Eichenprozessionsspinner: Giftraupe breitet sich in Deutschland aus

  • Hallo zusammen!


    eben habe ich auf http://www.welt.de folgenden Artikel gelesen: http://www.welt.de/wissenschaf…utschland-rasant-aus.html


    Das liebe Tierchen war mir bis jetzt gar nicht bekannt. Aber ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass der eine oder andere damit zu tun bekommt. Offensichtlich sind die langen Härchen ab einem gewissen Stadium ziemlich giftig und man sollte aufpassen, damit nicht in Kontakt zu kommen.


    Hat schon mal jemand Nester (ebenfalls gefährlich weil noch Härchen drin sein können!) oder die Tiere selbst gefunden?



    Liebe Grüße,


    Westwood

  • In Brandenburg und Berlin gibt es schon ne ganze Menge Eichenprozessionsspinner, muss mal gucken ob ich von denen letztes Jahr n Bild gemacht habe. Allerdings befällt er nur Eichenbestände und damit ist man in den meisten Wäldern sicher. An den Wäldern die konkret betroffen sind stehen aber meist auch Schilder. Die Ausbreitung steht wohl im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung und das wird nicht das letzte unangenehme Tier sein was bei uns (wieder) heimisch wird...


    Einfach die Nester (sieht aus wie ein flaches Schwammgebilde am Eichenstamm) und die Raupen (Prozessionsspinner erkennt man daran, dass sie in großer Zahl hintereinander laufen - eine richtige Kette: Kopf an Hintern, usw.) meiden - also keinen Körperkontakt und auch nicht dran riechen, o.ä. - und gut ist. Aufpassen sollte man allerdings auf neugierige Kinder und Hunde, die sind da schnell mal dran und das kann hässlich werden, denn die feinen Haare verursachen so einiges von Wundreizungen .


    Es ist halt ein neues Problem mit dem man sich arrangieren muss, aber von Panikmache halte ich nicht so fürchterlich viel.


    Das Lernen einzelner, isolierter Bushcraftskills ist ähnlich wie das Anhäufen von unbenutzter Ausrüstung:
    ein recht kümmerlicher Ersatz für große Abenteuer...

  • Ich bin öfter in Wiesbaden unterwegs und dort kann man zur entsprechenden Zeit diese "Nester" beobachten.


    Das mit dem Feuerstahl würde ich mir schenken, denn die abgestoßenen Haare dringen sofort in die Lungen ein oder reizen die Haut. Ist wirklich keine schöne Sache. Diese Bereiche weden in der Stadt Wiesbaden sogar abgesperrt.


    Man muss schon genau hinschauen um sie zu entdecken (und das kann schon zu spät sein), also Augen auf bei Eichen.

    Wer mit den Wölfen heulen will, muss auch mit ihnen jagen!

  • In Australien sind meines Wissens Aga-Kröten das größere Problem, da sie wegen ihrer Gefräßigkeit und Giftigkeit die heimische Tierwelt bedrohen. Ochsenfrösche werden sicher bald eingebürgerter Teil unserer Tierwelt; verschiedene Beutegreifer und Greifvögel werden sie irgendwann als Beute annehmen und kurz halten, ebenso Wilderer (neeein, ich nicht), die sich die fetten Froschschenkel schmecken lassen werden. Heimische Tiere, vor allem Lurche, werden jedoch noch weiter zurückgedrängt werden; das wird nicht zu verhindern sein.


    Es gibt mehrere Prozessionsspinner-Arten, ich glaube zb den Kiefern-P. Man kann die Tiere also auch dort antreffen, wo keine Eichen wachsen.


    Generell sollte man haarigen Raupen nicht auf den Pelz rücken, neben den schon beschriebenen Symptomen kann es auch zum lebensbedrohlichen Schock kommen.


    Ich war letztens bei Berlin (nahe Großbeeren) im Wald unterwegs. Bei der Anfahrt fielen mir gelbe Prozessionsspinner-Warnschilder auf, die ich nicht weiter beachtete. Abends hatte ich "Halskratzen", dachte aber nicht mehr an die Spinner. Möglicherweise besteht ja ein Zusammenhang. Ich werde jetzt vorsorglich die letztens getragene Kleidung waschen.

