Grünholzarmbrust

  • Nach dem Grünholzbogen kommt mir gerade ne neue Idee, nämlich die Grünholzarmbrust.


    Über den Sinn solch einer Gerätschaft kann man sicher diskutieren und auch darüber ob es soviel Mühe wert ist für ein Gerät was nicht lange halten wird.


    Skeptisch bin ich im allgemeinen ob ein grünes Holz diese Belastung aushält die weit stärker als bei einem Bogen ist. Nach meiner Erfahrung mit Bögen dürfte das n Problem werden.


    Aber ich denke man sollte es mal ausprobieren. Was haltet ihr davon, soll ichs mal versuchen?
    Dann wüsste man wenigstens ob es sich lohnt so etwas nach zu machen und zu verfeinern oder ob das totaler Crap ist.


    edit: Es soll dabei natürlich um eine gehen, die im Wald mit den einfachen Mitteln, Messer, Beil, Raspel, Schnur gebaut wird.

  • Selbst wenn ich Eibenholz bekommen würde, würde ich es ganz bestimmt nicht für so ein Experiment verschludern.


    Wächst genug anderes Zeug herum, das man benutzen kann.
    Am ehesten würde ich für sowas Eberesche oder Hartriegel nehmen.


    Mach mir jetzt n paar Pläne. Da ich eh Semesterferien hab kann ich meine Zeit ja auch sinnvoll verschwenden.

  • Mein Gedankengang :


    Nirgenwo ist zu lesen, sehen, was auch immer, dass eine Armbrust bei Naturvölkern genutzt wird.
    Warscheinlich zu aufwendig, zu uneffizient, kurz um, es wird nicht richtig funktionieren.
    Abzug, Bogen und Bogenspanner wird das Hauptproblem werden.
    Rein aus Holz zu fertigen wird ein aufwendiges Spielzeug, dass vielleicht ein paar Schüsse hält.


    Ich würde das Projekt nicht starten.

  • Mein Gedankengang :


    Nirgenwo ist zu lesen, sehen, was auch immer, dass eine Armbrust bei Naturvölkern genutzt wird.
    Warscheinlich zu aufwendig, zu uneffizient, kurz um, es wird nicht richtig funktionieren.
    Abzug, Bogen und Bogenspanner wird das Hauptproblem werden.
    Rein aus Holz zu fertigen wird ein aufwendiges Spielzeug, dass vielleicht ein paar Schüsse hält.


    Ich würde das Projekt nicht starten.


    Das ist nicht richtig.
    Völker in Südchina, Vietnam etc. verwenden leichte Armbrüste für die Jagd im Dschungel.


    Der Abzug ist denk ich das einzige was etwas schwerer herzustellen sein dürfte.

  • An Armbrust hab ich seit dem Bogenschießen beim Frühjahrstreffen auch schon mal gedacht.


    So vor ungefähr 35 Jahren hab ich mir mal ne Pistole für Gummiringe gebaut. Den "Abzug" hatte ich wie in der Skizze gebastelt. Durch die Spannung des Munitionsgummis hat der gehalten. Vielleicht geht ja für die Armbrust was ähnliches?



    Lieben Gruß,


    Steph

  • Tolle Anleitung und Information, diese PDF! Dann hab ich das damals als Bub ja gar nicht mal soo falsch gemacht... :)


    Warum übrigens muss der Bogen aus biegsamen Holz sein und die ganze Spannkraft liefern? Wir haben doch ggf eher mal irgendwelche Spanngummis usw. dabei. Kann man daraus nix kombinieren?


    So ein oder auch zwei stabile Zeltspanngummis z.B. oben und unten an einen einfach nur krummen, also bogenförmigen Ast und mit Paracord als Sehne verbunden. Das muss doch auch ne gewisse Spannung geben. Wäre jedenfalls ganz easy mit "Bordmitteln" zu bauen.


    Ich glaub, da werde ich auch mal ein bisschen basteln gehn...



    Liebe Grüße,


    Steph


  • Die ersten Armbrüste auf dem europäischen Kontinent waren die griechischen Gestraphetoi und die waren mit Holz oder Kompositbögen hergestellt.


    Der Link ist sehr gut, so eine Anleitung habe ich hier auch irgendwo nur sind diese Abzugmechanismen alle was für die Werkstatt und nicht für eine im Wald gebaute Armbrust.
    Es muss einfacher gehen. Mal sehen was ich mir einfallen lasse.

