Shelterrelevante Pflanzenteile

  • Über Shelter ließt man viel. Über die Wasserabweisenden und oder isolierenden Fertigkeiten einzelner Pflanzenteile wenig.
    Ich bin so frei meinen eigenen Text aus keinem anderen Forum zu kopieren.


    Adlerfarn (Pteridium aquilinum)
    Manche "Survivalexperten" essen das Zeug liebend gern. Ich habs nicht so mit Krebs, aber eine andere Eigenschaft macht den Adlerfarn so besonders. Ich rede hier nur von den abgestorbenen Pflanzen. Bei denen ist jeder Teil der Pflanze hohl und sie haben daher eine ganz besonders gute Isolation. Eine der besten die ich kenne. Kann sich jeder von überzeugen und mal eine tote Pflanze in die Hand nehmen und merkt wie sehr es wärmt. Als oberster Teil der Unterlage zu verwenden.


    Gräser
    Eignen sich im großen ganzen alle für eine Unterlage ausweichen Pflanzenteilen, aber wenn es im empfindlichen Minusbereich ist sollte man auf bestimmte besonders gut isolierende Pflanzenteile umrüsten.
    Süßgräser welche in Europa vor allem von Pfeifengräsern (Molinia) vertreten werden haben harte sehr glatte Halme und kleine Ähren aber besonders weiche und gut isolierende Blätter. Ich beziehe mich wieder auf die toten Pflanzen . Die Pflanzen wachsen vor allem auf besonders Nährstoffarmen Standorten und bilden meisten vereinzelte "Stauden" als Flächendeckende Räsen.
    Die Blätter des Rohr-Pfeifengrases (Molinia arundinacea) ist darüberhinaus auch ein hervorragender Zunder und eines der Gräser, die man wenn sie trocken sind sofort und ohne Hilfsmitter mit dem Feuerstahl anzünden kann.
    Das Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos) hat nicht so tolle Blätter, aber hier sind vor allem die großen flauschigen Ähren, welche oft in großen Mengen auf Kahlschlägen oder Lichtungen vorkommen, nützliche Isolatoren.
    Schilf, brauch ich wohl nix zu sagen. Wenn Schilf vorkommt dann meist in großer Menge und sowohl als Unterlage als auch Bedachung sehr gut geignet. Men denke nur an die Reetdachhäuser.
    Gräser und ihr Stroh sind also je nachdem gute Isolatoren als auch zur Bedachung zu verwenden.


    Japan Knöterich (Fallopia japonica)
    Böser assozialer Neophyt, was aber nicht heißt das er einem die Nacht nicht erwärmen kann. Die abgestorbenen Pflanzenteile ergeben gute Isolatoren. Mit den grünen Pflanzen samt Blättern dran hat man schnell einen Regenschutz.


    Moos.
    Ja natürlich darf das Moos nicht fehlen. Als Dach sowohl als auch als Unterlage in Tepichform gern benutzt, Saugen aber Riesenmengen von Wasser voll und können recht schwer werden, was auf ner improvisierten Dachkonstruktion auch mal gefährlich werden kann. Meine Subjektive Erfahrung ist, dass je weicher und flauschiger das Moos ist vor allem Torfmoos, desto besser isoliert es, aber desto größer sind auch die Wassermengen die es aufsaugt, wärend eher Glatte Moose wie Frauenhaarmoos weniger gut isolieren.


    Laub
    Grundstock des Survivalanten. Die langsamer verrottenden Laubsorten wie Eiche und Buche sind gute isolatoren. Die schnell verottenden, Ahorn, Esche, eberesche, Linde, Erle weniger wobei ich noch nicht alle ausprobiert habe.


    Nadeln. Am Ast sind die Nadeln der Rotfichte (Picea Abies) auch sauerländer Palme genannt, durch die Wachsschicht sehr gut als die Dachziegeln des Waldmenschens zu benutzen. Auch als untererste Unterlage des Schlafplatzes. Fichtenstreu neigt dazu ziemlich schnell Feuchtigkeit anzusammeln. Weißtanne (Abies Alba) hat man häufiger im Gebirge. Äste sind meine Meinung nach noch besser, weil die Nadeln größer sind und symetrischer an der Seite entlangwachsen. Eibe wäre ähnlich aber nur zum spielen würd ich da nicht sinnloss Äste abreißen.


    To be continued. Von mir aus auch von jedem von euch.

  • Hallo,
    zwei Hinweise vielleicht: Der jap. Knöterich wird am häufigsten durch abgerissene grüne Pflanzenteile verschleppt und kann sich so immer weiter verbreiten. Kleinste Stücke (5mm) können reichen. Besser nicht abreißen und zum bauen verwenden.
    Eibe (Taxus) enthält in den meisten oberirdischen Pflanzenteilen Giftstoffe. Ich würde unnöigen Hautkontakt mit den Nadeln z.B. vermeiden.
    Insgesamt ist zu überlegen, wie lange man vor Ort zubleiben gedenkt. Macht es Sinn Quadratmeter-weise Gräser im Winter um zumachen für eine Übernachtung? Laub geht immer ;o)
    Grüße