Beiträge von smeagol

    [Nachbetrachtung]


    Ob ich eine Wintertour in dieser Form (solo oder mit anderen) nochmal mache, weiß ich noch nicht. Derzeit gehen mir zu dem Thema noch viel zu viele Gedanken durch den Kopf.


    Möglicherweise wird die "Edelpulka" von Acapulka mit Zugestänge wieder verkauft. Der ehemalige Verkäufer hat schon Interesse angekündigt, er musste sich im letzten Jahr aus zwischenzeitlichen finanziellen Gründen von dem Ding trennen.


    Ich hätte dann immer noch eine einfache Paris.


    Derzeit plane ich aber für den nächsten Winter ganz andere Geschichten. Irgendjemand hat mir Neuseeland ins Ohr geflüstert und das schallt jetzt dauernd im Kopf nach. :)


    Ich hoffe ihr hattet Freude beim Lesen. Danke für euer Interesse.


    Gruß Guido :winken

    [Geargelaber] ^^


    01 Zelt: Helsport Fjellheimen Camp 3 Pro


    Perfektes Ding für solche Verhältnisse! Das Innenzelt ist lang genug. Selbst mit zwei ineinander gelegten Daunenschlafsäcken stoße ich beim Liegen nicht ans Innenzelt an. Große Absis. Sehr gute Belüftung. Ausreichend Abspannpunkte. In einer Nacht mit Schneesturm musste ich raus und eine Abspannung umändern, weil der Wind in der Nacht gedreht hatte. Das ist halt der kleine Nachteil von Tunnelzelten, die idealerweile in einer Richtung perfekt in den Wind gestellt werden können. Wenn es dann von der Seite kommt, hat man ein kleines Problem.



    Auf dem Bild kann man sehen, wie der Schneesturm in der Nacht die Hälfte der Absis eingedrückt hat.


    02 Schlafsack: Kombination aus Western Mountaineering Kodiak und alter Ajungilak Lahar


    Die Kombination ist für mehr als -20 Grad gut. Einen VBL habe ich nicht benutzt. Ich mag die Dinger nicht. Zeit zum Lüften findet sich auch immer.


    03 Ski: Fischer E99 Backcountry mit Schuppen


    Perfektes Gerät zur zügigen Fortbewegung in dortigen Terrain. Kein Vergleich zu Schneeschuhen. Mit Skiern ist man deutlich schneller. Am ersten Tag hatte ich noch keine Felle drauf. In der Ebene super. Allerdings bei jeder noch so kleinen Steigung läuft gar nichts mehr, wenn man noch eine Pulka ziehen muss. Am zweiten Tag Felle draufgezogen und dann geht es auch berghoch richtig gut. Erstaunlicherweise sind die Felle in der Ebene auch nicht besonders hinderlich. Felle sind das A und O! Das ständige Einfrieren der Bindung kann hingegen schon mal nervig sein. Mal eben rein und raus aus den Skiern kann dann eine Geduldsprobe werden.


    04 Schneeschuhe: Komperdell Mountaineer


    Um abends am Lager ein paar Sachen zu machen sehr sinnvoll (u.a. auch Notdurft). Je nach Schneehöhe versinkt man sonst nämlich bis zu den Oberschenkeln. Die Dinger haben für mich eigentlich zu wenig Tragkraft, aber dafür reichen sie.


    05 Kocher: Trangia


    Den Unkenrufen (Spirituskocher im Winter ist Blödsinn) zum Trotz habe ich meinen Lieblingskocher mitgenommen.


    Bei einem Wintertreffen kurz vor der Tour hat einer meiner Benzinbrenner versagt. Viele Teile, viele Möglichkeiten, dass was defekt geht. Am Trangia kann nichts kaputt gehen. Ich habe auch noch nie Schwierigkeiten gehabt, dass Ding bei Kälte zum Brennen zu kriegen. Zum Schneeschmelzen in den üblichen Mengen, die man für morgens und abends benötigt, muss man natürlich Geduld mitbringen. Ein Benziner ist da schneller. Auch muss man relativ viel Brennstoff mitschleppen. Egal. Ich bin vertraut mit dem Ding, kann es auch im Zelt nutzen und heize damit abends und morgens für eine Weile sogar noch das Zelt.

    06: Schneeanker: Eine Hälfte von Vaude, die andere von Geartop.




