Posts by Skuzzlebud

    Die Verwechslung von Kirschen und Vogelbeeren bzw. Vogelkirschen halte ich für nahezu ausgeschlossen. Wenn ich das richtig verstehe sind mit Vogelkirschen die Früchte der Eberesche gemeint. Zum einen unterscheiden sich Früchte ,Blätter und Wuchsform des Baums stark von der echten Kirsche und zum anderen werden die Vogelbeeren erst im August und September reif. Da sollten alle normalen Kirschen schon längst durch sein. Wie schon oben erwähnt sind Vogelkirschen auch nicht wirklich giftig. Auch die Kerne sind harmlos so lange man sie nicht knackt und das Innere verzehrt ohne es vorher zu erhitzen. Dies trifft im übrigen auf die Kerne aller Rosengewächse zu, weil diese Blausäure enthalten. Also auch auf die Kerne von Äpfeln, Kirschen, Birnen, Pflaumen, Pfirsichen usw.

    Tollkirschen hingegen sehen eher aus wie kleine schwarze Tomaten mit übergroßen Kelchblättern und wachsen nicht an Bäumen sondern an Sträuchern, sind aber im Gegensatz zu Vogelbeeren wirklich sehr giftig.

    Löwenzahn

    Heute gibt´s nochmal einen ganz großen Exoten. Mit viel Glück hat der eine oder andere schon mal von Löwenzahn gehört oder gar welchen zu Gesicht bekommen.


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    Das gelbe Zeugs da ist alles Löwenzahn und so trivial dieser Beitrag auch erscheinen mag; Wenn etwas in so großer Menge zur Verfügung steht,

    und dabei auch kaum verwechselt werden kann, schadet es nicht wenn man es zu nutzen weiß. Die einfachsten Dinge sind eben meist nicht die schlechtesten. Von einer genauere Beschreibung des Löwenzahn und dessen Vorkommen können wir, denke ich, auch an dieser Stelle Abstand nehmen.


    Vorab: Sicherlich ist Löwenzahn komplett essbar und es gibt Leute, welche die jungen Blätter als Salat propagandieren, allerdings sind Blätter und Wurzeln derart bitter, dass ich dies nicht gerne empfehlen möchte. Da gibt es wahrhaftig besseres.


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    Der mit großem Abstand schmackhafteste Teil der Pflanze sind die Blüten. Die Zeit der großen Löwenzahnblüte und somit die haupt Sammelzeit für eben diese ist, das Frühjahr von April bis Anfang Mai. Danach findet man die Blüten nur noch vereinzelt vor.


    Man kann die Blüten roh essen und sich damit den Salat optisch aufwerten, aber die aus meiner Sicht beste Verwendung ist der Löwenzahnsirup.


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    Für den Löwenzahnsirup benötigt man eine ordentlich Menge Löwenzahnblüten. Diese werden nach dem pflücken von allen grünen Pflanzenteilen, welche sich noch an der Blüte befinden, getrennt. Diese Arbeit ist leider etwas mühsam, macht sich aber bemerkbar. Je sauberer man die grünen Teile entfernt desto weniger bitter wird der Sirup am Ende.


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    Auf die Blüten kommt dann etwa die vier bis fünffache Menge Wasser (z.B. 100g Blüten = 400- 500ml Wasser) und nach belieben ein Paar Stücke Orange, Mandarine oder Zitrone.

    Dies wird nun zusammen aufgekocht und über Nacht ziehen gelassen.


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    Am nächsten Tag werden die Blüten und, in diesem Fall die Mandarinenscheiben, ausgesiebt und noch einmal von Hand ausgepresst.


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    Zu dem Sud wird nun der Zucker hinzugefügt. Die Mengenangaben variieren da etwas aber meiner Erfahrung nach kommt man mit einer eins zu eins Mischung ( z.B. 300ml Flüssigkeit = 300g Zucker) gut hin.


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    Das ganze wird nun gekocht bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.


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    Heiß abgefüllt hält sich das gewiss 100 Jahre;).


    Die hauptsächliche Verwendung findet Löwenzahnsirup bei mir als Soße für Pfannkuchen. Löwenzahnsirup ist dabei, zugegebener Maßen nicht ganz so lecker wie Ahornsirup, aber eben auch nicht viel schlechter. Man kann sich den Sirup auch wie Honig aufs Brot schmieren oder als Grundstoff für Grillmarinade verwenden.


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    Des weiteren interessant sind die Löwenzahnwurzeln welche als überaus ekelhafte Notnahrung oder aber als einigermaßen genießbarer Ersatzkaffee Verwendung finden können.



    Dazu sammelt man die Wurzeln der Pflanze, was sich beim Löwenzahn, teilweise als relativ schwierig erweist. Ich empfehle hierzu schweres Gerät.

    So ganz indigen, nur mit einem Grabstock ist das wirklich eine undankbare Arbeit.


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    Als nächstes werden die Wurzeln gründlich gewaschen und in möglichst gleichmäßige Stücke geschnitten.

    Diese lässt man wiederum etwas trocknen und röstet sie, unter ständigem rühren und schwenken, in einer Pfanne.


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    Die Stücke sind natürlich nie ganz gleichmäßig, weswegen das Röstergebnis nie perfekt ist. Wichtig ist nur das die Wurzelstücke nicht verbrennen. Mit etwas Fantasie kann man beim rösten aber schon einen "Kaffee ähnlichen" Duft wahrnehmen.


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    Nach dem rösten werden die Stücke gemahlen.


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    Heraus bekommt man einen "echten Landkaffee". Wer die auf Zichorie basierenden Ersatzkaffees, wie etwa Caro oder ähnliche, kennt

    kann sich den Geschmack in etwa vorstellen nur, dass hier die Malz und Getreide Anteile fehlen und der pure Löwenzahnkaffee somit wenig rund daherkommt. Generell sind Zichorie und Löwenzahn relativ eng verwand und schmecken auch gleichermaßen fies bitter, warum sich nun die gemeine Wegwarte bei den Ersatzkaffees, gegen den allgegenwärtigen Löwenzahn durchgesetzt hat, ist mir ein Rätzel.

    Der Löwenzahnkaffee kommt natürlich nicht an echten Kaffee heran, schmeckt aber auch nicht völlig schlecht und ist bestimmt auch gesünder. Löwenzahnkaffee "genießt" man am besten ohne Milch und Zucker oder nur mit wenig Zucker, sonst schmeckt´s irgendwann eher wie ein ganz komischer Tee.

    Die haben doch bei mir den Entwurf geklaut !X(:lol


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    So lange man kein kompliziertes Tragesystem braucht, ist es in der Tat garnicht besonders schwierig Taschen oder Rucksäcke selber zu nähen.


    Siehe hier oder hier. Mit meinem heutigen "Erfahrungsstand" würde ich das sogar noch ein wenig besser hinbekommen. Hab´s aber ,zum größten Teil aus Zeitgründen, aufgegeben sowas selber zu nähen. Auch wenn selber nähen sicherlich auch irgendwo Spaß macht und selbstgemachte "Ausrüstung" cool ist, lohnt sich der Aufwand meist kaum.


    Das große Paradoxon beim nähen solcher Dinge ist, dass man mehr oder ähnlich hohe Materialkosten hat als ein vergleichbarer Rucksack von der Stange kosten würde. Das liegt zum einen daran, dass man den Stoff meistens als Meterware kaufen muss, also mehr kaufen muss als man eigentlich braucht, zum anderen kommt man gegen Massenproduktion aus Fernost preislich einfach nicht an. Wenn man überlegt, dass da schon Lohn und Transportkosten mit drin sind, der Händler noch Geld verdient hat, und man selber allein mit dem nackten Material schon auf den annähernd selben Preis kommt macht einen das schon nachdenklich. Dabei muss die Qualität nicht einmal schlecht sein.


