Kann man heutzutage als moderner Jäger-Sammler leben?

  • Hallo Krupp,


    Jcornelius als Troll zu bezeichnen finde ich ganz schön happig,
    Menschen die andere Wege gehen, finde ich erst mal gut.
    Auch wenn es vielleicht nicht mein Weg ist.
    Jedenfalls sind mir solche Menschen wesentlich lieber als
    irgendwelche Endbirnen.


    Gruss
    Konrad

  • na mal ganz laaaaangsam. ich schrieb "ich kann diese Ausführungen langsam nicht mehr ernst nehmen"
    das ist eine ungewohnt harte äusserung, aber nunmal meine Meinung.
    wenn du den rest liest den ich dazu schrieb kannst du ja erkennen das ich anfangs drauf eingegangen bin.


    aber ich habe inzwischen wirklich den eindruck so ala kopieren und einfügen, aus büchern oder anderen quellen.
    vielleicht tu ich ihm unrecht, dann asche auf mein Haupt,
    es sind für mein emfinden einfach zu viele und auch durcheinander dinge gleichzeitig,
    bzw alles nur oberflächliche aufzählungen... aber nie im Detail.


    ein weiteres bsp:

    Quote

    Mann kann aus allen möglichem Mehl machen und es lassen sich ganz leicht Kekse, Fladen oder Brot daraus backen...


    jaaaa. nein.
    man kann durchaus, aber wenn man es mal versucht hat würde man wissen das es 1 nicht leicht ist und das man dann 2 noch lange kein Brot backen kann.
    ich habe nämlich lange zeit mit sowas experimentiert und das ist keineswegs "so einfach" und auch relativ unbefriedigend.
    aber genau das ist so ein satzbaustein, und aus ähnichen bestehen die ganzen postings, der alles und auch Garnichts sagt.

    vielleicht kann er es wirklich? dann wäre das doch ein gutes Thema was er hier posten könnte.


    und wenn er nur theoretisch drüber redet würde es mich auch nicht stören...dafür haben wir ja dit dings da äh Gehirn.
    aber dann sollte er zu der Tatsache auch stehen.
    PS oft genug hält die Praxis der Theorie nicht stand, da kann man sich noch so viel anlesen.

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    Frage:Ist es möglich?
    Antwort: Nö
    Erklärung: Die Begriffe Jäger und Sammler sind in dem Zusammenhang an sich schon falsch.


    Jäger und Sammler: Nomadische(mobile) lebensweiße. Gibts kein Wild, keine pflanzliche Nahrung oder sonstigen benötigten Rohstoffe mehr zieht man weiter.
    Sobald man anfängt Etwas zu pflanzen oder zu kultivieren, muss man vor ort bleiben um sich drum zu kümmern.
    Wenn die ehemaligen Bewohner von Kalifornien (aus Gründen verzichte ich drauf von Ureinwohnern zu sprechen) wirklich den Wald kutliviert haben sollten waren auch die keine nomadische lebensgemeinschaft mehr.


    anderes Beispiel aus der Jetztzeit:
    Immer wieder hört man von Menschen die zurück gezogen von allen andern im Wald leben sollen. Auch bei uns hier in Bayern , genauer gesagt im ( nationalpark) Bayrischen Wald lebt ein Vertreter dieser Art. Aber auch er kann nicht ganz ohne Kontakte zu andern Menschen leben, Z.B. Bestellt er einen kleinen Garten am Waldrand und Gemüse zu ziehn. Der Besitzer der Wiese neben dem Wald auf der der Garten ist läßt ihn gwähren und unterstützt ihn zum Teil auch dabei. Er hat auch Kontakt zu andern menschendie ihm zB Kleidung schenken oder auch alte Holzpaletten. Mit hilfen von Diesen hat er sich unteranderem einen Boden für seine unterkunfte gebaut. Er lebt ganzjährig dort. Die Behöreden , ob nun Nationalpark-Verwaltung oder Polizei lassen ihn in ruhe, da er weder für sich noch für Andere eine gefahr darstellt. ich denk dieses beispiel zeigt sehr gut , dass es eben doch nicht ganz allein ohne Andere geht

    Man sollte von früheren Generationen lernen, sich aber Neuerungen nicht verschließen.

  • Sehr interessantes Thema, wie ich meine. Oberhalb sind ja schon viele Aspekte auf einer sehr breiten Basis andiskutiert worden, was ich durchaus ok finde. Viele Einzelaspekte würden für sich eine gesonderte Betrachtung verdienen wie z.B. Paläoernährung etc., machen aber in Kombination mit der Jäger- und Sammlerthematik selbstverstänlich Sinn.


