Winterfutter

  • Die Schlehe



    Diese lecker Schlehen hab mir mir vor 2 tagen zu Gemüte geführt. Sie schmecken wie reife Pflaumen :) richtig gut. Eine echte leckerei zur zeit da ja zur Zeit nicht soviel wächst wie in den Sommermonaten.


    Schlehen sind meistens an Feldrändern zu finden. Vor dem ersten frost schmecken die Früchte noch sehr sauer, das liegt an den Gerbstoffen. Nach dem ersten Frost verringern sich diese und die Frucht wird dadurch schmackhafter.


    Aus Schlehen kann man zurzeit zb ein Mus machen und sich aufs Brot schmieren :) oder sie direkt vor Ort essen.


    :manni

  • Auch das ganze Jahr über zu finden ist die Vogelmiere!





    Weil man es darf, ich derartige Daten nicht im Kopf habe wohl aber Vogelmiere immer wieder gerne sammele, zitiere ich hier einfach mal aus Wikipedia:



    Die Gewöhnliche Vogelmiere (Stellaria media), auch Vogel-Sternmiere oder Hühnerdarm genannt, ist eine Pflanzenart der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).
    Das weit verbreitete „Unkraut“ kann als Wildgemüse und Heilpflanze verwendet werden.


    Die Gewöhnliche Vogelmiere ist eine einjährige krautige Pflanze. Ihre niederliegenden 3 bis 40 cm langen Stängel bilden oft kleinere Rasenteppiche aus. Der Querschnitt des einreihig behaarten Stängels ist rund. Diese Haarlinie, ein charakteristisches Erkennungsmerkmal, unterstützt die Pflanze bei der Wasserversorgung. Tautropfen laufen entlang dieser Linie zum nächstgelegenen Blattpaar, wo bei Bedarf etwas Wasser aufgenommen wird. Das Restwasser wird über die Haarlinie nach unten weitergeleitet. Die Laubblätter sind eiförmig und spitz. Die im unteren Stängelbereich wachsenden Blätter sind gewöhnlich kurz gestielt, die oberen Blätter sitzen dem Stängel direkt an.

    Die Blüten stehen in wenigblütigen, doldenartigen Dichasien. Sie haben sowohl fünf Kelchblätter als auch fünf Kronblätter, besitzen also ein doppeltes Perianth. Die Kronblätter überragen die Kelchblätter kaum. Die fast bis zum Grund tief zweigeteilten weißen Kronblätter sind etwa 3 bis 5 mm lang und breit-lanzettlich zugeschnitten. Manchmal fehlen sie auch ganz. Im Blütenzentrum stehen drei Griffel, die von etwa drei bis zehn Staubblättern mit violetten Staubbeuteln umgeben werden. Bei milder Witterung oder an geschützten Stellen bleibt die Blühfähigkeit der Pflanze das ganze Jahr über erhalten.

    Die fünf oder sechsklappige Kapselfrucht ist etwa 3 bis 5 mm lang und hängt abwärts gekrümmt am Fruchtstiel. Die rötlich braunen Samen haben einen Durchmesser von 0,9 bis 1,3 mm und flache stumpfe Höcker.


    Man findet die Vogelmiere verbreitet in lückigen Unkrautfluren, auf Äckern, in Gärten und Weinbergen, an Wegen, Schuttplätzen und an Ufern. Sie bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Böden, die auch im Schatten liegen können. Verbreitet ist sie von der Ebene bis ins Gebirge. Nach Ellenberg ist sie ein Schwachsäure- bis Schwachbasenzeiger, ein ausgesprochener Stickstoffzeiger und eine Ordnungscharakterart nährstoffreicher Acker- und Garten-Beikrautfluren (Polygono-Chenopodietalia).


    Das Wildkraut Vogelmiere wird von Gartenbesitzern trotz seiner schmerzlindernden Heilpflanzenqualitäten aufgrund seiner starken Vermehrung zu den Unkräutern gezählt. Neben den Heilwirkungen verfügt diese Pflanze auch über einen Wert als Nahrungs- beziehungsweise Genussmittel. Ihr Geschmack erinnert an jungen rohen Mais. Bereits 50 Gramm Vogelmierensalat entsprechen in etwa dem Vitamin-C-Bedarf eines Erwachsenen. Aufgrund des Saponingehalts sollten jedoch nicht zu große Mengen verspeist werden.

    Als Inhaltsstoffe sind Vitamine, Saponine, Flavonoide, Cumarine, Mineralien, Oxalsäure, Zink und ätherische Öle bekannt. In der Naturheilkunde findet es vielfältige Anwendung. So wird ein Extrakt der frischen Pflanze zur Behandlung von Rheumatismus und Gelenkschmerzen verwendet. Als Tee ist es zur äußeren und inneren Anwendung im Gebrauch.