    Ähnlich sieht es auch bei Tarps und Zelten aus. Der einzige Bereich, wo sich selber nähen noch richtig lohnt, ist Funktionsbekleidung. Da sind die Gewinnspannen der Hersteller oft derart überzogen, dass man (Können und Zeit vorausgesetzt) durchaus ein vielfaches an kosten einsparen kann.

    Maispitzen

    Oder besser gesagt die jungen Triebe von Fichten oder Tannen gehören zu den ganz einfachen Dingen, welche man ohne große Kenntnis im Kräuter sammeln nutzen kann.


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    Während echte Tannen bei uns wohl nur sehr selten anzutreffen sind, ist der "Brotbaum" der Holzindustire immer noch omnipresent.

    Auch wenn trockene Sommer und Borkenkäfer inzwischen viele der alten Monokulturen dahingerafft haben, wird vielerorts trotzig weiter mit Fichte aufgeforstet.

    Eine genauere Beschreibung ,wo man Fichten findet und wie sie aussehen, spare ich mir an dieser Stelle einfach mal und verweise direkt auf die zahllosen Verwendungsmöglichkeiten, welche sich dem sammel wütigen Waldläufer bieten. Für die gepflegte Küche sind die, als Maispitzen bekannten, jungen Triebe am interessantesten, welche man im April und Mai sammeln kann.


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    Das pflücken ist etwas mühselig weil man meistens schon eine ganze Menge benötigt. Dafür ist es recht simpel zu erklären : Gepflückt wird einfach alles was hellgrün ist.


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    Die erste und einfachste Anwendung welche mir einfällt ist ein Tee, welcher einfach mit frischen Fichtentrieben aufgebrüht wird.

    Getrocknete gehen bei höherer Dosierung aber auch.


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    Des weiteren kann ich Hustensirup aus Fichtentrieben empfehlen. Dazu werden in einem großen Glasbehältnis schichtweise, eine Schicht Fichtentriebe mit ca. einem Finger breit Zucker überstreut. Hier zusammen mit Spitzwegerich.

    Das ganze stellt man dann für ein paar Wochen auf der Fensterbank in die Sonne, bis sich der Zucker verflüssigt hat und und die Inhaltsstoffe

    der Pflanzenteile im Zucker gelöst wurden. Wenn der Sirup eine dunkle Farbe angenommen hat, ist er bereit zur Verwendung.


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    Mein Favorit und etwas, dass man unbedingt mal probiert haben sollte, ist Maispitzen Gelee. Dazu füllt man Fichtentriebe in einen Topf und füllt soviel Wasser auf, dass diese gerade bedeckt sind. Darin werden die Fichtentriebe nun gekocht und über Nacht ziehen gelassen.

    Aus dem Sud siebt man die Fichtentriebe ab, gibt nach belieben Zitronensaft hinzu und Kocht diesen mit Gelierzucker ein. Neben Holunderblüten Gelee einer der besten süßen Brotaufstriche.


    Des weiteren kann man mit den Maispitzen auch Schnaps, Öl, Honig und vieles weiters aromatisieren. Wenn man keine Zitrone hat und einen fruchtig sauren Geschmack zum verfeinern von Speisen, wie z.B. Fisch benötigt geben Fichtentriebe auch einen adäquaten Ersatz ab.

    Über dies wird Extrakten aus Fichtentrieben auch eine Fülle an Heilanwendungen zugesprochen.


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    Wem das alles zu kompliziert ist, kann die Fichte oder besser ihr Harz auch ganz pragmatisch nutzen, und diese zum Feuer machen verwenden. Fichtenharz brennt sehr lange und intensiv, selbst unter feuchten Bedingungen und sollte in keinem Zunderbeutel fehlen.;)

    Die Knoblauchsrauke

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    Die Knoblauchsrauke haben sicher die meisten schon mal gesehen. Sie kommt recht häufig in Laubwäldern, insbesondere an Wegrändern, vor und bevorzugt nährstoffreiche feuchte Böden.


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    Knoblauchsrauken kommen oft in hoher Dichte vor, weswegen sie sich bestens als Grundlage für eine ordentliche Portion Salat eignen.

    Die haupt Sammelzeit für Knoblauchsrauken beginnt im April und reicht bis etwa Juni. Man kann die Pflanze auch bis in den Spätsommer hinein ernten, allerdings werden diese mit zunehmenden Alter immer holziger. Ab ca. Juli lassen sich auch die reifen Samen der Knoblauchsrauke sammeln, welche einen relativ scharfen Geschmack aufweisen und sicherlich, durch ihren Ölgehalt, auch recht nahrhaft sind. Allerdings ist das sammeln der kleinen Samenkörner mit hohem Aufwand verbunden.


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    Als klassischer Kreuzblütler, mit recht eindeutiger Wuchs- und Blattform, besteht bei der Knoblauchsrauke kaum eine nennenswerte Verwechslungsgefahr. Allerdings fällt die beste Sammelzeit für Knoblauchsrauken ziemlich genau in die Zeit in der auch die Zecken besonders aktiv sind. Überdies wachsen Knoblauchsrauken gerne in der typischen Hunde Pipihöhe an Wegen, weswegen man Knoblauchsrauken nach Möglichkeit vor dem Verzehr gut waschen und durchlesen sollte.

    ( Ich hatte letztens noch eine Zecke im Salat:manni)


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    Auch die Wurzeln der Knoblauchsrauke sind essbar, schmecken nach Rettich und sind von guter Größe. Allerdings sind die meisten Wurzeln leider derart holzig, dass sie kaum verwendbar sind.


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    Wie schon erwähnt, eignet sich die Knoblauchsrauke vor allem als Salat. Verwendet werden dabei die Blätter, welche einen leicht bitteren Geschmack mit Lauchnote haben, und die oberen ca. 10cm der Stiele, welche eher nach Rettich schmecken. Der restliche Stiel wird verworfen weil er von oben nach unten zunehmend holzig wird. Am besten schmeckt der Salat einfach mit etwas Öl und Salz. Wer möchte kann auch andere Zutaten wie Tomaten, Paprika oder Lauch unterheben. Knoblauchsrauke ist generell als Salat recht vielfältig einsetzbar und steht vielen Salatsorten aus dem Supermarkt in nichts nach.


    Leider beschränkt sich die Verwendung von Knoblauchsrauke auf den Rohverzehr. Als Spinat oder Gemüse gekocht schmeckt sie einfach nur sehr bescheiden, weil die Aromen zum kochen zu flüchtig sind. Ebenso verhält es sich mit dem trocknen, wobei ebenfalls der meiste Geschmack verloren geht.

    Das mit dem Bärlauch zur Identifikation zwischen den Fingern zerreiben macht man eigentlich nicht mehr, weil es gerade für Anfänger sehr verfänglich sein kann. Wenn du ein oder zwei Blätter Bärlauch zwischen den Fingern zerrieben hast, riechen diese den ganzen Tag nach Bärlauch. Wenn man direkt danach ein Stück Maiglöckchen zerreibt riechen die Finger trotzdem noch nach Bärlauch.

    Wenn man Bärlauch und Maiglöckchen mal nebeneinander gesehen hat, kann man sich schon ganz gut die Unterschiede beider Pflanzen einprägen. Auch die Haptik von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen ist ganz anders als bei Bärlauch.


