Posts by Skuzzlebud

    Das ist ja eben das was mich stutzig macht. Beim Slingbow schießen suchst du dir auch einen Ankerpunkt zwischen Kinn und Wange, genau wie beim normalen Bogenschießen. Trotz meiner eher durchschnittlichen Körpermaße komme ich da schon ans obere Ende der gängigen Pfeillängen.

    Wäre ich z.B. 190cm groß hätte ich schon erhebliche Schwierigkeiten überhaupt einen Ankerpunkt im Gesicht zu erreichen.

    Also sind entweder nahezu alle Menschen die Bogensport betreiben kleiner als 185cm, oder ich bin ein Kuriosum der Natur, eine Art menschlicher Gibbon mit überlangen Armen.;) (und Greifschwanz!)


    Bezogen auf die "Bogenzwille" ist man natürlich nicht an Auszuglängen gebunden. Man könnte einen Slingbow sicherlich auch im Butterfly Stil schießen. Soll heißen mit beiden Armen voll ausgestreckt. Bei normalen Zwillen erreicht man damit enorme Geschwindigkeiten, allerdings ist es schwierig auf diese Art zu treffen, weil eben der hintere Ankerpunkt fehlt und man nur über die Gabel und die Stellung der Arme zielt.

    Es gibt Leute die das können aber das ist schon im high Level Skill Bereich.

    Wenn man nun einen Slingbow im Butterfly Stil schießen will bräuchte man einen Pfeil/Speer von min. 170 -180cm Länge. Solch ein langer Pfeil hat dementsprechend auch ein sehr hohes Gewicht was den Vorteil der höheren Beschleunigung zum großen Teil zur nichte machen würde. Demnach müsste man Gummis mit sehr hoher Zugkraft verwenden, für welche man wieder eine immense Muskelkraft benötigt um diese über die volle Länge zu spannen. So ein Hand - Speerwerfer wäre bestimmt lustig, aber ich denke es hat seine Gründe warum so etwas noch keiner Gebaut hat.

    Odin


    Ich bin jetzt nicht der größte Experte in Sachen Bogensport aber das mit den Langbögen und langen Pfeilen, stimmt so nur bedingt.

    Auch sehr lange Langbögen um die 180cm haben wohl keinen übermäßig hohen Auszug. Da kommt man wohl in aller Regel mit den normalen Pfeilen hin. Ein Langbogen ist im Grunde ein sehr primitiver Bogen welcher seine Energie rein aus der Spannkraft bezieht.

    Bei Reiterbögen oder Compoundbögen ist das anders. Diese erreichen auch bei weitaus geringerer Größe und weniger Spannkraft hohe Pfeilgeschwindigkeiten. Bei Reflex oder Reiterbögen liegt ein Teil der Sehne am Bogen an und kann sich beim spannen quasi ausrollen. Bei Compoundbögen steckt ein großer Teil der Sehne im Rollensystem und kann somit fast beliebig weit ausgezogen werden. In beiden fällen gewinnt der Pfeil unter anderem dadurch an Geschwindigkeit, dass die Sehne mehr Zeit hat den Pfeil zu beschleunigen. Ergo - langer Auszug = langer Pfeil = hohe Geschwindigkeit ohne zwangsweise Steigerung der Spannkraft.

    Die längsten Pfeile die ich gesehen habe waren für die asymmetrischen japanischen Bögen. Diese sind aber relativ selten und sehr teuer.


    Das Prinzip mit der langen Beschleunigung lässt sich übrigens auf alle Arten von Projektil verschießenden "Waffen" anwenden. Sein es nun Zwillen, Blasrohre, Bögen, Gewehre oder Kanonen - Je länger die aufgebrachte Energie Zeit hat auf das Geschoss zu wirken desto mehr wird es beschleunigt.

    Hallo zusammen;


    Diesen Sommer habe ich es vollbracht mich erfolgreich selbst zu lädieren, was wiederum Unternehmungen bei denen man sich zu Fuß bewegen muss auf ein absolutes Minimum reduziert.

    Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ich genug Zeit hatte mir jedes YT Video mindestens zweimal anzusehen. Dabei bin ich dann auch über sogenannte Slingbow´s gestolpert, also Zwillen mit denen Pfeile verschossen werden. Sperrholzplatten und Gummis zum Zwillen bau hatte ich noch rumliegen und habe demnach einfach mal angefangen an sowas zu basteln.


    39043863nk.jpg?rand=1596313499


    Hier mal die groben Baupläne als Skizze.


    39043867lw.jpg?rand=1596313499


    Den Umriss habe ich dann zweimal auf 15mm Multiplex Platte übertragen und noch ein Stück für den Griff dazu, um diesen möglichst ergonomisch ausarbeiten zu können.

    Die drei Teile habe ich dann mit der Stichsäge ausgeschnitten und ...


    39043878kx.jpg?rand=1596313499


    ... mit einander verleimt. Dabei sollte man lieber die Teile einzeln verleimen und nicht alle drei auf ein mal, weil man so wesentlich kontrollierter arbeiten kann.


    39043889kv.jpg?rand=1596313499


    39043894as.jpg?rand=1596313499


    Nach einem ganz groben Vorschliff am Griff habe ich die Bohrlöcher vormarkiert. Dabei ist darauf zu achten , dass die Bohrungen möglichst genau sind und nicht asymmetrisch zueinander liegen.


    39043901ia.jpg?rand=1596313499


    Für die große mittige Öffnung hatte ich eigentlich 40mm vorgesehen, hatte aber nur eine Lochsäge mit 44mm. Meine kleine Tischbohrmaschine hatte damit schon ganz gut zu kämpfen aber zum guten Schluss waren die löcher alle halbwegs genau gebohrt. Auch am oberen Rand habe ich etwas viel Material weggeschliffen was im Endeffekt aber auch kein Problem war.


    39043909jj.jpg?rand=1596313499


    39043916pr.jpg?rand=1596313499


    Nun folgt einiges an Handarbeit mit dem Schleifleinen. Den Griff habe ich bewusst etwas kräftiger und größer gestaltet als bei meinen normalen Zwillen.


    39043938yc.jpg?rand=1596313499


    Als Pfeilauflage wollte ich so etwas wie eine Bürstenauflage aus dem Compoundbogensport. Man hätte die Bürsten nun direkt ankleben können, dafür war das 44mm Loch aber leider zu groß. Zu dem wollte ich die Pfeilauflage, aufgrund von Verschleiß oder Beschädigung gerne austauschbar haben.

    Weil ich nichts wirklich passendes da hatte, habe ich ein Stück altes Staubsaugerrohr abgesägt und dieses mit breitem Klebeband umwickelt bis es sich relativ stramm in die Öffnung schieben ließ.


    39043946ht.jpg?rand=1596313498


    Anschließend habe ich die drei billigsten Zahnbürsten erworben, die ich finden konnte und diese von ihren Stielen befreit.


    39043949yp.jpg?rand=1596313498


    Danach musste ich noch das Gummiezeugs auf der Rückseite der Bürstenköpfe entfernen...


    39043951kd.jpg?rand=1596313498


    ...um diese dann in das Plastikrohr einkleben zu können. Dieses ist mir zugegebener maßen nicht übermäßig ordentlich gelungen, aber es erfüllt seinen Zweck.

    Die Borsten habe ich nachher noch etwas mit der Nagelschere zurechtgestutzt, damit diese auch richtig zu den verwendeten Pfeilen passen.

    Wichtig ist, dass die Bürsten weit am vorderen Ende angebracht sind um nicht von dem vorschnellenden Bändern getroffen zu werden.


    39043956fv.jpg?rand=1596313498


    Nun kommen die Gummibänder an die Zwille. Ich habe hier Theratube Schwarz verwendet weil ich davon noch viel rumliegen hatte. Generell bringen vergleichbar starke Flachbänder immer etwas höhere Projektil Geschwindigkeiten als Schlauchgummis, der einzige Vorteil von Schlauchgummis ist, dass sie robuster und langlebiger sind. Zudem müssen diese nur auf die gewünschte Läge abgeschnitten werden, wo man Flachbänder hingegen selber ausschneiden muss.


    Um das Schlauchgummi nun durch die Löcher zu bekommen macht man sich eine Seilschlaufe...


    39043957ps.jpg?rand=1596313498


    ... Um das Gummi nicht zu beschädigen ist es wichtig ein nicht ölhaltiges Schmiermittel zu verwenden. Ich habe hier das günstigste auf Wasser basierende Gleitgel aus dem Supermarkt verwendet. (Wozu das wohl außer zum Zwillenbau noch zu gebrauchen ist??) ?(


    39043961qy.jpg?rand=1596320726


    Nach ausreichender Schmierung schiebt man das Gummi in die Schlaufe...


    39043964pm.jpg?rand=1596320726


    ... Und zieht diese durch das Loch. Ich hatte die Löcher auf 6mm gebohrt was schon ziemlich eng war. Auch wenn sehr enge Löcher und Gleitgel für manche sicher eine verlockende Vorstellung sind, wären 8mm oder mehr wohl besser gewesen. Leider war nicht mehr genug Material über um die Löcher nochmal aufzubohren.


    39043966du.jpg?rand=1596320726


    Bevor man das zweite Ende auch einfädelt sollte man darauf achten, das Seilstück für die Pfeilnocke schon mit dran zu haben.


