Posts by Skuzzlebud

    Mal abgesehen davon, dass es bei den meisten Menschen wohl einen gewissen Widerstand auslöst Tiere mit einem gewissen "Kuschelfaktor" zu verspeisen, bin ich auch der Meinung : Alles Fleisch ist Fleisch!

    Ich finde es Moralisch immer sehr bedenklich wenn Tiere getötet und anschließend quasi weggeschmissen werden, auch wenn sie angeblich noch so "schädlich" und "invasiv" sind. Da ist es schon gut wenn sie noch als Nahrungsmittel Verwendung finden.

    Was mich interessieren würde -

    Verwertet man nur die Hinterschenkel ? Bzw. Ist der Rest zu Knochig um mit gegessen zu werden? Ich könnte mir vorstellen, dass an Rücken und Vorderarmen auch noch brauchbares Fleisch dran ist.

    Muss man für den Privatgebrauch eine Trichinenprobe machen? Wenn das Gulasch ein - zwei Stunden gekocht hat werden wohl alle Trichinen hin sein. Verkaufen oder sogar roh essen will man Waschbärfleisch wohl eher nicht.

    Und noch ganz am Rande - Womit schießt man Waschbären? - Schrot oder eher 22er? Der Waschi auf dem Bild sieht ja schon etwas mitgenommen aus, hat aber keine erkennbaren Löcher drin.

    @ Outdoor


    Wie viel Zugkraft die Zwille hat, kann ich nicht zu 100% genau sagen. Ich habe gerade mal mit der Kofferwaage gemessen und komme bei einem Haltepunkt zwischen Kinn und Ohr auf 6,25 Kg mit dem doppelten Theraband Gold. In Pfund wären das rund 13,8. Das hört sich erstmal nicht viel an aber bei Zwillen kommt es nicht unbedingt nur auf die reine Zugkraft an, sondern eher um das Rückschnellvermögen der Gummis.

    Meine alte Zwille hatte zum Beispiel Schlauchgummibänder, welche sich weitaus schwerer ziehen ließen, dennoch waren die Geschosse langsamer.

    Irgendwann bremst sich die eigene Masse des Gummis selber beim zurückfedern. Noch höhere Geschossgeschwindigkeiten erreicht man eher mit längeren Bändern, als mit stärkeren, welche dann über die gesamte Spannweite beider Arme (Butterfly style) gezogen werden. Ob man dabei noch irgendetwas trifft steht allerdings auf einem anderen Blatt.

    Mit einem Doppelten Theraband Gold ist man bei normalen Zwillen auch schon im oberen Ende der Skala dabei. Es gibt auch Freaks welche sich noch ein drittes Band daneben Basteln, aber das macht wenn überhaupt nur Sinn wenn man sehr schwere Stahlkugeln mit 16,18 oder 20mm verschießen möchte. Die normalen 8 oder 10mm Kugeln kannst du auch mit einem einfachen Theraband Gold oder Schwarz noch Wirkungsvoll verballern. In GB und den USA werden damit z.B. Tauben und Grauhörnchen bejagt.

    Hallo zusammen!


    Ich habe hier mal eine kleine Bastelarbeit für nebenher. Wie immer wollte ich den Beitrag auch schon vor langer Zeit geschrieben haben, aber ihr wisst ja wie das ist...;)


    Eigentlich wollte ich nach ewiger Zeit, nur nochmal ein wenig Zwille schießen, konnte diese aber absolut nicht mehr finden. Bevor ich also eine neue gekauft habe, bin ich auf die Idee gekommen, dass man sowas auch für relativ schmales Geld selber bauen kann. Nach einiger Recherche im Netz habe ich mich dann für eine Zwille aus Sperrholz, mit relativ anatomischer Formgebung, entschieden. Eine herkömmliche Astgabel hätte wohl auch funktioniert, aber ich wollte die Sache lieber etwas auf Performance und angenehme Handhabung trimmen.


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    Schritt eins besteht darin eine passende Form aufzuzeichnen und diese, auf die Sperrholzplatte zu übertragen. Ich habe hier ein 15mm Multiplex Reststück aus dem Baumarkt.


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    Dadurch dass, meine Zwille eine Tiefe von ca. 45mm haben soll, musste ich die Grundform drei mal aussägen. Die Zinken an denen das Band befestigt wird bleiben hier nur am Mittelstück stehen. Optimal wäre hier eine Dekupirsäge aber mit der Stichsäge geht es zur Not auch.


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    Die drei Einzelteile werden anschließend zu einem Block verleimt.


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    Sobald der Leim getrocknet ist kann man das Profil auf den Griffblock übertragen...


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    ... und diesen grob in Form bringen. Wenn hier irgendwas nicht genau dem vorgezeichnetem Profil entspricht, ist das nicht weiter schlimm. Die Hauptsache ist, dass der Griff gut in der Hand liegt. Mit meinem Bandschleifer geht das ganze natürlich super fix, wer aber derlei Geräte nicht besitzt kommt auch mit einer gewöhnlichen Halbrundraspel gut voran.


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    Die ganzen Rundungen und Feinheiten werden dann mittels Schleifleinen ausgearbeitet.


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    Hier kann man sicher noch viel schöner und genauer arbeiten, aber im Grunde ist die Formgebung soweit abgeschlossen.


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    Eigentlich hätte die Zwille hier schon fertig sein können allerdings ich habe gesehen, dass viele der besseren Sportzwillen mittlerweile über Klemmsysteme verfügen, welche ein anbringen oder wechseln der Bänder erheblich erleichtern. Das wiederum fand ich ganz praktikabel und habe hier ebenfalls ein paar Klemmbacken aus alten Micartaresten angefertigt.


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    Innen rein kommen M4 Gewindehülsen...


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    ... welche aussen mit M4 Torx- Senkkopfschrauben gespannt werden.


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    Damit sich die Backen sich nicht verdrehen und das Band noch besseren halt bekommt, werden noch Löcher zwischen Zwille und Klemmbacke gebohrt, in welche ein Holzstift eingeklebt wird.

    Dabei sollte man natürlich drauf achten den Holzstift nur an der Zwille fest zu kleben, damit man die Klemmteile auch noch öffnen kann.

    Hier muss man sich auch entscheiden, ob man das Band über die Zinken oder seitlich befestigen möchte. Bei dieser wird das Band seitlich befestigt, bei der letzten hatte ich das Band konventionell oben befestigt, was für mich aber keinen großen Unterscheid ausmacht.


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    Damit die Klemmteile nicht so klobig aussehen habe ich auch hier noch einiges abgeschliffen.


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    So sieht das dann ohne Bänder aus. Wie das immer so ist, ist ausgerechnet diese von meinen Sperrholz Zwillen nicht unbedingt die schönste geworden, was der Funktion aber auch nicht schadet. Das ding soll schlussendlich seinen Zweck erfüllen. Ob dann noch kleine Kleberreste oder Schleifspuren dran sind spielt da keine Rolle. Um die Farben des Holzes etwas mehr hervorzuheben und die Zwille etwas zu versiegeln habe ich die Oberfläche noch mit Leinöl behandelt.


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    So werden die Bänder angebracht.


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    Und so sieht das dann Fertig aus. Hier mit einem doppelten Theraband Gold. Die bänder habe ich fertig gekauft, die auch noch selber zu schneiden war mir dann doch zu fummelig, zumal ich da kein geeignetes Equipment für besitze. Multiplex- Zwillen zu bauen macht jedenfalls Spaß und geht relativ leicht von der Hand. Das war sicherlich nicht die letzte Zwille für mich.


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    Und zumindest auf kurze Distanz ist die Durchschlagskraft schon überraschend hoch. Zumindest höher als bei meiner alten gekauften Zwille, was aber zum größten Teil auf die besseren Bänder zurückzuführen sein sollte.
    Generell gibt es beim bau einer Zwille nur ein paar wenige grundlegende Dinge zu beachten.

    Erstens (und das ist auch das wichtigste Kriterium) sollte die Gabel möglichst flach sein. Je höher die Gabel ist desto mehr Hebelkraft wirkt beim ausziehen der Bänder gegen mein Handgelenk.

    Zweitens sollte der Griff gut und sicher in der Hand liegen.

    Drittens sollten die Gabelzinken nicht zu weit auseinander stehen. 10cm sind lange genug. Je weiter die Zinken auseinander stehen desto schräger zieht man die Bänder.

    Wer das so ganz grob beachtet kann auch starke Bänder ohne Armstütze oder derlei überbewerteten Schnickschnack benutzen. Wobei Genauigkeit immer besser ist als übermäßige Power.


    Macht das eine Zwille nun zur perfekten Prepper- Survival - Bushcraft Jagdwaffe des kleinen Mannes? Ich würde eher sagen Nö. Sicher kann man mit einer Zwille die allermeisten Vögel und andere Tiere bis Kaninchengröße locker zur strecke bringen. Allerdings braucht man um einigermaßen genau schießen zu können gute Munition, gute Gummies und viel Übung. Nur mit Kieselsteinen geht die Präzision arg in den Keller.


