blätter einfach im Laufen vom Stengel gezupft und zu kleinen Bällchen gerollt gefuttert.


    Offenbar sind mir aber beim Knuddeln wohl doch ein paar von den Nesseln durch die Lappen gegangen. Denn ein paarmal hat's dann beim Zupfen eben doch noch leise gepiekt. Außerdem haben sich wohl auch die Blätter manchmal nach all der Knüllerei noch immer beim Zerkauen gewehrt. Als der Wald zu Ende ging hatte ich einen pelzigen Geschmack im Mund und auch ein paar kleine Harpunen im Handballen.


    Deshalb gab's die Knoblauchrauke dort spontan nochmal zum Nachtisch. Mit einem kräftigen Schluck Trinkwasser, damit die Brennnessel auch Munition zum Harntreiben hat. Vielleicht ja nur Placebo oder Einbildung, aber danach war der pelzige Geschmack im Mund verflogen. :D

    Hallo Gemeinde,


    hab' derzeit einen Arbeitsweg, der mich zweimal täglich durch den Hamburger Volkspark führt. Dort blüht derzeit im lichten Eichenwald am Wegrand diese Pflanze

    Kennt die jemand auf Anhieb?
    Wächst meist in Gemeinschaft mit Brennnesseln oder Taubnesseln. Die Blätter und Blüten schmecken frisch und haben einen ganz leise scharfen Nachgeschmack.

    Wird offenbar auch kultiviert. Oder zumindest ertragen, weil sie ganz nett aussieht. Denn in einem Vorgarten hab' ich sie auch schon als halbmeterhohe Pflanzeninsel entdeckt.

    Kann mir vielleicht jemand einen Tip geben was das sein könnte?

    Meine Goldwaschpfanne rostet längere Zeit unbenutzt auch schon beim Hinsehen, weil's ganz billiges Blech ist.


    Zu Hause wird sie dann mit Ballistol eingesprüht, mit Stahlwolle von Hand ausgeschrubbt, ausgewischt und beidseitig neu eingeölt. Ohne Wasser! Danach kommt da Grillkohle hinein und ab damit zum Durchglühen auf den Grill. Danach ist wieder eine Weile Ruhe. Und an manchen Stellen ist das Blech inzwischen sogar brüniert. Ballistol und Schleifmittel ist derselbe Mechanismus, den man beim Messerschärfen nutzt.


    Draußen tut's auch eine trockene Handvoll feiner Sand anstelle der Stahlwolle, den man mit einem Ballen Baumwolleinkaufstasche kräftig einmassiert. Die Außenseite wird bei Bedarf wieder blank indem man die Pfanne an einer sandigen Stelle auf dem Boden dreht. Danach wird da drin gekocht. Dafür ist sie aus Blech. Von außen Holzfeuer, von innen zuerst fettiges Fleisch ausgelassen, dann Gemüse und Reis drauf, erst zum Schluß schluckweise Wasser dazu. Und nur mit einem Holzlöffel umgerührt, damit der neue Fettfilm nicht verletzt wird.


    Danach wird die Pfanne NICHT gespült, sondern einfach nur trocken ausgewischt. Und täglich benutzt. Durch das Restfett auf der Oberfläche innen bleibt sie innen geschützt, durch den häßlich klebrigen Holzteerbelag auf der Außenseite bleibt sie außen frei von Rost. Wen das Klebrige Außen an der Pfanne stört, kann sie abgekühlt durch die erkaltete Holzasche ziehen. Das löscht den Klebefilm ab.


    Das Kernproblem ist nämlich IMHO weniger das billige Blech oder der (schon immer) rostanfällige Eisenguß, sondern der unserer Generation hirngewaschen anerzogene Seifen-Putzfimmel bei solchen Geschirren, der uns nach jeder sporadischen Benutzung alle Spuren von Patina (aka Schutzfilm) oder Fettresten beseitigen läßt.


    Eine Gußeiserne die man mit Fettentferner (Seife) außen wie innen von ihren Belägen befreit und danach nur hauchdünn einölt wird damit eigentlich stillgelegt und quasi nach jeder Benutzung für den Keller eingemottet. So tatsächlich erwünscht, bitte richtig! Mit einer dicken Schicht Leinöl das beim Verwachsen über die Wochen selbst oxydiert und dem damit eingeölten Metall für's Rosten den Sauerstoff entzieht.