  • Für draußen im Wald wüsste ich was:


    Da müssen als "Abzug" zwei kleine Stöckchen an den "Lauf", die in der Mitte etwas mit dem Messer tailliert werden und beweglich mit Schnur seitlich an den "Lauf" gebunden werden. Das erste Stöckchen steht senkrecht und hält selbst die Sehne, das zweite Stöckchen liegt quer und arretiert das erste Stöckchen. Genau wie bei einer Wildfalle! Nur dass nicht das Wild die Falle auslöst, sondern der Schütze.


    Lieben Gruß,


    Westwood

  • hi, mein bruder und ich haben als jung mit 12 ode so mit soetwas geschossen, ca 20m und relativ sehr zielgenau. man nehme 1x holzlatte ca. 50cm. 1x dicker einweck gummi ( rot mit dickem nippel dran ) 4x papp nagel ( ca 2-3cm lang und grosser kopf ) 1x waescheklammer (muss aber stark vom verschluss sein) und pfeile fuer pistolen armbrueste. so nun zur bauanleitung: latte in die hand nehmen, den gumminippel an der vorderseite mit dem pappnagel befestigen, gummi auf spannung nach hinten ziehen so das der gummi links und rechts an der latte entlang laeuft bis er gut gespannt ist, dann probieren ob eure waescheklammer in noch halten kann (desto fester der druck der klammer, desto weiter koennt ihr spannen) dann die klammer mit einem weiteren pappnagel von vorne fixieren, hinten und seitlich. pfeil rein und abdruecken.

  • Den Abzug wirklich seitlich? Ich könnte mir denken das Du da gewaltige Probleme bekommst weil die Sehne schräg auf den Pfeil trifft. Da verreist es den ganz leicht. Bei meiner Compoundarmbrust habe ich sogar zwei Markierungen auf der Sehne in deren Mitte der Pfeil liegen muss damit es nichts verreist. Und da ist der Pfeil ja quasi schon eingenockt. Bei einer "primitiven" Armbrust ist es ja normalerweise so das der Abzugsbügel die Sehne erst einmal aus einer Vertiefung herausdrückt und sie dann mit dem Pfeil erst in Berührung kommt. Wenn die jetzt also auch noch schräg auf den Pfeil auftrifft, hmm, ich glaube das wird nicht gut. Überdenke das nochmal.


    Möglichkeit des seitlichen Abzugs: Auf jeden Fall zwei sich absolut paralell bewegende Teile links und rechts vom Schaft die die Sehne auslösen.

  • hi, war wohl nicht gruendlich genug erklaert. ich meinte das die waescheklammer oben auf der flachen seite der holz latte befestigt werden muss mit den papp naegeln. einer von vorn, direkt vor die waescheklammer, so das der kopf des nagels die untere klammer haelt und einen papp nagel direkt hinter der waescheklammer, so das der kopf des nagels wiederum die klammer haelt und ein nagel links mittig und ein nagel rechts mittig. die waescheklammer muss so befestigt werden das sie nicht wackelt und das man durch druecken auf die obere klammer den schuss ausloest. also so: 50cm latte 1x einweckgummi diesen mit der lasche vorn an der stirnseite mittig mit einem papp nagel befestigen, waescheklammer muss aufrecht, nicht flach liegend breit, sondern flach liegend schmal auf der latte befestigt werden also so das man durch einfaches druecken auf die waescheklammer den schuss ausloesst. vor dem befestigen der waescheklammer den zug messen. wie weit sie den gummi haelt, dann festmachen. gummi wird seitlich nach hinten

  • gezogen, also rechts und links, dann einhaengen in die waescheklammer pfeil rein zielen und fertig. ACHTUNG um seine hand zu schuetzen empfehle ich unter der latte einen alten griff der evtl. noch von omas kuechenschrank oder etwas in der richtung stammt anzubringen, haubsache ihr haltet die latte nicht so das ihr ueber den gummi greift. und das teil hat gut power fuer das bisschen gummi. diese art armbrust haelt mindestens 50 schuss und ist kein spielzeug!!! also vorsicht da keine sicherung eingebaut ist kann sich der schuss jederzeit loesen. armbrust wurde immer nur mit dart pfeilen abgeschossen wegen der 4 fluegel, da kann der gummi super greifen. falls fragen, bitte melden.

  • warum in die Ferne schweifen ?


    :schlaubi mein Senf dazu:


    Die Holzspanten aus Lattenrosten können, in beide Richtungen, ne Menge Spannung bringen! Der Abzug muss mittig sitzen unf die Sehnenhalterung von oben gegen herausgleiten in diese Richtung gesichert sein. Die obige Zeichnung des Abzugs halte ich für durchaus brauchbar.


