Posts by bugikraxn

    War wieder mal draußen und zwar an einem bekannten Spot den ich in den letzten 2 Jahren wohl etwas vernachlässigt habe ... Sollte ein klassischer Overnigther im bushcraftigem Stil werden mit Tarp, Bivy, kleinem Feuerchen, etc. Hab mein Camp erst spät am Abend eingerichtet und zuerst mal mit einem Prügel von Bowiemesser etwas Feuerholz klein gemacht ;-)




    Hab die Lagerfeuerstimmung genossen und mich ganz bewußt auf ein Minifeuer beschränkt. Es hatte in der Gegend zwar vor ein paar Tagen etwas geregnet, war aber insgesamt noch ziemlich trocken und ich wollte deshalb nix riskieren. Am Biwakplatz musste ich vorerst ein paar Äste beiseite räumen und mir prompt gleich wieder 2 Zecken geholt. Es schadet echt nicht wenn man sich selbst regelmäßig absucht - ist für mich noch immer der beste Schutz vor diesen Biestern. Da ich mit Zecken rechnete war ein Bivy mit Moskitonetz am Start und der Biwaksack war auch als zusätzlicher Schutz gedacht denn die Wetterprognose hatte auf Niederschläge 'getippt'.



    Im vortgeschrittenem Dämmerungsstadium gings dann zu Bett. Ich hatte zwar am Bivy ein kleines Guckloch durchs Moskitonetz wo auch frische Luft rein kam. Trotzdem gabs ein Gefühl der Beengtheit, welches ich nicht verspüre wenn ich z.B. den RV nicht ganz schließe und einen Teil des Bivvis zwecks freier Sicht zurückklappe. Wie dem auch sei, die Nacht blieb trocken und der Biwaksack hielt mir die Zecken vom Leib, war die Umstände also wert.




    Früh morgens dann abermals Brennholz verprügelt und man beachte die engen Jahresringe dieses strammen Fichtenastes! Das dichte Holz verlangte meinem Holzklopfmesser einiges ab, das wuchtige Ding steckt sowas aber problemlos weg ;-) Ich ließ das Feuer nur kurz brennen und gab dann Grillkohle rein. Mag 'unbushcraftig' erscheinen, die Holzkohle erzeugt aber vergleichsweise wenig bis keinen Rauch oder Funkenflug und hält auch deutlich länger an als das dort vorgefundene, liegende Totholz. Alles Vorteile die für das Mitbringen von Holzkohle sprechen und die ich mir selbstverständlich zu nutze machte.




    Oberhalb ein kurzer Einblick in mein Schlafgemach, man beachte die passgenaue Platzierung des Tarps zwischen den Bäumen, hehehe! Da sich der Himmel eintrübte ließ ich das Frühstück ausfallen und machte mich gleich an das Hauptgericht. Dazu landeten ein paar Süßkartoffeln verpackt in Alufolie auf den heißen Kohlen.



    Während diese langsam im eigenen Saft garten hab ich einen Dip aus Ziegenjoghurt fabriziert und die Garnierung bzw. weiteren Zutaten für meine Süßkartoffel mundgerecht zerkleinert und der Rotwein wurde entkorkt damit dieser ein wenig atmen konnte.





    Meine Süßkartoffeln waren in der Zwischenzeit schon mehr als durch und ich hab sozusagen 'angerichtet', d.h. Kartoffel zerteilt, mit Butter bestrichen und leicht gesalzen. Dannach die Zutaten rein und den Joghutdip mit etwas Schnittlauch oben drauf. Sah irgendwie nach Fastfood aus einer Garküche von der Straße aus, was meint ihr?





    Wers nachmachen möchte dem empfehle ich den Dip zuunterst rein zu klatschen und die Garnierung obenauf zu geben - das Auge ißt ja bekanntlich mit ;-) Ich hatte eigenlich noch ein kleines Stück Beef mit dabei, hab aber verzichtet dieses zu grillen denn der Himmel verdunkelte sich und es vielen sogar ein paar Tropfen, es begann aber zum Glück nicht zu regnen. Die letzte Süßkartoffel war deshalb ebenfalls eine 'Veggieausführung' und das zarte Rote ging mitsamt Kühlakku wieder mit nach Hause.



    Nachdem die Regenwolke abgezogen war legte ich mein Sleeping-Gear zum ablüften aus und setzte mich zum chillen auf meinen Campinghocker mit Schafsfellauflage.



    Auf einmal breschte ein kleines Reh (beinahe noch ein Kitz) von der anderen Seite direkt auf mein Camp zu als wolle es dieses stürmen - kurz vor dem Tarp bemerkte es sein unlogisches Ansinnen und bog wieder ab den anderen Hang hinauf rein in den Wald. Trotz filmreifer Szene war die Kamera wie üblich nicht schußbereit, grrh. Ich hatte früh morgens ein leises fiepen vernommen und mich gewundert ob dies nicht ein Kitz wäre dass event. nach seiner Mutter rief - offensichtlich lag ich damit genau richtig.




    Beim Tarpabbau bemerkte ich noch einen Seiltänzer auf der Firstleine und den Kandidaten auch gestochen scharf zu digitalisieren gestaltete sich zugegeben etwas mühsam obwohl dieser einen gemächlichen Gang eingelegt hatte. Ich hab dann alles verpackt und zwischenzeitlich die Stimmung auf der Lichtung genossen bis es zu tröpfeln begann. Zum Glück stand das Auto in Reichweite denn als der Kofferraumdeckel zuklappte hatte es zu richtiggehend zu schütten begonnen - sowas nennt man exaktes Timing Freunde ;-)er Kofferraumdeckel zuklappte hatte es zu richtiggehend zu schütten begonnen - sowas nennt man exaktes Timing Freunde ;-)

    Die Idee zu dieser 3-Tagestour hat eine längere Geschichte und als vor Monaten eine Freundin in die Runde fragte ob wir uns mal wieder für eine Outdooraktion treffen könnten machte ein anderer Freund den Vorschlag mit dem aktuellen Zielpunkt dieser Tour. Kurzum, das zuvor angedachte Freundestreffen kam bis dato leider nicht zustande und stattdessen war ich mit meiner Tourpartnerin unterwegs die kürzlich eben dort lediglich eine Tageswanderung vorgeschlagen hatte. Wir nutzten das verlängerte Wochenende, hatten allerdings Bedenken den die Wettervorhersage ließ zu wünschen übrig so dass die entgültige Entscheidung eher kurzfristig getroffen wurde.


    Die Tourenplanung für diesen Section Hike sah den Kamptal-Seenweg Nr. 620 als Route vor und wir hatten von Anfang an ein paar Varianten zu diesem Langstreckentrail vor, der offiziell markierte Weg sollte lediglich die grobe Richtung vorgeben. Gestartet wurde in der Nähe von Zwettl in NÖ, das Auto parkte an einer Bootsanlegestelle am Stausee Ottenstein, dies ist der 1ten von insgesamt 3 Staustufen im Kamptal. Die Etappe zum Auftakt folgte dem Wanderweg Kampfjorde. Die Streckenbeschreibung fand ich im Internet und es handelt sich dabei um einen unmarkierten Weg, welcher mit 'schwer' kategorisiert ist. Das rang mir ein müdes Lächeln ab, da das Gelände eigentlich unschwierig schien. Schon nach wenigen hundert Metern bog der Trail vom Uferweg ab führte auf engen Wildschweinpfaden einen steilen Hang hinauf, was mit unseren wuchtigen Rucksäcken unlustig und schweißtreibend war. Uns kamen dann erste Zweifel ob hier nicht der Spaßfaktor zu kurz komme wenn es geländetechnisch in dieser Fasson weiterging.



    Wir folgten im Anschluss Waldwegen mit teils üppigem Pflanzenbewuchs und da es deren viele gab war somit die Wegfindung erschwert. Wir orientierten uns mittels Smartphone-GPS u. Offlinekarte. Weiß nicht woran's lag, am Gelände/Abschirmung des GPS-Satellitensignales durch Felsen od. Bäume, Ungenaugkeiten des OSM-Kartenmaterials, etc. - wir landeten mehrmals inmitten dichter Vegetation ohne erkennbare Wegspuren und mussten uns dann regelrecht durch die Brennesseln wühlen. Sorgte bei meiner Begleitung nicht gerade für Begeisterung, hatte sie doch nur eine knielange Wanderhose dabei. Trotzdem schlug sie sich wacker und Einblicke in liebliche Lichtungen täuschen leicht drüber hinweg dass solche Passagen eher mühsam zu bewältigen sind. Sollte event. noch erwähnen dass ich nach einem dieser Dickichtschleicher wieder eine Zecke am Hosenbein fand ...




    Weiter gings dann auf hoch mit Gras bewachsenen Waldwegen entlang des Seeufers und wir hatten teils schöne Blicke auf das gegenüberliegende Ufer welches sich dank sehr niedrigem Wasserstand im Staubecken felsig präsentierte und einen schönen Kontraststreifen zwischen Wald und Wasser abgab.






    Je weiter wir entlang des Ufers dahinwanderten desto mehr erinnerte mich das Landschaftsbild an die norwegische Fjordlandschaft mit zahlreichen Einbuchtungen, Fichtenwäldern und felsigen Küsten. Wir fanden beide dass der Wanderweg die Bezeichnung 'Kampfjorde' tatsächlich zurecht trug denn der Vergleich mit Skandinavien drängte sich förmlich auf. An einer dieser schmalen Einbuchtungen konnten wir zwischen den Bäumen ein Kajak erkennen und daneben stand ein Zelt - der Bewohner hatte wohl Glück, dort ein ebenes Plätzchen vorzufinden, es hatte hier überwiegend steile Ufer.






    An einer Stelle war der verwachsene Waldweg abrupt zu Ende, ein Felsgebilde stand im Weg. Wie zu Beginn unserer Wanderung gings abermals steil bergan, lediglich ein paar Steigspuren folgend und wir waren froh hier nicht gleich klettern zu müssen. Der Felsen bot eine super Aussicht auf die Wasserfläche, die Boote und die Aktivitäten am anderen Ufer - dort suchte eine kleine Gruppe wohl eine Lagerstelle. Wir legten hier eine ausgiebige Rast ein und genossen die Szenerie.



    Der Weg führte uns nach diesem Felsen etwas vom Ufer weg um dann wieder direkt zum Stausee zurückzukehren wo erneut Felsblöcke herrliche Aussicht boten.




    Weiter gings über Forstrassen Richtung Teerstrasse wo meine Begleiterin ein Verkehrsopfer fand dass sich offensichtlich nicht schnell genug aus dem Gefahrenbereich begeben konnte. Nun gings bei brütender Hitze nicht ganz 1km eintlang einer viel befahrenen Strasse und dies war mein Highlight des Tages im negativem Sinne ;-(. Zum Glück gings bald wieder rein in den Wald wo ein 2tes Kleintier ausgedörrt im Schotter lag.




    Wir sind dann am Campingplatz Lichtenfels eingetroffen und haben mit unserem norwegischen Tunnelzelt eine skandinavische Ecke eröffnet, es stand nämlich direkt neben einem großen schwedischen Lavvo. Beim kochen passierte mir wieder eins meiner berühmten Missgeschicke und ich hab die Hälfte unseres leckeren Currygerichts direkt in die Wiese serviert, arghhh! Wir holten uns dann noch ein Bier am Kiosk, tapsten rüber auf einem Felsen neben der Burgruine und genossen die Abendstimmung. Die untergehende Sonne tauchte die Seeufer in ein angenehmes Licht. Wir resümierten den Tag und ich hatte so meine Zweifel üb die weiteren Etappen mit dieser 1ten mithalten können ... Im Zelt wars dank lauen Temperaturen ungewöhnlich warm und hier wirkte sich das Zeltdesign mit dem ganz auf den Boden runter gezogenen Außenzelt negativ aus. Was sich bei Shitwetter bestens bewärt ist lange nicht so gut bei heißen/trockenen Verhältnissen und mir genügte das dünne Seideninlet vollkommen, der Schlafsack blieb verknautscht am Fußende liegen ;-)





    Der 2te Tag startete mit bewölkten Himmel, Wind und es war nicht mehr annähernd so heiß und schül wie tags davor. Wir wanderten über die Strassenbrücke und dann gings nochmal entlang eines Fjordes zu einem Resti bzw. Bootsverleih wo wir Pause machten. Da meine Tourenpartnerin unbedingt über die Staumauer wollte legten wir erneut eine Variante zum 620er Fernweg ein.




