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WildHog

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Donnerstag, 17. Mai 2012, 20:40

Große Brennnessel (Urtica dioica)

Jeder kennt sie und jeder hat schon seine Erfahrung mit ihr gemacht: Die große Brennnessel. Sie ist fast allgegenwärtig und wuchert an Wegrändern oder auf Wiesen in schieren Massen. Dennoch ist die Brennnessel kein "gewöhnliches" Kraut. Seit jeher wird die Brennnessel als Gemüsepflanze genutzt, früher wurde sogar Bier aus den Blättern gebraut. Die ganz jungen Blätter können roh gegessen werden, ältere sollte man (allein der Brennhaare wegen) zumindest blanchieren. Die Nüsschen der weiblichen Pflanzen sind sehr ölhaltig und nahrhaft. Die Brennnessel verfügt über eine Vielzahl an Inhaltsstoffen, u.a. Fett, Kohlenhydrate, Magnesium, Kalium, Eisen, Eiweiß, Vitamine A, C und E. In der Volksheilkunde wird Brennnessel zum Blutreinigen und gegen Rheumabeschwerden eingesetzt.

Hier mal die Brennhaare im Detail:

Große Brennnessel von wildhog9910 auf Flickr
Im Prinzip befindet sich an einer kleinen Kammer mit "Gift" eine kleine Kanüle die durch einen mit einer Sollbruchstelle versehenen "Propfen" verschlossen ist. Berührt man diese, bricht der Propfen ab und die "Kanüle" bohrt sich in die Haut und der Inhalt (wie Ameisensäure) wird herausgeschleudert. Dieser Mechanismus dient vor allem als Schutz gegen Fressfeinde.

Die Brennhaare zeigen samt und sonders von der Wurzel weg, so kann man vorsichtig die ganze Pflanze pflücken und durch die geschlossene Hand ziehen, ohne sich weh zu tun. Im Idealfall werden auf diese Art und Weise alle Brennhaare entleert. Es spricht jedoch auch nichts gegen das Vewenden von Handschuhen.


Große Brennnessel von wildhog9910 auf Flickr


Große Brennnessel von wildhog9910 auf Flickr

Mit der Taubnessel ist die Brennnessel übrigens NICHT verwandt!

Was man noch so mit Brennnesseln machen kann... nun ich hoffe dazu kann noch jemand was sagen :)

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Mittwoch, 30. Mai 2012, 22:50

Brennnesselsamen

So langsam kommen auch die Brennnesselsamen hervor:


Große Brennnessel (Urtica dioica) von wildhog9910 auf Flickr


Große Brennnessel (Urtica dioica) von wildhog9910 auf Flickr

Diese können "gefahrlos" von der Pflanze gezupft werden, an ihnen sind keine Brennhaare vorhanden. Die Samen sind sehr ölhaltig und man kann sie roh essen, rösten oder auch trocknen (ergibt dann ein Gewürz). Die Samen werden auch tatsächlich zur Ölgewinnung eingesetzt, gesehen oder probiert habe ich es aber leider noch nie. Man kann sowohl die jungen grünen als auch die später ausgereiften Samen verwenden. Sie schmecken wirklich prima :)


Große Brennnessel (Urtica dioica) von wildhog9910 auf Flickr


Zum Lexikoneintrag: Große Brennnessel

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Sonntag, 21. April 2013, 21:21

Brennesselquark

Wer Tzatziki oder Frühlingsquark überdrüssig geworden ist, sollte mal versuchen, in den Quark Brennesselsamen zu mischen. Auf eine 250 Gramm- Packung Quark nehme ich etwa 1,5 Esslöffel geröstete Brennesselsamen, außerdem Salz und Pfeffer nach Geschmack. Perfekt zum Grillen, dippen, einfach so mit Brot. Übrigens enthält die ganze Pflanze in trockenem Zustand etwa 40 % Eiweiß. Mir ist schon klar, daß Quark im Wald eher selten zu finden ist, aber wer im Camp Langeweile hat, könnte sich so die Zeit vertreiben und später im Alltag etwas Bushcraft einbauen. Die Samen müssen hierzu nicht gründlich von Strünkchen und anderen Pflanzenteilen befreit werden. Grobes Säubern nach zwei Tagen trocknen reicht. Anschließend in einer Pfanne ohne Fett rösten. Man kann den fertigen Samen problemlos ein paar Monate im luftdicht verschraubten Glas aufbewahren.

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Sonntag, 21. April 2013, 23:42

Hallo.....
ja Brennesseln sind toll...besonders für Schnüre...HIer mal ein Versuch das zu erklären: Dazu erst mal die Pflanzen ernten...und in die Sonne legen oder kurz durchs Feuer ziehen und die Blätter abrupfen. Danach an den Knoten vorsichtig knicken, und dann mit dem Fingernagel auf einer Seite aufschlitzen (es gibt da dieses öhm "Reissverschlussgeräusch"). Jetzt kann man die gesamte Rinde abziehen (vorausgesetzt die Pflanze ist noch nicht zu holzig, ansonsten gibts kleinere Stücke). Wenn man die Rindenfasern jetzt aufeinander legt und in sich verdreht ergibt das gute, stabile Schnüre, die man eigentlich nach belieben lang machen kann. Ich hoffe das war einigermassen verständlich.
Gruss von der Alb

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Montag, 22. April 2013, 14:27

Ich habe jahrelang an unserem Obstfeld an den Wegrändern (wo nicht gespritzt wird), die frischen Triebe mit Handschuhen abgesammelt, im Mosiktonetz zum Trocknen aufgehängt und Tee draus gemacht.

Der Brennesseltee ist leuchtend grün, wenn man ihn nur ein paar Minuten ziehen lässt und abseiht, schmeckt frisch, fast wie guter japanischer Grüntee und entschlackt. (merkt man schnell am veränderten Urin)

ErikTaxus

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Donnerstag, 25. April 2013, 19:15

Die Samen esse ich so, wenn ich im Sommer/Herbst unterwegs bin. Mir schmecken Sie, auch meine Tochter hat schon welche probiert und hat sie nicht ausgespuckt.
Ansonsten werde ich dieses oder nächsten Wochenende wieder Brennesselsuppe kochen.

Berzüglich des Pflückens, da benutze ich Handschuhe. Entweder hab ich den Dreh nicht raus oder bin einfach zu ungeschickt, aber ohne hat es noch nie schmerzfrei funktioniert.

300 g Brennnesseln, nur die jungen Spitzen
2 Kartoffel(n)
1 kleine Zwiebel(n), gehackt
750 ml Hühnerbrühe
Schnittlauch
1 EL Butter
Sahne, aufgeschlagen

Die Butter in einem Topf schmelzen, die Zwiebel und Kartoffelstückchen zugeben und bei mittlerer Hitze unter Umrühren dünsten, (Zwiebel darf nicht braun werden). Dann die Brennnesseln, kleingeschnitten, dazugeben, mit Hühnerbrühe aufgießen und ca. 20 Minuten leicht kochen lassen. Pürieren und abschmecken.

Rezept hab ich seit letztem Jahr von http://www.chefkoch.de.
Mir schmeckts. Hatte es letztes Jahr zum ersten mal probiert und werde dabei bleiben. Gibt ja auch genug davon, da kann man bis zum Herbst Suppe kochen wenn man will.

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Montag, 29. April 2013, 07:23

Ich benutze die Brennessel auch sehr gerne.
Jetzt im Frühjahr die jungen Triebe gerne als Gemüse ( ähnlich wie Spinat) oder als Suppe.
Getrocknet als Tee.
Im Garten als Jauche.
Und seit letztem Jahr auch die Samen ( geröstet)

Interresantes Detail am Rande:
In meinem Brenneselbuch wird die Grosse Brennessel mit einer Wuchshöhe bis zu 1,50 meter angegeben.
In meinem Garten hatt ich schon Exemplare deutlich über zwei Meter.
In Wikipedia werden sie sogar mit 3 meter angegeben. Allerdings hab ich von SO grossen Exemplaren ausserhalb von Wikipedia noch nie gehört...
Früher wurde auch Stoff aus dieser Pflanze hergestellt.( Daher auch der Begriff Nesselstoff oder Nesseltuch, allerdings wird Nesseltuch heute aus Baumwolle hergestellt...ist wohl einfacher zu verarbeiten...)

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ErikTaxus

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Dienstag, 7. Mai 2013, 17:42

Brennesselsuppe / Rezeptversuch

So, jetzt hatte ich am Wocheende mal ein wenig Zeit (und davon hab ich bei meinen ganzen Hobbys ja nur wenig ;)) und hab mal was neues ausprobiert. Ich wollte mal ein wenig mit meiner Brennesselsuppe herumprobieren und da ich ein gutes Maronenresept habe dachte ich mir ich versuche es leicht abgewandelt mal mit den Brennesseln, da sich das Grundrezept ähnelt.
Unterschied zur Maronensuppe ist nur, dass ich statt Creme frischli und Schlagsahne hier Schmand zugebe und die Kartoffeln und den Schnittlauch weglasse.

Hier das Rezept. Schmeckt super.

200-300 g Brennnesseln, nur die jungen Spitzen
1 Mittelgroße Kartoffel
1 kleine Zwiebel, gehackt
Hühnerbrühe (Menge wird übers abschmecken bestimmt)
Schnittlauch
Sahne (nicht aufgeschlagen)
Creme frischli 100 g mit Kräutern

Brennesseln säubern und etwas grob kleinhacken.
Kartoffeln in einem kleinen Topf etwas vorkochen.
Zwiebeln kleinhacken und mit etwas Butter im Topf anschwitzen, dann die Brennesseln und vorgekochten Kartoffeln zugeben. Dazu ca. 100 g Creme frischli und 100 g Schlagsahen dazugeben. Mit 250-300 ml Wasser hinzugeben und mit dem Pürierstab schön klein pürieren. Das ganze dann aufkochen und mit Hühnerbrühe abschmecken. Wenn alles fertig ist noch etwas frischen Schnittlauch oben auf die Suppe und fertig ist der Gaumenschmaus.




Meine Tochter liebt die Suppe. Jetzt muss ich am kommenden Feiertag noch mal losziehen und neuen Nachschub besorgen.
Ich sammel übrings immer tief im Wald und auf keinen Fall an Feldern. Zum einen wegen der ganzen Chemie die ausgebracht wird und zum anderen weil ich saubere Brennesseln haben will an denen sich noch kein Hund vergangen hat.

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Mittwoch, 8. Mai 2013, 15:08

Noch ein verwendungszweck für die Brennessel... Als Tierfutter hervorragend geeignet...
Getrocknet als Heu, klar... aber auch als Vitaminreiches Grünfutter bei Hühnervögeln.
Bei der Aufzucht werden kleingehackte Brennesseln mit gekochtem ei vermischt als Starterfutter.

Klar gibt es heute auch Industrieersatzstoffe... Aber das Brennesselrezept hat schon mein Opa benutzt. Und wir haben damit auch immer wieder gute erfolge gemacht.

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Wildschwein (09.05.2013)

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