    :winken

    Gruß an alle - Holger

    Wundert mich nicht; Fische mögen stark riechende Köder aller Art. Katzenfutter, fermentierte Innereien oder eben deine Füße. Alles was hart intensiv duftet finden Fische, oder auch Krebse und Krabben lecker;). Wobei die kleinen Fische bis ca. 5cm so gut wie alles Fressen.


    In Osteuropa werden solche kleinen Weißfische gerne gebraten und anschließend in Essig mit Gewürzen eingelegt. Nach ein paar Tagen sind die Gräten durch den Essig weitestgehend weich und man kann sich den "Falschen Brathering" aufs Butterbrot packen.


    PS. Das ist eines der ganz wenigen Male unter den vielen, vielen Pet Flachen Fischfallen Posting´s, in denen wirklich ein Fangerfolg dokumentiert wurde.

    Moin Odin!


    Ohne deine Arbeit in irgendeiner Form geringschätzen zu wollen, behaupte ich mal, dass du das Holzinlet für die Scheide einfacher und schöner hättest haben können.

    Du hast Fichtenholz verwendet, welches wie du sicher selber bemerkt hast, ein zwar weiches aber sehr langfaseriges Holz ist und somit beim schnitzen stark zu Ausrissen neigt. Ich habe sowas bei kleineren Messern auch schon mit Fichte gemacht aber bei so großen Sachen hätte ich auch etwas bedenken wegen der Stabilität.

    Da die Form deiner Klinge relativ winkelig ist hätte ich da einfach schmale Leisten, welche in der Dicke deiner Klinge entsprechen, ausgesägt und um die Klinge herum, auf eine der Latten aufgeleimt und danach das Gegenstück auf der anderen Seite draufgeleimt. Etwa so als ob du eine Kiste bauen würdest. Alles was dann aussen übersteht kann man einfach absägen und beischleifen. Ich hoffe das war nun verständlich sowas lässt sich rein in Schriftform schlecht rüberbringen...

    So spart man sich die ganze fummelige Aushöhlerei und hat auf ganzer länge eine perfekt gleichmäßige Aussparung.

    Des weiteren hätte ich da ganz pragmatisch Birkenmultiplexplatten verwendet. Mittelalter und traditionelles Handwerk schön und gut, aber sehen tut man davon hinterher so wie so nichts mehr, und die Steigerung an Stabilität gegenüber normalem Holz insbesondere Fichte ist exorbitant.


    Was mich auch etwas verwirrt ist die trageweise mit der Schneide nach oben.:skeptisch Hat man sowas wirklich so gemacht??

    Ich habe das mal mit einem meiner Messer probiert nach zu empfinden und fand das ziehen der Klinge auf diese Art einfach maximal bescheiden.

    Bis du eine Holzscheide nur durch das ziehen und einschieben eines Messer so weit durchgearbeitet hast sollte ja wohl einige Zeit vergehen.

    Ich bin da kein großer Fachmann, aber gerade bei einer Beiwaffe welche man nutzen möchte wenn die Bedingungen für ein Schwert zu beengt sind wäre es mir persönlich sehr wichtig diese möglichst schnell und ohne Umstände ziehen zu können. Da wäre mir doch die neue Scheide alle paar Jahre ziemlich nachrangig.

    Schön, dass hier auch noch mal ein Anderer was hochläd. Ich hatte schon die Befürchtung der thread verkommt zu meinen Privatblog ;).


    Interessant zu sehen wie manche Klingenformen im laufe der Zeit immer wieder kommen. Wenn man die Spitze von deinem Sax nur minimal hochziehen würde hätte man ein lupenreines Bowiemesser.


    Hat der Erl schon in die Aushöhlung des Knochens gepasst oder hast du den Hohlraum noch verfüllt? Das Loch sieht irgendwie relativ groß aus. ?(

    So ihr lieben Leute!


    Wie schon im Voraus angekündigt kommt hier nun das ausführliche Review zum Yakutmesser.

    Die Frage die sich beim Yakutmesser sofort stellt, ist ob der asymmertrische Schliff der Klinge bei einem Gebrauchsmesser Sinn macht und ob diese spezielle Klingenform irgendwo besondere Vorteile mit sich bringt. Also habe ich mal versucht alle, für mich relevanten Arbeiten mit dem Messer auszuführen, mit anderen Messern zu vergleichen und dies subjektiv zu dokumentieren.



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    Für mich das wichtigste was ein Messer draußen können muss, ist das bearbeiten von Holz. Um mich mit dem Messer etwas vertraut zu machen habe ich also das Holzinlay für die Messerscheide bewusst nur mit dem Yakutmesser geschnitzt. Im ersten Moment ist die Klinge schon etwas ungewohnt, aber nach ein paar Minuten bin ich ganz gut zurechtgekommen. Mit der flachen Seite kann man schön die rechtwinkligen Ecken des Inlay´s ausarbeiten und mit der konvexen Seite kann man gut aushöhlen. Einzig die Länge der Klinge war hier, mit rund 12cm schon etwas sperrig, was aber selbstredend auf meine Kappe geht.

    Am Ende habe ich dann doch noch ein wenig mit einem groben Schleifleinen nachgearbeitet, aber man hätte das Inlay auch durchaus einfach so lassen können. Unter dem Leder der Scheide sieht man den unterschied wohl kaum.


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    Draußen im Walde angekommen habe ich dann erstmal versucht einige "Feathersticks" zu schnitzen. Hierbei war es dann schon etwas fummelig. Der Schneidwinkel der Klinge ist mit 23 -24 Grad schon eher flach womit Trennschnitte durch kleine Zweige oder Seile sehr leicht von der Hand gehen, dennoch hat man bei längeren Schnitten immer das Problem, dass sich die Klinge an der balligen Seite aus dem Material herausdrehen will, wobei man sich oft die "Curls" abschneidet. Dabei immer dagegen zu halten um den richtigen Schneidwinkel zu treffen erfordert ein gewisses Maß an Konzentration.


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    Ein weiteres Problem mit dem asymmetrischem Schliff welches ich vorher nicht bedacht hatte zeigt sich hier.


    Obwohl das Yakutmesser (Oben) deutlich flacher geschliffen ist als das Mora (Unten) muss ich es beim schneiden spürbar steiler am Holz ansetzen. Man ist quasi gezwungen die gesamte Dicke der Schneide zu überwinden, beim symmetrischen Schliff muss man nur den Winkel bis zur Mitte der Klingendicke überwinden. Das hört sich vielleicht seltsam oder unwichtig an, ist mir aber beim arbeiten deutlich aufgefallen.


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    Lange Schnitte auf sich zu macht man in der Praxis nur sehr selten, diese sind aber mit dem Yakutmesser auch fast unmöglich weil sich die Klinge hier, im Gegensatz zum normalen schneiden, immer weiter ins Material hinein drehen will und nach kurzer Zeit stecken bleibt.


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    Der nächste große Kritikpunkt ist, das unter Bushcraftern beliebte "Batonen", oder ganz trivial - "Holz spalten mit dem Messer" - ist nur sehr eingeschränkt möglich. Auch hier will sich die Schneide logischer weiße zur Seite drehen. Wobei Holz spalten mit Steckerlmessern generell etwas mit bedacht geschehen sollte. Dennoch ist die Möglichkeit kleine Holzstücke mit dem Messer spalten zu können in vielen Situationen hilfreich.


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    Was hingegen recht gut funktioniert, ist das aushöhlen von Rundungen. Ich habe auch hier einen Vergleich mit dem Mora gemacht und auch hier ähnlich gute Resultate erzielt, allerdings lag dies in erster Linie daran, dass das Mora eine wesentlich weniger hohe Klinge besitzt. Bei gleichen Dimensionen wäre hier das Yakutmesser besser gewesen.


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    Das Bild zeigt es nicht sonderlich deutlich, aber wer nun kein spezielles Löffelmesser dabei hat kann mit dem Yakutmesser schon ganz passabel flache Vertiefungen in glatte Flächen schnitzen.


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    Die flache Seite der Klinge eignet sich besonders für die ganz feinen Druckschnitte. Hier kann man wirklich im ganz flachen Winkel ansetzen und den sehr flachen Anschliff der Klinge voll ausnutzen.


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    Kleiner Trick: Man kann das Messer, für kleine Schnitte, kurz greifen und den Daumen dabei in die Aushöhlung der Klinge legen. So hat man immer noch ein gewisses Maß an Halt und Kontrolle.


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    Als Stand- Alone Schnitzwerkzeug in Gürtelmessergröße kann man mit dem Yakutmesser schon eine große Bandbreite an filigranen Formen schnitzen. Hier gibt die asymmetrische Form ein kleines Plus an Möglichkeiten gegenüber normalen Messern.