    Zugegeben, meine diesbezüglichen Aktivitäten beschränken sich auf ein überschaubares Minimum. Gehe zwar gerne auf Pilze- und Beerensuche und konserviere auch gern mal was damit ich übers Jahr von der gesammelten Ernte zehren kann. Pilze werden z.B. eingeforen, Bärlauch od. Holunderblüten getrocknet, Heidelbeeren u. Himbeeren eingmacht bzw. zu Sirup verarbeitet. Mein Anspruch war aber bislang nicht mich davon langfristig zu ernähren. So wie auf Tour auch mal ein paar Erdbeeren, Himbeeren etc. in den Mund wandern sind die (wenigen) gezielten Sammleraktivtäten auch darauf ausgerichtet den üblichen Speiseplan zu ergänzen und aufzupeppen. Um mich langfristig und dauerhaft als Sammler durchzuschlagen erkenne ich zweifelsfrei leider viel zu wenige nutzbare Pflanzen, so dass dies event. sogar mit gesundheitlichen Schäden verbunden wäre.


    In Österreich ist die Mitnahme z.B. von Pilzen oder Beeren in Haushaltsmengen zum Eigenverbrauch aus dem Wald durchaus gestattet auch wenn sich dieser nicht im Eigentum des Sammlers befindet. So wie einige oberhalb bereits angeführt haben befürchte ich jedoch auch Probleme mit allfälligen Grundbesitzern sollten hier gezielt Veränderungen in Form von z.B. Anpflanzungen etc. vorgenommen werden bzw. nutzbare Früchte u. Beeren gezielt 'geplündert' werden. So wie beim Feuermachen ist die Krux hier sicherlich geneigte Besitzer zu finden die dies auch dulden u. gegebenenfalls unterstützen. Fremdes Eigentum ist hier zu respektieren und mit verdeckten drauf-los Aktionen wird man keinesfalls die erforderliche Aktzeptanz erreichen. In unserer Gegend gibt es mittlerweile durchaus Landwirte die auf ihren Äckern kleinflächige Parzellen an interessierte Hobbygärtner für lediglich 1 Saison verpachten. Sowohl Angebot als auch Nachfrage sind eher gering, zumal das Schräbergärtln sehr hoch im Kurs steht. Eine gezielte Bepflanzung mit Kulturpflanzen etc. widerspricht irgendwie doch dem Sammlergedanken, wie ich finde.


    Eine moderne Form des Sammels hat sich neuerdings im urbanen Umfeld etabliert. War vor ein paar Montaten regelrecht erstaunt als mir eine Bekannte erklärte sie sammele die Nahrungsmittel für ihre 4-köpfige Familie seit ca. gut 6 Monaten beinahe ausschließlich in den Abfallcontainern diverser Supermärkte aus der Umgebung. Die Familie ist gut situiert und beide Erwachsene haben sehr lukrative Jobs. Sie hätten das 'Containern' sicherlich nicht nötig und was als Hippie-Jux-Idee 'mir gehn mal Dumpstern' begonnen hat, ist bei denen nun fixes Nahrungsbeschaffungsprogramm. Konnte zuerst gar nicht glauben, was so alles aus den Müllcontainern rauskugelt - es sieht zum Teil noch regelrecht frisch aus und schmeckt auch dementsprechend einwandfrei.


    Nicht nur die nordamerikanischen Jäger- und Sammlerkulturen haben ihre Landschaft verändert, dies ist z.B. auch den australischen Aborigines gelungen. Sie haben großflächig Wald abgebrannt und da blieb schon mal das eine oder andere Viechzeug auf der Strecke bzw. sorgte für gepflegtes Gegrilltes. In einer Umgebung ohne dichten Baumbewuchs lässt es sich zudem leichter jagen und so wurde über Jahrhunderte hinweg die Landschaft 'umgeformt', teilweise ist sie dadurch versteppt und sogar verwüstet. In Mitteleuropa findet sich beinahe überall gepflegter Kulturwald, der sich von seinen Vorläufern dementsprechend unterscheidet und viele nutzbare Wildpflanzen sind hier in der Zwischenzeit lediglich in Naturschutzgebieten zu finden.