    Beide haben sehr einfache Haken aus Plastik. Bei Kälte sind die totaler Kappes und brechen zum Teil ab. Hier muss gegen Alu-Mini-Karabiner getauscht werden.


    07 Bekleidung


    Ich war mal wieder begeistert von meiner üblichen Winterbekleidung: Jacke Fjällräven Singi Loft und Hose Haglöfs Rugged Mountain Pant. Darunter noch nach Bedarf Merinowäsche und fertig. Zumindest tagsüber in Bewegung.



    Eigentlich brauche ich nie dicke Handschuhe. Wegen der genannten Krankheitsgeschichte habe ich mir vor der Tour aber noch ein paar dicke Skihandschuhe von Decathlon geholt.



    Wed'ze 900 heißen die Dinger. Fast komplett aus Leder. Robust und warm.


    08 Fotogedöns


    Diesesmal habe ich überwiegend analog fotografiert, bis auf ein ganz wenige Handybilder. Nikon F80 mit einem Nikkor 28 mm. Ein einfaches Telezoom 70-210 mm war auch noch mit dabei. Dazu noch für die Jackentasche eine kleine Kompakte.



    Beide Kameras wurden mit Kodak Gold 200 geladen. Die kleine Olympus hatte ich immer in der Jackentasche. Da stellte sich zuweilen das Problem ein, dass der Auslöser eingefroren war. Und da sieht man, dass auch simple Fototechnik schonmal Probleme bereite kann.

    [Was nicht so schön war!]


    01


    Ich habe mich an den ersten drei Tagen mal wieder komplett übernommen! Zu lange Strecken, zu ungewohnte Bewegung, dazu noch das Ziehen der Pulka (die hatte etwa 27 kg - auf den Bildern sieht sie nur so gewaltig beladen aus, weil ich zwei dicke Schaumstoffmatten und zwei Schafsfelle als Isolation dabei hatte - gewaltiges Packvolumen).


    Nach den ersten drei Tagen stellten sich ordentliche Schmerzen im rechten Knie ein. Deshalb habe ich die Tour auch komplett umdisponiert und mich wieder Richtung Startpunkt begeben, damit ich jederzeit mit relativ geringem Aufwand wieder in den Ort Grövelsjön kommen kann.


    02


    Meine "Kriegsverletzung" (Durchblutungsstörung im rechten Mittelfinger - Endangiitis obliterans), die ich mir im letzten September zugezogen habe, kam noch mal unangenehm durch. Seit Wochen musste ich keine Medikamente mehr nehmen. Selbst wenn ich mir mal im Winter kalte Flossen geholt habe und der Finger nicht so perfekt durchblutet war, reichte in der Regel ein wenig Massage, Wärme und im schlimmsten Fall einfach mal wieder eine gefäßerweiternde Tablette. Im winterlichen Schweden musste ich aber höllisch aufpassen. Einen Moment ohne Handschuhe im Wind, schon hatte ich wieder den Salat. Das war sehr lästig und ich musste die Medis wieder regelmäßig nehmen. Genau so wie mir mein Arzt prognostiziert hat! ;)


    03


    Ich hatte bislang noch nie das Vergnügen den sogenannten "Whiteout" zu erleben. Diffuses Licht, diffuse Verhältnisse am Himmel und auf dem Boden, keine Kontraste zu erkennen. Man ist fast blind und vollkommen desorientiert. Bei einer Etappe über das Langfjället kam dazu noch Wind und Schnee von schräg vorne. Zunächst gefror die linke Seite meiner Sonnenbrille, dann das Ganze mit Schneebrille versucht, auch hier gefror die gesamte linke Seite. Das führt dazu, dass man nur noch etwas auf einem Auge sehen kann und irgendwann komplett blöd im Kopf wird. Schwindel und Orientierungslosigkeit können einhergehen. Also Brille komplett ab und mit gesengtem Kopf in den Wind rein. So kann man wenigstens noch die eigenen Füße als Orientierungspunkt sehen. Heftig und wieder eine Erfahrung reicher!


    04


    KEIN FLOW! Ich habe auf der gesamten Strecke nur ganz wenige Momente gehabt, wo es so richtig schön gelaufen ist. Überwiegend war es eine ganz schöne Last mit Skiern und Pulka halbwegs in einen Rhytmus zu kommen. Das Geruckel der Pulka am Tragegestell ist mir wahnsinnig auf die Nerven gegangen. Auch wenn es immer nur ganz kleine Momente des Zugs und des Drucks sind. Nervt mich! Und das bei einer Bewegungsform, die ich eigentlich liebe. Das Skilanglaufen. Egal ob mit schmalen Dingern in der Loipe oder mit breiten Brettern im Gelände.


