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Nick-M

der Blaue

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Sonntag, 17. Mai 2015, 13:59

3x3m Baumwolltarp - Oilskin

... Nun hängt es im Garten meiner Schwiegereltern zum trocknen. Mit etwas Glück ist es bis Mengerschied gut genug zum Mitnehmen und Vorzeigen.

BILD

Als ich mich letztes Jahr entschieden habe, mehr in die Natur zu gehen, und auch eine Weile dort zu bleiben, musste ich mich erstmal Grundlegend über das Thema informieren. Das Internet, besonders dieses Forum, Youtube und andere Seiten waren da sehr hilfreich. Eine der ersten entscheidungen war es, mit enem Tarp unterwegs zu sein. Klein, felxibel und dazu noch die ungünstige Gesetzeslage beim Zelt waren für mich die Hauptargumente. Jetzt hatte ich aber in verschiedenen Quellen gehört/gelesen, ein Synthetik-Tarp ist sehr anfällig bei Funkenflug, dafür aber leichter und kostengünstiger als BW-Tarps. Auch was die Wasserdichte angeht, liegen die Synthetik-Tarps vorne. Während ich also weiter darüber nachdachte, was für mich die bessere Alternative sein könnte, bin ich auf Hersteller in Amerika gestoßen, die ihre Tarps aus 100%BW und mit Leinöl imprägnieren und dann auf Videos von Leuten, die das auch noch selber gemacht haben. Sah gar nicht so kompliziert aus. So habe ich dann geprüft, ob ich auch an die nötigen Materialien komme. Tatsächlich war das kein Problem. Jetzt habe ich viele Videos über das Nähen angesehen, mir einen Plan gemacht, die Material-Liste zusammengestellt und die Kosten ermittelt. Preislich ( ohne Arbeitsstunden ) geht mein Tarp etwas mit dem Tatonka BW-Misch Tarp auf - nicht auf den einzel Euro schaen. Normalerweise verflüchtigen sich meine Spinnereien, sobald ich die Durchführbarkeit geprüft habe, und ich denke über neue Pläne nach. Nicht diesesmal. Ich habe in der Verwandschaft um Hilfe gefragt. Meine Schwägerin hatte nch eine Nähmaschine im Keller und meine Schwiegermutter, die was vom Nähen versteht, wollte mir mit Rat und Tat (und einer 2.en Nähmaschine) zur Seite stehen.

Hier sie Einkaufsliste :

10m Baumwollstoff ( Roh ), mittlere Dichte 160cm Breit ( läuft beim ersten Waschen ein !! )
4 Packungen Färbemittel ( oliv )
eine Rolle Nylongurtband 1,5cm
20 D-Ringe
2x 200m Garn ( hätte besser 3x genommen ging sehr knapp aus )
2l Leinölfirnis (gibt es in jedem Baumarkt)
1l Terpentin-Öl ( nicht Terpentinersatz !!! nicht überall erhältlich. Internet oder Künstlerbedarf, ggf Apotheke)

Falls sich jemand zu einem ähnlichen Projekt entschliesst, kann ich gerne meine Bezugsquellen per PM durchgeben.

1. Den Stoff färben
Hier kommt es gleich zu den ersten Schwierigkeiten. 10x1,6m sprengt die Kapazität fast jeder Haushaltswaschmaschine. Den Stoff vor dem Färben zu zerteilen ist ebenfalls nicht so toll, da der Stoff noch einläuft und man so nicht vorhersehen kann, wie sich die einzelenen Stoffstücke entwickeln. Ich habe mich entschieden trotz der Menge alles auf einmal in die Maschine zugben. Und gleich das nächste Problem. Für den Stoff benötigte ich 4 Packungen Färbemittel, um ein einigermassen akzeptable Oliv zu bekommen. Besser wären wohl 5 oder 6 Packungen. Jetzt darf man aber lt. Hersteller nur maximal 3 Packungen auf einmal verwenden. Also habe ich mich dazu entschlossen den Färbevorgang in 2 Durchläufen zu machen. Da bei Verwendung von nur einer Packung ein weiterer Beutel Färbesalz benötigt wird (den ich nicht hatte), habe ich 2x mit je 2 Packungen Farbe gefärbt. Es wurde empfohlen, mit möglichst viel Wasser zu färben. Alle Wassersparprogramme abschalten !! Ich habe zusätzlich noch einige Liter Wasser durch den Waschmittelschacht nachgeschüttet. Das beseitig dann auch noch die Farbreste.

