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BelfryGhost

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Donnerstag, 5. Januar 2012, 15:15

Naturmöbel

Hallo!

Hier in diesem Thread möchte ich den einfachen (Ess-)Tisch vorstellen, wie wir ihn bei den Pfadis immer bauen.
Es handelt sich um eine einfache Konstruktion, die jedoch, wenn gewissenhaft gebaut, sehr stabil ist und ohne Eingraben auskommt.
Es werden außer viel Seil und zwei Heringen elf tragfähige Baumstämme von grob 10cm Durchmesser für das Grundgerüst benötigt.

Für das Bauen wird eigentlich nur ein Knoten benötigt, der Kreuzbund.

Ich habe bisher leider keine geeigneten Fotos gefunden, daher hier "nur" drei Skizzen.

Schritt 1: zwei Dreiecke

Verknotet wie auf der Skizze drei Stämme miteinander. Achtet darauf, dass die beiden (fast) senkrecht stehenden Stämme später einen großteil des Gewichts tragen werden und somit dick genug sein müssen. Verknotet den oberen Kreuzbund auch nicht allzu fest, da er noch zusätzlich unter Spannung stehen wird, wenn die beiden Träger zueinander gedrückt werden. Da muss man ein gutes Mittelmaß finden. Der untere Querbalken trägt keine große Last, sondern dient nur dazu, dass die beiden größeren Stämme nicht auseinander rutschen, darf allso ruhig etwas dünner sein.
Von diesen Dreiecken braucht ihr zwei.


Schritt 2: Das Grundgerüst

Wenn ihr die beiden tragenden Dreiecke habt, solltet ihr sie senkrecht aufstellen und ganz oben einen Querbalken festknoten. Er muss nicht besonders stark sein, da auch er keine Last trägt. Der Balken muss nur sehr gut verknotet sein, damit das Gerüst die Form beibehält, also verbindet ihr am besten mit je einem Kreuzbund den Balken mit den beiden oben abstehenden Stücken der Dreiecke (siehe "2" auf der Skizze).
Wenn der obere Querbalken auf beiden Seiten fest verbunden ist, braucht ihr nur noch das Gerüst mithilfe der Heringe und zweier Leinen wie abgebildet aufzuspannen. Justiert mithilfe der Leinen das Gerüst nach, bis es genau vertikal steht.
Nun sind bereits alle Elemente verbaut, die dem Tisch Stabilität birngen. Sollte das Ganze noch sehr wackelig sein, müsst ihr evtl ein paar Knoten nachbinden.
Nun ist es an der Zeit, die Querbalken für die Tischfläche (siehe "1" auf der Skizze) und die Sitzbänke (siehe "3" auf der Skizze) anzubringen. Hier müsst ihr lediglich darauf achten, sehr stabile Stämme zu nehmen und diese auf einer angenehmen Höhe zu verknoten.
Damit ist das Grundgerüst auch schon fertig. Es fehlt nur noch:


Schritt 3: Die Tischfläche

Wie die Tischfläche letztendlich aussieht, hängt davon ab, welche Materialien euch zur Verfügung stehen. Die Skizze Zeigt einen Vorschlag, wie man, sollte viel Holz verfügbar sein, die Fläche aus Rundhölzern zusammenknoten kann.
Wer etwas Zeit und Geschick investieren kann, kann auch die Hölzer spalten und mit der flachen Seite nach oben festbinden, um weniger Holz zu verbrauchen und eine ebenere Tischfläche zu erhalten.
Eine weitere Möglichkeit (die ich allerdings nie ausprobieren konnte) ist, netzartig ein Seil um die beiden Querbalken zu wickeln, oder aus dünneren Ästen eine Fläche zu flechten und dann eine Plane drüberzubinden.
Sollten Bretter verfügbar sein, würden sie sich natürlich auch hervorragend eignen. ;)

Hier würde ich mich auch über Ideen von euch freuen.

Übrigens lässt sich für den Fall von schlechtem Wetter über den oberen Querbalken ideal eine Plane oder ein Tarp spannen. Dann kann man im Trockenen seine geliebte :erbswurst essen.

Viel Spaß beim Nachbauen
BelfryGhost

P.S. Sollte ich noch gute Fotos finden, werde ich sie hier natürlich uploaden.
"Ein Paar geschulte Augen sind ebenso gut wie ein Dutzend Paar ungeschulte" -Robert Baden-Powell

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Donnerstag, 5. Januar 2012, 15:34

Hi BelfryGhost,
auch ohne Fotos geben deine Beschreibung und die Skizzen alles her, was man braucht.
Ich freue mich drauf, mal so einen Tisch herzustellen.
Der passt dann zu den Hockern aus Haselnussstöcken, die ich gerne baue. (Die vernagele ich aber immer).
Mal schauen, vielleicht ist verknoten auch gut dafür.
Gruß Parzival

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Donnerstag, 5. Januar 2012, 16:21

@Parzival
Ja klar, vernageln geht natürlich auch.