    Nach dieser Staustufe hatte das kleine Flüsschen allerdings nicht wirklich eine freie Fließstrecke, denn es war sofort der beginnende Rückstaubereich der Mittelstufe Dobra zu erkennen und das Wasser wurde erneut rasch breiter. Der Himmel verdunkelte sich zusehends und wir mussten unsere Regensachen hervorkramen. Es folgte ein Streckenabschnitt den wir bei teils strömenden Regen abwanderten, vorbei am renovierten Schloß Waldreichs. Es ging weiter auf Forstwegen teils hoch über dem Seeufer und die Tiefblicke erinnerten abermals an skandinavische Landschaft. Wir erreichten den Campingplatz Dobra und ich gönnte mir gleich 2 Eis nebst einem Radler. Vorbei gings auf der Teerstraße an der Burgruine Dobra. Diese ist durchaus sehenswert und für div. Events gut gebucht. Ich kannte sie allerdings von früher und wir verzichteten deshalb auf eine Besichtigung.




    Es hatte in der Zwischenzeit wieder zu regnen aufgehört und wir folgten nun direkt der 620er Markierung, großteils auf Teerstraßen. Eigentlich wanderten wir diesen Langstreckentrail in Gegenrichtung ab, denn er startet eigentlich in Rosenburg am Kamp, führt stromaufwärts und endet beim Nebelstein. Wir machten einen Abstecher auf die Ruine Schwarzenöd, von der allerdings nicht viel übrig ist. Im Mittelalter waren hier zahlreiche wehrhafte Burgen da dies das Grenzgebiet zu den Böhmen/Slaven war und dementsprechend gesichert wurde.





    Der Wettergott war uns wieder gewogen, die Regenfront abgezogen. Nun ging es runter auf einem verwachsenen Singletrail zum Kamp der hier eine idyllische Auenlandschaft hatte. Ich wollte grade über ein Steinwehr stapfen als mich meine Begleitung drauf aufmerksam machte, dass der Trail hinter meinem Rücken über eine Leiter weiterging - Weitwanderweg mit Klettersteigeinlage, super ;-)





    Wir erreichten Krumau am Kamp etwas später am Tag und haben uns erneut ein Eis und einen Radler am Campingplatz gegönnt. Es zogen zwar Wolken drüber aber das Wetter war mehr als fair, so richtig chillige Stimmung direkt neben dem 3ten Stausee. Wir haben unser Zelt in einer Ecke aufgebaut und in der hereinbrechenden Dunkelheit noch gekocht und erneut einen klasse Tag mit beinahe schon kitschig wirkendem Abendrot ausklingen lassen.






    Diese Nacht war zum Glück etwas kühler, was wohl der direkten Nähe zum Wasser geschuldet war. Ich musste sogar meinen Daunenschlafsack benutzen denn das dünne Inlet war doch zu dürftig. Es reichte allerings meine Füße bis über die Knie mit dem SchlaSa zuzudecken ;-) Die Stimmung am morgen war wie die am Abend zuvor, beinahe schon kitschig und es war trotz guter Belegung am Campingplatz angenehm ruhig. Der Platz liegt direkt neben einem kleinen Badeteich m. Spielplatz und ich kann ihn bedenkenlos weiter empfehlen.





    Wir sind eher spät losgezogen, vorerst über Teerstraßen und dann gings weiter auf schmalem Wege direkt neben dem Ufer des Stausees Thurnberg entlang. Dieser 3te und letzte der Stauseen liegt etwas ab vom Schuß in ruhiger Lage und die Imobilien entlang des Sees verrieten dass hier betuchtes Publikum verkehrt. Wir legten in Wegscheid eine Mittagsrast ein und dort hat der Kamp dann freie Fließstrecke denn die letzte Staumauer hatten wir bereits hinter uns gelassen. Der kleine Fluß mitsamt markiertem Wanderweg führt auf einer Forststraße ins sogen. Bienental, eine wirklich sehenswerter Abschnitt an Flußlandschaft. Ich lasse mal ein paar Bilder sprechen ...






    Wir kamen nur allzu rasch an eine Art Streuobswiese od. Lichtung eines aufgelassenen Bauernhofes und hier verließen wir die Wegmarkierung 620 endgültig der als Singletrail weiter entlang des Flußufer geht. Wir stiegen den Hang hinan ca. 200HM zur Ruine Schauenstein, was wegen der hochsommerlichen Temperaturen erneut eine schweißtreibende Aktion war. Tja, wir hatten jede Menge alter Gemäuer entlang des Trails und hier auch noch Glück. Es kamen 2 deutsche Besucher welche den Schlüssel zum Bergfried im Gepäck mit dabei hatten und wir stiegen selbstverständlich mit hoch. Oben auf dem Turm wurde uns dann bewußt dass wir einen vielversprechenden Abschnitt verpasst hatten den der Fluß schlängelte sich durch eine impossante Waldlandschaft. Die Ruine selbst war gut in Schuß und der Ausblick tatsächlich überwältigend, der Name Schauenstein also keine Übertreibung. Die Burg war gleichzeitig auch der Endpunkt unseres Sections Hikes und der Abholdienst bereits für den späten Nachmittag organisiert.








    Meine Tourenpartnerin und ich haben einen wunderschönen Section Hike hinter uns gebracht. Die Tagesstrecken waren streckentechnisch moderat so dass dies auch für so Unsportliche wie wir zu bewältigen ist. Mit mit dem Besuch von Gaststätten oder der Nutzung von Campingplätzen ist so eine Wanderung sicherlich auch den Ladies zumutbar. Ich würde die Tour jederzeit wieder machen ;-)

    Ich hab das letzte verlängerte Wochenende genutzt um mir eine 2-tägige Auszeit zu gönnen und bin ganz entspannt mit dem Zug in die Berge gefahren. Ziel war ein idyllisches Alpental in dem ich zwar schon oftmals war, aber in das ich aus beruflichen Gründen in den letzten 3 Jahren leider keine Tour unternehmen konnte. Umso neugieriger war ich was sich denn so alles verändert haben könnte? Der Trail führte vom Bahnhof zunächst durch bewohntes Gebiet und als ich dann auf die Forststrasse abbog gabs die 1te Überraschung. Hier wurden die Bäume geschlägert und man sah nicht nur direkt auf die gut befahrene Hauptstrasse hinunter, die hoch stehende Sonne hatte volle Angriffsfläche und ich kam auf dem kurzen Stück bergan gehörig ins schwitzen. Oben am Hang angekommen führte der Forstweg mehr oder weniger auf einer Höhenlinie dahin und ich konnte langsam in die Natur eintauchen. Zwischendurch gabs auch noch ein paar Blicke auf die noch schneebedeckten Berge in der weiteren Umgebung. Das sprießende Grün mit den jungen Blättern ergab einen wunderbaren Kontrast zum strahlend blauen Himmel sowie dem hellgrauen Felsgestein und dem türkisfarbenen Bach, was herrlicher nicht sein konnte. Ich hatte diese Art von intensivem Grün und harmonischen Zusammenspiel der Farben gar nicht erwartet und war daher umso mehr erfreut. Ich war offensichtlich zur richtigen Zeit am richtigen Platz ;-)






    Der Trail führte über alte Forstwege den Talschuß hinein und hier viel mir auf dass der Weg mitsamt Brücken in Stand gesetzt worden ist. In der Gegend gabs vor Jahren mal ein verherendes Hochwasser bei dem viele Brücken zerstört und zahlreiche Wege ausgespült oder vermurt wurden. Nun war die Fahrbahn wieder frei was aber nicht wirklich in meinem Sinn war denn mit Fahrzeug kommt man zumindest von diesem Haupttal nun wesentlich leichter bis zu meinen Campingspot der sich beinahe am Ende der Forstrasse befand. Als einziges Hindernis lag eine Föhre quer über den Weg, welche offensichtlich der Schnee geknickt hatte - zumindest war die Talzufahrt von dieser Seite aus nicht so ohne weiteres möglich ... Der Weg ging mal bergauf und dann wieder mal bergab direkt neben dem Gebirgsbach und so war das beständige rauschen und plätschern des Wassers bereits hier mein Begleiter. Dann entdeckte ich etwas auf der Schotterpiste was aus ein paar Metern Entfernung wie ein auseinandergescharrter Pferdeapfel aussah - ich war etwas verdutzt den Wanderreiter hatte ich dort überhaupt noch nie gesehen? Beim näherkommen erkannte ich dann einzelne Haarbüschel neben dem Mist liegen, was noch mehr verwunderte. Ich war derart auf diese Verdauungsüberreste fixiert dass ich vorerst gar nicht bemerkte dass daneben in nur ca. 1 Meter das Haupt einer Gemse lag - zumindest das was davon übrig war!




    Sowohl am Gamsschädel als auch auf den Mistresten tummelten sich zahlreiche Schmetterlinge, Käfer und teils farbenprächtige Fliegen. Sogar eine Weinbergschnecke war zugegen, weiß nicht ob die ebenfalls am Aas interessiert war? Am Schädel fehlten einige Knochenteile, dafür gabs Zeichen von Krafteinwirkung. Abgesplittert oder abgebissen ist wohl die Frage? Vom restlichen Skelett war keine Spur, lediglich in ca. 2-3 Metern Entfernung nochmals jede Menge grauer Haarbüschel. Offensichtlich hatte ein Tier direkt auf den Schädel gekotet was etwas makaber aussah. Ich hab mir die Frage gestellt wie die arme Gemse wohl umkam und ob hier Räuber wie z.B. Luchs, Bär, Wolf, Steinadler, Fuchs, etc. mit im Spiel waren oder ob es einfach im Winter bzw. im Schnee über den Hang hinab in den Tod gestürzt ist und nun seine Überreste gefleddert worden sind? Was meint ihr dazu?


    An meinem Biwakplatz bot sich das gewohnte Bild und die ebene Fläche mit kiesigem Untergrund sah noch beinahe so aus wie ich sie zuletzt hinterlassen hatte, lediglich ein paar Spuren deuteten darauf hin dass hier vielleicht jemand gerastet hatte. Selbst die alte Feuerstelle schien unbenutzt. Ich hab dann das Zelt aufgestellt und mich ganz bewußt für diese Setup-Variante entschieden. Ich hatte bei meinen letzten Trips immer Probleme mit Zecken und im Zelt hoffte ich dass diese Tierchen draußen bleiben würden und ich diesmal ohne blinden Passagier nach Haus kam. Dann gabs ein würziges Nudelgericht und eine Beutelsuppe vom Gaskocher. Zwischendurch tauchten auch 3 Leute am Biwakplatz auf, die wollten offensichtlich die Stelle ebenfalls nutzen und ich denke nicht dass sie nur neugierig waren. Sie gingen auch rasch wieder weiter und ich hatte Zeit die Gegend zu betrachten und im Sand des Bachbeetes nach Spuren zu suchen. Ich hab nochmals über das Schicksal der Gemse nachgedacht und bin zum Schluss gekommen dass hier sicherlich ein Raubtier mit im Spiel war, egal ob vor dessen Tod oder erst danach - ist eben der Kreislauf der Natur und der schien hier noch ganz in Ordnung zu sein. Angst hatte ich ob des Beutegreifers keine und ich verbrachte eine sehr ruhige Nacht.






    Am nächsten Morgen wurde Tee zubereitet und ich roch den für die Raucherkucheln der Berghütten typischen Geruch aus Rauch und Ruß. Es gibt dort eine alte Hütte den anderen Talschuß hinauf und die ist lediglich nur ca. 500-600m entfernt - offensichtlich hatte da jemand eingeheizt und der Rauchgeruch verteilte sich dann langsam am Talboden entlang. Ich hab dann meinen Tagesrucksack gepackt welchen ich für mein eigentliches Abenteuer mitgebracht hatte. Ich wollte nämlich dem Gebirgsbach folgen denn oberhalb gabs eine enge Schlucht die vielversprechend war. Das Tal hatte vorerst noch normale Breite und wurde erst allmählich schmäler. Es gab überall was zu sehen wie z.B. Fußabdrücke im feinen Sand von Hirschen oder auch Gemsen.






