kleiner Sturmkocher , Spiritus , zum kleinen Preis

  • Ahoi :-)


    Ich liebäugle ja schon lange mit einem Trangia-System aber bisher hatten mich der große Umfang der Sets (vieles davon brauche ich nicht unbedingt) und der entsprechend hohe Preis abgehalten.
    Neulich hatte ich bei ASMC einen kleinen Kocher mitbestellt wo ich dachte gut bei dem Preis, zur Not lässt sich auch was draus basteln...


    Für diejenigen denen "Trangia" und Co Fremdwörter sind etwas ausführlicher,
    ansonsten reichen sicher auch die Fotos & der ASMC Link am Ende ;-)


    Der Kocher hat sich nun allerdings als Praxistauglich herausgestellt,
    ich habe ja eine kleine Sammlung an diversem mili & zivi Kochgeschirr/Kochern sowie selbstgebautem Krempel ^^ ,
    und wird wohl vorerst mein Favorit bleiben.


    Ich glaube dieses Art System mit den konischen Töpfen mal als Sturmkocher der polnischen oder tschechischen Armee gesehen zu haben,
    hab dazu aber nichts mehr im Netz gefunden, evt weiss ja jemand etwas über das Urspungsdesign.
    Grundsätzlich ist es mit einem Trangiasystem vergleichbar, der Brenner ist zb eine ganz dreiste optische Kopie.


    Eckdaten:


    - Hersteller: Mil-Tec (bei so nem Kocher zum Glück wurscht)
    - unbeschichtetes Alu
    - der Brenner hat keinen Simmer (keine Möglichkeit die Flamme zu regulieren
    - andere Töpfe oder Teekessel die KLEINER als der Durchmesser des Windschutzes sind funktionieren nicht ohne weiteres gebastel am System,
    GRÖßER ist dagegen kein Problem
    + Preis 18-20 Euro
    + kleines Packmaß
    + 550 gram
    (Wer auf einen Topf & die Griffzange verzichten kann sowie den Brenner durch einen Dosenkocher ersetzt kann nochmal um circa 200g reduzieren)


    Die 2 Töpfe fassen je circa knapp einen 3/4 Liter Wasser (700-800ml circa), der Topfdeckel kann umgedreht als Pfanne benutzt werden.
    Der Brenner hat keinen Bodenkontakt, auch nach längerem Betrieb sind keine Hitzeschäden am Untergrund zu erkennen bzw keine nennenswerte Erwärmung feststellbar.
    Evt also auch für den Betrieb im Zelt / auf dem Footprint / Apsise ect geeignet, das hab ich aber nicht ausprobiert (im Zelt) .
    Durch das geschlossene System brauch man auch vor Flammen keine Angst haben,
    ausserdem ist das Kochsystem sehr unauffällig also auch im dunkeln kaum zu sehen.


    Das Erhitzen von einer Füllung Wasser dauert die üblichen 8-10 Minuten, so exakt habe ich das nicht kontrolliert.
    Der Deckel ist als kleine Pfanne verwendbar, allerdings natürlich recht klein, circa 150g Hack kann man gut anbraten
    bzw ein normales Schnitzel/Steak passt gut rein und funktioniert auch.


    Auf ASMC bemängelt eine Person das System sei kippelig, kann ich nicht bestätigen, da sind übliche Gaskartuschenkocher wesentlich
    wackeliger da höher gebaut und beim Umgang mit offenem Feuer sollte man natürlich etwas aufpassen.
    Durch den niedrigen Schwerpunkt und kleine Silouette sollte er auch bei stärkerem Wind sicher stehen selbst wenn die Landschaft keine/wenig Deckung bietet.


    Für 1 Person ist er mehr als ausreichend, man kann damit recht üppige Mahlzeiten zaubern, für 2 Personen wird es evt etwas eng.
    Hab den Kocher ausgiebig genutzt auf einer 6 Tage Radtour und bin sehr zufrieden damit.


    Bild 1 der Deckel als Pfanne, 500g Hack muss man dann Portionsweisse anbraten, wenn man das Kochen mit nur 2 Töppen Outdoor gewohnt
    ist lassen sich aber recht abwechslungsreiche Speisen auch für 2 Personen bereiten, wobei man dann auch über einen "echten" Trangia nachdenken kann ;-)



    Kocher bei ASMC


    so das wars glaube an allem wichtigem, mMn Preisleistungssieger (18 euro)
    wer schon immer mal so ein Sturmkochersystem ausprobieren wollte kann hier bedenkenlos zuschlagen.


    grüße Kruppi :winken

  • Seh ich das richtig das der Topf und die Pfanne ein ein gutes Stück in den Windschutz reinschlüpfen?
    Ich könnte mir vorstellen das der Kocher auch bei kalten/tiefen Temperaturen (<-20Grad) funktionieren könnte. Durch den Wärmerückstau müsste der Brenner eigentlich warm genug bleiben...
    Danke füs vorstellen, den probier ich aus.


    Gruss

  • ja. das ist das was mich an der Konstruktion auch interessiert hat.


    Die Kegelförmigen Töpfe hängen recht tief drinn bis fast auf den Brenner, aber zwischen Topf & Windschutz ist Platz für die Hitzezirkulation,
    wie man sieht sind die "Abluftlöcher" ja recht weit oben.
    Wenn der Brenner richtig abgeht umschlagen die Flammen Topfboden UND Wand, sind aber dennoch absolut Windgeschützt.


    Das ist aber auch gleichzeitig der Nachteil wenn man fremde Töpfe / Kannen benutzen will die kleiner als der Durchmesser oben sind,
    da sie dann den Kocher ersticken (die Abluftlöcher sind dann oberhalb der Töpfe) wenn ich es soweit verständlich ausgedrückt habe.


    richtigen "Sturm" hatte ich aber bisher nicht zum testen, zumal man ja auch dann für etwas weiteren Windschutz sorgen kann
    mit Tarp,Zelt, Mensch, Umgebung ect,
    aber immerhin schon gut Wind gehabt das Dings funktioniert bestens.


    Die Luftzufuhr unten kann man etwas durch "in/aus dem Wind drehen" regulieren da die Öffnungen nur auf einer Seite sind.
    Ungewöhnliches Design, war auch erst skeptisch, aber scheint zu funktioneren :Mädchen


    ---


    sry das MS-Paint ist einfach nur noch gruselig in der Bedienung, früher gings ja noch für schnelle, kleine Skizzen ^^
    egal ich denke man sieht trotzdem die Funktion:



    edit: PS auf dem Produktbild von ASMC steht der WIndschutz auf dem Kopf :D aber wie alles zusammengehört ist selbsterklärend.

  • Ist der Brenner im verschlossenen Zustand dicht?


    Das System ist ja ganz interessant, aber bei vielen China Trangia Brennern läuft der Spiritus aus, wenn man nach dem kochen noch was über hat und ihn im Brenner transportieren will.


    Den Original Trangia Brenner hab ich mir deshalb mal einzeln gekauft. Die Chinesen kopieren so dermaßen plump, dass der Original Brenner auch in die mir bekannten "Nachbau- Topfsets" passt.

  • da ich sonst nur selbstgebaute dosenkocher benutzt habe war mir das nie wichtig und hab es auch noch nicht getestet,
    laut asmc-kommentaren ist er nicht dicht, aber ich habe auch schon aus der Praxis gehört das der originale trangia auch nicht
    immer dicht ist.
    keine Ahnung.


    wie bei meinen selbstgebauten nutze ich den deckel des brenners nur zum ablöschen der Flamme und um weitere Verdunstung
    zu vermeiden, so das ich später weiterkochen kann. In der Regel bleibt am Ende nicht so viel übrig das ich über einen
    Transport von ka 2cl Spiritus nachdenken brauch.