    Für rostig Filigranes könnte Buscheni's Rezept aus Essigessenz und Kochsalz eine gangbare chemische Strategie sein. Wenn's mich nicht täuscht, ist das nämlich eine Pufferlösung, die tatsächlich den pH-Wert durch Ionenaustausch ins Alkalische verschiebt und damit den Rost in den "Rückwärtsgang" treibt. Werd' das mal mit einer meiner rostigen Petroleumlampen versuchen.


    Danke dafür! :dance

    Hier eine Video-Anleitung für einen Notfall-Tragerahmen. Nicht leicht zu finden, weil Mors Kochanski zwar das Video dominiert, aber nicht im Titel erscheint.



    Anstelle der geschnitzten Knebel zum Verschnüren empfehle ich (nicht nur) für den Notfall den Canadian Jam (Knot). Damit wird jede müde Schnur zum Kompressionsriemen.


    Proaktiv: Immer Sattlerzeug im Gepäck! Ledernadeln, kleine Vorrats-Rolle Angelschnur, Sattlerzwirn, ggf. Ersatzbeschläge. Und den Rucksack direkt vor Ort wieder flicken. Denn neben der Geduld kann Dir draußen so ziemlich alles mal reißen. Auch die Gurte. Beliebteste Stelle sind die oberen Stellgurte zum Heranziehen des Überpacks an den Hinterkopf, bei nicht verstellbaren Rucksäcken die obere Gurtverankerung am Hauptsack wegen Überladung der Stoff-Konstruktion.


    Aber selbst das moderne Gurtzeug läßt sich mit einer Sattlernadel nebst Leatherman-Zange und einer simplen Angelschnur als Schwerlast-Zwirn immer wieder zusammenflicken. Denn die Zugkraft der Angelschnur addiert sich mit jedem Stich. Und zerbröselte Stell-Beschläge lassen sich zur Not auch überbrücken.


    Ich hab' dereinst meinen damals schon jahrzehntealten Ruck-Seesack genau so geflickt, als mir mitten in der Pampa der gesamte Boden herausgefallen war. Hat mich einen Nachmittag Arbeit und etwa zwei Meter Angelschnur gekostet. Hält bis heute und ist auch schon wieder zehn Jahre her.

    Wie hoch oder tief genau mein 3x3m-Tarp an welcher Ecke wann abgespannt wird, hängt bei mir in erster Linie von den aktuellen Wind- und Wetterbedingungen ab. Das ändert sich bei Bedarf auch gerne mehrfach am Tag. Denn mein Tarp spanne ich nicht wie ein Zelt einmal auf und gut war's, da wird immer wieder nach- und umgespannt, je nachdem wie und wofür ich's gerade brauche. Deshalb auch meistens als Flying Diamond oder Kröte.


    Wenn sich's irgendwie machen läßt, bleiben alle Seiten wenigstens tagsüber oben, damit ich von überall her an die Ausrüstung darunter komme und Feuchtes möglichst ungehindert im Luftzug darunter auftrocknen kann. Das fehlende "Vorne" ist für mich der entscheidende Vorteil gegenüber einem Zelt oder einer geschlossenen Aufbauform. Und wenn das "Fußende" in die Hauptwindrichtung ausgerichtet ist, zieht's auch nachts im unter der Firstlinie ausgebreiteten Schlafsack nicht so wirklich. Weil die Öffnung des Schlafsacks ja quasi im Windschatten des eigenen Fußendes liegt.


    Erst wenn's mal härter und länger zu regnen anfängt und sich deshalb der sicher trockene Platz unter dem Tarp zunehmend verkleinert, werden die Seitenpunkte weiter heruntergezogen und ggf. auch mal zusätzlich fixiert. Erst bei Dauerregen wird zum Schluß auch der Low Point, die im Wind stehende Ecke am Fußende, bis auf den Boden abgesenkt. Damit der tagsüber im Biwaksack auf's Fußende zusammengerollte Schlafsack nicht versehentlich doch noch naß oder klamm wird. Bei Regen findet das Lagerleben dann eben auf dem Kopfende der so freigelegten Isomatte statt. Und sobald der Regen mal aufhört, wird wieder höher abgespannt, damit alles bestmöglich auftrocknen kann.


