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Montag, 5. Dezember 2011, 22:02

Methoden zur Wasseraufbereitung

wie komme ich zu sauberen wasser, das ist der untertitel von nahrung und trinkwasser.

es gibt heute unzählige möglichkeiten sauberes wasser zu gewinnen und, nach meiner ansicht natürlich, dienen die meisten dem geldbeutel der hersteller und händler und sind vielleicht für ausrüstungsfetischisten von nutzen.


ich denke, wasserfilter wie sie heute im handel angeboten werden machen für reisende die mit fahrzeugen unterwegs sind um fremde länder zu besuchen durchaus sinn. für den waldmenschen habe ich ihn noch nicht entdeckt und ich habe bis dato auch keinen gebraucht.

nach meiner ansicht reicht das abkochen von see oder flusswasser oder waldbächlein völlig. bedenken wir doch, dass viele menschen in flüssen und seen die abkühlung geniessen und dabei oft oder meistens ein oder mehrere schlücke in sich fliessen lassen, nicht abgekocht wohlverstanden und die meisten überleben das problemlos.

viele outdoormenschen entwickeln aber „draussen“ eine theatralik der ich nicht ganz folgen kann und schleppen filter und tabletten in den wald deren sinn ich bis zum heutigen tag nicht verstanden habe.

ich lese natürlich bereit widerspruch und das ist auch gut so.

in den vielen jahren draussen und kurse geben gehörte natürlich der bau eines wasserfilters dazu aber eher zur demonstration und beschäftigung. real haben wir nie einen wasserfilter benutzt, nur als demo und in 30 kursjahren wurde niemand krank!


die einfachste form eines wasserfilters so wie wir sie gebaut haben in der beiliegenden grafik, natürlich gibt es noch viele andere variationen und es würde mich freuen, noch einige beispiele hier zu sehen.

vielen dank für eure aufmerksamkeit und

liebe grüsse


michael
»misfit« hat folgendes Bild angehängt:
  • wasserfilter.jpg

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Dienstag, 6. Dezember 2011, 18:43

Hallo Misfit,

eigentlich hast du ja recht. Die Filtermanie ist vielleicht wirklich etwas überzogen, heutzutage.

Abkochen killt alle Keime basta.

Der einzige Grund für Katadyn, MSR und so ist vielleicht, dass man effektiv schneller sein Trinkwasser fertig hat, als beim Abkochen unterwegs an der Bach. Obwohl ich mit meinen geliebten Kelly Kettles richtige Schnellkocher habe.

Ich benutze den MSR Mini Works EX


Grüße von Parzival

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Dienstag, 6. Dezember 2011, 19:10

Tja, da hat der Misfit wieder einmal recht. In Österreich haben die meisten Alpenbäche Trinkwasserqualität. Darum besitz ich auch keinen Filter. Wenn ich mir aber nicht sicher bin, und zu faul zum Abkochen, schummle ich schon mal mit Aquaventure :schäm
Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos. (Loriot)
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Samstag, 7. Januar 2012, 13:23

Ich will noch mal das Thema natürlicher Wasserfilter von Michael aufgreifen... Ich habe diesen Filter schon oft eingesetzt und will mal auf ein paar Probleme hinweisen, die ich sehe:

- Im Gegensatz zu anderen gängigen Methoden (Abkochen, Entkeimungstabletten/ -tropfen, Filter etc.) ist die Methode mit Kieseln, Sand + Kohle meiner Meinung nach nicht wirklich zuverlässig. Ich habe schon oft erlebt, dass das Wasser nach der Behandlung (auch nach dem Durchspülen des Filters) optisch schmutziger aussah als vorher. Es ist anzunehmen, dass auch im "Mikrobereich" keine verlässliche Filterung stattfand. Auf der anderen Seite gab es auch schon sehr gute optische Ergebnisse, aber bedeutet das jetzt, dass ich auch auf eine Beseitigung von Kleinstbestandteilen schliessen kann? Erscheint mir fragwürdig. Ich würde mich aus diesem Grund nie nur auf den Filter verlassen, sondern immer eine zweite Methode anwenden.

- Häufig wird Sand und Kies direkt aus dem Bachbett verwendet und mit Wasser aus dem Bach gespült. Ist das Gewässer sauber, kein Problem (aber wofür brauche ich dann den Filter?). Ist das Wasser jedoch verschmutzt, ist die Wahrscheinlichkeit meiner Einschätzung nach sehr hoch, dass das Wasser, welches im Kohlebereich gereinigt wurde, in den tieferliegenden Schichten wieder mit Keimen oder sonstigen Stoffen kontaminiert wird. Zumindest der Bereich unterhalb der Kohleschicht sollte daher aus Materialien, die nicht aus dem Bachbett stammen und nicht mit Bachwasser gespült wurden, bestehen!

- Wer schon mal mit dem Filter gearbeitet hat, weiss wie lange es dauert, 1 Liter "sauberes" Wasser zu erzeugen. Wir haben im letzten Herbst zu dritt einen Trip in Südfrankreich gemacht und brauchten mit einem Wasserfilter gut einen halben Tag, um die benötigte Trinkwassermenge zu produzieren. De facto bedeutet das an jedem Tag eine Zeitverzögerung, die für einen Marschtag nicht vertretbar ist. Dazu kommt, dass zumindest eine Person kontinuierlich neben dem Filter sitzen muss, da er häufig verstopft und ja auch ständig nachgegfüllt werden muss. Das Problem liesse sich vielleicht umgehen, indem man mehrere Filter einsetzt, aber welch eine Verschwendung von kostbaren Gefässen!!!

Fazit: Wenn keine andere Möglichkeit besteht, bietet der Filter eine Möglichkeit unter besten Voraussetzungen eventuell halbwegs sauberes Wasser zu produzieren. Für Gruppen ist er meiner Meinung nach ungeeignet. Da er nicht zuverlässig arbeitet, braucht es unbedingt eine zweite Methode der Reinigung. Ich würde ihn nur als Not-Not-Lösung empfehlen.

Ich persönlich bevorzuge, wenn es sicherlich auch hier Nachteile gibt, Entkeimungstabletten/ -tropfen. Sie sind zuverlässig, einfach in der Handhabung, deutlich billiger als die gängigen Filtersysteme, haben ein traumhaftes Packmass und sind im Gegensatz zum Abkochen sehr ressourcenschonend.

VG MadFly :)

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Grimmbold

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Samstag, 7. Januar 2012, 15:01

>>Abkochen killt alle Keime basta.
Sagt der der Chemiker/Physiker was anderes.

>>In Österreich haben die meisten Alpenbäche Trinkwasserqualität.
Was sie nicht davor schützt von Kühen garniert zu werden. Wie schon John Wayne lernen musste: Der Kaffee (die Erbswurst) schmeckt besser wenn das die Latrine flussabwärts ist!

Die Briten hatten einen "Segeltuchzipfel" für ihre Truppen, um schwebstoffe zu filtern, dazu dann abkochen und/oder Romin und man ist ziemlich sicher!
HUGINFELL - Bushcraft und Survival , mein Blog rund um Survival, Bushcraft und Trekking
"Die Natur ist nicht für Dich oder gegen Dich, sie ist einfach!" - Cody Lundin

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Samstag, 7. Januar 2012, 18:41

Hallo,
generell bin ich dafür, dass jeder draußen seine eigenen Erfahrungen macht. Ob im Netz, oder mit meinen Teilnehmern gebe ich immer nur wieder das bei mir gut funktioniert hat. Jeder hat andere Bedürfnisse und macht andere Erfahrungen.

Bei dem hier angesprochenen improvisierten Wasserfilter ist das ausnahmsweise mal anders. Egal wer ihn baut und wo, er ist und bleibt Unbrauchbar. Ja das ist ein hartes Wort, aber jeder Mensch der halbwegs logisch denken kann, kann wie ich zu dem Schluss kommen, das ein solch improvisierter Filter, draußen, ohne Labortechnik in seiner Wirksamkeit nicht zu überprüfen ist. Eben so wenig lassen sich reproduzierbare Qualitätsstandards schaffen, dass man einmal einen Filter aus Naturmaterialien baut, ihn testen lässt und in Zukunft immer wieder auf die gleiche Weise baut, so dass die ermittelten Werte auch für zukünftige Filter gelten. Somit fällt er für mich in die Kategorie Zeitverschwendung.

Zu den gemachten Erfahrungen was unbehandeltes Wasser angeht: Ich habe es in der Vergangenheit auch schon getan. In einem von fünf Fällen habe ich es bereut. Was in einem Outdoor Urlaub im Extremfall zu einer abgebrochenen Tour führt kann in einer Survival Situation das Ende bedeuten. Daher finde ich es sehr fragwürdig dies so zu propagieren wie es hier geschehen ist. Nur weil es bei Misfit und seinen Teilnehmern gut gegangen ist - wobei mir direkt die Frage in den Kopf kommt, wie lang sind denn die Teilnehmer bei ihm gewesen und kann er ganz sicher sein, dass keiner davon erst nach dem Seminar zu hause erkrankt ist? - bedeutet das nicht, das diese Herangehensweise überall, jenseits seiner Seminarorte gültig ist.

Kommen wir zu den Klassikern die nun früher oder später kommen, wie z.B. das Wasser nur von dort zu nehmen wo es die Einheimischen tun, sind keinen Pfifferling wert. Einheimische haben in der Regel von klein auf gegen die Lokalen Keime gute Wiederstandskräfte aufgebaut, die der Reisende, da er ja ganz wo anders her kommt meist nicht hat.

Ich halte das persönlich, basierend auf sehr vielen Negativ Erfahrungen, so wenn ich auf Tour bin:
Primär: Wasserfilter kombiniert mit chemischer Wasserreinigung auf Chlor Basis, nach der Einwirkzeit wird das Chlor neutralisiert - Ich trinke einfach zu wenig wenn es nach Schwimmbad schmeckt. Diese Methode bietet für mich den Vorteil kurzfristig Wasser auf bereiten zu können um z.B. in einer Pause mal eben alle Flaschen wieder voll zu machen. @MadFly: Bei mir dauert es etwa 3 Minuten einen Liter Wasser zu filtern, zusammen- und abbau des Filters. Größere Gruppen benötigen mehrere Filter. Eine Halbe Stunde lang zu filtern um bei 10 Personen 1 ltr pro Person zu produzieren sind inakzeptabel (für mich)
Sekundär (Ausfallebene): Abkochen. Meine Ausrüstung ist so ausgelegt, dass z.B. in den Wassersack auch kochendes Wasser gefüllt werden kann, ohne das er schaden nimmt und das er BPA frei produziert ist, da heißes Wasser BPA viel schneller aus dem Kunstoff heraus holt als kaltes Wasser.

Wenn ich sehr leicht unterwegs sein möchte oder muss und Feuer machen kann, was bei meinen bevorzugten Zielen eher selten der Fall ist, verzichte ich auf das Primäre System und koche ausschließlich ab. Kann ich kein oder nur selten Feuer machen - eher der Regelfall - wiegt der Wasserfilter weniger als der Zusatztreibstoff den ich mit mir führen müsste.

Ich möchte bei dem geschriebenen hier keinen "Werbezusammenhang" zu der derzeit hier im Forum angebotenen Sammelbestellung verstanden wissen. An der Sammelbestellung verdiene ich nix, daher ist es für mich auch irrelevant ob jemand was bestellt oder nicht. Der Grund warum ich hier so deutlich auftrete bei diesem Thema ist, dass Wasser Leben bedeutet und es mir unverständlich ist, warum Outdoorenthusiasten 3h lang über ihr Messer referieren können, aber von Wasseraufbereitung Null Plan haben. :wallbash

Bitte Leute beschäftigt euch mit der Materie. Macht euch schlau. Hinterfragt auch mal die anderen Survival Klassiker wie Kaliumpergamanat in diesem Zusammenhang und schaut mal gegen welche Keime es nutzlos ist. Noch einmal: Bitte! Es ist Deine Gesundheit.

Grüße,

Frank
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Das einzige was schwieriger ist als sich vorzubereiten,
ist nachher erklären zu müssen warum man es
nicht getan hat.

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Westwood

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7

Samstag, 7. Januar 2012, 19:11

Eine weitere, natürliche Methode wäre noch das Sonnenlicht! Im Sonnenlicht ist ja auch das böse UV-Licht drin, je mehr Sonne um so mehr UV-Licht!

Ich kann es zwar jetzt selbst nicht nachweisen, habe aber von Tests gelesen, bei denen Wasser in transparenten Behältern bis zu 6 cm Dicke innerhalb von drei Stunden von genügend UV-Licht durchdrungen werden kann, um Keime abzutöten. Dabei ist von Vorteil, wenn das Wasser vorher gefiltert und somit vom Schwebeteilchen befreit wurde.

Man könnte also auf Tour ergänzend zur Filterung notfalls einfach einen transparenten Trinkbeutel oder eine PET-Flasche oben auf den Rucksack binden und die Sonne machen lassen.

Lieben Gruß,

Westwood

kelte1964

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Samstag, 7. Januar 2012, 19:24

Mit PET Flaschen geht das weil das Plastik UV-durchlässig ist - andere Materialien lassen die Strahlung nur teilweise oder gar nicht durch -- dann passiert eben auch nix, dann wird kein Erreger abgetötet.
Diese Steripens oder wie der Mist heisst funktioniert ja nach dem gleichen Prinzip, nur da ist eine UV- Lampe verbaut!

Wenn ichs endlich ma auf die Reihe kriege und ein Treffen hier bei mir organisiere kann mein Mitbewohner zu dem Thema noch ne Menge beisteuern, der baut weltweit Anlagen zur Wasseraufbereitung und ist echt ein Crack!
"Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern!
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Samstag, 7. Januar 2012, 19:49

In Skandinavien trinke ich meist direkt aus dem Fluss, in der Zivilisation hatte ich aber schon sehr leidliche Probleme trotz Entkeimungstechnik: Einmal die Micropur Einweichzeit nicht an die Temperatur angepasst und einmal ein minimaler Patzer in der Sauberkeitskette bei den Flaschen. Beide Male gab es ganz dick Montezumas Rache, obwohl ich eigentlich recht robust bin. In Regionen wo es nur wenig Wasser gibt war ich allerdings schon mehrfach darauf angewiesen auf wirklich unappetitliche Wasserquellen zurückzugreifen, u.a. auf Sardinien habe ich mal aus einer wenige cm tiefen Schlammpfütze, in der Exkremente diverser Tiere schwammen, Wasser gefiltert (Keramikfilter) und habe es ohne Probleme vertragen.

Im Normalfall nehm ich den Millbanksbag und koche ab (ich koche ohnehin den Großteil meines Wassers, weil ich am liebsten Tee trinke bzw. darin das Essen zubereite, von daher ist es kein Extraaufwand), gelegentlich nehm ich auch mal n Filter mit. Chemie nehm ich nur als Backup - mir schmeckt das Zeuch einfach nicht!

Das Lernen einzelner, isolierter Bushcraftskills ist ähnlich wie das Anhäufen von unbenutzter Ausrüstung:
ein recht kümmerlicher Ersatz für große Abenteuer...

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Samstag, 7. Januar 2012, 20:02

Ich komm leider noch nicht so recht mit der Zitat Funktion klar, deshalb setzt ichs in Kursiv:

@FrankD:


"Ja das ist ein hartes Wort, aber jeder Mensch der halbwegs logisch denken kann, kann wie ich zu dem Schluss kommen, das ein solch improvisierter Filter, draußen, ohne Labortechnik in seiner Wirksamkeit nicht zu überprüfen ist. Eben so wenig lassen sich reproduzierbare Qualitätsstandards schaffen, dass man einmal einen Filter aus Naturmaterialien baut, ihn testen lässt und in Zukunft immer wieder auf die gleiche Weise baut, so dass die ermittelten Werte auch für zukünftige Filter gelten.
"

Genau so siehts aus...

"Bei mir dauert es etwa 3 Minuten einen Liter Wasser zu filtern, zusammen- und abbau des Filters. Größere Gruppen benötigen mehrere Filter. Eine Halbe Stunde lang zu filtern um bei 10 Personen 1 ltr pro Person zu produzieren sind inakzeptabel (für mich)
"

Nicht das wir aneinander vorbeireden... Meine Zeitangabe bezog sich auf einen getestesten selbstgebauten Wasserfilter... 3 Minuten für 1 Liter hätte ich mir wirklich auch gewünscht auf unserem Trip :lol ...

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Samstag, 7. Januar 2012, 20:37

Die Methode mit UV wird als SODIS (Solar Water Desinfection) bezeichnet. Auf der Website die Informationen zu SODIS bereitstellt, findet man alle wesentlichen Informationen zum Thema und alle wissenschaftlichen Studien (www.sodis.ch )... Was ich auf Anhieb aber dort nicht finden konnte, waren die Angaben der Breitengrade, in denen SODIS effektiv eingesetzt wird.

Meines Wissens nach ist die Methode nur bis zum 35 Breitengrad N/S wirklich effizient. Alles was weiter im N bzw. S liegt (und dazu zählt Europa), hat zunehmend schlechtere Chancen mit SODIS. Belegen kann ich das jetzt allerdings leider nicht - ist nur in meiner Erinnerung haften geblieben...

VG Christian :winken

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Samstag, 7. Januar 2012, 20:42

Ich habe ab jetzt mal den thread - Titel geändert da wir im Verlauf mehr und mehr zu diversen Filtermethoden kommen.
Damit auch nachhaltig diese interessante und informative Diskussion zu finden ist wurde der Titel geändert.

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Samstag, 7. Januar 2012, 20:52

Zitat

Meines Wissens nach ist die Methode nur bis zum 35 Breitengrad N/S wirklich effizient. Alles was weiter im N bzw. S liegt (und dazu zählt Europa), hat zunehmend schlechtere Chancen mit SODIS. Belegen kann ich das jetzt allerdings leider nicht - ist nur in meiner Erinnerung haften geblieben...


Laut meiner Erinnerung wird die PET-Flaschen - Methode recht erfolgreich zur Entkeimung von Wasser vor allem in Afrika eingesetzt.
In Europa soll das auch funktionieren, soll aber einige Zeit dauern.
Irgendwo habe ich auch etwas dazu abgespeichert, ich finde es aber leider nicht mehr wieder :(


Eine weitere interessante Sache zur Wasserfilterung dürfte der „Lehmfilter“ sein.


Eine Handvoll Lehm, Tee oder Reis, Stroh und Kuhfladen sind die simplen „Zutaten“ für einen Filter, der Menschen in aller Welt sauberes Trinkwasser liefern könnte. Tony Flynn, Materialwissenschaftler an der Australian National University in Canberra, hat eine innovative Technik entwickelt, durch die Wasserfilter aus einfachen, weit verbreiteten und billigen Materialien hergestellt werden können.


Hier der Link zum entsprechenden Artikel: http://www.g-o.de/wissen-aktuell-2249-2005-01-20.html

Ilves

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Samstag, 7. Januar 2012, 21:18

Übersicht einiger Methoden zur Wasseraufbereitung

Nachdem der Diskusionstietel nun geändert wurde mache ich doch mal einen Gutenberg bei mir selbst und stelle hier eine Übersicht unterschiedlicher Wasseraufbereitungsmethoden ein, die ich mal geschrieben habe.

Grundlagen
Grundsätzlich musst Du davon ausgehen, dass nahezu jede natürlich Wasserquelle auf die eine und/oder andere Weise kontaminiert ist. Manchen Menschen die von klein auf viel draußen unterwegs sind, machen meist die heimischen Krankheitserreger kaum noch etwas aus, so lange sie bei guter Gesundheit sind. Nehmen sie jedoch einen Ortswechsel vor, oder sind bereits angeschlagen, so kann das trinken aus einem Bach plötzlich eine böse Überraschung geben.Aus diesem Grund kann ich jedem nur empfehlen alles Wasser aus natürlichen Quellen auf zu bereiten. Zur Aufbereitung stehen folgende Methoden zur Verfügung:

Abkochen
Mit UV Licht durchleuchten
Filtern
Chemisch

Als erstes ist wichtig zu verstehen welche Dinge Dir an die Gesundheit unterwegs wollen. Das sind von groß nach klein geordnet:

Protozoen
Bakterien
Viren
Chemikalien

Fangen wir mit den Schlechten Nachrichten zuerst an. Keine der oben beschriebenen Aufbereitungsmethoden hilft gegen Chemikalien. Wasserfilter mit Aktivkohlekern können chemische Verunreinigungen zwar reduzieren, aber nicht komplett beseitigen. Gegen Viren hilft nur Abkochen, die chemische Aufbereitung und das UV Licht. Gegen Bakterien und Protozoen helfen alle oben genannten Methoden.

Wasserfilter
Wasserfilter gibt es etliche auf dem Markt und ihr Aufbau reicht von wirklich zuverlässigen und erprobten Filtern bis hin zu Spielzeugen, die gerade mal einen Teil der gröbsten Schwebstoffe aus dem Wasser entfernen. Die Funktionsweise ist recht simpel, das verunreinigte Wasser fliest durch eine Filtermembran, deren Poren so klein sind das Protosoen und ggf. Bakterien nicht hindurch passen. Ein Filter, der auch die noch kleineren Viren aufhalten kann ist mir nicht bekannt und seriöse Hersteller geben dies auch ganz klar auf ihren Webseiten an und empfehlen in solchen Fällen, dass nach dem Filtern zusätzlich eine chemische Wasseraufbereitung durchgeführt wird.

Die von den Herstellern angegebene Filterleistung ist unter Tourbedingungen etwa zu 1/3 realistisch ein zu schätzen. Anders sieht es aus, wenn man möglichst klares Wasser filtert. Die meisten Filter auf dem Markt sind Pumpfilter und es erfordert schon einige Kraft um das Wasser durch den Filter mit seinen kleinen Poren zu pumpen. Komfortabler, gerade für Gruppen ist da ein Gravitationsfilter, der zwar langsam funktioniert, dafür aber fast von selbst.

Vorsicht ist mit den Filtern bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt geboten. Gefriert das Wasser in der Filtermatrix kann dies zu Mikrorissen führen, die man im Extremfall gar nicht mal sieht. Doch Krankheitskeime können nun die Filtermatrix ungehindert passieren. In der kalten Jahreszeit trägt man den Filter entweder direkt am Körper oder aber möglichst Rücken nah im Rucksack und nimmt ihn nachts mit in den Schlafsack.

Okay, im Vergleich zum abkochen geht das Filtern schneller und benötigt keine Energiequelle. Gegenüber der UV Sterilisation sehe ich den Vorteil einer Filters dahingehend, dass er rein Mechanisch ohne Elektronik funktioniert. In der Kombination mit der chemischen Wasseraufbereitung hat er mir schon an sehr entlegenden Gegenden gut Dienste geleistet.

Bleibt noch eine Frage offen: Warum Filtern und nicht nur chemisch daran gehen? Zum einen wirken die chemischen Aufbereitungsmittel besser in klarem Wasser (was man durch den Filter schafft) und zum 2. gehe ich regelmäßig davon aus, dass ich keine virale Belastung des Wasser zu erwarten habe und spare mir dann die chemische Keule.

Chemische Wasseraufbereitung
Chemische Wasseraufbereitungsmittel gibt es viele, ich werde mich bei diesem Artikel auf Micropur von der Firma Katadyn beschränken, da ich damit die meiste Erfahrung habe. Das bedeutet aber nicht, dass andere Mittel besser oder schlechter sind. Aber dieses Block basiert auf meinen Erfahrungswerten und dabei soll es auch bleiben.

Beim Micropur ist es wichtig, dass man das richtige auswählt. Wenn wir uns über Wasseraufbereitung unterhalten sprechen wir immer von den Micropur Forte Produkten. Die Produktreie ohne das Forte ist zum konservieren von Wasser gedacht und verhindert eine neuverkeimung gereinigten Wassers. Die größte Anwendundssicherheit haben für mich Tabletten und da es bei mir hauptsächlich in die Trinkflasche kommt nute ich die Variante wo 1 Tablette für 1 ltr Wasser ist. Meine Trinkflaschen sind dem entsprechend 1ltr Flaschen. Und hier haben wir auch schon das erste Problem. Kleinere Flaschen als 1 ltr Flaschen lassen sich nicht sicher damit behandeln. Die Tabletten sind so klein, das ein zuverlässiges teilen in 2 Teile nicht sicher zu bewerkstelligen ist. Ebenso ist es schwierig mit 1,5ltr Flaschen, wieder wegen der kleinen Tabletten. Dafür passen 2 zusammen gerollte Blister Micropur Forte MF1T bequem in eine Fotodose und das reicht immerhin für 50ltr Wasser. Für stationäre geschichten gibt es auch noch Tabletten für 10ltr. Letztendlich ist es sinnvoll, die Wassergefäße auf das Produkt ab zu stimmen um eine hohe Anwendungssicherheit zu gewährleisten.

Dieses Präparat reinigt Wasser, wie viele andere auch durch Chlor. Die Einwirkdauer ist auf den Blistern angegeben, sowie der Packungsbeilage des Herstellers zu entnehmen. Haken an der Sache ist, dass man nach dieser Art der Wasseraufbereitung Wasser mit dem Geschmack eines öffentlichen Schwimmbades hat. Doch nicht nur geschmacklich ist das ein Problem, auch Gesundheitlich. Zwar nicht direkt für den sporadischen Survival oder Outdoor Einsatz, aber bei regelmäßigem Konsum kann gechlortes Wasser zu Gesundheitsproblemen führen. (Siehe hierzu eine Greenpeace Studie)

Aus diesem Grund gibt es, zu Anwendung nach der empfohlenen Einwirkdauer des Chlors von der Firma Katadyn ein Antichlor Präparat. Im Antichlor befindet sich eine Natriumthiosulfat 6% Lösung von der 3 Tropfen auf einen Liter Wasser gegeben werden, dann wartet man 3 Minuten und falls dann immer noch ein Chlorgeruch wahrnehmbar ist wiederholt man das ganze, darf allerdings 15 Tropfen pro Liter Wasser nicht überschreiten. Das Natriumthiosulfat baut das Chlor um zu Kochsalz, von dem eine kleine Priese im Wasser bei schweißtreibenden Aktivitäten nicht schlecht sein kann.

Eine andere chemische Wasseraufbereitungsmethode von der Firma MSR beinhaltet ein elektronisches Gerät, dass aus Kochsatz und Strom Natriumhypochlorit produziert. Da das Gerät aber ziemlich teuer für meinen Geschmack ist und dazu noch elektronisch funktioniert, kann ich mich, obwohl die US Armee damit beliefert wird nicht dafür erwärmen.

UV-Licht
Der Stripen ist ein elektronisches Gerät, dass mit Batterien oder Akkus mit Strom versorgt wird und dessen UV Licht Birne in der richtigen Frequenz leuchtet um Protozoen, Bakterien und Viren steril, sprich nicht zeugungsfähig zu machen. d.h. die Krankheitserreger sind immer noch im Wasser, können sich jedoch nicht mehr vermehren und können somit, einmal in Deinem Körper keine ausreichende "Truppenstärke" mehr erreichen um dich krank zu machen. Wir brauchen nicht schweißtreiben zu pumpen, haben keinen schlechten Beigeschmack im Wasser, eigentlich doch perfekt, oder?

Der Harken an der Sache ist, dass man für diese Art der Wasseraufbereitung möglichst sauberes, Schwebeteil freies Wasser benötigt und zum anderen, dass es ein elektronisches Gerät ist und denen traue ich persönlich nicht sehr weit über den Weg. Sie neigen dazu aus zu fallen wenn man sie am dringendsten braucht. (Das bezieht sich nicht auf den Steripen an sich, sondern auf alle elektronischen Geräte) Er ist eine super Sache für Menschen die von Hotel zu Hotel reisen, kurz in den Drink gehalten und schon kann man ihn sicher trinken. Outdoor finde ich meist kein Schwebeteil freies Wasser vor und das Gerät wird deutlich größeren mechanischen Torturen ausgesetzt als in einem Trolly.

Survival Methoden
Was noch fehlt ist das Abkochen. Welche dieser Methoden kann ich im Notfall, egal ob er unverhofft eingetreten ist, oder schlicht weg auf einer Fernreise dadurch entstanden ist, weil meine Methode zur Wasseraufbereitung verloren oder kaputt gegangen ist, entstanden ist.

Videos und Anleitungen um aus Dingen die man häufig in der Natur finden kann einen Wasserfilter zu improvisieren gibt es viele. Ich werde dazu keine Anleitung schreiben, meine Angst, dass das was ich schreibe auch mal jemand ausprobieren könnte ist mir viel zu groß. Bei den meisten Filtern werden mehrere Schichten aus verkohlten Resten vom Lagerfeuer, Sand und Gras hergestellt. Doch wenn ich mir so was zusammen bastle, wie kann ich erkennen, ob er funktioniert?