    39043968kf.jpg?rand=1596320725


    Das selbe geschieht auch auf der anderen Seite und sieht dann so aus. Die Bänder kann man im Anschluss noch etwas gerade drehen.


    39043972gq.jpg?rand=1596320725

    39043973th.jpg?rand=1596320725


    Um die Gummis zu fixieren benötigt man nun etwas gewachsten Bindfaden und Zwillenkugeln, welche größer sind als der Durchmesser der Löcher in denen das Schlauchgummi steckt.


    39043974lj.jpg?rand=1596320725


    Die Stahlkugel wird etwas befeuchtet und in den Schlauch gesteckt.


    39043975in.jpg?rand=1596320725


    Dann wird ein Würgeknoten hinter der Kugel angebracht und am besten mit zwei kleinen Zangen ordentlich fest gezogen.


    39043978yq.jpg?rand=1596320725


    Wenn das bei allen vier Enden geschehen ist sind die Bänder fertig fixiert.


    Um mit dem Ding nun schießen zu können benötigt man entweder einen mechanischen Releaser oder man macht sich einen Nockpunkt mit D Ring aus Paracord oder ähnlichen Materialien.

    Der Nockpunkt mit D- Ring als Griff ist für mich die wesentlich einfachere Variante, also habe ich diese hier angewendet.


    39043979up.jpg?rand=1596320725


    Um solch eine Nockpunkt zu knoten erhitzt man zuerst ein Ende des Seiles und drückt dieses möglichst breit. Dies ist wichtig weil das geweitete Ende den Knoten sichert.


    39043982hy.jpg?rand=1596320725

    39043986dx.jpg?rand=1596320725


    Die erste Schlaufe.


    39043987ts.jpg?rand=1596320725


    Damit das Seil beim Ausziehen nicht einschneidet stülpt man noch ein Stück Schlauchgummi drüber. Man sollte genug Platz haben um mit min. zwei besser drei Fingern greifen zu können.


    39043988an.jpg?rand=1596320725

    39043989ty.jpg?rand=1596320725


    Dann macht man den selben Knoten auf der anderen Seite, aber von hinten. Wenn man beide Knoten von der selben Seite macht zieht man das Seil hinterher schief.

    Das platt gedrückte Seilende dient auch hier wieder als Verankerung.

    Wichtig dabei ist, dass man den Nockpunkt nicht zu eng setzt. Der Pfeil soll nicht auf der Sehne festgequetscht werden und sich leicht lösen können.


    39043991js.jpg?rand=1596320725


    Nach dem ersten Auszugtest mit einem 32" Pfeil bin ich auf etwas über 18kg, was ziemlich genau 40lbs entspricht, gekommen. Was mich wiederum dazu bewogen hat noch ein schickes Lederbändel als Sicherung anzubringen. Wenn einem das Teil aus der Hand rutscht hat man es sonst leicht mal zwischen den Zähnen.


    39111481oq.jpg?rand=1596320725


    Mit Pfeil sieht das böse Ding dann so aus. Nun die Preisfrage: Hat schon mal einer eine 40 Pfund Zwille geschossen?:eek

    Einen 40 Pfund Bogen können wohl die meisten erwachsenen Männer noch halbwegs lässig spannen. Die 40lbs zu spannen ist bei der Zwille schon sportlich aber machbar.

    Das Problem liegt bei dem Handgelenk welches die Zwille hält und die, auf ihm lastende Hebelkraft, ausgleichen muss . Ich bekomme das Teil ein paar mal geschossen dann fängt das linke Handgelenk an zu zittern und will einknicken. Obwohl ich die Zwille schon recht flach gebaut habe vermisse ich hier zum ersten mal eine Armstütze um die Hebelkraft abzufangen.


    Nichts desto trotz habe ich hier mal meine ersten drei Schuss mit meinem Slingbow dokumentiert.


    39043992hi.jpg?rand=1596320725


    Schuss eins aus sehr kurzer Distanz ca. 8m. Das anvisierte Ziel ist das Kreuz wo sich die Klebebänder treffen. Hat mit der stupfen Scheibenspitze noch sauber die LKW Plane hinter dem Karton perforiert und wurde nur von den alten Brettern hinter der Plane gestoppt.


    39043999gk.jpg?rand=1596320725


    Schuss zwei war ein paar meter weiter weg und hat schon fast das X getroffen. Die Spitze war schon völlig platt so ,dass die Plane den Pfeil irgendwie gefangen hat.


    39044012ek.jpg?rand=1596320725


    Schuss drei war dann aus über 15m und ging auch ziemlich daneben wegen besagter schwäche im Handgelenk welche ein konzentriertes zielen zusehens erschwert hat.

    Beim raus ziehen aus dem Holzklotz ist die Pfeilspitze leider stecken geblieben.


    39111482qg.jpg?rand=1596320725


    Fazit des Experiment Slingbow:


    Mit einer Armstütze würde das Teil richtig Spaß machen. Leider ist der Besitz einer Zwille mit Armstütze in Deutschland in etwa so verboten wie der Besitz einer ballistischen Mittelstreckenrakete mit thermonuklearen Mehrfachsprengkopf. Wobei es sich meines Wissens, genau genommen nicht um eine Zwille sondern um einen Bogen handelt, weil es nur Pfeile verschießen kann. Womit die Armstütze wieder erlaubt wäre...:skeptisch aber erklär das mal irgend einem. Wir Deutschen sind nicht nur gut darin seltsame Gesetzte zu haben, sondern auch darin diese möglichst schwammig zu formulieren und umzusetzen.

    Jedenfalls liegen die Vorzüge des Slingbow auf der Hand. Das Teil bringt mit seiner geringen Größe eine Pfeilgeschwindigkeit die mit einem echten Bogen vergleichbar ist.

    Was mir auch gleich positiv aufgefallen ist, ist das geringe skill Level welches man benötigt um mit dem Ding umgehen zu können. Der Slingbow schießt sich wie eine Zwille was wiederum viel weniger Technik und Erfahrung erfordert als richtig bogenschießen zu können.


    PS: Eine frage an die Bogenschützen. Warum gibt es keine Pfeile von der Stange die länger als 32 Zoll sind? Es müsste doch genug Compound oder Reflexbögen geben, welche theoretisch einen längeren Auszug hergeben würden. Bei einem Auszug bis zum Kinn komme ich mit meinen eher durchschnittlichen 183cm Körpergröße auf rund 85cm. Womit ich mit längeren Pfeilen auch noch mehr aus der Bogenzwille rausholen könnte.


    LG Holger:winken


















    Gundermann

    38928689tj.jpg?rand=1594064311


    38928683kh.jpg?rand=1594064311


    Hier mal ein etwas weniger bekanntes, aber dennoch recht häufig anzutreffendes Kraut, aus der Familie der Lippenblütler - Den Gundermann.

    Anders als andere Gewürzpflanzen, welche in vorindustrieller Zeit noch eine gewisse Rolle gespielt haben, ist der Gundermann heute relativ in Vergessenheit geraten und hat nie den Sprung in die Kultivierung bzw. das Supermarktregal geschafft.


    38928717ph.jpg?rand=1594064310


    Gundermann findet sich relativ oft in den Typischen "Brennnessel Ecken" an Wegrändern und Lichtungen. Er bevorzugt feuchte nährstoffreiche Böden. Die Nische in der der Gundermann seinen Platz findet liegt da, wo es für andere Kräuter zu schattig ist, oder diese aus anderen Gründen im Wachstum gestört werden. Unter günstigen Bedingungen kann Gundermann recht große Kolonien bilden und ist somit auch leicht zu finden.


    Die beste Sammelzeit für Gundermann ist der Frühling bis Frühsommer während der Blütezeit. Wobei man die Pflanze aber eigentlich das ganze Jahr über verwenden kann. Über den Sommer werden die Pflanzenteile allerdings immer trockener und sterben im Herbst zunehmend ab, bis im Winter nur noch die Keimblätter überdauern, aus denen die Pflanze im nächsten Jahr neu austreibt.


    38928698sh.jpg?rand=1594064311


    38928692jp.jpg?rand=1594064311


    38928695bh.jpg?rand=1594064311


    38928703yy.jpg?rand=1594064311


    Ganz typisch für alle Lippenblütler sind, die über Kreuz gegenständig angeordneten Blätter, der vierkantige Stiel, und die Typischen Lippenblüten. Auffällig beim Gundermann sind überdies die geriffelten Blattkanten.


    Leider verfügen viele einheimische Lippenblütler über sehr ähnliche Merkmale, was eine gewisse Verwechslungsgefahr mit sich bringt.

    Allerdings sind wirklich gefährlich giftige Lippenblütler bei uns wenig verbreitet. Im Gegensatz gehören sehr viele unserer Küchenkräuter wie zB. Oregano, Thymian, Rosmarin, Bohnenkraut, Salbei, Minze und viele weitere zur Familie der Lippenblütler.


    38928722kq.jpg?rand=1594064310


    38928721ox.jpg?rand=1594064310


    Verwendung in der Küche finden alle halbwegs grünen oberirdischen Pflanzenteile.


