Benbushcraft, Mogen und Parzival im Binger Wald


  • Heute Nachmittag haben wir; Benbushcraft, Mogen und Parzival, einen Ausflug in den Binger Wald zu einer keltischen Ringwallanlage gemacht.
    Dieser Ort hat außer den Überresten des Ringwalls mit Graben, eine natürliche Begrenzung in Form von steil abfallenden Felshängen zum Morgenbachtal hin. Die Morgenbach fließt ihrerseits nach nur weniger als einem Kilometer, kurz vor Trechtingshausen in den Rhein. ( 49°59'48.07"N,7°50'54.17"E )
    Der Ausflug startete am Waldparkplatz "Bodmannstein" und führte uns ca. 45 Minuten durch den Binger Wald. Das Wetter war für unsere Zwecke perfekt, d.h. durch das einigermaßen "schlechte Wetter" wurden wir vor der üblichen Flut sonntäglicher Verdauungsspaziergänger verschont, die beim ersten Wölkchen zuhause bleiben.



    Nachdem wir den Bereich des Ringwalls durchquert hatten, begaben wir uns an den Westrand der ehemaligen keltischen Siedlungsebene, an eine Felsplattform, die uns eine herrliche Aussicht zur gegenüberliegenden Seite des Morgenbachtals bot.



    Unser Ziel war aber der nördliche Rand der Fläche, die außer einem ebenfalls malerischen Ausblick, noch eine schöne Feuerstelle hat, an der wir allerdings nur moderat unseren Kelly Kettle befeuerten, um uns Kaffee und Tee zu kochen. Mogen hatte einen tollen Schokoladenkuchen gebacken, der draussen natürlich umso besser schmeckte.




    Die Kletterfelsen: http://www.wald-rhein-nahe.de/wrn05e.htm





    Auf dem Rückweg vom keltischen Siedlungsplateau haben wir die Stelle aufgesucht, an der noch zahlreiche Schlackestücke zu finden sind, die auf eine Eisenverhüttung am Siedlungsrand hinweisen.



    Unser Heimweg führte uns an der malerischen Morgenbach entlang, wo wir noch eine letzte vereiste Felsquelle vorfanden.




    Zum Schluß gingen wir durch die sogenannte "Steckeschlääferklamm" am Forsthaus "Jägerhaus", wo ein Schnitzkünstler mit einem Heimatverein zusammen zahlreiche Baumgesichter kreiert hat.



    Nach 5 Stunden hatten wir unseren tollen Ausflug am Parkplatz beendet und uns gleich auf eine nächste Tour in wenigen Wochen verständigt.
    Das nächste Mal mit Waldübernachtung im Ponchoshelter.



    Machts gut!
    Parzival

  • das war sicherlich spannend, da herum zu stiefeln. Danke fürs Einstellen.
    Ich finde die keltischen Überreste sehr interessant.

  • keltisch. ist das belegt? Gabs da Grabungen oder Prospektionen, oder ist das nur so weil mans vermutet?


    Ich weiß bei euch im Süden hat man sich ein bischen mehr um die Ringwälle gekümmert als hier im bergischen Land wo es nix als Mutmaßungen die von HaC1 bis Merowingerzeitlich reichen können.

  • @ Affenjunge:


    Ich habe mal zwei Quellen gesucht:


    "Eine Besiedlung des Hunsrücks ist seit der Jungsteinzeit durch Funde nachgewiesen (z. B. Steinbeile). Weitere Funde aus der Bronzezeit belegen eine fortwährende Besiedlung (vor allem durch Gräber und Grabbeigaben dokumentiert). Ein größerer Aufsiedlungsprozess fand in der frühen Eisenzeit (Hallstattzeit) mit der Laufelder Kultur und in der La-Tène-Zeit (5.– 1. Jh. v. Chr.) mit der Hunsrück-Eifel-Kultur statt, die mit den Kelten verbunden werden kann. Dies zeigen z. B. das Wagengrab von Bell, das Waldalgesheimer Fürstengrab, der Ringwall von Otzenhausen, die Pfalzfelder Flammensäule, die Höhensiedlung Altburg im Hahnenbachtal sowie zahlreiche Grabhügelfelder. Der Hunsrück gehörte zu dieser Zeit zum Stammesgebiet der Treverer."


    (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Hunsr%C3%BCck#Fr.C3.BChzeit )


    Der keltische Stamm der Treverer ist übrigens der Namensgeber der späteren wichtigen römischen Stadt Trier. (römischer Name: "Augusta Treverorum")



    "Seit April 1999 wird eine römische "Villa Rustica" ausgegraben, die in den Erlebnispfad als lebendige Station ("Unweit der Römerstraße...") integriert ist. Es ist erwünscht, dass Besucher der Grabungsstätte zuschauen, sich informieren und nach Absprache an den Grabungen teilnehmen. Durch die räumliche Nähe zu keltischen Hügel- und Fürstengräbern sowie Ringwallanlagen, intakten Teilen der Römerstraße (Station "Wo der Nachschub rollte "), dem Rupertsberg und Hildegard von Bingen, den Burgen im Rheintal und dem Industriedenkmal Amalienhöhe (Station "Weithin sichtbar ragt...") wird ein Eintauchen in die Siedlungs- und Waldnutzunggeschichte der letzten 4000 Jahre ermöglicht.


    (Quelle: http://www.wald-rhein-nahe.de/wrn04a.htm )


    Diese "Villa Rustica" ist 2 Minuten von dem Parplatz am Bodmannstein entfernt. Lohnt sich, da mal hinzugehen.


    Viele Grüße
    Parzival

  • Sieht so aus als ob ihr alle viel Spaß an diesem Tag gehabt habt, sehr schön ! Danke für den tollen Bericht und die schönen Bilder !