Vor dem Färben



nach dem Färben



trocknen durch bügeln




Hier zeigt sich deutlich, die Maschine war den Stoffmassen nicht gewachsen. Die Farbe konnte sich nicht gleichmässig verteilen, bzw. durch die vielen Knicke ist es sehr streifig geworden. Wenn es ein Kleid geworden wäre, ein echtes Problem, in meinem Fall aber nicht. Ich denke die se Unregelmäßigkeiten, werden das Tarp nur noch besser mit der Natur verschmelzen lassen. Beim Färben ist der Stoff, wie zu erwarten war, eingelaufen. Der Vorteil - ab jetzt wir er seine Größe halten. Man kann auch Stoff bekommen, der bereits vorgewascen ist und nicht weiter einläuft, da ich aber sowieso färben wollte, war das nur ein Arbeitsgang.

2. Zuschnitt

Das Tarp besteht aus 2 Bahnen. Wenn das Tarp als Satteldach aufgebaut würde, wäre die Naht der Dachfirst. Für die Naht, und die Umschläge an den Außenkanten, muss entsprechender Überstand eingeplant werden. Wir haben den Stoff glatt auf dem Boden ausgelegt und vermessen. Dann die Einzelbahnen abgeschnitten.





Die ursprünglichen 10m waren sehr gut bemessen gewesen. Es blieb ein deutlicher Rest über. Etwas Rest ist in jedem Fall erforderlich !! Daraus macht mach die Verstärkungen für die Ösen.

Der Gewaschene Stoff ist leider in keinem Fall mit einer Holz-, oder Metallplatte zu vergleichen. Er ist ja nicht gleichmässig eingelaufen. Die Seiten sind also wellig und er Stoff mal mehr und mal weniger elastisch. Das mach das Vermessen sehr schwierig. Hier muss man irgenwann einfach entscheiden einen Schnitt zu machen. Wenn die Zweifel zu groß sind, einfach noch 5cm mehr einplanen, dann wir es schon passen. Kleinerschneiden kann man später immer, Verlängern leider nicht.

3. Nähen

Die beiden Bahnen wurden mit einer 5cm breiten Kappnaht verbunden. Die Außenkanten doppelt umgeschlagen und 2-Fach abgesteppt.







Aus dem Stoffrest habe ich für alle Stellen, an denen später die Abspann-Schlaufen angenäht werden sollen, verstärkungen genäht.


4. Schlaufen annähen



Die Schlaufen bestehen aus 1,5cm Nylongurt mit D-Ring. Beid der Anornung habe ich mich vom DD 3x3 Tarp inspirieren lassen ( ich habe es gnadenlos kopiert ).



Ich habe noch eine zusätzliche kleine Schlufe auf der Innenseite angebracht. Hier kann man z.B. eine Kleine Lampe anhängen.



Probeaufbau an der Wäscheleine, noch ungeölt


5. Einölen

Ich habe mich dazu entschieden, das Tarp in einer Wäscheschüssel zu ölen. Nehmt keine Schüssel, die ihr noch aktiv im Haushalt nutzt, es werden Reste des Öls zurückbleiben. ca. 2l Leinölfirnis habe ich mit 0,5-0,7l Terpentinöl in der Schüssel vermischt und dann das Tarp eingetaucht. Das ölen ist harte Arbeit! Man muss das Stoffbündl wie einen Hefeteig durchkneten und immer wieder wenden und ganz neu in die Schüssel packen, um das Öl gleichmäßig zu verteilen. Das Terpentinöl dient dazu, das Leinöl flüssiger zu machen. So dringt es besser in die Fasern ein und verteilt sich schneller.













Am Ende habe ich einen großen Müllsach aufgeschnitten und als Plane ausgelegt. Darauf habe ich das tarp sauber zusammengefaltet und eng eingerollt. DIeses Paket habe ich nacheinander in 4 Plastikbeutel gesteckt. Immer so, das die Öffnung des letzten Beutels innen im neunen Beutel ist. Ich war mir nicht sicher, ob das Öl auch gut verteilt war. So verpackt habe ich das Tarp eine Woche liegen gelassen und 1x pro Tag gewendet. So konnte das Öl in aller Ruhe durch die Fasern ziehen. Wie eingangs erwähnt, hängt das Tarp jetzt zum Trocknen. Das Terpentinöl wird verdampfen und das Leinöl trocknet. Das kann meherere Wochen oder sogar Monate dauern. Das hängt von en Wetterverhältnissen ab. Wer statt Leinöl-Firnis reines Leinöl verwendet, wird ebenfalls mit einer längeren Trocknungszeit rechnen müssen. Leinölfirnis ist aufgekochtes Leinöl mit Sikkativen beigemischt, die eine schnellere Abtrockung verursachen.

Speziell die Nähte machen mir noch Sorgen. Sollten diese nicht dicht sein, werde ich sie mit einer Paste aus Bienewachs, Leinöl und Terpentinöl nachbearbeiten.


Hier noch ein paar technische Daten :

Größe : ca. 3x3m
Gewicht : ungeölt +3kg, geölt : noch nicht bekannt
Abspannpunkte : 19 +1 innen

Es war eine Menge Arbeit, und viel Neuland. Prinzipiel ging es mir hauptsächlich darum, zu sehen ob es funktioniert. Besonders die die Impränierung mit dem Leinöl. Früher hatten die Seelete Kleidung aus Stoffen, die mit Leinöl getränkt waren ( daher der Name Ölzeug ). Ich mag es , wenn Dinge simpel gehalten werden.
Sicherlich ist es kein Ultraleicht-Produkt und für meine Wanderungen habe ich mir inzwischen das DD 3x3 angeschafft. Ich denke aber, ich werde trotzdem viele Gelegenheiten haben, es mal zu benutzen.

Gerne stehe ich euch für weitere Informationen zur Verfügung. Falls ihr mal soetwas vorhabt, fragt mich gerne vorher. Ihr müsst meine Fehler nicht wiederholen, und ich habe einige gemacht.

Der Stoffrecht ist noch so groß, das ich bereits ein Oilskin-Poncho plane. Das wird aber noch auf sich warten lassen.

viele Grüße
Nick

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Nick-M

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Sonntag, 17. Mai 2015, 14:10

kann mir jemand mit den Bildern helfen? Warum werden die nicht angezeigt?

Danke
Nick

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Sonntag, 17. Mai 2015, 19:40

liest sich toll, der bericht ! Konnte mir im kopf alle schritte gut vorstellen !
LG
Thomas
^^

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Dreamcatcher (18.05.2015)

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Sonntag, 17. Mai 2015, 20:03

Vielleicht hilft diese Anleitung Klick

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Nick-M (17.05.2015)

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Sonntag, 17. Mai 2015, 20:13

wird sofort versucht

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Sonntag, 17. Mai 2015, 23:05

Hey Nick,
Super Thema. Ich bin grade noch am überlegen welche Art von Plane/Tarp ich mir zulegen will. Fürs Treffen werd ich ein Zelt mitbringen aber für künftige Waldübernachtungen wäre wohl eine leichtere kleinere Alternative ganz gut.

Leicht is jedoch deine Variante nicht grade oder? und glaubst du denn, dass 3x3 m notwendig sind? Wie gesagt ich lag noch nie unter ner Plane, daher keinen Schimmer.

Was du da genäht hast ist auf jeden Fall Klasse und vielen Dank, dass du uns teilhaben lässt!

Gruß,
Rsj
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Montag, 18. Mai 2015, 08:54

Als MYOG Projekt klasse.

Vom praktischen Nutzen her, so sehr ich Naturfasern auch mag; einfach overkill. Bei 3x3 m und Baumwollkörper, dazu noch mit Oilskin wirst Du im Endeffekt auf etwa 4,5 kg kommen. Hättest Du Segeltuch genommen, wäre es nochmal schwerer geworden. Wenn man zu Fuss unterwegs ist, schlichtweg zuviel.
Als Plane /Bedachung für ein Semi-permanentes Lager sicherlich eine gute Idee, für Transportables, wohl eher weniger...

@RSJabber
Wenn Du nochnicht weisst was für ein Tarp Du Dir zulegen willst (ich weiss nicht welche Grösse Du bevorzugst), Schau Dir doch mal die britischen DPM/DDPM Bashas an.
Die gibts in der Bucht teilweise für um die 15-20 Euro neu oder neuwertig; relativ leicht, kompakt und stabil; und lassen sich sehr variabel aufbauen, bei einer Grösse von 2,20 x 2,75. Grad wenn man Preis/Leistung betrachtet.