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    Ein weiterer Punkt der für mich von Bedeutung ist, ist das zubereiten von Lebensmitteln. Äpfel schälen braucht zwar kein Mensch aber ich hatte gerade keine Kartoffeln. Auch hier sieht man, dass man mit der Flachen Seite superfein schälen kann.


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    Beim zerteilen sind dann die vier Millimeter Klingendicke und der einseitig ballige Schliff doch zu viel des guten.


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    Brot und Tomaten und auch die meisten anderen Lebensmittel bekommt man passabel portioniert, wobei hier auffällt, dass noch nicht einmal die kleine Tomate geschweige denn das Brot gerade abgeschnitten wurden. Man kann damit leben, aber ein echtes Küchenmesser ist es nicht.

    Hier sind sehr dünne Klingen wie ein Victorinox oder Opinel bedeutend besser geeignet.


    Was ich jetzt nicht mit drin habe ist das ausnehmen eines Fisches oder der Gleichen aber ich denke auch dies sollte mit dem Messer möglich sein, wenn auch nicht besonders filigran.


    Fazit:

    Was ist das besondere am Yakutmesser und warum ist es anders als alle anderen gängigen Outdoormesser?

    Ganz ehrlich ich weiß es nicht! Vermutlich werden diese Messer wirklich nur aus Tradition oder um sich dadurch zu identifizieren hergestellt.


    Ist es ein Funktionierendes und allgemein brauchbares Messer?

    Ja. Auch wenn es ungewohnt in der Handhabung ist.

    Ist es besonders multifunktional?

    Nein. Man kann kaum Holz spalten und die Schnittführung ist nicht leicht zu beherrschen.

    Kann es irgendetwas besser als andere Messer?

    Nein. Man hat beim schnitzen marginal mehr Optionen, aber wenn man will bekommt man das auch mit anderen Messern hin.


    Vielleicht liegt es daran, dass es einfach ungewohnt ist aber ich komme mit symmetrischen Klingen einfach besser zurecht. Dabei bin ich an sich nicht wählerisch. Ich habe Messer in Flach, Ballig und Scandi und solange diese halbwegs sinnvoll geschliffen sind, komme ich mit denen allen ganz gut zurecht. Das Yakutmesser ist sicher ein funktionierendes Messer, aber um damit wirklich warm zu werden ist es einfach zu speziell. Die Verwendung die mir am ehesten dafür in den Sinn kommen würde, ist als kleines Schnitzmesser in Ergänzung zu anderen Schnitzmessern für spezielle Formen.


    Falls noch irgendjemand etwas schlaues dazu einfällt, lasse ich mich gerne belehren.


    LG Holger

    Hmm...

    Eine asymmetrische Klinge ohne die Hohlkehle wäre wohl etwas am Sinn vorbei. Zumindest wenn man wie hier die flache Seit schärfen möchte.

    Die Aushöhlung dient unter anderem dazu den Materialabtrag beim schleifen etwas zu minimieren. Wenn die Aushöhlung fehlt müsste man folglich die gesamte Fläche der Klinge schleifen, was untertrieben gesagt etwas arbeitsintensiv wäre. Wenn man nun einfach von der anderen, also der balligen Seite schleift, läuft man Gefahr, den Schneidwinkel im laufe der Zeit, immer stumpfer zu machen. Also beides nicht gerade optimal.


    Ein größeres Review kommt noch, aber ich kann schon mal soviel verraten dass, ein 0815 Scandimesser wesentlich leichter herzustellen wäre und die selben, wenn nicht mehr, Möglichkeiten in der Anwendung bietet. Warum die Jakuten sich nun unbedingt diese Form auserkoren haben, erschließt sich mir demnach immer noch nicht.

    Das Yakutmesser


    Moin zusammen! Der Beitrag ist wie immer schon etwas angestaubt, ich wollte den eigentlich schon vor zwei- drei Monaten raus bringen, aber die Zeit zum schreiben war wie immer knapp.


    Angefangen hat die Sache damit, dass ich im Herbst und Winter eine Masse Youtube Channels von russischen Schmieden geguckt habe. Da verstehe ich zwar nichts aber man sieht noch ein paar Dinge, welche man in den bekannten Themenchannels der westlichen Hemisphäre noch nicht gesehen hat. Unter anderem die traditionellen jakutischen Messer welche asymmetrisch, also nur von einer Seite geschliffen sind.

    Sowas kannte ich vorher noch nicht und fand das relativ kurios, was mich dann neugierig gemacht hat, und zu dem Entschluss führte mir so ein Messer anzufertigen.


    So kleine Steckerlmesser habe ich schon oft geschmiedet und das erste Modell aus Kfz Feder war dann auch relativ schnell fertig. Woraufhin ich bemerkt habe, dass ich die Klinge für Linkshänder angefertigt hatte. Bei normalen Klingen ist das ja egal, aber bei asymmetrischen Klingen eben nicht. Das Yakutmesser einfach "falsch" herum zu benutzen geht auch nicht oder ist zumindest völliger Mist, also ab damit in die Ramschkiste und nochmal von vorne.


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    Ab da hat mich dann der Fluch der Yakuten getroffen. Vielleicht hab ich zuviel russisches Gas durch die Heizung gejagt für das irgendein jakutischer Friedhof umgebaggert worden ist. Jedenfalls hatte ich danach nur noch Schei... an der Hand und habe die nächsten drei Anläufe verkackt. Alle drei hatten mehr oder minder große Haarrisse. Das blöde dabei ist, dass man die meistens erst beim schleifen bemerkt wenn man schon eine Menge Arbeit reingesteckt hat. Oder noch schlimmer die Risse treten erst beim härten auf.

    Was genau schief gelaufen ist kann man hinterher nur schwer erahnen, aber ich vermute V3 und V4 waren etwas zu dünn geschmiedet. Es war an dem Tag sehr hell und kalt. Als ich dann die Klingen zum normalisieren aus dem Feuer geholt habe, habe ich die Temperatur falsch eingeschätzt und die Klingen sind zum Teil schon an der kalten Luft gehärtet und haben einiges an Spannung aufgebaut, was dann beim schleifen zu Rissen geführt hat. Das Material bei V3 und V4 war 8x6mm 1.2842 also habe ich für V2 12x8mm 1.2842 verwendet, weniger dünn geschmiedet mehr geschliffen und mehr auf die Temperatur geachtet. Diesmal kam der Riss erst nach dem Härten;(:wallbash


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    1.2842 oder auch 90MnCrV8, ist jetzt kein Wunderstahl mit welchem ich überfordert wäre, aber da ich mittlerweile reichlich angepisst war und nicht noch mehr Zeit und Material aufbringen wollte, bin ich für Yakutklinge Nr.5 wieder auf relativ idiotensicheren Federstahl umgestiegen.

    Ich mutmaße mal, dass die Schmiede in der russischen Teilrepublik Sacha (auch als Jakutien bekannt), was so ziemlich der A... vom A... der Welt ist, auch alles nehmen was verfügbar ist, womit Kfz Federstahl wohl auch etwas authentischer ist.


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    Ab hier lief die Sache dann einigermaßen, womit wir auch endlich zum eigentlichem Herstellungsprozess kommen können.


    Die Federwindung wird erst vorsichtig aufgebogen...


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    ...und dann zu einem geraden Stück gerichtet.


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    Aus dem so gewonnenen Stück Rundstahl wird eine grobe Klingenform geschmiedet. Man könnte hier, um Material zu sparen auch schon den Erl ausarbeiten. Weil ich aufgrund der vorausgegangenen Fehlschläge, schon etwas unmotiviert war, habe ich es vorgezogen den Erl später einfach auszuschleifen.


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    Nun kommt die Besonderheit bei der Yakutklinge. Man schlägt mit der Hammerfinne, oder wie in diesem Fall mit einem Ballspitzenhammer

    eine Hohlkehle in eine Seite der Klinge. Die Seite mit der Hohlkehle muss beim schneiden nach außen zeigen, weswegen man beachten sollte in welcher Hand man das Messer hinterher führt.


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    Das ganze gestaltet sich etwas kompliziert weil sich die Klinge beim einseitigen bearbeiten krümmt. Noch schlimmer ist es die Klinge am Ende zu richten weil man nicht einfach vollflächig von beiden Seiten arbeiten kann, wie man es bei normalen Klingen tuen würde. Man will ja die Hohlkehle nicht wieder raushämmern.


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    Hier ist die Klinge nach dem groben Vorschliff. Den Erl habe ich mal extra stark stehen gelassen.


