Wie habt ihr Pilzkunde gelernt?

  • Ich beschäftige mich seit einigen Wochen mit Pilzen. Wenn man sich als Einsteiger damit beschäftigt hört man stets, auf keinen Fall alleine gehen und nur mit jemandem der sich wirklich gut auskennt! Nur musste es jeder doch einmal lernen und als es noch kein Internet gab, war es bestimmt noch schwieriger. Mein Ansatz ist, dass ich mit einem großen Pilzlexikon und einer Handy App losziehe. Ich weiß, der App sollte man keinesfalls vertrauen, sie dient eher dazu, dass ich im Buch gleich auf der richtigen Seite nachschaue. Wie habt ihr euch das Pilze sammeln und erkennen beigebracht?

  • Hallo und willkommen - schön wäre es, wenn du dich hier auch noch vorstellen würdest.
    Vorstellung

    Viele richtige Tipps hat man dir ja schon gegeben - klar jeder hat es eimal gelernt - aber auch wenn du die Tanne mit der Eibe verwechselst und dir einen leckeren Tee machst - war das dein letzter.
    Aber es gibt auch ein paar einfache Pilze - z.B. den Parasol - da gibt es so 3-4 Merkmale - da kann man ihn gut unterscheiden - oder Krause Glucke - selten aber sehr lecker.
    Am einfachsten ist es aber, wenn du mal mit jemand mitgehst - so ein paar mal, der dir am Objekt zeigt, worauf es ankommt.
    Z.B. der Fliegenpilz - da musst du viel von essen, bis du stirbst - wobei das natürlich auch bei jedem Mensch verschieden ist - aber wenn du den grünen Knollenblätterpilz war es wahrscheinlich der letzte.
    Schau doch mal, ob es nicht bei euch auch Pilzwanderungen gibt - evtl. auch Volkshochschule.
    Habe ich gemacht - macht viel Spaß - anschließend wird gekocht - frage doch mal beim Nabu - oder versuche mal herauszubekommen, wer bei euch Pilzsachverständiger ist - der müsste das auch wissen.
    Auf jeden Fall viel Spaß beim Pilze suchen. Und wo du dir nicht sicher bist - das bleibt im Wald!

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Hej hej.


    Ich sammele fast nur Röhrenpilze. Da kann man den wenigsten Schaden anrichten. Aber auch da sammele ich nur die, die ich kenne.

    Ansonsten hole ich mir gerne Tipps in einem speziellen Forum. Wenn du wissen möchstest, welches Forum ich meine, kannst du mir gerne

    eine PN schicken. Doch auch dort bekommt man nur (gute) Tipps, niemals das OK zum Verzehr von Pilzen. Das kann dir nur ein Pilzsachverständiger

    in deiner Nähe geben. Ansonsten sind natürlich Pilzwanderungen, wie outdoorfriend schon schrieb, mit Leuten, die sich auskennen, eine gute Sache.


    *winks* und "gut Pilz" (oder wie man so sagt) ;-) Ted


    "Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen." (Ludwig Wittgenstein)

  • Das Basiswissen habe ich ganz traditionell in der Familie, von Vater, Onkel, Oma, Opa gelernt. Bei uns wurden auch zum größten Teil "Schwammpilze" gesammelt. Mit denen kann man nicht so viel falsch machen bzw. kann man sich mit Schwammpilzen zu mindest nicht umbringen. Ich habe da vor einigen Jahren mal einen relativ ausführlichen Beitrag zu geschrieben:

    Findest du hier.


    Des weitern beschränke ich mich beim sammeln auf einige wenige Pilzarten welche ich zweifelsfrei identifizieren kann und welche keine gefährlichen "Doppelgänger" haben. Gerade unter den Lamellenpilzen gibt es einige Speisepilze die sehr giftigen Exemplaren relativ ähnlich sehen.


    Am besten und sichersten lernt man aber immer noch wenn man jemanden dabei hat der einem die spezifischen Merkmale der einzelnen Pilze vor Ort aufzeigen und erklären kann.


  • Mein Bsiswissen habe ich mir selbst beigebracht. Mit viel Neugier, der Suche nach Pilzen (auch rein um sie zu bestimmen) und mehreren Büchern. Was mir schnell klar wurde ein wichtiger Punkt war: "mehrere".

    A) Sind die Bilder teilweise sehr unterschiedlich.

    B) Unterscheiden sich die Erfahrungen der Autoren (manchmal auch in Punkto Essbarkeit)

    C) Fehlen in den kleinen oft die nahen Verwandten, die sich in ihrer Essbarkeit auch teilweise schon unterscheiden.


    Ich hab dann oft ein kleines für die Erstbestimmung genommen und dann mit zwei dickeren Büchern geprüft, was die allgemeine Schnittmenge ist.


    Dabei sind dann irgenwann ein paar klar erkennbare Pilze einfach hängengeblieben (wie Outdoorfriend es schon sagte). In die Reihe setze ich zb Noch den Schopftintling.


    Gerade bei den Lammelenpilzen, zb Täublinge oder auch Treuchlinge, gibt es einige, die sich absolut ähnlich sind. Teilweise bis auf mikroskopische Ebene. Da erkenn ich die Familie und lass einfach die Finger von.


    Der Rest zum Basiswissen kamm wie so oft über die Jahre, von und mit anderen Pilzfreunden.

    "Die Natur kümmert sich nicht um die Menschen, welche sich nicht für sie interessieren. Aber denjenigen die es tun, denen gibt sie alles, was diese brauchen." Sylvain Tesson: In den Wäldern Sibiriens

  • Ich habs bisher so gemacht eher die bekannten ,, Schwammerl" also die Steinpilze zu sammeln, nutze aber auch 2 Bücher um mich während der Saison immer noch etwas zurück zu versichern was die anderen Pilze wie Maronen, Ziegenlippen usw anbelangt.


    Aber im Zweifel bleiben die ,,Angeklagten" einfach stehen.

  • Jeder kennt ja die grob umrissenen großen Pilzgruppen, kennt die Nutzbarkeit vom Schwammerl etc. Aber ich wurde damals mal von einem Kollegen mit zu einem Kongress genommen, da ein anderer Kollege den wohl veranstaltet hat(ging Primär um Vorträge über Medizin und Naturheilkunde und wurde damals glaub ich veranstaltet von der p&r kongresse gmbh). Und da gab es einen Redner der hat locker eine 3/4telstunde nur über die verschiedenen Nutzbarkeiten von heimischen Pilzen gesprochen. Von gesunden Inhaltsstoffen bis hin zu Therapeutischen Wirkungen sogenannter Psylo-Pilze (quasi Magic Mushrooms) und da war ich echt Baff! Alleine letztere verschaffen durch ein Therapiverfahren in England mehreren Tausenden Menschen Linderung bei Chronischen Krankheiten. Und bis auf die anderen Redner, bei denen ich echt nur Bahnhof verstand (größtenteils medizinische Ausdrucksweise) hat mich der "Naturheiler" in meiner Seele als Bushcrafter gepackt und mir ein Thema erschlossen, worauf ich, trotz Liebe zum Wald, nie im Leben alleine in der Tiefe gekommen wäre. Hat mir damals nen mega langweiligen Nachmittag voller Vorträge versüsst. Bin auch nie wieder so tief reingegangen, aber das wollte ich einfach mal loswerden :D