    Ilves

  • Im Spätherbst/ Winter ist auch die Hagebutte zu finden. Sie wächst an büschen die oft am Waldrand und in Hecken zu finden sind. Bei der Hagebutte aber nur das Fruchtfleisch essen, die Kerne müssen entfernt werden da diese sehr Kratzen im Hals. Als Kinder haben wir die Kerne gerne als Juckpulver benutzt, also bitte nicht mit essen !


    Man kann aus der Hagebutte auch ein Mus und/oder Tee zubereiten, allerdings bekommt man wenn man sie so ißt mehr Vietamine zu sich.


    Grüße


    Trapper John

  • Ja Schlehen sind schon toll. Ich hab direkt nach dem ersten Frost ca. 10 Kilo von den Sträuchern geholt und zu Marmelade gemacht.


    Beim Sauerklee soll man aufpassen, denn die enthalten Oxalsäure. Nix schlimmes, aber Magenverstimmungen muss man auch nicht haben. Man muss aber schon ne Menge davon essen, wenn man bedenkt dass das Zeug auch in Teeblättern vorkommt.


    Gewöhnlicher Schneeball. Viburnum irgendwas.
    Die roten Früchte sind den ganzen Winter über reif und erst nach dem Frost essbar. Sie riechen und schmecken irgendwie seltsam aber enthalten mehr Nährstoffe als irgendwelche Kräuter weils Früchte sind. Sie sind auch gut gegen Erkältungen und Husten. Man kann nen Tee draus machen.


    Mehlbeeren. Sorbus keine Ahnung weiter.
    Ebenfalls Wintersteher. Sollte man Kochen. Früchte wie der Name schon sagt, als Mehlersatz verwenbar. Müsste bei allen Mehlbeeren der Fall sein, auch bei den seltenen Elsbeeren.


    Die Früchte der Vogelbeere/Eberesche stehen auch oft recht lang, wenn auch nicht den ganzen Winter, sind je nach Region mitte Dezember schon weg.


    Allgemein kann man noch an und unter Bäumen nachschauen ob noch n paar Früchte oder Nüsse anfallen. Da fallen mit speziell Bucheckern und die Nüsse der Hainbuche ein.


    An Wurzeln wird auch noch einiges herumliegen. Die Wurzeln vom Beinwell und des Sauerampfer kann man essen. Beim Sauerampfer sollte man auf Wiesen nachschauen wo Wildschweine gewütet haben. Die kleinen Wurzelsprossen sind rötlich weiß und schmecken wie ne Mischung aus Sauerampfer und Rettich. Beim Beinwell muss man allerdings schon im Sommer wissen wo der Beinwell wächst sonst findet man die Wurzeln im Winter nicht.


    Scharbockskraut. Das was im Frühjar mit als erstes den Kopf rausstreckt und den Waldboden mit grün überzieht und später gelb blüht hat winzig kleine Speicherknollen die man ausgraben kann, sehr Nahrhaft sind und sogar zur Ausnahme auch mal nach was schmecken
    Die Löwenzahnwurzel ist auch so ein Nahrhafter Kandidat im Winter.


    Mir fällt bestimmt noch was ein aber ich kann nich so gut auf Kommando.

  • Schöne Aufzählung AJ – aaaaaaber wo sind die Biiiildeeer? :(


    Immer dran denken, daß es auch Leser gibt, die mit den Namen nichts anfangen können, wohl aber die Pflanzen sicher schon einmal gesehen haben.


    Lieben Gruß,
    Ilves

  • Googeln kann jeder – wir wollen ja von euch wissen was ihr wißt, könnt, schon gemacht habt usw. ;)


    Nä?

  • Wieder darf ich die Künste miner Frau zum besten geben mit dem Verfahren zur eigenen Herstellung von Schlehensaft.
    Vorab: Schlehen haben wohl einen zu geringen Eigensaftanteil, um sie wie z.B. Kirschen, direkt auszupressen.



    Meine Frau macht einen köstlichen und gesunden Schlehensaft wie folgt:


    - 1kg Schlehen sammeln, waschen und wenn noch kein Frost war, die Schlehen für ein bis zwei Tage in die Gefriertruhe stecken.


    - Danach die Schlehen auftauen und in einen Tonkrug geben.


    - Mit 2 l kochendem Wasser übergießen, die Schlehen platzen dadurch auf.


    - Nach einem Tag Ruhezeit bei Zimmertemperatur die Schlehen absieben und den aufgefangenen Saft erneut aufkochen. Die Schlehen wieder in den Tonkrug geben und den kochenden Saft drüberschütten.


