Schlafsack Stabil !

  • Hallo Iring!
    Ich weiß jetzt nicht ob du deine Daunensachen bisher selbst gewaschen hast, drum geb ich dir hier noch die Pflegeanleitung mit:


    Du kannst Daunensachen, egal ob Schlafsack oder Klamotte generell selbst in der Machine waschen.
    Du musst aber unbedingt ein Daunenwaschmittel verwenden, sonst ist die Daune hin. Das Waschmittel ist rückfettend, damit die Daune das Loft hält. Zum Trocknen darfst du sie auch in den Trockner geben. Stufe "Pflegeleicht" und 3 oder 4 Tennisbälle mit reingeben. Dadurch wird die Daune besser und gleichmäßiger aufgeschüttelt als wenn du das von Hand machst. Andernfalls gibt es Klumpen und logischerweise keine Wärme.


    Wichtig ist, denke ich, die Größe der Waschtrommel vor allem beim Schlafsack. Er sollte nicht zu gepresst in der Waschmaschine sein.


    Ich würde sagen, dass es sehr von der Qualität der Daune abhängt wie oft du sie waschen kannst. Die Federn werden beim Waschen ja doch sehr beansprucht und knicken dabei auch ab. Je mehr davon dann kaputt sind, desto schlechter die Wärmeleistung.


    Am besten ist wohl die Regel: Waschen so oft wie nötig und so selten wie möglich.


    Ich hoffe das hilft dir ein bischen.


    Schönen Tag!

  • Definiere "stabil". Robustes Material, robuste Füllung, klimaunabhängige Wärmeleistung, langlebige Füllung, ...?


    Pi mal Daumen kann man sagen, das bei hochwertigen Materialien der Loftverlust über die Zeit hinweg von Kunstfaser etwa doppelt so hoch wie der von Daunen ist.


    Will man die Probleme beim Daunenwaschen umgehen, so kann man die Dinger auch bei guten Firmen reinigen lassen, z.B. hier: Outdoor Service. Da werden dann Daunen und Hülle getrennt gereinigt, platte Daunen entfernt und man kann gleich noch welche nachfüllen lassen. Kostet allerdings so um die 60€ + Daunen. Ich muss meine Schlafsäcke allerdings nur alle paar Jahre Waschen - Inlett, Biwaksack oder Zelt helfen da ungemein.


    Das Lernen einzelner, isolierter Bushcraftskills ist ähnlich wie das Anhäufen von unbenutzter Ausrüstung:
    ein recht kümmerlicher Ersatz für große Abenteuer...

  • Ich kram es nochmal raus. Es gab mal einen Militärschlafsack bei den U.S. Streitkräften der wurde irgendwie als " Intermediate Sleepingbag" bezeichnet. Er war sehr Groß - sehr Schwer und scheinbar unkaputbar - manche nutzen selbst die Ausgelaugtesten Dinger noch Jahrelang. Gibt es heutzutage einen "Nachfolger" - muss nicht unbedingt U.S sein - aber ebenso unzerstörbar ? - wer weis was ?


    Dank und Gruß

  • Hi,
    es gab 3 US Schlafsäcke:
    - Indermediate Cold Weather (KuFa Füllung) bis minus 10°
    - Extreme Cold Weather (50%Kufa/50% Daune) bis minus 25*
    - Mountain Regular (KuFa Füllung), bis 0*


    Diese wurden ersetzt durch das MSS - Modular Sleeping System, auch hin und wieder als ECWCS Sleeping System bezeichnet.
    Dieses besteht aus 4 Elementen:
    - Sleeping Bag, Patrol , grün, (bis ca +-0°), vergleichbar mit dem Carinthia Tropen
    - Sleeping Bag, Intermediate, schwarz (bis ca -10*), vergleichbar mit Defence 4
    - Sleeping Bag Cover, laminate, Camouflage = Biwaksack, Goretex
    - Bag, Sleeping Bag, Compression: Kompressionssack


    Alle 3 Komponenten sind untereinander kompatibel, können zusammengeknöpft werden. Alle 3 Lagen zusammen sind bis -30°C ausgewiesen.
    Aussenhülle ist immer 60D Ripstop Nylon. Gewicht kann ich nicht sagen, hab meinen Kram nie dediziert gewogen.

  • Bist Du damit zufrieden - ich hab nur einen Händler gefunden und der will 358,-- für alles. Bedenkt man das bei Carinthia alleine das Cover schon soviel kostet...., wär ne Überlegung wert .

  • Hi,
    ich bin recht zufrieden, habe aber für den Sommer den entwas leichteren Carinthis Tropen.
    Ich würde von meinem Kältegefühl her sagen, dass der Schalfack sehr gut ist. Problem ist halt das Gewicht und Packmass, unkomplrimiert ist das volle Set so gross wie ein Berghaus Munro
    Man bekommt den Set immer wieder für ca 150EUR, das ist er definitiv wert.
    Mein Extemerlebniss mit dem Intermdiate waren -20° mit Liner, ohne Biwaksack. Mit dem Patrol 0° mit Kleidung (der Patrol ist weit geschnitten)

  • Verwende neben anderen Schlafsäcken auch ein 4-teiliges MSS Modular Sleeping System der US Streitkräfte. Hier einige Ergänzungen und Anmerkungen hierzu:


    Hab mein altes MSS irgendwann mal abgewogen und alle 4 Teile zusammen (2x Schlafsack, Bivy Cover und Packsack) hatten ca. 4,2 kg und trotz Kompressionssack hat dieses Set kein wirklich kompaktes Packmaß. Verwende die gesamte System-Kombi hauptsächlich im Winter und für kürzere Touren, da ich das Teil im Rucksack mitschleppe. In den wärmeren Jahreszeiten nehme ich den Bivy Cover durchaus öfter mal mit, alldings weniger in Verbindung mit den restlichen Teilen des MSS, sondern eher mit Poncholiner, leichtem zivilen Schlafsack, ... Grundsätzlich hat aber die individuelle Kombinierbarkeit der einzelnen Systembestandteile etwas für sich und man ist mit einem System quasi für die allermeisten Bedingungen gut ausgerüstet.


