selfmade-messer

  • Hallo, ich wollte mal gerne eure
    Meinung zu meinem Messer wissen, da es der Prototyp von meinem
    Survivelmesser ist. Es wurde aus Werkzeugstahl hergestellt (aus einer
    Raspel Pfeile ) und hat eine Klingenlänge von 11,5 cm, Dicke 7mm und
    Gesamtlänge von 21,9 cm. Es ist ein Arbeitstier für den schwersten
    Einsatz. Trotz der Dicke von 7 mm ist es so scharf das man sich
    rasieren kann.
    Es befinden sich 3 Löcher am Griff um
    es mit dem Paracord als Speer zu benutzen.


    Soooo, jetzt sagt mal was ihr davon
    haltet. :messer


    Von allen Tieren ist der Mensch das Einzige, das grausam ist. Keines außer ihm fügt anderen Schmerz zum eigenen Vergnügen zu. - Mark Twain

  • Hallo Rene,
    So wie es erscheint, bist du sehr zufrieden mit deinem Messer und auch mächtig stolz darauf!
    Du kommst sehr gut damit zurecht und hast dich auf dein Messer eingestellt.
    Das ist das wichtigste beim MYOG, finde ich!


    Wenn du dir jetzt Meinungen von der Community einholen willst, spricht daraus vielleicht eine gewisse Unsicherheit.
    Bedenke auch, dass eigentlich jeder Messerbenutzer eine ganz individuelle Meinung zum persönlichen Messer haben wird.


    So fände ich z.B. 7 mm Dicke für mein Messer untragbar. Auch mag ich persönlich keine Paracordwicklung.


    Du wirst sehen, wenn du hier ehrliche Meinungen sammeln wirst, werden es wahrscheinlich mehr kritische Stimmen sein, als zustimmende.


    Aber du sprichst auch von "Prototyp", was impliziert, dass du weitere Messer machen möchtest.
    Dafür kannst du dir bei uns einige Anregungen einholen.


    Weiterhin viel Spaß bei deinem Hobby!


    LG Parzival :bcplove

  • Hallo,


    ich finde das Messer sehr schön, obwohl auch ich Griffschalen bevorzuge. Man sieht dem Messer seine Herkunft an, hat was!


    Bei 7mm Stärke ist der Schnittwinkel ziemlich steil. Ein Schärfen ist also schwierig. Balliger Schliff ist einfach, aber macht die Schneide noch steiler. Jedoch ist für grobe Arbeiten eine hohe Schärfe auch gar nicht notwendig. Das Messer muß ordentlich schwer sein, kannst du mal nachmessen bitte? Nicht das das Gewicht einem die Hose auszieht :lol


    Einen Speer habe ich noch nie benötigt. Aber wenn schon, dann finde ich eine solch schwere Speerspitze als nachteilig. Der Speer wird dann schon odentlich groß (=noch schwerer) um die richtige Balance zu bekommen. Eher könnte solch ein Gerät als finale Ramme zum endgültigen Erlegen des Tieres verwendet werden. Aber eben nur in der Theorie, hier in D wirds dazu keine Gelegenheit geben für einen Test.


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • Hallo Rene, ich finde das Messer gut. Ich vermute, daß der verwendete Stahl recht viel Kohlenstoff enthält, was es leicht zu schärfen macht, allerdings auch ziemlich rostanfällig. Übrigens ist mein Lieblingsmesser das kleine Merlin von Herbertz, welches auch eine sehr dicke Klinge aufweist. Dieses hat Hohlschliff, das wäre vielleicht auch was für Deines. Hohlschliff hat aber den Nachteil, daß da relativ leicht Kerben aus der Schneide herausbrechen könnten. Wenn der Stahl sehr spröde ist, d. h. je höher der Kohlenstoffanteil, umso leichter geschieht das.
    Vor allem aber kannst Du auf das gute Stück stolz sein, es ist selbst gebaut. Ich verstehe manche Leute nicht, die auf ein gekauftes teures Teil stolz sind. Sie haben es nur gekauft, nicht gebaut.
    Ein Messer habe ich bisher noch nicht angefertigt, aber eine Machete aus 0,75 Millimeter dünnem verzinktem Eisenblech. Mit ner Flex angeschliffen. Die Machete schneidet nicht wirklich gut, aber sie reicht aus, um einen Lagerplatz von Brombeerranken zu befreien. Nur mal so als Idee.


