Wasser abkochen

  • Das ist genau dass, was ich immer gesucht habe.
    In dieser Laborstudie werden ja in hervorragender Weise Wasserfilter getestet -
    https://forum.urban-prepping.d…-ca-4-MByte/?postID=17706

    was mir da gefehlt hat - war ein Test eben mit dem schmutzigen Wasser vorher, damit man sieht, was alles drin ist und
    eine Charge, wo man es ganz einfach abkocht.

    Der Schweizer Freund Roli hat es immer nur abgekocht.

    Joe Vogels Artikel - Wie lange muss Wasser kochen.
    https://vivalranger.com/index.php/error

    ist leider nicht mehr da -
    aber er sagte -

    Um Wasser trinkbar zu machen und im Wasser befindliche Mikroorganismen zu deaktivieren reicht es aus das Wasser kurz bis zu Blasenbildung aufzukochen (80°C)
    Das "Höhenproblem" (Siedepunkt des Wassers sinkt je 100 Höhenmeter um ca. 0,5K) ist zu vernachlässigen.

    Andere schreiben 3 Minuten lang kochen und 1 Minute länger je 150 Höhenmetern.

    Es gibt allerdings besondere Bakterien und Viren, die bei 100 °C überlebensfähig sind und solche, die Sporen bilden.
    Chemische Verunreinigungen im Wasser sind leider nicht immer offensichtlich erkennbar und treten meist dort auf, wo sich menschliche Ansiedlungen, landwirtschaftliche Nutzflächen oder industrielle Anlagen befinden.

    Von daher, denke ich, es ist immer noch gut, wenn sich etwas mit den Bioindikatoren auskennt und das Wasser dahingehend untersucht.
    https://ftp.gwdg.de/pub/mpil-s…0Gew%E4sserqualit%E4t.pdf

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Um Wasser trinkbar zu machen und im Wasser befindliche Mikroorganismen zu deaktivieren reicht es aus das Wasser kurz bis zu Blasenbildung aufzukochen (80°C)

    Das ist immer so eine Sache mit den Temperaturen. Gut beurteilen kann man, volles Kochen. 3 Minuten volles Kochen sollte überall dafür sorgen, dass alles abgetötet ist.

  • Dazu sollte man noch sagen, dass die meisten Bakterien und Viren, welche sich in unserem Körper wohl fühlen und /oder für uns gefährlich werden können schon bei weitaus geringeren Temperaturen absterben. Ausschlaggebend dafür ist, wann die Eiweiße in den Bakterien, Viren oder Einzellern gerinnen. Die allermeisten Erreger, welche auf menschliche Körpertemperaturen ausgelegt sind, sollten schon nach wenigen Sekunden bei 50 -60 Grad Celsius durchgegart sein. Selbst ein hohes Fieber ist schon in der Lage, die Ausbreitung der allermeisten Viren und Bakterien zumindest einzudämmen.

    Sicher gibt es Bakterien welche sich auch bei 70, 80 oder 100 Grad noch super wohlfühlen, allerdings haben diese auf den menschlichen Organismus keinerlei Einfluss.

    Das mit dem drei, fünf oder zehn Minuten lang kochen ist weder erwiesen noch nachvollziehbar. Wenn man für den Menschen relevante Mikroorganismen einmal zum kochen bringt, sind diese aufgrund ihrer geringen Größe unmittelbar durchgegart und somit auch ziemlich tot.

    Und die werden auch nicht noch toter wenn man sie noch länger kocht.

  • Ray Mears hat ja auch immer nur durch so ne Stofftasche vorgefiltert und dann gekocht. Er meinte auch in irgendeinem Film, dass 3 min bei 60 Grad reichen würden.


    Aber ich lasse Wasser auch immer einmal aufkochen... wer weiß denn schon, wann es 60° hat?!

    Am Ton und den kleinen Blasen weiß ich genau, wann es ca. 80° hat (Erfahrung aus chin. Tee-Zeremonie).

    Aber einmal aufkochen lassen, kann nicht schaden und reicht dann aber auch. Es gibt wohl keinen ernsthaft bedrohlichen Keim, der Sieden überlebt.


    Schwieriger ist das Thema eher bei Fleisch auf dem Feuer und sontigem Essen draußen.

  • Fast zwei Jahre habe ich mit einem Wasserfilter rumgemacht (MSR MiniWorks EX). Kaum negative Erfahrungen gemacht. Als einzigen negativen Aspekt würde ich vielleicht aufführen wollen, dass der Filter aus meiner Sicht relativ schnell verstopft. Säuberung, Abkochen und Trocknen des Filterelementes habe ich nach Urlauben oder Kurztripps immer sehr penibel durchgeführt. Kann lästig werden.

    Mittlerweile bin ich wieder beim Abkochen gelandet. So hat es mir mein Vater erklärt und so wurde es mir auch beim Wehrdienst nahe gelegt. Als junger Bursche mit Moped und Zelt im Südeuropa und Nordeuropa kannte ich gar keine andere Methode der Wasseraufbereitung. Vom Wasserfilter bin ich wieder weg, weil es mir ein System ist, was prinzipiell ausfallen kann. Da brauch nur irgendein Dichtring im Pumpengedöns kaputt sein, schon hat man ein Problem, wenn man nicht für so Fälle vorbereitet ist. Abkochen geht immer! Wegen der Temperaturen brauche ich auch keine wissenschaftliche Abhandlung. Eine Weile ordentlich blubbern lassen. Fertig!

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

  • Ich hatte auch mal einen Wasserfilter, einmal ist er mir kaputt gefroren, ein anderes Mal vergammelt, trotz trocknen. Als wir in Kanada waren, haben wir auch nur abgekochtes Flusswasser verwendet. Wir leben noch... Abkochen hilft natürlich nicht gegen Schwermetalle und Chemikalien, da sollte man schon gucken wo man sein Wasser schöpft. Aber unterm Strich und mit einer guten Portion gesunden Menschenverstand, halte ich es auch für eine der ältesten wie sichersten Methoden, Trinkwasser zu gewinnen.

  • Filtern geht wesentlich schneller, braucht keinen Brennstoff + Metallbehälter und ist auch bei allerhöchster Waldbrandgefahr jederzeit legal möglich. Außerdem kann man das Wasser kalt trinken. Das sind schon ein paar bedeutende Vorteile. Wenn da nur die bereits geschilderten Nachteile nicht wären. :(

  • Im Camp ist es sowieso egal - da hat man reichlich Wasser mit.
    Bei einer Wanderung ist es mir einmal passiert, dass ich am liebsten so ein Teich leergetrunken hätte - dann an der Tankstelle - die erste Flasche war schon bis ich dran kam an der Kasse leer.
    Von daher gab es den kleinen Sawyer - der frisst kein Brot.
    Macht man natürlich lange Touren, so wie der Guido und es gibt da kein Wasser (zu kaufen / Quelle) dann ist es halt die Frage.
    Aber wie Mittagsfrost sagt - für eben schnell mal - ist der Filter schon gut.

    Bei uns ist ja eigentlich immer das Problem mit der blöden Gülle und Glyphosat und Co.
    Erst, wenn man höher kommt, dann fällt das weg.

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner