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  • »Blumenstein« ist der Autor dieses Themas

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Donnerstag, 31. Mai 2018, 01:24

Erfahrungsbericht zum High Peak Minilite

Wie der Titel schon aussagt möchte ich hier meine Erfahrungen mit oben genannten Zelt mit euch teilen, wir hatten einen ruppigen Start aber davon lass ich mich nicht ausbremsen.!


Zum Grundgedanke:

Ich arbeite als Forstwirt wie die Berufsbezeichnung erahnen lässt, nun mal den gesamten Tag draußen. Wenn ich an einen Arbeitstag aber auch noch einen Abendansitz, oder gleich bis zum nächsten Morgen draußen bleiben möchte, muss eine Unterkunft her! Soweit so gut.....

Das Problem:

Ich bin chronisch geizig, sowohl mit der Zeit zum Aufbau eines Nachtlagers, als auch mit der Anschaffung meiner Ausrüstung, was logischerweise immer irgendwo darin gipfelt das ich dann mal eben in eine unerwünscht unangenehme Situation gerate. Klarer Fall, Selbst schuld.! Ein gut aufgebautes Tarp würde sicherlich all meinen Ansprüchen genügen, wenn da nicht die Krux mit der Zeit wäre..... Aber nun zurück zum Wesentlichen.

Das Zelt:

-Das High Peak Minilite ist ein Zelt in der typischen Giebeldachform
-Platz für 2 Personen
-Fest angebrachter Boden
-sehr kleines Packmaß( 35x13x6,5)
-Sehr kleines Zubehörset beeinhaltend (6 Heringe, Spannschnur, Zwei faltbare Fieberglasstangen)
-Mückennetz am Eingang
-Eingang ist mit Reißverschluss schließbar
-Zwei Ventilationsöffnungen
- Wassersäule 1000mm

Der Test:

Meine Schwiegereltern haben sich ein kleines Haus im Grünen gekauft welches sie nun wieder herrichten, aufgrund schwerer anfallender Arbeiten die mein Schwiegervater nicht allein bewältigen konnte, wurden kurzerhand der Schwiegersohn samt Tochter angefordert. Da aber der Altbau noch nass, und das gesamte Gebäude
weder beheizt noch gut durchlüftet sind, fiel die Übernachtung direkt wieder auf ein Biwak im Garten zurück.

Wie oben beschrieben, bin ich geizig, aber meine Frau ist in mancherlei Hinsicht noch etwas schlimmer. So beschloss sie, da wir ja erst vor kurzen ein neues 2 Mann Zelt gekauft haben, dies testen zu wollen. Gesagt, Getan.....
Jeder Einwand das es vielleicht etwas zu eng sein könnte wurde abgetan mit ,,Im Notfall müsste es auch reichen"
Wo sie recht hat, hat sie recht.
Also raus mit dem kleinen Blauen, die Plane aufgefaltet, die Stangen ausgeklappt und die Schnüre gespannt. Zu guter letzt wurden die vier Ecken mit den Heringen abgesteckt.
Machte soweit ein soliden Eindruck!
Schlafsäcke rein und Probe liegen. Das war die erste Zirkusnummer, meine 193 cm mussten mit den Füßen voran ins Zelt gehievt werden, wobei mir das erste mal der Gedanke kam wie angenehm das Aufstehen sein musste, wenn man morgens auf die Taunasse Wiese heraus ,,gleitet". Meine Frau tat es mir nach um sich dann so elegant wie möglich in die Dackelgarage zu begeben. Nicht das ,,Ritz" aber für eine Nacht sollte es reichen dachte ich .....