    Die Sonne kämpfte noch mit den Bergkämmen und am Talboden war es dementsprechend frisch. Je enger die Schlucht wurde desto öfter musste ich durchs Wasser auf die jeweils andere Seite, über Felsen klettern oder zwischen umgestürzten Bäumen hindurch kriechen. Meine Laufsohlen an den Sneakers sind zwar sehr tauglich für dieses Terrain, aber in Kombination mit dem feinen Schlick auf Felsen und Holzstücken kamen auch sie ins schwächeln und ich war froh mit meinem Wanderstab ein 3tes Bein zu haben und beim Ausgleiten nirgends abzustürzen oder reinzufallen. Der Bach war zwar klein, aber die Geräuschkulisse wegen dem Wiederhall von den Felswänden dennoch imposant.





    Nach einer Weile verengte sich das kleine Tal dann endgültig zur Schlucht und die Szenerie wurde wildromantisch mit umgestürzten Bäumen, Schwemmholzresten, Felsbrocken und kleinen Wasserfällen. Ich musste immer öfter durchs eiskalte Wasser. Ich blieb oft im Wasser stehen um zu filmen oder Fotos zu machen. Ich hatte zu Hause meine bewährten Neoprensocken leider nicht gefunden und nun kühlten meine Füsse sehr rasch aus und ich fror. Stand ich z.B. im knietiefen Wasser so fingen meine Waden schon nach kurzer Zeit an zu brennen und ich verlor das Gefühl in den Zehen, musste also bald wieder raus aus dem Wasser zum aufwärmen.





    Ins Zentrum des Canyons geht auch ein wenig bekannter Wanderweg rein und ich hab mich selbstverständlich ins Logbuch eingetragen so wie sichs gehört. Der Wanderweg führt über Leitern runter und auch wieder rauf und verläuft so lediglich eine kurze Strecke direkt in der Schlucht. Ein paar typische Steinpyramiden lotsen den geneigten Wanderer möglichst nicht direkt durchs Bachbett. Mir war das aber egal und ich ging schnurstracks drauf los denn meine Füße waren sowieso schon nass geworden. Ich wollte die kleine Schlucht komplett durchqueren um auf der anderen Seite ein paar Bilder von den schneebedeckten Bergen zu schießen. Dies wurde jedoch durch einen gewaltigen Felsbrocken vereitelt der meinen Weg blockierte. Auf der einen Seite war ein sehr tiefer Tümpel unterhalb eines kleines Wasserfalls und ich hätte klettern müssen ohne zu sehen ob ich auf der anderen Seite runter käme. Ich wollte kein Risiko eingehen und hab den Rückweg angetreten aber vollkommen vergessen ein Foto vom Hindernisfelsen zu machen. Mir stand nun etwas mehr Zeit zur Verfügung und ich hab sie zum fotografieren genutzt und um ein paar Tümpel und Gumpen mit der Actioncam nach Forellen abzusuchen und wurde sogar an 3-4 Stellen fündig ;-)







    Die Sonne hatte nun bereits eine Seite der Felswand angestrahlt und so wurde warme Luft in die Schlucht gedrückt. War eine Wohltat und dies ließ das nach wie vor eiskalte Wasser etwas besser ertragen. Ich kam dann auch zu einer vernünftigen Zeit beim Camp an und es war noch alles da so wie ich es zurückgelassen hatte.


    Vielleicht noch ein paar Anmerkungen zur Ausrüstung die ich mit dabei hatte. Ich hab mich wohlgemerkt für ein Genuß-Canyoning entschieden und daher waren sowohl Neoprenanzug als auch Gurtzeug, Seile oder Sicherungsequipment nicht mit von der Partie - hätte auch nicht viel Sinn gemacht bei einem Solotrip. Leider hab ich meine bewährten Neoprensocken nicht mit, aber das leichte Schuhwerk hat ebenfalls seinen Zweck erfüllt. Die Sneakers bestehen aus Synthetikmaterial und sind eher luftig konstruiert, sie kommen ganz ohne Membran oder wasserdichter Beschichtung und so kann das Wasser genau so leicht raus wies zuvor rein gekommen ist und sie trocknen etwas schneller. Mit dabei war auch eine kurze Hose aus dünnem Synthetikmaterial welche überaus rasch trocknet. Ich bin mal ausgeglitten und auf den Hintern gelandet, die Shorts waren gefühlt sofort wieder trocken während mein T-Shirt aus Baumwolle erst wesentlich später kurz vor dem Bahnhof vollständig trocken war. Mein kräftiger Wanderstab diente mir nicht nur als Stütze sondern war auch gleichzeitig der Stick für die Actioncam die ich mittels Lenkeradapter und wasserdichtem Gehäuse daran befestigt hatte. Bei Kletterpassagen ist der Stock aber durchaus hinderlich, keine Frage. Ich hatte einen normalen Tagesrucksack mit üblicher Ausstattung, es waren lediglich etwas mehr Wechselsachen in einem wasserdichten Stausack mit, obwohl ich nix davon benötigt hatte. Hier wäre eine Rucksackvariante mit Rollverschluss und HV-verschweißten Nähten die bessere Wahl, sowas hab ich z.Zt. aber nicht zur Verfügung ...



    Ich hab dann bei brütender Hitze mein Zelt abgebaut denn die Sonne hatte den Kies und die Steine bereits super aufgeheizt und die Hitze stand über dem Biwakplatz. Bin dann Ri Bahnhof aufgebrochen, unterwegs wurde ich noch von ein paar Fernsichten auf die Schneeberge belohnt. War alles in allem eine super Tour und mitunter eine der interessantesten die ich in dem Gebiet bis dato unternommen habe!

    Nachdem Ostern mehr oder weniger 'ins Wasser gefallen' war, konnte ich das letzte WE zumindest gut nutzen. Wetter war am Samstag fair mit wolkenlosem Himmel und angenehm milden Temperaturen - lediglich der kräftige Wind passte nicht ganz dazu - aber was ist schon perfekt? Ich hab also mein Wiglo 4LT von Bergans eingepackt, das ist ein Hybrid zwischen Lavvo und Kuppelzelt und bietet normalerweise Platz für 3 Personen. Da ich Solo unterwegs war hatte ich also eine richtig große Hütte für mich alleine und um das Glamping perfekt zu machen war auch eine Zeltheizung, ein Klappstuhl, usw. mit am Start ;-)




    Als Koch- und Heizgerät kam diesmal der sogenannte Origo 5100 Heat Pal von Dometic mit raus, welcher mit Spiritus betrieben wird. Abends wurde Tee zubereitet und mit einem Schuß Rum und gaaanz viel Zucker verfeinert, was für entsprechende 'Bettschwere' sorgte. Ich hab den Heat Pal dann mitsamt Abdeckhaube ins Zelt verfrachtet, entzündet und auf kleine Flamme eingestellt. Dies sorgte für angenehme 17-18°C, also schon beinahe zu warm meinen 3-Jahreszeitenschlafsack. Durch die großen Schlitze am Heat Pal ist die Flamme sichtbar und dies sorgt für ein klasses Ambiente, auch wenn es ein richtiges Holzfeuer nicht ersetzen kann.



    Ich bin dann um ca. 5:00 mal wach geworden, weil ein Reh in unmittelbarer Nähe schreckte. Die Flamme brannte immer noch und mit der einen Kartusche bin ich ca. satte 9 Stunden durchgekommen. Ich bin nochmals eingeschlafen und beim erneuten aufwachen war der Spiritus dann verbraucht und der Heat Pal erloschen. Es hatte frische 4°C, also nicht wirklich angnehm. Ich hab mich dann aufgerafft um die Kartusche zu wechseln und die Zeltheizung lief dann auf halber Flamme was das Innenzelt schon nach etwa 25-30 Minuten auf ca. 18-20°C aufwärmte - also fast wie im heimischen Wohnzimmer ;-)



    Draußen vor dem Zelt war die Tierwelt ebenfalls schon längst erwacht und das Getschwitschere nicht zu überhören. Ich hab den Heat Pal dann als Kochgerät genutzt um mir ein üppiges Männerfrühstück zuzubereitet mit Speck, Eiern und Baked Beans, dazu türkischem Pide sowie Kaffee.




    Diese Ladung hielt dann auch bis zum halben Nachmittag und ich verspürte keinerlei Hunger. Ich hab die Zeit z.B. mit Chillen, Schnitzen und Naturbeobachten verbracht. Die Sonne stieg hoch und mein Zelt wurde rasch aufgeheizt so dass ich sowohl Lüfter als auch 2 von den Eingängen öffnen musste um für etwas Durchzug zu sorgen.




    Ich hatte ja noch ein paar kulinarische Leckerlies eingepackt und die wurden nun präpariert, geschniebelt und gleichzeitig wurde Reis als Beilage gekocht. Dannach die 1te Ladung Lungenbraten im Speckmantel scharf angeschwitzt und sogleich mit Gemüse und Rindersud geküchelt - jammy!






    Ich ließ mir eine gute Portion schmecken und hab auch schön brav aufgegessen - ich wollte ja dass das gute Wetter weiter anhielt, hehehe



    Dannach wurde nochmal eine üppige Ladung zubereitet um auch für den ein oder anderen Überraschungsgast was übrig zu haben! Die Gäste trafen zwar ein, hatten aber leider nur den kleinen Hunger eingepackt und so ging eine große Voratsdose gefüllt mit feinem Essen wieder mit nach Hause. Sie wurde erst heute, 2 Tage nach meiner Glampingaktion vollständig leer ;-)



    Ich hab dann den späteren Nachmittag wiederum mit chillen verbracht und wollte eigentlich am Sonntag Abend gar nicht mehr weg aus dem Wald. Der Abschied fiel zugegeben schwer ...


    Der Hersteller bietet gleich 4 verschiedene Brenneroptionen an und da dürfte man immer gerüstet sein, egal welcher Brennstoff gerade verfügbar ist. Obwohl ich selbst nur 3 davon besitze, trotzdem eine kurze Einführung von mir:



    Spiritusbrenner für Bioethanol (Trangia Nr. 602500): Sicherlich der bekannteste Vertreter unter den Spiritusbrennern und seit Jahrzehnten aus Messingblech unverändert gefertigt. Er hat eine einheitliche Größe und passt somit auf sämtliche Sturmkocher und viele weitere Brennerhalterungen oder Hobos. Es gibt auch zahlreiche baugleiche und angelehnte Modelle von Drittanbietern. Der Trangia ist ein genial simples dosenähnliches Design, bestehend aus 3 Einzelteilen: Dem eigententlichen Brenner welcher zugleich Treibstofftank ist, einem Regulierring sowie einem Deckel. Der Spiritusbrenner arbeitet drucklos und hat lediglich ein paar Bohrungen am oberen Rand an denen sich die 'Jets' bilden, sobald der Brennspiritus auf Temperatur ist. Der Betrieb ist beinahe geräuschlos und schon aus wenigen Metern Entfernung ist der Brenner nicht mehr zu hören! Also ein 'must have' für alle Freaks die gerne unentdeckt im 'Stealthmodus' campen wollen. Mit Hilfe des Regulierrings läßt sich die Flamme drosseln. Die Handhabung ist gewöhnungsbedürftig - man verstellt eine Metallplatte und platziert den Ring anschließend auf dem Brenner. Eine Flammenregulierung während des Betriebes so wie z.B. bei Gasbrennern üblich ist damit nicht möglich, die Handhabung zugegeben etwas umständlich. Der Schraubdeckel hat einen fetten O-Ring der den Brenner dicht verschließt und man kann den Spiritus problemlos im Brenner belassen zwecks Transport. Auf diesem Deckel sind einige Sicherheitshinweise eingeprägt. Man sollte den Brenner immer komplett auskühlen lassen bevor man ihn zuschraubt - wäre nicht das 1te Mal dass man einen Deckel nicht wieder abbekommt.
    Spiritus ist vor allem in Skandinavien überall verfügbar, in Mitteleuropa bekommt man ihn z.B. in Drogerien, die Versorgung ist aber zugegeben schlechter als in Nordeuropa. Die Energiedichte von Spiritus ist geringer als z.B. bei Benzin oder Campinggas, die Kochzeit deshalb gegenüber diesen 2 Brennstoffen verlängert. Er verbrennt nicht ganz rückstandsfrei und rußt gelegentlich etwas, weshalb sich gerne Rückstände an Töpfen und Pfannen ablagern.