    38928724na.jpg?rand=1594064310


    Gundermann dient bei mir in den meisten Fällen als eher mittelmäßiger Petersilie Ersatz. Gut verwenden lässt er sich vor allem in Rührei wenn man keine echte Petersilie da hat, oder auch auf Tomaten und diversen Salaten. Der Geschmack erinnert ,wie schon erwähnt, etwas an Petersilie ist aber weitaus weniger fein, mit einigen herb- bitteren Komponenten. Genau beschreiben kann ich das nicht, es ist schon was ganz eigenes.


    Wie alle Lippenblütler könnte man auch Gundermann trocknen und mit den meisten seiner Inhaltsstoffe konservieren, allerdings lohnt der Aufwand aufgrund der ständigen Verfügbarkeit an "Frischmaterial" und "besserer" käuflicher Küchenkräuter kaum.

    Wenn man allerdings im Wald sitzt und möchte für sein Rührei eine Priese frisches Kraut, ist man mit Gundermann ganz gut beraten.

    Die Verwechslung von Kirschen und Vogelbeeren bzw. Vogelkirschen halte ich für nahezu ausgeschlossen. Wenn ich das richtig verstehe sind mit Vogelkirschen die Früchte der Eberesche gemeint. Zum einen unterscheiden sich Früchte ,Blätter und Wuchsform des Baums stark von der echten Kirsche und zum anderen werden die Vogelbeeren erst im August und September reif. Da sollten alle normalen Kirschen schon längst durch sein. Wie schon oben erwähnt sind Vogelkirschen auch nicht wirklich giftig. Auch die Kerne sind harmlos so lange man sie nicht knackt und das Innere verzehrt ohne es vorher zu erhitzen. Dies trifft im übrigen auf die Kerne aller Rosengewächse zu, weil diese Blausäure enthalten. Also auch auf die Kerne von Äpfeln, Kirschen, Birnen, Pflaumen, Pfirsichen usw.

    Tollkirschen hingegen sehen eher aus wie kleine schwarze Tomaten mit übergroßen Kelchblättern und wachsen nicht an Bäumen sondern an Sträuchern, sind aber im Gegensatz zu Vogelbeeren wirklich sehr giftig.

    Löwenzahn

    Heute gibt´s nochmal einen ganz großen Exoten. Mit viel Glück hat der eine oder andere schon mal von Löwenzahn gehört oder gar welchen zu Gesicht bekommen.


    38604248wn.jpg?rand=1591911564


    Das gelbe Zeugs da ist alles Löwenzahn und so trivial dieser Beitrag auch erscheinen mag; Wenn etwas in so großer Menge zur Verfügung steht,

    und dabei auch kaum verwechselt werden kann, schadet es nicht wenn man es zu nutzen weiß. Die einfachsten Dinge sind eben meist nicht die schlechtesten. Von einer genauere Beschreibung des Löwenzahn und dessen Vorkommen können wir, denke ich, auch an dieser Stelle Abstand nehmen.


    Vorab: Sicherlich ist Löwenzahn komplett essbar und es gibt Leute, welche die jungen Blätter als Salat propagandieren, allerdings sind Blätter und Wurzeln derart bitter, dass ich dies nicht gerne empfehlen möchte. Da gibt es wahrhaftig besseres.


    38604185na.jpg?rand=1591911564


    Der mit großem Abstand schmackhafteste Teil der Pflanze sind die Blüten. Die Zeit der großen Löwenzahnblüte und somit die haupt Sammelzeit für eben diese ist, das Frühjahr von April bis Anfang Mai. Danach findet man die Blüten nur noch vereinzelt vor.


    Man kann die Blüten roh essen und sich damit den Salat optisch aufwerten, aber die aus meiner Sicht beste Verwendung ist der Löwenzahnsirup.


    38604186la.jpg?rand=1591911564


    Für den Löwenzahnsirup benötigt man eine ordentlich Menge Löwenzahnblüten. Diese werden nach dem pflücken von allen grünen Pflanzenteilen, welche sich noch an der Blüte befinden, getrennt. Diese Arbeit ist leider etwas mühsam, macht sich aber bemerkbar. Je sauberer man die grünen Teile entfernt desto weniger bitter wird der Sirup am Ende.


    38604187ad.jpg?rand=1591911564


    Auf die Blüten kommt dann etwa die vier bis fünffache Menge Wasser (z.B. 100g Blüten = 400- 500ml Wasser) und nach belieben ein Paar Stücke Orange, Mandarine oder Zitrone.

    Dies wird nun zusammen aufgekocht und über Nacht ziehen gelassen.


    38604192gz.jpg?rand=1591911564


    38604199ms.jpg?rand=1591911564


    Am nächsten Tag werden die Blüten und, in diesem Fall die Mandarinenscheiben, ausgesiebt und noch einmal von Hand ausgepresst.


    38604201tm.jpg?rand=1591911564


    Zu dem Sud wird nun der Zucker hinzugefügt. Die Mengenangaben variieren da etwas aber meiner Erfahrung nach kommt man mit einer eins zu eins Mischung ( z.B. 300ml Flüssigkeit = 300g Zucker) gut hin.


    38604205td.jpg?rand=1591911564


    Das ganze wird nun gekocht bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.


    38604207vx.jpg?rand=1591911564


    Heiß abgefüllt hält sich das gewiss 100 Jahre;).


    Die hauptsächliche Verwendung findet Löwenzahnsirup bei mir als Soße für Pfannkuchen. Löwenzahnsirup ist dabei, zugegebener Maßen nicht ganz so lecker wie Ahornsirup, aber eben auch nicht viel schlechter. Man kann sich den Sirup auch wie Honig aufs Brot schmieren oder als Grundstoff für Grillmarinade verwenden.


    38604188hy.jpg?rand=1591911564


    Des weiteren interessant sind die Löwenzahnwurzeln welche als überaus ekelhafte Notnahrung oder aber als einigermaßen genießbarer Ersatzkaffee Verwendung finden können.



    Dazu sammelt man die Wurzeln der Pflanze, was sich beim Löwenzahn, teilweise als relativ schwierig erweist. Ich empfehle hierzu schweres Gerät.

    So ganz indigen, nur mit einem Grabstock ist das wirklich eine undankbare Arbeit.


    38604217pk.jpg?rand=1591911564


    Als nächstes werden die Wurzeln gründlich gewaschen und in möglichst gleichmäßige Stücke geschnitten.

    Diese lässt man wiederum etwas trocknen und röstet sie, unter ständigem rühren und schwenken, in einer Pfanne.


    38604220uv.jpg?rand=1591911564


    Die Stücke sind natürlich nie ganz gleichmäßig, weswegen das Röstergebnis nie perfekt ist. Wichtig ist nur das die Wurzelstücke nicht verbrennen. Mit etwas Fantasie kann man beim rösten aber schon einen "Kaffee ähnlichen" Duft wahrnehmen.


    38604235ge.jpg?rand=1591911564


    Nach dem rösten werden die Stücke gemahlen.


    38604242ok.jpg?rand=1591911564


    Heraus bekommt man einen "echten Landkaffee". Wer die auf Zichorie basierenden Ersatzkaffees, wie etwa Caro oder ähnliche, kennt

    kann sich den Geschmack in etwa vorstellen nur, dass hier die Malz und Getreide Anteile fehlen und der pure Löwenzahnkaffee somit wenig rund daherkommt. Generell sind Zichorie und Löwenzahn relativ eng verwand und schmecken auch gleichermaßen fies bitter, warum sich nun die gemeine Wegwarte bei den Ersatzkaffees, gegen den allgegenwärtigen Löwenzahn durchgesetzt hat, ist mir ein Rätzel.

    Der Löwenzahnkaffee kommt natürlich nicht an echten Kaffee heran, schmeckt aber auch nicht völlig schlecht und ist bestimmt auch gesünder. Löwenzahnkaffee "genießt" man am besten ohne Milch und Zucker oder nur mit wenig Zucker, sonst schmeckt´s irgendwann eher wie ein ganz komischer Tee.

    Die haben doch bei mir den Entwurf geklaut !X(:lol


    3929-855385b4-large.jpg


    So lange man kein kompliziertes Tragesystem braucht, ist es in der Tat garnicht besonders schwierig Taschen oder Rucksäcke selber zu nähen.


    Siehe hier oder hier. Mit meinem heutigen "Erfahrungsstand" würde ich das sogar noch ein wenig besser hinbekommen. Hab´s aber ,zum größten Teil aus Zeitgründen, aufgegeben sowas selber zu nähen. Auch wenn selber nähen sicherlich auch irgendwo Spaß macht und selbstgemachte "Ausrüstung" cool ist, lohnt sich der Aufwand meist kaum.


    Das große Paradoxon beim nähen solcher Dinge ist, dass man mehr oder ähnlich hohe Materialkosten hat als ein vergleichbarer Rucksack von der Stange kosten würde. Das liegt zum einen daran, dass man den Stoff meistens als Meterware kaufen muss, also mehr kaufen muss als man eigentlich braucht, zum anderen kommt man gegen Massenproduktion aus Fernost preislich einfach nicht an. Wenn man überlegt, dass da schon Lohn und Transportkosten mit drin sind, der Händler noch Geld verdient hat, und man selber allein mit dem nackten Material schon auf den annähernd selben Preis kommt macht einen das schon nachdenklich. Dabei muss die Qualität nicht einmal schlecht sein.