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    Nach der üblichen Wärmebehandlung, sprich normalisieren, härten und anlassen, ist mir dann aufgefallen, dass die Klinge einen nicht unerheblichen Verzug aufweist. X(:zensiert  War ja auch der einzige Fehler den wir noch nicht hatten. Ich kann mich kaum daran erinnern, dass mich ein Schmiedeprojekt, und noch dazu ein eigentlich eher simples, jemals so gefrustet hat. Ich habe die Klinge dann nochmal gerichtet und versucht die Spannungen etwas auszuglühen, was in einer kleinen Kohlenesse natürlich nur sehr bedingt möglich ist. Zumal ich auch Angst hatte durch das viele erhitzen den Kohlenstoff im Stahl zu verlieren. Zu guter letzt und nach wiederholter Wärmebehandlung war die Klinge aber doch bedeutend gerader als vorher, und ein spürbarer Verlust an Kohlenstoff hat meines dafürhaltens auch nicht stattgefunden. Zumal ich so oder so noch etwas Material wegschleifen musste.


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    Hier nach langem Ringen: Die fast fertige Yakut Messerklinge. Die große Kunst besteht nun darin nur die eine Seite der Klinge möglichst eben zu schleifen. Wenn man hier etwas rund oder wellig schleift hat man beim Feinschliff hinterher große Probleme solche Stellen auszuschleifen.


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    Mit dem massiven Erl habe ich mich dann noch etwas selbst gegeißelt. Man kann sich kaum vorstellen wie toll es ist, die ganzen kleinen Schlitze in den Griffkomponenten eines solchen Messers, mit der Nadelfeile auszufeilen, wenn man es noch nicht selber gemacht hat. Das nächste mal gibts wieder ein Flacherlmesser!;)


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    Das schöne an den Steckerlmessern ist nur, dass man die ganzen Reste und Kleinkram den man in messermacherischer Messeiemanier angehäuft hat mal zu irgendetwas gebrauchen kann. Wir haben hier ein Reststück braunes Micarta, zwei Stückchen Ebenholz, ein Stück Buche aus dem Brennholz und die weissen Liner aus PU welche ich aus dem Müll geangelt habe.

    Den Erl musste ich hinten etwas schmaler machen weil sonst das Material am Griff zu dünn geworden wäre.


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    Der ganze Kram wird dann mit 2K Kleber bestrichen und zusammengepresst.


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    Danach folgt das ausarbeiten der Griffform. Im Original Haben Yakutmesser einen völlig konturlosen Griff mit ovalem Querschnitt.

    Weil ich aber mit konturlosen Griffen mal so garnichts anfangen kann, habe ich mir mal eine gewisse Freiheit erlaubt und dem Griff eine, zumindest etwas, anatomische Form gegeben.


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    Es war ein langer Kampf mit vielen Tränen, aber mit genug bockiger Sturheit wird irgendwann ein Messer draus.

    Worin nun genau der Sinn einer asymmetrischen Klinge liegt kann ich immer noch nicht genau sagen. Im Netz findet man da die wildesten Gerüchte. Von: Die Hohlkehle ist eine Blutrinne, bis man kann besonders gut gefrorenen Fisch schneiden, man braucht weniger Stahl um das Messer zu schmieden usw. Meistens haben solche speziellen Formen einfach wirtschaftliche Gründe, was ich hier aber auch nicht ganz erkennen kann. Man kann zwar mit der Ausarbeitung der Hohlkehle ein paar Millimeter mehr Klinge rausquetschen, aber ob ein Messer nun fünf Millimeter breiter oder länger ist, ist im Grunde auch völlig irrelevant und rechtfertigt nicht den höheren Arbeitsaufwand. Andere sagen, dass die Form eine höhere Stabilität bringt, was auf das verbiegen der Klinge bezogen sicher nicht ganz falsch ist. Anderer seits kann die Klinge aufgrund ihrer Form auch nicht Federn, was bei einer Überlastung eher zum Bruch als zum verbiegen der Klinge führt.

    Was man zweifelsfrei sagen kann ist, dass das Messer relativ simpel zu schärfen ist. Aufrund der Hohlkehle muss man beim schleifen auch nicht ganz so viel Material abtragen.


    Wie sich das Messer in der Praxis schlägt und ob der asymmetrische Schliff besondere Vorteile bringt, speziell im vergleich zu "normalen" Messern, werde ich in einem separaten Beitrag nochmal etwas ausführlicher behandeln.


    Bis dahin Grüße an alle -


    Holger :winken






    Also ich mache beim arbeiten mit Leder auch immer wieder "Anfängerfehler", aber die sehen irgendwie weniger gut aus als deine.;)

    Aber OK, ich bin mir auch immer mein größter Kritiker.

    Zumindest die Scheide mit den Eichenblättern sieht ja schon recht komplex aus. Sowas in 2D aufzumalen würde ich auch noch hinbekommen, aber um so einen Plastischen 3D Effekt zu erzielen muss man, denke ich schon einiges an Geschick mitbringen.


    Hut ab :thumbup:

    Dazu sollte man noch sagen, dass die meisten Bakterien und Viren, welche sich in unserem Körper wohl fühlen und /oder für uns gefährlich werden können schon bei weitaus geringeren Temperaturen absterben. Ausschlaggebend dafür ist, wann die Eiweiße in den Bakterien, Viren oder Einzellern gerinnen. Die allermeisten Erreger, welche auf menschliche Körpertemperaturen ausgelegt sind, sollten schon nach wenigen Sekunden bei 50 -60 Grad Celsius durchgegart sein. Selbst ein hohes Fieber ist schon in der Lage, die Ausbreitung der allermeisten Viren und Bakterien zumindest einzudämmen.

    Sicher gibt es Bakterien welche sich auch bei 70, 80 oder 100 Grad noch super wohlfühlen, allerdings haben diese auf den menschlichen Organismus keinerlei Einfluss.

    Das mit dem drei, fünf oder zehn Minuten lang kochen ist weder erwiesen noch nachvollziehbar. Wenn man für den Menschen relevante Mikroorganismen einmal zum kochen bringt, sind diese aufgrund ihrer geringen Größe unmittelbar durchgegart und somit auch ziemlich tot.

    Und die werden auch nicht noch toter wenn man sie noch länger kocht.

    Schonmal einer einen "Folder" gebaut?


    Hallo zusammen;

    Ich hab auch dieses Jahr wieder ein paar handgemachte Messer zu Weihnachten verschenkt, und weil ich mal was anderes machen wollte habe ich mich dazu entschlossen, mal ein paar Taschenmesser selber zu basteln.

    Während man über selbstgemachte Messer mit fixer Klinge, mittlerweile so ca. 3876 Milliarden Forenthreads, Videos und weiß der liebe Himmel was noch im Internet findet, muss man tatsächlich nach MYOG Foldern, ein wenig suchen um da irgendetwas aussagekräftiges zu finden.

    Irgendwie fristen die Folder in der Messermacherszene ein ganz bescheidenes Schattendasein.

    Die Gründe dafür liegen, mutmaße ich einfach mal, darin, dass es im Vergleich zur Herstellung feststehender Messer, doch relativ komplex und kleinteilig und langwierig ist einen Folder zu bauen. Auf die ganze Fummelarbeit hat einfach keiner Bock. Ausserdem denke ich, dass MYOG Folder auch relativ unwirtschaftlich sind. Während für Feststehende Messer heutzutage jeder noch so horrende Preis bezahlt wird, bekommt man ganz ordentliche Taschenmesser auch noch für relativ schmales Geld.


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    Weil ich in der Thematik bis dahin noch völlig unbelesen war, habe ich ein altes Messer, welches ich mal im Müll gefunden habe, demontiert um mir die Wirkungsweise der Mechanik genauer zu betrachten.

    Es gibt sicher etliche verschiedene Arretierungssysteme für Taschenmesser, aber der ganz normale "Slipjoint" Verschluss wie er bei den meisten 0815 Taschenmessern verwendet wird, ist mir persönlich immer noch am liebsten. Ich benutze solche Messer jeden Tag auf der Arbeit und auch zu Hause und, dass man die Klinge dabei nicht wirklich verriegeln kann habe ich eigentlich bisher kaum vermisst.


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    Angefangen habe ich mit den Gehäuseschalen. Das 1,5mm VA Stahlblech hatte ich mir auf der Bude mit der Tafelschere schon grob vor geschnitten. Auf die Blechschalen werden nun die die groben Formen angezeichnet und die Bohrungen vorgekörnt.


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    Die Blechteile werden zusammengeklemmt und miteinander gebohrt.


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    Dann wird das Material für Feder Und Klinge ausgeschnitten. Ich habe hierfür ein altes Kreissägeblatt verwendet. Man sollte hier ruhig etwas mehr Material nehmen als nötig erscheint, damit man im Notfall noch ein bisschen Platz zum tricksen hat.


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    Dann werden die Löcher für Feder und Klinge gebohrt und die Feder grob in Form geschliffen.


