Kochersystem für wirklich kalten Winter

  • Welches Kochersystem könnt ihr für die "wirklich" kalte Jahreszeit empfehlen?


    Die Frage ist nicht auf die Bedingungen in deutschen Mittelgebirgen im Winter ausgelegt, sondern tendenziell auf den alpinen Bereich sowie den skandinavischen Raum, den ich mir in der Zukunft auch im Winter zu erkunden gedenke.


    Ich möchte dazu erwähnen, dass ich seit langer Zeit fast ein reiner "Spiritus-Brutzler" bin. Wohlwissend, dass bei richtig tiefen Temperaturen Spiritus natürlich nicht der perfekte Brennstoff ist. Obwohl dieser Brennstoff bei mir auch "halbwegs tauglich" schon bei mehr als -10 Grad Celsius funktioniert hat, bin ich auf der Suche nach einem Brennstoffsystem, welches mir auch bei richtig kalten Temperaturen schnell und effizient der Nahrungszubereitung (und eventuell beim Schneeschmelzen) dienen kann.


    Vor einiger Zeit hat mein Gaskocher das Zeitliche gesegnet. Was mir an Gas immer gefallen hat, war die vollkommen unproblematische und schnelle Funktionsbereitschaft sowie der gute Kosten-Nutzen-Faktor im Hinblick auf die Kosten für Kartuschen, die schnelle Einsatzbereitschaft und der einfache Umgang mit Kochern dieser Art. Bei "normalem" Gas bin ich aber im Bereich um den Gefrierpunkt schon schnell an die Grenzen dieses Systems gestoßen. "Wintergas" mit einer entsprechenden anderen Zusammensetzung habe ich bislang noch nicht ausprobiert.


    Grundsätzlich schwebt mir ein Kocher vor, mit dem ich zum einen im Sommer normale Gaskartuschen verwenden kann, bei kälteren Termperaturen vielleicht mit "Wintergas" kochen kann und bei richtig kalten Temperaturen vielleicht Benzin verbrenne. Insofern also ein sogenanntes "Multifuel"-System.


    Mit Benzin-Brennern habe ich bislang lediglich Erfahrungen mit einem alten BW-Enders 9061 gemacht. Das Ding ist uralt. Ich habe es vor ganz vielen Jahren mal auf Mopedurlauben mitgehabt, weil ich es so praktisch fand, einfach vom Moped Benzin abzuzapfen. Vor einiger Zeit hatte ich das Ding noch mal laufen lassen, war mir aber im Hinblick auf das hohe Alter und die möglichen Gefahren (Feuer - Benzin - Druck) nicht so sicher, ob ich das Teil dauerhaft in Betrieb nehmen möchte. Für unterwegs zu Fuß ist das Ding sowieso VIEL zu schwer.


    Bei möglichen Empfehlungen sollen für mich die Kosten nicht unbedingt das Hauptargument sein. Wenn ich mir was Vernünftiges zulege, dann hält das in der Regel für ganz viele Jahre und damit relativiert sich ein hoher Kaufpreis auch schon wieder. Außerdem sehe ich es so, dass bei richtig ungünstigen Bedingungen nur das wirklich Gute und Erprobte für mich in Frage kommt. Selbst ein kleiner Test für ein paar Tage (wie er eigentlich schon im letzten Jahr im Norden geplant war, aufgrund familiärer Umstände aber nicht möglich war) im Norden kann bei -20 Grad und Schneesturm schon zum Scheitern oder zu Schlimmerem führen.


    Bitte keine Empfehlung hinsichlich Lagerfeuer oder Hobo. Es gibt auch Umstände (s.o.) , in denen diese Varianten einfach nicht passen.


    Ich bin auf eure Empfehlungen gespannt.


