Unterschätzt: das Geißblatt

  • Heute Nachmittag im Wald kam ich an der „einheimischen Liane“ vorbei – dem Geißblatt.
    Diese sehr praktische Pflanze scheint mir ziemlich unterschätzt und zu wenig beachtet, daher möchte ich euch einfach mal auf sie aufmerksam machen.


    Befreit man die Liane vom Bast und ist sie noch nicht ausgetrocknet, so erhält man ein sehr flexibles und ziemlich stabiles Material welches sich als Notseil oder zum flechten benutzen läßt.
    In einem Schnellversuch probierte ich auch damit Feuer zu machen, indem ich mit einem guten Meter der Geißblatt - Liane welcher in etwa 10mm stark war einfach an einem Stück Ast hin und her gerieben. Dabei lag der Ast auf einem anderen, sodaß die Liane sich frei bewegen konnte. Schon nach zehn-, fünfzehn mal hin- und herziehen fing das Holz an zu qualmen.
    Weitere Versuche werden mit gutem Holz folgen!



    Den Bast kann man auch sehr gut verwenden: getrocknet als Zundermaterial (nach der Blüte kann man auch massenhaft Zunder absammeln, welches ähnlich dem Distelflaum ist), vom Grobzeug befreit kann man auch ziemlich schnell gute Schnüre daraus drehen.




    Und auch die Katze hat schon eine Verwendung gefunden ;-)


  • Dein Waldgeißblatt nennt man auch Je-länger-Je-lieber, da es sehr schnell wächst und sehr lange Triebe hat, für die du eine prima Verwendung gefunden hat. Muß ich auch mal ausprobieren.


    sylvi :mädchen

  • @ Ilves Wie kommst du bei Lonicera an den "Distelflaum " ran. Hab dort bisher immer nur total verlauste Abblüte und nicht lang danach die typische Doppelbeere gefunden. Könnte sich in dem Geranke da bei dir ne Clematis vitalba(Waldrebe) zwischengemogelt haben, von der nutze ich die Puschel zum zünden. Die Standortansprüche wären ja sehr ähnlich, zumindest vertragen die beiden sich bei mir am Rankgerüst so sehr das sie sich umschlingen.


    Grüße Waldläufer