    Ähnlich sieht es auch bei Tarps und Zelten aus. Der einzige Bereich, wo sich selber nähen noch richtig lohnt, ist Funktionsbekleidung. Da sind die Gewinnspannen der Hersteller oft derart überzogen, dass man (Können und Zeit vorausgesetzt) durchaus ein vielfaches an kosten einsparen kann.

    Maispitzen

    Oder besser gesagt die jungen Triebe von Fichten oder Tannen gehören zu den ganz einfachen Dingen, welche man ohne große Kenntnis im Kräuter sammeln nutzen kann.


    38564377ou.jpg?rand=1589744257


    38564383jz.jpg?rand=1589744257


    Während echte Tannen bei uns wohl nur sehr selten anzutreffen sind, ist der "Brotbaum" der Holzindustire immer noch omnipresent.

    Auch wenn trockene Sommer und Borkenkäfer inzwischen viele der alten Monokulturen dahingerafft haben, wird vielerorts trotzig weiter mit Fichte aufgeforstet.

    Eine genauere Beschreibung ,wo man Fichten findet und wie sie aussehen, spare ich mir an dieser Stelle einfach mal und verweise direkt auf die zahllosen Verwendungsmöglichkeiten, welche sich dem sammel wütigen Waldläufer bieten. Für die gepflegte Küche sind die, als Maispitzen bekannten, jungen Triebe am interessantesten, welche man im April und Mai sammeln kann.


    38564374eg.jpg?rand=1589744257


    Das pflücken ist etwas mühselig weil man meistens schon eine ganze Menge benötigt. Dafür ist es recht simpel zu erklären : Gepflückt wird einfach alles was hellgrün ist.


    38564395qq.jpg?rand=1589744257


    Die erste und einfachste Anwendung welche mir einfällt ist ein Tee, welcher einfach mit frischen Fichtentrieben aufgebrüht wird.

    Getrocknete gehen bei höherer Dosierung aber auch.


    38564386mt.jpg?rand=1589744257


    38564390yh.jpg?rand=1589744257


    Des weiteren kann ich Hustensirup aus Fichtentrieben empfehlen. Dazu werden in einem großen Glasbehältnis schichtweise, eine Schicht Fichtentriebe mit ca. einem Finger breit Zucker überstreut. Hier zusammen mit Spitzwegerich.

    Das ganze stellt man dann für ein paar Wochen auf der Fensterbank in die Sonne, bis sich der Zucker verflüssigt hat und und die Inhaltsstoffe

    der Pflanzenteile im Zucker gelöst wurden. Wenn der Sirup eine dunkle Farbe angenommen hat, ist er bereit zur Verwendung.


    38564398ol.jpg?rand=1589747533


    38564409gw.jpg?rand=1589747533


    Mein Favorit und etwas, dass man unbedingt mal probiert haben sollte, ist Maispitzen Gelee. Dazu füllt man Fichtentriebe in einen Topf und füllt soviel Wasser auf, dass diese gerade bedeckt sind. Darin werden die Fichtentriebe nun gekocht und über Nacht ziehen gelassen.

    Aus dem Sud siebt man die Fichtentriebe ab, gibt nach belieben Zitronensaft hinzu und Kocht diesen mit Gelierzucker ein. Neben Holunderblüten Gelee einer der besten süßen Brotaufstriche.


    Des weiteren kann man mit den Maispitzen auch Schnaps, Öl, Honig und vieles weiters aromatisieren. Wenn man keine Zitrone hat und einen fruchtig sauren Geschmack zum verfeinern von Speisen, wie z.B. Fisch benötigt geben Fichtentriebe auch einen adäquaten Ersatz ab.

    Über dies wird Extrakten aus Fichtentrieben auch eine Fülle an Heilanwendungen zugesprochen.


    38565993ip.jpg?rand=1589747533


    Wem das alles zu kompliziert ist, kann die Fichte oder besser ihr Harz auch ganz pragmatisch nutzen, und diese zum Feuer machen verwenden. Fichtenharz brennt sehr lange und intensiv, selbst unter feuchten Bedingungen und sollte in keinem Zunderbeutel fehlen.;)

    Die Knoblauchsrauke

    38455032qm.jpg?rand=1588626987


    Die Knoblauchsrauke haben sicher die meisten schon mal gesehen. Sie kommt recht häufig in Laubwäldern, insbesondere an Wegrändern, vor und bevorzugt nährstoffreiche feuchte Böden.


    38455048iv.jpg?rand=1588626987


    Knoblauchsrauken kommen oft in hoher Dichte vor, weswegen sie sich bestens als Grundlage für eine ordentliche Portion Salat eignen.

    Die haupt Sammelzeit für Knoblauchsrauken beginnt im April und reicht bis etwa Juni. Man kann die Pflanze auch bis in den Spätsommer hinein ernten, allerdings werden diese mit zunehmenden Alter immer holziger. Ab ca. Juli lassen sich auch die reifen Samen der Knoblauchsrauke sammeln, welche einen relativ scharfen Geschmack aufweisen und sicherlich, durch ihren Ölgehalt, auch recht nahrhaft sind. Allerdings ist das sammeln der kleinen Samenkörner mit hohem Aufwand verbunden.


    38454946gq.jpg?rand=1588626988


    38455082gu.jpg?rand=1588626987


    38455064qn.jpg?rand=1588626987


    38455056iz.jpg?rand=1588626987


    Als klassischer Kreuzblütler, mit recht eindeutiger Wuchs- und Blattform, besteht bei der Knoblauchsrauke kaum eine nennenswerte Verwechslungsgefahr. Allerdings fällt die beste Sammelzeit für Knoblauchsrauken ziemlich genau in die Zeit in der auch die Zecken besonders aktiv sind. Überdies wachsen Knoblauchsrauken gerne in der typischen Hunde Pipihöhe an Wegen, weswegen man Knoblauchsrauken nach Möglichkeit vor dem Verzehr gut waschen und durchlesen sollte.

    ( Ich hatte letztens noch eine Zecke im Salat:manni)


    38455000hc.jpg?rand=1588626988


    Auch die Wurzeln der Knoblauchsrauke sind essbar, schmecken nach Rettich und sind von guter Größe. Allerdings sind die meisten Wurzeln leider derart holzig, dass sie kaum verwendbar sind.


    38455024ad.jpg?rand=1588626987


    Wie schon erwähnt, eignet sich die Knoblauchsrauke vor allem als Salat. Verwendet werden dabei die Blätter, welche einen leicht bitteren Geschmack mit Lauchnote haben, und die oberen ca. 10cm der Stiele, welche eher nach Rettich schmecken. Der restliche Stiel wird verworfen weil er von oben nach unten zunehmend holzig wird. Am besten schmeckt der Salat einfach mit etwas Öl und Salz. Wer möchte kann auch andere Zutaten wie Tomaten, Paprika oder Lauch unterheben. Knoblauchsrauke ist generell als Salat recht vielfältig einsetzbar und steht vielen Salatsorten aus dem Supermarkt in nichts nach.


    Leider beschränkt sich die Verwendung von Knoblauchsrauke auf den Rohverzehr. Als Spinat oder Gemüse gekocht schmeckt sie einfach nur sehr bescheiden, weil die Aromen zum kochen zu flüchtig sind. Ebenso verhält es sich mit dem trocknen, wobei ebenfalls der meiste Geschmack verloren geht.

    Das mit dem Bärlauch zur Identifikation zwischen den Fingern zerreiben macht man eigentlich nicht mehr, weil es gerade für Anfänger sehr verfänglich sein kann. Wenn du ein oder zwei Blätter Bärlauch zwischen den Fingern zerrieben hast, riechen diese den ganzen Tag nach Bärlauch. Wenn man direkt danach ein Stück Maiglöckchen zerreibt riechen die Finger trotzdem noch nach Bärlauch.

    Wenn man Bärlauch und Maiglöckchen mal nebeneinander gesehen hat, kann man sich schon ganz gut die Unterschiede beider Pflanzen einprägen. Auch die Haptik von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen ist ganz anders als bei Bärlauch.


    Nichts desto trotz, besten Dank für das Judasohr (was für ein Name?(). Ist zwar keine Pflanze aber dennoch ohne Zweifel sehr interessant. Zumal in der Jahreszeit sonst nicht viel wächst. Ich muss gestehen ich hab den noch nie probiert, weil der mich optisch nicht unbedingt anspricht, sieht halt echt etwas aus wie ein Ohr. Aber bei Gelegenheit werde ich das mal nachholen.

    Behaartes Schaumkraut, Wiesen Schaumkraut und Wald Schaumkraut

    Schaumkräuter gibt es überall und in vielen verschiedenen Arten welche sich voneinander oft nur marginal unterscheiden. Oft kann man, als Laie, nur anhand des Standortes auf die genaue Art schließen. Die genaue Bestimmung aller Schaumkraut Arten übersteigt daher meine bescheidenen Fähigkeiten um lägen, was für unsere Zwecke auch keine große Relevanz hat, dar alle Schaumkräuter essbar sind und sich in Anwendung und Geschmack ähneln. Um die Sache überschaubar zu halten habe ich hier die drei mit Abstand häufigsten Arten zusammen gefasst.