    In den kalten Tagen habe ich eine kleine, derzeit von einem Smoothie, Plasteflasche die dann Körpernah getragen wird
    so das der Spiritus ausreichend warm ist zum Vergasen.
    Ich persönlich hab da jedenfalls nie einen Nutzen oder wichtiges Kriterium drinn gesehen, daher auch nicht ausprobiert
    aber ich teste es nachher mal mit (Wasser+Creppapier) ob über Nacht etwas ausläuft wenn er auf der Seite steht zb. :winken


    edit ja der originale Trangia sollte passen und dann ebenfalls mit der "Schürze" drinn hängen, durch das Loch passen auch Getränkedosenkocher,
    die stehen dann allerdings auf dem Boden, da hab ich noch was zum basteln im Winter...
    ansonsten funktioniert auch die Kopie ausreichend gut.


    nach meinen unzähligen bastelein ist der Brenner (myog gibt es ja XXX Varianten) garnicht so wichtig, brennen tun alle und der Heizwert
    von Spiritus bleibt immer gleich,
    entscheident ist der Windschutz und vor allem ein Deckel-auf-dem-Topf was die Effiziens angeht... ohne jetzt eine Grundsatzdiskussion vom Zaun brechen zu wollen ;-)

  • also der Brennerdeckel ist tatsächlich nicht Dicht. Das kann man aber sicher mit myog Dichtung verbessern, ich glaube Silikon ist resistent müsste man mal nachschlagen,
    kommt mit auf die Liste für die Tage wo es draussen weniger Spass macht (gibt es solche Tage? ) . :-)



    Recht interessant wäre auch eine Nutzung mit einem Gaskocher, ob der originale Gaskocher von Trangia hier passt wäre mir aufgrund des Preises zu teuer
    für ein Experiment (um die 60.- etwa) aber ander günstige, kleine Gaskocher mit Schlauchanschluss gibt es ja schon ab 12-15 Euro .
    Eine Öffnung für den Gasschlauch ist ja schnell gefertigt und wie gesagt unterhalb der Brenners bzw der Fuß des Windschutztes erwärmt sich kaum,
    jedenfalls im Spiritusbetrieb.
    In Kombination mit "Wintergas" ist das dann sicherlich die optimale Nutzung bei Minustemperaturen,
    zumal hantieren mit Spiritus im Zelt /Apsise auch nicht jedermanns (oder Hundes) Sache ist . :winken


    edit:


    Ich hab jetzt mal nachgemessen, 8cl gehen in den Brenner und damit läuft er im Heimbetrieb circa 30 Minuten.
    Bei Möhren, Kartoffeln usw wird man also evt nochmal nachfüllen müssen.
    Es reichte aber aus um etwas Wurst anzubraten und das Wasser in beiden Töpfen zum kochen zu bringen,
    für meinen Bedarf ist das so okey.


    Zweitens habe ich den Kocher dabei auf ein Stück Folie gestellt, die fing zwar nicht an zu schmoren aber
    auf den Zeltboden würde ich den Kocher nach dem Experiment nicht direkt stellen ^^
    Aber wer kocht schon im Zelt... ist ja Unfug.
    Man kann ihn aber bedenklos auf den Boden stellen ohne Spuren zu hinterlassen.


    Sooo das war jetzt ganz schön viel Beitrag zu so einem einfach Ausrüstungsgegenstand,
    einfach kaufen das Dings und selber ausprobieren.


    :winken

  • Ich habe so ein Teil auch seit ein paar Jahren, das ist eine nachgemachte Version der Schwedischen Armee. Die "Jäger" haben bei denen für 2er Teams je so einen Kocher der auch im Wintereinsatz benutzt wird.
    Übrigens: Die Schweizer haben einen ähnlichen Kocher, Meta-Kocher genannt. Vorteil beider Systeme ist ähnlich wie bei einem Trangia die recht große Flamme-Topf-Fläche und damit eine fast optimale Wärmeübertragung.
    Besser wirds nur noch mit Lamellen wie diverse Hersteller es mittlerweile anbieten.

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    "Rückblickend betrachtet mag das eine ziemlich doofe Idee gewesen sein... Aber Spaß hats trotzdem gemacht."
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