"Pflanzliche Notnahrung" von Johannes Vogel

  • Ja, hab meins gerade heute Morgen auch beim Buchhändler meines Vertrauens abgeholt. Wenn das Buch so Gut ist wie seine letzten beiden so wird das Lesen eine Wonne.

  • Lieferschwierigkeiten ?!


    Kann ich nicht Bestätigen ! Ich hab das Buch Gestern nach der Arbeit (ca. 15:30 Uhr) im Buchladen bestellt und es war heute Morgen (ca. 09:45 Uhr) da !


    Das ging sehr Schnell und von Lieferschwierigkeiten keine Anzeichen.

  • Und wie ists?


    lernt man wirklich was neues, oder sinds die üblichen verdächtigen?

    Würd mich auch interessieren.
    Zumal ist es wohl schwierig einen brauchbaren, fundierten Bestimmungsschlüssel ( für eine breite Zahl an Gewächsen) und den restlichen, üblichen Survival-Kram in einem TaschenBuch zu vereinen.
    Wie wurde das gelöst? Welcher Aspekt steht da in Vordergrund? Eher die Verarbeitung/Zubereitung?
    Ich bin da ja da eher skeptisch was solche Universal-Feld-Bibeln (vor allem wenn der Punkt Planzenbestimmung miteinbezogen wird) von selbsternannten Gurus betrifft..
    ..aber belehrt mich eines besseren...

  • Würd mich auch interessieren.
    Zumal ist es wohl schwierig einen brauchbaren, fundierten Bestimmungsschlüssel ( für eine breite Zahl an Gewächsen) und den restlichen, üblichen Survival-Kram in einem TaschenBuch zu vereinen.
    Wie wurde das gelöst? Welcher Aspekt steht da in Vordergrund? Eher die Verarbeitung/Zubereitung?
    Ich bin da ja da eher skeptisch was solche Universal-Feld-Bibeln (vor allem wenn der Punkt Planzenbestimmung miteinbezogen wird) von selbsternannten Gurus betrifft..
    ..aber belehrt mich eines besseren...


    Nachdem ich Johannes Vogel persönlich kennen gelernt hab ist mein Eindruck zwar dass er ein bischen Besserwisserisch ist, aber nix von einem Guru hat, will heißen hört auch anderen zu und gibt nicht das Obergenie.


  • Nachdem ich Johannes Vogel persönlich kennen gelernt hab ist mein Eindruck zwar dass er ein bischen Besserwisserisch ist, aber nix von einem Guru hat, will heißen hört auch anderen zu und gibt nicht das Obergenie.

    Gut zu wissen. Da ich IRL keinen Survivalexperten kennengelernt habe, bezog sich meine Annahme auf diverse online-Forenauftritte
    ebenjener, welche ich mitunter als fragwürdig einstufen würde.
    Ich spreche allerdings niemanden hier die Kompetenz ab.
    Seis drum, bin auf ein erstes Review des Werkes gespannt.

  • So! Spät aber doch hab ich am Dienstag mein Büchlein doch noch erhalten. Und weil ich n alter Streber bin, hab ichs gleich mal aufgesaugt.
    Also:
    Von allen Bushcraft/Survivalbüchern die ich bisher gelesen habe, ist dieses sicherlich das komplexeste. Aber was will man bei dem Thema und dem Autor auch erwarten ;-)
    Für alle, die sich ein einfaches Bestimmungsbuch erwarten..... nö... ist es nicht. Da gibt ja auch bereits unzählige.
    Für alle, die sich ein Outdoorkochbuch nach dem Motto man nehme erwarten...nö...ist es auch nicht.
    Tja was ist es nun???


    Meiner Meinung nach ist dem Herrn Vogel etwas ganz außerordentliches geglückt. Nämlich die biologische Taxonomie der Botanik auf allgemeinverständliches Deutsch herunterzubrechen. Er versucht dem bushcraftinteressiertem Laien klare Regeln mitzugeben, um weltweit Pflanzen(auch unbekannte) nach den Kriterien essbar/giftig einzuteilen.