    38386511xz.jpg?rand=1587843262


    38371340bx.jpg?rand=1587843262


    Zumindest in teilweise urbaner Umgebung sehr häufig anzutreffen ist das Behaarte oder Ruderal Schaumkraut. Behaartes Schaumkraut wächst fast überall, meistens als Pionierpflanze auf Untergründen mit denen die meisten anderen Pflanzen nichts anfangen können. Sei es nun im Schotter, zwischen Steinen oder sogar direkt auf Mauern oder zwischen Pflastersteinen. Auch gepflegte Gartenbeete nimmt das Behaarte Schaumkraut als hartnäckiges Unkraut gerne an.


    38371348qn.jpg?rand=1587843262


    38371347kb.jpg?rand=1587843262


    Behaartes Schaumkraut wächst schon sehr früh im Jahr, in milden Wintern ohne viel Schnee, wie im letzten findet man kleine Pflänzchen teilweise schon im Februar, teilweise überdauern die Pflanzen sogar den Winter. Die Haupt Sammelzeit ist der Frühling wobei die Pflanze auch das ganze Jahr über verwendet werden kann. Mit zunehmenden Alter werden die Pflanzenteile aber etwas holzig.


    38386629hs.jpg?rand=1587843262


    Den meisten wahrscheinlich auch geläufig ist das Wiesen Schaumkraut. Wiesen Schaumkraut findet man, wie es der Name erahnen lässt, fast ausschließlich auf Wiesen.


    38386589vm.jpg?rand=1587843262


    38386572be.jpg?rand=1587843262


    38386580ku.jpg?rand=1587843262


    Wiesen Schaumkraut unterscheidet sich von den anderen Schaumkräutern durch den höheren Wuchs, die feiner gefiederten Blätter und eine nicht ganz Weiße, sondern leicht ins rosa - lila tendierende Verfärbung der Blüte. Wiesen Schaumkraut kann man meist nur im Frühjahr sammeln, weil fast alle Standorte früher oder später gemäht oder beweidet werden.


    38371502un.jpg?rand=1587843262


    38371368ie.jpg?rand=1587843262


    Und hier noch aller Wahrscheinlichkeit nach, das Wald Schaumkraut. Es sieht dem Behaarten Schaumkraut sehr ähnlich, wächst eventuell etwas höher und ausladender. Der größte unterschied, für mich als Botanik Laie besteht darin, dass es in Laubwäldern wächst, häufig auf feuchten Böden. Die beste Erntezeit ist auch hier das Frühjahr bis in den Frühsommer hinein. Danach werden die Pflanzenteile zunehmend faseriger.


    Allen Schaumkräutern gemein ist, dass es sich, wie unsere domestizierten Kohlarten, um klassische Kreuzblütler handelt und somit die Verwechslungsgefahr mit Giftpflanzen sehr gering ist. Die klassischen vierteiligen Blüten und der unpaarig gefiederte Blattwuchs sind bei den meisten Vertretern dieser Gattung relativ leicht zu erkennen.

    Verwendung finden Schaumkräuter roh als Würzbeilage, oder wenn man es schafft genug der kleinen Pflanzen zu sammeln direkt als Salat.


    38371352dj.jpg?rand=1587843262


    38371349lg.jpg?rand=1587843262


    Junges Behaartes Schaumkraut und Wald Schaumkraut haben einen würzigen kresseartigen Geschmack, welcher mit zunehmenden Alter der Pflanze schwächer wird. Wiesen Schaumkraut ist hingegen etwas milder und erinnert stark an Kohl.

    Die Wurzeln der Schaumkräuter schmecken nach Rettich, sind aber leider zu klein und zu holzig um sie Sinnvoll nutzen zu können.

    Schaumkräuter zu konservieren ist aufgrund der hohen Verfügbarkeit eher unüblich. Dennoch sind Kräuteröl oder Kräuterbutter sicherlich denkbar. Ich persönlich bevorzuge Schaumkraut vor allem als topping auf´s Butterbrot oder in fast allen Salaten.

    Anfangen möchte ich, passend zur Saison, mit dem Bärlauch.


    38350473pz.jpg?rand=1587585650


    38350432sl.jpg?rand=1587585650


    Bärlauch gehört wohl zu den bekanntesten und begehrtesten Wildkräutern die man im Heimischen Forst finden kann. Bärlauch wächst meist in lichten Laub- und Auwäldern welche nicht zu trocken sein sollten. Bärlauchvorkommen sind je nach Region relativ selten, wenn die Pflanze aber ansässig ist kommt sie oft in großer Anzahl vor.


    38350464kv.jpg?rand=1587585650


    38350455xy.jpg?rand=1587585650


    38350475wt.jpg?rand=1587585650


    Gesammelt wird Bärlauch von März bis Ende April. Wenn man weiß wo der Bärlauch steht, oder mal stand, kann man die Zwiebeln auch das ganze Jahr über ausgraben. Dabei sollte man aber etwas Umsicht walten lassen um den Bestand nicht zu sehr zu schädigen. Eine Bärlauchpopulation aus zu rotten ist schon recht schwierig, dennoch sind solche Kunststücke schon durch all zu emsige Sammler vorgekommen. Das sammeln der oberirdischen Pflanzenteile, ist dagegen weniger bedenklich. Dabei besteht bei den jungen Pflanzen eine gewisse Verwechslungsgefahr mit sehr giftigen Maiglöckchen und Herbstzeitlosen, welche mit unter am selben Standort vorkommen. Bei älteren oder schon blühenden Pflanzen besteht dieses Risiko aber kaum noch. Wer sich nicht sicher ist sollte aber wie bei allen Pflanzen oder Pilzen lieber die Finger davon lassen.


    38350402ru.jpg?rand=1587585650


    38350481ac.jpg?rand=1587585650


    Verwendet werden kann die gesamte Pflanze, wobei die Blütenknospen und Zwiebeln die meiste Schärfe besitzen. Die Blätter sind je nach Alter etwas milder im Geschmack. Die Zwiebeln sind herkömmlichem Knoblauch recht ähnlich und lassen sich auch ebenso verwenden.
    Die Blätter finden überall dort in der Küche Verwendung wo man sonst auch Schnittlauch oder ähnliches verarbeiten würde. Man kann auch Pflanzenöl mit Bärlauch aromatisieren und dieses für Salate verwenden. Sehr lecker ist auch Bärlauchbutter, nur mit Salz und gehackten Bärlauch zubereitet. Am besten verwendet man die Blätter roh und so frisch wie möglich, weil sie schon nach relativ kurzer Zeit deutlich an Konsistenz verlieren.


    38350417sk.jpg?rand=1587585650


    38350421gu.jpg?rand=1587585650


    Hier mal ein ganz einfaches, und wohl das gängigste, Rezept für frischen Bärlauch -

    Ein Bärlauchpesto

    Man zerkleinert den Bärlauch und püriert diesen mit etwas Öl und Salz, nach belieben fügt man noch Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Mandeln und/oder Parmesan dazu, püriert auch diese und kippt sich die grüne Pampe auf die Nudeln.

    Der brachiale Überhammer Lauchgeschmack voll konzentriert und unverfälscht. Und sicherlich das beste Gericht fürs erste romantische Abendessen mit der neuen Flamme ;). Das man nach dem Verzehr von Bärlauch keinen Knoblauchatem hat kann ich im übrigen dementieren.


    Das haltbar machen von Bärlauch ist leider relativ schwierig und funktioniert am ehesten in dem man den Bärlauch einfriert. Wer es weniger technisch haben möchte kann Bärlauch auch in Öl einlegen oder, wie oben, zu einem Pesto verarbeiten. Die Haltbarkeit von Bärlauchpesto ist aber auch auf wenige Wochen limitiert weil es irgendwann anfängt bitter zu werden. Bei Bärlauchbutter besteht das Problem darin dass, das Salz das Wasser aus dem Bärlauch zieht und diese nach einiger Zeit anfängt auszuwässern. Ca. eine bis zwei Wochen kann man Bärlauchbutter aber kühl lagern. Zum Trocknen eignet sich Bärlauch hingen nicht, weil er bei der Trocknung einen Großteil seines Geschmackes verliert.


    Zuletzt wäre noch zu erwähnen, dass sich Bärlauch auch sehr leicht kultivieren lässt. Wer eine Hand voll Zwiebeln im Garten einpflanzt kann sich ohne Mühe sein eigenes Feld heranzüchten. Dabei sollte man eventuell beachten, dass sich Bärlauch durchaus schnell vermehren kann und gegebenen Falls für eine wirkungsvolle Begrenzung sorgen.

    Hallo zusammen!


    Ich bin mal so frei und eröffne hier einen neuen Sammelthread.


    Vor ewiger Zeit gab es mal einen ähnlichen Sammelthread über nahrhafte Wildpflanzen, in welchem ich auch etwas aktiv war und mich auf der Suche nach Wurzeln und Knollen quer durch Wald und Flur gebuddelt habe. Das allermeiste von dem Zeug welches ich mir dieser Tage kredenzt habe, war allerdings sehr enttäuschend und hart an der Grenze des genießbaren.

