Welche natürlichen Zahnpflegemittel aus unseren Wäldern kennt und nutzt ihr?

  • Hallo liebe Leute,


    Als ich mal in Äthiopien war, bekam ich von Einheimischen ein kleines Aststückchen eines Baumes mit dem man sich die Zähne putzen konnte.
    Man kaute zuerst ein wenig auf dem Hölzchen herum bis es etwas zerfasert war und benutzte es dann ähnlich wie eine Zahnbürste.
    Mich würde mal interessieren ob sich in unseren Breitengraden, Naturmaterialien finden lassen, die man zur alltäglichen Mund und Zahnhygiene benutzen kann.
    Welche einheimischen Holzarten könnte man dafür verwenden und habt ihr da schon irgendwelche Erfahrungen gemacht oder benutzt ihr gar gewisse Pflanzen wenn ihr auf Tour seid?


    LG,
    Rauchquarz

  • Haselnußzweigchen sind da von altersher recht dienlich. Äpfel essen entferrnt auch den Zahnbelag. Mehr weiß ich auch nicht.

  • Hallo Rauchquarz,


    hier steht in diesem Thread: Nützliches aus Asche und Holzkohle
    dass man mit Asche auch die Zähne putzen kann.
    Selbst ausprobiert habe ich es noch nicht, ich kann es mir aber gut vorstellen, dass es klappt.
    Dazu würde ich auch einen frischen Zweig eines Haselnussstrauches am Ende mit den Zähnen zerfasern und in die Asche stecken.
    Wenn ich dran denke, werde ich es bei Gelegenheit mal ausprobieren. Kann gewiss nicht schaden.
    Dann sehe ich so aus: :D
    LG Parzival

  • Das mit dem zerfasern ist eine zweischneidige Angelegenheit, dieses weiß ich aus Erfahrung. Mir ist nähmlich mal eine "Putzfaser" unter das Zahnfleisch gerutscht, hat sich festgesetzt und schön entzündet. Der Eiterherd mußte beim Zahnarzt aufgeschnitten werden.


    Also Obacht bei der Zahnpflege! ^^

  • Geäst des gewöhnlichen Schneeballs ausprobieren

    Würde ich eher unterlassen - da es möglicherweise giftig wirkende Glycoside und Viburnin enthält, bzw. die Aufnahme von Blättern und Rinde kann zu Entzündungen von Magen und Darm führen, verbunden mit Durchfällen.

  • Haselnusszweig/ Holzasche funktioniert - schmeckt nur arg staubig. Und immer erst die Rinde ab....
    Hierbei geht es ja um die mechanische Entfernung von Plaque unterstützt durch pH-Veränderung oder Pflanzeninhaltsstoffe.
    Ich würde aber auch dringend dazu raten, nur Holzarten zu verwenden die du SICHER (auch im Winter) bestimmen kannst. Robinie und Eibe sind giftig und auch Eiche (Gerbstoffe) würde ich vermeiden. Weide sollte OK sein (Salizylsäure) und ansonsten hat Waldläufer recht: Gewöhnlichen Schneeball würde ich weglassen ^^
    :winken chinto


  • Ich würde aber auch dringend dazu raten, nur Holzarten zu verwenden die du SICHER (auch im Winter) bestimmen kannst.

    Sind ja recht überschaubar die Baumarten in Mitteleuropa, Eiszeit sei dank, von daher ist das nicht so ein großes Problem.

  • Mir ist da auch nur die Weide bekannt. ganz genau wie schon beschrieben, Hölzchen zerkauen und dann das Aufgefaserte ende als "Zahnbürste" verwenden. Haselnuss ist denke ich ein wenig zu hart.

  • Ich habe von Joe gelernt, dass es nicht sonderlich darauf ankommt wenn man das Holz nicht kennt. Wenn man das Hölzchen ein paar mal an der selben Stelle in ein paar Richtungen nicht zu stark knickt bis man es auseinander ziehen kann ist es schon ziemlich ausgefranst. Die Rinde entfernen und die Zahnpasta nicht schlucken.


    Die Zahnpasta macht man aus Asche, Holzkohle und Wasser. Das kann man in der Handfläche zerdrücken, es braucht ja nur ganz wenig davon. Das gibt eine feine Paste, die Kohle nimmt den Zucker auf. Nach einer Reinigung mit dieser Methode hat man ein frisches Gefühl im Mund. Eben wie, Zähne frisch geputzt. :)


    Joe hat das auch in seinem Buch, "Outdoor Survival mit dem Messer" ISBN 978-3-613-50655-8 sehr gut beschrieben.
    Meiner Meinung nach ist es das neue Standardwerk, dass neben jedem Bushcrafter auf dem Tisch liegen sollte als Nachschlagewerk. Nein, ich bekomme nichts von Joe für diese "Werbung" ich bin nur sehr überzeugt davon, weil es nachvollziehbar ist und ich weiss, dass Joe das auch ausprobiert hat was er schreibt.


    Liebe Grüsse
    draussen

  • Hallo ihr Lieben,


    Also ich würde auch eher weichere Hölzer nehmen, Hasel wäre mir bisschen zu hart.
    Was mir da noch in Bezug auf die Zahnpasta aus Holzkohle, Asche und Wasser in den Sinn käme, dass ganze noch mit gewissen Kräutern wie z.B. Minze oder Salbei anzureichern, schmeckt vielleicht auch etwas angenehmer als nur die pure Kohlepaste, dass müßte man zumindest mal ausprobieren ob das was bringt.


    Lg,
    Rauchquarz