Wenn einer eine Reise tut...

  • ... dann kann er was erleben. Alte Binsenweisheit, die sich für mich vorgestern erfüllte. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals anfange mit 35 an meinem Verstand zu zweifeln oder dass mich angeschlagene Gesundheit derart mental ausnocken könnte, aber der vor-gestrige Tag belehrte mich eines besseren. Es war trotzdem ein schöner Tag, aber was so alles in die Binsen gehen kann, soll mein Bericht mal beleuchten.


    Ich bin aktuell ja, durch ein herausgeschnittenes Atherom, das mich schon im Brigachtal nervte, recht immobil. Nach der OP vergangene Woche wagte ich mich vorgestern doch für ein paar Stunden in den Wald, um abzuschalten, da mich zuhause der Lagerkoller packte. Das wäre sicher anders wenn meine Kinder und meine Frau daheim wären, aber wenn man 9h alleine daheim ist, kommt der Moment, wo jede DVD geschaut, jedes Buch gelesen und jedes Spiel gespielt. Also ging es mit rückenschonenden Gepäck ins Freie.



    Wie üblich war mein Ziel der ehemalige TÜP Tennenlohe, mein Haus und Hofgebiet für kurze Touren. Vor allem war, sollte etwas mit meinem Verband schiefgehen, meine Frau in Reichweite. In der Nacht zuvor wurde der Kram gepackt, ich freute mich schon die Marmot Precip die mir hier im BCP empfohlen wurde auszuprobieren. In dieser Euphorie packte ich dann viele neue Stücke. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte...



    Es war war frisch, in schattigen Gebieten lag noch Raureif, aber die Sonne machte das wieder Wett. Es waren wenig Leute unterwegs und da ich ausnahmsweise nicht im Smock unterwegs war, wurde ich auch nicht wie das 9te Weltwunder angestarrt. Mein Ziel war ein kleiner Fleck am Ende der ehemaligen Panzerschiessbahn, wo kleine Feldblöcke mit Nadelbäumen Inseln im Heidekraut und Gras bilden, ein ambientiges Lagerplätzchen mit schönem Kleinklima.



    Der erste Gedanke nach erreichen des Lagerplatzes war "Frühstück! KAFFEE!". Und hier ging es los. Es musste ja der neue Esbitkocher mit. Ich ätte vielleicht(!) die Streichhölzer testen sollen, denn die waren unter aller Sau. "Naja, kein Problem, im Smock ist ja das Gasfeuer... MOOMENT! CRRRRAAAP...".
    Ja, das Gasfeuerzeug war da, wo es sein sollte: Im Smock. Daheim. In Fürth... Die Alkopads wären eine Alternative gewesen, aber aus Bequemlichkeit Verbandszeug opfern erschien mir dumm. Also Birkenrinde sammeln und Esbit anheizen.



    Nach dem Kaffe wurde die Hängematte aufgespannt, und die Welt war wieder in Ordnung. Ich hab ein wenig in meinem Outdoor-Tagebuch geschrieben, ein paar Bilder gemacht und meinen Kafee getrunken und Kekse gemümmelt. Dann kam mir der Gedanke, ich könnte doch einen 10:30h Snack einlegen. Nudelsuppe z.B. Und dann wollte ich meinen Löffel holen. Aus dem ...
    ... Smock. *zensiert*
    Jup, ich hatte an alles gedacht, nur nicht an den Löffel. Was tun sprach Zeus, die Götter sind besoffen? Also wurde das Beil ausgepackt, ein Stück totes Laubholz gesucht und mit Axt und Leatherman ein Löffel geschnitzt. Als der fertig war, war dann auch Mittag...






    Nach einer Nudelsuppe und etwas Tee machte sich der echte Hunger breit. Daher wurde der Hobo ausgepackt, Tannenzapfen gesammelt und angeheizt. Lokalpatriot der ich doch bin, gab es Nürnberger Bratwürstel mit Beiagen, aus der Pfanne. Etwas trocken, da der Brew Kit, in dem auch etwas Ketchup war, sich natürlich WO befand? Richtig: Im Smock! Halleluja, 4türig mit Blaulicht! Trotzdem wurde es ein recht leckeres Mittagmal!



    Danach ging es auf ne kleine Runde auf den Kugelfang, meine Freunde mit den 4-5 Beinen besuchen, und ein wenig Gearbilder machen. Meine Frau hatte mir uus Stoffresten ein kleines IFAK genäht und auch mein RAT bekam etwas "Screentime". Danach ging es zurück zu Hängematte, Tee und Obst!






    Danach machte ich mich auf den Heimweg, es wollten ja auch Kinder aus der KiTa geholt werden. Kurz vor dem Parkplatz entdeckte ich noch eine Laubhütte am Wegesrand, dem Kreuz am First nach zu vermuten von den christlichen Pfadfindern Erlangen. Ich hinterlies einen kleinen, wasserfesten Zettel mit einem kleinen Lob zur Hütte, und machte mich auf den finalen heimweg, wo mir meine Frau schon entgegen kam.




    Ich hoffe, der kleine Ausflug und die Bilder haben euch gefallen!



  • Die Bilder sind toll ^^ Nur, inwiefern wurdest du jetzt mental ausgenockt?
    Weil du deinen Smock vergessen hast? Ich sehe da leider keinen Zusammenhang zwischen deiner vergangenen Operation und dem Ausflug :schäm
    Aber liegt bestimmt wieder an mir :x. Trotzdem sehr schöne Bilder und geniale Tour, mache ich auch oft, um einfach mal dem Alltag zu entfliehen :).

    Dort wo starke Hirsche schreiten
    In den dunkelgrünen Weiten
    Wollen wir die Zeit verbringen
    Und für unsre Väter singen


    Nastrandir - Die Seelen der Ahnen

  • @Slax- ja da habe ich auch als drauf gewartet - zum Glück ist nichts schlimmes passiert.
    @ Grimmbold - schöner Bericht - Bericht macht Lust rauszugehen - Super. :hobo
    Gute Besserung :daumen

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Du hast frische Luft gesnuppert, draussen gegessen und noch warm auch, deine Hängematte benutzt und bist nicht verregnet...


    UND du hast alles geschaft OHNE dein Smock und seine kleinen Schätzen....


    Völlig gelungener Ausflug würde ich sagen. :daumen

  • Schöner Berihct Grimmbold!
    Das Plätzchen sieht richtig idyllisch aus!

    Tamara Winkler *27.9.1993 +20.1.2012


    Tammi,ich werde dich nie vergessen!


    Der,der mit dem Kopf löcher in den Boden schlägt ;)

  • Ja, an sowas in der Richtung habe ich dann auch gedacht.
    Aber wie Ron schon sagte, ich finde das gelungen :D.
    Ungewolltes Training könnte man meinen.

    Dort wo starke Hirsche schreiten
    In den dunkelgrünen Weiten
    Wollen wir die Zeit verbringen
    Und für unsre Väter singen


    Nastrandir - Die Seelen der Ahnen

  • Danke für den schönen Bericht,da ich zur Zeit gesundheitlich sehr angeschlagen bin , finde ich es gut das Leidensgenossen gibt die sich trotzdem daran erfreunen können wenn sie draußen sind und ein bisschen was machen können.
    Gute Besserung Grimmbold.

    "Wenn man die Natur wahrhaft liebt, so findet man es überall schön.


    Vincent Willem van Gogh