    Weil ich "den Flow nicht gefunden habe" hatte ich auch an zwei Tagen überhaupt keine Lust zum Fotografieren. Insgesamt bin ich mit wenigen Bildern nach Hause gekommen. Stört mich aber nicht besonders, denn Bilder sind nicht alles. Die Erfahrungen, die man sammelt, sind mir wichtiger.

    Im Folgenden möchte ich ein wenig von der üblichen Methodik (Tag 1 dies und das, Tag 2 das und dies, Tag 3. ...) abweichen und einen anderen Duktus zur Anwendung kommen lassen.


    Auf der folgenden, gemalten Karte kann man erstmal sehen, wo ich mich rumgetrieben habe.



    [Was so richtig geil war!]


    Zunächst einmal wurde mir in 5 Tagen vor Ort so ziemlich alles geboten, was man sich an winterlichem Wetter vorstellen kann. Traumhafter Sonnenschein, romantischer Sonnenuntergang, Zeiten ohne Wind, Zeiten mit Wind, Sturm ohne Schnee, Sturm mit Schnee, tiefer lockerer Schnee, nicht so tiefer fester Schnee, freie Sicht im Hochfjäll, Whiteout im Hochfjäll. Genau das habe ich gesucht!










    [Vorbemerkungen]


    Im hiesigen Faden möchte ich euch an einer kleinen Wintertour in Schweden teilnehmen lassen. Es ging in eine Region, in deren Nähe ich schon im letzten Jahr war und die sich unter einigen Mitgliedern des Forums einer bestimmten Beliebtheit erfreut. Die Rede ist von der Region Grövelsjön. Ein Wintersportgebiet am nordwestlichen Zipfel der schwedischen Provinz Dalarna. Hier hat man in der klassischen Wintersaison auf jeden Fall Schneegarantie.


    Bei mir war es mal wieder eine Solo-Tour. Ziel der Tour war in erster Linie, für mich selber anzutesten, ob mir eine Wintersolotour auf Skiern und mit Pulka Freude bereiten kann!


    In der Überschrift des Fadens steht etwas von der Suche nach dem Flow. Ja was ist das denn? Wer es kennt, dem brauche ich es nicht zu erklären. Wer es nicht kennt, dem kann man es eigentlich nicht erklären.


    Flow (englisch „Fließen, Rinnen, Strömen“) bezeichnet das als beglückend erlebte Gefühl eines mentalen Zustandes völliger Vertiefung (Konzentration) und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit („Absorption“), die wie von selbst vor sich geht – auf Deutsch in etwa Schaffens- bzw. Tätigkeitsrausch oder auch Funktionslust.


    Mit so einer "Legaldefinition" komme ich nicht klar. Für mich ist der Flow bei allen meinen Tätigkeiten da draußen (Wandern, Laufen, Skilanglaufen, Fahrradfahren, Kajakfahren, Stand-Up-Paddling, Bogenschießen, Fotografieren und Mopedfahren) einfach der Zustand, wenn es saugeil läuft und man richtig Spaß an der Sache hat!


    Die Anreise ins Zielgebiet erfolgte mit der Fähre Kiel-Oslo. Start in Kiel um 14:00 Uhr. Ankunft in Oslo am nächsten Tag um 10:00 Uhr. Super entspannte Geschichte. Man kann nachts pennen, ist morgens frisch und munter und muss nur noch etwa 360 km fahren um im Zielgebiet zu sein. Für einen Alleinreisenden ist es allerdings keine günstige Angelegenheit. Selbst die einfachste Doppelkabine kriegt man nicht zum Dumpingpreis.








    Der größte Teil der Überfahrt war sehr nebelig. Von der wunderschönen Einfahrt in den Oslofjord hat man wenig sehen können. Der Nachteil einer nebeligen Überfahrt ist auch, dass auf dem Schiff alle paar Minuten das NEBELHORN betätigt wird. Das hört man auch in den Kabinen - selbst mit Schaumstoffohrstöpseln! Ein paar Stunden konnte ich trotzdem ordentlich schlafen.

