• Ich habe heute mal nach dieser Anleitung: http://www.youtube.com/watch?v=dhbbQef1oNQ&feature=related meine erste Schnur selbst gemacht. Verwendet habe dazu Bast. Es sind ca. 4 Meter geworden und benötigt habe ich 1,5 Stunden.


    hier das Ergebnis:

  • Ich habe in der Schnur vier Stränge Bast verarbeitet und der Durchmesser beträgt ca. 4 mm. Durch den Bast, der ja schon unverarbeitet ziemlich reißfest ist, ist die Tragkraft recht hoch. Ich habe es nicht geschafft, den Strick mit meinen Händen zu zerreißen. Hab gerad versucht, mich dranzuhängen. Dabei ist er gerissen, also trägt er keine 80 kg.


    Tja, wozu würde ich ihn verwenden? Um jemanden zu fesseln, ist er stark genug. Ich denke, man könnte auch Schlingen daraus machen für Tiere von der Größe eines Dachses bis zum Reh (kommt drauf an, wie man die Schlinge baut). Ansonsten halt zu Shelterbau, zum Flechten von Behältnissen, zum Befestigen von Gegenständen an einer Kraxe, als Gürtel, als Ausgangsbasis für dickere Stricke. Wozu man halt eine Schnur so braucht...

  • Keine Ahnung. Irgend ein Bastel- und Dekobast der meiner Freundin gehört.


    Der Schwachpunkt meiner Schnur sind übrigens die Stellen, an denen alte Fasern enden und neue eingebunden wurden. Beim nächsten mal werde ich darauf achten, dass die Fasern nicht gleich lang sind und damit an einer Stelle immer nur eine neue Faser eingeflochten wird. Das dürfte die Tragfähigkeit noch etwas erhöhen.

  • Beim nächsten mal werde ich darauf achten, dass die Fasern nicht gleich lang sind und damit an einer Stelle immer nur eine neue Faser eingeflochten wird.

    So wurde es mir auch gezeigt von Joe. Man soll immer etwas Abstand zwischen den Einflechtungen lassen dann ist die Schnur nicht geschwächt. Mehr als 30cm habe ich jedoch noch nie geschaft. Ich stell mich dermassen ungeschickt an, dass ich recht schnell den Krampf in den Fingern bekomme.


    Liebe Grüsse
    draussen

  • Wenn man zwei Stränge Schnur zu einer dickeren Schnur weiterverarbeiten möchte, ist folgendes zu beachten:


    Für die Ausgangsschnur werden die oberen Fasern im ersten Schritt vom Körper weg zusammengedreht und dann in Schritt 2 über die unteren Fasern gelegt.


    Bei der der dickeren Schnur wird der untere Strang der Ausgangsschnur in Schritt 1 zum Köper hin weiter gedreht und dann im zweiten Schritt über den oberen Strang gelegt. So entsteht ein schönes kleines Seil.

  • Die Güte der Faser ist sehr entscheidend für eine reißfeste Schnur. Wir haben hier und in anderen Foren schon oft mit Brennesselfasern gearbeitet. z.B. Adi und ich, aber die Gewinnung der Fasern wurde bei dem was ich bisher gesehen habe immer unvollständig betrieben. Im Survivalfall natürlich eine Sache, aber wenn man die Zeit hat kann mans noch weiter treiben. Wenn man sich die Brennessel genau anschaut dann sieht man dass die eigentliche Faser ein extrem dünner Faden ist der sich durch das Mark zieht.
    Bei der herkömmlichen Gewinnung allerdings wird zwar das Mark entfernt, aber die zähe äussere Haut des Brennesselgewebes lässt sich nicht abtrennen. Das führt zu unterschiedlich dicken, recht groben Strängen.


    Ich habe mich jetzt ein wenig informiert. Will man Brennesselreinfaser gewinnen muss das restliche Gewebe in einer enzymatischen Reaktion entfernt werden. Bis heute ist das Verfahren industriell noch nicht ganz ausgereift, denn das schwere ist, das ungewünschte Material zu zersetzen ohne dass ein wirklicher Fäulnissprozess eintritt.
    Ich habe noch ein paar alte Stränge hier herum liegen mit denen ich einige Experimente schaffen möchte. Ich werde es vorerst mit ganz einfachem Wässern und danach aufschlagen der Fasern. Weitere Experimente folgen.


    Lasst auch ihr euch etwas einfallen. Vielleicht kommen wir auf eine gute Lösung.