Gar nicht.

Aus diesem Grund halte ich nichts von diesen improvisierten Wasserfiltern.

Chemische Reinigung kann ich evtl. aus Haushaltsbleiche, Joddesinfektion oder Kaliumpermanganat improvisieren. Jod ist in der EU als Wasseraufbereitungsmittel nicht mehr zugelassen, da die Risiken für Schwangere zu groß sind und bei einer Versorgung über mehrere Wochen schlichtweg ungesund ist. Hinzu kommt, und das halte ich gerade für Survival Situation für noch Wesentlicher, dass es gegen Cryptosporidium gar nicht und gegen Giardia nur wenig effektiv ist. Gerade der letztere Erreger kommt baer quasi auf der gesammten Nordhalbkugel in allen Gewässern vor in das ein Tier sich entleeren kann. Kaliumpermanganat, was immer wieder in Büchern und Videos zu finden ist, wird in der professionellen Wasseraufbereitung als nur leicht desinfizierend beschrieben und eher eingesetzt um die Mengen die anschließend an Clor eingesetzt werden zu verringern. Also in einer Notsituation wohl auch eher nur was nach dem Motto Besser als nichts.

Improvisieren kann ich hingegen die UV Desinfektion von Wasser in Sonnenreichen Gegenden. Man nennt das dann SODIS. Das SODIS Projekt ist ein Projekt bei dem es darum geht Menschen in den ärmeren Ländern dieser Erde die regelmäßig keinen Zugang zu Trinkwasser haben die SODIS Methode näher zu bringen, damit sie seltener von ihrem Trinkwasser krank werden. Bei dieser improvierten Methode wird Wasser in möglichst klaren PET Flaschen für mindestens 6 Stunden in die pralle Sonne gelegt. Desdo weniger die Flasche verkratzt ist und umso weniger Schwebeteilchen im Wasser sind, desto besser funktioniert es.

Kommen wir zu der letzten improvisierbaren Methode, das Abkochen. Abkochen ist die Wetter unabhängigste und zuverlässigste Methode um im Notfall alle Keime im Wasser ab zu töten. 15 Minuten volles kochen des Wassers und es sollte alles tot darin sein was euch ans Leder wollte. Aus diesem Grund sind Metalltrinkflaschen oder Metalltassen ihren leichteren Kunststoff äquivalenten klar vor zu ziehen. Die Fähigkeit ein Feuer zu machen ist hier wieder mal gefragt. Hat man nichts, was man ins Feuer stellen kann, so bleibt einem verletzendes noch die Möglichkeit mit Glut eine große Schale zu brennen und dort immer wieder heiße Steine aus dem Feuer in die mit Wasser gefüllte Glutschale zu legen bis es kocht und dann immer weiter Steine rein und raus, bis es 15 Minuten lang gekocht hat.

grüße,

Frank
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Das einzige was schwieriger ist als sich vorzubereiten,
ist nachher erklären zu müssen warum man es
nicht getan hat.

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Kürnbergbezwinger ;-)

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Samstag, 7. Januar 2012, 21:32

Hinzu kommt, und das halte ich gerade für Survival Situation für noch Wesentlicher, dass es gegen Cryptosporidium gar nicht und gegen Giardia nur wenig effektiv ist. Gerade der letztere Erreger kommt baer quasi auf der gesammten Nordhalbkugel in allen Gewässern vor in das ein Tier sich entleeren kann. Kaliumpermanganat, was immer wieder in Büchern und Videos zu finden ist, wird in der professionellen Wasseraufbereitung als nur leicht desinfizierend beschrieben und eher eingesetzt um die Mengen die anschließend an Clor eingesetzt werden zu verringern. Also in einer Notsituation wohl auch eher nur was nach dem Motto Besser als nichts.

Darum empfehle ich, wenn schon Chemie, dann das Zeug von Aquaventure. Wirkt auch bei Girardia und Cryptosporidium. Ansonsten bin ich ein alter Abkocher :)
Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos. (Loriot)
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Samstag, 7. Januar 2012, 22:19

Jetzt muss ich aber mal ein wenig Werbung in eigener Sache machen. Im Blog hier habe ich selber einen Betrag von mir zur Trinkwasseraufbereitung verfasst. Wahrscheinlich brauchte ich das gar nicht zu erwähnen, da ihr ihn alle schon gelesen habt :schäm .

Trinkwasser beim Aufenthalt in der Natur - Gefahren und Möglichkeiten der Aufbereitung

Zitat

Worin liegt eigentlich das Problem

Ist man längere Zeit draußen unterwegs, braucht man Trinkwasser. Zum einen muss man seinen eigenen Durst stillen, aber auch zum Kochen und für die Körperhygiene: vor allem fürs Zähneputzen benötigt man sauberes Wasser; für die "äußere" Reinigung ist in der Regel kein Trinkwasser nötig.


Der Trinkwasserverbrauch hängt dabei stark von der Aktivität, deren Dauer und dem Klima ab. Als durchschnittlichen Tagesverbrauch kann man so ca. 3 L pro Tag ansetzten. Aber Achtung, vor allem bei sehr warmem Klima kann sich dieser Wert drastisch erhöhen. Nicht enthalten ist hierbei Wasser zur äußeren Körperpflege und zum Waschen von Geschirr und Wäsche. In diesen Fällen kann man aber in der Regel auf ungereinigtes Wasser zurückgreifen.

Da 1 L Wasser nun mal 1 kg wiegt, erkennt man schnell, dass es bei Aktivitäten, bei denen man sich mit eigener Muskelkraft fortbewegt, kaum möglich, Wasser für mehr als einen Tag mitzunehmen - die Gewichtsbelastung würde einfach zu groß werden.


Man muss daher zwischendurch Nachfüllen. Je häufiger man das kann, umso weniger Wasser muss man im Schnitt tragen. Keine Gedanken um die Trinkwasseraufbereitung muss man sich dabei machen, wenn man auf schon gereinigtes Wasser zurückgreifen kann. Dies ist möglich, wenn man Zugriff auf die Trinkwasserinfrastruktur hat. Man kann hier bei privaten Haushalten oder Gaststätten fragen. Ein guter Tipp sind auch Friedhöfe, auf denen es in der Regel öffentliche Wasseranschlüsse gibt. Teilweise gibt es auch ausgewiesene Quellen mit Trinkwasserqualität. Hierfür muss man aber die örtlichen Gegebenheiten kennen. Zuletzt kann man Wasser auch in Geschäften kaufen.


Bei vielen Aktivitäten in der Natur kann oder will man aber nicht auf diese Quellen zurückgreifen und muss sich daher an natürliche Wasservorkommen halten. Diese können aber verunreinigt sein und die Gesundheit kurz- und langfristig beeinträchtigen. Da man dem Wasser, selbst wenn es klar und sauber scheint, nicht ansehen kann, was es enthält, gilt hier die Regel, dass man im Zweifelsfall immer aufarbeiten sollte.


Bevor wir auf die Methoden hierfür eingehen, sollte man sich erst mal über die verschieden Arten der Verunreinigungen und der davon ausgehenden Gefahren im Klaren sein.