    Fast zwei Jahre habe ich mit einem Wasserfilter rumgemacht (MSR MiniWorks EX). Kaum negative Erfahrungen gemacht. Als einzigen negativen Aspekt würde ich vielleicht aufführen wollen, dass der Filter aus meiner Sicht relativ schnell verstopft. Säuberung, Abkochen und Trocknen des Filterelementes habe ich nach Urlauben oder Kurztripps immer sehr penibel durchgeführt. Kann lästig werden.

    Mittlerweile bin ich wieder beim Abkochen gelandet. So hat es mir mein Vater erklärt und so wurde es mir auch beim Wehrdienst nahe gelegt. Als junger Bursche mit Moped und Zelt im Südeuropa und Nordeuropa kannte ich gar keine andere Methode der Wasseraufbereitung. Vom Wasserfilter bin ich wieder weg, weil es mir ein System ist, was prinzipiell ausfallen kann. Da brauch nur irgendein Dichtring im Pumpengedöns kaputt sein, schon hat man ein Problem, wenn man nicht für so Fälle vorbereitet ist. Abkochen geht immer! Wegen der Temperaturen brauche ich auch keine wissenschaftliche Abhandlung. Eine Weile ordentlich blubbern lassen. Fertig!

    Ein freier Tag in der Woche und diesen bestmöglich genutzt. Wandern,


    knipsen, chillen, schwimmen. Was braucht man mehr bei diesem schweißtreibenden Wetter?





    Eine "Outdoor-Toilette" macht bei diesem Wetter Sinn!



    Zum Abschluss des Wandertages noch 2 Stunden an meiner persönlichen "chill-out-zone" an der Wuppertalsperre.


    Und nochmal ein paar Impressionen von der Wuppertalsperre.














    In den letzten Tagen habe ich mich in jeder freien Minute zu Fuß oder mit Boot an der Wuppertalsperre rumgetrieben. Zum Paddeln ein Traum. Der Rundwanderweg ist zwar nicht so spannend, aber wenn man ein paar abseits gelegene Wege kennt, kommt eine Menge Freude auf. Beim Paddeln ist zu beachten, dass die Benutzung mit Booten gebührenpflichtig ist. Für mich lohnt sich auf jeden Fall die "Saisonkarte" für 30 Euro. Diese gilt für Boote ohne Besegelung (Schlauch- und Paddelboote, Kanus etc.) für die Bever-, Brucher-, Lingese- und Wupper-Talsperre sowie für den Stausee Beyenburg.

    Heute (und in den letzten Tagen) habe ich mich mal wieder an der Wuppertalsperre rumgetrieben.











    In den Tagen zuvor habe ich mal so ein aufblasbares Einerkajak von Decathlon ausprobiert.





    Wenn man ein Festboot gewohnt ist bleibt einem nur zu sagen: Extrem langsam, kein Spurstabilität, extreme Windanfälligkeit und nochmal extrem langsam. Als Badeboot für den Sommer macht es aber Spaß.


    In diesem Sinne: Genießt den Sommer!


    Ein kleiner Urlaub hat begonnen. Bevor es mit dem Moped auf die jährliche kleine Tour mit Freunden los geht, habe ich noch mal das perfekte Wetter genutzt und 2 Tage auf der Wuppertalsperre verbracht.
    Traumhafte Bedingungen zum Paddeln. Mittags etwa 27-29 Grad und dazu ein ganz leichter Wind. Die Wassertemperaturen luden stets zu einem erfrischenden Badespaß ein.













    Gruß Guido

    Parsival hat im Prinzip alles Wesentliche gesagt.


    Ich wüsste beim besten Willen nicht, warum ich meine Ausrüstung "desinfizieren" sollte.


    Es gibt nur eine Ausnahme, weshalb ich "draußen" Desinfektionsmittel benutze. Nach dem Spatengang, insbesondere wenn man keine Möglichkeit hat, sich die Finger mit Wasser und Seife zu säubern. Ein Minifläschchen Sargotan oder gleichartige Produkte machen den Rucksack nicht viel schwerer.

    Mit den folgenden Zeilen möchte ich ein paar Eindrücke von unserer gerade absolvierten Wintertour in Schweden mit euch teilen.


    Bei der "Tour" handelte es sich eher um eine stationinäre Lagergeschichte im Lavvu.


    Der Ausflug in den Norden war so geplant, dass wir mit der Nacht-Fähre von Kiel nach Oslo (Startzeit 14:00 Uhr - Ankunftszeit 10:00 Uhr) "hochmachen", um entspannt und ausgeruht ins Zielgebiet zu kommen.


