Posts by Trüffelschwein

    Ich wollte nur nochmals kurz zurück zum verkohlten Gammelholz als Zunder. Das habe ich ebenfalls ausprobiert, es funktioniert hervorragend. Ich werde nämlich häufig gefragt, was unsere Vorfahren wohl verwendet hatten, als es noch keine Baumwolle hierzulande gegeben hatte und es alternativ nur Leinenstoffe gab. Übrigens funktioniert es tatsächlich auch mit Leinen, allerdings verhält sich das Gewebe anders als Baumwolle. Es glüht langsamer, vielleicht auch nicht so heiß, aber auch länger.


    Jetzt das Gammelholz: Nach mehreren Versuchen (Wie "gammelig" muß das Holz sein? Welche Holzarten eignen sich?) hab ich etwas gefunden, was hervorragend funktioniert hatte. Nur, was für Holz war das? Die Sorte ist beim besten Willen nicht mehr erkennbar gewesen. Es kann aber nur eine Linde gewesen sein, in dem Wäldchen wachsen ansonsten nur Erlen und einer solchen traue ich dieses Glühverhalten nicht zu.
    Das Charwood muß gar nicht vollständig in der Dose bleiben zur Verwendung und damit glüht der ganze Vorrat weg. Ich würde es auch nicht mit dem Daumen auf dem Feuerstein festklemmen. Sondern die benötigte Menge ganz einfach in das vorbereitete Zundernest legen und direkt die Funken exakt in die Mitte dieses Feuernestes schicken. Leute, es funktioniert! Es spielt auch keine Rolle, ob mit Feuerstahl/Feuerstein oder Messer/Funkengenerator (Mischmetallstab), es hat mit beiden Varianten geklappt.

    Wer gezielt damit in den Wald geht, um auf diese Weise zu kochen, ja, okay. Ein Weckglas hält auch länger, hatte ich auch probiert. Nach ein paar wenigen Einsätzen war auch dieses kaputt.
    Sinn der Aktion war aber der, einfach ein x-beliebiges Fundstück zu verwenden. Wenn man halt gar nichts dabei hat, auf z. B. ein weggeworfenes Honigglas ausweichen zu können. Klar könnte man auch ein Loch in den Boden buddeln und mit irgendwas auskleiden, erhitzte Steine dann in diesen Topf geben usw, aber das ist viel Arbeit. Und wer sich diese nicht machen möchte, könnte es halt so versuchen.

    Mit Birke hab ich es auch versucht und bin auch nicht weit damit gekommen. Viel Qualm, viel Abrieb, aber keine Glut. Dafür ist das Bohrbrett sehr schnell durchgebohrt. Wenn ich ganz langsam anfangs gebohrt hatte, sah es immer recht vielversprechend aus. Trotzdem war das Ergebnis null.
    Ich führe das auf die Eigenschaft der Birke zurück, daß das Holz zu gammeln anfängt, wenn es nicht geschält wird. Die angesiedelten Mikroorganismen tun dem Holz gar nicht gut. Es qualmt dann extrem stark, vermutlich ist das der Grund für die Schwierigkeiten. Ich wollte mal versuchen, frisch gefällte Birke zu entrinden und zu trocknen und speziell dieses Holz dann für Feuerbohrversuche zu verwenden. Mit den üblichen Fundstücken aus dem Wald mit Rinde geht es jedenfalls kaum.

    Ich hab da hier mal eine Liste zusammengestellt, mit denen ich bisher Erfolg :lagerfeuer beim Feuerbohren hatte. Vielleicht hat der eine oder andere ja Lust, sich was herauszupicken und auch mal das Glück versuchen :D .


    Spindel auf Brett
    Hasel auf Linde, Zunderschwamm
    Pappel auf Pappel (bisher die beste Kombi)
    Linde auf Linde
    Buche auf Fichte, Weide
    Weide auf Weide, Pappel
    Fichte auf Fichte
    Beifuß auf Weide


    Die Liste wird fortgesetzt, vorausgesetzt, ich habe weiter Erfolgsmeldungen. Hölzer, mit denen ich es nicht geschafft habe, lasse ich weg. Darunter befinden sich Arten wie Mahonie, Robinie, Eiche... Was halt hier in Köln so wächst. Sinn des Ganzen ist, sich die Möglichkeiten herauszusuchen, die in der Umgebung auch wirklich vorhanden sind. Was nutzt die Fähigkeit zum Feuerbohren mit Buche auf Fichte (hier in Köln sehr häufig), wenn man sich in einem Linde-Ahorn-Wald befindet? Also Leute, experimentiert ruhig mal mit ein paar verschiedenen Kombis herum.

