Wildschweine

  • Die richtige Frage wäre vielmehr: Wie verhaltet Ihr Euch, damit Ihr im Wald NICHT auf Wildschweine stoßt?


    Man sollte vermeiden, leise in Dickungen rumzukriechen, da sich die Wildschweine bevorzugt dort verstecken. Also eher lärmend auf Waldwegen marschieren, dann wissen die Wildschweine, daß man kommt und können sich darauf einstellen. Sie haben nämlich im Allgemeinen mehr Angst vor dem Menschen als der Mensch vor ihnen. Wenn sie aber in Panik geraten, weil sie sich in die Enge getrieben fühlen oder überrascht wurden, können sie aus lauter Angst ziemlich aggressiv werden.


    Rennen (joggen) kann unter Umständen auch ungünstig sein, wenn Schweine den Weg kreuzen. Man kann dadurch zwischen die voraustrottende Bache und nachfolgende Frischlinge geraten und Eindringlinge mögen Muttertiere gar nicht.


    Falls ich doch einmal an Schweine gerate würde ich zusehen, daß sie mich nicht als Bedrohung wahrnehmen. Weg von den Jungtieren! Vielleicht rauf auf einen Baum. Zum Glück haben die Wildschweine mich bisher immer rechtzeitig bemerkt und sind geflüchtet.

  • Ich freue mich in erster Linie, wenn ich Schweine sehe!


    Aus meiner Sicht bestehen für Menschen (bei vernünftigem Verhalten) durch (gesunde) Schweine kaum Gefahren.


    Schweine sind in der Regel sehr scheu und verfügen über einen sehr guten Geruchs- und Gehörsinn. Normalerweise hauen sie ab, bevor man sie zu Gesicht bekommt.


    Mein Ratschläge:
    - nicht bewusst nähern
    - Ruhe bewahren
    - langsam zurück ziehen

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

  • Allerdings falls dich eine Bache dann wirklich verfolgt - versuche nicht wegzulaufen - sie ist schneller. Am Besten ganz schnell auf einen Baum.
    Sie hat scharfe lange Zähne und wird versuchen dir im Oberschenkel die Hauptschlagader zu durchtrennen - das macht sie instinktiv - sie weiß, dass Säugetiere daran sterben.
    Auch wenn man ein Wildschwein angefahren hat mit dem Auto - niemals nachschauen gehen!


    Aber smegol hat recht im Prinzip machen sie nichts - wenn sie gesund sind und wir uns normal verhalten.

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Ich habe zunehmnd das Gefühl, dass ich unbedarft bin ;) . Wären Wildschweine böse Killer, würde scho lang keiner mehr in Wald gehen.


    Ich mach mir da echt kein Kopf....

  • Im Normalfall nicht - wie ich es auch als letzten Satz geschrieben habe und auch smegol.


    Im Normalfall sieht man sie nicht - ich habe mehrere Wanderungen mit Jägern gemacht - einmal hat mir der eine Jäger gezeigt - da oben (war ein Hang) da sind Felsen da liegen sie udn wärmen sich - wir sehen sie nicht - aber uns haben die lange bemerkt.

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Hallo zusammen
    Aus meinen Persönlichen Erfahrungen kann ich nur sagen, das es nicht so Wild ist wie es scheint. ;)
    Hatte bis jetzt wenige direkte Kontakte mit Wildschweinen und jedes mal sah ich sie nur noch von hinten beim weglaufen.
    Das eine mal ganz nahe, da wollte ich gerade meinen Rucksack abstellen als es hinter mir ein lautes Blasen gab (an der Stelle bin ich gerade noch vorbei gelaufen ) und die Schweine sich davon trollten.
    Ich habe keine Angst deswegen und lass mir auch den Spass im Wald und Flur nicht nehmen. :gewehr
    Dennoch habe ich das Gefühl das es immer mehr gibt oder nehme ich sie nur mehr war als Früher.
    Kann da vielleicht ein Jäger was zu sagen ob ich es nur so war nehme oder nicht.
    Nahrung hat es ja genug und das Wetter ist auch Klasse um Kinder zu machen :lol




    Hier noch ein Vid.



    LG :winken

    Ein Baum der fällt macht mehr Lärm, als ein ganzer Wald der wächst.

  • Das Blasen dient der Bache als Warnlaut und bedeutet ,,Gefahr im Verzug"
    daraufhin setzt in der Regel der Fluchtreflex ein !


