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Fagris

mit taktischem Hutband

  • »Fagris« ist der Autor dieses Themas

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Samstag, 4. August 2012, 13:01

Lektion 2 - Fotografie bei Nacht

Das folgende Tutorial greift nahtlos in das erste ein und soll Euch veranschaulichen was bei Fotografie bei Nacht / in dunklen Räumen zu beachten ist. Wie wir schon gelernt haben löst die Kamera bei guten Lichtverhältnissen schneller aus, da sie weniger zeit benötigt, genügend Licht auf den Film zu "brennen". Dieser Umstand wird natürlich erschwert wenn kaum oder wenig Licht vorhanden ist.

In geschlossenen Räumen oder bei "Partybildern" empfiehlt es sich einen manuellen oder eingebauten Blitz zu verwenden. Durch die schnelle Freigabe von viel Licht verkürzt sich Eure Belichtuntgszeit und ihr wirkt dem "verschwimmen" bzw. verwackeln Euerer Fotos vor. Ich persönlich bin ein Verfechter der "0 Blitz Theorie", dass heißt das ich den Blitz wirklich nur nutze wenn es garnicht anders geht. ansonsten besinne ich mich lieber darauf ein Stativ und viel Zeit mit zu bringen.

Besonders bei der Nachtfotografie könnt Ihr Eurer Kreativität freien Lauf lassen! So gibt es neben dem normalen Fotografieren noch die Möglichkeit des "Lightpainting" (das Bild hier drunter zeigt was ich meine) oder die Möglichkeit einzelne Teilbereiche mit einer Taschenlampe besonders hervorzuheben (nachträgliche Ausleuchtung).

(Lightpainting mit nachträglicher Ausleuchtung! Die "Bäume" entstanden mit einer Taschenlampe, ebenso wie das rote und weiße Licht vor, bzw. hinter den Zelten. In den Zelten selbst fanden sich kleine Lampen die man so garnicht wahrgenommen hat, erst durch die lange Belichtung wurden sie zu diesen leuchtenden Objekten.)

IMG_6832 von Lichtbaustein auf Flickr

(Original Bild ohne nachträgliche Beleuchtung, dafür mit langer Belichtungszeit!)

IMG_6826 von Lichtbaustein auf Flickr

Ihr werdet bei längerer Belichtung feststellen, dass zum Beispiel fahrende Autos nur als "Lichtlinien" auftreten oder der Himmel durch "Lichtsmog" andere Farben aufweist als nur schwarz. Beim Fotografieren von Sternen ist zu beachten das sich die Erde und somit auch das Firmament kontinuierlich bewegt. So erscheinen nach längerer Belichtung die Sterne nicht mehr als Punkte sondern als feine Linien! Eure Kamera "saugt" im übrigen auch die kleinste menge Licht auf und so werdet Ihr feststellen, dass Ihr auf Eurem Bild viel mehr seht, als mit dem bloßen Auge (so auch af dem Bild hier drunter, mit bloßem Auge war der Blauschleier in der Form garnicht zu erkennen, auf dem Bild jedoch wirkt das ganze absolut so gewollt und regt den Betrachter zum Nachdenken an.


IMG_4268 von Lichtbaustein auf Flickr

Hier noch ein Beispiel für "Lichtsmog", der weiße Strich am Himmel ist im übrigen ein Flugzeug mit eingeschalteter Nachtbeleuchtung)

IMG_4212 von Lichtbaustein auf Flickr

Technisch sind Langzeitbelichtungen garnicht so einfach! Ihr benötigt neben Euerer kamera ein Stativ und im Idealfall noch einen Fernauslöser um die Kamera nicht bewegen zu müssen um sie auzulösen (Gefahr von Verwacklungen). Auch müsst Ihr die Kamera auf dem Stativ gerade ausrichten um keine Schräglage im fertigen Bild zu produzieren. Nachtfotografie von unbewegten Objekten braucht Zeit! Nehmt Euch selbige und ihr werdet tolle Ergebnisse erzielen können.

Bei Spiegelreflexkameras lässt sich mit wenigen Handgriffen einstellen das die Kamera mit kleinerer Blende (= längere Belichtung) bzw. direkt mit längerer belichtung fotografiert. Bei Systemkameras bzw. den Kompakten lässt sich das nicht immer einfach einstellen. hier habt Ihr jedoch meist die Programme "Nacht" oder "Dunkelheit" zur Auswahl. Ich rate einfach dazu die voreingestellten Programme durchzuprobieren und das zu wählen was Euch am besten passt. Wichtig ist bei längeren belichtungen nur, dass der Blitz ausgeschaltet wird! Wenn dies nicht passiert kommen die Lichter die ihr ja abbilden wollte nicht zur Geltung! Die Iso werte sollten bei langzeitbelichtungen möglichst niedrig gehalten werden. Tut ihr dies nicht riskiert ihr unschönes Bildrauschen (dicke Pixel auf dem fertigen Foto) was ihr entweder in mühevoller Kleinstarbeit rausarbeiten müsst, oder was das Bild gänzlich unbrauchbar macht!

Ich kann die Nachtfotografie nur in kleinen teilen hier anschneiden, gern bin ich aber dazu bereit auf einem Treffen ein kleines Tutorial dazu anzubieten. Auch hier weise ich darauf hin, dass ich nur ein laie bin der sich die Fotografie autodidaktisch selbst beigebracht hat. in einem Fotokurz von einem professionellen Fotografen kann sich das ganze schon wieder ganz anders anhören ;).

Zum Schluss wieder ein paar Bilder die ohne Langzeitbelichtung garnicht erst gewirkt hätten:


IMG_4251_2_3_fused von Lichtbaustein auf Flickr


IMG_6994 von Lichtbaustein auf Flickr


IMG_4216 von Lichtbaustein auf Flickr


IMG_4612 von Lichtbaustein auf Flickr


IMG_8955 von Lichtbaustein auf Flickr

(Hier ein Beispiel für "sich bewegende Fahrzeuge" und Langzeitbelichtung. Die Fahrzeuge sind nur als Striche zu erkennen.

IMG_8938 von Lichtbaustein auf Flickr

(Hier noch ein Beispiel für Licht was mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen war, der "Strich" des Scheinwerfers wurde erst durch die lange Belichtung sichtbar).

IMG_3206 von Lichtbaustein auf Flickr

Ich kann wie oben erwähnt im Forum die Themen nur grob anreißen, wer wirklich näher mit der Materie in Kontakt kommen möchte, quatscht mich am besten abends am Feuer drauf an ;)

Liebe Grüße




miteinander-füreinander

Als ich den Schädel im Wald fand, rief ich zuerst die Polizei. Aber dann
wurde ich neugierig. Ich hob ihn auf und fragte mich, was das für ein
Mensch war und wieso er ein Hirschgeweih trug.



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