    -Diesen Vorgang 4 - 5 mal wiederholen. Beim letzten Mal den Saft mit 250g Zucker aufkochen und schnell in Glasflaschen mit sog. "Twist-Off Caps", wie die abgebildete Punicaflasche füllen. Dadurch wird der Saft haltbar, die Flasche zieht Vacuum, man hört dies durch ein deutliches Klicken des Blechdeckels beim Abkühlen.


    Meine Frau macht auch noch einen hervorragenden Schlehenlikör selbst. Dieses Rezept kann ich ihr, wenn Interesse besteht, auch noch entlocken.


    Viele Grüße Parzival

  • Ich wollte schon länger mal die Wurzeln des bösesten aller Neophyten - Japanischer Staudenknöterich aka Fallopia Japonica aka "das Monster" auf Essbarkeit untersuchen.


    Heute hab ich mal Zeit für gefunden. Die Wurzelstöcke an sich kann man total vergessen, die sind hart wie Holz, was man aber essen kann sind die Knospen der Schößlinge die im Frühjahr austreiben sollen. Geschmack errinert irgendwie an Rettich ist aber doch ziemlich anders. Wirken aufs erste recht Nahrhaft, mit den Knollen des Scharbockkrautes zu vergleichen. Bei so nem Knöterichfeld kriegt man schon ordentlich was zusammen indem man einfach die abgestorbenen Halme rauszieht und mit dem Messer die Erde abklopft bis die Knospen erscheinen. Die bricht man einfach ab und nimmt sie mit.
    Das gute dran ist dass man diese Pflanzen auch im Winter und noch bei Schnee finden kann, was bei vielen anderen krautigen Pflanzen nicht möglich ist.
    So kann man sich lecker was zu mampfen holen und gleichzeitig das Monster einfach aufessen

  • Weiter geht's:


    Ansich immer gefunden und eben auch gegessen werden kann


    • Hirtentäschel



    • Löwenzahn



    • Taubnessel



    Im Winter freilich alles nicht so dolle, aber für einen Not-Salat reicht das.

  • Noch etwas mehr an Wintergemüse: die Silbernessel.



    Sie gehört zu den Taubnesselnund ist daher wie alle Taubnesseln eßbar.



    Sie wächst in der Regel in ziemlichen Mengen, sodaß man eine Winter - Notmahlzeit recht leicht finden kann.
    Ideal: oft wächst sie in der Nähe von Wasser.


  • Wobei "Not" Nahrung bie den meisten dieser Gewächse sehr kritisch zu sehen ist, denn der Nährwert dieser Grünpflanzen ist extrem gering und das sammeln und verdauen könnte mehr Energie verbrauchen als es einbringt.
    Zucker, Fett und Kohlenhydrate sind das was man suchen muss und das findet sich in Früchten, Nüssen und Wurzeln.

  • Wobei "Not" Nahrung bie den meisten dieser Gewächse sehr kritisch zu sehen ist, denn der Nährwert dieser Grünpflanzen ist extrem gering und das sammeln und verdauen könnte mehr Energie verbrauchen als es einbringt.


    Vollkommen richtig, AJ – daher ist es auch so wichtig zu wissen, was man quasi nebenbei alles mitnehmen kann. Macht man sich erst auf die Suche nach „Grünfutter“ verbraucht man sicher mehr Energie als man sie wieder bekommt.
    Laßt uns genau deswegen diese Sammlung hier ruhig mal weiter treiben, es kommt sicher noch einiges dazu. Je mehr man weiß, desto mehr achtet man auch darauf was einem vor den Füßen wächst und eine eventuelle Notsituation kann so schon wieder etwas abgemildert werden.

  • Wenn man im Wald die Blätter am Boden zur Seite schiebt findet man im Januar schon
    frische Triebe von diversen pflanzen darunter auch die vom Bärlauch
    Die meisten Triebe haben Ansätze von Blättern.



    Die Triebe vom Bärlauch sind dagegen ganz rund und laufen spitz zu
    wo solche Triebe unter dem Laub zu sehen sind lohnt sich das graben mit einem Grabstock.


  • Heute im Wald gefunden und da es auch zum „Winterfutter“ gehört möchte ich euch hier mal den Austernseitling vorstellen.



    Der Austern-Seitling oder Austernpilz (Pleurotus ostreatus) ist eine Pilzart aus der Familie der Seitlingsartigen (Pleurotaceae).


