Öffentliche Feuerstellen und Waldbesitzer

  • Ich wollte mal fragen wie ihr es damit haltet eure Bushcraft-Skills zu verbessern...gerade das Feuermachen im Wald ist in Deutschland ja grundsätzlich verboten und nur mit spezieller Sondererlaubnis z.B. des Waldbesitzers gestattet.
    Das einzige was hier hilft ist also selbst Waldbesitzer zu sein oder jemanden zu kennen, der einen Wald besitzt, um nach einer Erlaubsnis zu fragen.

    Haltet ihr euch grundsätzlich daran oder sagt ihr euch, wo kein Kläger da keine Richtiger, sprich macht ihr Feuer im Wald auch ohne Erlaubnis?


    Einzige andere Alternative, die mir einfällt sind gekennzeichnete Feuerstellen, an denen man legal Feuer machen kann und keine Genehmigung benötigt.
    Öffentliche Grillplätze sind aber irgendwie oll. Man will sein Hobby ja im Wald ausüben und nicht im Park. Gerade Waldfeuerstellen sind aber irgendwie schwer zu finden. Zumindest scheint es bei mir in der Nähe nicht viel zu geben. Auch Google ist da sehr spärlich mit Informationen.

    Kennt ihr gute Internetseiten oder offiziele Portale auf denen man Waldbesitzer kontaktieren kann oder öffentliche Feuerstellen nachschlagen kann? Gibt es ein Verzeichnis, der die Wälder und ihre Besitzer auflistet (sofern das datenschutztechnisch überhaupt geht)?

    Ist jemand von euch selbst sogar Waldbesitzer oder kennt jemanden der das ist? Oder übt ihr eure Skills einfach und versucht unentdeckt zu bleiben?

    Würde mich sehr interessieren wie ihr das normalerweise handhabt.

  • Hey thesevenwild!


    Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendein Waldbesitzer Interesse daran hat, dass du in seinem Wald rumzündelst. Das Risiko ist für den Waldbesitzer einfach schwer kalkulierbar. Der kann ja nicht wissen ob du dich verantwortungsvoll verhälts oder ein Saufgelage mit Scheiterhaufen veranstalten möchtest. Spinner gibt es hierzulande leider auch genug, daher kommen ja erst unsere recht strengen Gesetze.


    Ich für meinen Teil mache relativ selten ein richtiges Lagerfeuer, und wenn dann nur bei nasser Witterung oder im Winter, was die Sache auch relativ aufwendig gestaltet. Öfter benutze ich einen Hobokocher, das ist zwar immer noch verboten aber man hinterlässt kaum spuren und kann sich zur Not darauf herausreden, dass die Sache irgendwo eingegrenzt und kontrollierbar ist. So einen Hobo hat man im Zweifel auch ganz schnell gelöscht und weggepackt.

    Bei Waldbrandgefahr kommen für mich nur noch Gas und Spiritus in Frage. Auch dies ist immer noch illegal wird aber meiner Erfahrung nach kaum wahrgenommen weil man keinen Rauch und kaum sichtbare Flammen hat.


    Wenn es darum geht Bushcraftskills zu üben für die ein richtiges Feuer unerlässlich ist dann ziehe ich, so traurig das klingen mag, meinen eigenen Garten vor. Da kann ich machen was ich will ohne ständig hinter mich zu schauen. Wobei selbst dies genaugenommen an der Grenze der Legalität liegt, aber meine Nachbarn rufen nicht gleich die Polizei wenn ich ein wenig rum kokel.

  • Irgendwo im Wald ein Feuer machen geht für mich gar nicht.

    Lagerfeuer gibts nei mir in der Regel nur bei mir im Garten (ein Hoch auf meine Nachbarn) oder auf Tour in Schweden.

    Die Deutschen sind halt auch in dieser Hinsicht ... anders. Ist aber vollkommen verständlich bei den vielen unvorsichtigen und hirnlosen Möchtegerns.

    Es gibt auch dünner besiedelte Landstriche in diesem Land, wo hier und da eine Kommune auch einen oft schön gelegenen Grillplatz hat. Zu finden zb auf Wanderkarten. So hat man schon mal nicht das Parkfeeling. Da kann man zb mal anfragen und ne Tour drumherum planen.

