Kirschen vs. Vogelkirschen

  • Hallo.


    Zur Zeit gibt es bei uns an jeder Ecke Kirschen 🍒, so richtig viele in verschiedensten GrĂ¶ĂŸen und Farbtönen.


    Ich wollte sammeln gehen da sagt mir meine Frau was von Vogelkirschen und dass sie meint dass die bzw. deren Kerne giftig seien. Jetzt bin ich etwas verunsichert.


    Könnt ihr mir da Tips geben,wwie ich die auseinander halten kann und ob es tatsÀchlich giftige Kirschen oder Kerne gibt. Ich hab aber nicht vor die Kirschsteine zu essen.


    In Botanik habe ich leider wenig Kenntnisse.


    Viele GrĂŒĂŸe

    Indi

  • Die Vogelkirsche ist nicht giftiger als die SĂŒĂŸkirsche oder Sauerkirsche. Lediglich der harte Steinkern, der in den FrĂŒchten enthalten ist, ist giftig.

    Solange du den Kern nicht aufknackst und verzehrst - ist alles gut.

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Also das kommt vielleicht von den Vogelbeeren - die sind aber auch nicht wirklich giftig - die haben ParasorbinsĂ€ure das in großen Mengen zu Unwohlsein fĂŒhrt.
    Dann gibt es z.B. die Tollkirche - Die erst grĂŒnen und dann schwarz glĂ€nzenden (niemals roten) BeerenfrĂŒchte Ă€hneln in Form und GrĂ¶ĂŸe einer Kirsche.
    Hier ist die gesamte Pflanze und die Wurzel giftig - Die Beeren sind stark giftig, nur wenige Beeren können ein Kind töten.

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Die Verwechslung von Kirschen und Vogelbeeren bzw. Vogelkirschen halte ich fĂŒr nahezu ausgeschlossen. Wenn ich das richtig verstehe sind mit Vogelkirschen die FrĂŒchte der Eberesche gemeint. Zum einen unterscheiden sich FrĂŒchte ,BlĂ€tter und Wuchsform des Baums stark von der echten Kirsche und zum anderen werden die Vogelbeeren erst im August und September reif. Da sollten alle normalen Kirschen schon lĂ€ngst durch sein. Wie schon oben erwĂ€hnt sind Vogelkirschen auch nicht wirklich giftig. Auch die Kerne sind harmlos so lange man sie nicht knackt und das Innere verzehrt ohne es vorher zu erhitzen. Dies trifft im ĂŒbrigen auf die Kerne aller RosengewĂ€chse zu, weil diese BlausĂ€ure enthalten. Also auch auf die Kerne von Äpfeln, Kirschen, Birnen, Pflaumen, Pfirsichen usw.

    Tollkirschen hingegen sehen eher aus wie kleine schwarze Tomaten mit ĂŒbergroßen KelchblĂ€ttern und wachsen nicht an BĂ€umen sondern an StrĂ€uchern, sind aber im Gegensatz zu Vogelbeeren wirklich sehr giftig.

  • Hi Holger - die Vogelkirsche ist ein RosengewĂ€chse, lat.: Prunus und dann je nach Sorte.

    Die anderen habe ich nur genannt, aus der Überlegung wo das herkommt Vogelkirschen sind giftig.

    Vogelbeeren sind die FrĂŒchte der Eberesche http://outdoorfriends.net/images/Lex/IMG_9488.jpg


    Tollkirsche die habe ich leider nur in grĂŒn

    RIMG3783.jpg

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Vogelkirschen sind völlig ungiftig. Ich hab die schon tagelang im Wald gegessen, weil es nix anderes gab, das so leicht zu bekommen war. Zuviel kann Durchfall verursachen, genauso wie die Kirschen vom Supermarkt.

  • Vogelkirschen sind einfach nur die "nicht Zuchtform". Nicht so groß, nicht so "geil", sonst ziemlich gleich zu denen vom Supermarkt.


    Ja, in manchen Landstrichen sagt man auch zur Eberesche Vogelkirsche Dazu "siehe oben"


    Was mittlerweile noch stark verbreitet ist, ist die Traubenkirsche. Mangels Ahnung in der Bevölkerung auch gern als Vogelkirsche bezeichnet. Schau sie dir bei Google Bildersuche an, dann weißt du, ob das vielleicht die von deiner Frau gemeinte ist. Lass die Finger von. Giftig sind zwar andere Dinge, aber gut bekommen tun die auch nicht.

    "Die Natur kĂŒmmert sich nicht um die Menschen, welche sich nicht fĂŒr sie interessieren. Aber denjenigen die es tun, denen gibt sie alles, was diese brauchen." Sylvain Tesson: In den WĂ€ldern Sibiriens

  • Die Vogelkirsche Prunus avium ist eigentlich ziemlich lecker, nur sind die FrĂŒchte halt kleiner als die Zuchtformen. Sie ist der Vorfahr unserer SĂŒĂŸkirschen und sieht diesen auch im Pflanzenwuchs sehr Ă€hnlich.

    Die Traubenkirsche Prunus padus sieht etwas weniger kirschenartig aus, schmeckt auch weniger berĂŒhmt und kommt oft nur als (Groß-)Strauch statt als regelrechter Krischbaum vor, wird aber in Russland bzw. Sibirien gerne verzehrt. Und zwar werden die FrĂŒchte nach dem Sammeln getrocknet und dann oft zu Mehl verarbeitet.


    Das Traubenkirschenmehl kommt dann z.B. beim Kuchenbacken zu Einsatz. Bestimmt kann das getrocknete Fruchtfleisch auch bei der Bereitung von Mors verwendet werden, das ist eine Art FrĂŒchtetee- Sirup aus verschiedenen aufgekochten TrockenfrĂŒchten, den man Kindern reicht.

    Eberesche nennt man hier auch Vogelbeere, aber Verwechslungsgefahr mit Kirschen besteht nicht. Die FrĂŒchte sind roh ungenießbar.