    Die Fruchtkörper des Austern-Seitlings erscheinen meist in dichten Büscheln am Substrat und haben zunächst einen zungen- bis spatelförmigen, später einen muschel- bis halbkreisförmigen Habitus. Der Stiel ist 1–4 cm lang, 1–3 cm breit und sitzt meist seitlich am Hut an. Er kann auch nur rudimentär ausgebildet sein. Die Oberfläche ist fein filzig, am Grund auch striegelig-zottig strukturiert. Der Hut kann einen Durchmesser von 5–5 cm erreichen. Junge Exemplare besitzen eingerollte Ränder, die im Alter lappig einreißen. Die Huthaut ist glatt, kahl und glänzend, manchmal faserig und trocken. Das Farbspektrum reicht von schiefer- bis schwarzgrau über dunkelbraun bis hin zu olivlich. Die Lamellen an der Unterseite sind weißlich, stehen gedrängt und laufen deutlich am Stiel herab, wobei sie sich maschenartig verästeln. Das reichlich abgegebene Sporenpulver ist weiß. Das Fleisch des Austern-Seitlings ist weiß, selten bräunlich, riecht angenehm und hat jung eine weiche Konsistenz. Im Alter wird es rasch zäh und riecht dann muffig.

    Im Handel angebotene, kultivierte Fruchtkörper können ein abweichendes Aussehen zeigen.

    Der Austernseitling ist ein Saprobiont oder Schwächeparasit hauptsächlich an Laubhölzern, seltener an Nadelholz. In Deutschland wählt er vorwiegend die Rot-Buche als Substrat. Der Pilz besiedelt in der Regel das Stammholz und dickere Äste – an stehenden Bäumen können die Fruchtkörper in mehreren Metern Höhe erscheinen. In Kultur wächst der Austern-Seitling auf diversen Substraten wie beispielsweise Stroh, Papier, Kaffeesatz, Fruchtfleisch von Kaffeebohnen und Weizenkörner.

    Mitteleuropäische Stämme des Austern-Seitlings fruktifizieren erst bei niedrigen Temperaturen, Bresinsky fand heraus, dass als Auslösereiz für ihre Entwicklung Temperaturen von unter 11 °C notwendig sind. Die Fruchtkörper können Frostperioden überdauern und sporulieren auch noch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt (nach Bresinsky bis zu −2,8 °C). Entsprechend ist die Art in Mitteleuropa ein „Winterpilz“.

    In Kultur sind aus Florida stammende Formen, die als cv. „Florida“ bezeichnet werden, diese Formen sind zur Fruktifikation nicht auf den Kältereiz angewiesen, sie sind heller als die mitteleuropäische Wildform.


    Quelle


    Den Austernseitling kann man wie andere Pilze auch frisch zubereiten, man kann ihn aber auch -entgegen anderer Angaben- trocknen. Er enthält sehr viel Wasser, daher trocknet man ihn auf der Heizung... was kein Problem sein sollte, ist er ja ein Winterpilz ;)
    Das übliche „unter die Decke hängen“ funktioniert jedenfalls nicht so gut, dann fängt er meist an zu schimmeln.


    Vielleicht findet ihr ja nun auch bald mal welche, ich wünsche euch viel Glück.


    Lieben Gruß,
    Ilves

  • Ilves: "....Austernseitling schimmelt beim Trocknen..." Manche Pilze, und hier ist gerade der Austernseitling ein bekannter Vertreter, "treiben" Mycel aus, wenn sie "in Not geraten". Wenn du dich mit Pilzen auskennst, dann prüfe, ob es tatsächlich ekliger Schimmel, oder feines, wattiges Mycel ist. Im letzteren Fall kannst du einfach weitertrocknen. Bin für die Einführung eines Pilzordners, wie ich im Thread "Judasohr" schon sagte. das Thema ist umfangreich und wenn man mal was nachschauen möchte, muss man ewig suchen. Auch müsste ich dann nicht hier erneut erwähnen: Der Austernseitling kann auch auf vergrabenem Holz wachsen, zb auf den im Boden verbliebenen Wurzelteilen eines mittlerweile entfernten Baumstumpfes; man findet den Pilz also auch auf dem Boden, an Stellen, an denen man kein Holz sehen kann. Wächst der Pilz am Boden, dann weicht er mitunter erheblich von der "Muschelform" ab, und erinnert an den Riesenporling.


    Weiß nicht, wer damit anfing: Oxalsäure


    Auch Pflanzen, die nur geringe Mengen Oxalsäure innehaben, können, über einen längeren Zeitrum (mehrere Monate) hinweg eingenommen, Nierenschädigungen verursachen. Die wasserlösliche Oxalsäure kann durch Abkochen und Abgießen des Kochwassers entfernt werden. Dies Wissen stammt aus einem Buch. Ich denke, man sollte oxalsäurehaltige Pflanzen generell meiden, da man unter Umständen bereits durch den Verzehr ganz anderer Pflanzen bereits mit Oxalsäure "aufgeladen" wurde. Wer will, kann googlen; es gibt einige in den Wildkräuterbüchern vorgestellte, oxalsäurehaltige Pflanzen.