    Über dies sind die meisten Menschen, welche ich kennen lernen durfte und sich selber als "Bushcrafter" oder ähnliches bezeichnen, eher weniger die ganz krassen Survivaltypen, denn mehr durchaus kultivierte Genussmenschen. Also möchte ich hier mal die - " Hauptsache Kalorien egal wie eklig" Pflanzen aussen vor lassen und ein bisschen was über Kräuter und Pflanzen schreiben die ;

    sei es als Gewürz, Salat , Medizin, Tee, Waschmittel oder sonst irgendwie einen Positiven nutzen haben. Dabei möchte ich nicht mit übermäßiger Exotik auftrumpfen sondern eher die ganz alltäglichen Pflanzen und deren Nutzen in den Vordergrund stellen.

    Ich habe in letzter Zeit einiges an Bildmaterial zusammengetragen und hoffe auch regelmäßig ein paar Zeilen und Bilder hochladen zu können. Wenn jemand sinniges in Bild und Schrift beitragen kann, wäre ich natürlich sehr erfreut.


    Lg Holger

    Moin zusammen;


    Heute habe ich nochmal ein wenig Metallrecycling für euch. Den Anreiz dazu habe ich bekommen, als ich mir auf YT einige Clips über so genannte "Railroadspike Tomahawks" angesehen habe, in denen alte Bahnschwellen Nägel zu kleinen Beilen und Tomahawks geschmiedet werden. Ich fand das ganz interessant und wollte natürlich als bald ebenfalls zur Tat schreiten, als mir aufgefallen ist, dass es in Germany keine Eisenbahnnägel gibt. Und das Zeug welches die DB so an ihren Schwellen verbaut ist auch eher günstig als gut und eher weniger geeignet um daraus brauchbare Werkzeuge zu schmieden.


    37852013ju.jpg?rand=1584824277


    Ich habe daraufhin meine gängigen Schrottquellen durchforstet und bin zu der Erkenntnis gelangt, dass brauchbarer Stahlschrott welcher in seiner Abmessung für ein kleines Beil ausreicht eher selten ist. Irgendwann hatte ich Glück und habe einige fast neuwertige M27er Sechskantschrauben aus dem Container gefischt. Viele der kleineren Maschinenschrauben sind aus Stahl mit relativ wenig Kohlenstoffanteil hergestellt. Die Spanne reicht da von C20 bis C50 teilweise mit etwas Bor oder Chrom legiert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass je größer eine Schraube ist, desto besser ist auch der Vergütungsstahl aus dem sie hergestellt wurde. Sehr große Schrauben müssen halt auch sehr große Kräfte aushalten. Bei den von mir verwendeten Exemplaren tippe ich, nach einer Funkenprobe, ganz stark auf C45 was für ein Beil oder eine Axt gerade noch gut genug ist um die erforderliche Härte zu erzielen.

    In der Industriellen Fertigung wird eher C60, oder wenn es eine wirklich hochwertige Axt ist, auch 51CrV4 oder ähnliches verwendet. C45 ist eher was für Hämmer aber für meine Zwecke dennoch ausreichend.


    37852014sk.jpg?rand=1584824277


    37852039nk.jpg?rand=1584824277


    Um nun ein Beil aus der Schraube zu schmieden, trennt man am besten der Kopf ab und schleift das Gewinde ab. In diesem Fall habe ich das Gewinde dran gelassen weil ich nur ein ein sehr kleines Stück davon stehen lassen musste, aber um Kaltschweißstellen beim schmieden zu vermeiden sollte man es besser abschleifen.


    37852016py.jpg?rand=1584824277


    Für ein leichtes Beil um die 500gr Kopfgewicht braucht man um die 10 bis 12cm Material. Diese werden dann in eine möglichst rechteckige Form gebracht, welche den Abmessung des fertigen Beilkopfes in etwa entsprechen sollte. Ein gewöhnliches 500gr Baumarktbeil wird aus einem 40x20mm Flachstahl hergestellt. Weil die Querschnittsfläche meiner Schraube dafür etwas zu klein war, bin ich auf ca. 36x17-18mm gekommen.


    37852040aj.jpg?rand=1584824277


    Hier habe ich den Schlitz für das Auge markiert. Die Kunst besteht nun darin bei einem nicht 100% geometrisch perfekten Schmiedestück genau die Mitte zu treffen. Viele bohren sich zwei oder mehr Löcher als Führungshilfe in den Rohling, was bei perfekt geraden Stahlrohlingen aus gekauftem Flachstahl auch gut funktioniert. Bei Werkstücken welche aber nicht tausend prozentig Rechtwinkelig sind, wie mein Schmiederohling, ist es aber sehr schwierig genau gerade verlaufende Bohrungen zu platzieren, weswegen ich hier ganz klassisch die Markierung per Augenmaß und ohne Hilfsbohrungen gesetzt habe. Hier erklärt sich auch warum ich erst den Rundstahl in eine Rechteckige Form gebracht habe. Einen Rundstahl genau mittig zu treffen ist meiner Erfahrung nach sehr schwierig zumal man beim durchschlagen des Loches keine stabile Auflagefläche hat.


    37852017ke.jpg?rand=1584824277


    Nachdem das "Rechteck" fertig war habe ich eine kleine Vertiefung in die spätere Unterseite des Beils geschmiedet.(Dies sollte man besser machen bevor man den Schlitz für das Auge markiert) Dazu wird ein Rundstahl in das Material gehämmert bis der gewünschte Radius erreicht ist. Zweck dieser Vertiefung ist es, in erster Linie etwas Material nach vorne in die schneide zu bringen. Zudem erhält das Beil einen leichten Bart wodurch man etwas höher am Kopf greifen kann, was beim schnitzen ganz angenehm ist. Zu dem sieht das auch einfach schick aus und differenziert das Beil etwas von den käuflichen Exemplaren. Um einen echten Bart an das Beil zu bekommen müsste man aber eine noch wesentlich größere Vertiefung ausschmieden oder aber ein Teil in die Schneide einschweißen.



    37852018pn.jpg?rand=1584824277


    Das aufspalten oder durchschlagen des Auge ist der mit Abstand schwierigste teil beim schmieden einer Axt. Wenn man hier Fehler macht, lässt sich das später nur relativ schwer beheben.

    Hier gibt es nun etliche verschiedene Methoden wie man das Loch durch das Beil bekommt. Ich verwende einen relativ herkömmlichen Meißel mit flacher scharfer Schneide und drehe den Beilkopf alle paar Schläge, um ein verlaufen des Meißels in eine Richtung etwas auszugleichen. Wenn man über eine Hydraulikpresse oder einen guten Zuschläger mit Vorschlaghammer verfügt benutzt man eher stumpfe Durchstanzwerkzeuge, weil diese weniger seitlich verlaufen und auch wesentlich weniger verschleißen als Werkzeuge mit einer Schneide.

    Wenn man jedoch, wie ich alleine arbeitet ist das durchstanzen eines Beilkopfes mit einem stumpfen Meißel ein sehr mühsames Unterfangen, weswegen ich mich eher auf die Verwendung von Schlitzmeißeln fokussiert habe. Wenn man ein Stück Rechteck- oder Vierkantstahl vom Händler hat kann man natürlich auch möglichst viel vorbohren um sich die Sache zu erleichtern, wobei allerdings auch Material verloren geht.


    37852041bl.jpg?rand=1584824277


    37852019xb.jpg?rand=1584824277


    Wenn der Schlitz breit Genug ist kommt der "Eyedrift" (keine Ahnung wie man das in deutsch nennt, Augentreiber, Axtaugennegativ???) zum Einsatz mit dem das Auge Stück für Stück bis auf seine endgültige Form aufgedehnt wird.


    37852020qn.jpg?rand=1584824277


    Ich schmiede das Auge fast bis in seinen fertige Form, lasse mir aber etwas Material über um nach dem schmieden der Schneide, gegebenenfalls noch etwas korrigieren zu können.


    37852042im.jpg?rand=1584824277


    Das ausschmieden der Schneide ist dann wieder relativ simpel. Um die Schneide in die Breite zu treiben arbeitet man mit der Hammerfinne und schlägt die riefen mit der flachen Seite wieder platt bis die Schneide breit und dünn genug ist.

    Der finale Schlag mit dem Eyedrift erfolgt dann von oben. Dabei wird dieser aber nicht mehr ganz durch getrieben damit im optimalen Fall eine Sanduhrform im Auge entsteht, also ein leichter Konus auch von unten bestehen bleibt.


    37852034os.jpg?rand=1584824277

    37852033qi.jpg?rand=1584824277



    37852049nd.jpg?rand=1584824276


    37852021om.jpg?rand=1584835110


    Hundert prozentig gelingen solche Axtaugen in den seltensten Fällen, das ist wenn man mal genau hinsieht selbst bei industriell gefertigten Äxten hin und wieder zu sehen.

    Die Ungenauigkeiten hier halten sich alle noch im Rahmen. An Beilen und Äxten wird naturgemäß relativ viel geschliffen. Wichtig ist nur, dass das Auge mittig in einer Achse zur Schneide steht.


    37852035qw.jpg?rand=1584824277

    37852036lv.jpg?rand=1584824277


    Übermäßig viel dran geschliffen habe ich nicht, weil mir der rustikale Look lieber ist als Hochglanz polierte Werkstücke.