    Daß es sich dabei um was orientalisches handelt, glaube ich nicht. Eher eine Art Mauerbiene.
    Ich bin zwar kein Insektenforscher, aber aufgrund meines Berufes sehe ich diese Art Kokons sehr häufig in und an allen Bestandteilen von Dächern, die gut geschützt liegen. Unter Schiefer, unter Traufen, an Gauben oder Kaminen, oder auch eben in Fensterrahmen. Sie sind so häufig, daß es sich um einheimische Arten handeln muß. Ich habe beobachtet, daß sich vor allem Varianten von orange-pelzigen Mauerbienen um Öffnungen/Zugängen tummeln, an sonnigen Tagen im April/Mai, gerne dort, wo sie leicht an Dachpappe kommen, wo ich meistens diese Kokons finde.

    Krupp, ab Montag, 19.09. hat der Discounter Lidl diverse Bienenwachsprodukte im Angebot, um die 3,59 Euro rum, glaub ich. Vielleicht ist da ja was für Dich dabei. Ich würde die Wabenplatten nehmen, die schmelzen am schnellsten, weil nicht so dick.


    Wenn Du das Zeug in erwärmten Alkohol (ca. 64 Grad) lösen willst, denk dran, daß Ethanol bei 78 Grad siedet, die Dämpfe Dich ganz schön benebeln können. Mach das auf gar keinen Fall über offenem Feuer oder in der Nähe von Feuerquellen (Raucher!), sonst ist eine Verpuffung mehr als wahrscheinlich und Du siehst aus wie ein Grillhähnchen. Es besteht Lebensgefahr.

    Nach einigen Versuchen damit bin ich nicht mehr so zufrieden. Denn die Gläser scheinen nur jeweils einen Einsatz an der Glut auszuhalten. Okay, das ist besser als keinmal, aber trotzdem arg wenig.
    Ich vermute, daß die Gläser bei der Ersterhitzung feinste Mikrorisse bekommen, beim nächsten Mal gehen sie kaputt. Es kann dabei zwar kein Unfall passieren, vorausgesetzt es bleibt unverschlossen. Das Glas bekommt halt Risse und es kann sein, daß da eine Scherbe rausfällt ins Feuer oder daß gleich der ganze Boden abgetrennt wird. Aber die Enttäuschung ist groß, wenn das mühselig zusammengesuchte Futter in der Glut landet.

    Heute habe ich eine etwas andere Art des Kochens versucht. Auf dem Speiseplan stand Wildkräutereintopf aus dem Glas. Mit einem ganz gewöhnlichen Konservenglas. Der Sinn dahinter? Solche Gläser finden sich oft in Straßengräben. Oder das Glas läßt sich schon vor der Tour vorbereiten.


    In meinem Fall hatte ich das Glas gefüllt mit etwas Öl, Knoblauch und Zwiebeln. Gefunden und hineingeschnibbelt hatte ich Brennessel, Frauenmantel, Spitzwegerich, etwas Schafgarbe, Beinwell. Das dann mit ein bißchen Salz und Cayenne-Pfeffer (gehört zu meiner Standard-Ausrüstung) gewürzt und in die Feuerstelle gestellt, dicht an den Rand der Glut. Erst noch alle paar Sekunden gedreht, dann das Glas stehengelassen und darin gerührt. Nach gut 15 Minuten war alles gleichmäßig durchgeköchelt. Bitte nicht in die Flammen stellen, das Glas könnte zerspringen. Ist es gut erhitzt, kann die Glut auch rundherum drapiert werden, dann geht es schneller. Reis oder Nudeln werden darin wahrscheinlich nicht garen, da bräuchte es ein Riesenglas, außerdem köchelt die Masse darin nicht gleichmäßig, deshalb immer wieder umrühren.


    Das läßt sich prima vorbereiten für Jedermanns Geschmack. Beispielsweise mit Salami oder irgendwelche gekauften Zutaten wie Tomaten, Paprika. Es funktioniert auch mit getrockneten Kräutern, wie Brennessel oder Knopfkraut. Der Veganer nimmt halt Räuchertofu und spült die Blattläuse ab. Wahlweise kann das Glas fix und fertig mitgenommen werden, oder nur teilweise vorbereitet oder ganz leer.
    Wird nicht alles aufgegessen, kann das Essen darin heiß vorschlossen werden und hält dadurch ein wenig länger, es bildet sich ein Vakuum. Außerdem ist es nicht verkehrt, wenn der verschlossene Behälter kleckerfrei ist.
    Mit unbeschichteten Konservendosen klappt das auch. Allerdings lassen sich diese nicht mehr so dicht verschließen.