    Gruß Guido

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

  • Ich war letztes Wochenende (Mitte Sept.) draussen in den norwegischen Wäldern. Neben Lagerfeuer wurden auch Kaffee und Süppchen auf Gaskochern zubereitet. Temperatur im einstelligen Plusbereich. Hatte ein Gerät eines namhaften Herstellers dabei und damit echte Probleme in Form von mangelnder Leistung bis zum Erlöschen der Flamme während des Betriebes. Ist ein Standardgaskocher, bei dem die Kartuschen einfach angeschraubt werden und der Brenner sitzt direkt über der Kartusche. Um den Kocher halbwegs am Laufen zu halten musste ich ihn ständig schütteln damit auch wieder Gas aus der Düse kam. Meine Begleiter hatten keine Probleme mit einem No-Name Gerät, selbes Bauprinzip also auch ohne Generator welcher mit Hilfe der Verbrennungswärme das allfällig noch flüssige Gas aus der Kartusche in der Zuleitung zur Düse verdamft.


    Wie sich herausstellte hatte meine Kartusche eine Propan-Butan Standardfüllung. In der Kartusche meiner Begleiter war eine Propan-Isobutan Füllung, die für tiefere Temperaturen besser geeignet sein soll. Wir haben deshalb diese eine Kartusche beide ausgiebig benutzt. Am Abend hat das noch problemlos mit allen zwei Kochern funktioniert, am Morgen darauf schwächelte diese allerdings ebenfalls bereits erkennbar. Kann leider nix über den Füllungszustand der Kartusche sagen, ob noch halb voll oder doch schon am leer werden ... Am Morgen waren natürlich auch die beiden Kocher saukalt, hatte nächtens ja bloß um die Null-Gradgrenze und die sind auch schön mit abgekühlt. Zur Ehrenrettung meines Gaskocher muss ich sagen dass er ansonsten bei etwas höheren Temperaturen abgeht wie Schmidt's Katze!


    Bin ein ausgesprochener Fan von Benzinkochern wenn es in die Kälte geht. Die Heizleistung ist überragend und lässt sich auch durch tiefe Temperaturen oder große Höhen nicht sonderlich beeindrucken. Gibt kaum was besseres fürs Schneeschmelzen. Vorheizprozedur ist event. länger, hat man das aber mal raus ist das ebenfalls kein Problem. Hab seit einiger Zeit einen MSR Whisperlite Universal welcher sich neben (Tankstellen)Benzin, Diesel od. Kerosin auch im Gasbetrieb mit Schraubkartuschen betreiben lässt. Eine spezielle Düse für Gasbetrieb ist mit dabei sowie ein Ständer um die Schraubkartuschen in upside-down Position zu bringen damit auch bei Kälte flüssiges Gas zum Generator gelangt, der dieses dann mittels Hitze von der Verbrennungsflamme vergast. Er funktioniert wie sein Vorgänger und hat augenscheinlich auch die gleichen Wehwechen wie z.B. die schlecht zu regulierender Flamme (Brennt immer mit 100-102% Leistung und 2%iger Toleranz). Im Gasbetrieb lässt sich die Flamme erstaunlicherweise etwas besser regulieren, ein richtiger Kältetest mit Gas steht bei mir allerdings noch aus ... Er wirkt zwar etwas filigran ist aber dennoch äußerst robust und brennt für einen Benziner wirklich leise.


    Für die Kälte kann ich Benzin- oder Dieselbrenner (deutlich längeres Vorheizen) empfehlen, Gasbrenner würde ich vor einer ernsthaften Tour mal bei tiefen Temps testen, z.B. Kartusche u. Kocher für 1 Tag ins Kühlfach bei -18°C und dann sofort anwerfen bevor beides wieder auftaut ;-) So zeigt sich sicherlich schon ob Kocher und Gasmischung prinzipiell taugen für die Kälte.

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    Tu eh nur so als würd ich mich auskennen, damit ich auch mitreden kann.
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    'Bushcraft' ist eine eingetragene Schutzmarke von Bushcraft USA LLC

  • Bei kalten Temperaturen empfehle ich immer einen kleinen Benzinkocher... Hier könnte man zb einen SVEA 123R ( https://www.amazon.de/Optimus-…=8-2&keywords=svea+kocher) nehmen, der ein Klassiker der Outdoorszene ist (diverse Expeditionen etc pp). Man kann auch einen "Barthel Juwel 84" nehmen.
    Wenn du einen Multifuel nehmen willst kannst du dich mal bei Primus und Optimus umschauen, die sind eigentlich alle soweit gut und auch mit Gaskartuschen betreibbar.
    Ich habe auch noch einen Coleman Multifuel (Peak 1), wobei Multi hier nur Benzin und Petroleum heisst.
    Der ist so ähnlich.
    https://www.amazon.de/Coleman-…8-2&keywords=benzinkocher


    Sowohl der Svea 123R, Bartel Juwel, Coleman Peak 1, sind recht leistungsstark und klein im Packvolumen/Gewicht. Im Winter benutze ich die äusserst gerne.