    Gelbrenner für Brennpaste (Trangia Nr. 602400): Der M71 Notkocher der schweizer Armee ist sicherlich der bekannteste Vertreter einses Brennpastenkochers. Der Trangia Gelbrenner ist ähnlich, halt eine einfache Dose aus Alublech mit Deckel für übliche Brennpasten auf Enthanolbasis. Hatte vor Jahren mal ein Malheur im Zelt als mein Kamerad an den Sturmkocher stieß so dass der Spiritus überschwappte und anschließend gleich das halbe Vorzelt in Flammen stand. Sowas kann mit diesem Gelbrenner nicht passieren denn die brennbare Paste ist derart dickflüssig dass sie kaum ausfließt, selbst wenn man den Brenner mal kurz 90° aufstellt. Dieser Gelbrenner hat den selben Durchmesser wie der orig. Spiritusbrenner und passt somit in die gleichen Brennerhalterungen. Er ist mit nur 18g vergleichsweise leichtgewichtig und darüber hinaus auch preisgünstig. Ein Regulierring fehlt, der Deckel ist nur aufgesteckt und nicht geschraubt, was für das Gel aber völlig ausreichend ist. Der Betrieb ist ebenfalls so geräuschlos wie mit Brennspiritus auch.
    Bei den üblichen Brennpasten handelt es sich um Brennspiritus der mit Calciumacetat eingedickt und so zu einer zähflüssigen, geleartigen Masse wird. Der Vorteil liegt in der gegenüber dem Flüssigspiritus sicherern Handhabung. Die Brennleistung ist durchaus vergleichbar mit Spiritus, das Verdickungsmittel verbrennt allerdings nicht mit und bleibt im Brenner zurück. Dieser Rückstand sollte deshalb gesondert entsorgt werden. Brennpasten bekommt man beinahe in jedem gut sortierten Baumarkt als auch im Gastrobedarf. Ein Video das einen Trangia Pastenbrenner zeigt gibts hier:





    Gasadapter für Schraubkartuschen (Trangia Nr. 742527): Ein vollwertiger Gasbrenner nach dem Primussystem mit Vorheizschleife für Gaskartuschen mit Gewindeanschluß. Die Vorteile des Gasbetrieb liegen auf der Hand wie z.B. einwandfreie Regulierbarkeit und sehr hohe Heizleistung bei akzeptabler Geräuschentwicklung. Hohe Kartuschenpreise sowie die Leerkartuschen/Müllproblematik sind Nachteile die erwähnt werden sollten. Mittlerweile ist die Verfügbarkeit der Kartuschen kein grobes Handikap mehr, in Europa sind sie z.B. in vielen Sportgeschäften und Baumärkten zu haben. Der Gasbrenner wird mit einem Blechteil aus Federstahl in die Brennerausnehmung geklemmt und der Windschutz hat eine Aussparung zur Durchführung der flexiblen Gasleitung, die Montage also insgesamt kinderleicht. Wegen der fehlenden Standfüße lässt sich dieser Gasbrenner jedoch nur in den üblichen Untersätzen für Spritusbrenner betreiben (passt z.B. auch in den Trangia Triangle oder jenen von Esbit), eine Solonutzung ist leider nicht möglich.




    Ein Video zum Flüssiggasbetrieb gibts hier zu sehen: Trangia Flüssiggasbetrieb


    Die 4te Brenneroption ist ein Mutlifuel (Trangia Nr. 750001), welchen ich aber nicht besitze. Es handelt sich dabei um einen modifizierten Optimus Nova der mittels Adapter direkt in die Trangia Sturmkocher eingebaut werden kann. 2 Ausnehmungen zur Durchführung von Treibstoffschlauch und Regulierventil sind bereits vorhanden.



    Mit dabei sind neben Pumpe, 0.6l Treibststofflasche auch 2 Wechseldüsen: 1x für Benzin und 1x für Kerosin/Dieselbetrieb. Da der Brenner vom Typ Vortex ist gehe ich mal davon aus dass er ordentlich Betriebsberäusch entwickelt und mit über 500g ist er nicht unbedingt ein Leichtgewicht. Dafür ist er dank Drucktank u. Vorheizschleife auch für tiefe Temperaturen geeignet. Dieser Mehrstoffbrenner ist wegen der fehlenden Standfüße bzw. Topfauflagen nicht stand-alone zu betreiben. Falls man sich für den orig. Trangia Zubehörbrenner entscheidet ist man also auf die Kombi Sturmkocher-Multifuel zwingend angewiesen. Kauft man sich hingegen den normalen Nova mitsamt dem Umrüstset direkt von Optiums hat man einen vollwertigen Mehrstoffbrenner inkl. Standfüße welchen man auch mal mit anderem Kochgeschirr benutzen bzw. nach Demontage der Füße/Topfhalter auch im Sturmkocher einsetzen könnte. Diese Variante ist aber zugegeben etwas teurer. Wie für Multifuels üblich sind ein paar Ersatzteile einzupacken und die üblichen Sicherheitsthemen zu berücksichtigen damit einem die Teile nicht um die Ohren fliegen. Auf Youtube existieren ein paar Videos wo Bastler auch andere Mehrstoffbrenner für den Sturmkocherbetrieb adaptiert haben, der Omnifuel von Primus ist z.B. ein beliebter Kandiat hierfür.
    Die Verfügbarkeit der Treibstoffe Benzin und Diesel ist beinahe grenzenlos. Man bekommt sie weltweit und die Heizleistung ist ausgezeichnet ;-)


    Trangia bietet neben den zahlreichen Brennern noch weiteres Zubehör welches die Sturmkocher sinnvoll ergänzen. Erwähnt werden sollte z.B.:
    - Packsack aus orangem KuFa-Gewebe m. Zugband. Schützt einerseits den Rucksackinhalt von schmutzigem/fettigem Kochgeschirr sowie den Sturmkocher selbst vor Verschmutzung im Camp wenn er mal am Boden abgestellt wird.
    - Multi-Disc Platte aus robustem PP-Kunststoff m. Abseihlöchern. Nicht nur als Siebdeckel oder Unterlage im Schnee zu verwenden, sie schützt z.B. den empfindlichen Pfannenboden vor Beschädigungen beim Transport. Kann einfach außen drauf gegeben und mit dem Packband gesichert werden bzw. wird sie bei beschichteten Pfannen innen eingelegt so dass die 3 Topfhalterungen die Teflonschicht nicht zerkratzen können.
    - Teekanne - der Name ist Programm fürs rasche Wasserkochen. Fasst beim kleinen Sturmkocher lediglich 0,6l, sorgt aber dafür dass Tee oder Kaffee nicht nach Beutelsuppe und Reisgericht schmecken ;-)
    Ich habe mir zusätzlich ein paar dünne Microfasertücher besorgt und lege diese zwischen die Einzelteile beim einpacken. So klappert und scheppert nix im Rucksack und die Oberflächen sind bestens geschützt so dass auch nichts scheuern oder verschleißen kann auf Tour. Beim HA Geschirr ist dies zwar nicht so tragisch, bei der normalen Aluausführung (UL Variante) hat man aber sofort grauen Aluabrieb in den Töpfen, sollte man auf die Zwischenlagen verzichten.




    Für manche mag ein Trangia Sturmkocherset bereits zu üppig bzw. schwergewichtig und zu wenig minimalistisch erscheinen. Sicherlich wird damit so einem Komplettset der Komfortfaktor auf Tour gefördert, gar keine Frage. Zum Glück kann man problemlos Einzelteile weglassen wenn man sie nicht benötigt und ich bin schon oft mit nur 1 einzigen Topf losgezogen oder habe sogar die Pfanne weggelassen.


    Das Highlight am Sturmkocher ist sicherlich seine Einfachheit und Kompaktheit kombiniert mit einem durchdachten Modularkonzept. Soviel Erfolg schafft natürlich auch Nachahmer oder Sturmkocher-Kopierer auf den Plan. Nachbauten für Spiritusbetrieb exisiteren unter anderem von Esbit, SIGG, Tatonka, usw. und sehr ähnliche Konzepte z.B. mit Gasbrennern gabs/gibts auch von Primus, Optimus, Markill/vauDe bzw. sollte der Meta 50 f. den M71 Notkocher erwähnt werden - wobei einige Produkte bereits wieder vom Markt verschwunden sind.


    Der guten Ordnung halber möchte ich erwähnen dass ich nicht für diesen Hersteller oder den Vertrieb seiner Produkte arbeite und ich für den Artikel keinerlei Abgeltung bekomme. Ich betreibe diese Schleichwerbung schlicht weil mich das Produkt an sich reizt, ich es schlicht genial finde und deshalb gern benutze. Ich bin selbstverständlich auch keinem böse wenn er zu etwas anderem greift, sollte eine Anschaffung anstehen ;-)

    Vor kurzem hab ich einen Testrun von einem Trangia Gasbrenner mit Flüssigeinspeisung hier im Forum eingestellt. Obwohl die Sturmkocher des schwedischen Herstellers wohl bis dato zu den 'all time best sellern' am Campingkocher-Markt gehören und dementsprechend bekannt sind, mögen ein paar zusätzliche Detailinfos eventuel dennoch nicht schaden. Der Sturmkocher ist ein Kocherset und wird von Trangia bereits über Jahrzehnte gebaut und erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Über die Zeit wurde zwar Produktpflege betrieben, prinzipiell sind sie aber noch so aufgebaut wie zu ihrer Einführung in den 1950ern. Herzstück ist ein simpler Spiritusbrenner der in einem 2-teiligen Windschutz untergebracht ist welcher zugleich als Topfstand dient. Sämtliche Teile sind aufeinander abgestimmt und für kleines Packmaß leicht stapelbar - man hat mit einem Set alles dabei und zusätzliches Zubehör sorgt für sinnvolle Ergänzung.



    Trangia bietet 2 verschiedene Baureihen dieser Campingkocher an. Einmal die Serie 25, das ist der 'große' Sturmkocher welcher für 2 Personen oder kleinere Gruppen konzipiert ist. Die Serie 27 fällt etwas miniaturisiert aus und verdient die Bezeichnung 'kleiner' Sturmkocher zurecht, da für Solotrekker oder max. 2 Personen geeignet. Mein Set hat die Modellbezeichnung 27-1 HA, wobei das HA für hartanodisiertes Aluminum steht, aus welchem die meisten Einzelteile inkl. dem Windschutz dieses Sturmkochers bestehen. Dabei handelt es sich um Aluminium mit einer eloxierten Oberfläche, d.h. es hat eine Oxidschicht zur Verbesserung der Temperatur- u. Korrosionsbeständigkeit, der Härte uvm. gegenüber herkömmlichem Alu. Da diese Schicht lediglich aus chem. verändertem Grundmaterial besteht ist sie fest mit diesem verbunden, es kann weder was abblättern noch abplatzen wie man es z.B. von Lack oder Beschichtungen her kennt. Ein weiterer Vorteil ist die beinahe schon edel wirkende dezente graue Farbe, was dementsprechend unauffällig ist - zumindest gegenüber der sehr hellen Oberfläche vom normalen Alu. Die Hartanodisierung ist rundherum eine Aufwertung und der Mehpreis hierfür ist sicherlich gerechtfertigt wie ich finde. Der 27-1 HA Sturmkocher besteht aus 2 Töpfen m. jeweils ca. 1,0L Volumen, 1 Pfanne mit ca. 18cm Durchmesser welche auch als Deckel dient, 1 Griffzange, 1 Packriemen, 1 Spiritusbrenner m. Plastikbeutel und einem 2-teiligen Windschutz. Dieser ist zugleich Brennerstand (Unterteil) und Topfaufnahme (Oberteil) für Töpfe/Pfanne mittels dreier klappbarer Halterungen aus Edelstahl. Da alle Teile ineinander stapelbar sind, ist das gesamte Set sehr klein verpackbar. Der Dosenbrenner f. Spiritus passt mit hinein und es ist sogar noch etwas Platz f. weitere Küchenutensilien, etc. Verpackt mißt er ca. 18,5 cm im Durchmesser bei ca. 10cm Höhe und wiegt ca. 710 g (ohne optionales Zubehör).