    Beim Anordnen der Ausrüstung unter oder neben dem Tarp unterscheide ich auch zwischen "kann naß werden" und "darf nicht naß werden". Was Wetter abkann, kommt nach außen, direkt unter den Trauf. Was trocken bleiben oder werden muß, wird möglichst entlang jener Seite der Isomatte gelagert, die nach dem Fußende am wenigsten Wetter abbekommt. Dann liegt nachts sogar noch der mit mir gefüllte Schlafsack als Wetterschutz davor.


    Beim Biwakieren mit dem Tarp hat das Stoffdach für mich hauptsächlich eine psychologische Funktion. Als mentale "Homepage" im Gelände und Lagerort für die vom Gurtwerk abgetakelte Ausrüstung. Erst danach kommt die Funktion als Wind- und Wetterschutz bzw. die Option, die umgespannte Dachfläche auch mal gezielt als Regensammler zu benutzen. Rundumsicht ist mir dabei sehr wichtig, um in aller Ruhe berechenbar auf jede Begegnung mit Mensch und Tier reagieren zu können. Ein "Drinnen" wie bei einem Zelt findet deshalb mutwillig erst gar nicht statt. Den vitalen Wetterschutz liefert tagsüber fast ausschließlich die eigene Kleidung, nachts der Biwaksack.


    Im Prinzip würde mir bei einem Rast-Biwak, nur für's wetterfeste Nickerchen, auch der Biwaksack alleine reichen. So man vor der Nachtruhe alles Benutzte wieder in den beiliegenden Rucksack packt und das Bündel mit einem übergeworfenen Raincover vor Regen, Reif und Tau schützt. Sich so komplett ohne mentalen Fixpunkt draußen gemütlich zu fühlen ist dann aber nochmal eine ganz andere Liga.

    Danke für die Anregung das auch mal draußen selbst auszuprobieren! :winken


    Mir sind solche Praxis-Beiträge zur Steigerung der Autarkie hundertmal lieber als irgendein Review von einem kaufbaren Fertig-Kram, das draußen früher oder später ja eh zerfällt. Und jemand der draußen nicht nur passiv auf seine Umgebung reagiert sondern zuweilen auch mal tagsüber aktiv und planvoll vorgeht, um abends am Lagerfeuer was Sinnvolles aus seinem Sammelgut zu machen ist aus meiner Sicht mittendrin im Bushcraft-Handwerk. :dance


    Rein theoretisch geht das wohl auch mit langen Halmen, z.B. Binsen. Da werden dann z.B. handgeflochtene Taschen draus. Ist dann nur nochmal eine Dimension fummeliger und deshalb arbeitsintensiver. Historisch wohl auch die Ursprungstechnik für's spätere Weben mit Pflanzenfasern.

    Mir gerade beim "Bettenmachen" aufgefallen, vielleicht auch hilfreich: Ich schlafe im Schlafsack mit einer Kopfrolle. Nicht nur weil's bequemer ist, sondern weil's auch für Orientierung sorgt. Eigentlich ist das ein Schlafsack-Inlet aus dünnem Fleece, der Länge nach gefaltet, dann gerollt und mit zwei Kordeln zur Rolle verschnürt. Hat dann etwa den Durchmesser einer Pennerglück-Weinflasche, ist aber deutlich weicher. Die gibt, bei Kaltwetter UNTER die Schlafsack-Kapuze gelegt, ebenfalls eine Richtung vor und dient gleichzeitig als Windstopper vor der Schlafsacköffnung.

    Ich nutze meinen Goretex-Biwaksack tagsüber grob zusammengefaltet auch als Knieschoner, Sitz-/Liegekissen am Feuer beim Kochen, Sammel- und Sortierunterlage für's erste Feuerholz. Manchmal auch mitsamt dem noch drin eingetüteten Schlafsack. Das ist in meinen Augen ein Allzweck-Gebrauchsgegenstand ähnlich wie das Tarp, und so empfindlich wie man allgemein glaubt sind die Teile dann nun auch wieder nicht. :D


    Wenn Du's mit dem Schlafen auf dem schmalen Isomatten-Streifen (noch) nicht gewohnt bist, wäre die Isomatte im Biwaksack das Naheliegendste. Denn Kleben und Verzurren kann sich alles unterwegs lösen. Und "unterwegs" kann ja auch mal bedeuten, daß Du mitten in der Nacht einen halben Meter zur Seite weiterziehst, weil Du am Vorabend beim Probeliegen eine Wurzel "übersehen" hast, die Dir jetzt nervig ins Kreuz drückt.