    Gas, selbst das Wintergas div. Anbieter, und Spiritus sind im Winter nicht wirklich brauchbar, meiner Meinung nach.
    Es gibt zwar Gaskocher die einen Vorwärmloop haben damit man die Kartusche auf den Kopf drehen kann und das Flüssiggas so kurz vor dem Brennerkopf vergast, aber so richtig Power hat das trotzdem nicht.


    Als Brennstoffflasche nehme ich gerne die Trangia-Dosierflaschen. Die sind auch Benzinfest und ich mag das System mit dem int. Einfüllstutzen.


    Übrigens: Wenn du deinen Enders loswerden willst, gib Bescheid.

    *********************
    "Rückblickend betrachtet mag das eine ziemlich doofe Idee gewesen sein... Aber Spaß hats trotzdem gemacht."
    *********************

  • Übrigens: Wenn du deinen Enders loswerden willst, gib Bescheid.


    Keine Chance für dich! Schmunzel! ;)


    Ich trenne mich nur ausgesprochen ungern von Dingen, die ich mit positiven Erinnernungen in Verbindung bringe. Platz habe ich genug! Nein im Ernst - verkaufen möchte ich das Ding nicht, auch wenn ich es vielleicht in der Zukunft nur selten verwenden werde.


    Danke schon mal an die bisherigen Antworter. Ich bin gerade täglich am Recherchieren und Vergleichen, um die für mich beste Lösung zu finden.


    Gruß Guido

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

  • Hi Guido
    wenn es richtig kalt
    wird und ich deutlich unter 0° erwarten muss, nehme ich einen alten
    "Juwel Kocher" mit. Den gibt es in dieser Form schon
    etlichen Jahrzehnten und hat, glaub ich, auch vielen im Sibirischen
    Winter gute Dienste geleistet. Ich hab bisher nur bis knapp -7 -8
    ausprobiert und da lief er nach Aufwärmphase super. Nachteil all
    dieser Benzinkocher ist die Lautstärke. Vorteil, keine Teile die
    irgendwie kaputt gehen können und du kannst da fast alles mit
    verbrennen. Bis hin zu Diesel oder Petroleum. Gibt ne Düse zum
    wechseln dafür. Den erwähnten SVEA kenne ich nicht, aber er scheint
    nach dem ähnlichen Prinzip zu funktionieren.





    Wenn alles klappt bin ich zum Treffen ende Oktober dabei. Dann kann ich ihn mal mitbringen.



    Ansonsten bleibt nur diese Variante hier. :kellykettle ^^

  • Also der alte Enders würde sich auch gut in meinem Regal machen :lol


    Zum Thema:
    Ich bin kein Freund von alles in einem, aber mit einem MSR Wisperlite kannst du nichts falsch machen. Beim Kauf musst du darauf achten das du die Version nimmst die auch Gas kann. Ich bin heute extra in den Laden um die Typen zu vergleichen, aber die heissen bei uns iergendwie anders als bei euch.
    Die eine Version kann Gass und Flüssigbrennstoffe und die andere nur Flüssigbrennstoffe...


    Wenn du dich auf Benzin konzentrieren möchtest wurde der SWEA genannt. Vorteil: keine Pumpe Nachteil: wenn man den Windschutzt=Topfstand nicht richtig drauf macht ist es wackelig. Den Fehler macht man ein mal, dann hat man den dreh raus.
    Alternativ: Einen Coleman, den 533 kenne ich gut, über die Multifuel Version kann ich nichts sagen.


    Was das Benzin bertifft.... Waschbenzin ist besser als Benzin von der Tankstelle, es macht weniger Sauerei. Im Benzin sind schon einige Additive drin.... Ich war schon ewig nicht mehr im OBI oder Landhandel, aber bei uns gibt es so 5l Kanister mit Gemisch für 2-Takter, aber auch 5l Kanister für kleine 4-Takt Motoren. Dieses 4-Takt-Motoren-Benzin ist auch recht sauber.