    Für den Betrieb wird einfach der Brenner in die kreisrunde Öffnung im Windschutzunterteil gesteckt, mit Spiritus befüllt und entzündet. Das Oberteil/die Topfaufnahme lässt sich einfach durch verdrehen auf das Unterteil geben und mit den 3 Aussparungen im Falz haben diese 2 Windschutzteile eine vernünftig stabile Verbindung. Der Windschutz hat eine große Grundfläche und gewährleistet wohl eine der besten Standsicherheiten unter sämtlichen aktuell auf dem Markt befindlichen Campingkochern.





    Die 3 klappbaren Topfhalterungen fixieren die Töpfe bombig, hier kann absolut nix wegrutschen oder gar runter fallen. Selbst das Umrühren von vollen Töpfen ist probemlos und man wird selten die Griffzange zu Hilfe nehmen müssen. Die eingesetzten Töpfe verschwinden bis etwa 2/3 ihrer Höhe im Windschutzoberteil. So wirkt die Hitze vom Brenner nicht nur auf den Topfboden sondern wird seitlich hoch geführt was zu einer effizienteren Energieausnutzung beiträgt. Das Prinzip ist ähnlich den heutigen Systemkochern, selbst wenn hier kein spezieller Wärmtauscher zur Anwendung kommt. Die gute Abschirmung vermindert die seitliche Angriffsfläche bei Wind und die Flamme kann ohne diese lästige Beeinträchtigung brennen. Das Windschutzuntereil hat seitlich eine größere gelochte Fläche die für Luftzufuhr zum Brenner sorgt. Wird der Kocher allerdings bei windigen Verhältnissen ungünstig platziert fungiert dieser Lufteinlass als Durchzugskamin was nur zu einem höheren Brennstoffverbrauch und zu einer Verlängerung der Kochzeit führt, also direkt konterproduktiv ist. Auf die Windrichtung bzw. Platzierung zur windabgewandten Seite hin ist deshalb zu achten.



    Der 2teilige Windschutz bietet noch weitere Vorteile. Der Brenner ist leicht erreichbar und dies erspart so manche Fummelei z.B. beim Anzünden, Treibstoffnachfüllen, etc. Die Brennerflamme wird durch das Oberteil auch komplett verdeckt und somit ist 100%iger Sichtschutz gewährleistet, für alle die im Camp mit eingeschaltetem 'Paranoiamodus' ein Augenmerk auf absolute Tarnwirkung legen ...



    Fürs aufsetzen der Pfanne sind die 3 Topfauflagen einfach rauszuklappen und die Pfanne wird oberhalb des Windschutzes platziert. Dies mag auf den ersten Blick etwas verwundern denn dadurch vergrößert sich der Abstand vom Brenner zum Pfannenboden deutlich. Das ist gewollt und vermindert das Überhitzen oder Anbrennen des Kochgutes in der Pfanne. Die Flamme wirkt nicht mehr mit voller Hitze am Pfannenboden und beugt so auch ein Stück weit Schäden vor, da es die dünnwandigen Pfannen doch sehr leicht wirft wenn sie zuviel Hitze abbekommen.


    Gaskocher gehören bei Backpackern und Bushcraftern zur Standardausrüstung und erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. Wenn man bei einem Gasbrenner das Ventil öffnet strömt brennbares Gas raus obwohl sich dieses in verflüssigter Form, also als unter Druck stehendes Flüssiggas in der Kartusche befindet. Normale Brenngase wie z.B. Butan, Propan od. Isobutan lassen sich bei verhältnismäßig geringem Druck verflüssigen und haben als Flüssiggas eine sehr hohe Energiedichte, was kleine Transportbehälter (in unserm Fall Kartuschen) ermöglicht. Dreht man das Regelventil am Kocher auf verringert sich der Druck im inneren der Kartusche und das Gas beginnt zu sieden/kochen, es wechselt so wiederum leicht in den gasförmigen Zustand und strömt so aus zum eigentlichen Brenner - entsprechende Temperatur vorausgesetzt. Die Siedepunkte, das sind die Temperaturen wo ein Stoff vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergeht, sind bei Brenngasen wie folgt: Butan: -1°C, Isobutan: -11,7°C, Propan: -42,1°C. Unterhalb dieser Temperaturen ist das jeweilige Gas flüssig. Butan ist einer der Hauptbestandteile von üblichem Campinggas und hier sticht der Siedepunkt mit lediglich -1°C deutlich ins Auge. Die logische Folgerung: Butan ist bei tieferen Temperaturen ungeeignet, da es nicht verdampft und so zur Verbrennung in normalen Gasbrennern unbrauchbar ist. Darüber hinaus kühlt eine Kartusche im Betrieb ab, weshalb kochen selbst bei niedrigen Plusgraden bereits problematisch werden kann denn hier entweicht vor allem Propan und das schwerer verdampfbare Butan verbleibt in der Kartusche.


    Abhilfe für den Gasbetrieb bei negativen Temperaturen schaffen neben Gasmischungen mit hohen Anteilen von Propan und Isobutan oder modifizierte Kartuschen z.B. auch technische Maßnahmen an den Gaskochern selbst. Einige Gasbrenner sind mit sogenannten Generatorrohren bzw. Vorhheizschleifen ausgestattet, welche an Mehrstoffkochern selbstverständlich sind. Dies ist meist ein Metallrohr, welches direkt über od. neben dem Brenner geführt wird so dass die Hitze der Flamme den noch flüssigen Brennstoff in der Leitung restlos verdampft damit er im gasförmigen Zustand dem Brenner zugeführt werden kann und so eine saubere Verbrennung gewährleistet.



    Am Markt gibt es nur wenige Kocher die lt. Hersteller für den Betrieb mit Flüssiggaseinspeisung zugelassen sind. Dies sind Multifuels welche auf Gasbetrieb umgestellt werden können mit austauschbarer Düse und Kartuschenadapter. Meist geben die Hersteller von Gasbrennern mit Vorheizschleife kaum Infos zur Eignung ihrer Produkte für den Gas-Flüssigbetrieb heraus. Ich hab mir deshalb die Frage gestellt ob sich auch Kocher mit Generatorrohr (welches gasförmigen Brennstoff 'generiert') uneingeschränkt für Flüssiggaseinspeisung und damit für tiefere Temperaturen eignen oder ob es hier auch Probleme und falls ja, welche? Diese Fragen habe ich mir gestellt und mal praktisch mit einem auf Gasbetrieb umgerüsteten Trangia Sturmkochers ausprobiert. Der hierfür benutzte Schraubkartuschen-Gasbrenner ist ein orig. Zubehörteil des Herstellers und meiner ist ca. 10-12 Jahre alt. Dieser Brenner wird anstatt des üblichen Spiritusbrenner in den Unterteil des Windschutzes einesetzt, eine Durchführung für die Gaszuleitung ist bereits vorhanden. Der Umbau ist kinderleicht und schnell erledigt, dabei wird aus dem kleinen Sturmkocher aus anodisiertem Alu mit der Modellbezeichnung 27-1 HA schon beinahe ein Systemkocher. Ich habe ein weiteres Zubehörteil, nämlich die Multi-Disc Platte einfach unter dem Windschutz platziert und so kann die ganze Kochereinheit auch nicht im Schnee versinken. Obwohl ich einen Ausflug im Spätwinter bei moderater Schneelage unternahm waren die Umgebungstemperaturen mit ca. +12°C nicht winterlich tief. Gleich mal vorneweg: Die Tauglichkeit für den Einsatz bei extremer Kälte ist leider keinesfalls bewiesen obwohl die Kartuschen zwar über Nacht im Kofferraum bei Minusgraden lagen. Auf die exakte Bestimmung z.B. der Temperaturen von Kartuschen, Boden oder Luft, der Brenndauer und dem Brennstoffverbrauch habe ich bewußt verzichtet. Es sollte ein simpler Probelauf auf über 1000m Seehöhe ohne wissenschaflichen Anspruch werden.



    Mit dabei hatte ich einen Windschutz von Optimus (Modell Clip-On Windshield), wie er von zahlreichen UL-Trekker gerne verwendet wird. Das ist das graue Blechteil im Vordergrund des unteren Bildes und ich habe es an den Bördelrand der Kartusche angeklemmt. Es musste als Stand für die Gaskartusche herhalten, was gleich 2 Gründe hat:
    1/ Verbesserte Zugänglichkeit des Regelventils. Das steht im angeschraubten Zustand gerade von der Gaskartusche ab und dreht man die Kartusche kopfüber so ist es denkbar schlecht zu bedienen.
    2/ Erhöhter Stand für die Kartusche gegenüber dem Brenner. Damit soll sichergestellt sein dass tatsächlich nur Flüssiggas zum Brenner gelangt um das Ergebnis nicht durch Gase zu verfälschen welche sich bereits bei niedrigeren Temperaturen sowieso verflüchtigen würden wie z.B. Propan (damit würden Gasbrenner auch bei moderaten Minustemperatuen funktionieren).




    Das heißt das komplette Set-Up wurde auf direkte Flüssiggaseinspeisung zum Gasbrenner adaptiert - findet sich so selbstverständlich nirgends in Herstellerquelllen. Der 1te Testrun hat mit einer 220g IsoPro Kartusche von MSR gestartet welche vielleicht noch zu einem Drittel mit einer Gasmischung aus Butan, Propan u. Isobutan befüllt war, welche lt. Hersteller bis -10°C geeignet ist was nach meinem Dafürhalten eine sehr optimistische Einschätzung ist. Zunächst wurde die Kartusche normal aufrecht aufgestellt und der Brenner entzündet, was problemlos möglich war denn es strömte ausreichend Gas aus. Ein kurzer Betrieb von ca. 10-30sec genügen um das Generatorrohr vorzuheizen bevor die Kartusche umgedreht und in upside-down Position aufgestellt wird. Das Regelventil zeigt nun in Richtung Boden und Flüssiggas wird direkt zum Kocher gedrückt. Es fällt auf das der Brenner einen kleinen Boost bekommt und tatsächlich mit höherer Leistung weiterbrennt. Das noch flüssige Gas aus der Kartusche wird erst in der heißen Vorheizschlaufe am Brenner vergast, bevor es dann verbrennt. Die Flamme heizt bei direkter Flüssiggaseinspeisung nicht mehr so ruhig sondern pulsiert hörbar und unregelmäßig. Es gab immer mal ein paar gelb gefärbte Ministichflammen welche auf eine unsaubere Verbrennung hindeuten. Trotzdem ging das Schneeschmelzen im aufgestellten 1L Topf schnell vonstatten und ich hatte bald eine gute Menge Wasser zur Verfügung.



    Neben der pulsierenden Flamme viel auf dass sich die Leistung gegenüber dem Normalbetrieb nicht bei weitem nicht mehr so gut regulieren ließ. Ein drehen am Ventil wirkte sich nicht sofort auf die Flammengröße aus. Nachdem das Ventil geschlossen wurde ging der Gasbrenner erstmal gar nicht aus, sondern köchelte auf kleiner Flamme munter weiter. Ich hatte mehrmals versucht das Ventil zu öffnen und komplett bis an den Anschlag zu schließen, was keinerlei Änderung brachte. Nach mehr als 20 Minuten habe ich dann schlicht die Kartusche abgeschraubt und der Brenner ging augenblicklich aus. Ich bin mir nicht sicher ob im Ventil etwas vereist war und so blockiert hatte oder ob sich event. ein Fremdkörper darin verklemmte. Dass sich ein Gaskocher nicht mehr abstellen ließ ist mir zuvor nur 1 einziges Mal mit einem anderen Brenner passiert und der hatte offensichtlich eine Macke.