    "Die Natur kümmert sich nicht um die Menschen, welche sich nicht für sie interessieren. Aber denjenigen die es tun, denen gibt sie alles, was diese brauchen." Sylvain Tesson: In den Wäldern Sibiriens

  • Hallo Skuzzlebud und MPO,

    erstmal danke für eure Antworten. Grundsätzlich finde ich die deutschen Gesetze hinsichtlich Schutz vor Waldbränden richtig und gut so!
    Mir geht es tatsächlich auch nicht ums Rumzündeln sondern eher ums Üben.


    Leider habe ich nicht das Glück einen Garten zu besitzen und ich will auch nicht wild irgendwo ein Feuer im Wald machen.
    Die grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen kenne ich und während der höchsten oder zweithöchsten Waldbrandstufe würde ich auch immer auf Feuer im Wald verzichten.

    Nur wäre es halt schön auch mal Dinge ausprobieren zu können, ohne immer im Hinterkopf haben zu müssen, dass man gerade gegen das Gesetz verstößt.

    Ich denke auch wenn man mit einem Waldbesitzer ins Gespräch kommt und sich vielleicht auch näher über die verschiedenen Themen austauscht, können auch interessante Begegnungen entstehen.
    Ich denke ein Waldbesitzer sieht es auch lieber wenn jemand danach fragt, ob man dessen Erlaubnis haben kann, als dass man einfach ein Feuer macht.

    Das zeigt aus meiner Sicht zumindest ein gewisses Maß an Respekt und dass man sich auch versucht an die Regeln zu halten.

    Wer weiß, der eine oder andere würde dann vielleicht sogar zustimmen.

    Die Schwierigkeit liegt eher darin herauszufinden wer der jeweilige Besitzer des Waldes ist. Schließlich findet man ja im Normalfall nicht einfach ein Schild auf dem steht "Ich heiße x,y,z....dieser Wald gehört mir...hier meine Kontaktdaten" :D

  • Die Idee mit dem Waldbesitzer in Kontakt zu treten ist an sich nicht schlecht, allerdings steht der Waldbesitzer auch nicht über dem Gesetz. Mit oder ohne Erlaubnis- Feuer im Wald bleibt Feuer im Wald und ist somit immer noch verboten. Es muss ja nicht der Waldbesitzer sein der dich "erwischt" und anzeigt.

    Der Wald ist kein Privatgrundstück sondern öffentlicher Raum Waldbesitzer hin oder her.

  • Hm, also ich habe sehr oft gelesen, dass ein Waldbesitzer grundsätzlich in seinem Wald Feuer machen bzw. auch anderen Personen die Erlaubnis zum Feuermachen erteilen darf.
    Dieser Artikel beschreibt's eigentlich ganz gut: https://survival-kompass.de/feuer-im-wald/
    In der einen oder anderen dort aufgelisteten Landesgesetze steht auch z.T. explizit drin, dass der Waldbesitzer jemandem die Befugnis erteilen kann.

    Würde mich auch wundern wenn es anderes wäre, schließlich rühmen sich ja auch einige der bekannteren YouTuber damit Waldbesitzer zu sein und damit quasi entscheiden zu können wann und wo sie Feuer in ihrem Wald machen (klar, wenn eine entsprechende Waldbrandstufe herrscht, dann dürfen auch Waldbesitzer nicht, aber sonst eigentlich schon).


    Mit entsprechender Erlaubnis des Waldbesitzers sollte man also auf der sicheren Seite sein.


    Kann denn jemand Regionen empfehlen wo es gute offizielle Feuerstellen gibt?

  • Bei uns in Rheinland-Pfalz hatten wir in der Vergangenheit ein paar Plätze aufgetan, die wir für unsere viel zitieren Forentreffen anmieten und dort wunderbar Feuer machen konnten. Meist mit einer zentralen Feuerstelle, aber für Hobokocher zu betreiben gab es stets viele Gelegenheiten.

    Diese Plätze waren immer an, oder im Wald.

    Dann gibt es in Rheinland-Pfalz auch sogenannte Trekkingplätze, die an bekannten Wanderstrecken liegen. Für nen Zehner darf man dort ganz legal eine Nacht zelten und auch natürlich die Feuerstelle nutzen. (außer bei Waldbrandstufe 4 aufwärts)

    Diese Plätze liegen auch immer inmitten eines Waldes. Totholz darf man sich dort meist im Wald nehmen!

    LG Parzival :kellykettle

  • Skuzzlebud: Man kann ja nicht alles wissen, gerade im Paragraphen Jungle Deutschland ist sowas auch nicht wirklich leicht zu finden.


