Giersch (Aegopodum podagraria)

  • Bei Gärtner ist er leider nicht so beliebt, beim Wildkräuterfreund und Bushcrafter dafür umso mehr: der Giersch. Er wächst eigentlich überall und zum Großteil auch auf großen Flächen. Dabei ist auch der Giersch recht einfach erkennbar: am dreieckigen Stiel Stängel sitzen immer drei Blätter, daher wird er in manchen Gegenden auch "Dreiblatt" genannt. Man kann die jungen Blätter vor der Blüte roh als Salat essen oder auch kochen. Der Giersch enthält viel Vitamin C und Kalium (und wahrscheinlich ne Menge anderes gesundes Zeugs) und man kann ihn auch in der "Früjahrskur" verwenden, da der Giersch blutreinigende Eigenschaften besitzt. In der Klosterheilkunde wurde Giersch auch bei Gicht und Rheuma eingenommen.


    Da der Giersch keine giftigen Stoffe, dafür aber umso mehr Vitamine enthält, ist er eine willkommene "Survivor"-Pflanze, denn man kann sich wirklich dran satt futtern, zumal man ihn auch in großen Beständen antrifft.



    P4060046 von wildhog9910 auf Flickr

  • Ich kann den Giersch auch empfehlen: Köstlich und Vitaminreich, wirkt entschlackend. ABER: Roh kann er wegen des Eiweißstoffs Phasin zu Durchfällen führen. Ich habe das ausprobiert (junge Blätter vor der Blüte!) und hatte tatsächlich Magenkrämpfe und Durchfall - nach zwei Stunden war das vorbei, muss ich aber nicht noch mal haben. Offenbar geht es nicht allen so, denn man liest ja des öfteren, dass der Giersch roh verzehrt werden kann und auch verzehrt wird, aber hier und da findet sich auch ein Hinweis auf die möglichen Nebenwirkungen. Mehr als einen Esslöffel würde ich davon roh nicht essen: Also zumindest Vorsicht beim "satt futtern" ;) Ansonsten wie Spinat zu verarbeiten (z.B. mit Nudeln: Giersch in Butter anschwitzen, mit Sahne aufgießen, würzen, Nudeln rein, köstlich).

  • Janko: Danke für den Phasin-Hinweis, war mir unbekannt. Ich aß Giersch auch schon seeeehr oft roh, und hatte nie Probleme. Kann "dein" Problem vielleicht mit Gicht zu tun haben?


    Der mit Pflanzen Unerfahrene könnte Giersch mit Giftpflanzen verwechseln, zb mit Kälberkopf-Arten, Hundspetersielie, vielleicht gar mit tödlich giftigen Schierlingsarten. Der 3-eckige Blattstielquerschnitt ist zwar ein gutes Erkennungsmerkmal, man sollte sich aber mit solchen Merkmalen eingehend vertraut machen, hier lediglich davon zu lesen ist keine gute "Ausbildung".


    Ältere Blätter nutzt man eher als Gewürz, man kann sie auch durch Trocknen bevorraten. Die Knospen und Blüten schmecken roh oder gegart besser als das Kraut (+- Juni, August). Ausgereifte Früchte (ich weiß jetzt nicht wann die reif sind) sind ein interessantes , fast scharfes Gewürz, frisch oder getrocknet.