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    Nun wird der Rücken der Klinge an die Feder angepasst und somit der obere Anschlag für die Klinge definiert.


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    Jetzt kommt der allerwichtigste und auch schwierigste. Das anpassen der Drehachse an die Feder. Hier kommt es wirklich auf sehr viel Feingefühl an. Wenn man hier auch nur einen Feilenhieb zuviel abträgt arretiert der Mechanismus nicht mehr richtig. Wenn man zu viel stehen lässt geht der Mechanismus zu schwer oder bleibt auf der falschen Position stehen. Zudem sollte die Feder bei offener und geschlossener Klinge in der gleichen Position stehen, damit hinterher am Griffrücken nichts heraussteht.

    Das alles von Hand hinzubekommen hat mich einige Versuche (siehe verschissene Klinge unten) und auch Nerven gekostet.

    Man sollte dabei auf jeden Fall immer einen Lederknebel zum draufbeissen, einen Boxsack eine Flasche Schnaps, Blutdrucktabletten und den Teddybär zum ausheulen griffbereit haben.X(:wallbash:heul


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    Nun kann man die Pins und Blechschalen zusammenbauen und prüfen ob die Mechanik in beide Richtungen funktioniert.


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    Erst jetzt sollte man die Formen von Griff und Klinge ausarbeiten. Wenn man das schon vorher macht, fehlt schnell mal irgendwo ein Millimeter und die ganze Arbeit war für die Tonne. Wichtig ist das zusammenspiel von Drehachse und Feder. Erst wenn das passt kümmert man sich um die Feinheiten.


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    Damit man die Klinge leichter öffnen kann habe ich noch eine Daumennagelkerbe rein geschliffen.


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    Als nächstes werden die Löcher in die Griffschalen gebohrt. Dabei sollte man darauf achten, dass es eine rechte und eine linke Griffschale gibt und man nicht beide Hälften mit der selben Schablone bohrt. Das Loch in der Mitte habe ich nicht ganz durchgebohrt. So bleibt der dort verbaute Messingpin in den Griffschalen und das Messer bleibt komplett mit den Schrauben zerlegbar.


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    Danach werden die Löcher angesenkt, damit die Schraubköpfe nicht überstehen. Ich habe dafür M4er Torx Senkkopfschrauben verwendet welche in 5mm Gewindehülsen geschraubt werden.


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    Dann wird der Pin in der Mitte eingesetzt und gekürzt.


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    Danach werden die Gewindehülsen und Schauben auf die benötigte Länge gekürzt, was auch wiederum eine unsägliche Fummelarbeit war.

    Die Klinge wurde in der Zwischenzeit auch fertig geschliffen und gehärtet, was ich hier aber mal rauslasse.

    Eigentlich hatte ich vor die Feder auch einer Wärmebehandlung zu unterziehen, habe das aber gelassen weil die Federeigenschaften des Ausgangsmaterials auch so schon ausreichend waren.


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    Überschüssiges Griffmaterial abfeilen/schleifen. Die Griffschalen habe ich bewusst nicht verklebt so, dass man die Griffschalen oder andere Teile nach belieben demontieren , reinigen oder austauschen kann.


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    Hier nochmal das Innenleben des Fertigen Messers. Bevor man jetzt alles zusammenschraubt kommt da noch ein Tröpfchen Öl rein.


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    Danach kommt noch ein bisschen Feinschliff und Firlefanz und damit wäre es vollbracht.


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    Ich habe auf dann auf dieser Basis noch ein bisschen mit anderen Design`s experimentiert bis ich genug Geschenke beisammen hatte.

    Da könnte man sicher noch einiges schöner machen, die Federn sind etwas stark geraten die Spaltmaße zwischen den Metallteilen sind nicht ganz so sauber wie bei industriell gefertigten Messern;

    Aber die Messer sind so weit funktionell und machen einen soliden Eindruck. Für´s erste mal MYOG Folder bin ich ganz zufrieden.

    Ob ich der Sache noch weiter nachgehe weiß ich aber noch nicht.

    Ich habe es angefangen und auch durchgezogen, in erster Linie aus reiner neugier, aber die ganzen Fummelarbeiten liegen mir einfach nicht besonders. Es ist einfach ein unglaublicher Kampf die kleinen Schräubchen zu kürzen und die Feder genau anzupassen, man feilt ein bisschen was ab und probiert aus ob es passt, und das dutzende male nach einander. Da muss man einfach für geschaffen sein.


    Grüße an alle

    - Holger :winken

    Ich habe hier auch mal auf die schnelle ein paar kleine Tests durchgeführt. Generell sollte die Brennbarkeit von Baumwollstoffen, den meisten Bushcraft interessierten wohl bekannt sein. Es handelt sich schließlich um eine recht feine Pflanzenfaser und stellt somit einen durchaus brauchbaren Zunder dar. Man denke nur an Fett oder Wachs getränkte Wattepats oder dergleichen, mit denen sicher die meisten schon mal gezündelt haben.

    Aber probieren geht über labern also zur Sache:


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    Ich habe hier zwei Stücke NVA Zeltbahn. Das Linke habe ich mit Wachs behandelt ( Müsste eine 70/30 Mischung Biene- Paraffin sein). Die verwendete Menge entspricht etwa der, welche ich auch für Kleidung verwende. Für Taschen oder Rucksäcke hätte ich noch etwas mehr genommen.

    Das rechte Stück befindet sich im Originalzustand. Die Zeltbahn wurde sicher vor langer, langer Zeit mal mit irgendwas behandelt, was sich aber kaum noch ernsthaft auf die Stoffeigenschaften auswirkt. Jedenfalls nimmt die Zeltbahn relativ schnell Wasser auf.


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    Als erstes habe ich die beiden Stücke ordentlich mit dem Mischmetallstab malträtiert. (Es waren schon einige ganz gute Funken dabei)

    Oben sieht man das unbehandelte Stück. Wenn man ganz genau hinsieht kann man ganz leichte angeschmorte Stellen erkennen. Durchgebrannt ist aber nichts und entflammen kann sich da schon gar nichts. Kunstfaser wäre hier schon lange im A.


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    Hier das mit Wachs behandelte Stück. Das Wachs ist an einigen Stellen geschmolzen und ein paar kleine braune Punkte hat es auch bekommen, aber alles in allem nichts dramatisches. Wohl gemerkt, ich habe es wirklich darauf angelegt einen Schaden zu generieren. Um am Lagerfeuer so eine Dosis Funken ab zu bekommen müsste man sich schon sehr ungeschickt anstellen. Wenn ein richtiger Glutbrocken auf dem Stoff liegen bleibt wird sich dieser aber sicher durchbrennen.


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    Jetzt der Versuch mit offener Flamme an einer Kerze. Oben das unbehandelte Stück. Nach ein bis zwei Sekunden fängt es Feuer...


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    ... und brennt mit recht solider Flamme bis zu ca. 50% ab.


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    Hier das gewachste Stück. Es entflammt sich ebenfalls in ein bis zwei Sekunden...


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    ... und brennt mit noch etwas mehr Flamme fast vollständig ab.


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    Zum Schluss noch ein Stück Jeansstoff. Dieser ist wesentlich schwerer und definitiv unbehandelt. Die dauer bis zum entflammen ist genau so kurz wie bei der Zeltbahn...


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    ... und brennt auch mit großer Flamme beinahe restlos ab. Der Unterschied zwischen den drei Proben ist überraschender Weiße marginal.

    Alle drei brennen bei direktem Kontakt zu einer offenen Flamme sehr schnell und auch ziemlich gut. Leinöl habe ich nicht getestet aber ich denke bei direkter Flammeneinwirkung wird das Ergebnis das selbe sein.


    Im nachhinein muss ich aber sagen, dass ich noch nie ernsthafte Probleme mit meiner Kleidung und Funkenflug am Lagerfeuer hatte, obwohl ich oft Mischgewebehosen oder auch mal eine Fleecejacke am Feuerchen trage. Als deutscher Bushcrafter/Gartenbesitzer, ist man ja auch eher geneigt sein Feuerchen etwas kleiner zu halten oder einen Hobo zum feuern zu benutzen. Da stellt sich das Problem mit den Funken nicht so sehr.

    Beim groben Arbeiten mit Metall wie etwa beim trennschleifen großer Stücke oder beim schmieden trage ich auch dicke Baumwollkleidung. Da wo die Funken über längere Zeit aufkommen bekommt der Stoff irgendwann Löcher, aber das dauert schon sehr lange und die Funkenbelastung, gerade beim schleifen mit der Flex ist exorbitant höher als an jedem Lagerfeuer.

    Wirklich Feuerfest ist nur Leder gefolgt von Wolle. Wenn meine derzeitige Arbeistklamotte den Geist aufgibt gedenke ich mir mal eine gebrauchte Bordjacke/ Hose der Bundesmarine zuzulegen. Diese sind zum Teil aus Aramidfasern und sollten auch relativ feuerfest sein. Ob diese auch outdoortauglich sind kann ich aber noch nicht einschätzen. Zumindest die Hose sieht aber noch einigermaßen zivil aus.


