Sie sind nicht angemeldet.

  • »Avianer« ist der Autor dieses Themas

Registrierungsdatum: 16. März 2018

Danksagungen: 5 / 0

  • Nachricht senden

1

Sonntag, 18. März 2018, 15:33

Desinfektion der Ausrüstung

Hallo,

habt ihr Tipps zur Desinfektion der Ausrüstung? Ich habe beispielsweise einen Wander-Rucksack, der knapp 10 Jahre eingemottet war und nun sehr muffig riecht. Ich kann ihn natürlich mit z.B. Sagrotan-Spray desinfizieren, aber habt ihr noch andere Tipps dafür? Darüber hinaus frage ich mich: Wie macht ihr Eure Ausrüstung nach der Tour sauber (Desinfektion)?

Beste Grüße
Avianer

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2011

Wohnort: Gau-Algesheim

Danksagungen: 2324 / 2521

  • Nachricht senden

2

Sonntag, 18. März 2018, 16:52

Hallo Avianer,
das Thema Desinfektion spielt bei mir und meinen Ausrüstungsdingen in der Regel überhaupt keine Rolle. Ich passe auf, dass ich meinen Rucksack nicht in irgendwelche Tierkacke stelle und ich mich auch dort nicht hineinsetze und das war´s schon. Jeder weitere Gedanke an Keime, die ich mir in die Ausrüstung eintragen könnte, sähe ich als übertrieben an.
Ich bin davon überzeugt, dass man stets mit Keimen, die in der Natur vorkommen, in gewissem Kontakt sein sollte, damit die Immunabwehr immer auf dem Laufenden bleibt!
Und ebenso wichtig ist es, dass man keine Bakteriophobie entwickelt, indem man zu oft daran denkt, was alles um einen herum verkeimt sein könnte.
Gerade in unserem Hobby, was sehr bodennah stattfindet, sind solche Ängste vor Keimen völlig fehl am Platz. Also möglichst die Grübelei in diese Richtung abschalten!
Ausnahme: Entkeimung von Wasser durch Filtern oder Abkochen!

Dem muffigen Geruch aus deinem Rucksack z.B. brauchst du nicht mit Chemiekeulen wie Sagrotan entgegnen, den Rucksack sollte man zuerst ausgiebig an die frischen Luft hängen, und wenn das nicht reicht, vielleicht einmal mit einem Schwamm mit Essigwasser abreiben und noch mal lüften.

Zur Reinigung meiner Ausrüstung kann ich sagen, dass ich nur das grob sauber mache, was wirklich dreckig geworden ist, und auch da meist nur den direkten Dreck abbürste, wenn er getrocknet ist. Die Outdoorklamotten wasche ich dementsprechend selten. Aber wenn ein Wochenende am Lagerfeuer gewesen ist, muss ich doch schon den Kram in die Waschmaschine stecken, der Sozialverträglichkeit wegen! :D

LG Parzival :kellykettle

Es haben sich bereits 5 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

outdoorfriend (18.03.2018), Nick-M (18.03.2018), smeagol (19.03.2018), DCT996 (19.03.2018), Guruthos (24.03.2018)

smeagol

Wandersmann

Registrierungsdatum: 5. Dezember 2011

Wohnort: Wuppertal

Hobbys: "Draußen" sein!

Danksagungen: 1917 / 2657

  • Nachricht senden

3

Montag, 19. März 2018, 15:25

Parsival hat im Prinzip alles Wesentliche gesagt.

Ich wüsste beim besten Willen nicht, warum ich meine Ausrüstung "desinfizieren" sollte.

Es gibt nur eine Ausnahme, weshalb ich "draußen" Desinfektionsmittel benutze. Nach dem Spatengang, insbesondere wenn man keine Möglichkeit hat, sich die Finger mit Wasser und Seife zu säubern. Ein Minifläschchen Sargotan oder gleichartige Produkte machen den Rucksack nicht viel schwerer.
"Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

benbushcraft

Administrator

Registrierungsdatum: 28. Januar 2012

Wohnort: Kaiserslautern

Hobbys: Waldläufer und -streuner

Youtube:

Danksagungen: 1559 / 1844

  • Nachricht senden

4

Donnerstag, 22. März 2018, 08:48

den Rucksack sollte man zuerst ausgiebig an die frischen Luft hängen

Das ist allgemeingültig. Luft und Tageslicht reduziert viele Keime, die diesen Umwelteinflüssen nicht standhalten können. Bei schwerer Verschmutzung und Fettfilm muss gespült werden, da hilft lüften natürlich nichts.

Liegen keine gesundheitlichen Gründe vor, ist die Allzweckwaffe für Hygiene für mich das Waschen und Abwaschen mit Seife. Wichtig ist hier das schnelle Trocken und Abtrocknen. Die Temperatur ist im Übrigen nicht ausschlaggebend für die Reduzierung der Keime. Sondern die Dauer des Waschgangs. Viele Textilien verzeihen hohe Temperaturen nicht daher nur lauwarm oder kalt waschen.

Zu deinem Rucksack empfehle ich dir daher Lüften bis er nicht mehr oder weniger muffig ist, waschen mit Seife, trocknen (sollte er noch muffig sein weiter lüften) und dann pflegen. Das hat sich bei mir bewährt.

Die Pflege hängt von dem Material ab.
  • Bei Kunststoff Kunststoffpflege aus dem Autobereich. Klingt komisch, aber das hat sich bei mir bewährt.
  • Bei Lederteilen Lederfett.
  • Bei Baumwolle Sprühimprägnierung oder Wachs z.B. Fjäll Scuzzlebud´s Grünlandwachs


Ich hatte einen Rucksack aus Armeebeständen, aus den 60er Jahren und der hat gestunken wie sonst nichts. Das war sehr ernüchternd. Ich habe den dann tagelang gelüftet dann gewaschen und er roch immer noch. Dann habe ich ihn wieder gelüftet und der Geruch verflog rasch. Das habe ich dann mit allen muffigen Sachen gemacht, die ich so erworben habe.

Einen Erfahrungsbericht deinerseits würde mich interessieren.
LG,
Benedikt

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Mittagsfrost (22.03.2018), Skuzzlebud (22.03.2018)

Lederstrumpf

facit omnia voluntas

Danksagungen: 1141 / 1079

  • Nachricht senden

5

Donnerstag, 22. März 2018, 09:37

Desinfizieren tu ich meine Ausrüstung nicht. Ich schaue, dass sie einigermaßen sauber bleibt, auch unterwegs, denn man sollte die Ausrüstung, die einen durch die Natur trägt und einen unterstützt mit der nötigen Würde behandeln. Auf Treffen an den Kofferraum stiefeln und einen neuen Pappteller aus dem 100er-Pack ziehen ist nicht bushcraft.

Ich hatte auch mal so einen Fall mit extremem "Kellergeruch" und sogar schon Stockflecken(alter Jägerrucksack).
Geholfen hat schlußendlich nur ein zweitägiges Bad in der Wanne mit handelsüblichem Waschmittel und eine anschließende Ozonbehandlung beim Kfz-Aufbereiter meines Vertrauens.

Diese nutzen Ozongeneratoren zur Innenraumbehandlung von Raucherautos. Sehr sehr wirkungsvoll. Der Rucksack kam völlig geruchlos aus der Behandlung. ...und dank Ozon auch keimfrei... ;) !

Frag doch einfach mal beim Aufbereiter um die Ecke, ob er bei der nächsten Reinigungsaktion Deine Teile mit ins Auto legt. Hinterher allerdings gut lüften. Der Reinigungsprozess mittels Ozon kann Spaltprodukte aus Nikotinrückständen freisetzen, die ungesund sind, sich aber sehr schnell an der Luft verflüchtigen.

Viel Erfolg...aber geh von dem "Desinfektionsgedanke" weg. Die Werbung mag uns suggerieren, dass wir das Kinderzimmer samt -spielzeug, die Küche, das Bad, die Hände, die Schuhe, die Toilette und noch die Wäsche desinfizieren müssten. Völliger Bullshit! Wir desinfizieren uns zu tode.
Es gibt einen Unterschied zwischen Sauberkeit/Hygiene und Sterilität! Ebenso unsere allgemeine "Impfsucht"...aber das ist ein anderes Thema!


LG

Lederstrumpf :gewehr
__________________________________________________________________________________________________________
Wer immer mit der Herde geht, kann nur den Ärschen folgen!

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

benbushcraft (23.03.2018)

Ähnliche Themen

Social Bookmarks