  • Mogli es kann gut sein, dass du ein paar Haare des Eichenprozessionsspinners eingeatmet hast und deshalb das Kratzen im Hals hattest.
    Es reicht eigentlich schon aus, wenn man sich in der Nähe von den Prozessionspinnern aufhält, da die feinen Haare auch vom Wind weitergetragen werden und es dadurch nicht ausbleibt, dass diese eingeatmet werden.
    Gelangen diese Haare dann in die Atemwege, kann es zu Atembeschwerden bis hin zum Schock kommen, also echt Vorsicht mit den Viehchern!


    LG,
    Rauchquarz

  • Hm. Was passiert denn wenn man an so einem Nest seinen Feuerstahl ausprobiert? :unschuld

    Also wir haben die Viecher hier auch und wo auch immer wir sie Antreffen wewrden sie Zertrapelt, mit Insekten spray andgesprueht, oder, ja auch in einem Feuerchen regoested. Das mit dem "sofort zum Artz gehen" finde ich persoendlich etwas uebertrieben. Habe selbst Konakt mit so einem Viech gehabt, juckt sehr stark und verursacht eine Brandblasen aendliche Wunde geht aber nach einer Woche oder so wider von alleine weg.

    Wenn Du nicht für Deine Freiheit kämpfen willst, hast Du auch keine verdient.
    Folge nicht den Spuren Anderer, gehe Deinen eigenen Weg und hinterlasse Deine Spuren.

  • Fiese Tierchen kann ich blos sagen. Hab in den letzten Jahren Hautkontakt mit dem ein oder anderen Härchen gehabt mit dem Ergebniss: Eine schöne Schwellung der Haut. Damals war der erste Verdacht dass es ein Wespenstich sei aber mein Artzt hat mich dann eines bessern belehrt.

  • Hallo!


    Ich denke man sollte schon aufpassen, sich aber nicht von der Panikmache anstecken lassen. Sicherlich kann es durchaus gefährlich werden wenn man sich mit den Tierchen anlegt, aber das über die Ausbreitung diskutiert wird passiert in jedem Jahr... Vielleicht ist das ja so eine Art Startschuss für die Sommerlochsaison oder so ;). Im Prinzip wurde hier alles gesagt was wichtig ist:


    Achtet besonders auf Eichen (EICHENprozessionsspinner), es muss allerdings kein Garant dafür sein das ihr nicht mit den Viechern in Berührung kommt denn sie können vereinzelt auch "verirrt" an anderen Orten vor kommen!


    Berührt die Tiere nicht, weder mit den Händen noch sonstwie...


    Achtet auf Eure Kleidung wenn sich Wanderungen durch "kontaminiertes" Gebiet nicht vermeiden lassen (lange Hose, langes Hemd, Nacken und Hals schützen!


    Nehmt Symptomatiken wie Kratzen im Hals, Atembeschwerden oder Schmerz an betroffenen stellen ernst! Kontaktiert einen Arzt und (was wichtiger ist) verlässt beim Auftreten derartiger Symptome umgehend das Betroffene Gebiet!


    Achtet auf Kinder, Hunde und die Umgebung...


    Dann klappt's auch mit dem Eichenprozessionsspinner! Ich persönlich finde außerdem Zecken viel viel schlimmer... Und wiederlicher ^^


    Liebe Grüße


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    miteinander-füreinander


    Als ich den Schädel im Wald fand, rief ich zuerst die Polizei. Aber dann
    wurde ich neugierig. Ich hob ihn auf und fragte mich, was das für ein
    Mensch war und wieso er ein Hirschgeweih trug.


  • Bei uns im Landkreis wurde letztes Jahr sogar für paar Tage eine Schule gesperrt, da wirklich sehr sehr viele Kinder mit ominösem Halskratzen zu hause bleiben mussten.
    Es wurde auf einen stark, ansteckenden Infekt getippt...



    ...bis dann einige Nester gefunden wurden, die offenbar paar Mal über den Pausenhof geworfen wurden. Die feinen, abgerochenen Härchen in der Luft waren die eigentliche Ursache.


    Ansonten gibt es hier im MKK schon seit einigen Jahren bekannte, immer wieder befallene Bäume. Noch ist es so weit überschaubar, dass bei jeder Stelle ein Warnschild steht.