    Gruß -- Holger:winken   

    Hallo zusammen;


    Ich entere mal einfach den Beitrag hier, weil meine Eggenpfanne inzwischen fertig ist und ich euch die Einzelheiten der Konstruktion gerne bildlich näher bringen möchte.


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    Zu allererst, braucht man natürlich eine Eggenscheibe. Die Dinger gebraucht, und so mit sehr günstig zu erstehen, ist schon mal gar nicht so einfach. Der Blumenstein hat mir zwar freundlicherweise einen Link auf ebay Kleinanzeigen gegeben, wo einer gebrauchte Eggenscheiben für zehn Euro plus Versand verkaufen wollte, welche sicher auch funktioniert hätten, aber die Form hat mir nicht so ganz behagt und es waren relativ viele große Befestigungslöcher in der Scheibe. Weswegen ich mich noch ein wenig umgesehen habe und eine preisreduzierte neue Scheibe für rund zwanzig Euro plus Versand gefunden habe, welche mir wegen der Form und der geringen anzahl der Löcher besser zugesagt hat.

    Wer es genau wissen will: Es handelt sich um eine Teller Eggenscheibe der Marke Granit in den Maßen 460 x 4mm passend für die Amazone und den Centaur - :lol:schäm   Oh Mann, Hauptsache mal völlig unspektakulären Dingen gewaltige Namen geben!   


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    Der Nachteil an neuen Scheiben gegenüber gebrauchten ist, neben dem höheren Preis, dass die dicke Farbe noch komplett dran ist.

    Ich habe diese erstmal mit dem Winkelschleifer und einer 180er Lamellenscheibe grob auf beiden Seiten runter geschliffen.


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    Kennt noch einer den alten Kampf der Titanen Film, in dem Perseus und seine Mannen ihre spiegelnden Schilde benutzen um gegen die Medusa kämpfen zu können? - Ich schwöre die hatten genau solche Eggenscheiben!!!


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    Um die Löcher zu stopfen habe ich mir vier Pinn´s von einer Stange abgeschnitten.


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    Die Löcher hatten einen Durchmesser von 13mm. Ich hatte aber nur 12er Rundmaterial rumliegen, also habe ich die Pin´s einfach in die Löcher gesteckt und mit dem Hammer platt geschlagen bis die Löcher quasi vernietet waren.


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    Danach habe ich die Pin´s noch eingeschweißt. Eigentlich wollte ich die Nähte wieder glatt schleifen habe da aber immer wieder leichte Undichtigkeiten gehabt. Ich habe es ein paar mal versuch, hatte aber irgendwann die Faxen leid, und habe unten am Boden die Schweißnähte stehen lassen. Das sieht nicht sehr elegant aus, hält aber dicht. Um die Nähte flach zu bekommen hätte man an Löcher und Pin´s eine Phase schleifen, und die somit entstandene Nut mit der Elektrode auffüllen müssen. Bei vier Millimeter Materialstärke ist das eine arge Fummelarbeit und birgt die Gefahr ein Loch in die Platte zu brennen, also habe ich es lieber so gelassen.


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    Für die Griffe habe ich mich dann ein wenig in der Schrottecke bedient, und für den Hauptgriff die Aufhängung einer alten Schuppentür, und für den Griffbügel ein Reststück 8er Vierkant verwendet.


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    Etwas zurechtgedengelt sieht das dann so aus. Das hätte man bestimmt auch schöner machen können, aber bei Utensilien welche so haltbar sind, dass sie einen wahrscheinlich überdauern, sollte man meiner Meinung nach nicht übertrieben pingelig sein. Die Ästhetik liegt da in der Funktion.


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    Eigentlich hatte ich auch vor die Griffe festzunieten, was den archaischen Look noch etwas mehr betont hätte, allerdings hätte ich dann die Löcher Bohren und die Nieten noch anfertigen müssen, was zeitlich einen gewissen Aufwand bedeutet hätte. Zumal meine Frau am meckern war: Ich solle endlich Rein kommen!! X(

    Also habe ich in meiner Not die Griffe einfach angeschweißt, was sicherlich auch die nächsten 376 Jahre halten wird.

    Ein schöner Zufall ist, dass die Pfanne genau auf meine Feuerstelle passt.


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    Um die Pfanne ganz sicher von allen Lackresten zu befreien habe erstmal einen Haufen Reisig in der Pfanne abgefackelt um diese danach mit dem Drahtbürstenaufsatz der Bohrmaschine nochmal gründlich zu reinigen. (Da habe ich leider keine Bilder von)

    Anschließend habe ich dann die Pfanne ganz klassisch mit Öl eingebrannt.


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    Den Jungfernflug hatte die Pfanne dann mit einem etwas abgewandeltem Pilz-Paprika-Zwiebel Gyros. Ich schätze mal, dass man ca. vier Liter Volumen an klein geschnibbelten Sachen flach auf der Pfanne ausbreiten kann. Das war bei meinen normalen Pfannen immer blöd weil das Essen da irgendwann nur noch kocht und nicht brät, wenn man zu viel in der Pfanne hat. Allerdings muss man hier etwas aufpassen, das nichts über den Rand fällt, weil dieser sehr flach ist.


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    Mit Beilagen ausreichend für 2,5 Personen. Ich hätte es aber auch alleine geschafft.;)

    An Steaks oder Würstchen hätte aber sicher auch genug für sechs bis acht Personen reingepasst. Wenn die Jungs mal groß sind wird das mit dem Gyros allerdings eng. Dann muss ich nochmal ran; Nur gut, dass es die Dinger bis 700er Durchmesser gibt.:eek

    Blöd ist nur wenn man der ist welcher hinterher, bei Dunkelheit und Kälte, raus muss um das Teil zu reinigen. Weil in die Spüle passt auch die "kleine" 460er schon nicht mehr. Mit einem stück Stahlwolle und ein paar Blättern Küchenpapier geht das aber auch relativ schnell und einfach, sogar ohne Wasser. Ein bisschen Ölfilm soll ja drinnen bleiben damit das gute Stück nicht rostet.


    Der Vollständigkeit halber- Hier noch das Rezept für mein "Gyros"


    500g Schweinenacken

    4 -6 Mittelgroße Zwiebeln

    2 Große rote Paprika

    250g Braune Champignons

    3 -4 Zehen Knoblauch
    Alles klein geschnitten in eine Schüssel packen


    5-6 EL Sonnenblumenöl

    1 El Zitronensaft

    1 EL Sojasauce

    2 TL Salz

    1TL pfeffer

    2 El Paprikapulver edelsüß

    1 El Zwiebelpulver

    1TL Kreuzkümmel

    2 EL Kräuter der Provence -wer die nicht hat kann auch Majoran oder Oregano nehmen


    Alles gut vermengen und für ein paar Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank packen.


    Danach nur noch in die Pfanne schmeißen. Dazu serviere ich Krautsalat, viel Zaziki und geschnittene Tomaten.


    Bon appetit und Grüße an alle! - Holger:winken

    Hey Ben!


    Meinen allergrößten Respekt und besten Dank, für die viele Arbeit die du hier reingesteckt hast!

    Nur bei dem Wort Softwareupdate baut sich in mir ein innerer Widerstand auf. Derartige Fummelarbeiten an Computerprogrammen sind mir immer ein Buch mit sieben Siegeln und wahrhaft nichts mit dem ich gerne meine Zeit verbringen würde.

    Was mir am besten gefällt ist - Endlich keine Fehler beim hochlanden oder einfügen von Bildern mehr!!! :dance:dance

    Weil ich in meinen Beiträgen gerne mal ein paar Bilder beifüge, hat mich das teilweise echt Nerven gekostet, wenn nach dem Beitrag absenden nur noch Quellcodes und Bildsalat zu sehen waren.

    Generell gefällt mir die neue Aufmachung ganz gut. Wirkt recht freundlich und ich denke man gewöhnt sich recht schnell dran.

    Das einzige was ich vielleicht noch ändern würde wäre: Ganz oben, wo bushcraftportal.net steht wieder ein Landschaftsfoto oder ähnliches einfügen das sieht so ein bisschen karg aus. Das könnte man z.B. mit den Jahreszeiten wechseln, damit es keinen Staub ansetzt.

    Ich weiß natürlich nicht wie aufwändig so etwas wäre und ob es die Arbeit wert ist, aber das ist auch nur so einen Idee von mir...