    Eine gangbare und zudem legale Möglichkeit der dauerhaften Nahrungsbeschaffung ist sicherlich die Jagd, kann die zurückhaltenden Kommentare oberhalb daher nicht ganz nachvollziehen. Die Jägerprüfung abzulegen, eine Jadgkarte zu erwerben und ein Revier zu pachten steht jedem frei. Zudem hat die Jägerschaft gebietsweise ein Nachwuchsproblem und man ist sicherlich willkommen sofern man diese Passion auch ernst nimmt. Ein vernünftiges großes Revier mit ausreichend Bestand mal vorausgesetzt reicht durchaus um den Fleischbedarf einer kleinen Familie abzudecken. In meiner Gegend haben die Reviere durchaus mehrere 100-Hektar und es besteht zudem Abschußpflicht so ca. 9-16 Stk. Rotwild pro Jahr - wenn das Fleisch nicht verkauft wird dürfte das auch eine voluminöse Gefriertruhe und später natürlich einige Mägen füllen ;-).

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    Tu eh nur so als würd ich mich auskennen, damit ich auch mitreden kann.
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    'Bushcraft' ist eine eingetragene Schutzmarke von Bushcraft USA LLC

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    So wie beim Feuermachen ist die Krux hier sicherlich geneigte Besitzer
    zu finden die dies auch dulden u. gegebenenfalls unterstützen. Fremdes
    Eigentum ist hier zu respektieren

    Das kommt natürlich auf die Gegend an. In relativ leergefegten Gebieten Deutschlands ist der jeweilige 5000m2 Wald meist in der Hand des nächsten Bauern, große zusammenhängende Waldgebiete können teilweise noch Adligen oder der Kirche gehören. Hier am Niederrhein sind die "größeren" Wälder oft staatlich und die geschützten Waldgebiete auch. Ich hatte nie Probleme beim Holunder- oder Brombeersammeln, und wenn ich Bärlauch aus einem aufgegebenen Freizeitgrundstück oder Judasohr aus einem privaten Waldgrundstück mitgenommen habe, hat es auch keinen Ärger gegeben. Feuer machen kann ich am Rhein oder auch am Stadtrand im Wald, wer dabei Nachfragen provoziert ist selber schuld. Gezeltet habe ich auch schon in verschiedenen Gegenden Nordwestdeutschlands, ohne irgendwen vorher zu fragen, es ist möglich.


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    In meiner Gegend haben die Reviere durchaus mehrere 100-Hektar und es
    besteht zudem Abschußpflicht so ca. 9-16 Stk. Rotwild pro Jahr - wenn
    das Fleisch nicht verkauft wird dürfte das auch eine voluminöse
    Gefriertruhe und später natürlich einige Mägen füllen ;-).

    Das ist aber einfach nur ein teures Hobby, also um billig an Fleisch zu kommen, kann man besser direkt einkaufen gehen, z.B. auch beim Jäger. Ich will jetzt nicht die Jagd in Abrede stellen, aber so ein Landstreicherleben sieht anders aus. Wenn ich z.B. mit meinem klapprigen Japaner am Treffpunkt einer Jagdgesellschaft auftauche, womöglich mit Bundeswehrhose, unrasiert, und mich umgeben diese Herrenausstatter im Ruhestand, mit teuren Hunden und feinster Ausrüstung, das passt schon nicht. Wenn ich dann aber extremer bin und die Aboriginees Lebensweise auf Deutschland übertragen will, lassen die mich erst gar nicht zur Prüfung zu (ist übrigens ebenfalls nicht ganz billig). Also das zu kombinieren wird schwer.
    Clever ist ohnehin der, der auch die kleinen Dinge zu schätzen weiß. Feldmausbraten oder geräucherte handlange Brasse z.B. Wenn alle Hungrigen den Rehen und Hirschen nachstellen würden, wäre ruck-zuck nichts mehr da. Also als Jäger und Sammler, Teil der Natur, in unserer überbevölkerten Landschaft scheint es naheliegend, sich nicht auf das größte Wild zu konzentrieren. Selbst die Neandertaler früher konnten sich nicht darauf verlassen, daß ihnen regelmäßig ein Hirsch vor die Speere lief, dazu gab es selbst damals schon zu viele Jäger. Und man könnte natürlich konsequenter jagen/sammeln und quasi prekär dabei leben, wenn man das abgezählte Wild außen vor läßt.
    Dabei könnte man Hegemaßnahmen ergreifen, die von Jägern nicht für notwendig erachtet und letztendlich vielleicht gar nicht weiter beachtet werden, wie die Lebens(z.B. Überwinterungs-)Bedingungen bestimmter Nager zu verbessern, um den Bestand künstlich zu erhöhen und damit den "Überschuß". Das lohnt sich natürlich nur, wenn man relativ standorttreu ist, so wie bei der Obstbaumpflege.