  • Mir fällt gerade auf, dass ich noch nie "in tiefer Wildnis" diese Gespinste bemerkt habe, aber schon einige male in oder sehr nah an Ortschaften/Städten. Ich weiß, dass manche Tiere auch die haarigen Raupen fressen, der Kuckuck z.B. Vielleicht dezimieren soche Fressfeinde die Raupen in der Wildnis ordentlich, und nur wo der Mesnch die Natur negativ beeinflusst, kommt es zu den besprochenen Problemen?


    Habt ihr in der "Wildnis" schon Gespinste in Büschen oder Raupen-Prozessionen bemerkt?

  • Habt ihr in der "Wildnis" schon Gespinste in Büschen oder Raupen-Prozessionen bemerkt?


    Jetzt wo du es ansprichst: nein, ich zumindest kenne diese Gespinste auch nur aus der Nähe von Ortschaften.
    Im Wald habe ich die noch nicht gesehen.

  • Ein paar mal hab ich sie bisher gesehen aber eher selten unabhängig von Wald oder Zivilisationsnähe.


    Da soll mans jetzt auch nicht übertreiben mit der Hysterie. Jedes Kind weiß, dass man haarige Raupen nicht anfasst und wers nicht weiß lernt durch Schmerz, dass ist immer noch die beste Art zu lernen.

  • In Frankreich am Atlantik auf der Höhe von Nantes steht bei mir im Garten eine große Kiefer. Bestimmt so 30 Jahre alt, sehr schön aber auch heißbegehrt bei der sog. 'Chenille processionaire', einem unscheinbarem Falter, dessen Raupen auch diese gefährlichen Härchen haben. Der sehr komplizierte Lebenszyklus dieser Raupe (im Boden, auf den Kieferspitzen etc.) sorgt dafür, dass man manchmal die Raupen als sog. "Kette", also eine hinter der anderen, so ca. 2 Meter lang, über den Boden kriechen. Sollte ich diese Tierchen sehen, ziehe ich mir Arbeitshandschuhe an, sammel die Raupen in eine Plastiktüte, verschließe diese und werfe sie in den Müll.....


    Verbrennen ist nicht gut, da die Härchen oben aus dem Kamin rauschen und dann irgendwo beim Nachbarn durchs offene Fenster segeln.


    Für unkundige Touris mit Hund sind Spaziergänge am Meer durch diese lichten Kiefernwälder gefährlich für am Boden schnuppernde Hundenasen, der Hund bekommt einen Schock, Schaumbildung vor dem Maul und nur eine sofortige Verabreichung von Cortison?? kann helfen.


    Der Gemeinde- oder Departmentwald wird aus Helikoptern besprüht, es handelt sich um einen biologischen Feind, ein Bakterium, das in der Raupe wirkt.


    Für meinen Baum kommt der Chopper nicht, ich zahle 70€ an die Gemeinde und ein 4X4 mit dem Fass auf der Pritsche schießt die Bakterien in den Baum. Über den Herbst/Winter kamen keine weissen Gespinste mehr, dieses Jahr bleibt der Baum grün....


    Das Wandern der Falter von Portugal/Spanien bis hoch Richtung Bretagne ist dem Klimawandel geschuldet, auf dem Weg nach Paris sieht man jedes Jahr, dass mehr Kilometer Richtung Norden 'erobert' werden.


    Des weiteren darf man auf 'meiner' Insel nur noch Immobilien verkaufen, die ein Attest über Termiten-Freiheit aufweisen können.


    Mals sehen, wann die Anophelesmücke aufschlägt......

  • Hab grad gestern in einem bericht gesehen die feinen haare sollen noch über einige Jahre ihre Reizwirkung behalten.
    Der bericht dazu war recht gut da wurde auch gezeigt wie die am Baum wandern und das in rauen mengen.
    Grüsse Walter

  • Habe eben im Fernsehen durch Zufall (es lief nur so nebenbei) einen Bericht über ein Dorf gesehen, die von dem Eichenprozessionsspinner befallen sind. Da geht keiner mehr raus - nur schnell ins Auto - Lüftung aus und weg. Die Reporterin war befallen trotz Schutzanzug und Mundschutz. Es sind wohl die häärchen, die da gefährlich sind - die brechen und werden durch die Luft weg getragen. Wir haben hier doch auch Eichen - ich habe zum Glück noch keine gesehen.

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner