Laubhütte

  • Da ich schön langsam keine Schneebilder mehr sehen kann, hier eine kleine Beschäftigung aus etwas milderen Zeiten. ;)


    Eine sehr gute Möglichkeit in Laubwäldern eine Unterkunft zu bauen ist die Laubhütte. Kennt manch einer aus seiner Kindheit, hier die erwachsene Variante. :unschuld


    Als erstes eine ausreichend lange Firststange organisieren.....


    ..... und ordentlich befestigen.


    Anschließend die Seitenwände aufstellen


    Damit das Laub dann auch bleibt wo es soll, kommt etwas Strauchwerk auf die Seitenwände


    Anschließend kann man mit dem Aufschichten des Laubs beginnen


    Beim einsammeln des Laubs ist ein Ponche oder ein Tarp sehr hilfreich, da man sich sonst einen Wolf läuft. :D




    Abschließend legt man noch einige Äste an die Außenseite damit das Laub etwas stabilisiert wird und nicht so leicht davon geblasen wird.



    So ein kleiner "Hausbau" macht wirklich Spass und man sieht auch gleichzeitig das der Bau einer solchen Unterkunft nichts ist was man mal so 5 Minuten vor Sonnenuntergang in Angriff nehmen soll, wenn man wirklich geschützt sein will.


    ANDY

    "Ich bin wie ich bin, die einen kennen mich, die anderen können mich."

  • Ich habe mal so eine ähnliche Hütte mit einer Jugendgruppe gebaut.
    Wir haben das Dach mit Farnkraut gedeckt. Diese Hütte hast fast 1 3/4 Jahr der Witterung getrotzt.Leider steht mir im Moment kein Bildmaterial zur Verfügung.
    Der Bau so einer Hütte macht immer wieder Spass.

    "Wenn man die Natur wahrhaft liebt, so findet man es überall schön.


    Vincent Willem van Gogh

  • Eine klasse Sache!


    Das so eine Laubhütte wärmer ist als ein Tarp und auch mehr Windschutz bietet, kann ich mir vorstellen. Aber wie ist es mit der Regendichtigkeit? Und hast du auch Erfahrung beim Bau solch einer Hütte mit nassem Material?


    Lieben Gruß,


    Westwood

  • @ pine spirit
    Farnkraut ist sicher auch ein interessantes Baumaterial. Schätze mal da habt ihr aber ordentlich sammeln müssen um das ordentlich zu machen. Bei uns gibts leider kaum Farne um damit was zu bauen.
    Meine Hütte ist übrigens nach einem 3/4 Jahr auch noch gestanden.


    @Westwood
    Bei einer ausreichend dicken Laubschicht ist Regen eigentlich kein großes Problem für so eine Laubhütte. Meine Hütte hätte dazu sicher nochmal die gleiche Menge Laub vertragen (leider war dort nicht mehr wirklich viel Laub vorhanden).
    Mit nassem Material hab ich noch keine Hütte gebaut. Das "Wohnklima" dürfte darin allerdings etwas leiden. Mit einem Biwaksack oder einem ähnlichen Schutz sollte es aber schon gehen.


    ANDY

    "Ich bin wie ich bin, die einen kennen mich, die anderen können mich."

  • Die Hütte sieht richtig toll aus! Danke für´s zeigen.


    Wenn man sie nicht zu hoch baut und dann auch noch innen mit Laub ausstopft, soll man darin sogar ganz gut ohne Schlafsack schlafen können. So lang es nicht zu kalt ist natürlich.


    Hat das schon mal jemand von euch gemacht? Ich habe da null Erfahrung...

  • Hallo Bluezook,
    Respekt, das ist eine "Debrishut" wie aus dem Lehrbuch!
    Wie lange hast du wirklich dran gebaut? Ich habe mal so eine Hütte in 3 Stunden fertig gehabt. (hatte aber auch kein Poncho o.ä. zum Laubholen)
    Zur Lebensdauer: Meine erste "Hütte" habe ich im Juli 2008 gebaut, aber mit Rinde gedeckt, die steht heute noch super stabil:




    Ich muss dazu sagen, dass ich mir damals keine Gedanken über Isolierung gemacht habe, "es war Sommer.."
    Das Teil ist eh nur ein Schuppen für mich. - Aber sehr haltbar!


    Parzival

  • Sehr schöner Bericht, der durchaus als "Bauanleitung" für andere dienen kann. Danke !


    Ein weiterer positiver Nebenefekt, wie ich finde ist, das so eine Laubhütte schon eine natürliche Tarnung im Wald besitzt. Aus der ferne gesehen fällt so eine Hütte fast gar nicht auf, was uns ja durchaus entgegen kommt wenn wir bushcraften.

  • Ich habe mich auch mal an einer solchen Hütte versucht, aber ich konnte sie nicht zu Ende bauen.
    Am nächsten Morgen war auch auch... Naja, weg xD...


    Sagt mal, so Off Topic: Wie kommt es, das eure Hütten so lange stehen? Ist denn die Forst bei euch nicht vertreten?
    Bei mir kann ich sowohl im Harz, als auch in einzelnen Wäldern im Harzvorland den Wald betreten und komme ca. alle 1,5 km auf einen breiten Feldweg oder auf andere Hinweise die auf Forstarbeiten oder Ähnliches hinweisen... Ist das bei euch nicht der Fall.. ?