    LG und :bcplove

    Holger

    Moin zusammen;


    Ich habe hier mal eine kurzweilige Schnitzerei für zwischendurch. Es geht um einen sogenannten "Shrink Pot" welcher als relativ robuste und sicher verschließbare Aufbewahrungsdose für allerlei Kleinkram dient. Das Teil wird recht simpel aus Frischholz angefertigt und stellt eine Alternative zum obligatorischen Löffel schnitzen am Lagerfeuer dar. Der einzige Nachteil daran ist, dass man einige sehr spezielle Werkzeuge benötigt.


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    Als Ausgangsmaterial dienen hier Ast- oder Stammabschnitte, welche weitestgehend astfrei sein sollten. Dabei dient das längere Stück als Körper der Dose und das kleinere als Deckel.

    Die Holzsorte und die Abmessungen der Dose sind dabei jedem selbst überlassen. Man sollte nur darauf achten, dass man auch über ausreichend dimensionierte Werkzeuge verfügt um den Körper der Dose vollständig auszuhöhlen.




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    Das erste eher spezielle Werkzeug welches hier Einsatz findet ist ein Knebelbohrer, mit dem ein ordentlich großes Loch vorgebohrt wird. Es geht sicher auch ohne aber irgendeine Form von Handbohrer im Schnitzbesteck zu haben erleichtert viele Dinge ungemein. Den Schraubstock braucht man natürlich auch nicht zwingend.



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    Danach beginnt man damit den Stammabschnitt von innen her auszuhöhlen.

    Hierfür verwendet man am besten ein Schnitzmesser mit langer dünner Klinge. Eien Victorinox oder Opinel geht auch, aber da sollte man schon etwas aufpassen die Klinge nicht abzubrechen.




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    Wenn man die Öffnung weit genug ausgehöhlt hat kann man auf ein leicht geschwungenes Löffelmesser umsteigen.




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    Ab da geht es dann zügig voran. Die Wandstärke sollte relativ dünn sein, damit die Dose nicht beim trocknen reist.




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    Nun kommt der schwierigste Arbeitsschritt:

    Das einkerben der Nut für den Boden, für dass ich mir extra zwei Werkzeuge improvisiert habe, welche allerdings beide recht suboptimal waren.




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    Irgendwie hat es dann auch funktioniert aber es war schon recht fummelig.

    Optimal wäre eine Art winziges Löffelmesser dessen Schneidebogen genau der Nut entspricht. Wenn ich mal ganz viel Langeweile habe werde ich mir so etwas mal Dengeln.

    Ich habe irgendwo gelesen, dass man solche Shrink Pots auch nur mit einem Messer herstellen kann, stelle mir das aber sehr schwierig vor.




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    Weil Der Boden der Dose sich beim trocknen "fest schrumpfen" soll, wird dieser nicht aus dem gleichen Holz wie der Rest angefertigt sondern aus schon trockenem Holz.

    Daher auch der Name Shrink Pot.






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    Wichtig beim einpassen des Bodens ist es, sich die Position der Teile zueinander zu markieren, um auch an den richtigen Stellen Material abzunehmen.




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    Beim anfertigen des Bodens empfehle ich dringend Schnittschutzhandschuhe zu tragen, weil man wenig Grifffläche hat und arg nah an der Klinge arbeiten muss.


    Diese Erkenntnis hat mich leider erst nach dem Verlust eines Stück Fingerkuppe ereilt.

    ... ist ja nicht so, dass die Handschuhe nicht daneben gelegen hätten. :unschuld   





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    Wenn man dann so weit ist....


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    ....kann man den Boden mit ganz sanfter Gewalt in die Nut drücken.

    Richtig gute Shrink Pots sollen sogar Wasserdicht sein. Davon ist meiner natürlich weit entfernt, aber als Kleinteilebox ist er lange gut genug.



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    Wenn der Boden sitzt kann man sich dem Deckel widmen. Dazu sägt man den Stamm rundherum bis auf die Tiefe des Innendurchmessers ein.

    Hierfür kann wieder das selbe Holz verwendet werden wie für den Körper der Dose.




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    Das überstehende Material wird nun rundherum abgespalten. Den Innenradius der Dose sollte man sich vorher anzeichnen, um nicht zuviel wegzuschneiden.




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    Nach einigem anpassen....


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    ...passt dann auch der Deckel.



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    Am Ende habe ich den Deckel noch ein wenig beigeschnitzt.



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    Wenn man den Deckel fest verschließen möchte,

    dreht man ihn einfach ein wenig. Dadurch, dass die beiden Teile nie perfekt rund sind verkeilt sich der Verschlussstopfen dabei mit der Dose, was einen recht guten Formschluss zur Folge hat.

    Um das gute Stück nun zu trocknen füllt man es mit Schnitzspänen auf und stellt es an ein schattiges Plätzchen. So lange die Wandstärken nicht zu groß und die Temperaturen nicht zu hoch sind gibt es da eigentlich keine Probleme, und der Boden der Dose sitzt nach einiger Zeit bombenfest.



    Gruß an alle -


    Holger :winken

    Nun ja; Die handwerkliche Leistung bei so einem ganz robust gehaltenem Messer ist ja recht überschaubar. Unter Anleitung schaffen das auch Anfänger oft beim ersten Versuch. Autodidaktisch braucht es vielleicht zwei oder drei Anläufe bevor was vorzeigbares dabei rumkommt.
    Das hängt natürlich auch vom Geschick des Einzelnen ab.


    Von der Herstellung solcher Werkstücke seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ist schon beinahe unmöglich. Auch wenn die Materialien sicher deutlich unter fünf Euro gekostet haben, mit Strom, Kohle und Verschleiß an Schleifmitteln werden es vielleicht zehn Euro sein, gehen die kosten für die Arbeitszeit ins Astronomische.
    Echte Handarbeit dauert nun mal lange. Da ist man schnell mal einige Stunden beschäftigt, was dazu führt, dass man solche Werkstücke für ein vielfaches von dem veräußern müsste, was sie eigentlich wert sind.

    Die Idee finde ich mal richtig gut!
    Woher bekommt man diese Scheiben? Hab gerade auf E-Bay geguckt und nix gefunden. Kann aber sein, dass ich nicht den richtigen Suchbegriff verwendet habe.


    Ich hatte mal mit dem Gedanken gespielt mir so eine Pfanne selber zu dengeln. Hab das aber verworfen, weil es wirklich ein riesen Haufen relativ anspruchsvolle Arbeit darstellt so eine Pfanne von Hand zu schmieden. Zu dem braucht man ein paar sehr spezielle Werkzeuge und ein Stück Schwarzblech in der Abmessung ist auch nicht gerade billig.


    PS; Nimm nicht die Schruppscheibe, die ist viel zu grob. Damit ruinierst du nur die Oberfläche. Hohl dir lieber eine Lamellenscheibe in 100er bis 200er Körnung.

    Hallo zusammen;


    Ich habe hier mal was ausgegraben, dass ich schon vor Monaten schreiben wollte; Aber mit der Anzahl der Kinder wird die Zeit für so was einfach nicht mehr. :unschuld
    Also gibt´s heute quasi frisch aus der Babaypause mal eine Historische Replik.
    Sinn und Zweck für das Messer war, dass ich ein großes Kochmesser für draußen haben wollte, welches ausreichend robust sein sollte um auch mal ein paar Anmachhölzchen zu spalten oder ein paar Brennnesseln und Brombeertriebe wegzuschneiden. Beim stöbern im Netz bin ich dann über diese trade knife´s oder Scalper aus der amerikanischen Pelzhändlerzeit gestoßen, welche ziemlich genau meinen Vorstellungen entsprochen haben.
    Ich bin da historisch nicht ganz so belesen, aber bei den verschiedenen Formen welche im 18ten Jahrhundert verbreitet waren unterscheidet man hauptsächlich unter der englischen und der französischen Form. Der Unterschied besteht darin, dass die englische Form nach oben gekrümmt ist und die französische einen relativ geraden Rücken oder eine drop point Form aufweist. Es gibt aber sicher auch einige Abweichungen. So richtig schlau bin ich da bei meinen Recherchen nicht geworden.
    Jedenfalls habe ich mich dazu entschlossen die Französische form nachzubauen weil mir die leichte drop point Form besser gefällt.




    Als Ausgangsmaterial dient hier ein Rundstahl C45. Es müssten 15 oder 16mm im Durchmesser gewesen sein. Ich hätte sicherlich auch genug besseren Stahl rumliegen gehabt aber ich wollte mal wenigstens ein bisschen historisch korrekt vorgehen, und habe einen möglichst einfachen Werkstoff ausgewählt. Außerdem: Wenn man mit Indigenen Tauschhandel betreiben möchte, welche jetzt nicht so die Vollprofis in Metallurgie sind, greift man wahrscheinlich zu eher günstigen Rohstoffen. - Denke ich mir jedenfalls.
    Nebenbei bemerkt braucht man für ein funktionelles Messer auch gar keinen besonders tollen Stahl. Bei halbwegs gelungener Wärmebehandlung sind auch bei einem C45 Härten von 52 bis 56 HRC realistisch, was im Grunde auch ausreichend ist.