    Gegen das Drehen und Wandern hab' ich mir inzwischen angewöhnt, rechts und links der Matte auf Höhe des Torso (Schultern bis Becken) mein Gepäck zu lagern. Dann kann man nachts zum Heizen zwar noch die Beine anziehen, dreht sich aber nicht mehr versehentlich aus der Richtung der Matte. Denn das passiert nur, wenn man sich im Schlaf zusammenrollt und später quer zur Fahrtrichtung wieder ausstreckt. Mit Gepäck-Hindernissen rechts und links der Matte geht das dann nicht mehr. :dance


    Ich hab' da aber vielleicht auch leicht reden, weil ich schon seit Jahrzehnten auf dem Boden schlafe und mich deshalb auch in der Schlafsack-Zwiebel umdrehe ohne wirklich aufzuwachen. Deswegen zwackt mich auch so schnell nichts mehr. Auf einer vollkommen freien, topfebenen Bodenfläche, z.B. Hotelzimmer, dreht's mich aber auch gelegentlich mal nächtens "der Sonne entgegen"...

    Das interessiert mich jetzt aber doch noch. Wo bekommt man auf See das Vitamin C her, ohne das eine Landratte nicht mal über einen Winter kommt, geschweige denn ein ganzes Jahr zu überleben? Und wenn's das tatsächlich irgendwie ersatzweise zum Auf-Fischen gibt, warum haben die alten Seefahrer dann immer fässerweise Sauerkraut mit auf See geschleppt? :confused

    Da kann Dir auch ein Hutgeschäft in Deiner Nähe weiterhelfen. Die haben dafür so eine Art Dampf-Bügeleisen in Kopf-Form. Hat den Vorteil, daß der Hut dabei seine ursprüngliche Form behält. Und vor allem können die Dich auch beraten, ob das mit der Paßform nicht eh mit der Zeit von alleine kommt.


    Mein Oilskin war anfangs auch gefühlt zu eng. Das hat sich aber inzwischen alleine durch's Tragen eingespielt. Denn ähnlich wie Schuhe muß man wohl auch Hüte erst mal eintragen.


    Und nur der Vollständigkeit halber: Etwas zu weite Hüte kann der Hutmacher unterm Hutband mit Korkband hinterfüttern. Hab' ich beim Kauf meines ersten Baumwollhuts gekriegt, weil der eine Größe kleiner nicht am Lager war.

    Tolle Arbeit! ^^


    Aber irgendwie verstehe ich noch immer nicht, warum man den "gebogenen Stock" erst mit hohem Kalorienaufwand flachschnitzen muß bevor man ihn wirft. Denn durch's Flachschnitzen wird er ja auch wieder leichter. :confused


    Was ist also der Vorteil davon?

    Kommt immer darauf an.


    Wenn das Ziel das Ziel ist, wird anders gepackt, und damit auch geplant, als wenn der Weg das Ziel ist. Bei Wochenend-Hobby ist aber meistens der Weg das Ziel. Und der kann dann auch mal spontan an Ort und Stelle um einen Tag verlängert werden. Deshalb ist meistens auch der mitgeführte Proviant eher großzügig bemessen und das Rack mehr auf Komfort im Biwak getrimmt.


    Auf mehrtägigen Trails mit fest geplantem Termin für's Hin- und Rückreisen sind dagegen die Skills eher Mittel zum Zweck um sicher pünktlich im Ziel anzukommen. Da wird dann eben der Komfort zugunsten einer sicher verstauten, unverfänglich "zivilen" Kluft am Zielort weitmöglichst reduziert, ohne deshalb gleich auf Backups zu verzichten. Weil's ja alles auch entweder Kraft oder Sprit kostet. Dann werden auch die Etappen eher großzügig vorgeplant und im eigentlichen Trail dann möglichst übertroffen, damit sich von selbst nach hinten ein zeitlicher Sicherheitsabstand bildet.


    Denn man weiß ja nie, was einen auf diesem berühmten Meter vor dem Ziel noch so alles erwartet...