"Bushcraft"-Fibel anno 1979

  • Kürzlich ist mir wieder ein selbst kleines zusammengeklebtes Heft in die Finger gefallen, welches ich 1979, im Alter von 15 Jahren als Fortsetzungsfolge zum Ausschneiden aus dem Comicheft "Zack" gesammelt habe.
    "ZACK" ist ein deutsches Jugend-Comic-Magazin, das von 1972 bis 1980 im Koralle-Verlag ... erschienen ist." (aus Wikipedia)



    Das Papier ist nach 33 Jahren schon ordentlich vergilbt und die Ränder des Heftchens sind vom Mitnehmen in diverse Jugendzeltlager ausgefranst. Leider habe ich das Deckblatt damals mit dicker Pappe umklebt, so dass ich heute den Originaltitel der Serie nicht mehr weiß. (Ich schaue mal, ob ich die entsprechenden Hefte von 1979 im ebay finde, dann hole ich sie mir vielleicht nochmal)


    Ich habe mir aber mal die Arbeit gemacht und das Heft für euch gescannt und hochgeladen. (Außer dem Kapitel über Fahrradtouren)


    https://picasaweb.google.com/1…uthuser=0&feat=directlink


    Damals gab es noch kein "Bushcraft, Survival, Outdoor" ect.; es waren "Abenteurer", die sich freiwillig durch die Wildnis schlugen und auch noch Mordsspaß dabei hatten!
    Sehr erstaunlich fand ich, dass viele der darin vorgestellten Wildnistechniken schon damals exakt die selben waren, die heute in jedem Basis-Wildniskurs zur Pflichtkür gehören. Da ich das Heft mindestens 25 Jahre nicht mehr in den Fingern hatte, sind mir viele Details daraus entfallen gewesen; umso erstaunter war ich nach dem Fund.



    Als ich vor ein paar Jahren wieder vermehrt in die Wälder zog, meinen ersten Wildniskurs machte und die Tom Brown jr. Bücher entdeckte, dachte ich eigentlich, dass Schutzhüttenbau, Feuerbohren ect., wie es mittlerweile auf der Szene schon fast standardisiert gelehrt wird, erst jüngst aus Amiland zu uns rüber kam. Aber hier steht es schon 1979 in deutsch beschrieben:





    Viel Spaß und Anregung bei der Lektüre!


    https://picasaweb.google.com/1…uthuser=0&feat=directlink


    Parzival

  • Hallo Parzival, danke fürs Einstellen :)


    Nun gut... Waldläufertechniken gibts ja nicht erst seit dem Survivalboom (dem 1. Ende der 80er und den zweiten seit Bear Grylls ^^) Pfadfinders lernen sowas seit Jahrzehnten und auch das deutsche Militär kennt diese Dinge spätestens seit WK 1. Was so Waldläuferunterkünfte angeht, da kann man sogar von den alten Westfälischen Köhlern lernen, die sich neben ihrem Meiler stehts eine primitive Köhlerhütte aus Naturmaterial gebaut haben.


    Was heute so oft effekthascherisch als "Elitenwissen" propagiert wird, ist oft ganz profanes und alltägliches Wissen gewesen. Nur dass man jetzt eben Geld damit verdienen kann ;)


    In dem Zusammenhang: Eins meiner Lieblingsbücher zum Thema ist auch ein Kinderbuch! Dort wird beschrieben wie man im Wald "professionelle Buden" und Baumhäuser baut, da kann man sich auch viele Ideen holen. Und mal ehrlich: Als ich damals im Wald meinen ersten "Shelter" gebaut hatte musste ich laut lachen.... denn mir wurde erst als es fertig war plötzlich klar, dass wir als kleine Kinder so etwas dauernd gemacht haben ohne groß drüber nachzudenken ^^


    Danke Dir für Deine Mühen :)

  • Der Rucksack auf der zeichnung scheint noch ein echter Fjäll Raven "Gyro" zu sein - und das Waldläuferbett könnte aus der "Überlisteten Wildnis" von Hans Otto Meisener stammen.... :o) - Tja, Tempus fugit.....

  • @ Parzival - Vielen, lieben Dank für die Mühe - super!
    @ Bushcraftranger - Jungspunt - ich hatte da schon ein VW Käfer - hahahha
    @ wildhog - das stimmt - genau so ist es, es gibt immer wieder Retro in allen Bereichen.
    @ Iring "Tempus fugit - amor manet."


    :tarp

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Ich finde es nicht Schlecht das auch schon Früher versucht wurde in Jugendzeitschriften den Judendlichen das Leben mit und in der Natur näher zu bringen. Nicht jeder Jugendliche war in Jugendorganisationen wie z.B. den Pfadfindern organisiert, so konnte man doch eine breite Masse erreichen. Sicherlich ist so der ein oder andere zu diesem Hobby gekommen.

  • Ach... was werden da Erinnerungen wach :)


    Ernsthaft? Mich brachten damals auch YPS-Hefte und auch das „Tick, Trick und Track Pfadfinderhandbuch“ auf meine ersten Erlebnisse mit den Dingen die sich heute Bushcraft nennen. Sehr vieles weiß ich tatsächlich noch aus der Zeit.
    Heute dürfte so etwas wohl kaum noch in irgendwelchen Jugendzeitschriften stehen... was für eine Entwicklung.


    Vielen Dank für's scannen.

  • Richtig gut :)! Gefällt mir sehr.


    Und ich bedanke mich sehr ,das jede Seite bei Picasaweb (oder so :>) reingestellt wurde :D !
    Sowas habe ich in der Micky Maus, also dem Micky Maus Magazin auch immer geliebt, als Kind!

    Dort wo starke Hirsche schreiten
    In den dunkelgrünen Weiten
    Wollen wir die Zeit verbringen
    Und für unsre Väter singen


    Nastrandir - Die Seelen der Ahnen

  • Gestern kam mein Zackheft Nr.16/1979 (26.Juli 79), was ich für 2 Euro ersteigert habe.
    Und jetzt weiß ich auch, wie diese Ausschneidserie hieß: schlicht "Ferienhandbuch" und sie hat mit Heft 12/79 begonnen.
    In jeder Ausgabe waren 8 Seiten der Folge, demnach ging es bis Heft 20.


    So sah das aus:



    Man hatte nach dem Ausschneiden vier Doppelseiten in DIN A 5, die gefaltet, ungefähr 12 cm hoch waren; d.h. das Heft gut in die Jackentasche passte.


    Parzival