    Mein 2ter Testrun erfolgte mit einer vollen Kartusche - ebenfalls eine 227g IsoPro von MSR, allerdings Füllung aus Propan und Isobutan - ein richtiges All-Season Gemisch also. Entzündet wurde der Gasbrenner wieder bei aufrecht stehender Kartusche. Erst nach einer kurzen Aufheizzeit drehte ich die Kartusche um so dass Flüssgigas direkt an den Brenner gelangte. Sofort brannte die Flamme wesentlich stärker und mit deutlich gesteigertem Geräuschpegel. Das Pulsieren des Brenners war nicht zu überhören, was ich vom Normalbetrieb bei aufrecht stehender Kartusche so nicht kannte. Der Schnee im Topf schmolz in einem Höllentempo - meine Multifuels benötigen dafür allesammt länger! Bei voll aufgedrehtem Ventil waren die hohen gelben Stichflammen deutlich zu sehen und dabei das kräftige Fauchen des Brenners zugegeben etwas besorgniserregend. Ein zurückregeln drosselte die Flamme zwar, sie pulsierte dennoch und dieses pumpen des Flammenbildes war im Vergleich zur teilentleerten Kartusche stärker. Wurde am Ventil gedreht erfolgte die Anpassung der Flamme immer mit einer gewisssen Verzögerung, was dementsprechend Geduld bzw. Feinfühligkeit erfordert. Das zurückschrauben fürs köcheln auf kleiner Flamme dem sogen. Simmerbetrieb funktioniert prinzipiell ist aber zugegeben Spielerei und kein Vergleich zur ausgezeichneten und akkuraten Regelbarkeit bei aufrecht stehender Kartusche. Die powervolle Flamme läßt natürlich auf hohen Gasverbrauch schließen den die ausgezeichnete hohe Brennleistung kommt sicherlich nicht von ungefähr. Nachdem das Ventil ganz zugedreht wurde verlosch die Flamme augenblicklich, hier gabs keine Probleme mehr.



    Mein Fazit zu diesem kurzen Test: Obwohl vom Hersteller nirgends erwähnt ist eine Flüssiggaseinspeisung für den Trangia Gasadapter möglich, man muss aber mit ein paar Abstrichen rechnen wie z.B. die gegenüber aufrecht stehender Kartusche schlechtere Regulierbarkeit, das unregelmäßige Flammenbild, die höhere Geräuschentwicklung und die gesteigerte Brennerleistung u. Mehrverbrauch bei gleicher Ventileinstellung. Ich habe zwar erwartet dass es event. ein paar Einbußen geben wird bin aber trotzdem überrascht dass der Test im großen und ganzen positiv war. Vorgeheizt wird mit Gas und die Kartusche steht dabei normal. Bevor man diese umdreht sollte das Ventil jedoch gedrosselt werden, man hat bei Flüssiggaszuführung sowieso gesteigerte Brennleistung. Für sicheren (Dauer-)Betrieb sind Maßnahmen zu ergreifen wie sie bei Mehrstoffbrennern üblich sind. Ein Testlauf bei knackig tiefen Temperaturen steht zwar noch aus, ich erwarte hier allerdings keine Überraschungen, eventl. muss ich zum vorheizen etwas Brennpaste verwenden, ansonsten soll der Betrieb wie oberhalb beschrieben möglich sein. Wie bei den Trangia Sturmkocher-Sets üblich ist auch hier das Packmaß kompakt gehalten und die Kartusche läßt sich platzsparend im Kartuschenstand/Windschutz unterbringen.


    Vielen Dank für den Hinweis DCT996 . Der Gedanke kam mir bei der Heimfahrt auch schon dass mein Schwächeln event. gar nix mit meiner (allgemein schlechten) Kondition in Kombination mit den Nachwehen des grippalen Infektes zu tun haben könnte. Ich werde auf mich aufpassen, keine Sorge ;-)

    Wir waren dieses Wochenende unterwegs um das milde Winterwetter auszukosten, eine Wohltat nach den arktischen Temperaturen der vorangegangenen Tage. Ziel war der Böhmerwald im Grenzgebiet A-CZ-D. Sind am Samstag erst spät am Parkplatz angekommen und es ging gleich mal den Wanderweg hoch der von zahlreichen Schneeschuhgehern bestens ausgetreten war. Der Pfad schlängelt sich in Falllinie den Berg hinauf und hier kam ich gleich mal gehörig ins schwitzen. Für BC-Langlaufski m. schwerer Pulka und Gestänge ist das schon ziemlich an der Grenze was machbar ist. Nach ca. 100 Höhenmetern haben wir dann auf die Forstwege gewechselt, was weniger beschwerlich ist - ich kam aber trotzdem gut aus der Puste. Anfang Februar lag ich gleich 2 Wochen mit einer heftigen Grippe flach und ich fürchte das ich nach wie vor nicht 100%ig fit bin. Die Bäume wurden mit der Höhe zusehends weniger und im gleichen Maß schwand leider auch meine Kraft. Wir haben uns dann nach einen Platz für die Nacht umgesehen und ein paar Tourengeher hatten uns geraten noch ein Stück hoch zu steigen wegen der besseren Aussicht. Es hat sich gelohnt würde ich meinen ...



    Mit fortschreitender Dämmerung zogen Nebelschwaden den Berg hoch und die Stimmung war schon beinahe mystisch, was von der Kamera schlecht einzufangen ist.



    Unser Zelt haben wir direkt auf einem Forstweg aufgebaut der von hohem Schnee überwächtet war.



    Der nächste Morgen empfing uns mit eher mäßigem Wetter und dichter Nebel verdeckte die Sicht auf die Umgebung. Zum Glück war es mit lediglich -2°C nicht wirklich kalt.



    Wie schon am Abend zuvor hatten wir direkt im Zelt Schnee geschmolzen und gekocht und haben uns dabei ein echtes Kondensationsproblem eingehandelt. Es begann sogleich von der Decke zu tropfen und die Nässe drang sogar durchs Innenzelt hindurch, was ich bis dato noch nicht kannte.




    Nach unserem Aufbruch gings zuerst moderat und dann wieder relativ steil hoch und ich hatte mit dem schweren Lastschlitten im Schlepp erneut mit meiner schwächelnden Kondition zu kämpfen. Nach kurzer Strecke erreichten wir die Dreieckmark, wo Deutschland, Österreich und Tschechien zusammenstoßen. Wie auf Bestellung hat sich der Nebel gelichtet und die Sonne brach langsam durch.



    Der markante Grenzstein ist noch gut eingeschneit, man sieht zwar die Wappen des jeweiligen Staates aber die Wappen der 3 Provinzen sind nach wie vor unter dem Schnee verborgen. Dieses Jahr ist ein schneereicher Winter, was leider nicht immer der Fall ist und selbst in einem als 'Schneeloch' bekanntem Gebiet wie dem Böhmerwald ist die Schneelage durchaus nicht immer zufriedenstellend.



    Wir sind dann rüber Richtung Plöckenstein und kamen auch relativ zügig voran, da das Gelände eher flach ist oben auf dem Kamm. Vom mächtigen Hochwald ist hier leider nicht mehr viel übrig und Stürme wie Kyril und das Waldsterben haben einen bizarren Stämmchenwald hinterlassen. Wind und Schnee betätigten sich hier als Künstler und schufen herliche Schneeskulpturen.




    Ein Blick Richtung Plöckenstein (1379m) läßt das Gipfelkreuz aus der Ferne lediglich erahnen, da an der Wetterseite ebenfalls komplett vom Schnee eingehüllt und so gut getarnt.




    Überall waren viele Tagestouristen unterwegs, einige zu Fuß, viele mit Schneeschuhen und zahlreiche mit alpinen Tourenskiern. Ich habe mit meiner Pulka für Aufsehen gesorgt und ich denke dass viele einen solchen Schlitten noch nie aus der Nähe gesehen haben. Beim Gipfelkreuz ergaben sich auch ein paar Gespräche und ich mußte ein paar Bergfexen Fragen zu meinen unüblichen Skiern und zu meiner Pulka beantworten. Der Ausblick über das Plateau war dank strahlendem Wetter und frischer Schneedecke einfach nur herrlich und lud zum verweilen ein.



    Wir haben dann einen kurzen Abstecher zum Stifterdenkmal gemacht. Dies ist ein Steinobelisk welcher auf tschechischer Seite zum Gedenken an den Dichter Adalbert Stifter errichtet wurde. Dieser ist nicht nur im Böhmerwald geboren sondern hat auch hier gelebt und gewirkt.



    Das Denkmal steht an einem steilen Abhang mit direktem Tiefblick auf den Plöckensteinersee. Hier sieht man über den Moldaustausee weit in das böhmische Land nach Tschechien hinein. Direkt hinter der Grenze beginnt auch der Nationalpark Šumava, wo nicht nur das campieren verboten sondern auch das verlassen der markierten Wege mit empfindlichen Geldstrafen belegt ist.



    Zurück am Plöckenstein konnten wir nochmals die herrliche Fernsicht genießen, da sich das diesige Wetter gut verzogen hatte. Man konnte über den Nebel im Donautal die Gipfel der Alpen erahnen.



    Da der Tag bereits fortgeschritten war hieß es Abschied nehmen von dieser zauberhaften Landschaft und es ging mit unseren Langlaufskiern die ganzen 5km im Pflug runter bis zum Parkplatz. Der Schnee war von der Sonneneinstrahlung stellenweise sulzig weich und schwer beherrschbar, an schattigen Stellen aber noch eisig glatt. In Kombination mit dem teils steilen Gelände eine echte Herausforderung für unsere Langlaufskier noch dazu mit Pulka im Schlepptau die kräftig anschob im welligen Terrain. Ich flog ein paar Mal unsanft auf die Nase - ausgerechnet an flachen, meist ungefährlichen Stellen. Tourenski mit Rucksack wären hier die bessere Wahl, wir habens aber trotzdem gepackt. Möchte hier meine Begleiterin loben, sie hat sowohl das zelten im Schnee als auch die Abfahrt ohne murren mitgemacht was durchaus nicht selbstverständlich ist. Als wir unser Camp abgebaut haben kam nämlich ein junges Pärchen vorbei und die Dame hat gemeint dass sie fürs campieren im Schnee nicht zu haben sei ...

    Ich bin zum selben Entschluss gekommen wie Du Ben. Der Hersteller MIOX erzeugt üblicherweise deutlich größere Anlagen welche aber nach einem ähnlichen Prinzip arbeiten wie mein tragbarer Purifier. Diese Anlagen sind wohl eher für Militärbasen oder Camps für Industrie- oder Bauarbeiter gedacht d.h. die Versorgung mit Energie, Salz, etc. ist dort sowieso gesichert. Der kleine MIOX Purifier wurde ursprünglich ebenfalls fürs Militär entwickelt wo z.B. Nachschub mit Batterien kein Problem darstellt und Salz bekommt man sowieso mit jeder Verpflegungsration mit dazu - siehe MRE, EPA, etc. Der Purifier eignet sich aber rein zufällig auch für den geneigten Outdoortouristen oder Prepper ... Damit sich die Anschaffungskosten für das Gerät amortiesieren und die Kosten je Liter behandeltes Wasser im Rahmen bleiben hätte ich es eher für längere Einsatzdauern gesehen, wie z.B. bei Expeditionen, etc. Der geneigte Tages- oder Wochenendtourist wird wohl mit den üblichen Tabletten kostengünstiger fahren.

    das Gerät stellt also ein Equivalent zu "Micropur-Forte" her?


    Lt. Herstellerdatenblatt von Katadyn besteht Micropur Forte MF aus Troclosennatrium (= Natriumdichlorisocyanurat, ein starkes Oxidationsmittel welches keimtötend wirkt) und einem Minimalanteil Silber (sorgt in Ionenform für längerfristige Konservierung des Wassers).


    Der MIOX Purifier spaltet die Salzlösung durch Elektrolyse in seine Elementarbestandteile auf, d.h. stark vereinfacht Wasser in Sauerstoff u. Wasserstoff, Salz in Natrium und Chlor, usw. Der Hersteller spricht ja auch von einem Multi-Oxidant Mix welcher hierbei entsteht. Diese Wirklösung hat zweifelsfrei Chlorgeruch und ich denke dass Micropur Forte MF wohl das passenste Präparat ist, mit der sich dieser Multi-Oxydant Mix zumindest in seiner Wirkungsweise vergleichen lässt. Ich gehe aber davon aus dass die chem. Verbindungen welche in diesen zwei unterschiedlichen Präparaten enthalten sind nicht exakt die gleichen sind - ich bin aber kein Chemiker der dies zweifelsfrei beurteilen könnte ...

    Der MIOX Purifier von MSR ist ein mobiles System zur Trinkwasseraufbereitung und das hier vorgestellte Gerät ist die Militärversion in desert tan bzw. die Pouch in coyote brown wie sie z.B. vom USMC im Irak oder Afghanistan eingesetzt wurde bzw. wird. Gleich vorneweg, der MIOX Purifier ist kein Filter und deshalb gibts auch kein lästiges pumpen oder abreinigen/rückspülen, etc. Beim MIOX Purifier kommt Technologie zum Einsatz wie sie z.B. bei der kommerziellen Trinkwasseraufbereitung eingesetzt wird - in unserem Fall selbstverständlich in einer kompakten und tragbaren Version welche leicht mitgeführt werden kann.




    Ausgeliefert wird das Gerät mit 2 Instructions Manuals (sind zwar in English, aber die Bilder sind sehr ausssagekräftig), 2x CR123A Batterien, 1 Pkg. grobes Steinsalz und 1 Dose mit Teststreifen sowie einem Etui aus Cordura in coyote welches sogar MOLLE kompatibel ist - zumindest passt die Halteklammer auf der Rückseite an die üblichen 1" breiten MOLLE/PALS Gurtbänder.



    Die Anwendung in Kurzform: Ein paar Tropfen Wasser in das Gerät geben, kurz schütteln, Knopf drücken und die entstehende Multi-Oxid- & Chlorionenlösung in das Behältnis mit belastetem Wasser leeren. Nach der Einwirkzeit von mind. 30 Minuten sind effektiv z.B. Bakterien, Protozoen, Viren und teilweise auch Fremdgeschmack beseitigt und das Risiko von Infektionen durch kontaminiertes Wasser ist gebannt. In einem Durchgang können zwischen 0,5 und max. 4 Liter Wasser entkeimt werden und die Batterien reichen für ca. 200 Liter.


    Unterhalb die Langversion, sogar mit Bildern (soll keinerlei Ersatz fürs Studium des Instruction Manuals darstellen):
    Bevor der MIOX Purifier benutzt werden kann sind die Betriebsmittel einzusetzen. Einerseits sind 2 Stk. CR123 Lithium Batterien ins vorgesehene Fach auf der Geräteunterseite (man beachte die korrekte Polung) und andererseits grobkörniges Speisesalz, welches in die kleine Kammer ganz zuoberst am anderen Ende gegeben wird. Die Salzkammer soll max. 2/3 gefüllt werden und ich verwende das grobe handelsübliche Meersalz. Das mitgelieferte blieb bis dato in seinem orig. ZipLoc Päckchen. Alle Gewindeverschlüsse sind mit O-Ringen und Dichtungen versehen so kann weder Wasser eindringen noch Flüssigkeit auslaufen und zusätzlich ist eine Plastikschlaufe vorhanden damit die Kappen nicht verloren gehen können.




    Die obere schwarze Endkappe hat noch ein 2tes Gewinde und schraubt man hier ab kommen die Kontakte zum Vorschein durch welche später der Strom für die Elektrolyse abgegeben wird. In diesem Zwischenstück ist ein Sieb angebracht welches verhindert dass das Salz herausfällt. Der Raum um die Kontakte hat lediglich ein Volumen von wenigen ml und in diesen wird nun Wasser gegeben. Beim 1ten Mal event. mehr bzw. Vorgang wiederholen damit das Salz gut benetzt ist.




    Nun wird die Kappe wieder vorsichtig raufgeschraubt und der MIOX Purifier 10x geschüttelt so dass sich eine Salzlösung bildet. Hierbei kann man eigentlich nichts falsch machen denn das Gerät besitzt ein Diagnosesystem und passt die Konzentration nicht wird dies durch die rote LED 'SALT' als Warnhinweis angezeigt: Bei zu niedrigem Salzgehalt durch Dauerlicht, bei zu hoher Salzkonzentration blinkt diese LED.



    Der MIOX Purifier wird nun in aufrechte Position gebracht so dass sich die entstandene Salzlösung in der Elektrolysekammer sammelt und die Kappe kann wiederum abgeschraubt werden. Das Gerät ist einsatzbereit und der einzige Druckknopf kann nun gedrückt werden. Strom wird durch die Salzlösung gejagt und trennt die Einzelbestandteile durch Elektrolyse auf. Die Flüssigkeit schäumt sofort weiß und man riecht den typ. 'Schwimmbadgeruch' vom Chlorgas, weshalb ich das nicht direkt unter die Nase bzw. nahe an die Augen halten würde. Während der Elektrolyse leuchtet die LED 'RUN' grün.



    Nachdem der Stromfluß abgeschaltet wurde (grüne LED erlischt) kann der entstandene Multi-Oxid & Chlorionenmix in den Behälter (Trinkflasche, Wasserblase, etc.) mit kontaminierten Wasser gekippt werden und dieser ist mehrmals durchzuschütteln damit sie sich gleichmäßig verteilt. Zusätzlich empfiehlt der Hersteller etwas über Deckel und -gewinde laufen zu lassen um hier eine potentielle Fehlerquelle gezielt auszuschalten - oft wird dieser Bereich ja später beim trinken mit den Lippen berührt. Nun kann die agressive Chemie die Mikroorganismen abtöten was ca. 30 Minuten in Anspruch nimmt. Lt. Hersteller soll bei stark belastetem Wasser z.B. mit Cryptosporidium eine Warte- bzw. Einwirkzeit von 4 Stunden eingehalten werden!


    Zur Überprüfung ob im Wasserbehälter genug Chlorlösung vorhanden ist können die mitgelieferten Teststreifen verwendet werden. Wird keine dunkle lilla Färbung angezeigt ist der Prozess zu wiederholen. Eine schädliche Überdosierung ist lt. Hersteller nicht möglich, ich habe allerdings bis dato ganz auf diesen Farbtest verzichtet.



    Die Menge der zur Entkeimung eines Wasserbehältnisses benötigter Chlorlösung lässt sich einfach durch die Anzahl der Klicks auf den Druckknopf anpassen:
    1x für 0,5L, 2x für 1L, 3x für 2L und 4x drücken zur Erzeugung einer Multi-Oxid Lösung für die Entkeimung von 4 Litern. Während für 0,5 Liter der MIOX Purifier nur ca. 8 Sekunden benötigt, braucht er für 1 Liter bereits 12-15 sec und der Elektrolyseprozess zur Erzeugung einer Chlorlösung für Behandlung von 4 Litern Wasser erfordert bereits mehr als 1 Minute.



    Das Prozedere oberhalb mag auf den ersten Blick kompliziert erscheinen, ist es aber in der Praxis durchaus nicht. Üblicherweise wird einfach Wasser geschöpft - das Gerät ist wasserdicht und kann problemlos untergetaucht werden - kurz geschüttelt, die Chlorlösung durch Elektrolyse erzeugt und rein damit ins jeweilige Gefäß und das geht im Handumdrehen. Was mich ein wenig stört ist dass man teils Hautkontakt mit potentiell belastetem Wasser, Salzlösung und der etwas aggresiveren Chlorlösung hat. Leider geht das eine oder andere Mal was daneben und das ist ein Punkt der mich z.B. bei den Sawyer Wasserfiltern ebenfalls ärgert. Bis auf die Ergänzung von Salz (man kann hier ausdrücklich Kochsalz verwenden) und den Tausch der Batterien ist der MIOX Purifier ansonsten wartungsfrei. Zur Kontrolle der Batteriespannung ist die zusätzl. LED 'BATT' angebracht und blinkt diese rot zusammen mit grünem Dauerlicht der LED 'RUN' sollten die Batterien umgehend ausgewechselt werden.


    Der Hersteller wirbt damit dass das behandelte Wasser geschmacksneutral sei. Es schmeckt zumindest nicht nach Chlorbleiche hat aber dennoch einen Restgeschmack der vom Chlor herrührt und es schmeckt auch ein wenig salzig - ein paar zusätzliche Elektrolyte schaden aber in manchen Gegenden durchaus nicht. Obwohl man das Chlor kaum schmeckt, so riecht man es zumindest - vor allem bei Behältern welche verschlossen waren hält sich der Chlorgeruch erstaunlich lange und ist sogar noch nach ein paar Tagen wahrnehmbar.


    Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein dass man mit dem MIOX Purifier keine Verunreinungen etc. aus dem Wasser entfernen kann - wo ist nun sein Einsatzfeld? Dieser Desinfektionsstab ist für jenen Anwendungsfall gedacht wo Wasser verfügbar ist welches zwar frei von Schwebstoffen d.h. klar und durchsichtig ist aber dennoch durch Mikroorganismen belastet sein kann - wie dies z.B. ganz klassisch selbst in der normalen Trinkwasserversorgung in Dritte-Weltstaaten, den Tropen, in Wüstengebieten etc. der Fall ist. Da das Gerät klein im Packmaß ist kann es leicht im Gepäck für Urlaubs- od. Dienstreisen oder für lange Autofahrten mitgeführt werden. Des weiteren eignet es sich für den Krisen- oder Katastrophenfall wo z.B. infolge Hochwasser die Trinkwasserversorgung kontaminiert worden ist. Da die Multi-Oxid Lösung bei jedem Durchgang neu entsteht kann das Wirkpräparat auch nicht durch überlange od. falsche Lagerung beeinträchtigt sein. Es wird nur Salz benötigt (hat kein Ablaufdatum und ist überall verfügbar!) bzw. sind die benötigten Lithium Batterien vergleichsweise lange lagerfähig, was den MIOX Purifier im stationären Setting bevorteilt. Das ideale Gerät für den ambitionierten Prepper also! Kommt verschmutztes und trübes Wasser ins Spiel muß dieses vorab gefiltert werden, was ein typisches Anwendungsfeld für klassische Wasserfilter ist.


    Der MIOX Purifier ist zwar moderat vom Packmaß und das Gerät selbst wiegt nur ca. 96g inkl. Batterien und Salz. Mit sämtlichem Zubehör ist das Gesamtgewicht ca. 245g mitsamt der ca. 50g Salzsteinchen (wobei man Beschreibungen als auch Teststreifen gerne weglassen kann). Dies liegt zwar noch unter dem Gewicht üblicher Pumpwasserfilter, für eine Tour wo jemand autark und solo unterwegs ist und alles im Rucksack mitschleppen muß dennoch ein Argument dass es zu bedenken gilt. Für eine kurze Tour von 2-3 Tagen reichen normale Präparate auf Tablettenbasis oder eine Minispenderflasche völlig aus, hier muss man nicht zusätzlich ein elektr. Gerät einpacken. Für ein stationäres Camp oder wo Fahrzeuge, Boote etc. zum Transport genutzt werden ist der MIOX Purifier sicherlich eine Option oder etwa für Gruppen wo sowieso ausreichend Batterie- und Salzvorrat mitgeführt wird.



    Die MIOX Purifier gabs vor Jahren mal günstig bei Onlineauktionen und nagelneue/unbenutzte Schnäpchen konnte man schon ab ca. 50-60 Euro machen, mittlerweile sind diese Angebote aber verschwunden. Bei der Behandlung mittelgroßer Trinkwassermengen relativieren sich die Anschaffungskosten bald, wenn man z.B. aus beruflichen Gründen gleich mehrere Wochen am Stück in Ländern mit Trinkwasserproblemtik unterwegs ist. Hier überwiegt der Nutzen und eine Urlaubsreise will man meist auch nicht am Klo verbringen wenn sich dies einfach durch Benutzung von techn. Gerät zur Trinkwasserbehandlung verhindern lässt ... Ich muß zugeben dass ich meinen MIOX Purifier so gut wie nie verwende und er war auch noch nie auf einer Tour mit dabei. Wenns aber mal gilt eine konzentrierte Desinfektionslösung herzustellen um damit die Filterelemente meiner Wasserfilter gründlich durchzureinigen bevor diese über längere Zeit eingelagert werden dann muss der MIOX Purifier ran, keine Frage!

    Nach meinem geglückten Overnighter unterm Gapahuk wollte ich die restlichen freien Tage ebenfalls nicht ungenutzt verstreichen lassen und wie geplant einige Zeit im beheizten Lavvo verbringen. Die Vorbereitungen wie z.B. die Organisation des Brennholzes oder die Suche nach einem geeigneten Platz waren bald abgeschlossen und siehe da, in einer Talsenke mit kleinem Bach gabs noch eine halbwegs geschlossene Schneedecke welche vielversprechend aussah.



    Mein Zeug hab ich eher unelegant nicht nur im Rucksack sondern einfach in eine normale Plane eingewickelt vor Ort 'geschleift'. Dann gings ans freischaufeln, was einige Zeit in Anspruch nahm. In einem freigelgten Bereich kam eine feuchte Stelle zu Tage weshalb ich das Lavvo etwas verschoben hab damit ich nich sofort in einer Pfütze landete.