    Bienenwachs ist löslich in erwärmten Alkohol, bei 62 - 65 Grad. Das Zeug läßt sich dann mit einem Pinsel auftragen, vielleicht einfach die Schnur da durchzoppen.
    Es gibt Teelichte aus Bienenwachs, solche könntest Du in Drogerien finden. Ich habe es schon fertiggebracht und habe auf der Suche nach Bienenwachs Wabenhonig ausgelutscht, gekauft im türkischen Supermarkt. Hat saugut geschmeckt, allerdings war die Menge an Bienenwachs nicht sehr groß. Sogar eine gut konservierte anatolische Ameise war darin.


    Falls ein Öl das Mittel der Wahl werden soll, empfiehlt sich Olivenöl, weil es nicht ranzig wird und sehr lange haltbar ist. Allerdings wachsen Olivenbäume leider nicht in Mitteleuropa.

    Meine beste Kombination ist Pappel auf Pappel. Egal, was für eine Pappel, ob Schwarz- oder Graupappel. Die Spindel darf auch gerne etwas länger sein, so 30 - 40 cm.
    Ich kriegs auch hin mit Buche auf Fichte. Fichte ist das einzige Nadelholz, was zu diesem Zwecke taugt. Alle anderen haben zuviel Harz.
    Eine interessante Kombination ist die Beifußspindel auf Weidenbrett. Das dauert etwas länger beim bohren, erzeugt einen scharfen Geruch dabei, bringt aber ausreichend Abrieb und viel Hitze und funktioniert vergleichsweise zuverlässig. Aber: Die Beifußspindel muß gut verholzt sein, also erst in ein paar Monaten ernten, ziemlich dick, weil sie beim trocknen schwindet, und sehr kurz. Etwa 10 - 12 cm. Außerdem muß das Bohrloch im Brett unbedingt dem Durchmesser der Spindel angepaßt sein, die Spindel ist ja mit Mark weich gefüllt und kann sich kaum ins Brett hineinbohren.
    Und jetzt viel Spaß beim experimentieren!

    Ja, das gibt sich mit der Zeit. Spätestens wenn an der Stelle nach ausreichend viel Belastung sich genug Hornhaut gebildet hat.
    Als Soforthilfe gibt es sog. Blasenpflaster in Apotheken und Drogerien.
    Wenn Du aber sechs bis sieben Monate warten kannst, dann nimm ein oder zwei Blätter des Breitwegerich, rolle und knete die Dinger bis eine Art Gelee austritt und platziere sie auf der Blase, über Nacht und eine Socke drüber. Die Gerbstoffe darin lassen die Haut der Blase regelrecht gerben und wie verhornen. Falls Du die Zeit bis zum Erscheinen des Breitwegerichs allerdings nun in Sandalen verbringen mußt, empfehle ich schon mal Thymian und Spitzwegerich (getrocknet als Tee), das hilft gegen Husten.

    Hallo Rene, ich finde das Messer gut. Ich vermute, daß der verwendete Stahl recht viel Kohlenstoff enthält, was es leicht zu schärfen macht, allerdings auch ziemlich rostanfällig. Übrigens ist mein Lieblingsmesser das kleine Merlin von Herbertz, welches auch eine sehr dicke Klinge aufweist. Dieses hat Hohlschliff, das wäre vielleicht auch was für Deines. Hohlschliff hat aber den Nachteil, daß da relativ leicht Kerben aus der Schneide herausbrechen könnten. Wenn der Stahl sehr spröde ist, d. h. je höher der Kohlenstoffanteil, umso leichter geschieht das.
    Vor allem aber kannst Du auf das gute Stück stolz sein, es ist selbst gebaut. Ich verstehe manche Leute nicht, die auf ein gekauftes teures Teil stolz sind. Sie haben es nur gekauft, nicht gebaut.
    Ein Messer habe ich bisher noch nicht angefertigt, aber eine Machete aus 0,75 Millimeter dünnem verzinktem Eisenblech. Mit ner Flex angeschliffen. Die Machete schneidet nicht wirklich gut, aber sie reicht aus, um einen Lagerplatz von Brombeerranken zu befreien. Nur mal so als Idee.


    Sel : Bist gerade Du auf Deine alten Tage unter die Gewichtsfetischisten gegangen??? Daß ich das noch erleben darf!


    LG Trüffelschwein

    Der Hersteller "Müllers Mühle" macht Erbsmehl, außerdem noch viele andere Mehle mehr, z. B. Linsenmehl. Ich kaufe das Zeug im Großhandel (Fegro-Selgros, Handelshof, Metro), dazu braucht man allerdings einen Gewerbeschein. Ich nehme stark an, daß große Supermärkte das Zeug ebenfalls haben. Im Dicounter gibt es das jedenfalls nicht.