Allerdings ist es bei uns immer etwas verpöhnt, weil wir das Holz am Ende ja wieder in den Wald entsorgen und da keine Nägel drin sein dürfen.

Aber Änderungen/Erweiterungen sind natürlich immer wilkommen. Ich habe schon gesehen, wie diese Konstruktion quasi um einen weiteren Tisch erweitert, mit einer Küche und Feuerstelle versehen wurde.

Gruß
BelfryGhost
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Donnerstag, 5. Januar 2012, 16:26

Moin BelfryGhost,

danke für die Erläuterungen, man kann wirklich mit ein wenig Arbeit schöne Möbel für das Lager herstellen. Wo ich den Tisch sah fiel mir da eine Variante dieser Konstruktion ein: Ich hatte mal in einem Pfadfinderbuch gelesen dass es möglich ist, mittels Steinen und Lehm auf dem Tisch eine Feuer/Kochstelle zu errichten. Habt Ihr das schonmal ausprobiert? Mich würde interessieren ob das wirklich funktioniert oder ob man doch mit Blech o.ä. "nachhelfen" muss.

Gruß
Stefan

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Donnerstag, 5. Januar 2012, 16:35

Das funktioniert sogar ganz ausgezeichnet. Haben wir gerne auf Lagern gemacht die länger dauern. Sehr bequem für den Koch;-)
Nennt sich meines Wissens nach einfach Podestfeuer.
Man macht einfach ein passendes Tischchen aus Holz, darauf zuerst ne Schicht feuchten Lehm mit grünen Nadelästen oder Moos(dann hälts besser) darauf nochmal nur Lehm. Fertig ist das Podest.
Zum Anheizen solte man auf der obersten, noch feuchten Lehmschicht zuerst eine Lage trockenen Holzes als Unterlage legen. Und schon kanns losgehen...
Wir hatten allerdings immer Feuer- und Essplatz getrennt.
Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos. (Loriot)
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Donnerstag, 5. Januar 2012, 16:49

@ WildHog,

ja, das geht problemlos. Das haben wir einmal gemacht, als wir im Boden keine Feuerstellen machen durften. Man muss lediglich das Feuer beaufsichtigen, darauf achten, dass das es nicht zu groß wird und am Ende mit viel Wasser Löschen.
Wir haben dafür die Tischplatte mit Alufolie (damit der Sand nicht durchrieselt) ausgelegt, große Steine draufgelegt und die Lücken mit feuchtem Sand gefüllt, so dass alles bedeckt war. Beim Kochen den Sand am Rand immer wieder befeuchtet.

Nachträglich empfehle ich eine Art Becken oder Kasten aus Steinen, Lehm oder so zu bauen, da uns der Sand nach häufiger Benutzung größtenteils an den Seiten weggerieselt ist.


Gruß
BelfryGhost
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Donnerstag, 12. Januar 2012, 18:33

Lehm oder Dreck geht auch hervoragend und wird durch das Feuer hart.

Einzig bei der Konstruktion sollte man sich vorher ein paar Gedanken machen. Wenn man das ganze direkt integriert kann man keine Plane mehr drüber spannen. Allerdings lassen sich die dreieckige Elemente vielfach hintereinanderstellen. Teile davon lässt man dann frei.
Wichtig ist auch die Bindungen am Holz vor dem Feuer gut abzudecken. Hab schon mehr als einen Herd zusammenfallen sehen....


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Montag, 16. Januar 2012, 22:41

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Abgetrennt und hierher verschoben aus: Mogen und Parzival im Seibersbachtal, 13.-14.01.2012

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Klasse bericht super Bilder bin echt begeistert. Noch ne Frage, Könnte einer von euch mal so ein bild von euren Hockern einstellen? Würde mich interesieren wie die gemacht sind. :gb

Danke vorab grüße Klaus
Wo Licht ist, ist auch Schatten
und wo Schatten ist, bin ICH.
Feind meide den Schatten,
Der den Freund umschließt. NK

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Montag, 16. Januar 2012, 22:51


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Montag, 16. Januar 2012, 23:04

Sind die Stühle Stabil? Du hast alle Diagonalen auf die gleiche Seite ausgerichtet. Es wäre merklich stabiler wenn sie gegengleich wären, also quasi im zickzack. Die erste von unten nach oben und die nächste ums Eck von Oben nach unten etc. Man kann die Stabilität testen in dem man den Stuhl an zwei Kanten festhält, gegen den Boden drückt und dann versucht horizontal zu drehen, wie ein Steuerrad, erst auf eine Seite und dann auf die andere Seite. Bei deinem Stuhl müsste es links herum etwas nachgeben und rechts herum ziemlich steif sein.