    Zum vergleich ein normaler 500gr Beilkopf. Die Schneide und Länge sind, trotz weniger Ausgangsmaterial beinahe gleich, nur der hintere Teil ist bei meinem Custombeil etwas schmaler.

    Das Gewicht habe ich nicht gemessen müsste aber zwischen 400 - 450 Gramm liegen.


    37852037tr.jpg?rand=1584835110


    Danach wurde das gute Stück noch Wärmebehandelt und gehärtet. Das Auge ist mir etwas größer geraten als es notwendig gewesen wäre, weswegen die normalen Stiele nicht gepasst haben. Dafür habe ich einen, für das kleine Beil, relativ langen Sappiestiel dran gemacht, welcher am Auge etwas kräftiger ist.

    Wenn man schon kein dickes Ding hat, schadet es nicht wenn es dafür etwas länger ist. ;)


    Das war jetzt der herkömmliche weg ein Beil oder eine Axt zu schmieden, es gibt noch etliche weitere bei denen zwei oder mehr Teile verschweißt werden. Kommerziell wird heute fast ausschließlich diese Methode verwendet um Äxte herzustellen. Man hat hier den Vorteil, dass der gesamte Axtkopf komplett aus einem Stück Vergütungs/ Werkzeugstahl gefertigt ist. Der nachteil besteht, zumindest bei reiner Handarbeit darin, dass es bei größeren Äxten immer aufwendiger wird das Auge sauber durch zuschlagen. Zudem waren große Stücke aus guten härtbarem Stahl früher wesentlich teurer und seltener als heute, weswegen vor der Industrialisierung Äxte und Beile oft aus mehreren Teilen zusammengeschweißt wurden, wobei nur in der Schneide guter Stahl verwendet wurde.


    Ist wieder ein bisschen viel Text geworden, aber im Moment haben wir ja viel Zeit zum Lesen;


    Bleibt gesund und Gruß an alle - Holger:winken

    Feuer1512


    Also ich werde zwar leider nicht teilnehmen können, aber mit nem Def 4 + Tropen und einer synmat 7 drunter sollte man schon recht bequem bis in den zweistelligen Minusbereich nächtigen können. Sind ja immer hin um die drei Kilo Isolationsmasse, die werden schon was bringen auch wenn beide Schlafsäcke nicht unbedingt "Highend" sind. Mit dem Def 4 hab ich bis -5 Grad und langer Unterwäsche noch gut geschlafen, dem Tropen traue ich so um die 8 - 10 Grad Zusatzleistung zu.


    Wenn das Wetter so bleibt genügt vielleicht sogar der Tropen alleine.;)


    LG Holger

    Die neuere schweizer Feldjacke nennt sich M83 und besteht zu 50% aus Polyester, was für den Dienst im Feld sicher wesentlich geeigneter ist.

    Starkem Funkenflug würde ich die aber nicht aussetzen, hast es ja schon gemerkt, die Materialzusammensetzung ist recht hitzeempfindlich.

    Die alten Jacken sind auch nicht gefüttert sondern einfach nur aus sehr dicker Baumwolle. Die halten schon einiges an Funkenflug aus. Dafür kann das Teil aber wirklich auch sonst nix. Beschissener Schnitt, eine aberwitzige Anzahl unpraktischer Taschen mit eben so beschissennen Knöpfen, beschissene Kaputze usw... Aber um das Teil beim harten Einsatz in der Metallwerkstatt zu zerwirken ist es gerade richtig.

    Wenn das Ding in ferner Zukunft mal platt ist hol ich mir mal eine marine Bordjacke mit Aramidfaser die sollten nochmal etwas flammfester sein und kostet auch nur ein paar Kroschen.


    Schruppscheiben verwende ich kaum noch. Die sind zwar billig und nehmen viel Material weg, sind aber zum Messerbasteln viel zu grob und "gefühllos" in der Handhabung. Wie gesagt, eine grobe Lamellenscheibe nimmt auch schnell viel Material weg, lässt sich aber viel genauer führen.


    Eine perfekt gleichmäßige Schneide nur mit der Flex zu schleifen ist auch relativ schwierig. Ich mache das nur bei großen balligen Klingen und lasse in der Mitte immer ca einen Millimeter Stehen den ich dann am Bandschleifer oder mit der Feile weiter bearbeite.

    Um einen ordentlichen Scandischliff hin zu bekommen ist die Flex bestenfalls zur groben Vorarbeit geeignet. Das machst du entweder, wie du schon erkannt hast, mit so nem Ding in dem man seine Feile im richtigen Winkel zum Werkstück einspannen kann, oder mit einer Klemmvorrichtung welche man auf den gewünschten Winkel einstellt, am Bandschleifer.

    Wobei das mit der Feile die sichere Methode ist, und die am Bandschleife die wesentlich schnellere aber da kann man halt auch schnell mal was verscheißen.

    @ Lortnoc:


    Ja das ist eine Schweizer M70 Tarnjacke die Dinger gibt´s bei ASMC für sechs oder sieben Euro das Stück. Billiger kannst du eine Arbeitsjacke die auch mal stärkeren Funkenflug beim schleifen oder schweißen verträgt kaum noch bekommen. Nur die 50 Taschen mit den saumäßig bockigen Druckknöpfen nerven mich schon mal ziemlich. Zudem hat die natürlich auch noch das hässlichste Tarnmuster welches jemals ersonnen wurde.;)


    Das mit den eingesägten Rillen mache ich auch nicht. Wie du auf dem zweiten Bild von oben siehst komme ich der eigentlichen Form mit den Trennscheiben schon relativ nahe. Die Scheiben dürfen nur keinen zu großen Durchmesser haben. Mit den kleinen 115er Scheiben kommt man schon recht weit in die Ecken.

    Was da noch über bleibt wird mit der 40er Lamellenscheibe weggeschrubbt. Wenn die Schleifscheibe neu ist und der Winkelschleifer genug Power hat, kannst du einen cm Material in ein paar Sekunden wegnehmen und auch gleich bis zur Fertigen Form weiter arbeiten. Das geht definitiv schneller als alles erst einzuschneiden, abzutrennen und dann die fertige Form doch wieder mit der Lamellenscheibe nachzuarbeiten.

    Bei diesem Messer habe ich, wenn ich mich recht entsinne, alle innen liegenden Radien nur mit der Lamellenscheibe ausgeschliffen.

    Bei kleineren Messern und besonders engen Radien benutze ich einen Dremel mit Schleifröllchen. Damit gelingen mir solche kleinen Radien besser und schneller als mit der Feile.

    Frohes neues Jahr euch allen!


    Zum Jahresauftakt gibt´s von mir noch mal was im Messerthread. ( "sorry Leute aber größere oder geistreichere Outdoorunternehmungen sind einfach gerade nicht drin");)


    Im Mittelpunkt steht diesmal ein Haumesser, welches in erster Linie zur Gartenarbeit oder aber auch als grobes Campknife dienen soll.

    Der Anstoß dazu hat sich daraus ergeben, dass der über alle Maßen geistig erhellte Vorbesitzer meiner Liegenschaft dereinst, einen nicht ganz so zierlichen Bambus angepflanzt hat. ( Natürlich ohne Rhizomsperre) Das Grundstück war darauf für einige Jahre mehr oder weniger sich selbst überlassen, was der Verbreitung des Bambus nicht abträglich war. Weil das Zeug anfing sich immer aggressiver auszudehnen habe ich es irgendwann letzten Herbst in einem mehrtägigen Zerstörungswerk beseitigt, wobei mein altes Gartenmesser, ein altes umgeändertes Haubergsknipp, derb gelitten hat.


    37580105oy.jpg?rand=1578000306


    Das alte Ding war so wie so nur Improvisiert, weswegen ich mich nach einem neuen Haumesserentwurf umgesehen habe.

    Zwischen den ganzen Parangs, Bolos, Goloks und Khukris und was die noch alle für lustige Namen haben hat mir das Mini Duku von Condor ganz gut gefallen. Kaufen war mir natürlich zu teuer und zu langweilig, also habe ich die Form etwas nach meinen Vorstellungen angepasst und auf Pappkarton übertragen. Eigentlich wollte ich das Ding auch komplett selber schmieden, passenden Federstahl in runder Abmessung hatte ich mir auch schon rausgekramt, aber die Zeit war, wie so oft, knapp und die Vorstellung einfach mal einen halben Meter Stahl von rund auf flach zu Hämmern hat mich auch nicht unbedingt angesprochen.


    37580106xw.jpg?rand=1578000306


    Also habe ich einfach nach einem günstigen Stahl mit 0,5 - 0,7% Kohlenstoffgehalt in 4-5mm Stärke gesucht. Die Auswahl war da leider etwas limitiert weil ziemlich viel Zeug, in den gängigen E-Shops vergriffen war. Genommen habe ich letztendlich einen 1.2703 (72NiCrMo4-2) in 4mm. Das ist ein Stahl für große Kreis- oder Gattersägeblätter welcher durch geringe Mengen an Nickel, Chrom und Molybdän etwas in seiner Zähigkeit und Verschleißfestigkeit aufgepimpt wurde. Eigentlich schon zu gut für das was ich machen wollte aber der Preis war günstiger als für vergleichbare unlegierte Stähle.