    Nichts desto trotz, besten Dank für das Judasohr (was für ein Name?(). Ist zwar keine Pflanze aber dennoch ohne Zweifel sehr interessant. Zumal in der Jahreszeit sonst nicht viel wächst. Ich muss gestehen ich hab den noch nie probiert, weil der mich optisch nicht unbedingt anspricht, sieht halt echt etwas aus wie ein Ohr. Aber bei Gelegenheit werde ich das mal nachholen.

    Behaartes Schaumkraut, Wiesen Schaumkraut und Wald Schaumkraut

    Schaumkräuter gibt es überall und in vielen verschiedenen Arten welche sich voneinander oft nur marginal unterscheiden. Oft kann man, als Laie, nur anhand des Standortes auf die genaue Art schließen. Die genaue Bestimmung aller Schaumkraut Arten übersteigt daher meine bescheidenen Fähigkeiten um lägen, was für unsere Zwecke auch keine große Relevanz hat, dar alle Schaumkräuter essbar sind und sich in Anwendung und Geschmack ähneln. Um die Sache überschaubar zu halten habe ich hier die drei mit Abstand häufigsten Arten zusammen gefasst.


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    Zumindest in teilweise urbaner Umgebung sehr häufig anzutreffen ist das Behaarte oder Ruderal Schaumkraut. Behaartes Schaumkraut wächst fast überall, meistens als Pionierpflanze auf Untergründen mit denen die meisten anderen Pflanzen nichts anfangen können. Sei es nun im Schotter, zwischen Steinen oder sogar direkt auf Mauern oder zwischen Pflastersteinen. Auch gepflegte Gartenbeete nimmt das Behaarte Schaumkraut als hartnäckiges Unkraut gerne an.


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    Behaartes Schaumkraut wächst schon sehr früh im Jahr, in milden Wintern ohne viel Schnee, wie im letzten findet man kleine Pflänzchen teilweise schon im Februar, teilweise überdauern die Pflanzen sogar den Winter. Die Haupt Sammelzeit ist der Frühling wobei die Pflanze auch das ganze Jahr über verwendet werden kann. Mit zunehmenden Alter werden die Pflanzenteile aber etwas holzig.


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    Den meisten wahrscheinlich auch geläufig ist das Wiesen Schaumkraut. Wiesen Schaumkraut findet man, wie es der Name erahnen lässt, fast ausschließlich auf Wiesen.


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    Wiesen Schaumkraut unterscheidet sich von den anderen Schaumkräutern durch den höheren Wuchs, die feiner gefiederten Blätter und eine nicht ganz Weiße, sondern leicht ins rosa - lila tendierende Verfärbung der Blüte. Wiesen Schaumkraut kann man meist nur im Frühjahr sammeln, weil fast alle Standorte früher oder später gemäht oder beweidet werden.


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    Und hier noch aller Wahrscheinlichkeit nach, das Wald Schaumkraut. Es sieht dem Behaarten Schaumkraut sehr ähnlich, wächst eventuell etwas höher und ausladender. Der größte unterschied, für mich als Botanik Laie besteht darin, dass es in Laubwäldern wächst, häufig auf feuchten Böden. Die beste Erntezeit ist auch hier das Frühjahr bis in den Frühsommer hinein. Danach werden die Pflanzenteile zunehmend faseriger.


    Allen Schaumkräutern gemein ist, dass es sich, wie unsere domestizierten Kohlarten, um klassische Kreuzblütler handelt und somit die Verwechslungsgefahr mit Giftpflanzen sehr gering ist. Die klassischen vierteiligen Blüten und der unpaarig gefiederte Blattwuchs sind bei den meisten Vertretern dieser Gattung relativ leicht zu erkennen.

    Verwendung finden Schaumkräuter roh als Würzbeilage, oder wenn man es schafft genug der kleinen Pflanzen zu sammeln direkt als Salat.


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    Junges Behaartes Schaumkraut und Wald Schaumkraut haben einen würzigen kresseartigen Geschmack, welcher mit zunehmenden Alter der Pflanze schwächer wird. Wiesen Schaumkraut ist hingegen etwas milder und erinnert stark an Kohl.

    Die Wurzeln der Schaumkräuter schmecken nach Rettich, sind aber leider zu klein und zu holzig um sie Sinnvoll nutzen zu können.

    Schaumkräuter zu konservieren ist aufgrund der hohen Verfügbarkeit eher unüblich. Dennoch sind Kräuteröl oder Kräuterbutter sicherlich denkbar. Ich persönlich bevorzuge Schaumkraut vor allem als topping auf´s Butterbrot oder in fast allen Salaten.

    Anfangen möchte ich, passend zur Saison, mit dem Bärlauch.


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    Bärlauch gehört wohl zu den bekanntesten und begehrtesten Wildkräutern die man im Heimischen Forst finden kann. Bärlauch wächst meist in lichten Laub- und Auwäldern welche nicht zu trocken sein sollten. Bärlauchvorkommen sind je nach Region relativ selten, wenn die Pflanze aber ansässig ist kommt sie oft in großer Anzahl vor.


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    Gesammelt wird Bärlauch von März bis Ende April. Wenn man weiß wo der Bärlauch steht, oder mal stand, kann man die Zwiebeln auch das ganze Jahr über ausgraben. Dabei sollte man aber etwas Umsicht walten lassen um den Bestand nicht zu sehr zu schädigen. Eine Bärlauchpopulation aus zu rotten ist schon recht schwierig, dennoch sind solche Kunststücke schon durch all zu emsige Sammler vorgekommen. Das sammeln der oberirdischen Pflanzenteile, ist dagegen weniger bedenklich. Dabei besteht bei den jungen Pflanzen eine gewisse Verwechslungsgefahr mit sehr giftigen Maiglöckchen und Herbstzeitlosen, welche mit unter am selben Standort vorkommen. Bei älteren oder schon blühenden Pflanzen besteht dieses Risiko aber kaum noch. Wer sich nicht sicher ist sollte aber wie bei allen Pflanzen oder Pilzen lieber die Finger davon lassen.


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    Verwendet werden kann die gesamte Pflanze, wobei die Blütenknospen und Zwiebeln die meiste Schärfe besitzen. Die Blätter sind je nach Alter etwas milder im Geschmack. Die Zwiebeln sind herkömmlichem Knoblauch recht ähnlich und lassen sich auch ebenso verwenden.
    Die Blätter finden überall dort in der Küche Verwendung wo man sonst auch Schnittlauch oder ähnliches verarbeiten würde. Man kann auch Pflanzenöl mit Bärlauch aromatisieren und dieses für Salate verwenden. Sehr lecker ist auch Bärlauchbutter, nur mit Salz und gehackten Bärlauch zubereitet. Am besten verwendet man die Blätter roh und so frisch wie möglich, weil sie schon nach relativ kurzer Zeit deutlich an Konsistenz verlieren.


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    Hier mal ein ganz einfaches, und wohl das gängigste, Rezept für frischen Bärlauch -

    Ein Bärlauchpesto

    Man zerkleinert den Bärlauch und püriert diesen mit etwas Öl und Salz, nach belieben fügt man noch Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Mandeln und/oder Parmesan dazu, püriert auch diese und kippt sich die grüne Pampe auf die Nudeln.

