mein Gerödel und dessen Gewicht... Aber wie ist das mit Wasser?

  • Hallo,


    bin morgen also wieder auf Tour. Mit meiner schweren Ausrüstung artet das gewiss ein wenig in Schlepperei aus. Ihr müßt euch vorstellen das eben nicht der Wanderweg ein einfacher Weg ist, durchaus gehts mal 5km geradeaus, aber stetig bergauf. Oder ein Waldweg ist dabei (also nicht nur einer), wo es bei 300 Metern Luftlinie 150 Meter nach oben geht. Mindestens! Nur Weg, keine Stufen.


    Ich schleppe derzeit meine 70kg Lebendgewicht mit meinen 165cm Höhe durch die Welt, ok, dazu noch nun ganz knapp 50 Lebensjahre. Für 2 volle Tage mit einer Übernachtung draussen, Nahrung, Wasser (mind. 3 Liter), Videoausrüstung und fette Zusatz-Stromquelle, diverse Wechselklamotten, Penntüte mit Biwak- und Inletsack für kalte Nächte, Hobo mit Trangiakocher... und paar Kleinigkeiten - da kommen etwa 15kg Gepäck auf den Buckel.


    Für das Gelände, welches ich unsicher mache, ist das wirklich sehr schwer. Ich denke gar nicht daran mir einen modernen Rucksack zuzulegen, der mir 2kg ersparen würde. Der würde eh nicht lange halten.


    Wieviel "Last" ist denn normal? Kommt ja immer drauf an was man braucht oder denkt zu brauchen. Ultraleicht ist teuer und interessiert mich nicht. Ob nun zwei, drei oder vier Tage, an der Last ändert sich nicht viel. Vorausgesetzt ich finde Wasser. Und das ist in meinem Gebiet vom Elbsandsteingebirge echte Mangelware.


    Und genau hier stelle ich mir die Frage: WASSER! Nehme ich alles was ich finde (brutal gesagt: egal welche Gülle), oder schleppe ich das immer mit?


    Eine Quelle zu finden ist möglich, ob sie sprudelt... 30% Wahrscheinlichkeit. Quellen sind hier im Abstand von zwei bis vier Stunden Fußmarsch erreichbar. Also nicht sehr üppig. Ich suche einfach Alternativen. Ich finde nasse Wiesen. Das Wasser da ist stehend, schlammig, aber irgendwie sauber. Mit Wasserfilter vielleicht trinkbar. Ich kann auch Morgentau aufwischen, also mit einem Lappen (T-Shirt) über die Wiese laufen und das Wasser aufnehmen. Sehr selten tropfts irgendwo, entweder vom Fels oder in einer Höhle, ist auch Wasser. Was aber wirklich häufig zu finden ist, das sind Minitümpel und Pfützen. Dreckig, vielleicht steht das Wasser da seit 10 Tagen, Mücken und Kleingetier ist drin...


    Ich habe mir bisher, trotz gutem Wasserfilter, nicht getraut diese Reserve zu verwenden. Abkochen geht ja auch noch, und dann? Wie solls gehen, mitschleppen und sicher sein oder das nehmen was da ist und das Risiko hinnehmen?


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • Hallo,


    mein selbstgenähter Rucksack (760g) hat max. 70 Ltr. und ist für 16kg gut.
    Die schleppe ich leider auch fast immer.
    Der Stoff ist beidseitig silikonisiert und hat einen Durchstechfaktor von 96kg :daumen und eine Weiterreißfestigkeit
    von 36kg. Das ist dieses BW Zeugs nur Schund gegen. :D
    Geht also auch in UL. Man muß nur wollen und unvoreingenommen sein.


    Gruss
    Konrad

  • Das Rucksackgewicht ist auch irgendwie immer von Alter und Kondition abhängig.
    ALs Ich mit 20+ Kilogramm durch die Alpen gestiefelt bin, hatte ich keine größeren Probleme.
    Bei größerer Steigung oder extremeren Höhen muss man einfach langsamer laufen.


