Ministativ für unterwegs

  • Hallo,


    manchmal machts ein wirklich kleines Stativ. Einfach die Kamera hinstellen, ausrichten und fertig. Klar gibts kleine Stative für ganz wenig Euronen zu kaufen, aber die halten nicht lange und sind meist kippelig. Außerdem sind die Stative nur zum Kippen, nicht dreh- und schwenkbar.


    Daher nahm ich mir einen Kugelkopf, bohrte unten 3 Löcher rein, da drin 3 Stahlstifte eingeklebt und fertig. Geklebt habe ich mit 2K-Kleber, das hält bombenfest. Erst wollte ich die Stifte einschrauben (Transportgröße), doch man verliert die Stifte sicher unterwegs sehr schnell. Das Aluminium des Kugelkopfes ist an der Stelle auch nur 1,5mm dünn, ein Gewinde würde nicht lange halten.


    Größe rund 6x10cm, Gewicht 26 Gramm, Preis 2 Euro (beim Chinesen) + bissel Bastelarbeit



    Meine Kamera wiegt 280 Gramm, für das Ministativ ist das kein Problem.



    Durch das Gewinde unten am Kopf passt dieser immer noch auf ein größeres Stativ, die "Beinchen" stören gar nicht.



    Es lohnt übrigens an die beweglichen Teile ganz zart ein wenig Öl aufzutragen (Waffenöl, Nähmaschinenöl...). Dann hält der Kugelkopf länger.


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • Standfest ist das natürlich aber das starre Packmass ist schon abschreckend, kann eigentlich nur aussen am Sackruck befestigt werden !?
    Ich bevorzuge ja die flexiblen Teile ala Gorillapod. Leider lutschen die Gelenke beim Gebrauch "um Äste wickeln" recht schnell aus.

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Das Packmaß geht noch. Das Stativ ist ja sehr flach. Ich kann ja auch die Kugel mit dem Gewinde dran um 90° umlegen, dann habe ich eine Höhe von 4cm.


    Bei der Variante um Baum/Äste wickeln bekomme ich keine Stabilität rein oder kann die Cam nicht gut ausrichten. Zur Befestigung geht auch Theraband aus dem Fitnessbereich. Bitte nimm 10cm breites Band aus Naturlatex (hält länger, kannst auch doppelt falten) in den Farben grün oder blau (das wäre die Stärke, die Farbe gelb ist zu schwach). Einfach drumwickeln unter Zug-Spannung und das Ende unterschlagen, hält. Ab und zu das Band mit feuchtem Tuch vom Schmutz befreien. Solch relativ gute Bänder kosten ab 8 Euro für 2 Meter Länge.


    LG Sel

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  • Ich hatte das Somikon (44 Gramm) auch gesehen. Doch alles aus Plasik, die Höhe machts kippelig (Schwerpunkt kommt zu hoch). Da man den Kugelkopf eh wechseln muß gegen einen aus Alu.... (und 2 Euro Versand dazu). Nochmal wegen des Packmaßes:



    Nicht mal ein halbes Feuerzeug hoch (4cm) :)


    Ok, wir reden hier über paar Cent. Doch so sind auch andere Stative in dieser Preisregion. Was will man auch erwarten für den Preis?
    Das Klettband ist schlecht zum Befestigen. Das Band rutscht, es "klettet" nach einer Weile nicht mehr und wenns mal naß wird geht gar nüscht.


    Für mein Stativ habe ich mir jetzt noch einen Erddorn gebaut, der unten ins 1/4"-Gewinde passt. Den Dorn kann ich in festen Boden drücken, in einen morschen Baum stecken, zwischen Steinen einklemmen.... Wieder eine Erweiterung :)


    LG Sel

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    Edited 3 times, last by Sel ().

  • Schöne Sache Sel, Dein Stativ aus Metall. Die Idee mit dem Theraband ist Klasse!
    Nutze als langes 3-Bein-Stativ auch ein Metallteil aus den 1950er Jahren, ergänzt um einen modernen aber leichten Kugelkopf. Das wurde bislang in Sachen Packmaß, Auszugshöhe und Gewicht noch von keinem modernen Stativ geschlagen.


    Habe aber auch das angesprochene Kunststoff-Ministativ mit Klettband seit über einem Jahrzehnt im Gebrauch, nennt sich im Original "PEDCO UltraPod". Super klein, super leicht - und wirklich funktionell. Zusammengeklapt in etwa die Größe eines Taschenmessers. Hält auch schwere Kompaktkameras locker! Habe noch etliche Löcher zur weiteren Gewichtsverminderung in die Beine gebohrt, das macht nichts in Sachen Stabilität. Das Klettband wurde mit einem Klettband von einem alten Laptop-Netzteil verlängert - die sind lang und extrem leicht. Das hält 1000mal besser als diese schweren GORILLAPOD-Dinger. Also bei mir bewährt es sich bestens - in der Natur und bei Städtereisen. Der Kugelkopf ist aus Metall, und man muss ihn nicht so hochstellen wie auf dem Werbebild - dann liegt der Schwerpunkt sogar sehr niedrig.


    Gereon


    PS: Was natürlich auch geht: Eine flache Aluscheibe mit 1/4"-Fotogewindeschraube nach oben und 3 Löchern mit ca. 8-10mm Durchmesser. In die Löcher kommen vor Ort gefundene und passend angespitzte (Haselnuß)Stecken - fertig ist das 3-Bein-Stativ á la Bushcrafter.


    Oder ein "Bohnebeutel" / bean bag - gefüllt mit den Frühstücksflocken/kleinen Nudeln/... - den Unterbau aus Holz/Steinen bastelt man sich vor Ort.