    Der brachiale Überhammer Lauchgeschmack voll konzentriert und unverfälscht. Und sicherlich das beste Gericht fürs erste romantische Abendessen mit der neuen Flamme ;). Das man nach dem Verzehr von Bärlauch keinen Knoblauchatem hat kann ich im übrigen dementieren.


    Das haltbar machen von Bärlauch ist leider relativ schwierig und funktioniert am ehesten in dem man den Bärlauch einfriert. Wer es weniger technisch haben möchte kann Bärlauch auch in Öl einlegen oder, wie oben, zu einem Pesto verarbeiten. Die Haltbarkeit von Bärlauchpesto ist aber auch auf wenige Wochen limitiert weil es irgendwann anfängt bitter zu werden. Bei Bärlauchbutter besteht das Problem darin dass, das Salz das Wasser aus dem Bärlauch zieht und diese nach einiger Zeit anfängt auszuwässern. Ca. eine bis zwei Wochen kann man Bärlauchbutter aber kühl lagern. Zum Trocknen eignet sich Bärlauch hingen nicht, weil er bei der Trocknung einen Großteil seines Geschmackes verliert.


    Zuletzt wäre noch zu erwähnen, dass sich Bärlauch auch sehr leicht kultivieren lässt. Wer eine Hand voll Zwiebeln im Garten einpflanzt kann sich ohne Mühe sein eigenes Feld heranzüchten. Dabei sollte man eventuell beachten, dass sich Bärlauch durchaus schnell vermehren kann und gegebenen Falls für eine wirkungsvolle Begrenzung sorgen.

    Hallo zusammen!


    Ich bin mal so frei und eröffne hier einen neuen Sammelthread.


    Vor ewiger Zeit gab es mal einen ähnlichen Sammelthread über nahrhafte Wildpflanzen, in welchem ich auch etwas aktiv war und mich auf der Suche nach Wurzeln und Knollen quer durch Wald und Flur gebuddelt habe. Das allermeiste von dem Zeug welches ich mir dieser Tage kredenzt habe, war allerdings sehr enttäuschend und hart an der Grenze des genießbaren.

    Über dies sind die meisten Menschen, welche ich kennen lernen durfte und sich selber als "Bushcrafter" oder ähnliches bezeichnen, eher weniger die ganz krassen Survivaltypen, denn mehr durchaus kultivierte Genussmenschen. Also möchte ich hier mal die - " Hauptsache Kalorien egal wie eklig" Pflanzen aussen vor lassen und ein bisschen was über Kräuter und Pflanzen schreiben die ;

    sei es als Gewürz, Salat , Medizin, Tee, Waschmittel oder sonst irgendwie einen Positiven nutzen haben. Dabei möchte ich nicht mit übermäßiger Exotik auftrumpfen sondern eher die ganz alltäglichen Pflanzen und deren Nutzen in den Vordergrund stellen.

    Ich habe in letzter Zeit einiges an Bildmaterial zusammengetragen und hoffe auch regelmäßig ein paar Zeilen und Bilder hochladen zu können. Wenn jemand sinniges in Bild und Schrift beitragen kann, wäre ich natürlich sehr erfreut.


    Lg Holger

    Moin zusammen;


    Heute habe ich nochmal ein wenig Metallrecycling für euch. Den Anreiz dazu habe ich bekommen, als ich mir auf YT einige Clips über so genannte "Railroadspike Tomahawks" angesehen habe, in denen alte Bahnschwellen Nägel zu kleinen Beilen und Tomahawks geschmiedet werden. Ich fand das ganz interessant und wollte natürlich als bald ebenfalls zur Tat schreiten, als mir aufgefallen ist, dass es in Germany keine Eisenbahnnägel gibt. Und das Zeug welches die DB so an ihren Schwellen verbaut ist auch eher günstig als gut und eher weniger geeignet um daraus brauchbare Werkzeuge zu schmieden.


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    Ich habe daraufhin meine gängigen Schrottquellen durchforstet und bin zu der Erkenntnis gelangt, dass brauchbarer Stahlschrott welcher in seiner Abmessung für ein kleines Beil ausreicht eher selten ist. Irgendwann hatte ich Glück und habe einige fast neuwertige M27er Sechskantschrauben aus dem Container gefischt. Viele der kleineren Maschinenschrauben sind aus Stahl mit relativ wenig Kohlenstoffanteil hergestellt. Die Spanne reicht da von C20 bis C50 teilweise mit etwas Bor oder Chrom legiert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass je größer eine Schraube ist, desto besser ist auch der Vergütungsstahl aus dem sie hergestellt wurde. Sehr große Schrauben müssen halt auch sehr große Kräfte aushalten. Bei den von mir verwendeten Exemplaren tippe ich, nach einer Funkenprobe, ganz stark auf C45 was für ein Beil oder eine Axt gerade noch gut genug ist um die erforderliche Härte zu erzielen.

    In der Industriellen Fertigung wird eher C60, oder wenn es eine wirklich hochwertige Axt ist, auch 51CrV4 oder ähnliches verwendet. C45 ist eher was für Hämmer aber für meine Zwecke dennoch ausreichend.


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    Um nun ein Beil aus der Schraube zu schmieden, trennt man am besten der Kopf ab und schleift das Gewinde ab. In diesem Fall habe ich das Gewinde dran gelassen weil ich nur ein ein sehr kleines Stück davon stehen lassen musste, aber um Kaltschweißstellen beim schmieden zu vermeiden sollte man es besser abschleifen.


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    Für ein leichtes Beil um die 500gr Kopfgewicht braucht man um die 10 bis 12cm Material. Diese werden dann in eine möglichst rechteckige Form gebracht, welche den Abmessung des fertigen Beilkopfes in etwa entsprechen sollte. Ein gewöhnliches 500gr Baumarktbeil wird aus einem 40x20mm Flachstahl hergestellt. Weil die Querschnittsfläche meiner Schraube dafür etwas zu klein war, bin ich auf ca. 36x17-18mm gekommen.


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    Hier habe ich den Schlitz für das Auge markiert. Die Kunst besteht nun darin bei einem nicht 100% geometrisch perfekten Schmiedestück genau die Mitte zu treffen. Viele bohren sich zwei oder mehr Löcher als Führungshilfe in den Rohling, was bei perfekt geraden Stahlrohlingen aus gekauftem Flachstahl auch gut funktioniert. Bei Werkstücken welche aber nicht tausend prozentig Rechtwinkelig sind, wie mein Schmiederohling, ist es aber sehr schwierig genau gerade verlaufende Bohrungen zu platzieren, weswegen ich hier ganz klassisch die Markierung per Augenmaß und ohne Hilfsbohrungen gesetzt habe. Hier erklärt sich auch warum ich erst den Rundstahl in eine Rechteckige Form gebracht habe. Einen Rundstahl genau mittig zu treffen ist meiner Erfahrung nach sehr schwierig zumal man beim durchschlagen des Loches keine stabile Auflagefläche hat.


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    Nachdem das "Rechteck" fertig war habe ich eine kleine Vertiefung in die spätere Unterseite des Beils geschmiedet.(Dies sollte man besser machen bevor man den Schlitz für das Auge markiert) Dazu wird ein Rundstahl in das Material gehämmert bis der gewünschte Radius erreicht ist. Zweck dieser Vertiefung ist es, in erster Linie etwas Material nach vorne in die schneide zu bringen. Zudem erhält das Beil einen leichten Bart wodurch man etwas höher am Kopf greifen kann, was beim schnitzen ganz angenehm ist. Zu dem sieht das auch einfach schick aus und differenziert das Beil etwas von den käuflichen Exemplaren. Um einen echten Bart an das Beil zu bekommen müsste man aber eine noch wesentlich größere Vertiefung ausschmieden oder aber ein Teil in die Schneide einschweißen.