    Ich war zwar schon sehr häufig in Norwegen und Schweden, habe diese Fähre aber noch nie benutzt. Als Fazit kann ich sagen:
    - sehr entspannte Anreise
    - eine Kreuzfahrt werde ich wohl nie machen wollen





    Gegen 14:45 Uhr trafen wir im Zielgebiet ein (Schweden - etwas östlich der norwegischen Grenze - westlich von Idre - direkt an einem Einstiegspunkt auf einen Teil des bekannten Wanderweg Kungsleden).


    Ursprünglich war geplant, dass wir am ersten Tag bis zu einem kleinen Schutzunterstand marschieren, den ich schon im September als mögliche Zwischenstation ausgekundschaftet habe. Von dort aus sollte es am nächsten Tag in unserer Zielgebiet am See Busjön gehen. Dort sollte ein "Basecamp" mit Lavvu und Ofen aufgebaut werden.


    Der Marsch über den Kungsleden erwies sich als nur bedingt begehbar. Aufgrund der Schneemassen und der Konsistenz des Schnees war ein Fortkommen nur ausgesprochen mühsam zu bewerkstelligen. Selbst mit Schneeschuhen versank man häufig bis zu den Knien. Während die anderen Jungs Schneeschuhe mit halbwegs ausreichender Tragkraft hatten, versank
    ich mit meinen Dingern fast bei jedem Schritt - was für eine Quälerei.


    Nach etwa 2 Stunden stellten wir fest, dass das ursprüngliche Ziel heute nicht zu erreichen war. Also fix eine geeignete Stelle gesucht, wo man das Lavvu aufbauen kann. Gesagt, getan und eine Weile später stand unser "Ferienhäuschen".




    Holz suchen, Ofen befeuern, Essen machen und später alle Mann im Lavvu pennen.


    Spätestens am nächsten Morgen wurde endgültig der Beschluss getroffen, das Basecamp dort zu belassen. Im Rahmen eines Tagesausfluges ging es dann zu dem angestrebten Schutzunterstand. Diesesmal aber ohne Pulkas, sondern nur mit Tagesgepäck. Auch das war schon schön anstrengend.



    Es zeigte sich, dass der Unterstand für 4 Leute sowieso arg knapp gewesen wäre. Aufgrund der großen Schneehöhen und der windgeschützten Lage in einer kleinen Mulde hätten wir uns zum Aufwärmen und Kochen an der Feuerstelle auch ganz schon eingenebelt. Vielleicht war es sogar ganz gut, dass wir gar nicht erst am ersten Tag dort hin gelangt sind. Mein Sprüchlein: "Alles hat einen tieferen Sinn."


    Unser Basecamp erwies sich im Nachhinein als ideal. Prima Location an einer kleinen Lichtung. Auf Tagestouren konnte man klasse die Umgebung erkunden. Und ansonsten hat man ja auch immer genug zu tun mit den täglichen Verrichtungen im Hinblick auf Mampfen, Trinken, Holz machen und Rumspielen.








    Neben den üblichen Spielerein am Camp wurde noch ein Tagesausflug an die Grenze des Fulufjälls gemacht. Wir wollten uns den Wasserfall Njupeskär anschauen. Aufgrund der Entfernung von über 30 km und den beschriebenen Schneebedingungen erfolgte die "Verlastung" per Kfz.









    Die Tage vergingen wie im Fluge. Auch der größte Spaß neigt sich irgendwann dem Ende. So stand dann auch nach 5 Tagen im Basecamp die Abreise an. Um die Fähre Oslo - Kiel rechtzeitig zu erreichen, haben wir uns noch einen netten Nachmittag und Abend in Oslo gegönnt.


    Immer wieder mal grob ins Auge gefasst, wenn ich durch Oslo gefahren bin, endlich in die Tat umgesetzt: Ein Besuch des Fram-Museums. Ich bin nicht der typische Museums-Gänger, aber dieses Museum hat mich wirklich begeistert!














    Mein persönliches Fazit:


    01
    Eine Strecke, die im September noch ganz einfach zu begehen ist und auf der man km machen kann, muss im Winter nicht unbedingt geeignet sein, auch wenn der Weg in Karten als Winterwanderweg beschrieben wird.