    Ich schätze mal bei Staatsforst müsste man die für den Forst zuständige Stelle anschreiben. Aber bis man das dann herausgefunden hat, hat man vermutlich keine Lust mehr ein Feuer zu machen. :D

    Mein alter Ego Sacki hat sich über das Thema Feuer im Wald übrigens mal in 2 Videos ausgelassen. Fand das sehr informativ. Leider hilft mir das auch nicht weiter, wenn ich wissen möchte wem ein bestimmtes Waldstück gehört, damit ich weiß wen ich fragen muss :lagerfeuer



    Scheint also sehr schwierig zu sein geeignete Gebiete zu finden, wo man ggf. auch frei zugängliche Feuerstellen findet.
    Hab mir nochmal Teil 2 von Sackis Video angeschaut... folgende Möglichkeiten haben wir also um auf legalem Wege ein Feuer im Wald zu machen:

    1. Genehmigung von der Förstbehörde einholen. Ich schätze dieser Punkt sollte sich am schwierigsten gestalten. Und mit dem ganzen Papierkram vermutlich nicht für spontane Ausflüge geeignet.

    2. Waldbesitzer sein oder jemanden kennen der es ist. Ich glaube damit hat man den Jackpot.

    3. Eigenes Grundstück mit Garten... hat nur leider nicht jeder :(

    4. Nach Schweden auswandern oder in ein anderes Land mit Jedermannsrecht :D

    5. Öffentliche Feuerstellen nutzen....aber erstmal finden

  • Feuer machen im Wald ist natürlich auf Plätzen die dafür gekennzeichnet sind bestens geeignet. Sollte also ein Schild dran hängen: ÖFFENTLICHE FEUERSTELLE, allerdings kenne ich keine. Eine Feuerstelle die schon da ist, ist eine Feuerstelle, solange nicht ein Schild dran hängt wie gerade erwähnt, ist es lediglich eine Feuerstelle die ein Vorfahr errichtete. Da kann man ja denken: ah, geil, eine Feuerstelle. Aber ist die nun zum Feuermachen zu gebrauchen? Wenn kein Schild dran hängt eigentlich nicht, die liegt aber so günstig also warum nicht doch. Außerdem ist ja keiner da, Erfahrung haben wir ja auch, wird bestimmt gleich kalt, müsste eigentlich auch erst einmal Holz holen. vor allen Dingen genug davon. Ein weiteres Problem. Was ist genug? Ich bin auch schon mal aus dem Wald geschmissen worden ohne ein Feuer zu machen, ob das ein Staats-, Land-, oder priv. Wald war kann ich nicht beurteilen. Waren ja keine Schranken aufgebaut, null Registrierung, irgendwo im Taunus, keine Ahnung wem da die Bäume gehören. Dort Feuer machen sollte man vermeiden. Andererseits waren wir auch mal auf'ner Tour im Dahner Felsendingens, haben Feuer gemacht, sogar an einer Weggabelung. Zwar nur auf meiner von der Eisdiele geklauten Aluuntersetzer wo die Ästchen aber in laufe der Zeit schon immer größer wurden. Manchmal verändert sich die Hemmschwelle durch Kälte, happyness, Alkohol,...am besten fragt man Sacki Sackmann, irgendwie behauptet der er wisse alles, es gibt noch mehr so Pfeiffen, werden jeden Tag mehr.

    Mein letzter Aufenthalt auf einem Treckingplatz war so frustrierend durch die Gespräche der Fremden anderen am legalen Lagerfeuer das ich bis jetzt das Angebot nicht mehr wahrgenommen habe. Diese Treckingplätze gibt es im übrigen in verschiedenen deutschen Wäldern die durch googeln zu finden sind

  • Bei den Trekkingplätzen am Soonwaldsteig hatte ich etwas zwiegespaltene Gefühle. Zum einen finde ich es natürlich gut, dass es sowas gibt, aber bei der Lage der Plätze hatte ich teilweise das Gefühl, dass der Commerz da teilweise eine größere Rolle gespielt hat als eine Sinnvolle Lage. Vor allem wenn die Plätze nahe der Landstraße liegen, also eine gute Erreichbarkeit mit dem Auto bieten, dafür aber Kilometerweit vom nächsten Gewässer entfernt sind gibt mir dies zu denken auf.

    Gerade in brandschutztechnischer Sicht war das sehr Fragwürdig.

    Den ausführlichen Bericht vom Soonwaldsteig samt einiger Feuer/Übernachtungsplätze findet ihr HIER

  • die Treckingplätze im Pfälzerwald die mir bekannt sind waren auch alle von lauffaulen Volk gut zu erreichen. Es gibt auch Beurteilungen von diesen die beanstanden das die Toilettentüren blöderweise der Feuerstelle zugewandt sind, was selbstverständlich total daneben ist, aber einem der den ganzen Tag gelaufen daher kommt wohl froh sein wird das überhaupt eins da steht.

  • wow, was ne Menge Text seit meinem letzten Besuch.


    thesevenwild_de ich stelle zwei Dinge fest: Gute Grundeinstellung und wird Ueit das C... vorbei ist es wieder ein Forentreffen gibt.


    Wanderkarten Gibts im Zweifelsfall sogar über Amazon.


    Und warum muss es überhaupt ein Wald sein. Feuertechnisch (und rechtlich) eh am

    unglücklichsten jemandem zu erklären.

    Wenn's nur zum Üben sein soll, frag den nächsten Bauer.

    "Die Natur kümmert sich nicht um die Menschen, welche sich nicht für sie interessieren. Aber denjenigen die es tun, denen gibt sie alles, was diese brauchen." Sylvain Tesson: In den Wäldern Sibiriens

  • Ich bin auch schon mal aus dem Wald geschmissen worden ohne ein Feuer zu machen, ob das ein Staats-, Land-, oder priv. Wald war kann ich nicht beurteilen.

    Ich auch recht unsanft von einem Jäger (typischer junger Schnösel), der meinte, dass er Polizeigewalt im Wald hätte. Ich hab dann die echte Polizei gerufen, weil der so saufrech war. Monate später, hatte das schon fast vergessen, flatterte eine Vorladung zu Gericht ins Haus. Angeklagt war der Jäger:lol vom Staatsanwalt wegen Nötigung und Drohungen. Ich musste Zeuge machen und er verlor seinen Jagdschein:danceDa wo ich jetzt wohne wäre das wohl anders gelaufen, weil dort alle miteinander verwandt sind. Das sieht man sogar.:skeptisch

    Normalerweise bin ich nicht der Anzeigetyp. Ich bin in einer Jägerfamilie aufgewachsen. Die Jäger damals waren alle locker.

    Früher hat es bei uns niemanden gestört, wenn ich im Wald gelagert und Feuer gemacht habe.

    Neulich beim Spaziergang habe ich 2 Ortschaften weiter eine schöne öffentliche Feuerstelle in einem Feldgehölz entdeckt. Da stand auf einem Schild, man soll sich bei der Gemeinde anmelden. "Zelten und Campen ohne Erlaubnis verboten". Da wohnt man viele Jahre in der Gegend und?( hat keine Ahnung. Mittlerweile kenne ich noch eine an einem See. Stehen aber nicht im Internet. Mein Tip: einfach mal bei den Gemeinden anfragen.

    Wir leben in einer Zeit, wo man von allem den Preis kennt, aber von nichts den Wert.

  • das haben wir auch schon, Antwort: klar, können sie machen, wo wohnen sie denn, was?, nicht bei uns im Ort? Nein, das geht nicht, fremde wollen wir hier nicht haben.

    Allerdings muss ich sagen das ich ja genau so reagiere denn auf einem von mir gepachteten Waldgrundstück kommt auch keiner drauf den ich nicht kenne und ich nicht dabei bin.

  • Ich kenne z.B.eine Feuerstelle in einem Wald, die ich seit 13 Jahren regelmäßig benutze, die es dort aber schon wesentlich länger gibt! Diese Feuerstelle ist 100% nicht legal, aber wohl "geduldet". Bis heute gab es dort weder Vandalismus noch sonst welche Probleme mit Müll, oder anderem Mißbrauch.


    Ich will jetzt hier kein "wildes Feuer machen im Wald" propagieren, aber ich kann mir gut vorstellen, wenn man seine Gegend genau und intensiv durchkämmt, dann könnte man vielleicht "Glück" haben..

    Wichtig ist nur, dass immer die Vernunft die oberste Regel ist, was den Ort, die Jahreszeit, die Art und Weise, Größe und natürlich den Zustand bei Verlassen der Location angeht! Ihr wisst, was ich meine... ;)


    LG Parzival :kellykettle