Harz als Gewürz?

  • Hi,
    man kennt ja den "geharzten Wein", ich hab auch Schreiner kennengelernt, die Kienspäne wie Kaugummi kauten, daher der Gedanke: Kann man mit Harz auch würzen?
    Ich hab ein Marmeladenglas voller Harz, wollte damit eigentlich Pfeilespitzen befestigen, aber das würde mich auch interessieren.

  • Wenn ich da an meinen letzten "Imbiss" direkt vom Baum denke, wär ich da wohl eher vorsichtig :lol ... Das Zeug klebte noch nach Stunden ganz fürchterlich an meinen Zähnen und bei jedem Aufstossen wurde ich an meine Verkostung erinnert... Wenn ich mich recht erinnere hatte ich es gegen irgendwelche Beschwerden eingenommen (Sodbrennen o.ä. - kanns aber nicht mehr genau sagen) und die waren auch tatsächlich besser danach...


    VG MadFly :pop

  • Steinzeitjäger und auch nordamerikanische Indianer haben unterwegs auch Harz wie Kaugummi gekaut. Das hält den Speichelfluß aufrecht.


    Ich hab aber irgendwo mal gelesen, daß Harz Krebserregend und zumindest mal nicht gut für den Körper sein soll. :confused


    Wie das jetzt beim Würzen von Outdoorgerichten aussieht, weiß ich nicht.
    Würd mich aber auch mal interessieren. Ich steh ja allein schon auf den Geruch von frischem Nadelbaumharz.

  • Hallo,
    hab davon zwar noch nichts gehört würde es aber persönlich kategorisch ausschließen. In Harze stecken Stoffe die nicht unbedingt als gesundheitsfördernd gelten. Im 19. Jahrhundert hat man noch Naturharze in Farben, Lacke und Lösungsmitteln verwendet. Also lieber die Finger davon. Um den Speichefluß zu fördern kann ich auch ein Kirschkern von der linken in die rechte Backe schieben. Ich weiß jedoch dass ÖTZI Birkenpech gekaut hat. Die Birke führt ja auch Harzähnliche Stoffe (deswegen brennt das Zeug ja auch wie Zunder). Jedoch ist bis jetzt nicht wissenschaftlich bewiesen wehalb und wofür das gut gewesen sein soll. Bin gespannt...

  • Ich habe schon selber probiert und schon viel darüber gelesen, Weihrauch als Heilmittel Es wird auch vielfach im Internet angeboten als:


    "Wirksame, natürliche Hilfe gegen entzündliche Krankheiten wie Rheuma, Arthritis, Asthma" Weihrauch hat das Potential zum Heilmittel gegen Krebs, Weihrauch ist eine psychoaktive Droge, das im Harz enthaltene Incensol reduziert durch Beeinflussung von Ionenkanälen in Gehirnzellen Angst und Depression.


    Ich habe es probiert und fand es nicht klebrig. Dein Harz war sicher noch sehr jung und nicht getrocknet, dann ist es klebrig. Welche Inhaltsstoffe unsere Harze haben weiß ich leider auch nicht. Kommt sicher auf den Baum an.


    Liebe Grüße


    sylvi :mädchen

  • ...man kann sich ja auch aus den Nadeln der diversen Nadelbäume Tee kochen oder die Triebe futtern und die führen auch jede Menge Harz, also sollte man es, gut dosiert, auch zum Würzen nutzen können.
    Allerdings...ich nutze es dann doch lieber als Zunder bzw. Brandbeschleuniger, da ich dieses Aroma von Erkältungsbad nicht unbedingt mag...jedenfalls nicht als Tee!

    Versteht mich nicht falsch ABER Erbswurst ohne Beef Jerky ist theoretisch möglich - Aber sinnlos!!!