    Sel : Bist gerade Du auf Deine alten Tage unter die Gewichtsfetischisten gegangen??? Daß ich das noch erleben darf!


    LG Trüffelschwein

  • Also, das Messer wiegt 306 g. Aber das Gewicht hat auch einen ganz besonderen Vorteil: wenn das Messer stumpf ist, kann man es immernoch als Hammer benutzen oder es einem vor den Kopf werfen...... :batch


    :D :lol :dance

    Von allen Tieren ist der Mensch das Einzige, das grausam ist. Keines außer ihm fügt anderen Schmerz zum eigenen Vergnügen zu. - Mark Twain

  • ... Aber das Gewicht hat auch einen ganz besonderen Vorteil: wenn das Messer stumpf ist, kann man es immernoch als Hammer benutzen oder es einem vor den Kopf werfen ...


    Das mache ich so mit meiner Ausrüstung. Wenn mir einer blöd kommt, dann werfe ich diese ihm an die Rübe und ihm geht garantiert das Licht aus für ne Weile :lol .


    Trüffelschwein : Nee, ich nehme immer noch gerne ein Kilo mehr mit. Jedoch ein solches Messerchen wäre mir persönlich wirklich zu schwer. Und nutzen könnte ich es seiner Bestimmung nach (Schwerstarbeit) auch nicht.


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • Der Parzival hats ja schon gesagt; Obwohl Messer im Grunde etwas eher banales sind, hat da jeder seine ganz eigenen Vorstellungen, wie das perfekte Messer aussehen muss. Das geht bisweilen soweit, dass sich erwachsene Männer mit endlos scheinender Inbrunst, über den besten Stahl, den besten Anschliff, den besten ... usw. streiten. Fakt ist aber, fast alle Messer funktionieren irgendwie, also lass dich nicht zu sehr von anderen beeinflussen. Du wirst beim arbeiten mit deinem Messer schnell merken was es gut kann und was nicht so gut.


    Messer selber zu bauen hat aber, zumindest bei mir, auch einen gewissen Suchtfaktor. Hinzu kommt das gute Gefühl mit einem selbst hergestellten Werkzeug zu arbeiten.


    Meine persönliche Meinung zu deinem Messer wäre:
    Die Proportionen stimmen nicht. Für so eine noch relativ handliche Klinge sind die 7mm dicke einfach zu viel. Hinzu kommt der sehr steile Anschliff, was beim schnitzen und schneiden sehr hinderlich sein sollte. Zum hacken und spalten ist es wiederum etwas zu kurz.
    An der groben Zahnung erkennt man, dass es eine Raspel gewesen ist. Raspeln und Feilen sind nicht das selbe. Eine Feile hat in aller Regel einen sehr hohen Kohlenstoffgehalt ,ist somit sehr hart und in erster Linie zur Metallbearbeitung gedacht. Eine Raspel hingegen wird ausschließlich zur Bearbeitung von Holz oder ähnlich weichen Werkstoffen verwendet. Die meisten Raspeln werden aus C45 hergestellt. Der enthält relativ wenig Kohlenstoff ( 0,4 -0,5%), ist relativ weich dafür aber extrem zäh und robust. Hämmer, Meißel, Körner und viele der großen Stahlbauschrauben werden z.B. auch daraus hergestellt.


    Also für dein Messer wohl eine gute Wahl. Als Recuetool zum Türen aufhebeln oder Fenster und Bleche einpickeln könnte ich mir das Teil schon gut vorstellen. Könnte nur etwas länger sein.


    Hast du es noch gehärtet, oder einfach nur ausgeschliffen?