Die akutesten Gefahren gehen hierbei von Krankheitserregern aus. Zum einen sind hier Lebewesen wie Einzeller und Bakterien zu nennen, die den Körper befallen können. Oft ist es hier eine Frage der Konzentration, ob wir von im Wasser enthaltenen Krankheitserregern krank werden. Vielen Keimen sind wir ständig in vielen Lebenslagen ausgesetzt. Ab einem gewissen Punkt ist unser Immunsystem überfordert und wir werden krank. Die kritische Konzentration hängt dabei vom jeweiligem Krankheitserreger an. Ähnliches trifft auch auf Viren zu, nur dass es sich hierbei um keine Lebewesen handelt, da sie keinen eigenen Stoffwechsel besitzen. Sie vermehren sich in den Körperzellen und zerstören diese dabei. Wichtig ist dabei zu wissen, dass sie im Vergleich zu Bakterien und Einzellern sehr klein sind. Während vor allem eine Belastung durch Bakterien quasi überall vorkommen kann, gibt es bei Viren starke regionale Unterschiede. In vielen Bereichen der Nordhalbkugel braucht man sich in der Regel keine Sorgen um Viren im Wasser zu machen. Die Auswirkungen einer Infektion hängen natürlich vom jeweiligen Keim ab. In den meisten Fällen äußert sich eine Erkrankung aber in Form von Durchfall. Dies sollte man trotzdem nicht auf die leichte Schulter nehmen. Im besten Fall ist die Freizeit verdorben, aber im schlimmsten Fall kann man durchaus an Durchfall sterben.


Vor allem in besiedelten Gebieten können gefährliche, künstlich hergestellte, organische Verunreinigungen im Wasser auftreten. Aber auch durch natürliche Quellen, wie Huminsäuren, Pflanzensäfte können organische Stoffe ins Wasser gelangen. Da es sich dabei um einen sehr weit gefassten Oberbegriff handelt, sind die Auswirkungen sehr unterschiedlich - von Geschmacks- oder Geruchsbelästigungen bis zu wirklichen Gesundheitsgefährdungen. Diese sind dabei meistens nicht akut, sondern langfristig bei chronischer Belastung relevant: Die prominenteste Beispiele sind hier vor allem Spritzmittelrückstände aus der Landwirtschaft und organische Lösungsmittel (u.a. Öle, Kraftstoffe). Ein Teil dieser Stoffe kann sich in die Körperfette einlagern, wo sie längere Zeit verbleiben können. Je mehr Stoffe sich im Laufe der Zeit anreichern und je schädlicher diese sind, um so größer wird die Gefahr für die Gesundheit. Stoffe aus natürlichen Quellen sind meistens für die Gesundheit nicht so relevant. Generell gilt: je besiedelter das Gebiet und je größer die Flüsse werden, umso mehr Stoffe reichern sich in den Gewässern an. Nicht zuletzt hat aber auch die Gesetzeslage und deren Durchsetzung in den Ländern große Auswirkungen auf die auftretenden Verunreinigungen.


Daneben kann Wasser noch durch unerwünschte anorganische Ionen und Gase verunreinigt sein. Dies ist in der Praxis aber selten relevant und es gibt keine bis kaum mobilen Methoden diesen beizukommen. Gase lassen sich in der Regel durch Kochen austreiben. Die einzigen Gase, die mir hier spontan einfallen wären Ammoniak und Schwefelwasserstoff. Sie treten quasi nie auf und falls doch würde man es riechen.


Also fassen wir zusammen: die Hauptgefahr geht von Keimen im Wasser aus, weil diese überall vorkommen können und die Auswirkungen akut sind. Viren sind in vielen Gebieten nicht so relevant. In stark besiedelten Gebieten kann unter Umständen die Entfernung von organischen Stoffen wünschenswert sein. Die Gefahren sind hier aber in der Regel langfristig, vor allem bei chronischer Exposition, zu sehen und meistens nicht akut.


Die Methoden zu Wasseraufarbeitung


Durch das Abkochen von Wasser werden Lebewesen und Viren funktionsunfähig gemacht. Sie stellen dann keine Gefahr mehr für den Organismus da. Unter normalem Druck reicht es aus, das Wasser aufzukochen (Joe Vogel) bis kurz Kochen zu lassen (Wikipedia 3min). Das in manchen Büchern empfohlene Kochen bis zu einer halben Stunde ist in den meisten Fällen wohl unnötig. Bei sehr niedrigem Druck auf Bergen kann etwas längeres Kochen nötig sein.


Vorteile:



Alle pathogenen Keime werden zerstört.

Kocht man auf dem Feuer, ist das Verfahren sehr leicht, da man nur einen feuerfesten Behälter benötigt.




Nachteile:



Greift man nicht auf örtliche Brennstoffe zurück, muss man diese mitführen. Das wird relativ schnell ziemlich schwer.

Das Verfahren ist relativ zeitaufwendig und vor allem beim Auffüllen der Wasservorräte während der Tour unpraktisch. Man muss erst ein Feuer / den Kocher entzünden und das Wasser ist erst trinkbar, wenn es abgekühlt ist.

Es werden keine Stoffe aus dem Wasser entfernt.




Kosten:

Abhängig von der verwendeten Brennstoffen.


Es gibt diverse chemische Präparate, die dem Wasser zugesetzt werden. Diese enthalten bei den gängigsten Mitteln auf Chlor basierende Oxidationsmittel, die die Krankheitserreger durch Oxidation zerstören. Es gibt sie als flüssige Lösungen und als Tabletten. Die Tabletten haben den Vorteil, dass sie länger gelagert werden können, die flüssigen Lösungen zersetzten sich mit der Zeit. Dafür sind sie günstiger. Die Mittel wirken sehr gut gegen Viren und Bakterien (Wirkzeit ca. halbe Stunde). Bei Einzellern ist die Wirkung nicht so gut. Hier ist eine wesentlich längere Einwirkzeit nötig (2 Std). Gegen einige Krankheitserreger vor allem aus dem sub- bis tropischen Bereich sind die Mittel auch wirkungslos.

Die Mittel enthalten meistens auch noch Silberionen, die das Wasser vor einer Neuverkeimung schützen. Es gibt auch Mittel, die nur Silberionen enthalten. Diese eignen sich aber nur zur Konservierung von sauberem Wasser und nicht zur Entkeimung. Weil jeweils nur eine Lösungszusammensetzung oder eine Tablettenart verwendet wird, nennt man diese Mittel Einkomponentensysteme.


Zweikomponentensysteme basieren auf stabilisiertem Chlordioxid, welches durch Zugabe einer zweiten Substanz aktiviert wird. Diese Mittel sind wirkungsvoller und schneller als die Einkomponentensysteme. Sie töten auch Krankheitserreger ab, gegen die die Einkomponentensysteme wirkungslos sind. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass kein bis kaum Chlorgeruch auftritt. Sie sollen auch einige organische Verunreinigungen oxidieren können. Nachteil ist der höhere Preis.


Ganz wichtig bei der Desinfektion von Wasser mit chemischen Mitteln ist die Abwesenheit von Schwebstoffen. Diese bestehen bzw. enthalten meistens organisches Material, dass auch oxidiert werden kann. Dadurch kann die effektive Konzentration der Mittel so weit abgesenkt werden, dass sie unwirksam werden.

Trübes Wasser muss somit zwingend vorgefiltert werden.