    Das Gore-Tex Bivy Cover (Biwaksack bzw. Schlafsackhülle) hält zuverlässig dicht und ist ein guter Nässeschutz. Das Teil ist schwerer, aber auch deutlich robuster als die üblichen Notbiwaksäcke aus dem alpinen Bereich. Die Kopföffnung lässt sich mit einem einzigen, mittig angeordneten Klett einigermaßen gut schließen. Eigentlich ist es schwieriger hier einen freien Durchblick fürs Gesicht zu schaffen als die Hülle geschlossen zu halten. Bei den derzeitigen, niedrigen Aussentemperaturen muss man ohne vernünftige Gesichtsöffnung darauf achten, möglichst nicht zuviel in den Biwaksack hinein zu atmen. Die Feuchtigkeit der Atemluft gefriert sehr leicht an der Innenseite des Bivy Covers bzw. die Schlafsäcke können diese aufnehmen, was bei mehrnächtlicher Nutzung die Wärmeleistung reduziert. So etwas wie ein funktionierender 'Abstandhalter' wäre hier sicherlich kein Nachteil.


    Alle Teile des MSS haben die Reissverschlüsse seitlich rechts. Mein Lieblingsschlafsack hat den RV allerdings links. Wenn ich diesen mit dem Bivy Cover kombiniere wirds sportlich um schnell mal raus zu kommen um nachts ein bestimmtes Örtchen aufzusuchen – zumindest, wenn man zuerst den Reissverschluß auf der falschen Seite sucht ...


    Der dickere Intermediate Schlafsack ist so konzipiert, dass er in die anderen Teile passt. Er ist damit auch der kürzeste Schlafsack und hat in punkto Liegelänge nicht ganz so großzügige Abmessungen wie der Rest des Systems. Bin ca. 180 cm groß und hab noch kein Problem damit. Für richtig große Personen könnte das Teil aber durchaus zu kurz und damit unbequem werden.


    Habe zuletzt alle 3 Teile (Intermediate + Patrol + Bivy Cover) bei ca. -20°C unter einem Tarp benutzt und es war ok. Für mein Empfinden ist die empfohlene maximale Einsatztemperatur von etwa -30°C nur möglich, wenn man zusätzlich einige wärmende Kleidungsstücke anzieht. Bedenken sollte man bei dieser System-Kombi, dass man jeweils 3 Reisverschlüsse zu schließen bzw. zu öffnen hat und dies etwas Zeit in Anspruch nimmt.


    Für militärische Ausrüstung ist das Gewebe der beiden Schlafsäcke eher dünn – fühlt sich subjektiv für mich zumindest so an. Dank Rip-Stop Webart ist das aber robuster, als es auf den ersten Blick erscheint. Bei mir ist noch nichts eingerrissen, auch nicht an den Druckknöpfen welche die einzelnen Set-Bestandteile verbinden, obwohl diese wirklich brachial halten und entsprechenden Kraftaufwand beim Öffnen erfordern. Die Außenhüllen sind allerdings nicht nahtlos und diese Nähte können sich lösen – bei meinen Schlafsäckken steht in der Zwischenzeit schon der eine oder andere Faden ab. Ist aber eher ein Schönheitsfehler, die Wärmeleistung beeiflusst das offensichtlich nicht. Würde die MSS-Schlafsäcke auch nicht direkt auf einer Unterlage aus Zweigen, Nadeln etc. verwenden. Die Nadeln 'stechen' durchs Gewebe und können so unschöne kleine Löcher hinterlassen. Wie bei milit. Teilen durchaus üblich, gilt das auch hier: Selbst wenns beansprucht aussieht, funktionieren tuts trotzdem noch.


    Der oberhalb gepostete Preis für ein MSS wäre mir ehrlich gesagt zu hoch. Würde mal gründlich prüfen, ob da eventuell nicht doch ein komplett anderes System angeboten wurde. Manchmal wird ein satter Aufpreis z.B. für ein sehr seltenes Tarnmuster, etc. verlangt. Hab mein jetziges MSS neu und verpackt für EUR 150.- erworben – dieses Set hatte vorerst auch einen höheren Angebotspreis. Der Endpreis kam nach etwas verhandeln zustande, was also nie schadet. Ein gebrauchtes MSS kann für mein Empfinden etwa EUR 100.- kosten, ein gebrauchter Bivy Cover alleine vielleicht EUR 50.- Wenn ich noch kein MSS hätte, würde ich mir eines alleine schon wegen dem guten Bivy Cover anschaffen. Das jetzige ist übrigens schon das 2te MSS – vom ersten besitze ich allerdings nur mehr den Bivy Cover.


    Konnte den Eröffnungsbeitrag zu diesem Faden nicht mehr lesen und hoffe, ich habe die ursprüngliche Fragestellung getroffen. Falls doch nicht, ersuche ich um Eure Nachsicht – vielen Dank.

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    Tu eh nur so als würd ich mich auskennen, damit ich auch mitreden kann.
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