    Dabei geht er nach folgenden Schritten vor:
    -mal klären was man grundätzlich für die Ernährung braucht
    -botanische Grundbegriffe erklären sowie die wichtigsten Inhaltsstoffe und ihre Bedeutung
    -die wichtigsten essbaren und giftigen Familien/Gattungen weltweit vorstellen, Ähnlichkeiten und Unterschiede herausarbeiten...
    dies ist grob die erste Hälfte des Buches ~ 120 Seiten


    Danach geht er ins Detail und erklärt erst mal die seiner Meinung nach wichtigsten 12 Gattungen. Von den Brennesseln über die Rosen bis hin zu den Wegerichen. Eben Pflanzen die weltweit vorkommen und relativ leicht zu identifizieren sind.
    Dann kommt ein Kapitel zu bei uns heimischen "nahrhaften" Pflanzen. Hier versucht er nun wirklich einzelne Arten exakt zu erklären. Vom Bärlauch, div. Disteln, Wegwarte... bis hin zum Weinberglauch.
    Ein weiteres Kapitel widmet er den "nutzbaren" Pflanzen. Damit sind Pflanzen gemeint, die nicht nur essbar sind, sondern darüber hinaus auch einen medizinischen oder sonstigen Nutzen haben. Die Beispiele reichen hier von Baldrian über Dost bis hin zum Rainfarn zur Insektenabwehr.
    Bei all diesen Kapiteln sind nicht nur die Pflanzen in Wort und Bild sehr gut erklärt, sondern es wird jeweils auch auf mögliche Verwechslungen hingewiesen sowie auf die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale. Des weiteren wird bei jeder Pflanze exakt erklärt welchen Pflanzenteil man wann, wie zubereitet gebrauchen/essen kann.


    Zum Schluss wird noch einmal auf die verschiedenen Zubereitungstechniken(auslaugen, rösten, trocknen,...) eingegangen. Ganz am Ende gibts noch ein kleines Kapitelchen zum Thema Behelfe: vom Grabstock über die Mahlrinne bis hin zum Baumfruchtpflücker;-)


    Meiner Meinung nach ein must have für jeden der wirklich versucht sich von der Natur zu ernähren(wenn auch nur teilweise). Gezwungernermaßen komplizierter als tierische Notnahrung. Aber es ist halt nun mal schwerer eine ungiftige Pflanze zu erkennen als ein ungiftiges Säugetier. :schlaubi


    Ich finde es ist ein wunderbares Nachschlagewerk und für mich Ausgangspunkt um mich tiefer mit dieser Materie zu beschäftigen.
    Viel Spaß beim Lesen.

  • Ich hab das Buch nun zum ersten Mal durchgelesen um mir einen Eindruck zu verschaffen. Ich sage bewusst "zum ersten mal durchlesen" denn es ist kein Buch welches man liest und anschließend ist man Pflanzenexperte (okay, welches Buch kann diesen Anspruch auch schon erheben^^)


    Der Autor selbst schreibt im Vorfeld, dass dieses Buch für die Praxis geschrieben wurde und man tut gut daran, es wirklich über einen längeren Zeitraum "mit raus zu nehmen". "Pflanzliche Notnahrung" ist kein Bestimmungsbuch oder ein Aufzählungsbuch nach dem Motto: "Wenn Du in Not gerätst iss folgende Pflanzen". Es geht nicht in erster Linie darum bestimmte Pflanzen zu erlernen, sondern es ist sehr viel allumfassender. Joe Vogel beschreibt viel Theorie rund um den Aufbau von Pflanzen, deren Familien und Unterarten.


    Es soll ein Leitfaden sein, sich auch anhand von Merkmalen unbekannter Pflanzen eine "Vewertbarkeit und Essbarkeit" zu erkennen. Man merkt den pragmatischen Ansatz beim Lesen sehr schnell, es ist kein Buch für "Naturheilkundler", das ist dem Hintergrund des Autors geschuldet: Er ist als Biologe eben Wissenschaftler. Mit Fachbegriffen geht Joe dennoch recht sparsam um, um auch "botanischen Laien" ein verständliches Werk zu bieten. Ganz ohne Theorie kommt man freilich bei den Pflanzen nicht aus, aber es hält sich in Grenzen und man muss kein Lateiner sein um das Buch zu verstehen.


    Viele essbare Pflanzen (bzw. essbare Verwandte größerer Familien) werden bewusst ausgeklammert, wenn es sich nur um einige wenige essbare Pflanzen von weitgehend giftigen Pflanzenfamilien handelt. Wer tiefer in die Materie eindringt, der wird jedoch auch diese eindeutig bestimmen können. Wichtig und hilfreich sind zahlreiche Aufzählungen von merkmalen von giftigen oder auch tödlich giftigen Pflanzen. Im Umkehrschluss wird jedoch auch mit Vorurteilen aufgeräumt, was die Verwertung von allgemein als eigentlich "ungenießbaren" oder "giftigen" Pflanzen angeht. (Beispiel: Wenn Maiglöckchen so brutal giftig wären wie gemeinhin angenommen, dann dürfte der eine oder andere Bärlauchpestomacher bereits unter der Erde liegen ;))


    Mein Fazit: Das Buch ist insgesamt recht anschaulich und logisch aufgebaut und man kann es flüssig lesen. Es eignet sich hervorragend um tiefer in die Materie einzudringen und man lernt viele allgemeine Merkmale und kann sich so einer Pflanze annähern ohne sie beim Namen zu kennen. Ein Bestimmungsbuch und vor allem das Ausprobieren und testen ersetzt "Pflanzliche Notnahrung" nicht. Für mich ist es eine glasklare Kaufempfehlung, auch wenn es mir manchmal zu nüchtern wissenschaftlich ist (ich bin Sternzeichen Fische ^^)

  • Es fällt mir schwer etwas zum Buch zu schreiben das ganze ist ziemlich komplex.
    Deshalb nur grob beschrieben.


    Es bietet


    Grundlegendes wissen über Pflanzen.
    Ein System zur Minimierung des Risikos bei der Ernährung mit unbekannten
    Pflanzen.

    Eine Auswahl an Pflanzen die weltweit vorkommen die einem auch ernähren und
    wie sie zum teil aufbereitet werden müssen um geniessbar zu sein.

    Pflanzen die einem bei Krankheit oder bei Verletzung unterstützen.
    Viele interessante Informationen im zusammenhang mit der Wildpflanzen Ernährung.


    Wie Survival mit dem Messer die Technische Grundlage zum überleben
    in der Natur ist
    ist Pflanzliche Notnahrung die Ernährungs Grundlage.


    Klare Kauf Empfehlung.




  • Ich arbeite das Buch auch gerade durch und muß sagen... es ist anspruchsvoll.
    Aber Joe schreibt auch ganz klar im Vorwort, daß es ein Arbeitsbuch ist, daß es einen völlig neuen Ansatz bietet. Und das stimmt auch. Bestimmungsbücher gibt es Zuhauf, aber eine Einführung in die Botanik für Laien und vor allem mit der Grundidee, in Überlebenssituationen eßbare Pflanzen (sogar weltweit) bestimmen zu können ist absolut neu und von daher allein verdient das Werk und freilich der Autor Respekt.
    Das Buch ist ziemlich gut und logisch aufgebaut obgleich ich es dennoch nicht als leicht lesbar empfinde. Es verlangt dem Leser ein recht hohes Maß an Aufmerksamkeit und Konzentration ab – aber das ist auch gut so denn gerade das Thema eßbare Wildpflanzen kann nicht mal eben so in den Raum geworfen werden.
    Man merkt auch, daß Joe durch sein erst kürzlich abgeschlossenes Studium voll im Thema steckt und daß er wirklich etwas ver-mitt-eln will. Dieses Buch ist etwas für Leute, die sich wirklich interessieren und tief einsteigen möchten. Mal eben schnell was abgreifen ist hier nicht und so wird das Buch auch zu einem Fach-Werk. Joe hat nicht nur mit Fachwissen, sondern auch mit Liebe und vor allem mit Verantwortungsbewußtsein dieses Buch geschrieben und ich habe den Eindruck, daß er von vornherein nicht auf hohe Verkaufszahlen aus war sondern wirklich Wissen vermitteln wollte weil dies ihm ein Anliegen ist.
    Klare Empfehlung auch von mir, aber nur für Leute, die wirklich etwas lernen wollen. Wer „Blüten sind eßbar und sehen im Salat schön aus“ sucht, der sollte sich anderer Titel bedienen.


    Ilves

  • Hab das Buch jetzt auch fast durchgelesen.


    Mit das wichtigste am Buch ist der systematische Teil. Es bringt halt einfach ausserhalb von Mitteleuropa wenig, bestimmte Arten hierzulande sehr gut zu kennen, sein Wissen aber nicht abstrahierend auf fremde Pflanzen anzuwenden zu können.
    Dies erklärt Johannes Vogel sehr gut und ist denk ich mal auch für weniger Systematikaffine Menschen relativ gut zu verstehen, auch wenn man sich manches bestimmt mehrmals durchlesen muss und vor allem auch selbst raus muss um die Erfahrung darin zu erlangen die jeweiligen Familien vernünftig zuordnen zu können.
    Etwas Vorwissen und Erfahrung in dem Thema ist vielleicht nicht verkehrt, ich könnte mir Vorstellen, dass blutige Anfänger sich ein bischen mit Informationen überschüttet fühlen.
    Mir jedenfalls tun sich durch diese Lektüre ne Menge neuer Möglichkeiten auf neue Pflanzen schneller und besser zu bestimmen.


    Was ich ebenfalls gut finde ist, dass viele Mythen die auch in der Bushcraftszene kursieren widerlegt werden.