    Wenn ich in der sächsischen Schweiz unterwegs bin, dann bleib ich meistens für 2 bis 4 Tage.
    Da nehme ich auch meistens Zeug mit, das ich nicht wirklich brauche, aber den Aufenthalt komfortabler macht.
    Wasser nehme ich genauso viel mit wie du und hab noch nie ein Problem gehabt.
    Es gibt auch diverse Stellen wo man neues Wasser bekommt.
    Gaststätten, bspw. kleiner Kuhstall, Zeughaus oder aufm großen Winterberg.
    Man kann ins Kirnitzschtal oder ins Elbtal absteigen.
    Und mit einigen Quellen bin ich bisher auch ganz gut gekommen, bspw, Günthers Birnl (?)
    Dort ist auch genau ne Boofe daneben, selbst wenn es nur tröpfelt kann man über Nacht seine Trinkflasche drunter stellen und hat den nächsten Morgen wieder frisches Wasser.
    Also paar Möglichkeiten gibt es und ich leg dann meine Route immer so, dass ich in gewissen Zeitabständen wieder an Nachschub komme.


    Liebe Grüße,
    Thomas

  • Ich habe mir bisher, trotz gutem Wasserfilter, nicht getraut diese Reserve zu verwenden.


    Wofür hast Du denn dann einen Wasserfilter? :confused


    Genau für so was ist er doch da - schick das Pfützenwasser durch einen Vorfilter (Taschentuch) und danach in den eigentlichen Filter und fertig ist die Laube... Mit starken chemischen Verunreinigungen wirst Du ja wohl kaum zu rechnen haben im Elbsandsteingebirge, du brauchst also wirklich nur ein einfaches Modell ohne Kohlefilter...


    Nur Mut ;) ... Die Verunreinigungen in Deutschland werden allgemein sicher über- und die Fähigkeiten des eigenen Immunsystems eher unterschätzt. Vermutlich passiert Dir noch nicht mal was, wenn Du gar keinen Filter verwendest, vorausgesetzt, dass Du bei der Auswahl der Wasserquelle Deinen gesunden Menschenverstand benutzt: Sicht-, Geruchs- und Geschmackprüfung sowie Umgebung in die Betrachtung mit einbeziehen.


    VG MadFly

  • Aufgrund von fast krankhaften Geiz ist mein Gerödel an Ultraleicht weit vorbei...…bei voller Ladung für den Rennsteig liege ich derzeit bei gut und gern 25kg plus.
    Ich schließe mich meinen Vorredner an und behaupte das dieses Gewicht, Alters und Konditionsabhängig ist.
    Das mit dem Wasser war bei mir noch kein Problem da ich regelmäßig nachfüllen konnte. Aber ich überlege mir einen Wassersack mit 5liter Volumen zu besorgen
    um meine Reichweite zu erhöhen. Bei den Filtern konnte ich mich aufgrund der Preisfrage und der geringen Einsätze nie zu einem Kauf durchringen!
    Wenn allerdings einer zur Verfügung stehen würde, hätte ich wohl keine bedenken ihn auch einzusetzen!

  • Auf der letzten Tour hat sich bei mir mal wieder gezeigt, dass 3l Wasser einfach zu wenig sind. Künftig kommen 4l mit, dann klappt das auch mit den Quellen so ungefähr.
    Ist aber wirklich nicht immer einfach, gerade im Sommer.

  • Hallo Sel,


    meine positive Einstellung zu (Ultra)Leicht kennst Du ja schon...daher jetzt nichts dazu von mir. Wasser habe ich unterwegs immer etwas mehr als genug dabei (2-3l), weil ich gern sehr viel trinke und oft keine Ahnung habe wo es Nachschub gibt.


    Wasserbehälter habe ich immer mehrere dabei, so dass ich auf insgesamt 4- 5l Speicherkapazität komme. Aber nicht, um die dauernd zu Schleppen. Eher als Vorrat am Abend, für ein ansonsten "trockenes" Nachtlager ( = damit auch i.d.R. ohne Stechmücken, weil nicht in Wassernähe). 3l Playtpus + 2-3x 0.75-1l PET-Flaschen o.ä.,unter anderem auch um nicht bei Undichtigkeit eines gr. Behälters gleich das kpl. Wasser zu verlieren. Außerdem dient der aufgeblasene 3l-Platypus als Kern meines (UL)Kopfkissens...ach ich wollte doch davon nichts schreiben... ;-)


    Ein optisch sauberes Fließgewässer auswählen, Filtern (unterwegs) oder Abkochen (beim Lagern) - tu es einfach. Ist wie beim ersten Mal outdoor sche...n - mit jedem Mal wird es leichter und selbstverständlicher. Hygiene ist das A und O dabei: gefiltertes Wasser kommt nur in Flaschen die nie ungefiltertes Wasser gesehen haben, Filter regelmäßig Rückspülen & Austrocknen lassen usw.


    Just do it.


    Gereon
    PS: Wenn das Wasser frei von Schwebstoffen ist, dann ist AQUAmira/AQUAventure als chem. Keimabtötung OHNE Chlorgeschmack und mit sehr hoher Wirksamkeit gegen alle relevanten Keime eine gute Wahl, auch im Winter wo ein Filter durch Frost Schaden nehmen kann.

  • Ich trinke Morgens und Abends und dann auf der Tour habe ich 2 Liter dabei. Ich fülle bei jeder Gelegenheit diese 2 Liter auf, es sei denn ich bin in Regionen wo ich jederzeit auffüllen kann. Zum Abend hin mach ich dann noch den Faltbeutel voll, für das Abendessen und das Frühstück. Was ich damit sagen will ist, dass man das Risiko eingehen kann. Es ist zwar nicht schön, aber man kommt auch einen Tag ohne Wasser aus. Im zweifel länger.

  • Also ich kome da nicht ganz mit. Entweder die Wasserversorgung ist nicht gewährleistet, dann schleppe ich es inklusive kleiner Reserve mit.
    Gerade wenn ich bereit bin eh schon Zusatzgewicht mitzuschleppen, dann sollte es doch nicht an 2-3 Kilos liegen.
    Falls die 3 Kilo relevant werden stimmt der FLVRGDIS INDEX nicht (FItnesslevelversusrucksackgewichtdasichschleppe).
    Verdursten wirst du in der sächsischen Schweiz wohl nicht. Falls doch die Gefahr bestünde...stellt sich die Frage doch nicht ernsthaft.


    Oder ich kann auf Ressourcen zurückgreifen welche ich noch aufbereiten muss.
    Im ersten Fall heisst dies, gute Tourenplanung und Wasserbeutel.
    Im letztern Möglichkeiten zur Aufbereitung und geringe Transportkapazität. :confused

    Amateure üben, bis sie es richtig machen.
    Profis trainieren, bis sie es nicht mehr falsch machen.

  • Bin generell gern mit etwas umfangreicherer Ausstattung unterwegs und der Ultralight-Gedanke konnte sich bei mir noch nicht wirklich etablieren. Heißt aber auf der anderen Seite auch nicht, dass ich den Slogan 'Two is One, One is None' konsequent verfolge. Ein Ding genügt für eine Sache, es braucht nicht gleich überall ein Backup. Für mehrtägige Touren kommen inkl. Esszeug schon mal 20-25kg Rucksackgewicht ohne Wasser zusammen.


    Für meine Unternehmungen genügt unterwegs eine 1l-Wasserflasche meist vollauf, da ich mich üblicherweise in Gegenden aufhalte die einerseits sehr wasserreich sind und darüber hinaus eine sehr gute Wasserqualität aufweisen. Trotzdem schadet etwas Umsicht bei der Tourenplanung nicht, selbst wenn z.B. genug Bäche vorhanden sind, heißt das nicht unbedingt dass das Wasser direkt am Weg auch zugänglich ist. Umwege zwecks Wasserergänzung etc. möchte ich mir ersparen, da z.B. im Mittelgebirge oder den Voralpen oft mit kräftezehrenden An- und Abstiegen verbunden.


    Anders siehts im Camp für morgendliche/abendliche Kochaktionen aus. Hier hat sich ein faltbarer 4l Wasserbeutel bewährt, in trockener Gegend auch mal 6l - das erhöht die Reichweite. So brauch ich nicht gleich jedes mal weiter weglaufen, um mir etwas Wasser für eine Tasse Tee oder Suppe zu schöpfen. Wenn das Wasser ein paar Meter neben dem Camp ist, wird der Beutel nicht benötigt. Wenns deutlich verschmutzt ist, wird es gefiltert. Z.B. kann schon ein kurzer Regenguss aus dem klarsten Gebirgsbächlein eine dreckige Brühe machen. Etwas Wartezeit damit sich der Dreck absetzt bzw. durch eine Bandana abgeseiht vermeidet das rasche Zusetzen des Filters oder macht das filtern gleich ganz überflüssig. Zumindest wenns später sowieso aufgekocht wird.


    Kam auch schon vor, dass ich einen vollen 6l-Wasserbeutel mehrere hundert Höhenmeter den Berg raufgetragen hab, was nicht unbedingt ein Spaß ist. Die eine oder andere Tour macht das erforderlich, besonders im zerklüfteten Kalkstein wos an Oberflächenwasser gern mangelt. Gegenüber früher kann ich feststellen, dass ich Wasser jetzt weitaus weniger oft filtere oder gar desinfiziere und ich hatte mit der aktuellen Praxis auch noch keine gröberen Verdauungsprobleme, welche mich vom weitermarschieren abgehalten hätten.

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    Tu eh nur so als würd ich mich auskennen, damit ich auch mitreden kann.
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    'Bushcraft' ist eine eingetragene Schutzmarke von Bushcraft USA LLC

  • Ich danke euch für eure tollen Hinweise. :)


    Für mich bedeutet das ganz einfach (bei Mehrtagestouren):
    Ich verzichte auf sämtliche Backup-Mitschlepperei beim Gerödel. Wasser muß ich 3 Liter mitnehmen, ausreichend für 2 Tage eben (Hochsommer ausgenommen). Und ich werde meinem Wasserfilter wirklich mehr Vertrauen schenken, nun ist jeder Tümpel eine Wasserquelle (vorher anguggen, riechen und kosten - sollte reichen). Ich verzichte auf warme Getränke und Mahlzeiten, damit spare ich den Spiritusbrenner, Hobo und den Spiritus samt Behälter. Man kann damit leben, auch wenns kalt ist. Minimum ist angesagt. Dafür kann ich andere (Luxus)teile mitnehmen (Klamotten aus warmer und leichter Wolle für die Nacht). Ich verzichte auf ein zusätzliches Tarp (Windschutz), Biwaksack und Penntüte reicht, auch wenns nächtens von oben schüttet. Das Gerödel passt auch in eine blaue 240-Liter-Mülltüte und bleibt so trocken. Habs mal gewogen - ich spare so um die 3,5 bis 5kg.


    Feuer machen ist in meinem Sandsteingebirge eh untersagt, verständlicherweise. Spiritus- oder Gasbrenner werden allerdings toleriert. Meine Wanderstrecken sind schon ohne Gepäck für mich eine Herausforderung (bin ja in paar Tagen 50 Jährchen alt), nicht wegen der Kilometer, sondern wegen dem Geländeprofil. Aber ich will es ja so, selbst schuld. Ist eben ein echtes Gebirge. Ich laufe ja die Bergpfade oder ab und zu die uralten Wege, die man nicht offiziell gehen darf ( krupp -> ja ich kenne deine Meinung dazu und akzeptiere sie).


    Gut, bald steht die nächste Tour an.


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • An Konrad: Würde mich über eine Vorstellung deines Rucksack freuen.ich find es interesant zu sehen, welche Anforderungen andere an Ihr Gepäck stellen.
    Danke

    Mit einem Freund am Fluss sitzen und was leckeres auf dem Hobokocher zubereiten- für mich gibt es nicht besseres :)