    Zum Vorheizen kann man kann man bei kalten Temperaturen recht gut Brennpaste anstatt Benzin nehmen obwohl die i.d.R. auf Spiritusbasis sind. Frag mich nicht warum, aber wenn Spiritus aus geht brennt das Gel noch. Ich "denke" das kommt daher das das Gel nicht so schnell abkühlt und etwas nach unten isoliert.... Ich habe auch schon Handdesinfektionsmittel (das wo es in den kleinen Fläschchen an der Kasse gibt) benutzt.



    Gas im Winter ist so eine Geschichte. Ich habe schon gesehen wie "Wintergas" aufgehört hat zu strömen obwohl im Behälter noch viel flüssiges Gas war. Die einzige Erklärung die ich dafür hatte war, das das Propan oder Isobutan ausgegasst ist und das Butan zurück blieb.Bei bspw. -30Grad kommt nicht viel Wärme an der Gaskartusche an.
    Irgendwo habe ich ein Bild wo ich bei -30Grad mit einem Gasgrill grille.... war die Idee von einer "Organisatorin" aus dem Schlittschuhlauf-Verein meiner Tochter. Der Gasflasche habe ich aus einem Karton und einem Plastiksack ein Zelt gebaut welches ich mit einem elektrischen Warmluftgebläse beheizt habe. 8 Würstchen in 6h verkauft, aber wenigstens hatte ich meine Ruhe :lol
    Wenn ich das Bild finde Poste ich es.


    Gruss

  • Hab mir nen Primus Omnifuel zugelegt für diesen Winter weil mich die Verarbeitungsqualität und das System generell überzeugt haben. Da die 3 verschiedenen Düsen für die jeweiligen Brennstoffe immer dabei sind kannst du den auch problemlos im Sommer mit Spiritus / Gas betreiben und im Winter mit Benzin.
    Habe ihn bisher nur bei normalen Temperaturen mit Diesel getestet und funktionierte einwandfrei, obwohl Diesel eigentlich alles andere als ideal für solche Brenner ist.
    Kann den gerne mal mit etwas Benzin zum Treffen im wilden Süden mitbringen wenn du damit rumspielen willst :lol

  • Ich habe jahrelang Benzinlötlampen gesammelt, eine meine ersten Ebay-Anschaffungen war später ein MSR Multifuel. Geiles Teil, nur schlecht
    regelbar, und bei mir ging das einzige verpresste, nicht reparierbare Teil kaputt.


    Habe mir dann einen Barthel Juwel 34 für 10 Euro zugelegt. Er ist verglichen mit meinen Lötlampen extrem primitiv. Aber was nicht
    verbaut wurde, kann auch nicht kaputt gehen.
    Ja, im ODS ist die Barthelbombe gefürchtet. Ich würde den Bordekocher als gefährlicher einstufen.
    Solange bei dem Juwel das Überdruckventil funktioniert (kann man mit dem Bordwerkzeug öffnen und prüfen) wird dir maximal eine
    langsam grösser werdende Flamme dort rauskommen wenn du lange kochst.
    Aber er wird nicht explodieren !!!
    Das Benzinkocher einfach mal von Natur aus gefährlicher sind als Spiritus und Gas sollte bekannt sein.
    Der Später gebaute Juwel 84 hat das doppelte Tankvolumen, etwas mehr Leistung und braucht etwas mehr Zeit warm zu werden. Was ich nicht
    ausprobiert habe sind die neuen Juwel, bei denen der Topfhalter direkt am Ventilstock angebracht ist.


    Wenn du an dem Juwel Störungen beseitigst, wirst du schwarze Finger haben und wenn du kochst wird man dich hören. Das Ding ist neben dem Bordekocher der simpelste mir bekannte Benzinbrenner. Aber IMHO damit der zuverlässigste. Er ist nichtder benutzerfreundlichste Kocher, der Svea ist da schon besser, der hat eine eingebaute Düsenreinigung.


    Ich hab meinen 34 meist ohne Zusatzbrennstoff vorgeheizt, einfach bissel Benzin auslaufen lassen.


    Dazu: den kalten Kocher aufdrehen, im Tank herrscht Unterdruck, zwei Minuten Luft reinströmen lassen.


    Danach
    irgendwie den Tank anwärmen, z.B. ein Feuerzeug drunter halten, dadurch tritt oben Benzin aus, den Kocher zudrehen das Benzin oben anbrennen, und damit den Kocher vorheizen auf Betriebstemperatur. Der zum Fördern des Benzins nötige Tanküberdruck wird durch die Wärmeleitung von Brenner, über Ventilstock zum Tank erzeugt. Im Betrieb ist im Tank des Juwels neben flüssigen Benzin auch unter Druck stehendes Benzingas, und fast keine Luft mehr. Wenn der Brenner kalt wird, kondensiert das Benzingas zu flüssigem Benzin, und es entsteht ein Unterdruck. Wenn du jetzt also wieder Überdruck erzeugen willst um den kalten Brenner wieder zu starten, erreichst du schneller Überdruck, wenn du erstmal ne Weile Luft einströmen lässt.


    Brenner mit Pumpe haben auch im kalten Zustand Überdruck im Tank, wenn der Brenner nicht garantiert dicht ist, sollte man den Druck ablassen.


    ABER erst wenn der Brenner paar
    Minuten abgekühlt ist. Bei einer klassischen Benzinvergaser-Lötlampe glüht die Spitze des Brenners im Betrieb dunkelrot, und der Tank bleibt
    bei den "moderneren" (30-40er Jahre) kalt.


    Ich selbst hatte den Fall, das ich die Lötlampe ausgemacht habe, und kurz danach die Lampe entlüftet habe. Ich hab den Tankdeckel locker geschraubt bis der Druck rauskonnte.
    Sekunden später hatte ich dort eine Flamme. OBWOHL der Brenner oben vorn längst nicht mehr glühte. Eventuell hat vielleicht ein Russstückchen unter der Windschutzhaube noch geglüht und das Gas gezündet. Ist mir nur einmal passiert, ich kann aber bestätigen das es passieren kann.
    Noch etwas:
    Ein brennbares Gas-Luftgemisch kann nicht durch eine Bohrung kleiner 2mm durchbrennen (wohlgemerkt Gas-Luft, nicht Gas-Sauerstoff), auf
    diesem Prinzip funktionieren EX-geschützte Grubenlampen (Davy-Sicherheitslampe).
    Kleiner als diese besagten 2mm war auch der
    Spalt im Gewinde meiner Lötlampe und dem Tankdeckel, hätte ich den Tankdeckel angeschnippt, das er mit einem "Pfloppen" runterspringt, wäre durch die ca 10mm Tanköffnung das Benzin-Luftgemisch in Tank von aussen durchgezündet, und aus der LöLa wäre nach rechts oben eine
    Feuerfontaine flüssiges brennendes Benzin rausgeschossen, eventuell hätte es mir die Lampe nach unten aus der Hand gerissen, und unten wäre
    weiteres Benzin ausgetreten. Beides doof in der Küche. Zumindest war ich so schlau auf Davy zu vertrauen und den Deckel nur langsam pfeifen, und nicht ploppen zu lassen.


    DARUM: Lampen/ Kocher mit Pumpe zur Sicherheit entlüften, aber erst wenn Brenner nicht wärmer als vlt 100 Gradist . Primitivbrenner die den Tankdruck über Wärmeleitung zum Tank erzeugen NICHT entlüften, sobald die kalt sind herrscht dort Unterdruck,da läuft nix aus.


    ABER Benzingeräte nur draussen betreiben, dieses Sicherheitvorschrift hat durchaus Sinn !


    Benzinbrenner sind wie das Leben ausserhalb unserer zivilisatorischen Weichspül-Umgebung nunmal gefährlich, aber sie sind leistungsstark,
    kompakt, relativ einfach aufgebaut, robust, und verheizen einen Kraftstoff den es fast überall gibt.
    Hirn einschalten, sich informieren was passieren kann, und wie man das vermeidet und
    Spass haben.



    Gruß Kauz

    Ihr habt vielleicht die schönsten Torpedos, das Stück für 25000 Mark, aber ich habe den alten Draht, für 50 Pfennig!

  • Danke für die bisherigen Ratschläge. :winken


    Ich habe in den letzten paar Tagen soviel im Netz recherchiert, wie schon lange nicht mehr!


    Neben den üblichen Informationspools habe ich auch ein paar Leute angeschrieben, von denen ich persönlich weiß, dass sie schon ein paar anspruchsvolle Wintertouren auf Brettern im Norden gemacht haben.


    Ich denke, dass es bei mir auf einen Multi-Fuel-Brenner von Primus oder Optimus hinaus läuft. Bei allen gelesenen und erhaltenen Erfahrungsberichten hat sich natürlich gezeigt, dass alle Modelle in dieser Sparte ihre kleinen Besonderheiten haben, der eine ist mit dem einen Model zufrieden, der andere mit dem anderen. Defekte und Probleme können sich immer ergeben. Wenn man erstmal selber Erfahrungen mit dem eigenen Gerät gesammelt hat, kann man dieses natürlich viel besser beurteilen und für Problemlösungen sorgen. Wie eigentlich bei allen Sachen.


    Grundsätzlich habe ich mich davon verabschiedet, dass die Option Gaskartuschen benutzen zu können, eine vorrangige Kaufentscheidung für mich sein soll. Wenn der Kocher das kann, ok, wenn nicht, auch nicht so schlimm. Auch wenn ich Gas immer wieder sehr praktisch fand, habe ich mich doch sehr an meine Spiritus-Brutzelei gewohnt und diese Art des Kochens wird wohl auch weiter meine "gemütliche" Art des Kochens für heimische Regionen bleiben.


    Was mich bei den Recherchen zu Benzin-Brennern (bzw. Multifuel) der verschiedensten Bauarten sehr überzeugt hat, ist dass es einge Reisende gibt (insbesondere im Bereich der Motorradweltreisenden, Radreisenden und sonstigen unternehmungslustigen Leut'), die nicht nur feinstes Reinbenzin verwenden, sondern so ziemlich jede Plörre da durch jagen. Natürlich dann mit den entsprechenden Problemen der Verrußung und Verstopfung der Düsen, was sich aber auch durch regelmäßige Wartung lösen läßt. Natürlich würde ich bei einer geplanten längeren Wintertour das eher teure, reine Benzin verwenden. Diesbezüglich bin ich sehr realistisch. Warum sollte man sich eine Tour durch einen nicht hundertprozentig funktionierenden Kocher versauen lassen (mitunter sich dadurch selber in Gefahr begeben), wenn alles darum herum (anderes Gear-Gedöns, Anreise, etc.) sowieso schon ein paar Taler kostet.


    Den Svea habe ich mir natürlich auch schon angeschaut. Genial kultiges und bewährtes Teil. Unter dem Aspekt des Preis-Leistungs-Verhältnisses tendiere ich aber eher zu moderneren Geräten mit getrennter Brennstoffflasche. Insbesondere das kleine mitgelieferte Töpfchen passt so gar nicht in mein Konzept. Zum vernünftigen Kochen oder Schneeschmelzen braucht man sowieso einen größeren Topf.


    Ich werde in der nächsten Zeit noch ein paar Läden in der Umgebung persönlich abklappern, um die von mir favorisierte Auswahl auch noch zu befummeln (für mich ein nicht unwesentlicher Aspekt der Kaufentscheidung).


    Ich halte euch auf dem Laufenden.


    Gruß Guido

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

  • Niemand sagt das du den SVEA-Topf mitnehmen oder gar benutzen musst ;-)
    Der ist OK für eine Tasse Tee (hab ich schon gemacht), aber ansonsten.... ich nehme den meist aber trotzdem mit und nutze ihn als Becher, Aufbewahrungsbehälter für Beeren oder kleingeschnittenes Gemüse etc pp. Multiuse sozusagen.