  • Also meines Wissens ist Baumharz nicht giftig oder wenn nur minimal...Ich denke die Wurst die wir jeden Tag essen-welche schön aus der Plasteverpackung kommt und mit Weichmachern verseucht ist wird schädlicher sein.
    Getrocknetes Harz Z.B aus der Kiefer wurde schon vor vielen Jahrhunderten zur Mundhygiene und Zahnpflege genutzt.Außerdem wurde es zur Lichtgewinnung-sprich als Kerze verwendet und verräuchert um sich aufdringliche Insekten fernzuhalten.Zum Thema "würzen"...schwierig-ich denke das es da ein paar Probleme mit der Verwendung geben wird.Also die Harzklumpen im ganzen irgendwo dran machen ist unpraktisch.Dann eher das getrocknete Harz im Mörser pulverisieren und "Vorsichtig dosieren.Schaden wird es nicht-aber um den Geschmacklichen Aspekt...aber wieso nicht.Versuche es.Ich würde versuchen einen Hausgemachten Met damit zu verfeinern.Das herbe und süßliche vom Honig würde bestimmt richtig gut dazu passen,in welchen Verhältnissen da aber Honigwein und Harz stehen müssen...keine Ahnung.
    Definitiv aber ein interessanter Thread mit dem Harz...ich bin mir sicher das Harz ne Menge Potential hat ausser zum Feuer machen und Sachen miteinander zu verkleben. :D

  • Also ich selbst kaue öfters Kiefernharz. Das klebt (wenn man die richtigen Harzbrocken nimmt) garnicht an den Zähnen. Lässt sich kauen wie Kaugummi und sieht nach einiger Zeit aus wie ein gekauter Big Red. Geschmack ist super.
    Und da früher Ötzi und Co. ebenfalls Harze gegessen haben, denke ich nicht, das es arg giftig sein wird. Oder hat jemand einen Beleg, das Ötzi aufgrund Harzvergiftung in die Schlucht gestürtzt ist? :)


    Birkenpech denke ich auch nicht als Giftig einzugliedern. Es gibt auch im Medizinischen Bereich Salben mit Teer. Die schmiert man drauf und die ziehen Eiter, Dreck etc aus den Wunden.
    Daran bin ich auch nicht gestorben.

  • Hallo zusammen,


    also wir verarbeiten in unserem Chemiebetrieb tonnenweise (>500t/a) Baumharz natürlicher Herkunft (Pinien-/Kiefernharz) für die Verwendung in der Papierindustrie, als sogenanntes Leimungsmittel. Das Harz ist selbst nicht giftig, gilt aber lt. Sicherheitsdatenblatt zumindest als (haut)reizend - KANN also ggf. zu entsprechenden Hautreizungen führen. Bei solchen Hinweisen wird i.d.R. davon ausgegangen, daß der Mitarbeiter regelmäßigen Kontakt über viele Stunden pro Tag hat, und sich dann solche Effekte ergeben KÖNNEN - ähnlich wie z.B. bei Mineralöl und häufigem Hautkontakt. Von gelegentlichen Ölwechsel bekommt man i.d.R. keine Probleme, wenn man beruflich so etwas täglich macht gegebenenfalls schon.


    Man sollte daher m.E. (bin kein Arzt !!! nur Chemieing. mit etwas Toxikologiewissen) schon etwas vorsichtig sein mit Harz & Kontakt mit den Schleimhäuten. Selbst wenn es jetzt keine Probleme macht, kann das später/zeitverzögert bzw. in Kombination mit anderen u.a. allergenen Stoffen schon für den/die Eine(n) oder Andere(n) problematisch werden. Hinweise auf Ötzi und oder Retsina sind m.E. kein Maßstab. Damals (= alles mehr als 200 Jahre zurück) war der Mensch i.d.R. wesentlich weniger mit Reiz-/Allergie-auslösenden Stoffen konfrontiert als heute...


    Meinen Kienspan fasse ich dennoch auch mit bloßen Händen an...bin ja nicht hysterisch, nur vorsichtig (geworden).
    :)


    "Harzige" Grüße,
    Gereon

  • Enthält eben auch Stoffe, die u.a. das Terpentin ausmachen. Lösungsmittel oder ähnliches... Die Indianer haben Harz gekaut, Ötzi auch. Nur sind damals die Menschen aufgrund von schlechteren Bedingungen nicht so alt geworden wie heute. Bei 40 oder 50 war Schluss. (Nicht wegen dem Harz ;) ) Die "Nebenwirkungen" kamen nur selten dazu, zu wirken, da der Mensch da schon tot war, so es Nebenwirkungen gab.
    Birkenpech/Holzteer darf seit ein paar Jahren von Finnland (größter Hersteller und Exporteur damals) nicht mehr exportiert werden da es wohl angeblich karzinogene Stoffe enthält... Ist gut, gegen Verstauchungen und andere Verletzungen, wie oben schon geschrieben.