  • Hmmm, das Ganze erinnert etwas an die Messer von Strider. Von der Größe her sieht es handlich aus. Eventl. würde ich mir dazu noch dünneres machen mit hoher Schärfe.


    @ Sel


    Speer ist nicht gleich Speer. Angefangen von Wurfspeeren mit relativ kleinen und leichten Spitzen bis hin zu schweren 2händigen Stoßspeeren oder Sauspießen. Eben je nach Verwendungszweck.

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.

  • Hallo,


    nimm mal ein Mora(10€), schnitze mit dem ihm und schneide mal Brot, Käse und Wurst
    und hebel ein Scheunentor auf.
    Und jetzt machst du das mit deinem Messer und wirst Unterschiede feststellen.
    Spätestens beim Aufhebeln des Scheunentors. :messer :pop
    Welches Messer ist jetzt für dich das beste?


    Gruss
    Konrad

  • Das ist zwar kein Messer nach meinem Geschmack, aber die sichtbaren Überbleibsel der Raspeln verleihen dem Messer einen interessanten Look. Ich finde, das Wichtigste ist, dass man beim MYOG seine Wünsche umsetzt und seinen eigenen Ansprüchen gerecht wird. 5 Stunden Arbeit, die sich im Nachhinein als Lehrgeld erweisen sind immer noch besser als 5 Minuten Lebenszeit vor der Glotze zu vergeuden.

  • Über Geschmack lässt sich streiten bzw. diskutieren.
    Messer sind so individuell wie ihre Besitzer, wichtig ist das es Dir gefällt und Du damit zufrieden bist!
    Da Du es aus einer Raspel gemacht hast wird es bestimmt sehr spröde (hart) sein, es wird sicher bei groben Arbeiten (hebeln, drauf schlagen usw.) zerbrechen oder zerspringen!
    Pass da bitte auf!!
    Ich finde es prima wenn jemand sich an so was ran wagt! Ich selber habe auch schon div. Messer gebaut, unter anderem auch aus Feilen, Raspeln, Sägeblättern usw.
    Mach weiter so :daumen :daumen :daumen

  • Hallo



    Raspeln und Feilen sind nicht das selbe. Eine Feile hat in aller Regel einen sehr hohen Kohlenstoffgehalt ,ist somit sehr hart und in erster Linie zur Metallbearbeitung gedacht. Eine Raspel hingegen wird ausschließlich zur Bearbeitung von Holz oder ähnlich weichen Werkstoffen verwendet. Die meisten Raspeln werden aus C45 hergestellt. Der enthält relativ wenig Kohlenstoff ( 0,4 -0,5%), ist relativ weich dafür aber extrem zäh und robust.


    Hast du es noch gehärtet, oder einfach nur ausgeschliffen?


    Kann ich jetzt davon ausgehen, das eine Raspel besser als eine Feile ist ?
    Muß ich es noch härten oder reicht das Anlassen im Ofen ?


    LG
    Und schöne Feiertage euch und euren Fam.

    Ein Baum der fällt macht mehr Lärm, als ein ganzer Wald der wächst.

  • Hallo,


    wenn du dein Messer mit einer normalen Metallfeile
    gut feilen kannst, ist es butterweich.
    Dann muß gehärtet und angelassen werden.


    Da man so ein Messer allerding sowieso nicht richtig benutzen
    kann, kann man es auch so lassen.


    Gruss
    Konrad

  • Hi Ranger,
    wie schon gesagt: Wenns leicht zu feilen geht musst du härten. Ist aber kein Riesenproblem wenns bissle HIllybillystyle sein derf:
    Grill mit ordentlich Kohle/Glut, irgendwas zum Luftreinpusten. Das Messer so darin erhitzen bis es nicht mehr magnetisch ist. Bei C45 liegt die Temperatur so bei 820C, Glühfarbe Hellkirschrot. Schmelzpunkt von Kochsalz ist knapp über 800 Grad, kannst auch das zur Kontrolle draufschütten. Dann ab in erwärmtes Öl, irgendeins, am besten bewegen darin. Fertig gehärtet. Kannst du jetzt Glas ritzen damit? Danach ab in den Küchenofen. 200C ne halbe Stunde dürften passen, langsam abkühlen lassen. Evtl 2 mal.


    (Glühfarben können je nach Licht täuschen! Da das Härten hier eher suboptimal sein wird ist einfaches anlassen MÖGLICHERWEISE besser)


    Ach javor dem ganzen TAM-TAM die Klinge so herrichten wie sie sein soll, und: deine Schneidfase ist danach höchstwahrscheinlich ausgeglüht und fürn..muss darum neu geschliffen werden.


    Man kann jetzt sagen: DAS Theater lohnt nicht, ich sage: Machen und daraus lernen.

  • Ich würde an dem Messer nix mehr ändern. Das wäre nur verschlimmbessern
    Das ist gewissermaßen das Lehrgeld. So einen Ramsch war auch mein erstes Messer. Ich habs natürlich aufbewahrt um mich dran zu erinnern dass jeder mal klein anfängt und aus seinen Fehlern lernt.
    Beim nächsten mal wirds besser.

  • Ramsch würde ich das nun nicht gerade nennen.Ws ist halt Sein Messer und für ihn paßt es wie Es ist.
    Aber im übrigen hab ich auch nocht mein Allererstes selbstgemachtes irgendwo im Schrank liegen.

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.

  • Ich muß sagen das ich sowas auch schon probieren will. Das Ergebnis ist so gut wie egal, es ist eben immer noch ein selbstgebautes Messer. Und genau darauf kommts an.


    Wir machen Silvester eh Lagerfeuer, da kann ich eine Feile drin ausglühen. Holzfeuer in einer Feuerschale wird in der Glut immens heiß, müßte zum Ausglühen reichen. Bei Gelegenheit wird dann ein Messer draus gefeilt und bissel geschliffen. Beim nächsten Lagerfeuer wieder rein in die Glut und danach ins Öl zum Härten (oder der Versuch des Härtens). Nun kann ich probieren ob das Härten was gebracht hat. Ja, dann folgt die Backofenbehandlung und zuletzt der Feinschliff.


    Jedenfalls solls kein Meisterstück werden und eher der Spaß an der Sache. Und das Messer ist dann wirklich selbst gemacht. Für meine Aktivitäten reichen meine Mora-Messer und bleiben es auch. Das neue Messerchen ist vielleicht eine Ergänzung.


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • Hab auch ne zeitlang mit dem Gedanken gespielt mir aus ner Feile ein Messer zu basteln aber aufgrund des fragwürdigen Ergebnis und dem trotzdem gleichen Aufwand hab ich mit doch für ne anständige Bauweise entschieden


    ein gutes Stück Flacheisen kostet beim örtlichen Schlosser nen 5er in der Kaffeekasse oder beim Messerschmied ~ 30€ da kann man dafür 2 Messer machen



    Mein Entwurf in der C75 Variante , die C45 Variante wird baugleich lediglich das Griffholz ist anders

  • Hallo,
    ich häng mich einfach mal mit hier ran. ;)
    Hab nun auch einmal versucht aus einem alten Kreissägeblatt ein Messer zu Basteln.
    Erstmal der grobe zuschnitt.


    Dann mit 2K Kleber verklebt ( danke Parzival für den Tip vor Jahren )


    So ist es zurzeit


    Daten:
    Klingenlänge = 85mm
    Klingenstärke = ca. 3mm
    Gesamtlänge = 185mm


    Kleine Polierarbeiten noch und dann noch dies und das und ein zuhause braucht es ja auch noch, damit es ausgeführt werden kann.


    Scharf ist es wie S.., für die Haare am Unterarm reicht es, aber ob es Schnitthaltig ist kann ich noch nicht sagen. :messer


    LG :winken

    Ein Baum der fällt macht mehr Lärm, als ein ganzer Wald der wächst.