Vorteile:



Einfache Anwendung, wenn man nicht Vorfiltern muss.

Die zu entkeimende Wassermenge hat keinen Einfluss auf die Einwirkzeit der Mittel. Daher eignen sie sich besonders für große Mengen.

Geringe (Investitions-)Kosten (außer bei Chlordioxid und Tabletten).

Durch Silberionen wird das Wasser lagerbar (nicht bei Chlordioxid).

Geringes Transportgewicht.

Besonders Tabletten eignen sich gut als Backup, da sie leicht und klein sind und sich lange lagern lassen (5 Jahre).




Nachteile:



Einwirkdauer von 20min bis 2 Stunden je nach Mittel und Verunreinigung.

Chlorgeschmack und Geruch (nicht bei Mitteln aus Chlordioxidbasis). Es gibt aber Zusatzstoffe, die den Chlorgeruch entfernen sollen.

Optisch klares Wasser ist nötig, d.h. man braucht unter Umständen noch einen Vorfilter.

Es werden keine Stoffe aus dem Wasser entfernt.




Kosten:

Sind stark abhängig vom jeweiligem Mittel:

Tabletten: 17 Cent/L

Tropfen: 1.3 Cent/L

Chlordioxid: 14 Cent/L


Relativ neu auf dem Markt bei der mobilen Wasseraufbereitung sind UV-Handlampen. Diese zerstören die DNA aller Krankheitserreger im Wasser und machen sie somit unschädlich. Auch hier muss das Wasser klar sein. Das UV-Licht würde sonst von den Schwebstoffen absorbiert werden. Dann sind diese Geräte aber sehr sicher. Die Anwendung ist einfach: sie werden per Knopfdruck gestartet und unter Rühren ins Gefäß getaucht. Über eine Diode oder zwei Elektroden merkt das Gerät, wenn es im Wasser ist und schaltet die Lampe ein. UV-Licht ist zwar eigentlich schädlich für die Augen, doch das Licht wird an der Grenzschicht Wasser Luft reflektiert und gängige Materialien wie Plastik oder Flaschenglas sind nicht durchlässig. Vorgesehen sind diese Geräte für Behältergrößen bis 1 L. Die Entkeimung dauert dann 90 Sekunden und das Wasser ist sofort trinkbar. Betrieben werden die Geräte mit Lithiumbatterien oder NiMH-Akkus im AA Format. Bei Letztgenannten kann man auch Batterien verwenden, die aber meist, bis auf teure Lithiumbatterien in diesem Format, eine geringere Standzeit als Akkus besitzen. Je nach Modell reicht ein Akku- / Batteriesatz für 50 - 70 (4xAA) oder 140 l (2x Cr123). Die UV-Lampen sind für bis zu 8000L ausgelegt. Besonders bei Verwendung von Akkus sind die Kosten daher gering.


Vorteile:



Sehr einfache und unkomplizierte Anwendung.

Geringe Kosten aber erst mal hohe Investition.

Wasser kann sofort getrunken werden.

I.d.R. leichter als Filter.

Bei richtiger Anwendung sehr sicher.




Nachteile:



Elektronik kann kaputt gehen.

Abhängigkeit von Batterien/Akkus.

Optisch klares Wasser ist nötig, d.h. man braucht unter Umständen noch einen Vorfilter.

Es werden keine Stoffe aus dem Wasser entfernt.




Kosten:

Anschaffungspreis: 100-140 Euro (Steripen)

Bei Verwendung von Akkus: ca. 1.4 Cent/L


Wasserfilter sind sehr bewährte Systeme zur Wasseraufbereitung und besitzen noch mal völlig andere Eigenschaften als die schon vorgestellten Systeme. Sie besitzen einen Filterkern, der so kleine Poren (0.2 Mikron) besitzt, dass Bakterien, Einzeller und alles Größere aus dem Wasser gefiltert werden kann. Dadurch erhält man auch optisch sehr sauberes Wasser. Nicht gefiltert werden können Viren.

Es gibt Gravitationsfilter, bei denen das Wasser durch Schwerkraft durch den Filter läuft und Filter mit kleinen Handpumpen. Erstgenannte eignen sich vor allem für Lager, da das Wasser nur sehr langsam durch den Filter läuft (150 ml/min). Durch die Pumpe wird dies auf ca. 1L/min beschleunigt, wodurch sich diese Filter auch für Touren eignen. Das Wasser ist sofort trinkbar. Bei den Pumpfiltern wird das Wasser durch einen Schlauch angesaugt. Dadurch kann man auch sehr kleine, flache und versteckte Wasserquellen anzapfen. Als Filterelemente werden Keramik oder Glasfaserfilter eingesetzt. Die Filterung ist bei beiden gut. Die Leistung ist bei Glasfaserfiltern aufgrund der gefalteten größeren Oberfläche in der Regel höher. Der große Nachteil dieser Filter ist, dass sie, bei im Laufe der Zeit erfolgender unvermeidlicher Verschmutzung, kaum gereinigt werden können. Keramikfilter können sich auch zusetzten, durch die geringere Oberfläche meist sogar schneller. Dafür können sie durch Abbürsten der obersten Keramikschicht so lange wieder vollständig regeneriert werden, bis die Verschleißgrenze erreicht ist. Manchmal können die Schwebstoffe im Wasser so fein sein, dass man sie kaum erkennen kann und das Wasser für klar hält. Ein Filter ist in so einem Fall schnell mal zugesetzt. Für einen Keramikfilter ist dies kein Problem. Bei einem Glasfaserfilter bleibt einem nur der Austausch der kompletten Filterkerze übrig. Generell sollten bei stark schwebstoffhaltigem Wasser auch Vorfilter (wie Kaffeefilter) eingesetzt werden um den Filter zu schonen. Zusätzlich zum eigentlichen Filterelement besitzen mache Filter noch ein Aktivkohleeinsatz, mit dem diverse Stoffe aus dem Wasser entfernt werden können (s.u).

Neben all diesen Dingen muss ein Filter wie alle mechanischen Geräte gut und durchdacht konstruiert sein. Bei den bekannten Herstellern kann man davon ausgehen, dass sie in den meisten Fällen ihr Handwerk beherrschen.


Vorteile:



Bewährt und zuverlässig.

Hohe Kapazitäten von 2000 -50000L.

Wasser ist sofort trinkbar.

Teilweise integrierte Aktivkohle.

Schwebstoffe sind kein Problem für die Trinkwassersicherheit und werden aus dem Wasser gefiltert (zu Lasten der Lebensdauer des Filters).




Nachteile:



I.d.R schwerer als die anderen Systeme oder bei kleiner Bauform nicht so leistungsfähig.

Filtert keine Viren (wobei das in vielen Regionen kaum eine Rolle spielt).

Ein Filter muss regelmäßig gepflegt werden. D.h. nach der Tour gereinigt und vor allem getrocknet werden und vor allem nach längerem Einsatz desinfiziert oder abgekocht werden. Die Dichtungen sollen mit Silikonpflegemittel behandelt werden.