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    Das aufspalten oder durchschlagen des Auge ist der mit Abstand schwierigste teil beim schmieden einer Axt. Wenn man hier Fehler macht, lässt sich das später nur relativ schwer beheben.

    Hier gibt es nun etliche verschiedene Methoden wie man das Loch durch das Beil bekommt. Ich verwende einen relativ herkömmlichen Meißel mit flacher scharfer Schneide und drehe den Beilkopf alle paar Schläge, um ein verlaufen des Meißels in eine Richtung etwas auszugleichen. Wenn man über eine Hydraulikpresse oder einen guten Zuschläger mit Vorschlaghammer verfügt benutzt man eher stumpfe Durchstanzwerkzeuge, weil diese weniger seitlich verlaufen und auch wesentlich weniger verschleißen als Werkzeuge mit einer Schneide.

    Wenn man jedoch, wie ich alleine arbeitet ist das durchstanzen eines Beilkopfes mit einem stumpfen Meißel ein sehr mühsames Unterfangen, weswegen ich mich eher auf die Verwendung von Schlitzmeißeln fokussiert habe. Wenn man ein Stück Rechteck- oder Vierkantstahl vom Händler hat kann man natürlich auch möglichst viel vorbohren um sich die Sache zu erleichtern, wobei allerdings auch Material verloren geht.


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    Wenn der Schlitz breit Genug ist kommt der "Eyedrift" (keine Ahnung wie man das in deutsch nennt, Augentreiber, Axtaugennegativ???) zum Einsatz mit dem das Auge Stück für Stück bis auf seine endgültige Form aufgedehnt wird.


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    Ich schmiede das Auge fast bis in seinen fertige Form, lasse mir aber etwas Material über um nach dem schmieden der Schneide, gegebenenfalls noch etwas korrigieren zu können.


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    Das ausschmieden der Schneide ist dann wieder relativ simpel. Um die Schneide in die Breite zu treiben arbeitet man mit der Hammerfinne und schlägt die riefen mit der flachen Seite wieder platt bis die Schneide breit und dünn genug ist.

    Der finale Schlag mit dem Eyedrift erfolgt dann von oben. Dabei wird dieser aber nicht mehr ganz durch getrieben damit im optimalen Fall eine Sanduhrform im Auge entsteht, also ein leichter Konus auch von unten bestehen bleibt.


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    Hundert prozentig gelingen solche Axtaugen in den seltensten Fällen, das ist wenn man mal genau hinsieht selbst bei industriell gefertigten Äxten hin und wieder zu sehen.

    Die Ungenauigkeiten hier halten sich alle noch im Rahmen. An Beilen und Äxten wird naturgemäß relativ viel geschliffen. Wichtig ist nur, dass das Auge mittig in einer Achse zur Schneide steht.


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    Übermäßig viel dran geschliffen habe ich nicht, weil mir der rustikale Look lieber ist als Hochglanz polierte Werkstücke.

    Zum vergleich ein normaler 500gr Beilkopf. Die Schneide und Länge sind, trotz weniger Ausgangsmaterial beinahe gleich, nur der hintere Teil ist bei meinem Custombeil etwas schmaler.

    Das Gewicht habe ich nicht gemessen müsste aber zwischen 400 - 450 Gramm liegen.


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    Danach wurde das gute Stück noch Wärmebehandelt und gehärtet. Das Auge ist mir etwas größer geraten als es notwendig gewesen wäre, weswegen die normalen Stiele nicht gepasst haben. Dafür habe ich einen, für das kleine Beil, relativ langen Sappiestiel dran gemacht, welcher am Auge etwas kräftiger ist.

    Wenn man schon kein dickes Ding hat, schadet es nicht wenn es dafür etwas länger ist. ;)


    Das war jetzt der herkömmliche weg ein Beil oder eine Axt zu schmieden, es gibt noch etliche weitere bei denen zwei oder mehr Teile verschweißt werden. Kommerziell wird heute fast ausschließlich diese Methode verwendet um Äxte herzustellen. Man hat hier den Vorteil, dass der gesamte Axtkopf komplett aus einem Stück Vergütungs/ Werkzeugstahl gefertigt ist. Der nachteil besteht, zumindest bei reiner Handarbeit darin, dass es bei größeren Äxten immer aufwendiger wird das Auge sauber durch zuschlagen. Zudem waren große Stücke aus guten härtbarem Stahl früher wesentlich teurer und seltener als heute, weswegen vor der Industrialisierung Äxte und Beile oft aus mehreren Teilen zusammengeschweißt wurden, wobei nur in der Schneide guter Stahl verwendet wurde.


    Ist wieder ein bisschen viel Text geworden, aber im Moment haben wir ja viel Zeit zum Lesen;


    Bleibt gesund und Gruß an alle - Holger:winken

    Feuer1512


    Also ich werde zwar leider nicht teilnehmen können, aber mit nem Def 4 + Tropen und einer synmat 7 drunter sollte man schon recht bequem bis in den zweistelligen Minusbereich nächtigen können. Sind ja immer hin um die drei Kilo Isolationsmasse, die werden schon was bringen auch wenn beide Schlafsäcke nicht unbedingt "Highend" sind. Mit dem Def 4 hab ich bis -5 Grad und langer Unterwäsche noch gut geschlafen, dem Tropen traue ich so um die 8 - 10 Grad Zusatzleistung zu.


    Wenn das Wetter so bleibt genügt vielleicht sogar der Tropen alleine.;)


    LG Holger

    Die neuere schweizer Feldjacke nennt sich M83 und besteht zu 50% aus Polyester, was für den Dienst im Feld sicher wesentlich geeigneter ist.

    Starkem Funkenflug würde ich die aber nicht aussetzen, hast es ja schon gemerkt, die Materialzusammensetzung ist recht hitzeempfindlich.

    Die alten Jacken sind auch nicht gefüttert sondern einfach nur aus sehr dicker Baumwolle. Die halten schon einiges an Funkenflug aus. Dafür kann das Teil aber wirklich auch sonst nix. Beschissener Schnitt, eine aberwitzige Anzahl unpraktischer Taschen mit eben so beschissennen Knöpfen, beschissene Kaputze usw... Aber um das Teil beim harten Einsatz in der Metallwerkstatt zu zerwirken ist es gerade richtig.

    Wenn das Ding in ferner Zukunft mal platt ist hol ich mir mal eine marine Bordjacke mit Aramidfaser die sollten nochmal etwas flammfester sein und kostet auch nur ein paar Kroschen.


    Schruppscheiben verwende ich kaum noch. Die sind zwar billig und nehmen viel Material weg, sind aber zum Messerbasteln viel zu grob und "gefühllos" in der Handhabung. Wie gesagt, eine grobe Lamellenscheibe nimmt auch schnell viel Material weg, lässt sich aber viel genauer führen.


    Eine perfekt gleichmäßige Schneide nur mit der Flex zu schleifen ist auch relativ schwierig. Ich mache das nur bei großen balligen Klingen und lasse in der Mitte immer ca einen Millimeter Stehen den ich dann am Bandschleifer oder mit der Feile weiter bearbeite.

    Um einen ordentlichen Scandischliff hin zu bekommen ist die Flex bestenfalls zur groben Vorarbeit geeignet. Das machst du entweder, wie du schon erkannt hast, mit so nem Ding in dem man seine Feile im richtigen Winkel zum Werkstück einspannen kann, oder mit einer Klemmvorrichtung welche man auf den gewünschten Winkel einstellt, am Bandschleifer.

    Wobei das mit der Feile die sichere Methode ist, und die am Bandschleife die wesentlich schnellere aber da kann man halt auch schnell mal was verscheißen.

    @ Lortnoc:


    Ja das ist eine Schweizer M70 Tarnjacke die Dinger gibt´s bei ASMC für sechs oder sieben Euro das Stück. Billiger kannst du eine Arbeitsjacke die auch mal stärkeren Funkenflug beim schleifen oder schweißen verträgt kaum noch bekommen. Nur die 50 Taschen mit den saumäßig bockigen Druckknöpfen nerven mich schon mal ziemlich. Zudem hat die natürlich auch noch das hässlichste Tarnmuster welches jemals ersonnen wurde.;)


    Das mit den eingesägten Rillen mache ich auch nicht. Wie du auf dem zweiten Bild von oben siehst komme ich der eigentlichen Form mit den Trennscheiben schon relativ nahe. Die Scheiben dürfen nur keinen zu großen Durchmesser haben. Mit den kleinen 115er Scheiben kommt man schon recht weit in die Ecken.

    Was da noch über bleibt wird mit der 40er Lamellenscheibe weggeschrubbt. Wenn die Schleifscheibe neu ist und der Winkelschleifer genug Power hat, kannst du einen cm Material in ein paar Sekunden wegnehmen und auch gleich bis zur Fertigen Form weiter arbeiten. Das geht definitiv schneller als alles erst einzuschneiden, abzutrennen und dann die fertige Form doch wieder mit der Lamellenscheibe nachzuarbeiten.

    Bei diesem Messer habe ich, wenn ich mich recht entsinne, alle innen liegenden Radien nur mit der Lamellenscheibe ausgeschliffen.

    Bei kleineren Messern und besonders engen Radien benutze ich einen Dremel mit Schleifröllchen. Damit gelingen mir solche kleinen Radien besser und schneller als mit der Feile.

    Frohes neues Jahr euch allen!


    Zum Jahresauftakt gibt´s von mir noch mal was im Messerthread. ( "sorry Leute aber größere oder geistreichere Outdoorunternehmungen sind einfach gerade nicht drin");)


    Im Mittelpunkt steht diesmal ein Haumesser, welches in erster Linie zur Gartenarbeit oder aber auch als grobes Campknife dienen soll.

    Der Anstoß dazu hat sich daraus ergeben, dass der über alle Maßen geistig erhellte Vorbesitzer meiner Liegenschaft dereinst, einen nicht ganz so zierlichen Bambus angepflanzt hat. ( Natürlich ohne Rhizomsperre) Das Grundstück war darauf für einige Jahre mehr oder weniger sich selbst überlassen, was der Verbreitung des Bambus nicht abträglich war. Weil das Zeug anfing sich immer aggressiver auszudehnen habe ich es irgendwann letzten Herbst in einem mehrtägigen Zerstörungswerk beseitigt, wobei mein altes Gartenmesser, ein altes umgeändertes Haubergsknipp, derb gelitten hat.


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    Das alte Ding war so wie so nur Improvisiert, weswegen ich mich nach einem neuen Haumesserentwurf umgesehen habe.

    Zwischen den ganzen Parangs, Bolos, Goloks und Khukris und was die noch alle für lustige Namen haben hat mir das Mini Duku von Condor ganz gut gefallen. Kaufen war mir natürlich zu teuer und zu langweilig, also habe ich die Form etwas nach meinen Vorstellungen angepasst und auf Pappkarton übertragen. Eigentlich wollte ich das Ding auch komplett selber schmieden, passenden Federstahl in runder Abmessung hatte ich mir auch schon rausgekramt, aber die Zeit war, wie so oft, knapp und die Vorstellung einfach mal einen halben Meter Stahl von rund auf flach zu Hämmern hat mich auch nicht unbedingt angesprochen.


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    Also habe ich einfach nach einem günstigen Stahl mit 0,5 - 0,7% Kohlenstoffgehalt in 4-5mm Stärke gesucht. Die Auswahl war da leider etwas limitiert weil ziemlich viel Zeug, in den gängigen E-Shops vergriffen war. Genommen habe ich letztendlich einen 1.2703 (72NiCrMo4-2) in 4mm. Das ist ein Stahl für große Kreis- oder Gattersägeblätter welcher durch geringe Mengen an Nickel, Chrom und Molybdän etwas in seiner Zähigkeit und Verschleißfestigkeit aufgepimpt wurde. Eigentlich schon zu gut für das was ich machen wollte aber der Preis war günstiger als für vergleichbare unlegierte Stähle.


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    Die grobe Form habe ich dann mit der Trennscheibe ausgeschnitten und die Rundungen mit der groben 40er Lamellenscheibe abgeschliffen.


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    Den größten Teil des recht robusten Anschliffes hat dann auch der Winkelschleifer besorgt. Das ist natürlich sehr grob und ungenau und erfordert viel Gefühl im Umgang mit der Flex, dafür geht es aber sehr schnell.


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    Im Anschluss habe ich nochmal mit dem Bandschleifer und von Hand, mit Schleifleinen, drüber geschliffen um die aller schlimmsten Schleifriefen raus zu bekommen und um die Schneide nicht mit der Flex schief zu schleifen.


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    Danach habe ich noch einige Löcher in den Griff gebohrt. Um wirklich Gewicht aus dem Griff zu bekommen hätten es noch mehr sein können, aber so konnte ich wenigstens "genug" Stifte einsetzten.


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    Und hier sieht man jetzt den Grund warum ich solche langen Klingen nur sehr selten und ungern anfertige. In meiner kleinen Feldesse kann ich Klingen bis ungefähr 15cm Länge sinnvoll wärmebehandeln, weswegen ich für alles was darüber hinaus geht arg improvisieren muss.

    Härten im Grillfeuer kann natürlich funktionieren, aber empfehlen möchte ich es sicher nicht.


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    Abgeschreckt habe ich in einem Vierkantrohr mit warmem Öl. Dabei sollte man darauf achten, dass das Rohr welches als Ölbehälter dient auch genug Flüssigkeit fasst um die Wärme noch zweckmäßig abführen zu können. Bei zu wenig Abschreckmedium bekommt man nur sehr mittelprächtige Ergebnisse.

    Angelassen habe ich dann in der Fritteuse bei 190 Grad C.


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    Die Wärmebehandlung war für meine Zwecke in diesem Fall ganz gut gelungen. Die Schneide ist stabil genug um einen Span aus einem Nagel oder Bleck zu schneiden und noch "weich" genug um sie wiederwillig abzufeilen. Spitzenwerte darf man bei solchen recht übers Knie gebrochen Umständen sicher nicht erwarten. Um noch etwas mehr Elastizität in den Klingenrücken zu bekommen habe ich hier versucht nochmal separat mit der Lötlampe anzulassen, während die Schneide gekühlt wird. Man muss aber schon brutal lange draufhalten um mit der kleinen Funzel irgendein Ergebnis zu erzielen.

    Generell sollte man solche großen Klingen lieber etwas mehr in Richtung zäh - elastisch gestalten als in hart- schnitthaltig. Das Bruchrisiko ist bei derartigen Brachialwerkzeugen immer relativ hoch.


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    Erste hackversuche in Bambus verliefen recht zufriedenstellend.