    37580118jm.jpg?rand=1578000306


    Die grobe Form habe ich dann mit der Trennscheibe ausgeschnitten und die Rundungen mit der groben 40er Lamellenscheibe abgeschliffen.


    37580125jq.jpg?rand=1578000306

    37580126vq.jpg?rand=1578000306


    Den größten Teil des recht robusten Anschliffes hat dann auch der Winkelschleifer besorgt. Das ist natürlich sehr grob und ungenau und erfordert viel Gefühl im Umgang mit der Flex, dafür geht es aber sehr schnell.


    37580129ae.jpg?rand=1578000306


    Im Anschluss habe ich nochmal mit dem Bandschleifer und von Hand, mit Schleifleinen, drüber geschliffen um die aller schlimmsten Schleifriefen raus zu bekommen und um die Schneide nicht mit der Flex schief zu schleifen.


    37580146qp.jpg?rand=1578000306


    Danach habe ich noch einige Löcher in den Griff gebohrt. Um wirklich Gewicht aus dem Griff zu bekommen hätten es noch mehr sein können, aber so konnte ich wenigstens "genug" Stifte einsetzten.


    37580148op.jpg?rand=1578000306


    Und hier sieht man jetzt den Grund warum ich solche langen Klingen nur sehr selten und ungern anfertige. In meiner kleinen Feldesse kann ich Klingen bis ungefähr 15cm Länge sinnvoll wärmebehandeln, weswegen ich für alles was darüber hinaus geht arg improvisieren muss.

    Härten im Grillfeuer kann natürlich funktionieren, aber empfehlen möchte ich es sicher nicht.


    37580150ve.jpg?rand=1578000306


    Abgeschreckt habe ich in einem Vierkantrohr mit warmem Öl. Dabei sollte man darauf achten, dass das Rohr welches als Ölbehälter dient auch genug Flüssigkeit fasst um die Wärme noch zweckmäßig abführen zu können. Bei zu wenig Abschreckmedium bekommt man nur sehr mittelprächtige Ergebnisse.

    Angelassen habe ich dann in der Fritteuse bei 190 Grad C.


    37580152cb.jpg?rand=1578000306


    Die Wärmebehandlung war für meine Zwecke in diesem Fall ganz gut gelungen. Die Schneide ist stabil genug um einen Span aus einem Nagel oder Bleck zu schneiden und noch "weich" genug um sie wiederwillig abzufeilen. Spitzenwerte darf man bei solchen recht übers Knie gebrochen Umständen sicher nicht erwarten. Um noch etwas mehr Elastizität in den Klingenrücken zu bekommen habe ich hier versucht nochmal separat mit der Lötlampe anzulassen, während die Schneide gekühlt wird. Man muss aber schon brutal lange draufhalten um mit der kleinen Funzel irgendein Ergebnis zu erzielen.

    Generell sollte man solche großen Klingen lieber etwas mehr in Richtung zäh - elastisch gestalten als in hart- schnitthaltig. Das Bruchrisiko ist bei derartigen Brachialwerkzeugen immer relativ hoch.


    37580153ju.jpg?rand=1578007629


    Erste hackversuche in Bambus verliefen recht zufriedenstellend.


    37580156wb.jpg?rand=1578007628


    37580167ti.jpg?rand=1578007628


    37580178mx.jpg?rand=1578007628


    37580195aa.jpg?rand=1578007628


    Für Werkzeuge die nach nix aussehen müssen, also die reinen Arbeitstiere, verwende ich normalerweise immer Buchenholz. In diesem Fall hatte ich aber noch viele Sperrholzreste rumliegen und habe diese für den Griff verwendet. Das verstiften und kleben hätte ich auch Optisch eingefangen, aber meine Frau war mit der Kamera weg. Ist aber denke ich auch selbsterklärend.


    37580237qf.jpg?rand=1578007628


    Mit den Feinheiten am Griff habe ich mich nicht lange aufgehalten. Es wird ohnehin nicht lange dauern bis ich den Griff mit dreckigen Pfoten anfasse.

    Überdies darf ich das Teil auch nicht so schön machen , dass ich hinterher angst habe es zu benutzen.


    37580249pg.jpg?rand=1578007628


    37580247nr.jpg?rand=1578007628


    Den Griff kann man sowohl lang für viel Wucht, als auch kurz für "noch ein bisschen" Gefühl greifen.

    Durch den Langen Griff und die schwere Spitze hat man bei dem relativ "kleinen" und kompakten Haumesser immer noch viel Energie im schlag.


    37580258jq.jpg?rand=1578007628


    37580252dl.jpg?rand=1578007628


    Ich hab dann mal versucht einen Buchenholz Klotz mit etwas über 30cm Höhe und faserigem Wuchs zu spalten, was auch mit einigen mühen funktioniert hat. Dabei muss man aber auch anmerken, dass jedes noch so kleine Beil hier besser abgeschnitten hätte.


    37580265dp.jpg?rand=1578007628


    Nach der ersten Spaltung lief es aber gut.


    37580269ca.jpg?rand=1578007628


    Ok Federstöcke bekomme mit kleineren Messern besser hin. Aber immerhin.


    37580271qg.jpg?rand=1578007628


    Besser geht es wenn man das Messer festkeilt und das Holz gegen die Klinge zieht.


    37580279fk.jpg?rand=1578007628


    Und obwohl ich es nur mit dem Wetzstein geschliffen hatte war es nach dem gekloppe immer noch relativ scharf.


    Wen es interessiert, noch ein paar technische Daten.


    Die Klingenlänge beträgt 215mm, die Grifflänge ca. 200mm ,die dicke 4mm und das Gewicht ca. 570 Gramm.


    Eine Scheide werde ich, so Gott will, noch irgendwann nachliefern.


    Ich sage mal neues Jahr neues Haumesser -


    Grüße an alle - Holger:winken















    Moin zusammen;


    Ich hab hier mal einen kleinen Beitrag, der weniger in die Rubrik "Bushcraft" sondern mehr in die Fachrichtung Assiprepping oder Schrottplatzsurvival passt.


    Um das Thema räuchern wird ja, ähnlich wie beim grillen, mittlerweile ein wahnsinniger Kommerz betrieben, wobei es sich eigentlich um eine völlig archaische Art der Narungsmittelkonservierung handelt, für die man nun wirklich fast kein Equipment und auch ebenso wenig Expertise benötigt.


    37165265gj.jpg?rand=1573857162


    Das "Malheur" welches zu diesem Beitrag geführt hat begründet sich daraus, dass ich ein Stück Knoblauchmettwurst erstanden hatte, welches zwar recht gut gewürzt, aber für meinen Geschmack viel zu kurz geräuchert war. Zu meiner schande muss ich gestehen, dass ich so etwas wie einen Räucherofen nicht besitze. Also habe ich mich auf meinem Grundstück nach Dingen umgesehen mit denen man etwas in der Richtung improvisieren könnte. Als erstes ist mir ein Konstrukt aus Zweigen und Blättern in den Sinn gekommen welches mir aber zu kompliziert und zeitaufwendig erschien. Also habe ich mir einfach einen Karton aus dem Altpapier geholt und mit diesem etwas gebastelt.


    37224935ok.jpg?rand=1573861264


    Im Grunde bietet sich jede Art von Hohlkörper an mit der sich der Rauch einfangen lässt. Zuerst habe ich die Unterseite des Kartons abgetrennt und zumindest das Klebeband an den Stellen entfernt, an denen es Warm werden könnte.


    37165273jt.jpg?rand=1573857162

    37165281bt.jpg?rand=1573857162


    Anschließend sticht man einfach ein oder mehrere Stöckchen durch den Karton an denen das Räucherfleisch aufgehängt wird. Wenn man kein Seil hat könnte man das Fleisch auch einfach aufspießen.


    37165301ig.jpg?rand=1573857162


    In der Zwischenzeit macht man ein kleines Feuerchen. Wichtig dabei ist nur, dass man genug Glut zusammen hat um über eine längere Zeit Rauch erzeugen zu können.

    Um Rauch zu erzeugen eignet sich alles was lange und viel Qualmt. Wenn man kein echtes Räuchermehl hat bieten sich vor allem Blätter und Grünholz an. Das einzige worauf man tunlichst achten sollte, ist keine Teile giftiger Pflanzen zu verwenden.


    37224925ky.jpg?rand=1573860173


    Der Karton war etwas schmal, weswegen ich ihn noch mit Stöcken an den Seiten gegen umfallen gesichert habe.


    37165319ks.jpg?rand=1573860173


    Ein klarer Nachteil von Pappkarton ist natürlich die Brennbarkeit, was bei Räuchergestellen aus Naturmaterialien aber auch immer heikel ist. Man muss immer etwas aufpassen, dass keine Glut an den Karton kommt, wobei mein Karton auch etwas zu schmal war und so gefährlich nahe am Feuer platziert werden musste. Etwas Abhilfe kann man verschaffen indem man den Karton am unteren Rand ein wenig nass macht.


    37165315jd.jpg?rand=1573860173

    37165317db.jpg?rand=1573860173


    Mit dem Ergebnis meines kleinen Experiment bin ich durchaus zufrieden. Die Wurst war ein paar Stunden im Rauch und hat nochmal einiges an Flüssigkeit verloren und an Aroma gewonnen.



    Gruß an alle -

    Holger :winken