Kosten:

Anschaffungskosten: 80-300 Euro

Wasserkosten: Am besten schaut man sich hier mal die Auftragungen von Arthur von odoo.tv an http://forum.odoo.tv/members/arthur-albums-allgemeines.html


Aktivkohle kann keine Viren oder Bakterien filtern. Erstens sind die Poren dazu zu groß und zweitens wird fast bei allen Filtern Granulat eingesetzt. Eine Filterung, in dem Sinn wie man sie vom Kaffeefilter kennt, findet dabei gar nicht statt. Die Filterung mit Aktivkohle beruht darauf, dass gewisse Chemikalien von Aktivkohle adsorbiert werden, laienhaft ausgedrückt an ihr kleben bleiben.

Die Behauptung, Aktivkohle filtere alle Chemikalien aus dem Wasser, ist dabei falsch: sehr gut wasserlösliche Stoffe werden so gut wie gar nicht adsorbiert. Dies trifft z.B. auf viele leichte Metallionen, aber auch auf viele Dünger (Nitrat) zu.

Dennoch ist die Filterwirkung von Aktivkohle nicht zu unterschätzen. Nicht umsonst wird sie auch in der großtechnischen Wasseraufbereitung eingesetzt. Vor allem lassen sich mit ihr organische Stoffe wie Lösungsmittel (Öle, Kraftstoffe), Medikamenten- und Spritzmittelrückstände sowie die besonders gefährlichen chlorierten Kohlenwasserstoffe aus dem Wasser holen. Auch viele Stoffe natürlichen Ursprungs, die sich vor allem auf Geschmack und Geruch des Wassers auswirken, können entfernt werden. Vor allem in der Nähe von konventioneller Landwirtschaft und menschlichen Ansiedlungen macht Aktivkohle daher durchaus Sinn. Hierbei muss immer im Hinterkopf behalten werden wie Aktivkohle wirkt: sie nimmt die Stoffe auf und hält sie fest. Je stärker die Kohle mit Stoffen belegt ist, umso mehr nimmt die Aufnahmeleistung ab. Teilweise liest man, dass ein Stoff von einem anderem verdrängt werden kann. Dies kann in der Tat passieren, aber nur wenn die Aktivkohle in den Bereich der Sättigung gelangt. Solange noch "genug Platz" in der Aktivkohle ist, können auch verschiedene Stoffe nebeneinander aufgenommen werden. Irgendwann muss die Aktivkohle gewechselt werden. Dies hängt stark vom gefiltertem Wasser ab. Bei Filtern mit sehr hoher Lebensdauer müssen Aktivkohle und Filterelement zwangsläufig unabhängig voneinander sein, während bei Filtern mit kleinerer Lebensdauer die Elemente, wenn sie in Größe und Kapazität aufeinander abgestimmt sind, auch kombiniert sein können. Aktivkohle filtert Schadstoffe übrigens wesentlich besser als normale Holzkohle. Durch spezielle Herstellungsverfahren wird die innere Oberfläche extrem vergrößtert (4g haben die Oberfläche von einem Fußballfeld!), sodass man eine wesentlich größere Menge normaler Holzkohle bräuchte, um den gleichen Effekt zu erzielen.

Da bei einem Aktivkohlefilter das Wasser im Grund nur an der gekörnten Aktivkohle vorbeifließt, kann man so einen Filter auch sehr einfach in andere Methoden und Filter ohne inneren Aktivkohlefilter nachrüsten. Nur darf die Durchflussgeschwindigkeit nicht zu groß sein, da dies sonst auf Kosten der Filterwirkung geht.


(ich habe mir erlaubten Deinen wirklich guten Text hier noch mal hier einzufügen, WildHog)

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Sonntag, 8. Januar 2012, 13:19

Ich hab eine Anregung für den Umgang mit Tabletten zur Desinfektion kleiner/ "ungerader" Wassermengen:

Und hier haben wir auch schon das erste Problem. Kleinere Flaschen als 1 ltr Flaschen lassen sich nicht sicher damit behandeln. Die Tabletten sind so klein, das ein zuverlässiges teilen in 2 Teile nicht sicher zu bewerkstelligen ist. Ebenso ist es schwierig mit 1,5ltr Flaschen, wieder wegen der kleinen Tabletten.

Anstatt, die Tabletten für diese Wassermengen zu halbieren/ dritteln etc., kann man die Tablette in einem kleinen Fläschchen (10 ml) oder auch einfach im Kaffeebecher (oder was auch immer zur Hand ist), auflösen. Danach ist es problemlos möglich, diese Lösung inkl. der aktiven Bestandteile zu teilen und auch kleinere Flaschen zu desinfizieren...

VG Christian :)

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Sonntag, 8. Januar 2012, 13:48

Statt der Tabletten kann man auch eine Lösung kaufen. Diese hält sich zwar nicht solange wie die Tabletten, ist dafür aber viel günstiger.

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Sonntag, 8. Januar 2012, 14:12

Ein paar Fakten zu Giardien:

Infektion
- Giardien kommen weltweit vor.
- Die Infektion erfolgt v.a. durch die Aufnahme von kontaminiertem Wasser.
- Die Aufnahme von Giardien bzw. deren Zysten führt nicht zwangsläufig zur Erkrankung (Abtötung durch Magensäure = Abwehrschild).
- Nach der Infektion vergehen ca. 1 bis 2 Wochen zum Auftreten von Symptomen (= Inkubationszeit).
- Der Erreger ist resistent gegen die meisten chem. Desinfektionsmittel, wird aber inaktiviert ab 60 °C.

Krankheit

- Symptome entstehen durch Entzündungsprozesse im Dünndarm (selten Gallenwege/ -blase).
- Die Infektion kann symptomlos verlaufen, meist kommt es jedoch zu folgenden Symptomen:
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
- Evtl. bestehen danach leichtere Beeinträchtigungen (Blähungen, Stuhlveränderungen).

Folgen

- Die Erkrankung hat meist einen guten Verlauf mit günstiger Prognose.
- In der Regel bilden sich die Symptome nach 2 bis 3 Wochen zurück.
- Auch ohne Behandlung erlöschen die meisten Infektionen mit Giardien innerhalb von einigen Monaten (selten Jahren).
- Komplikationen betreffen meist Kinder und Abwehrschwache (Mangelernährung = Darm kann durch die chronische Entzündung nicht mehr ausreichend Nährstoffe aufnehmen).
- Therapie erfolgt mit Antibiotika.


FAZIT

Der Organismus ist durch das Immunsystem (hier: Magensäure) zum Teil gegen den Erreger geschützt. Da prinzipiell bei jeder echten Notsituation (durch Stress, Verletzungen, Nahrungsmangel etc.) eine Schwächung des Immunsystems zu erwarten ist, sind betroffene Personen/ Opfer anfälliger für eine Infektion...

Die Erkrankung ist in kurzfristige Survival-Not-Situationen zu vernachlässigen (= keine Symptome in der Inkubationszeit). Bei längeren Aufenthalten in der Wildnis kommt man jedoch auch in Europa nicht darum herum, Trinkwasser auf mind. 60 °C zu erhitzen (oder Desinfektionsmittel wie Aquaventure (vgl. Aussage von GO!) zu benutzen)... :hobo

VG Christian :)

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Sonntag, 8. Januar 2012, 20:40

Hab grade kein Mikropur mehr im Haus ! Deshalb bevor ich einkaufe meine Frage - hilft Aqaventure besser gegen Girardia und Cryptosporidium ?
Kenne eig. nur Romin und Mikropur forte( und das Killt ja GiardiaZysten).
"Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern!
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