    02
    Für mich war es die erste mehrtägige Wintergeschichte im Norden. Ich habe jeden Tag etwas hinzugelernt und mich und mein Material stets hinterfragt, um vielleicht mal so etwas ähnliches solo anzugehen.


    03
    Mein Winterschlafsackkonzept war grenzwertig (Western Mounaineering Kodiak mit Überschlafsack Carinthia XP Top). Der Daunenschlafsack ist zu dick, um ihn richtig vernünftig in den Überschlafsack zu bekommen. Solo wird er mir ab -10 Grad ein wenig zu kühl. Bei milderen Temperaturen funktioniert der XP Top mit dünneren Daunenschlafsäcken sehr gut. Bei -15 Grad war es mir so frisch, dass ich eine Daunenjacke anziehen musste. Für Geschichten dieser Art muss nochmal nachgerüstet werden. Ein vernünftiger Wintersack, den man nicht mehr "pimpen" muss und fertig.


    04
    Warme Füße sind GOLD wert! Die Hanwag Fjäll Extreme GTX haben sich bewährt. Niemals kalte Füße. Bei Bewegung kaum Schwitzen. Für mich eine sehr gute Passform.


    05
    Schneeschuhe müssen den Schneebedingungen angepasst sein. Zuwenig Tragfähigkeit kann einem das entspannte Winterwandern versauen. Das Bindungssystem ist auch so eine Sache. Meine günstigen Gebrauchten haben ein System aus Nylon-Bändern, die natürlich IMMER einfrieren, so dass man die Bänder mit Handschuhen nicht mehr schnell durch die Schnallen gezogen bekommt. Das ist Käse! BC-Skier sind nicht umsonst im Norden DAS Fortbewegungsmittel. Noch ein paar Felle für meine Skier und dann passt das auch.


    06
    Zum Glück hatten wir an unserer lieblichen Stelle keinen Sturm. Da hätte es mein kleines Tipi (GoLite Shangri-La 3) zerlegt. Selbst mit 17 Schneeheringen im tiefen Schnee hat es nicht die Stabilität, die ich von dem Zelt bei schneelosen Bedingungen gewohnt bin. Im Kahlfjäll wäre ich mit meinem Helsport-Tunnel besser aufgestellt gewesen. Dieses wäre auch von der Liegelänge besser gewesen, da Kopf- und Fußteil des Schlafsacks nicht ans Innenzelt geraten. Der nächtliche Kondens im Winter, macht den Schlafsack doch merklich feucht.


    07
    Nach der Tour ist vor der Tour. Ich bin schon wieder am Überlegen, was im nächsten Winter anstehen könnte!


    Gruß Guido

    Wasser


    Doch nun will ich dienen der Menschenhand,
    In der Thäler sanftes, grünes Gewand
    Will ich den silbernen Gürtel weben,
    Will die frommen, hellen,
    Plaudernden Wellen
    Ruhig schlängelnd durch Gärten gießen,
    Will schwatzend an Blumen vorüberfließen;
    Der Hirsch, das Reh
    Sollen aus meinen Fluten trinken
    Und in holdem Weh,
    Wenn die Sterne blinken,
    Mag eine Jungfrau, die einsam wacht
    In lauer Sommernacht,
    Meinem Rauschen
    Lauschen.


    Friedrich Theodor von Vischer (1807 - 1887)







    Vor zwei Wochen hatten wir für ein paar Tage mal so richtig Schnee in unserer Region. Zum Teil bis 20 cm Neuschnee. Also raus und endlich mal wieder in dem weißen Zeug spielen.


    Leider waren die Temperaturen am Tage etwas über 0 Grad, so dass das Ganze etwas pappig und sulzig war.


    Mittlerweile ist alles wieder geschmolzen.







    Im September habe ich mich in Mittelschweden rumgetrieben und dann noch einen kurzen Abstecher über die norwegische Grenze gemacht.


    In erster Linie standen drei Aktionen auf dem Programm:


    01: Wandern im Fulufjället (insbesondere in den höheren kahlen Regionen)
    02: Wandern im Drevfjällens Naturreservat (unterhalb der Baumgrenze)
    03: Paddeln auf dem Isterensee (liegt direkt westlich vom Fermundsee)


    An- und Abreise finden hier keine besondere Betrachtung. 4 Tage km-Klopperei mit dem Auto.



    01 Fulufjället




    Insgesamt bin ich dort 3 Tage durch den Natonalpark gestiefelt.