  • Passt grade.


    Derzeit gibts bei Lidl einen Selfie-Stick für schlappe 13 Euronen. Mir kommt der recht stabil vor (gemessen am Preis). Wichtigste Sache: Im Griff ist ein Akku (3,7V, LiIon, 2600mAh), den man auch separat nutzen kann. Die Bluetooth-Funktion des Sticks ist erst mal Nebensache.
    Den Akku kann man prima zum Nachladen des Handys nehmen oder als Stromquelle für eine Lampe etc. nutzen. Habe getestet, mein Smartphone bekomme ich immerhin von fast leer auf 70% voll mit dem Akku. Ist auch logisch, die Kapazität des Akkus wird für 3,7 Volt angegeben, intern wird auf USB die Spannung auf 5 Volt hochgesetzt mittels Elektronik, schon ist die Kapazität weniger (mal gaaanz einfach erklärt)...





    Anzeige des Ladezustandes erfolgt mit blauen LED, ansonsten geht die Bedienung leicht über zwei Knöpfe. Länge des Sticks 44-94cm incl. des Griffstücks (geht auch ohne, dann 30-80cm), Gewicht komplett 230 Gramm, Austattung: der Stick selbst (zusammengesteckt 26cm lang), Handyhalterung, recht greifbarer und rutschfester Akku-Griff (Plastik 14,5x3,5x3,5cm), Ladekabel (20cm). Das Teil ist nicht wasserdicht.


    Ich werde am Wochenende das Ding noch bissel umbauen, sofern ich die Zeit finde. Bericht dann hier :D


    LG Sel

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    Edited 4 times, last by Sel ().

  • Das PEDCO sieht gut aus, leicht und stabil.
    Der Vorteil der Gorillapods o.ä. sind nun mal die flexiblen Beine. Um Äste, Steine, etc. sind die schon unschlagbar praktisch. Nachteil ist leider, dass die Gelenke sehr schnell ausleihern und dann sogar unter der "Last" einer Actioncam nachgeben. So habe ich bereits 3 verschiedene unbrauchbare hier rumliegen.
    Das leichte (<100g), flexible, stabile, 360° drehbare, haltbare, ... habe ich noch nicht gefunden.
    So ein nicht zusammenklappbares wie von Sel gebastelt kommt für mich nicht in Frage, da ich dann die Cam nicht angeschraubt in die Aussenbeintasche der Hose stecken kann. Und es kann nicht als Griff verwendet werden.

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Was beim Gorillapod die flex. Beine sind, ist beim Pedco das Klettband. Damit befestigt man das Stativ an glatten Verkehrsschildmasten, an Parkbanklehnen, an Ästen/Bäumen sowieso und noch an Vielem mehr - und zwar richtig stramm fest. DAS ist ja der Clou...ein simples 3-Bein-Tischstativ wäre ja nichts Besonderes.


    Übrigends: Tischstative mit 4 Beinen gab's schon in den 50ern mit abnehmbaren und in der Mittelsäule verstaubaren Beinen - bei Hama (?) sogar mit eingebauter Tischklemme.

  • Alles richtig. Für ein Handy oder ne kleine GoPro passt das alles schön. Aber für eine 250 Gramm Videokamera? Das war ja meine Intuition so was zu bauen. Und in einer Höhle gibts allermeistens weder Bäume, noch Äste, noch Stangen zum Befestigen von Stativen.


    Noch was. Wie sieht es aus mit einem Ministativ und der Befestigung von Lampen? Eine Kopflampe kann man an einen Baum binden (in ner Höhle nicht, dort klemme ich die zwischen zwei Steine). Das mit dem Klettband könnte ja auch klappen, aber hält das Klettband so 50°C aus? Denn so warm kann eine etwas leistungsstarke Lampe (Taschenlampe) durchaus werden.


    Habe auch schon ein Deppenzepter (Selfie-Stick) an einen Baum gebunden, oben an den Kugelkopf die Kamera. Ging auch, nicht toll, aber ging.


    LG Sel

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  • Hallo Sel!


    Beim von mir angesprochene Tisch-/Taschenstativ von Hama sind die 3 Beinchen (die Du eingeklebt hast) mittels Gewinde befestigt, d.h. man kann sie abschrauben. HAMA Tisch-Klemm-Stativ So wird das Packmaß wirklich klein & kompakt.
    Der Pedco Ultrapod trägt übrigens DEUTLICH mehr als Deine Videokamera...hat auch schon meine analoge Spiegelreflex getragen. Deswegen reite ich ja so auf diesem unscheinbaren Ding 'rum: Extrem klein & leicht, dabei multifunktionell und rel. billig. Kein Vergleich mit den üblichen Tischstativen (zu wenig Traglast) oder Gorillapods (rel. teuer).


    Eine reine Anwendung in der Höhle war mir vorher nicht klar...da ist selbstverständlich kein Baum/Ast usw. vorhanden.
    Wobei: Dann wäre der Ultrapod eben ein 3-Bein-Tischstativ - wie Dein selbstgebautes Stativ auch.


    Nichts für ungut!


    Gereon

  • Ja dieses Klemmstativ.
    Das ist exakt baugleich mit meinem DDR-Stativ. Allerdings ist meins 40 bis 50 Jahre alt. Hat Hama doch nicht etwa geklaut? :lol


    Ist ja egal. Entweder man wird zum Sparfuchs oder baut sich was selber und lebt mit Kompromissen. Oder man nimmt paar Scheinchen in die Hand und besorgt sich ein ordentliches Kleinstativ. Ist nun mal so.


    LG Sel

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