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    Für Werkzeuge die nach nix aussehen müssen, also die reinen Arbeitstiere, verwende ich normalerweise immer Buchenholz. In diesem Fall hatte ich aber noch viele Sperrholzreste rumliegen und habe diese für den Griff verwendet. Das verstiften und kleben hätte ich auch Optisch eingefangen, aber meine Frau war mit der Kamera weg. Ist aber denke ich auch selbsterklärend.


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    Mit den Feinheiten am Griff habe ich mich nicht lange aufgehalten. Es wird ohnehin nicht lange dauern bis ich den Griff mit dreckigen Pfoten anfasse.

    Überdies darf ich das Teil auch nicht so schön machen , dass ich hinterher angst habe es zu benutzen.


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    Den Griff kann man sowohl lang für viel Wucht, als auch kurz für "noch ein bisschen" Gefühl greifen.

    Durch den Langen Griff und die schwere Spitze hat man bei dem relativ "kleinen" und kompakten Haumesser immer noch viel Energie im schlag.


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    Ich hab dann mal versucht einen Buchenholz Klotz mit etwas über 30cm Höhe und faserigem Wuchs zu spalten, was auch mit einigen mühen funktioniert hat. Dabei muss man aber auch anmerken, dass jedes noch so kleine Beil hier besser abgeschnitten hätte.


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    Nach der ersten Spaltung lief es aber gut.


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    Ok Federstöcke bekomme mit kleineren Messern besser hin. Aber immerhin.


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    Besser geht es wenn man das Messer festkeilt und das Holz gegen die Klinge zieht.


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    Und obwohl ich es nur mit dem Wetzstein geschliffen hatte war es nach dem gekloppe immer noch relativ scharf.


    Wen es interessiert, noch ein paar technische Daten.


    Die Klingenlänge beträgt 215mm, die Grifflänge ca. 200mm ,die dicke 4mm und das Gewicht ca. 570 Gramm.


    Eine Scheide werde ich, so Gott will, noch irgendwann nachliefern.


    Ich sage mal neues Jahr neues Haumesser -


    Grüße an alle - Holger:winken















    Moin zusammen;


    Ich hab hier mal einen kleinen Beitrag, der weniger in die Rubrik "Bushcraft" sondern mehr in die Fachrichtung Assiprepping oder Schrottplatzsurvival passt.


    Um das Thema räuchern wird ja, ähnlich wie beim grillen, mittlerweile ein wahnsinniger Kommerz betrieben, wobei es sich eigentlich um eine völlig archaische Art der Narungsmittelkonservierung handelt, für die man nun wirklich fast kein Equipment und auch ebenso wenig Expertise benötigt.


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    Das "Malheur" welches zu diesem Beitrag geführt hat begründet sich daraus, dass ich ein Stück Knoblauchmettwurst erstanden hatte, welches zwar recht gut gewürzt, aber für meinen Geschmack viel zu kurz geräuchert war. Zu meiner schande muss ich gestehen, dass ich so etwas wie einen Räucherofen nicht besitze. Also habe ich mich auf meinem Grundstück nach Dingen umgesehen mit denen man etwas in der Richtung improvisieren könnte. Als erstes ist mir ein Konstrukt aus Zweigen und Blättern in den Sinn gekommen welches mir aber zu kompliziert und zeitaufwendig erschien. Also habe ich mir einfach einen Karton aus dem Altpapier geholt und mit diesem etwas gebastelt.


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    Im Grunde bietet sich jede Art von Hohlkörper an mit der sich der Rauch einfangen lässt. Zuerst habe ich die Unterseite des Kartons abgetrennt und zumindest das Klebeband an den Stellen entfernt, an denen es Warm werden könnte.


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    Anschließend sticht man einfach ein oder mehrere Stöckchen durch den Karton an denen das Räucherfleisch aufgehängt wird. Wenn man kein Seil hat könnte man das Fleisch auch einfach aufspießen.


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    In der Zwischenzeit macht man ein kleines Feuerchen. Wichtig dabei ist nur, dass man genug Glut zusammen hat um über eine längere Zeit Rauch erzeugen zu können.

    Um Rauch zu erzeugen eignet sich alles was lange und viel Qualmt. Wenn man kein echtes Räuchermehl hat bieten sich vor allem Blätter und Grünholz an. Das einzige worauf man tunlichst achten sollte, ist keine Teile giftiger Pflanzen zu verwenden.


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    Der Karton war etwas schmal, weswegen ich ihn noch mit Stöcken an den Seiten gegen umfallen gesichert habe.


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    Ein klarer Nachteil von Pappkarton ist natürlich die Brennbarkeit, was bei Räuchergestellen aus Naturmaterialien aber auch immer heikel ist. Man muss immer etwas aufpassen, dass keine Glut an den Karton kommt, wobei mein Karton auch etwas zu schmal war und so gefährlich nahe am Feuer platziert werden musste. Etwas Abhilfe kann man verschaffen indem man den Karton am unteren Rand ein wenig nass macht.


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    Mit dem Ergebnis meines kleinen Experiment bin ich durchaus zufrieden. Die Wurst war ein paar Stunden im Rauch und hat nochmal einiges an Flüssigkeit verloren und an Aroma gewonnen.



    Gruß an alle -

    Holger :winken

    Mal abgesehen davon, dass es bei den meisten Menschen wohl einen gewissen Widerstand auslöst Tiere mit einem gewissen "Kuschelfaktor" zu verspeisen, bin ich auch der Meinung : Alles Fleisch ist Fleisch!

    Ich finde es Moralisch immer sehr bedenklich wenn Tiere getötet und anschließend quasi weggeschmissen werden, auch wenn sie angeblich noch so "schädlich" und "invasiv" sind. Da ist es schon gut wenn sie noch als Nahrungsmittel Verwendung finden.

    Was mich interessieren würde -

    Verwertet man nur die Hinterschenkel ? Bzw. Ist der Rest zu Knochig um mit gegessen zu werden? Ich könnte mir vorstellen, dass an Rücken und Vorderarmen auch noch brauchbares Fleisch dran ist.

    Muss man für den Privatgebrauch eine Trichinenprobe machen? Wenn das Gulasch ein - zwei Stunden gekocht hat werden wohl alle Trichinen hin sein. Verkaufen oder sogar roh essen will man Waschbärfleisch wohl eher nicht.

    Und noch ganz am Rande - Womit schießt man Waschbären? - Schrot oder eher 22er? Der Waschi auf dem Bild sieht ja schon etwas mitgenommen aus, hat aber keine erkennbaren Löcher drin.

    @ Outdoor


    Wie viel Zugkraft die Zwille hat, kann ich nicht zu 100% genau sagen. Ich habe gerade mal mit der Kofferwaage gemessen und komme bei einem Haltepunkt zwischen Kinn und Ohr auf 6,25 Kg mit dem doppelten Theraband Gold. In Pfund wären das rund 13,8. Das hört sich erstmal nicht viel an aber bei Zwillen kommt es nicht unbedingt nur auf die reine Zugkraft an, sondern eher um das Rückschnellvermögen der Gummis.

    Meine alte Zwille hatte zum Beispiel Schlauchgummibänder, welche sich weitaus schwerer ziehen ließen, dennoch waren die Geschosse langsamer.

    Irgendwann bremst sich die eigene Masse des Gummis selber beim zurückfedern. Noch höhere Geschossgeschwindigkeiten erreicht man eher mit längeren Bändern, als mit stärkeren, welche dann über die gesamte Spannweite beider Arme (Butterfly style) gezogen werden. Ob man dabei noch irgendetwas trifft steht allerdings auf einem anderen Blatt.