    Am Anreisetag sahen die Aussichten erstmal nicht so berauschend aus:



    Ströhmender Regen und alle höher gelegenen Regionen in Wolken verhangen.


    Früh am Morgen sah es aber schon deutlich besser aus. Und los!



    Zunächst wurde der Njupeskär-Wasserfall besucht.



    Im weiteren Verlauf ging es auf einem steilen Pfad alpinen Charakters auf die Hochebene.


    Endlich wieder im Fjell. Ich liebe diese kargen Landschaften!




    Zum Teil auf den Wegen, zum anderen Teil quer durch die Landschaft verflogen die Stunden wie im Flug. Als es Zeit wurde das Zelt aufzubauen, kam ich an eine der dortigen Schutzhütten.



    Da gerade wieder ein heftiger Regen runter kam, wurde in der Hütte Schutz gesucht. Urgemütlich das Ding! Die Entscheidung die Hütte für die Nacht zu nutzen war schnell getroffen. Nach dem Regenschauer erstmal Holz gemacht und den Ofen befeuert.




    Am nächsten Tage ging es in erster Linie wieder querfeldein. Unter anderem wollte ich den Old Tjikko besuchen (mehrere tausend Jahre alte Fichte). Da ich aber nur eine sehr grobe Positionsangabe hatte, verlief die Suche in einem recht großen Gebiet ergebnislos. Einige der wenigen dortigen Bäume erschienen auf große Entfernung als geignete Kandidaten. Egal - auch andere Bäumchen haben ihren Reiz in dieser Landschaft.






    Der Tag verging auch wieder wie im Flug. Zeit das Nachtlager zu bereiten.



    Gerade aufgebaut und schon gab es wieder mal heftigen Regen mit Hagel. Also erstmal im Zelt gemütlich zu Abend essen. Danach konnte ich diesen schönen Ausblick genießen:



    Am nächsten Tag habe ich merkwürdiger Weise kaum Bilder gemacht. Dafür schlicht und einfach nur die Natur bestaunt.


    Ich war sehr überrascht, wie wenig Tiere ich zu Gesicht bekam. Lediglich ein paar Enten, zwei kleine Vögelchen (die ich auf die Entfernung nicht identifizieren konnte) und einen Hasen.





    02: Drevfjällens Naturreservat



    Nun genug der Kargheit. Jetzt geht es in den Wald - und in den Matsch!









    Hier sieht das ja noch ganz friedlich aus. Mehrmals bin ich aber bis über den Stiefelschaft im Matsch versunken. Da helfen dann auch keine Gore-Wanderstiefel mehr. Die Füße werden nicht mehr trocken. Genau für solche Bedingungen sind ja nunmal Lundhags-Stiefel gemacht. Es ist aber nicht das erste Mal, dass ich diese Erfahrung gemacht habe. Alle zwei Jahre grüßt das Murmeltier.








    03 Isteren



    Ursprünglich wollte ich 5 oder 6 Tage auf dem See paddeln. Da ich aber immer noch mit meiner Schulter Probleme habe, siegte die Vernunft und es wurden nur 3 Tage auf dem Wasser.




    Der erste Tag war ein "Paddeltraum". Etwa 11 Grad, bewölkt, sanfter und konstanter Wind aus einer Richtung.


    Der zweite Tag zeigte sich schon deutlich frischer. Morgens früh 5 Grad, Nieselregen, fieser böiger Wind.



    Da musste unterwegs doch ab und an mal ein heißer Kaffee oder Tee getrunken werden.


    Am dritten Tag sank das Thermometer auf 2 Grad. Dazu ein ganz fieser Wind aus wechselnden Richtungen.


    In der Ferne konnte man auf den Gipfeln den ersten gefallenen Schnee erkennen. Ein Einheimischer berichtete mir, dass in den Bergen 100 km nördlich in der Nacht 15 cm Schnee gefallen seien.











    Die Schulter hat durchgehalten, mehr Tage hätten es aber nicht sein müssen.


    Im Anschluss an den Paddelausflug musste ich mir auf einem nahe gelegenen Berg noch den ersten Schnee anschauen.



    Gruß Guido


    P.S.1: Im Februar geht es wieder grob in diese Region. ;)


    P.S.2: Mist - das Bildereinfügen muss ich mir gerade noch mal vornehmen!


    [edit]Bilder gehen jetzt --Benedikt[/edit]