    Wie wäre es mit folgendem Rezept? Pro Person
    600 ml Wasser, 5 g Salatkräuter gefriergetrocknet, 25 g Erbsmehl, 5 g Brühe, 25 g Pürreepulver, 12 g Röstzwiebeln, 1 Prise Curry.
    Das Zeug in kaltem Wasser anrühren, einen halben Teelöffel Senf dazu und einen kleingeschnittenen Apfel. 10 Minuten kochen lassen (wichtig!), fertig. Evtl. Salamistückchen mit rein.
    Die trockenen Bestandteile nehme ich fertig gemischt mit, nur Wasser, Apfel und Senf müssen frisch dazu. Schmeckt besser als gekaufte Erbswurst, ist wesentlich verträglicher. Und ich weiß, was drin ist.

    Ebenfalls vom Survival-Magazin inspiriert habe ich ein paar Hagebutten gesammelt, was ich öfters mache, um sie zu entkernen und zu trocknen. Das Zeug futtere ich einfach so zwischendurch. Die Neuerung diesmal ist aber der Versuch, die Hagebuttenkerne ebenfalls zu verwenden.
    Mit einem scharfen Messerchen halbiert, lassen die roten Früchte sich mit relativ wenig Aufwand per Finger entkernen. Die Schalen und Kerne separat in einem groben Sieb auswaschen, so lassen sich die Härchen leicht wegschwemmen. Anschließend alles trocknen lassen, am besten locker ausgebreitet auf Backpapier o. ä. Das dauert ein paar Tage.
    Die Schalen schmecken halt etwas säuerlich-fruchtig, ist Geschmackssache. Und die Kerne? Nach dem Trocknen habe ich sie trocken (ohne Fettzugabe) in der Pfanne dunkelgelb geröstet, abkühlen lassen und gleich einen Teelöffel voll gegessen. Autsch, die sind hart wie Steinchen, wahrlich kein Genuß, es sei denn, man ist zahnloser Masochist. Also die kleinen Dinger ab in die handbetriebene Kaffeemühle, mit deren Hilfe ich mich regelrecht in Extase gekurbelt habe. Der Geschmack kam jetzt auch durch: nach Mandeln, Nüssen und Popcorn, echt lecker, allerdings nicht süß, eher etwas herb. Bloß das feinkörnige Sandgefühl war immer noch nicht so toll. Dann hab ich es eingeweicht in Joghurt, schon besser. Der Hit aber heute Abend, die Körnchen in heißer Milch eingeweicht, über frisches Apfelkompott gegossen, wow! Popcorn-Apfel, was will man mehr?
    Keine Ahnung, ob das Zeug gesund ist, viel Arbeit macht es auch, aber an langen Winterabenden ist es einen Versuch wert.

    Hallo Leute! Hier in Köln stehen reichlich Bäume zur Stadtbegrünung an den Straßen, die man so im Wald eher selten findet. In erster Linie handelt es sich hier um Platane, Robinie (hartes Holz!), Ginkgo, Nußbaum (nicht der Strauch), Trompetenbaum, Götterbaum und weiße Roßkastanie. Die Linden sind ja hinlänglich bekannt und seien nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Ab und an fällt an stürmischen Tagen auch schon mal ein Stück davon runter. Jetzt die Frage: Hat irgend jemand im Forum mal ausprobiert, ob mit diesen Hölzern was anzufangen ist? Feuer bohren oder so?
    Außer als Mini-Werkbank to go fällt mir zur Robinie auch nicht viel ein. Ginkgo kann man trinken. Kastanienschalen als Seifenersatz. Nüsse sollten auch klar sein ^^ . Hat noch jemand eine Idee dazu? Wie ist es in anderen Städten, was stehen da für Gehölze herum und was macht Ihr damit?
    Grüße
    T.

    Üblicherweise bin ich ein echter Zeckenmagnet, mein Rekord liegt bei 7 Stück von Samstag 15:00 bis Sonntag 11:00. Vor ein paar Tagen hatte ich von einem einfachen Mittel zur Zeckenabwehr gehört. Hab ich gleich an diesem Wochenende ausprobiert, von Freitag 10.4. spätnachmittag - Sonntag 12.04. mittags habe ich keine einzige eingefangen. Dabei hatte ich aber eine auf der Isomatte entdeckt, es gab also welche. Bei dem Mittel handelt es sich um Schwarzkümmelöl, in meinem Fall in Kapselform. Eine Kapsel morgens, eine abends, und gut ist es. Das Zeug soll den körpereigenen Geruch so verändern, daß es die Viecher abschreckt und vertreibt, aber für Menschen nicht wahrnehmbar ist.
    Ich hatte das schon mal ausprobiert, allerdings gegen Allergien (erfolglos), daher wußte ich, daß das Zeug in >Kapselform verträglicher ist als in flüssiger Form. Danach kann das Aufstoßen dann zum Problem werden. Kaufen kann man es in Drogerien, Reformhäusern und Apotheken.
    Ich werde das Schwarzkümmelöl weiterhin verwenden und entsprechende Erfahrungsberichte mitteilen.