Der Arbeitstag neigte sich dem Ende, und die erste Nacht im neuen Zelt konnte beginnen.Was auf trockener Wiese mit Schuhen an schon schwer fiel war auf der taunassen Wiese auf einmal ein gar ungewöhnlicher Ausdruckstanz, allein das in den Schlafsack einschliefen, und die endgültige einnahme einer Ruheposition dauerten ca 20 min. Das Verschließen des Reißverschlusses glich aus dem Schlafsack heraus über Kopf wie ein Gewaltakt, wie die Geräschkulisse hierbei ausfiel möchte ich mir nicht ausmalen. Weitere 20 Minuten später war es geschafft, ich schlief den Schlaf der gerechten, bis ca 3:00 als mein Hund, der wohlgemerkt auf unseren Beinen lag, einen am Zelt vorbeihuschenden Marder anknurrte. Durch diese Geräuschkulisse geweckt und erschrocken fuhr ich hoch, nur um im Schlaftrunkenen Zustand in die Klatschnassen Zeltwände einzuschlagen. Ein griff an den Schlafsack zeigte das alles durch Kondensierten Atem klatschnass war. Die Ventilationsöffnungen sind nicht für drei Körper ausgelegt wie wir da erfuhren.

Kurzerhand raus aus dem Schlafsack, und raus aus dem Zelt, was jetzt mehr Höhlencharakter hatte, und ab ans Lagerfeuer, worauf wir uns ein paar Stunden zuvor unser Abendbrot zubereitet haben. Einen Tee später lag unsere Ausrüstung zum Trocknen verteilt ums Lagerfeuer, und wir legten uns in unseren bereits Trockenen Sachen neben dem Feuer zum schlafen. :biwak :lagerfeuer :biwak



Mein Fazit:

Die Öffnungen kommen mit 2-3 atmenden Körpern definitiv nicht klar, darum beim nächsten Einsatz den Eingang nich ganz zuziehen. Eine Einmann Nutzung dieses Zeltes gewährleistet genug Platz für den Reisenden und seine Ausrüstung, und sollte auch vom Kondens nciht so schlimm werden.
Das Packmaß und das Gewicht sind super angenehm und für ein kleinen Overnighter definitiv zu gebrauchen. Die Imprägnierung wird definitiv zu verbessern sein.


Ich hoffe es war mindestens genauso Informativ wie unterhaltsam, für weitere Fragen, Anregungen und Kritik steh ich gerne gerade !

MFG Euer Blumenstein :winken

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Donnerstag, 31. Mai 2018, 07:05

Moin und danke für die Lebhafte Beschreibung deines Erlebnis. Dein Schreibstil gefällt mir am frühen morgen recht gut. :lol

Aber ich muss dir in einem Wiedersprechen...in der Zeit die du brauchst ein Zelt (chen) aufzubauen, kann man sich auch eine Unterkunft aus einem Tarp bauen. Ob nun Lean to oder nen Diamondshelter oder welche Form man auch immer bevorzugt. :tarp
Ich glaube dein Zeitgeiz ist da nicht so ausschlaggebend da sich das nichts tut mit etwas Übung.

Gruß Pat

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Das Eichhörnchen aus der Hölle

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Donnerstag, 31. Mai 2018, 11:05

:lol Ja so ein ähnliches hatte ich auch mal.

So lange man den den Eingang nur mit dem Mückennetz verschließt ist das mit dem Kondenswasser auch kein Thema. Auch in größeren Doppelwandzelten der ein bis zwei Personenklasse fühlt man sich, bei verschlossenen Öffnungen, morgens immer etwas klamm und feucht. Wenn man zu zweit drin schläft hat man da schnell mal eine Sauna. Das liegt einfach in der Natur der Sache und ist auch bei weitaus teureren Zelten so.
Ich befürchte allerdings, dass die 1000mm Wassersäule nicht lange dicht halten. Das ulkige bei den meisten Billigzelten ist, dass der Boden meist wasserdicht ist, das Obermaterial und die Nähte jedoch nicht. Dies führt dummer weise dazu, dass sich das Zelt bei längerem Regen in eine überdachte Badewanne verwandelt.
Ein Kilo Gewicht finde ich für so ein kleines Ding auch ein bisschen viel.... Aber gut für ´nen Zwanni.

Der Trick beim Tarp aufstellen liegt darin, sich anzugewöhnen immer die gleiche und möglichst schlichte Aufbauvariante zu wählen. Wenn man sich dahingehend etwas diszipliniert verringert sich die tarptypische Bastelorgie auf ein erträgliches Maß. :tarp

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