    Aber keine Regel ohne Ausnahme: Bache mit Frischlingen wird mitunter schon sehr, sehr unangenehm!
    (Hatte ich letzte Woche, beinahe!)


    Mein Tipp: Wenn sich die anzeichen für Wildschweine mehren (Maggigeruch in der Luft , vermehrte Trittsiegel, , frische Losung, gebrochener Boden, quieken, grunzen, BLASEN, KLAPPERN, SCHNAUBEN) Sofort auf freie übersichtliche fläche ausweichen und nicht versuchen dabei extrem leise zu sein, es ist besser das die Schweine wissen welchen Bereich sie meiden sollen als das sie bei der Flucht auf einen stoßen.


    Die drei groß geschriebenen Lautgebungen sind Anzeichen aggressiver Haltungen wenn die zu hören sind, sofort Gelände räumen und ausweichen, Ihr könnt anhand der Geräusche nie ermitteln ob das Tier nicht verletzt ist oder nicht ! Auch um alles in der Welt nicht den Hund loslassen ! Mitsamt Fiffi sofort abrücken um schwere Verletzungen auf beiden seiten zu vermeiden ( Wobei eure Aussichten da schlechter stehen)

  • Hatte mal dass Vergnügen, mitten in der Nacht. :biwak
    Hatte mein kleines Zelt nicht mal weit von Waldrand, alles war schön und ich schlief gut.
    Um 4 etwa schoss ich hoch, da war was und ein Grunzen, machte mir klar wer, eine ganze Rotte Wildschweinchen war angetreten,
    um das unbekannte Zeltchen in Augenschein zu nehmen.
    Hui, was nun?


    :tarp
    Verhielt mich mucksmäuschenstill , und die taten nichts weiter, wuselten was Rum. Nach einer Zeit entzündete
    ich ein Teelicht. Das Licht muss die Schweinchen irgendwie irritiert haben, und gemächlich zogen sie, unter gelegentlichem Grunzen ab.
    War froh das keines über meine Zeltleinen gestolpert war.
    Nach einer 3/4 Stunde schlief ich weiter.


    Fazit: Schweinchen sind auch nur scheue Waldtiere, und sie gehören einfach dazu. :squirrel
    Nur keine Furcht!

    Leben, ist ein beständiger Kampf- gegen das Nichtleben, aber schön.

    Einmal editiert, zuletzt von Per Pan ()

  • Ich habe zum Glück Wildschweine immer nur von weitem gesehen. Meist eine ganze Rotte, die in 100 oder 200 m rennend einen Hang querte. Und das obwohl ich wahrhaftig nicht immer nur auf den Wegen bleibe. Wildschweinspuren, besonders wo sie gewühlt haben, weiche ich allerdings meist aus.


    Mein Hund ist glücklicherweise einer, der, obwohl er bei interessanten Geräuschen und Gerüchen erstmal hinläuft, sich aber nach 50 Metern oder so abrufen läßt. Und übermäßig mutig ist er auch nicht, dafür ziemlich intelligent. :)


    Ich persönlich habe deshalb Respekt vor Wildschweinen, aber keine Angst.


    Nachts im Biwak habe ich bisher immer nur kleinere Tiere wahrgenommen, Geräusche wahrscheinlich von Mäusen und Siebenschläfern, Augen vermutlich von Füchsen, und Schritte und das Schrecken von Rehen.


    Meine Vermutung ist, daß normalerweise Tiere auch dem Geruch von Menschenschweiß und vielleicht noch Feuergeruch ausweichen, wenn sie können. Jedenfalls in unseren Gefilden hier.

    --
    Wärme wünscht der vom Wege kommt / mit erkaltetem Knie;
    Mit Kost und Kleidern erquicke den Wandrer, / der über Felsen fuhr.


    Süntelgänger, Waldgänger

  • Auf die Frage von Ranger zu der angenommenen höheren Anzahl von Wildschweinen im gesamten Bundesgebiet kann ich aus meinem Jagdkurs nur eine
    Zahl nennen welche den Reproduktionsgrad des Schwarzwildes angibt. :schlaubi
    Dieser Wert beläuft sich jährlich wohl auf bis zu 240% des Vorjahresbestandes was aus Fallwildstudien und Jahresstrecken Auswertungen hervorgeht.
    Das es zu so starken Zuwächsen kommt, liegt auf der einen Seite an kaputten Sozialstrukturen innerhalb der Rotten was zur Folge hat das selbst einjährige Bächen schon beschlagen werden, einem milden Klima welches für minimale Ausfälle am Nachwuchs sorgt, und fehlende Beutegreifer in einer Agrarlandschaft welche sich als reich gedeckter Tisch für das Wild präsentiert!
    Als Leitsatz galt für uns das dass Schwarzwild in den milchreifen Weizen zieht, ohne das Feld zu verlassen nach der Ernte im Raps liegt und bei der Rapsernte in den Mais einschiebt.
    Diese drei Kulturpflanzen sind so anziehend und reichhaltig vorkommend, das es bei der heutigen industriellen Agrarbewirtschaftung eine Frage der Zeit war das es zu einem solchen anstieg der Zahlen kommen konnte.

  • Ich kann Per Pan nur zustimmen. Der Schreck bei einer nächtlichen Wildschweinbegegnung liegt bei uns. Dem Schwein ist viele Meter vor der Begegnung schon klar, was da im Biwak oder Zelt pennt. Verlockend ist die Aussicht auf lecker Futter. Da viele ihr Gepäck einfach in der Nähe des Lagers liegen lassen, ist die Aussicht auf Erfolg gar nicht so klein.


    Auch der Fuchs weiß das. Und der macht sich eh keine Birne, das er was auf dieselbe bekommen könnte. Ehe unsereiner eine Aktion ausführen kann, ist Fuchs in Sicherheit. Ein Wildschwein jedoch kennt seine Kraft, weiß das so ein friedlich schlafender Zweibeiner normalerweise keine Chance hat. Doch auch so ein Schwein weiß um den Vorteil sich zu verdrücken, ehe es zu einem fragwürdigen Kampf kommt. Wozu die Energie aufbringen und den Zweibeiner verkloppen? Bringt effektiv nix, der schmeckt ja nicht mal, so wie der stinkt :unschuld Und wenn doch (meist ist es ja UNSER Fehler, das ein Tier auf uns losgeht), dann Beine in die Hand und irgendwo hoch... :lachtot


    Wenn sich jemand im Wald zur Ruhe begibt, so ist er genaugenommen ein Mitglied der nächtlichen Waldgemeinschaft und hat sich einzufügen. Nur weil wir uns Mensch nennen, sind wir nichts Besseres als alle anderen Bewohner des Waldes. Also hängt es von uns ab, ob wir uns gestört fühlen vom Wald oder ob wir den Wald stören. Letztere Variante ist die eigene Angst oder Unerfahrenheit, beides läßt sich überwinden. Schafft man das, ist es wie ein Virus, der in einem ausbricht. Diesen Virus will man aber im Gegensatz zu einer Krankheit nie mehr loswerden :)


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • Man sollte eben nichts Eßbares draußen liegen lassen; abends aufräumen heißt die Devise. Wenn da Reste vom Spülen sind (und Exkremente fressen die ja auch mitunter), dann sollen sie ruhig draußen schmatzen und wühlen, es schadet uns ja nichts. Wenn dann mal eins richtig ans Zelt kommt, also die Wand eindrückt oder versucht, mit der Schnauze drunter zu kommen oder ins Vorzelt will, brüllen und einmal boxen. Wir sind ja nicht zuhause in der Einbauküche, also mit der Ameisenprävention fängt die gescheite Lebensmittelsicherung im Busch an, aber auch an Säugetiere muß man denken. Außerdem würden die Schweine die Verpackungen mitfressen und so vielleicht später erkranken.


    Die schlimmsten Tiere, mit denen man im besiedelteren Teil Europas Probleme kriegen kann, sind sowieso Haustiere wie streunende Hunde oder Stiere, und halt die ganzen Plagegeister wie Wespen, Zecken und Blutegel. In Frankreich haben kleine Schlangen nach mir geschnappt, mit denen ich auf dem Wanderweg oder im Fluß nicht rechnete, aber da ist nie was passiert. Wildschweine am Zelt sind auch nichts dramatisches. Aber ich hatte mal mein Lager an der Weide eines spanischen Stiers- da mußten wir schnell alles wieder einpacken und verschwinden. In Portugal, Griechenland oder manchen osteuropäischen Ländern sind Hundemeuten nichts außergewöhnliches, auch die Schutzhunde einsamer Höfe sind mit Vorsicht zu genießen. Ein Maultier hat mir unter anderem die Hand zermalmt: mein Ringfinger ist wieder leidlich gerade verheilt, und ein paar Narben auf der Hand sind geblieben. Die Rippen sind gut wieder zusammengewachsen.