    Nachtkauz: Ich habe sowohl einen Juwel 34 als auch den neuen mit Topfstützen am Düsenstock, tuen alle Ihren Dienst wie sie sollen.
    Im übrigen bin ich mir da Unsicher ob deine Lampe eine Explosion gehabt hätte wenn du den Tankdeckel weggeploppt hättest.
    Da im Tank ja ein Überdruck ist wird erstmal keine Umgebungsluft in den Tank kommen und damit auch kein zündfähiges Gemisch. Aus dem gleichen Grund brennt ein Tank vom Auto auch nur und explodiert nicht ala Hollywood.
    Bisher ist mir noch nie mehr passiert als evtl. eine Flamme die man dann löschen konnte durch Deckel-Auflage.

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    "Rückblickend betrachtet mag das eine ziemlich doofe Idee gewesen sein... Aber Spaß hats trotzdem gemacht."
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  • @Busheni


    Das war eine Barthel 5512, allerdings nicht dieses aus Stahlblech geschweisste Missler-Ding, sondern mit einem Messinggussbrenner wie die Barthel 401.




    Meine hatte allerdings ab Werk kein Überdruckventil, brauchst du bei dem Typ eigentlich auch nicht, der Tank erwärmt sich ja nicht. Der Tank hat ein Volumen von 2 Liter, reingefüllt werden sollen laut BDA nur 1,5L Benzin, die man wenn man es drauf anlegt auch in 35 Minuten durchlassen kann (nur um mal von Leistung zu sprechen...)
    Wenn du dort allerding einen knappen Liter Benzin drinne hast, und oben drüber Luft und Benzindunst, hast du dort einen reichlichen Liter sehr wohl explosionsfähiges Gemisch. Ich müsste das mal an einem verregneten Tag mit nem Viertelliter Benzin und Fernauslösung in der Sandgrube testen.


    smeagol
    Ich wusste nicht das es den Svea noch neu zu kaufen gibt, wie gesagt meine Juwel hab ich so für 10-15 Euro gekriegt.
    Ich würde dir nur empfehlen nimm einen Benzinkocher der direkt am Brenner ein Regelventil hat. Mein alter MSR Multifuel hatte das nicht, sondern nur das Ventil am Kartuschenanschluss, das lässt sich scheisse regeln. Wenn du dort unverbleites Fahrbenzin ohne Öl durchlässt sollte es sich mit Ablagerungen eigentlich in Grenzen halten. Eine Schütteldüse oder irgendeine Möglichkeit die Düse ohne ausbauen von INNEN zu durchstechen ist auch nicht schlecht. Wenn du nur von aussen die Düse nach inne durchstichst, kann das Krümel durch den Gasstrom in den nächsten Minuten wieder in der Düse landen.

    Ihr habt vielleicht die schönsten Torpedos, das Stück für 25000 Mark, aber ich habe den alten Draht, für 50 Pfennig!

  • Wenn du auch nicht so perfekten Brennstoff verwenden willst achte darauf, dass die Reinigung der Düse während des Betriebes möglich ist. Mein alter Optimus Swea konnte das. Man konnte die Brennstoffzufur ganz öffnen und dann kam die Düsenreinigungsnadel hoch. Wieder zurückdrehen und gut wars.
    Aber für kalte Regionen brauchst du etwas, dass den Brennstoff vorwärmt.


    Gruss
    draussen


    PS Mach doch ein Thema auf, "Was für Ausrüstung will ich sehen können am Treffen im wilden Süden"

  • Die schlechte Regelbarkeit bei manchen Mehrstoffkochern ist leider bekannt. Betroffen sind vor allem Modelle mit externem Tank wo sich das Regelventil direkt an der Pumpe an der Brennstoffflasche befindet und eine mehr oder weniger lange Zuleitung zum Brenner existiert. Mein Whisperlite und der XGK EX von MSR ist davon betroffen. Ein Bekannter hat einen Kocher von Primus (weiß grad nicht welches Modell) wo das ähnlich bescheiden funktioniert. Selbst verminderter Druck (paar wenige Pumpstöße) in der Treibstoffflasche schafft auch keine zuverlässige Abhilfe. Man lernt aber mit der Zeit mit dem Problem umzugehen, ich vermeide z.B. Reis mit diesen Kochern zuzubereiten, da brennt so gut wie immer was an da die Heizleistung schlicht zu heftig ist.