    Dort wo starke Hirsche schreiten
    In den dunkelgrünen Weiten
    Wollen wir die Zeit verbringen
    Und für unsre Väter singen


    Nastrandir - Die Seelen der Ahnen

    Edited once, last by Ilves: Bitte keine Vollzitate - schon gar nicht mit Bild. ().

  • Parzival
    Weiss nicht mehr wie lange ich gebaut habe aber ca. 2 Stunden sind es sicher gewesen. Das Laub sammeln zieht sich ganz nett in die Länge. Vorallem wenn vor Ort das Laub nicht sehr hoch liegt sondern fast schon zusammengekratzt werden muss. Da ist eben der Ponche oder auch nur die Jacke sehr hilfreich.


    Bushcraftranger
    Die Isolierung würde sicher fÜr eine kuschelige Nacht reichen. Hab ich aber selber noch nicht gemacht da mich das Steck-, Beiss- und Saugviehzeug in so einem Haufen einfach zu gerne mögen würde.



    Trapper John
    Solche Hütten fallen wirklich kaum auf. Das ist vermutlich auch mit ein Grund warum die meisten davon recht lange stehen bleiben. Meine ist nur wenige Meter neben einem Wanderweg gestanden und war selbst von mir kaum zu sehen.



    ANDY

    "Ich bin wie ich bin, die einen kennen mich, die anderen können mich."

  • diese hütte, wurde vor 15 jahren von einigen pfadis aus ästen, laub und erde gebaut. nylon-maurerschnüre dienen als befestigung die immer noch ihren zweck erfüllen. bei den steinen ist ein feuerloch ca.40x40cm. 2 erwachsene haben platz zum schlafen.


    die hütte steht 50 meter von einem wanderweg entfernt am waldrand, daneben eine improvisierte feuerstelle wo sich sonntags häufig familien zum grillen aufhalten und die kleinen sich im hüttenbau üben. schlicht ein plätzchen zum wohlfühlen.



    das interessante und schöne dabei ist, die hütte ist bis auf kleinigkeiten noch im urzustand!


    wochentags, wenn ich nichts besonders vorhabe nutze ich das plätzchen zu einem kleinen grill-plausch und beschäftige mich mit kleinen reparaturen an der hütte.


    liebe grüsse


    michael






  • Das ist ja schon eine ganz ordentliche HÜtte, nicht schlecht.
    Bei uns in der Gegend hätte die Hütte, sobald sie mal entdeckt ist, keine lange Überlebenszeit. Etwas entdecken, nutzen, geniessen ist leider nicht jedermanns Sache.
    Wäre froh wenn ich auch so ein klasse "mal auf die schnelle" Plätzchen hätte.


    ANDY

    "Ich bin wie ich bin, die einen kennen mich, die anderen können mich."

  • Warum sind die Hütten eigentlich alle offen? Eine Art "Tür" müsste sich doch auch machen lassen und die ganze Behausung wäre damit wesentlich effektiver.


    Lieben Gruß, :tarp


    Westwood

  • @ bluezook
    Ich hoffe, man darf hier auch ältere Threads vorkramen.
    Was hast Du zum binden benutzt. Sieht aus wie Wurzel.
    Ich lese hier erst seit Heute und bin schon X mal über den Namen Tarp gestolpert.
    Ach Moment, sehe grade hier gibt es ein Lexikon. :atlatl

  • eine Laubhütte deren "Dach" etwa 50cm und mehr hat, hält auch locker minusGrade aus wenn sie innen gut gepolstert ist und der Abstand zwischen Körper und First nicht zu groß ist..eigentlich sollte sie eher wie ein "großer Schlafsack" sein...Luft wird kalt...meine Hütten sind nicht höher als Schulterbreite plus max 30cm..
    Zum Thema Tür: läasst sich einfach als "Deckel" bauen (Äste geflochten und das Netz mit Laub stopfen, geht auch doppelt und den Zwischenraum stopfen, dann muss man die beiden Teile halt verbinden(die einzige Schnur die ich bei ner Laubhütte je brauch)
    Laub wärmt übrigens auch feucht..deswegen funktioniert das "unter die Klamotten stopfen" ja auch so gut...(wenn man keine Angst vor kleinen Krabblern hat)
    ;)

  • Ist das so? Woher hast Du die Weisheit?


    ausprobieren;) :lol :schlaf



    zum "lange stehen"...wenn sie richtig gebaut ist, also mit 50 bis 70 cm laubschicht drüber..und dann noch paar Äste obenauf, dann sieht es nicht nur aus wie ein Hügel sondern hält manchmal auch so gut...ein Freund von mir hatte sie jahrelang auf seinem Gelände stehen...(muss halt ab und an nachgebessert werden...)

  • @ bluezook Ich hoffe, man darf hier auch ältere Threads vorkramen. Was hast Du zum binden benutzt. Sieht aus wie Wurzel.


    Ja, war eine Wurzel. Funktioniert wirklich super. Da ja praktisch der ganze Waldboden von Wurzelwerk durchzogen ist, kann man mit etwas "Dreckarbeit" perfektes Bindematerial finden. Mit etwas Fingerspitzengefühl beim Graben kann man da meterlange Wurzel herausarbeiten.
    Sollte man natürlich nicht immer machen aber zum erweitern seiner Kenntnisse ruhig einmal testen.


    ANDY

    "Ich bin wie ich bin, die einen kennen mich, die anderen können mich."