    Mit einem Doppelten Theraband Gold ist man bei normalen Zwillen auch schon im oberen Ende der Skala dabei. Es gibt auch Freaks welche sich noch ein drittes Band daneben Basteln, aber das macht wenn überhaupt nur Sinn wenn man sehr schwere Stahlkugeln mit 16,18 oder 20mm verschießen möchte. Die normalen 8 oder 10mm Kugeln kannst du auch mit einem einfachen Theraband Gold oder Schwarz noch Wirkungsvoll verballern. In GB und den USA werden damit z.B. Tauben und Grauhörnchen bejagt.

    Hallo zusammen!


    Ich habe hier mal eine kleine Bastelarbeit für nebenher. Wie immer wollte ich den Beitrag auch schon vor langer Zeit geschrieben haben, aber ihr wisst ja wie das ist...;)


    Eigentlich wollte ich nach ewiger Zeit, nur nochmal ein wenig Zwille schießen, konnte diese aber absolut nicht mehr finden. Bevor ich also eine neue gekauft habe, bin ich auf die Idee gekommen, dass man sowas auch für relativ schmales Geld selber bauen kann. Nach einiger Recherche im Netz habe ich mich dann für eine Zwille aus Sperrholz, mit relativ anatomischer Formgebung, entschieden. Eine herkömmliche Astgabel hätte wohl auch funktioniert, aber ich wollte die Sache lieber etwas auf Performance und angenehme Handhabung trimmen.


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    Schritt eins besteht darin eine passende Form aufzuzeichnen und diese, auf die Sperrholzplatte zu übertragen. Ich habe hier ein 15mm Multiplex Reststück aus dem Baumarkt.


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    Dadurch dass, meine Zwille eine Tiefe von ca. 45mm haben soll, musste ich die Grundform drei mal aussägen. Die Zinken an denen das Band befestigt wird bleiben hier nur am Mittelstück stehen. Optimal wäre hier eine Dekupirsäge aber mit der Stichsäge geht es zur Not auch.


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    Die drei Einzelteile werden anschließend zu einem Block verleimt.


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    Sobald der Leim getrocknet ist kann man das Profil auf den Griffblock übertragen...


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    ... und diesen grob in Form bringen. Wenn hier irgendwas nicht genau dem vorgezeichnetem Profil entspricht, ist das nicht weiter schlimm. Die Hauptsache ist, dass der Griff gut in der Hand liegt. Mit meinem Bandschleifer geht das ganze natürlich super fix, wer aber derlei Geräte nicht besitzt kommt auch mit einer gewöhnlichen Halbrundraspel gut voran.


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    Die ganzen Rundungen und Feinheiten werden dann mittels Schleifleinen ausgearbeitet.


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    Hier kann man sicher noch viel schöner und genauer arbeiten, aber im Grunde ist die Formgebung soweit abgeschlossen.


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    Eigentlich hätte die Zwille hier schon fertig sein können allerdings ich habe gesehen, dass viele der besseren Sportzwillen mittlerweile über Klemmsysteme verfügen, welche ein anbringen oder wechseln der Bänder erheblich erleichtern. Das wiederum fand ich ganz praktikabel und habe hier ebenfalls ein paar Klemmbacken aus alten Micartaresten angefertigt.


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    Innen rein kommen M4 Gewindehülsen...


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    ... welche aussen mit M4 Torx- Senkkopfschrauben gespannt werden.


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    Damit sich die Backen sich nicht verdrehen und das Band noch besseren halt bekommt, werden noch Löcher zwischen Zwille und Klemmbacke gebohrt, in welche ein Holzstift eingeklebt wird.

    Dabei sollte man natürlich drauf achten den Holzstift nur an der Zwille fest zu kleben, damit man die Klemmteile auch noch öffnen kann.

    Hier muss man sich auch entscheiden, ob man das Band über die Zinken oder seitlich befestigen möchte. Bei dieser wird das Band seitlich befestigt, bei der letzten hatte ich das Band konventionell oben befestigt, was für mich aber keinen großen Unterscheid ausmacht.


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    Damit die Klemmteile nicht so klobig aussehen habe ich auch hier noch einiges abgeschliffen.


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    So sieht das dann ohne Bänder aus. Wie das immer so ist, ist ausgerechnet diese von meinen Sperrholz Zwillen nicht unbedingt die schönste geworden, was der Funktion aber auch nicht schadet. Das ding soll schlussendlich seinen Zweck erfüllen. Ob dann noch kleine Kleberreste oder Schleifspuren dran sind spielt da keine Rolle. Um die Farben des Holzes etwas mehr hervorzuheben und die Zwille etwas zu versiegeln habe ich die Oberfläche noch mit Leinöl behandelt.


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    So werden die Bänder angebracht.


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    Und so sieht das dann Fertig aus. Hier mit einem doppelten Theraband Gold. Die bänder habe ich fertig gekauft, die auch noch selber zu schneiden war mir dann doch zu fummelig, zumal ich da kein geeignetes Equipment für besitze. Multiplex- Zwillen zu bauen macht jedenfalls Spaß und geht relativ leicht von der Hand. Das war sicherlich nicht die letzte Zwille für mich.


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    Und zumindest auf kurze Distanz ist die Durchschlagskraft schon überraschend hoch. Zumindest höher als bei meiner alten gekauften Zwille, was aber zum größten Teil auf die besseren Bänder zurückzuführen sein sollte.
    Generell gibt es beim bau einer Zwille nur ein paar wenige grundlegende Dinge zu beachten.

    Erstens (und das ist auch das wichtigste Kriterium) sollte die Gabel möglichst flach sein. Je höher die Gabel ist desto mehr Hebelkraft wirkt beim ausziehen der Bänder gegen mein Handgelenk.

    Zweitens sollte der Griff gut und sicher in der Hand liegen.

    Drittens sollten die Gabelzinken nicht zu weit auseinander stehen. 10cm sind lange genug. Je weiter die Zinken auseinander stehen desto schräger zieht man die Bänder.

    Wer das so ganz grob beachtet kann auch starke Bänder ohne Armstütze oder derlei überbewerteten Schnickschnack benutzen. Wobei Genauigkeit immer besser ist als übermäßige Power.


    Macht das eine Zwille nun zur perfekten Prepper- Survival - Bushcraft Jagdwaffe des kleinen Mannes? Ich würde eher sagen Nö. Sicher kann man mit einer Zwille die allermeisten Vögel und andere Tiere bis Kaninchengröße locker zur strecke bringen. Allerdings braucht man um einigermaßen genau schießen zu können gute Munition, gute Gummies und viel Übung. Nur mit Kieselsteinen geht die Präzision arg in den Keller.


    :winken

    Gruß an alle - Holger

    Wundert mich nicht; Fische mögen stark riechende Köder aller Art. Katzenfutter, fermentierte Innereien oder eben deine Füße. Alles was hart intensiv duftet finden Fische, oder auch Krebse und Krabben lecker;). Wobei die kleinen Fische bis ca. 5cm so gut wie alles Fressen.


    In Osteuropa werden solche kleinen Weißfische gerne gebraten und anschließend in Essig mit Gewürzen eingelegt. Nach ein paar Tagen sind die Gräten durch den Essig weitestgehend weich und man kann sich den "Falschen Brathering" aufs Butterbrot packen.


    PS. Das ist eines der ganz wenigen Male unter den vielen, vielen Pet Flachen Fischfallen Posting´s, in denen wirklich ein Fangerfolg dokumentiert wurde.