Ich arbeite grad noch an einem "pencott" Tarp, was im Laufe des Jahres rauskommen soll. Die genauen Maße und Form sind derzeit noch im Versuch, wie es am Praktischsten und Variabelsten geht.
Allerdings wird das nicht ganz günstig werden; Der Grundstoff ist in der Anschaffung doch recht hoch; macht aber nix, weil mich es überzeugt hat.
Kann, wenns fertig ist und das Muster steht, dann ja gern einen Post ins Forum stellen.

solong, besten Gruss
strix

benbushcraft

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Montag, 18. Mai 2015, 09:19

Hallo Nick,

du hast dir wirklich viel Arbeit gemacht. Roll! Ich hoffe das Tarp funktioniert wie gewünscht. Ich freue mich schon es in Mengerschied begutachten zu können.
LG,
Benedikt

Nick-M

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Montag, 18. Mai 2015, 09:59

Ja - das Gewicht ... Betrachtet das Tarp mehr als eine Studie zum Thema : geht das überhaupt ?

Für Touren zu Fuß ist das wirklich nichts. Ich denke für den Garten, bei Ausflügen zu Grillstellen, auf Forentreffen oder anderen Gelegenheiten, bei denen das Lager längere Zeit steht, wird es sicherlich zum Einsatz kommen.

viele Grüße
Nick

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Skuzzlebud

Das Eichhörnchen aus der Hölle

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Montag, 18. Mai 2015, 11:16

Hey Nick;

Schönes Projekt! Hab sowas auch immer vorgehabt, habe die Idee aber aufgrund des Gewichtes verworfen. Selbst wenn man noch leichteren Baumwollstoff nimmt und sich auf eine Größe von 2,5 X 2 Meter beschränken würde, komme ich rein rechnerisch immer noch auf knapp 2 Kilo.
Da sind die Nylon Tarps dann doch etwas praktischer.
Hoffentlich ist es bis zum Treffen fertig, mich würde mal interessieren wie schwer es nach dem Trocknen ist und wie die Haptik von dem Teil, bezogen auf die Steifigkeit, ist.



Bis dahin schon mal danke fürs zeigen! :tarp :winken

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Montag, 18. Mai 2015, 14:27

Hallo,

leider wird Leinölfirnis mit der zeit so hart, daß man es nicht mehr falten kann.
Es wird dann an den Knickstellen brechen und damit undicht werden. Dies passierte auch bei dem "Ölzeug".
Und das Gewicht ist echt nicht ohne.
Ich hätte Babyöl genommen. Das verharzt nicht, aber bleibt halt ölig.

Gruss
Konrad

Nick-M

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Montag, 18. Mai 2015, 15:45

Danke für die Vorwarnung. Meinst Du das Tarp wird brechen, oder das verharzte Öl? Wenn nur das Harzige Öl rausbröselt, kann man ja wieder nachimpränieren.

Nick-M

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Montag, 18. Mai 2015, 18:55

hab noch ein paar Bilder von den Verstärkungen bekommen. Die Rechtecke wurden über die Außenkante des Tarps gefaltet und festgenäht. Die Dreiecke wurden zu kleinen quadratischen Taschen genäht, über die 4 Ecken des Tarps gestülpt und vernäht.







Dies ist keine Fake, ich habe tatsächlich auch ein wenig selber genäht. Die Hauptlast hat allerdings meine Schiwgermutter getragen.

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Montag, 18. Mai 2015, 20:56

Hallo,

kann sein, daß bei jedem biegen nur das Öl bricht. Da aber Firnis nach einiger Zeit hart
wie Lack wird, werden wohl auch irgendwann Fasern brechen.
Eine Mischung aus Bienenwachs mit Terpentin und Vaseline wäre sicherlich die bessere Wahl gewesen.

Mach und Berichte!! Man lernt nie aus.

Gruss
Konrad

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Dienstag, 19. Mai 2015, 06:55

Zum zusätzlichen imprägnieren:

Schliess mich Konrad an, mit Firnis das bricht Dir weg; und das sogar relativ schnell.
Es gäbe 2 Möglichkeiten, die nicht so derb sind:
Beim Reenactment früher haben wir die Zeltplanen vorm ersten "Einsatz" gespannt und darunter frische Kiefern oder Fichten verbrannt. Problem dabei ist, es kann passieren dass der Stoff abfackelt (mehrfach gesehen und erlebt).
Alternativ:
Schau mal im Netz nach, es gibt eine "Imprägniermilch" in solchen 2l Gebinden. Die kannst Du einfach einpinseln ins Gewebe und das reicht für paar Jahre. Bei Baumwoll und Segeltuchstoffen ist ja eig. der Zweck, dass die Fasern bei Feuchtigkeit aufquellen und somit von sich aus bereits versiegeln und dicht sind. Ich weiss aber nicht, welche Qualität Dein Stoff ist.

Ansonsten kannst Du noch Harz in Terpentin lösen, Bienenwachs dazu (zB Bienenwachskerze) und dieses Gemisch dann aufs Gewebe geben. Macht zwar etwas Arbeit, lohnt sich aber auf Dauer.
Ichg glaube hier im Forum gibts sogar nen Artikel zu dem Gemisch, Ilves hatte mal was verfasst wenn ich mich recht entsinne.

Noch ein Tip:
Wenn Du wiedermal sowas nähst; nimm breiteres Gurtband (25mm) und vernähe die Hauptnähte 3fach; das Kreuz langt einfache Naht, aber enge Stiche.
bei 25mm Band bekommst Du somit nämlich eine vernähbare Fläche, die, wenn Du nebeneinander das Gurtband legst, dann etwa 50x50 mm ist. Das hält weitaus mehr Zug aus, und lässt sich auch mit selbstgeschnitzten Stöcken im Boden festmachen. Ausserdem brauchst dann keine D-Ringe :-)

lg strix

Sel

echter Höhlenwurm

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Dienstag, 19. Mai 2015, 09:28

Also ich habe ja auch eine recht gute Maschine, aber bei Gurtband auf 3fach Leinwand streikt sie. Was für Nadeln nimmt man, welchen Zwirn? Überhaupt, Gurtband ist dermaßen fest, da habe ich mit der Hand und einer Zange Schwierigkeiten eine Nadel durch zu bekommen.
Bei mehrfachen Lagen Leinwandgewebe, gibts da besondere Nadeln? Wie oben schon geschrieben, meine Maschine fällt da fast auseinander...

LG Sel
Meine Grundsätze:
...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

(auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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Dienstag, 19. Mai 2015, 09:49

Hallo,

ich habe eine Pfaff. Hobbymatic.
Mit der Nähe ich 3 Lagen mit normaler Nadel und ganz normalem Garn.
Je dicker die Nadel und der Faden, desto schwerer läßt es sich nähen.

Gruss
Konrad

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Dienstag, 19. Mai 2015, 10:21

Servus Sel,

Kommt drauf an, was für Material als Ausgangsbasis dient.
Du musst auch aufpassen, dass, je nach Material und Lagen, die Fadenspannung passt; sonst gibts Knäule oder sie frisst sich einfach fest, und garnix gehtmehr.

Bei richtig derben Sachen (mehrere Lagen Cordura & Gurtband zB) nehme ich Jeansnadeln (90-110 in 75). Da versagen die Universalnadeln einfach. Bei Leder, logischerweise Ledernadeln.
Wie Konrad schrieb, je dicker das Garn ist, umso schwerer lässt sichs verarbeiten (grad wenn man Ziergarne nimmt).
Mittlerweile verwende ich für alles was ich für mich selbst, oder für -Kunden- fertige, nurnoch Gütermann Garne, in verschiedenen Stärken.
Normale "Billiggarne" taugen MIR absolut nix (mehr), zumindest was Outdoor Kram betrifft.

Ein guter Rat, wenn es bei Dir möglich ist, geh in eine Masschneiderei o.ä. bzw. VHS (Nähkurs) und hol Dir da noch weiteren Input.
Da gibts teilweise richtig kompetente Leute die sehr viel Erfahrung besitzen, und das auch gut weitergeben.
Ich geh bei sowas gern in unsere "Trachtenstuben", wo noch Traditionshandwerk vermittelt wird.

Wünsch Dir viel Erfolg, und immer spitze Nadeln :-)

krupp

Problemrind

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Dienstag, 19. Mai 2015, 18:02

da du leider die bedanken-Option deaktiviert hast... hier einfach mal Daumen HOCH :tarp

ich muss aber strix (usw) zustimmen, was mich betrifft etwas Overkill... (trotzdem tolle Sache!)
ich selber war einige male mit nicht-imprägnierten baumwollplanen unterwegs, als Tarp sind die eigentlich auch so dicht,
da das gewebe wenn es feucht wird aufquilt. allerdings trocknen die dann auch gefühlte 2 Wochen.... weshalb ich wieder zum "baumarkt-tarp" gewexelt bin.
für ein stationäres lager aber auf jedenfall sehr interessant.

bin schon gespannt auf den langzeittest!

grüße.

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oilskin, tarp

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