    Der Aufbau eines 4-6er Lavvos geht normalerweise recht schnell vonstatten, da mein letzter Aufbau aber schon beinahe 1 Jahr zurückgelegen hatte musste ich mehrmals einen Schritt zurück und die Sache dann so ordnen wie's eigentlich gehört. Dann wurde der umlaufende Latz mit Schnee abgedeckt und der Ofen installiert.






    Nachdem alles aufgestellt und bezugsfertig eingeräumt war gings ans brennholzmachen und der Ofen wurde seiner Bestimmung übergeben. Noch bevor das erste Eintopfgericht zubereitet wurde gabs eine sattes Volumen an fruchtigem Glühweins.




    Am morgen nach der 1ten Nacht im Lavvo zeigte das Thermometer -2°C, was nicht verwundert, hatte ich doch in der Nacht nicht durchgeheizt. Ein leichtes prasseln an der Zelthaut verriet dass leichter Schneefall eingesetzt hatte. Vorsorglich wurde ein vernünftiger Brennholzvorat kleingemacht, selbstverständliche mit einer tauglichen Axt denn mit batoning macht man bei sowas wahrlich keine weiten Sprünge.





    Der bedeckte Himmel blieb leider unverändert und der smarte Schneefall ging tagsüber zuerst in leichten und später dann in richtigen Regen über. Die Temperatur stieg zudem auch an, was nix gutes verhies.



    Mit der warmen Luftströmung - in Österreich sagen wir Föhn - kamen dann auch teils heftige und vor allem böige Winde. Das kleine Lavvo wurde ordentlich durchgebeutelt und viele Male haben sowohl Mittelstange als auch Ofenrohr um die Wette gewackelt. Dank guter Abspannung welche unter solchen Bedingungen unerlässlich ist hielt aber alles Stand ohne Schaden zu nehmen. Zum Glück ist ein Lavvo ein geräumiger Rückzugsort, den man ohne weiteres auf saunaähnliche Temperaturen aufheizen kann. Ein wenig Trimmung schadet allerdings nicht will man einen Holzofen im Lavvo betreiben. Z.B. habe ich den Schlafsack und die Iso mit einer dünnen Wolldecke abgedeckt. Beides war sehr nahe am Ofen platziert und so kann dem SchlaSa der Funkenflug nichts anhaben. Selbige Funktion hat das Innenzelt, es soll primär das Außenzelt vor Funkenflug und Brandlöchern schützen.



    Die vielen frischen Lebensmittel und auch die Getränke waren in Beuteln gelagert welche zusätzlich mit Stroh ausgestopft waren. So waren meine Supplies sowohl vor der Kälte als auch vor der Strahlungswärme des Ofens geschützt und sie bleiben die Tage über frisch und genießbar. Am 2ten Abend gabs dann einen kulinarischen Eintopf mit gerösteten Maronen (Edelkastanien), Rosenkohl, etc. Wie üblich bei mir ist's eine Männerportion geworden.




    Nach der 2ten Nacht zeigte das Thermometer bereits +6°C an, was bedeutet dass der Schnee wohl auch die Nacht über abgetaut ist. Zudem gabs zwischendurch immer wieder kurze Regeneinlagen die der weißen Pracht nicht weniger zusetzten. Über den Tag verschwand die dichte Wolkendecke und es klarte nach und nach auf. Am Nachmittag liesen die böigen Winde spürbar nach und es stellte sich eine herrlich milde Winterstimmung ein. Wo viel Licht ist gibts allerdings auch Schattenseiten - zu meinem Leidwesen in Form von Schmelzwasser ...





    Das gute Wetter erlaubte allerdings auch Spaziergänge in die nähere Umgebung meines Zeltplatzes. Mir ist dann aufgefallen dass sich das kleine Bachbeet rasch füllt und mein Zeltplatz war ja nur einen Steinwurf vom Ufer entfernt. Habe dann beschlossen die Lage regelmäßig zu beobachten um gegebenfalls rasch evakuieren zu können.




    Regen- und Schmelzwasser sammelte sich nicht nur ums Lavvo, sondern auch im Innenbereich und jeder Fusstritt verursachte den typischen Sound denn man eigentlich gar nicht hören will. Ich hatte mein skandinavisches Tipi ausgerechnet auf einer alten Traktorspur aufgestellt welche sich nun als Schmelzwasserablauf entpuppte und für relativ unangenehme Verhältnisse sorgte. Ich hab zwar überschüssiges Stroh welches für meine Lebensmittel nicht weiter benötigt wurde eingestreut, dies hat jedoch die Sache keinesfalls beseitigen können. Hier sind z.B. Wechselsocken und ein Dry Rack Goldes Wert und feuchte Sachen sind dank Warmluft vom Holzofen auch wieder rasch getrocknet. Auch nachdem es komplett aufgehört hatte zu regnen entspannte sich die Lage entspannte nur sehr langsam.




    Naja was solls, man muss sich mit etwas Sinnvollem beschäftigen und ein ausgezeichnetes Mittel ist da z.B. etwas schmackhaftes zu kochen und was warmes zu trinken anzurühren ;-) So gabs dann die nächste Kanne Glühwein und einen weiteren Eintopf - der auf dem Foto war schon der 3te Kandidat.




    Das Bild unterhalb ist bei einem der Kontrollgänge zu Bach entstanden, Vollmondstimmung m. teilbeleuchtetem Tipi - Glamping in Reinkultur halt, schon beinahe kitschig ...



    Der 3te und letzte morgen startete so wie die anderen davor, nämlich mit Ofen anfeuern. Das Wetter hatte leider wieder auf 'natürliche Wintertrübung' umgeschaltet und das Föhnfenster hatte sich endgültig geschlossen - schade! Die Reste vom vorabendlichen Eintopf wurden aufgewärmt und eigentlich schmecken die alle am nächsten Tag beinahe noch um einen Tick besser als tags zuvor. Ich hab den Vormittag über im Lavvo die Zeit vertrödelt und dann am Nachmittag das Lavvo wieder abgebaut. Unter der Bodenplane kam eine ausgewachsene Pfütze zum Vorschein und ohne Zeltboden wäre so eine Aktion wohl beinahe unddurchführbar.




    Ich habe die 3 Tage + 3 Nächte trotz einiger widriger Umstände sehr genossen. Ist das richtige Entschleunigungsprogramm und man kann dem Altagsstress so richtig gut entfliehen, was sehr zu empfehlen ist! Nun bin ich mit Sachen säubern und trocknen beschäftigt, was wohl ähnlich lange in Anspruch nehmen wird.

    Die freien Tage wollte ich nicht ungenutzt verstreichen lassen und so hab ich den Rucksack gepackt um einen kleinen Overnighter anzugehen. Wetter sollte windig werden, kaum Niederschläge. Beim losgehen war es ausgesprochen mild, eigentlich wie im Frühling und die warme Witterung hat dem Schnee so richtig zugesetzt, was schade ist. Am späten Nachmittag hatte es angenehme +4°C und ich bin an ein paar schönen Felsen vorbeigekommen.




    Die Suche nach einem geeigneten Biwakplatz gestaltete sich dann schwieriger als angenommen. In den Senken wollte ich nicht bleiben wegen der kalten Luft und der dichten Bewaldung und auf den leichten Hängen waren kaum ebene Stellen zu finden. Hatte schlussendlich aber Glück und konnte mein Gapahuk Tarp auf einem trockenen und vor allem sehr ebenen Platz aufbauen. Sah irgendwie nach einer alten Wegtrasse aus ...




    Das Tarp stand im richtigen Moment, denn die Sonne war soeben hinter einem Hügel verschwunden und es wurde rasch dunkel. Ich begann das übliche Ritual mit Schnee schmelzen und Essenszubereitung. Da ich nur einen Trangia Sturmkocher dabei hatte ging das ganze eher gemächlich vor sich, der geräuschlose Betrieb des Spiritusbrenners war eine Wohltat, kein Vergleich zu den doch sehr lauten Benzinbrennern. Das Schmelzwasser war stark verunreinigt und wurde kurzerhand durch eine Bandana gefiltert.




    Ich musste nächstens mal raus, da hatte es gerade noch 0°C und der Wind hatte zwar bereits aufgefrischt, es war aber noch trocken. Am morgen gabs dann böige Winde die leichten Treibschnee mit sich führten und dieser landete dann auch prompt im vorderen Bereich des Tarps. Bodenplane u. Isomatte wurden nass, dem SchlaSa konnte dies zum Glück weniger anhaben, da der Bezugsstoff gut imprägniert ist. Ein Biwaksack wäre aber sicherlich nicht schlecht gewesen, der blieb aber im Rucki da es am Abend ja noch gute Bedingungen hatte.




    Ich habe mir ein kräftig gewürztes Nudelgericht bereitet und war doch angetan vom Windspiel dass die Baumkronen ins wanken brachte. Mein Tarp ist ein sogen. Gapahuk und diese Sonderkonstruktionen gibts in verschiedenen Varianten in Skandinavien. Charakteristisch sind die heruntergezogenen Seitenteile, so ist es auf 3 Seiten gut geschlossen und nur vorne großzügig offen. In Norwegen findet man z.B. zahlreiche Shelter aus Naturmaterialien die exakt so aufgebaut sind.




    Ich hab dann das Winterwetter noch etwas ausgenutzt und die Wettervorhersage hat abermals Tauwetter im Programm. In Österreich heißt der Spruch ja 'Tauwetter ist Sauwetter' und das braucht man eigentlich nicht auf Tour ...


    Bin wieder mal raus um outdoors eine ausgiebige Kochsession zu zelebrieren. Die Vorbereitungen starteten schon Tags davor, z.B. mit marinieren des Lammfleisches. Lagerfeuer habe ich direkt am Flußufer gestartet was sich aber mit feuchtem Zunder und grünem Holz als 'challenging' erwies ;-)



    Gestartet hab ich dann mit ein paar Appetithäpchen wie z.B. kleine Paprikas mit Kösefüllung im Speckmantel oder einfache Champingnons ebenfalls mit Käse.




    Das Lagerfeuer hat beständig geraucht wie bei einem Großbrand, ganz bensonders wenn mal wieder nachgelegt wurde.





    Dann gings an die Vorbereitung fürs Hauptgericht, ich hab mir eine Sour Sauce als Dip gemacht und ein paar Zutaten geschnibbelt.



    Anschließend das Lammfleisch angebraten und ab in den Döner damit ;-)




    Hat auf alle Fälle gemundet und ich hab wieder mal einen super bushcraftigen Nachmittag verbracht. Da ich wieder mal viel zu viel Fressalien mit raus nahm hatte ich etwas Mühe die Reste gut zu verstauen und wieder mitzunehmen und ich kam erst in der Dunkelheit zurück.


    Da schließ ich mich doch glatt und es würde mich sehr freuen wenn das Forum wieder durchstartet und sich hier mehr tut. Werde mich bemühen auch hier verstärkt was einzustellen damit die 'Wiederbelebung' auch gelingen mag ;-)

    Wintertouren sind bei mir üblicherweise 2-3 Tagestouren m. 1 bis max. 2 Übernachtungen. Tagesausflüge mit kurzen Wanderungen oder Spaziergängen zähle ich mal nicht als 'Tour' perse, sind aber meine häufigsten Winteraktivitäten.
    Ich schleppe meine Biwakausrüstung in einem großvolumigen Rucksack mit. Mit der Anschaffung eines Pulkaschlitten hadere ich etwas, auf Grund der schneearmen Winter ist die Einsatzmöglichkeit eines solchen Teiles eher beschränkt und es stellt sich die Kosten/Nutzenfrage für mich. Bin aber ab und an mit Schneeschuhen oder etwas breiteren Langlaufskieren unterwegs was die Fortbewegung im Schnee schon mal sehr vereinfacht.


    Neben einer Standardübernachtung in einem schneetauglichen Winterzelt hab ich aktuell folgendes auf meinem Radar:
    1/ Übernachtung in einer selbstgebauten Schneehöhle - hab ich schon lang nicht mehr gemacht da die Schneehöhe dies in den letzten Wintern kaum zulies, mal schauen obs diesen Winter genug Schnee hat
    2/ Hängemattenbiwak im Schnee - eher als Testlauf gedacht, da nicht meine bevorzugte Variante eines Winterbiwaks
    3/ Div. Kurztrips mit Langlaufskiern oder Schneeschuhen
    4/ ...