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bugikraxn

Bushcamper unleashed!

  • »bugikraxn« ist der Autor dieses Themas

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Donnerstag, 31. Januar 2013, 00:24

Yukon Pack - Bushcraft Packsack bzw. improvisierter Rucksackersatz

Hab vor ein paar Tagen beim Surfen ein witziges Teil, ein sogenanntes Yukon Pack entdeckt. Dabei handelt es sich um einen Rucksackersatz, welcher mit Hilfe einer Schnur und eines Tarps angefertigt wird - also ähnlich einer Bed Roll nur eben ein bisschen größer und richtig Rucksack-Like. Im Netz gibts zahlreiche Bezeichungen für diese Art einer improvisierten Transporthilfe für die Ausrüstung, z.B. Kanu Portage Pack, Hudson Bay Pack, Yukon Back Pack usw. Natürlich existieren auch zig Mothoden und Anleitungen wie man diese improvisierten Rucksäcke anfertigen kann. Da mich aktuell eine hartnäckige Erkältung am rausgehen hindert, hab ich eine Variante gleich mal ausprobiert und ich möchte hier meine Eindrücke schildern.

Im Prinzip wird die Ausrüstung beim Yukon Pack in einen gefalteten Packsack gegeben und mit einer Schnur zusammengebunden. Zur Herstellung des Packsackes eignen sich Planen, Tarps, Ponchos, Poncho Liner, Wolldecken (event. Nachteil bei Nässe), ... und als Schnur kann man z.B. Paracord oder Reepschnur benutzen. Habe als Plane eine Mehrzweck Rettungsdecke verwendet, diese am Boden ausgebreitet und darauf kommt dann die Ausrüstung. In Rückennähe werden weichere Teile wie Pullover, Poncho Liner oder Decke platziert, weiter außen kommt das sperrige Zeug wie z.B. Kochtöpfe und Werkzeug, damit auch später nichts in den Rücken drückt. Anschließend faltet man die Plane einfach zusammen, beginnend mit den Seiten dann von unten und zuletzt von oben. So ist ein gewisser Nässeschutz gewährleistet.





Nun wird der Yukon Pack verschnürt und verknotet, was leider etwas Zeit in Anspruch nimmt. Begonnen wird mit einem einfachen Achterknoten, dann wird die Schnur an der Oberseite (sozusagen das Kopfende des Yukon Packs) um den Packsack geschlungen und fest gezurrt.



Jetzt wird eine Schlinge angefertigt, an der später die Schultergurte befestigt werden können. Diese Schlinge wird geknüpft und mit einer zusätzlichen Schlaufe gesichert, entsprechend den Bildern unterhalb.







Anschließend wird der Packsack mit Schlingen umwickelt so dass er gesichert ist und nicht mehr auseinanderfallen kann. Begonnen wird mit der Außenseite, also der Seite welche dem Rücken abgewandt ist. Die Schnur wird mehrere Male um den Packsack geschlungen, so wie man auch ein Paket verschnüren würde.



Die rückenzugewandte Seite wird mit einfachen Knoten gesichert, entsprechend den Bildern unterhalb, zulezt werden die schmalen Seiten mitsamt Boden auf die gleiche Weise verknotet. Die Schnur wird anschließend oben fest verknotet (mehrere halbe Schläge etc.) so dass sich nichts mehr lösen kann. Überschüssige Schnur kann man einfach unter dem soeben hergestellten Geflecht verstauen, damit keine Enden herumbaumeln.







Jetzt fehlen eigentlich nur mehr die Träger. Selbstverständlich könnte man diese auch aus Schnurmaterial herstellen - vielleicht mehrmals nehmen, damit nichts an den Schultern einschnürt. Ich hab dafür einfach Schlauchband verwendet, da dies eine schöne Breite hat.



Bei meinem ersten Test hab ich stilgerecht natürlich ein Tarp verwendet. Genau genommen eine brit. Basha, was aber leider nicht so gut funktionierte. Die Oberfläche an dem Tarpstoff sind derart glatt (Imprägnierung?), was das Zusammenbinden des Packsackes zur Geduldsprobe machte. Ständig ist irgendwas verrutscht oder die Einzelteile sind irgenwo herausgequollen beim Versuch das Geflecht festzuzurren. Meine Bodenplane ist aus etwas steiferem Material und dadurch auch dankbarer. Hab aber noch einen Versuch mit dem Tarp angestellt. Die Ausrüstung wurde diesmal nicht direkt auf den Tarpstoff gelegt sondern zuerst in einen wasserdichten Stausack gegeben. Dadurch konnte sich nichts mehr verschieben und der Bau des Yukon Packs war deutlich einfacher. Im Prinzip bin ich vorgegangen, wie oberhalb schon beschrieben.







Zum Schluß hab ich den Yukon Pack noch (wirklich sehr provisorisch) an ein ALICE Tragsystem angebaut, was echt bombig aussieht. Das Teil trägt sich super und ist auch wirklich originell. Gehe mal davon aus, dass man einen solche Packsack auch behelfsmäßig z.B. an einem Koppeltraggestell befestigen kann. Praktischerweise läßt sich am Schnurgeflecht auch zusätzliche Ausrüstung befestigen, wie z.B. Trinkflasche, Axt, etc. oder Sachen die man schnell mal benötigt.



Hilfsmittel braucht man für einen derartigen Rucksack eigentlich keine, denn eine Plane oder ein Tarp und etwa 10-15m Schnur hat man wahrscheinlich sowieso meistens dabei. Dadurch erspart man sich event. die Mitnahme eines 'richtigen' Rucksackes, welcher durchaus mehrere 100-Gramm auf die Waage bringt. Abstriche in Sachen Komfort muss man bei einem Yukon Pack sicherlich in Kauf nehmen, es sei denn man bastelt sich ein vernüftiges Tragesystem. Mal schnell was aus dem Packsack rausholen kann man unterwegs leider nicht - der ist fest verschnürt. Das Packen selbst dauert deutlich länger, man muss sich ja seinen Rucksack erst zusammenknoten, was bei Schneetreiben und Regen wahrscheinlich kein Spaß ist. Zur Improvisation für kürzere Strecken taugt ein Yukon Pack aber allemal, davon bin ich überzeugt.

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Tu eh nur so als würd ich mich auskennen, damit ich auch mitreden kann.
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Donnerstag, 31. Januar 2013, 09:36

Hallo,

hatte dieses System letztens beim Survival Mike gesehen(Er hatte es bewertet)! Es ist relativ aufwendig zum knoten finde ich mal.
Ich häng euch unten das Video dran, nicht erschrecken es ist nicht der Mike sondern ein anderer aus unserer großen Gemeinde. ;)





Grüße Gabriel
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(Gabriel Hartmann)
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Donnerstag, 31. Januar 2013, 10:05

Zur Improvisation für kürzere Strecken taugt ein Yukon Pack aber allemal, davon bin ich überzeugt.

Ich bin eher der Meinung, dass der Aufwand sich nur für längere Touren lohnt.
Siehe: Das Alaska Experiment "Out of the Wild"

Die Beteiligten stellen sich zu Anfang zwar an wie typische Städter, aber im weiteren Verlauf wird´s schon ...
Sie benutzen auch Yukon-Packs, schleppen aber alles mit was daliegt ...
By de Alexander

Hoffe das Beste aber rechne mit dem Schlimmsten, so kannst du kaum überrascht / enttäuscht werden ...

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Donnerstag, 31. Januar 2013, 11:25

Alaska Experiment

Die schleppen ja bis 30kg mit und das ohne Essen dabei zu haben.
Gibt es irgendwo eine Ausrüstungs Liste würde mich interessieren was die
so alles dabei hatten.

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Donnerstag, 31. Januar 2013, 16:38

Alaska Experiment

Die schleppen ja bis 30kg mit und das ohne Essen dabei zu haben.
Gibt es irgendwo eine Ausrüstungs Liste würde mich interessieren was die
so alles dabei hatten.


Ich habe mir die ganze Serie angesehen, ich kann es mir das mit dem Gewicht auch nicht wirklich erklären, mal von dem 20kg "dutch oven" abgesehen den sie in Folge 3 oder 4 dann zurück liessen. So wie ich das sehe haben die die ganze Zeit Munitionsblechkisten und so ein Zeug rumgeschleppt... Stellenweise war es schon sehr unterhaltsam.

Ich kenne da eine Abwandlung des Yukon Bag, keine Ahnung ob die allgemein bekannt ist. Der Pack wird in eine Hose gesteckt und fest gezurrt. Die Hosenbeine dienen als Schultergurt die aufgrund ihrer Breite nicht einschneiden.... (Bild wird nachgeliefert, ich finde es gerade nicht).
Der Yukon Pack ist schon eine gute Lösung wenn das zu transportierende Material sperrig ist, aber er hat einen schlechten Tragekomfort.

Gruss

kelte1964

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Donnerstag, 31. Januar 2013, 17:07

Zu meinen Faltbootzeiten haben wir aus alten Sicherheitsgurten die wir bei der Werkstatt in meiner Nachbarschaft abschneiden durften
Tragegurte für unsere Boote genäht -- Haut zuerst in den Packsack, als Rückenpolster, dann das Gerüst und unseren Kleinkram.
Rechts und links ein Paddel und den Gurt daran --- So konnten wir unsere Boote klasse transportieren, selbst Bahnreisen waren kein Problem!


Auch andere Lasten wurden so transportiert - Notgedrungen - Kohle für grosse Rucksäcke hatten wir nicht , Ging aber recht gut.

Nur eines muss man ganz klar sagen -- ein schneller Aufbruch ist mit so einem Packen nicht drin ! Mal schnell den Kram in den Rucksack
packen und verschwinden geht ja, --- mit einem schnell zusammengepfriemelten Yukonpack läuft man keine 500m ohne vor Rü ckenschmerzen
zu fluchen !!
"Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern!
Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst."


Love many, trust few, and always row your own boat. The more you know, the less you need!

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DCT996

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Donnerstag, 31. Januar 2013, 19:26

aber er hat einen schlechten Tragekomfort.
Kommt drauf an, wenn man sich einen Hüftgurt dranmacht mag das gehen ...
Ist aber für einen Notfall eine Alternative, vor allem wenn kein ausreichend großer Rucksack verfügbar ist ...
By de Alexander

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Donnerstag, 31. Januar 2013, 22:14

Für so ne "Blitzabreise" gibts bessere Varianten. Wenn es nicht weit sein muss und man nicht viel Krempel hat zumindest. Schmeiß den Kram einfach in den Schlafsack und weg. Hab ich letztens zum Harztreffen auch so gemacht...

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