Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

  • Das Scharbockskraut ist eine recht einfach erkennbare Pflanze, die auch fast überall vorkommt. Der Name kommt vom alten Wort für Skorbut: "Scharbock". In früheren Zeiten wurde als Mittel gegen Skorbut Scharbockstee getrunken, da die Blätter sehr Vitamin C-haltig sind. Die Pflanze ist grundsätzlich essbar und man kann junge Blätter als Spinat kochen, der Rohverzehr ist nur bei ganz jungen Pflanzen zu empfehlen.


    ACHTUNG! Scharbockskraut enthält Alkaloide. Der Gehalt der Gifstoffe ist nur vor der Blüte gering, danach sollte man die Pflanze nicht mehr ohne weiteres essen, es gibt in verschiedenen Büchern unterschiedliche Angaben zur Giftigkeit, wer Zweifel hat lässt die Pflanze besser stehen. Bei empfindlichen Menschen kann der Verzehr zu Erbrechen und Durchfall führen.


    "Schwester Bernardine" (die Autorin eines meiner Kräuterbücher ^^) empfiehlt die Blätter zu trocknen oder zu erhitzen, dadurch verliere sich die Giftigkeit. Verwertbar sind auch die Wurzelknöllchen der Pflanze, damit habe ich jedoch keine Erfahrungen gemacht.



    P4060062 von wildhog9910 auf Flickr



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  • Als Nahrungsquelle sind aber die kleinen Kartoffeln die an der Wurzel wachsen viel wichtiger als das Grünzeugs. Man kann die ziemlich einfach ausgraben und einfach roh essen, dann schmecken die wie eine Mischung aus Rettich und Kartoffel oder kochen und so ne Art Brei draus basteln.

  • Mit Scharbockskraut habe ich keine eigenen Erfahrungen, möchte aber aus meinen persönlichen Unterlagen etwas beitragen:


    Der unerfahrene Sammler könnte das Kraut mit giftiger Haselwurz verwechseln, welche aber Blätter ohne gekerbten Rand hat.


    Die jungen Blätter (+- März, April) und die Blütenknospen (+- April) gibt man gehackt in Kräutermischungen, Salate, Soßen und alle Gerichte, die eine scharfe Würzung vertragen. Zur Bevorratung läßt man die Blätter 2-3 Tage in Salz ziehen, und legt sie dann in Essig oder Öl ein. Ebenso kann mit den roh nussig schmeckenden, stärkemehlhaltigen Wurzelknöllchen und den Blattachsel-Brutknöllchen verfahren werden, diese lassen sich aber auch zu Mehl verarbeiten.

  • Hier noch etwas, das mir eine ältere Dame erzählt hat, bei der ich an einer Kräuterwanderung teilnahm.


    Sie wurde als Vertiebenen-KInd nach dem Krieg zusammen mit ihrer Schwester über Jahre hinweg zum Sammeln von Scharbockskrautknöllchen geschickt. Die Kinder sammelten innerhalb einer (oder zwei?) Wochen Knöllchen in der Größenordnung von einem Zentner. Das und andere Wildpflanzen bildete einen ganz normalen Teil der Ernährung.


    Viele Grüße,


    Christof

  • mir ist bisher nur das bekannt, was auch bei wiki dazu steht:

    habe aber keine Literaturbelege dazu. die wären jedoch ganz nützlich, wenn gesagt wird, dass die Knollen+Bulbillen essbar sind.


    LG