    Die Regelbarkeit ist bei Modellen mit Regelventil direkt unter der Brennerdüse wesentlich besser. Mein MSR Dragonfly hat z.B. 2 Ventile, 1x direkt unten am Brenner und 1x am Pumpeinsatz an der Treibstoffflasche. Er lässt sich wirklich gut regeln, verglichen mal mit dem Whisperlite oder dem XGK. Ist schon beinahe so gut wie bei Gaskochern und eine Drosselung der Flamme ist problemlos möglich und man kann z.B. die Suppe nur schwach köcheln lassen. Ist für all jene interessant die auch Outdoors nicht auf Gourmetkochen verzichten wollen und sich nicht mit dem üblichen Beutelfutter zufrieden geben wo lediglich heißes Wasser zur Zubereitung erforderlich ist. Für manche Modelle sind auch sogen. Silencer erhältlich, dass sind metallische Abdeckkappen die mit zahlreichen Löchern versehen sind. Diese werden einfach über den Brenner gestülpt und dämpfen nicht nur den Geräuschpegel sondern drosseln auch die Heizlesitung etwas.

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  • Auf Touren nehme ich gern einen Trangia mit, dafür gibt es von Edelrid einen Multifuelbrenner
    ist alles sehr teuer, gebe ich zu, aber dafür extrem schnell beim Aufheizen.


    Geht mit Spiritus auch bis -10 Grad ohne Probleme, da der Brenner sich selber aufheizt, wenn er erst mal auf Touren gekommen ist, das dauert aber dann schon mal gute 3 Minuten.
    Mit Benzin problemlos bei jeder Temperatur, auch bei -32 schon getestet.

    Alles was ich schreibe ist meine persönliche Meinung und/oder Erfahrung.
    Rechtschreibfehler dürft ihr gern auflisten und dann in euren Papierkorb werfen.


    Gruß
    Glen

  • Hab mir nen Primus Omnifuel zugelegt für diesen Winter weil mich die Verarbeitungsqualität und das System generell überzeugt haben.

    Kann den gerne mal mit etwas Benzin zum Treffen im wilden Süden mitbringen wenn du damit rumspielen willst


    Ich bin mit der Titanversion ziemlich zufrieden. (link) einzig die Lautstärke im Gasbetrieb stört mich ein bisschen.
    Wenn ichs zum Treffen schaffe werde ich ihn auch einpacken, dazu noch eine Gaskartusche und dann können wir die untereinander auch noch vergleichen :hobo


    Misfit bringt noch seinen Bordebrenner mit, den haben wir auch schon einmal getestet : auf den grünen steilen hügel im tösstal mit roli und stefan


    hier ist der Brenner noch erhältlich
    http://www.ebay.ie/itm/231838916238


    Liebe Grüße Rio

  • Den Borde-Brenner hab ich auch in meiner Sammlung. Ich finde das Teil super genial! Wenig bewegliche Teile, einfacher Aufbau etc pp.
    Einzig der Verzicht auf ein Notventil ist etwas... naja. Aber man sollte Kocher eh nicht "alleine" lassen, von daher sehe ich das nicht sooo als Problem. Man hört das bei der Kiste, wie bei allen Benzinkochern IMHO, aber auch sehr am Geräusch. Irgendwann kennt man seine "Pappenheimer" und kann vom Geräusch des Brenners diverse Dinge ableiten (Tankstand, Temperatur etc pp. Ungelogen!).

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  • Danke für die bisherige Teilhabe an eurem Erfahrungsschatz und die ganzen Tipps.


    In der letzten Zeit habe ich einige "übliche Verdächtige" befummelt, zum Teil getestet, und noch mehr Testberichte gelesen als es sinnvoll gewesen wäre.


    Heute ist die Entscheidung gefallen. Von den in der persönlich engeren Auswahl befindlichen Kochern wurde es ein Primus Omnifuel. Die letzte Befummelungsaktion (neudeutsch "haptische Kriterien") in einem Laden haben den Ausschlag gegeben.


    Jetzt werde ich meine eigenen Erfahrungen mit dem Ding machen.


    Gruß Guido

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

  • smeagol : Wilkommen im Club der Benzinrüssler ... Wünsch Dir viel Spaß mit dem neuen Gerät und vor allem dass er brav starten möge, wann auch immer Du den Kocher anwerfen möchtest ;-)

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