    ABER
    Grundsätzlich halte ich das ganze eher für ein Spassteil und stimme Howie zu, sorry. Trotzdem viel Freude am werkeln und lasst die Ergebnisse mal sehen (auch wenn sich mir der Outdoorhintergrund noch nicht gänzlich erschließt :unschuld )


    Gruß Travelmad

    "Member of OutdoorFrankenCrew"


    - see it - learn it - teach it

  • Es geht hier eher darum, ob man draußen, mit bushcraft-Mitteln, eine Armbrust zu bauen kann...


    Ich denke, die Idee mit Zeltspanngummis, Gummikordel aus dem Jackensaum etc (hat man ja eher dabei als ein Lattenrost) eine Art Harpune zu bauen, wird besser klappen als eine Armbrust mit hölzernen Wurfarmen.


    Lieben Gruß,


    Westwood

  • achso...


    Naja, mein Tip ging auch eher an die Bastler. Ein Gummizugharpunenteil dürfte so ineffizient werden dass sich die Arbeit nicht lohnt.


    :zunte Wenn ich die Flugkurve eines starken (60 Ibs) Compound betrachte und dazu noch die Leichtikeit des geworfenen Pfeils rekapituliere, dann sehe ich da echte Probleme aufkommen.


    Aber, bewegt den den Stein und lasst uns teilhaben... :winken


    Gruß Travelmad

    "Member of OutdoorFrankenCrew"


    - see it - learn it - teach it

  • Ewig um den heißen brei reden bringt nur bis zu einem bestimmten Punkt etwas, also zog ich heute aus um es einfach mal auszuprobieren.


    Nachdem ich das hier gelesen hatte wollte ich zuerst auch versuchen diese Vietkongarmbrust nachzubauen:
    http://bushcraftusa.com/forum/showthread.php?t=56167


    http://bushcraftusa.com/forum/showthread.php?t=60769


    Ich entschuldige mich im vornhinein für die schlechten Fotos, das Licht war schon recht dämmrig und ich hatte nur die schlechte Kamere.


    Nachdem ich einen geigneten Haselstecken gefunden hatte sägte ich ihn ab und suchte mir eine Stelle wo ich schön ungestört war.



    Hier sieht man welches Werkzeug ich benutzte und den Stecken im Ausgangszustand. Die Rapsel hab ich eigentlich nicht gebraucht nur an ein zwei Stellen war sie nützlich.


    Als erstes zersägte ich den Ast ein weiteres mal um den Bogen und die Halterung zu bekommen. Der dickere Teile wurde die Halterung und der dünnere der Bogen.


    Den Bogen richtete ich mit dem Beil grob her. Das Herstellen des Bogens ansich war für mich durch meine bisherige Erfahrung das einfachste an der ganzen Sache



    In diese Kerbe an der Spitze der Halterung soll nachher der Bogen kommen.



    Da ich ja zuerst die Armbrust mit T-Auslöser herstellen wollte stellte ich also die Vertiefung her.



    Dann bohrte ich mit dem Messer das Loch für den späteren Auslöser. Nicht ganz so der Knaller. Das Bohren stellte sich als schwerer heraus als gedacht. zumindest Hasel fasert übelst rum. Wärend ich so bohrte kam mir ne andere Idee.
    Warum nicht die Biegsamkeit des Holzes, welche ja schon den Bogen hervorbringt nicht auch für den Auslöser nutzen?



    Also Plan-B. Ich sucht mir ein Ästlein (Vogelkirsche war es glaub ich), mit einem natürlichen Haken, schnitzte das ganze noch schnell passend und band es mit Schnur fest.



    Die Mitte des Bogen wir in Form gebracht und an die Einkerbung an der Halterung festgebunden.


    Dann die Schnur angebracht. Zuerst hat das System noch nicht ganz fuktioniert. Ich musste den Haken noch ein bischen verändern.



    Ich war ja ehrlichgesagt Skeptisch ob mein Erfindung funktioniert, aber sie tut es. Hab einen notdürftigen Bolzen gemacht und draufgelegt. Klappt auch.


    Leider wurds dunkel und ich musste aufhören. Für nächstes mal sind einige Verbesserungen zu machen, aber das wichtigste ist erstmal zu wissen das es funktioniert.

  • Moin AJ, super Beitrag! Da hast Du Dir ja echt Gedanken gemacht :daumen


    Diese Technik könnte man ja theoretisch auch im Fallenbau verwenden, ist die Durchschlagskraft in etwa mit dem Grünholzbogen vergleichbar den Du in der Schweiz geschnitzt hast, oder muss man da noch mehr Abstriche machen wegen des kürzeren Bogens?


    Na jedenfalls weißt Du ja jetzt (und wir ^^) dass es klappt, perfekt :daumen