Ist keine Kritik nur Interesse, wenn sie so stabil sind gibts nichts zu korrigieren :)

Liebe grüsse
draussen

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Montag, 16. Januar 2012, 23:08

Da hast du recht, das muss ich mal ausprobieren beim nächsten Hocker. Sie sind aber einigermaßen stabil. Und schnell gemacht; in einer Stunde.
Ich werde demnächst einmal den Bau eines solchen Hockers hier vorstellen, wenn ich mal etwas Zeit dafür übrig habe.
LG Parzival

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Donnerstag, 2. Februar 2012, 16:52

Stabilität

Um den Thread hier mal wieder etwas zu beleben, möchte ich nun einen etwas allgemeineren Beitrag über das Thema Stabilität bei Naturmöbel posten.
Generell möchte ich sagen, dass, entgegen der Meinung Vieler, Naturmöbel sehr stabil und lange haltbar sein können, wenn sie richtig konstruiert sind. Wichtig ist hierbei, dass man sich bevor man anfängt ein paar Gedanken macht und gute Materialien verwendet.
Ich habe schon oft Aussichtstürme gesehen, deren Benutzung nach ein paar Tagen am ehesten einer Mutprobe glich (eine Bauanleitung für einen Turm werde ich auch noch schreiben, denke ich).
Aber zum Thema: ich habe mir folgende Punkte überlegt, die ich für die Stabilität und Durabilität von Lagermöbel, vor allem über längere Zeiträume, für essenziell halte.

Die Materialien
Natürlich ist es klar, dass man mit Streichhölzern keinen Eifelturm bauen kann. Aber ich wollte nicht unerwähnt lassen, dass man, ab einem gewissen Verrotungsgrad, kein morsches Holz verwenden darf. Niemalsnicht. Das sollte man immer am Anfang überprüfen (zur Sicherheit am besten das Holz abklopfen, ist der Klang dumpf, oder hinterlässt der Hammer überdeutliche Spuren im Holz, kann man sich meist jede weitere Mühe sparen). Auch ist es besonders wichtig, sich vorher zu überlegen, welche Baumstämme am Ende die meiste Last tragen werden und da entsprechend starke zu wählen.

Belastung
Es ist nicht nur wichtig zu wissen welche Teile der Konstruktion belastet werden, sondern auch in welche Richtung sie belastet werden. Ein Baumstamm, zum Beispiel, hält sehr viel Druck und Zug in seiner Wuchsrichtung aus, biegt sich allerdings bei seitlicher Belastung.
Okay, bei Baumstämmen mag die Belastungsrichtung bis zu einem gewissen Grad egal sein, da sie ja schließlich von der Natur erschaffen werden, um stabil zu sein.
Aber extrem wichtig wird es bei den Knoten (oder anderen Verbindungen).
Beispielsweise ist ein Kreuzkonten darauf ausgelegt, in Richtung der beiden zu verbindenden Elemente stark zu sein. Bei Eisen- oder Holznägeln verhält es sich nicht anders. Aber wenn die Verbindung eine Drehbelastung erfährt, wird sie sofort nachgeben.

Zum Beispiel: man baut einen Turm, dessen Gerüst aus zwölf, zu einem Würfel verbundenen, Holzstämmen besteht. Die Plattform, die einfach oben drafgebunden ist, ist aus dicken Brettern. Gehen wir von stabilen Materialien und gewissenhaft gebundenen Knoten aus.
Dieser Turm würde nicht halten, da sich die seitliche Belastung (der Turm wird zwar hauptsächlich von oben belastet wenn man drauf steht, aber man muss davon ausgehen, dass eine größere Konstruktion immer auch Druck von jeder Seite erfährt) automtisch auf die Knoten/Verbindungen umverteilt. Wie bereits erwähnt, sind diese aber nicht dafür ausgelegt, das auszuhalten und tun es natürlich auch nicht.
Doch diesem Problem kann man leicht entgehen:

Dreiecke
Der Schlüssel zum effektiven Umverteilen von Kraft (also von den schwachen Verbindungen weg, hin zu geeigneten, belastbaren Partien) ist das Aufteilen von rechteckigen Flächen in dreieckige. Denn bei einem Dreieck wirkt die Kraft bei Druck in jeder Richtung auf den Rahmen und fast gar nicht auf die Verbindungen, bzw bei den Verbindungen nur in die Richtungen, für die sie geeignet sind.
Wenn wir nun also, um beim Beispiel zu bleiben, in alle vier rechteckigen Seitenflächen unseres Turms Querstreben so einbauen, dass sie in zwei Dreiecke aufgeteilt werden, erhalten wir plötzlich wesentlich mehr Stabilität.
Bei dem Hocker von Parzival ist es so gemacht worden. Ohne diese Querstreben würde man ihn warscheinlich nicht lange benutzen können.
Allerdings kann man solche Flächen nicht nur in Dreiecke "aufspalten". Es funktioniert genauso gut wenn man von außen dreieckige Flächen hinzufügt.
Ihr könnt es beispielhaft an dem Tisch sehen, der von vorne betrachtet ein (wenig stabiles) rechteck bilden würde, wenn die Leinen nicht da wären. Durch das hinzufügen dieser Spannleinen entstehen rechts und links zwei dreieckige Flächen, die das "Rechteck" stabilisieren.
Von der Seite betrachtet bildet der Tisch durch seine Bauweise schon ein Dreieck.

Fazit: Macht euch von Anfang an schon Gedanken, vermeidet morsches Holz, knotet/hämmert gewissenhaft und Dreiecke sind gut ;)

Wenn ihr diese Sachen versteht und berücksichtigt, sind der Kreativität beim Erschaffen eigener Behausungen keine Grenzen gesetzt! Denn es gibt wenige Dinge, die einem ein so gutes Gefühl geben, wie wenn man mit eigenen Händen etwas erschafft, was viel Mühe und Kreativität gekostet hat und am Ende alle Hoffnungen erfüllt.

Schöne Grüße und viel Spaß beim Bauen
BelfryGhost


P.S. Habe ich was vergessen/übersehen/unverständlich erklärt? Ich bitte um Kritik und Ergänzungen.
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Freitag, 26. Juli 2013, 18:23

Mein Machwerk will ich euch auch nicht vorenthalten.



Da wir gestern beim Kirschbaum einen Verjüngungsschnitt vorgenommen haben, ist etwas Holz angefallen. Daraus hab ich für meine Mama einen urigen Blumentopfständer gebaut. Dabei natürlich schön Bushcraftskills geübt. Die Grundhölzer sind alle mit Kerbverbindungen versehen und mit Blumendraht fixiert. Die Versteifungsstäbe sind genagelt, die Sitzfläche ist nur aufgelegt. Das ganze hat mich locker ausgehalten, aber durch den Draht eben schon ein bisschen Spiel. Aber mit trockenem Holz und etwas mehr Präzision lässt sich so ein Stuhl auch ganz ohne Nägel bombenfest bauen. Sicherheitshalber hab ich dann aber doch überall noch eine Schraube durch die Kerbverbindung gesetzt, zumal das Holz ja noch schrumpft. Einziges Manko ist, dass die Armlehnen doch recht eng sind. Entweder man muss den Stuhl ewig breit bauen, oder die Lehne anderweitig befestigen.

Mal gucken, nachdem ich ja nun etwas Erfahrung hab, wird vielleicht beim nächsten mal ein Videotutorial draus.

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Samstag, 31. August 2013, 13:50

Sind die Stühle Stabil? Du hast alle Diagonalen auf die gleiche Seite ausgerichtet. Es wäre merklich stabiler wenn sie gegengleich wären, also quasi im zickzack. Die erste von unten nach oben und die nächste ums Eck von Oben nach unten etc. Man kann die Stabilität testen in dem man den Stuhl an zwei Kanten festhält, gegen den Boden drückt und dann versucht horizontal zu drehen, wie ein Steuerrad, erst auf eine Seite und dann auf die andere Seite. Bei deinem Stuhl müsste es links herum etwas nachgeben und rechts herum ziemlich steif sein.

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Liebe grüsse
draussen

Dazu möchte ich als ehemaliger Gerüstbauer anmerken, das es ein Gerüstsystem gibt bei dem die Diagonalen genau so angeordnet sind.
Wenn man sich die jeweils Gegenüber liegenden Diagonalen anschaut, bilden sie ja ein Kreuz, sind also Gegeneinander ausgerichtet.
Hat der Stuhl denn den Belastungstest ausgehalten?

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Montag, 19. September 2016, 23:33

da will ich euch meinen "Thron" nicht vorenthalten, hab den wohl fälschlicher Weise in der übergeordneten Rubrik beschrieben, da ich nicht gesehen hab dass es hier sogar eine "Möbelabteilung" hat...... :wallbash
»korrosiv« hat folgendes Bild angehängt:
  • IMG_0331.jpg

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smeagol (22.09.2016)

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Dienstag, 20. September 2016, 10:07

Vor ein paar Wochen mit Teilen einer zerstörten Bank gebastelt


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krupp (21.09.2016)

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