    Als erstes wird der Rundstahl etwas zugespitzt. Dies ist im vollen material noch wesentlich einfacher als hinterher wenn der Rundstab schon flach gehämmert ist.






    Danach wird der ganze Bereich abgeflacht.




    Nun wird auf der Ambosskante ein Stück für den Erl abgesetzt.




    Und ebenfalls abgeflacht.




    Danach wird die Schneide so weit wie möglich ausgearbeitet. Umso mehr man hier schmiedet, umso weniger muss man hinterher schleifen was "unterm Strich" viel Zeit und Material einspart.




    Wenn die Klinge weitestgehend ausgeformt und begradigt ist wird das überschüssige Material am Erl abgetrennt, womit der Rohling auch schon fertig wäre. Alles in allem eine recht anspruchslose Schmiedearbeit bei der man einfach mal meditativ einen Rundstahl platt kloppen kann. Muss auch mal sein...





    Weil das Ganze etwas archaisch aussehen sollte, bin ich mit dem Rohling auch gar nicht erst an den Bandschleifer gegangen, sondern habe den Balligen schliff einfach mit der Flex und ´ner 40er Lamellenscheibe per Augenmaß gemacht. Das ist nicht sonderlich professionell, geht aber schnell und wenn man ein wenig Gefühl dafür hat wird das Ergebnis auch halbwegs annehmbar.




    Weil meine Esse keine gleichmäßige Temperatur über mehr als 15cm Länge bringt, bin ich zum Grillfeuer umgezogen und habe diesem mit der Heißluftpistole kräftig eingeheizt um genug Glut und Hitze zu erzeugen. Das ist nun auch wiederum nicht ganz professionell aber bei einem derart einfachem Stahl wie C45 kann man das mal machen. Wichtig ist hier das Werkstück einige male zu normalisieren bevor man härtet. Ach ja; und ein paar löcher in den Griff gebohrt hatte ich da auch noch.




    Abgeschreckt habe ich dann in vorgewärmten Öl. Bevor jetzt einer ankommt und behauptet :" C45 ist aber ein Wasserhärter!" :schlaubi
    Ja... C45 ist ein Wasserhärter und wird in Öl noch weniger hart als ohnehin schon. Aber: Werkstücke wie Messerklingen mit nur wenigen Millimetern dicke, härten auch in Öl vollständig durch. Wenn man derart filigrane Teile in Wasser abschreckt, werden die Klingen sehr oft krumm, bekommen eine wellige Schneide und/oder Risse. Dieses recht hohe Risiko rechtfertigt die ein oder zwei Rockwell mehr an Härte in keinem Fall.






    Nicht verdrallt oder verzogen. Bei so langen dünnen Werkstücken ist das immer etwas kritisch.




    Zum anlassen habe ich mir dann einen kleinen "Kunstkniff" überlegt. Und zwar wollte ich die schon nicht ganz so tolle Härte in der Schneide, nicht beim anlassen noch weiter herabsetzen und habe mir eine "Kühlvorrichtung" gebaut, um den Klingenrücken selektiv anzulassen.



    Versuch Nr.1: Sieht cool aus bewirkt aber rein gar nichts. Die Wärmeableitung ins Wasser ist einfach zu effektiv.





    Versuch Nr 2: Auch hier habe ich mit dem Brenner ziemlich lange draufhalten müssen bevor sich etwas getan hat, aber nach einer Weile hat es dann funktioniert.




    Mit meiner Kompaktkamera bekommt man die Anlassfarben nur schlecht zu sehen, aber man erkennt schon ein bisschen Farbe am Klingenrücken während die Schneide unverändert geblieben ist.



    Nach meiner Recherche wurden für die Griffe dieser Messer meist billige Hölzer verwendet, welche gerade greifbar waren. In dieser Tradition habe auch ich mich für ein Reststück Buchenfußleiste entschieden. Auch die Griffformen waren mehr als schlicht, und meist gerade ohne Konturen und im Querschnitt sechseckig, was eher an einen Rohling erinnert als an einen fertigen Messergriff. Hier habe ich mir eine gewisse Freiheit erlaubt und zumindest hinten einen kleinen Knauf angebracht und auch den Querschnitt abgerundet. Ich denke die Endbenutzer solcher Messer haben die primitiven Griffe wohl auch ihren Bedürfnissen angepasst.



    Löcher vorbohren.




    Als Griffnieten dienen hier abgesägte Nägel. Messing oder Bronzestifte wurden aufgrund des hohen preises und der geringen Verfügbarkeit, in "der neuen Welt" wohl kaum verwendet.




    Wer sich bisher gedacht hat, dass der Erl zu klein für den Griff ist, hat nicht ganz unrecht. Bei den Bildern von erhaltenen Trade Knife´s ist mir sehr oft eine Art halber Flacherl aufgefallen. Da sollte offensichtlich Material gespart werden, wobei ein Steckerl wahrscheinlich noch mehr Material eingespart hätte. Allerdings wäre ein Steckerl in der Verarbeitung etwas aufwendiger. Daher, so vermute ich, diese etwas kuriose Halbflacherl Bauweise.
    Ich habe mir vorher schon gedacht, dass das ohne Bandsäge oder der Gleichen kniffelig wird. Ich hab´s aus liebe zum Detail durchgezogen und ohne geeignetes Werkzeug war es echt ein Krampf den Schlitz an den Erl anzupassen. Schön geworden ist es nicht und ich werde es wohl auch so schnell nicht nochmal machen.




    Ich habe den Griff dann mit viel Epoxy Kleber und kraft am Erl befestigt. Ganz glücklich bin ich damit nicht, aber das Messer sollte ja von Anfang an keine Schönheitspreise gewinnen.




    Nachdem der Kleber getrocknet war habe ich noch die Griffkonturen etwas abgerundet.




    Damit das weiße Buchenholz etwas dunkler und schmuddeliger aussieht habe ich den Griff noch ganz vorsichtig mit dem Brenner angekokelt.








    Hab´s dann noch scharf geschliffen und ein bisschen den Griff geölt, womit meine (ich hoffe doch) einigermaßen maßstabsgetreue Replik eines french trade knife aus dem 18ten Jahrhundert vollendet wäre. Die Herstellung erinnert mich sehr an die ersten Messer die ich so geschmiedet habe, quasi ein back to the roots Projekt. Wenn man einfach mal so aus dem Bauch heraus arbeiten kann macht die Sache gleich noch mehr Spaß. Das Teil sieht zwar nach nix aus ,verrichtet aber anstandslos seine Arbeit.
    Mit dem Teil kann man prima große Brote schneiden, Fleischklötze jenseits der 1,5 Kilo zerlegen, Kräuter hacken Kleinholz batonen und sicherlich auch ungeliebte Mitmenschen ihrer Kopfhaut berauben.
    Für einen 20cm Klopper ist es dabei noch erstaunlich leicht und führig. Nur zum Hacken eignet sich das Messer eher weniger, da fehlt es einfach an Gewicht in der Spitze. Die Schnitthaltigkeit ist sicherlich eher limitiert aber auch nicht schlechter als bei den durchschnittlichen Küchen und Taschenmesser aus AISI 420 oder 440A die man so in der Schublade liegen hat.


    Sollte sich wieder erwarten ein Ureinwohner finden, welcher mir im Tausch für das Ding wertvolle Pelze aushändigt und sich im nachhinein darüber beschwert, dass C45 eine geringere Verschleißfestigkeit als PM Stahl aufweist und weder Karbide noch Sonderkarbide bildet oder sich nicht auf 60HRC härten lässt.... Dann bekommt er von mir noch ein paar Glasperlen, eine Flasche Feuerwasser und eine pockenverseuchte Wolldecke gratis dazu. ^^ :gewehr




    @ Krupp


    Ich schätze 5-10 relativ kurzlebige Funken pro Schlag sind schon in Ordnung. Manchen "verwendbaren" Funken sieht man noch nicht einmal.
    Das sich Kerben in der Schlagfläche bilden ist auch normal.
    Um zu testen ob das Teil richtig gehärtet wurde, würde ich einfach mal versuchen an der Schlagfläche zu feilen. Eine durchschnittliche Feile sollte auf der Oberfläche abgleiten oder nur ganz schlecht greifen. Wenn du wirklich Späne abtragen kannst ist das Ding zu weich.
    In diesem Fall kannst du probieren Die Schlagfläche, wie oben beschrieben, neu zu härten. Den Funkenschläger aufkohlen halte ich für wenig sinnvoll. Selbst wenn du die technischen Einrichtungen dazu hast, müsstest du den Stahl so lange am glühen halten, dass der Wert des verbrauchten Brennstoffes dem eines neuen Funkenschläger zumindest nahe kommt.