    Nutzt man es allerdings als Gewürz denke ich sollte nix passieren... Zwei Muskatnüsse sind auch tödlich... Letztendlich sind wir so vielen Giftstoffen durch die "Zivilisation" ausgesetzt, da kommt es auf die drei Krümel Harz auf dem Steak nicht mehr an ;)
    Aber die Idee mit dem Met ist interessant.... Ich werd mal wieder welchen machen müssen...

  • Ich meine irgendwann folgendes gelesen zu haben...


    Es gibt die Unterscheidung zwischen Harz und Teer. Harz als solches ist nicht gesundheitschädlich und wenn richtig angewendet sogar fördernd. Jahrhundertelang hat man in Norden Harz in Schmalz, Butter, Honig, Wachs "reingekocht" um eine Salbe zu erstellen - allerdings nur Harz von Fichten (Kiefer, Tanne, Wacholder usw- haben eine geringere Wirkung).
    Diese Salbe wurde bei akuten Leiden d.h. z.B. bei Wunden und Verbrennungen aber auch bei chronischen Krankheiten wie z.B. bei Psoriasis oder bestimmten Pilzerkrankungen auf die Haut aufgetragen. Die Salbe wirkt vorallem durch ihre antibakterielle als auch desinfektierende Funktion (genau wie bei Bäumen auch!)


    Harz und Harzsalben können allerdings bei empfindlicher Haut auch allergene Reaktionen hervorrufen - dann sollte man gleich mit der Behandlung stoppen.


    Teer als ein Harzprodukt wird heute als karzinogen eingestuft - allerdings hier wird unterschieden zwischen Holzteer und Kohleteer, wobei Holzteer zum Teil rehabilitiert wurde. Zum Teer wird Harz im höheren Temperaturbereichen, also wenn man eine Salbe selber herstellen möchte, sollte man auf die Temperatur achten. Allerdings wurde auch Teer traditionell in der nordischen Volksmedizin (zum Teil auch in der Schulmedizin) bei Hautkrankheiten verwendet - erfolgreich. Allerdings war man damals nicht um die eventuelle karzinogene Wirkung bewusst.


    Also es wird wohl unbedenklich sein, Harz in geringen Mengen zu essen. Aber als Gewürz zu verwenden... da gibt es sicher angenehmere Varianten in der Natur.

  • Hallo


    Teer wird auch heute noch in der Medizin verwendet. Noch immer gegen Hautkrankheiten. Die Anwendung erfolgt meist in Bädern, oft mit Schwefel kombiniert. Es gibt jedoch auch Teersalbe.


    Harze wurden seit jeher geräuchert. Im Süden Weihrauch, aber auch hier im Norden war Kiefernharz etc. wie auch Bernstein als fossiles Harz als Räucherstoff in Gebrauch. Neben den grenzwissenschaftlichen Nutzen ist eine antibakterielle Wirkung nachgewiesen, so wie auch Wein zur Konvervierung mit Mastix geharzt wurde nutzt es auch der baum um sich vor Pilzen und anderem Befall zu schützen.


    Harze sind Kombinationen aromatischer organischer Verbindungen und ätherischer Öle wie auch Säuren. Oral eingenommen bewirken einige Harze Heilung von Erkrankungen des Magens, meine Mutter z.B. wußte nicht mehr ein nochaus mit Restless-Legs-Syndrom. Seit ein Naturheilarzt Weihrauchkapseln dagegen verordnet hat sind die Beschwerden komplett abgeklungen.


    Außer Harz im Wein ist mir keine Verwendung als Gewürz bekannt, ich konnte auch nichts finden.

    wo die Neurosen wuchern will ich Landschaftsgärtner sein...