Ilves & Xena im Oberharz

  • Grüß euch,


    hier möchte ich euch mal von einer vergangenen Tour berichten.


    Schönes Wetter, nüscht Besonderes zu tun – klar, den Waldläufer zieht es in den Wald.
    Da der Harz von mir aus nicht so weit weg ist, war er also heute mal wieder mein Ziel. Angedacht war ansich die Odertalsperre bei Bad Lauterberg. Es war schon klar, daß an solch einem Tag alles randvoll mit Touries sein wird daher war meine Idee, etwas oberhalb der Sperre an der Oder lang zu marschieren. Gesagt, getan: eine etwa eineinhalbstündige Wanderung am Fluß entlang inklusive Überquerung des Gewässers an einer Furt um meine neuen Stiefel auszutesten (jaaa - sie sind wahrhaftig wasserdicht!!) dann wurde mir der Geräuschpegel der dann doch viel zu nahen Straße zu viel und ich peilte ein neues Ziel an.
    Also, ab nach dem unweit gelegenem St. Andreasberg und noch etwas höher nach Sonnenberg. Gleich hinter dem Ort gab es einen kleinen Parkplatz ohne Autos, dafür sah ich einen Bach aus dem Wald kommen.



    Da ich es liebe an Bächen entlang zu laufen hielt ich an, packte mir das Daypack auf den Rücken und ab ging es in den Wald.
    Hier war es schön ruhig, der Boden war wunderschön mit Moosen bedeckt... Mittelgebirgswald wie man ihn mag. Hie und da gab es immer wieder nette Dinge zu beschauen.



    ---Flecktarn---


    Irgendwann kam ich an eine herrliche Stelle wo ein anderer Bach seinen Weg durch den Wald suchte. Da MUSSTE ich einfach lang!



    Dem Bach folgend ging es immer höher und dabei auch tiefer in den Wald hinein, es war so schön und spannend, daß ich nicht wirklich auf die Richtung achtete.
    Unterwegs gab es sogar ganz leckere Wegzehrung.



    Genau an dieser Stelle möchte ich jetzt von einem normal-langweiligen Bericht einer Wanderung zum Survival-Aspekt einer eben solchen kommen: Ich kann mir denken, daß es immer wieder Leute gibt, die sich auch in Deutschland ordentlich verlaufen, weil sie einfach nicht darauf achten in welche Richtung sie laufen. Alles nicht so schlimm kann man sagen, denn in Deutschland trifft man ja alle halbe Stunde auf Zivilisation.
    Mag sein... aber paßt auf:


    Ich merkte mir, daß ich mein Auto im Westen parkte, also orientierte ich mich nach Westen.



    Aus dem Wald heraus, kam ich dann an ein Hochmoor - die Gegend war einfach phantastisch, der Begriff "Skandinavien-Fake" hing mir durch den Kopf.



    "Westen paßt schon", also marschierte ich fröhlich da durch und plötzlich passierte es: bis fast zum Knie trat ich in ein Sumpfloch!



    Ersthaft: ich hab mich tatsächlich erschreckt denn sooo leicht ließ sich das Bein gar nicht mal wieder heraus ziehen.
    Und genau jetzt gingen mir die Gedanken durch den Kopf: was, wäre ich keiner dieser Survivalisten (ich sag das jetzt mal so), was wäre wenn das Sumpfloch kein Sumpfloch sondern irgendetwas gewesen wäre das mir mein Bein verstaucht oder gar gebrochen hätte?
    Das Auto geschätzte sechs, sieben Kilometer quer durch den Wald weg, in einer Stunde wäre es dunkel, keine Ahnung von Survival und erst recht keine sinnvollen Dinge (z. B. Signalpfeife) dabei
    Mein lieber Schwan!
    Ich meine... mir ist nichts passiert, ich hab ja sogar meinen Spaß an sowas (also sich "einsauen" usw. - war ja keine ersthafte Situation), was aber wäre mit normalen Wanderern passiert?


    Wie auch immer... spätestens Xeni findet immer wieder zum Auto zurück.



    Wir kehrten also um und kamen rechtzeitig zum Sonnenuntergang aus dem Wald heraus.



    Für mich (ich denke für Xena auch) war es ein sehr schöner Tag in einer sehr schönen Landschaft.
    Ob des Erlebnisses mit dem Sumpfloch mußte ich bei der Heimfahrt aber dennoch ständig daran denken, daß auch ein netter Waldspaziergang sehr schnell und wahrhaftig zur Survival-Situation werden kann!




    Also Leute - paßt auf euch auf!


    Lieben Gruß,
    Ilves