    Was das Nomadisieren betrifft, denke ich an unsere Bürokratie und sehe dunkle Wolken aufziehen. Also da sollte schon eine Adresse vorhanden sein, und wenn man darauf angewiesen ist, ständig einen neuen Lagerplatz zu finden, müßte man schon genügend wohlgesonnene Grundbesitzer kennen, sonst macht das keinen Spaß. Also in der BW Dackelgarage ein Leben lang zu hausen ist ja eh nicht erstrebenswert, aber wo in der normalen Landschaft kann man schon einfach eine Rindenhütte basteln oder in der Jurte leben, was definitiv auffällt? Also so lange man auf privatem Grund haust, krankenversichert ist, einigermaßen sauber (auch unbescholten), nicht grob wildert oder Felder aberntet, und nicht abgestumpft und verroht gegenüber anderen auftritt, ginge es wohl. Darin liegt wahrscheinlich die Kunst... Einen Fuß in der Zivilisation zu behalten, lustigerweise damit sie einen in Ruhe läßt, aber sich nicht so weit davon einfangen zu lassen (sprich Geld auszugeben), daß man wieder in zu viele Abhängigkeiten geraten könnte, die einen dann wieder vom Jagen und Sammeln abhalten.


    Kann man eigentlich Speisepilze aktiv in der Landschaft verbreiten? Und was ist mit "wilder" Imkerei?

  • Die USA werden immer wieder genannt. Das hat einen Grund. Die USA liefern 3 wichtige Faktoren: Weitläufige echte Wildnis, Befriedung und lockere Gesetzgebung zu Jagt und Naturschutz. Wenn ich keinen Krieg fürchten muss, Platz habe und nicht von Gesetzten stark eingeschränkt bin, dann kann ich mich entfalten.


    Jeder Wald gehört irgendwem, aber ein Waldbesitzer oder Pächter darf nicht das sammeln verbieten. Da bin ich auch beim Thema, Pilze würden in der Saison eine große Rolle spielen.


    Naja, in Naturschutzgebieten und Nationalparks sieht das anders aus. Da gibt es ein Betretungsverbot abseits der geöffneten Wegen. Darüber hinaus gibt es weitere Verbote z.B. im BNatSchG §§ 37 - 55. Wer wild wachsende Pflanzen in Naturschutzgebieten beschädigt, ausgereisst oder ausgräbt wird je nach Bundesland mit Geldstrafen 25 - 50.000 EUR bestraft. Andere Verstöße tangieren das Stgb.


    Auch Waldbesitzer oder Pächter haben Rechte. Finden sie diese seien verletzt, werden sie auch handeln. Beispielsweise kann wegen Beschädigung von Eigentum oder beim entstehen eines wirtschaftlichen Schadens geklagt werden.


    Ganz so locker ist es nicht. :schlaubi


    Was machst du mit Goldrute? Das ist Unkraut!


    Sowas wie Unkraut nicht gibt :D


    Aber auch er kann nicht ganz ohne Kontakte zu andern Menschen leben


    So schaut es aus. Es können nur vereinzelte machen oder kleine Gruppen können das machen, denn das klappt nur wenn es der Rest nicht so macht.


    Das ist aber einfach nur ein teures Hobby, also um billig an Fleisch zu kommen, kann man besser direkt einkaufen gehen, z.B. auch beim Jäger.


    Ist jetzt etwas aus dem Kontext zitiert, aber mal ehrlich es geht doch um Jäger und Sammler und nicht wo kauf ich meinen Jäger- und Sammlerbedarf ein. Aber das bringt mich auf einen anderen Punkt warum Jagt in Deutschland doch raus ist. Wenn ich Jäger bin muss ich schon Geld investieren um dem Gesetze treu Waidrerecht zu jagen. Jage ich ohne jagdlich genehmigte Waffen, Munition oder Techniken ist das auch nicht erlaubt, trotz Jagdschein, den man dann wahrscheinlich los ist.



    Zum Thema Ernährung noch ein Gedanke: Eine Ernährungswissenschaftlerin oder Paläontologin meinte mal bei einer Sendung zu Zivilisationskrankheiten durch Ernährung, wir (Menschen) würden irgendwas grundsätzlich richtig machen in der Ernährung heute, denn so gesund, langlebig und groß wie heute seien wir noch nie in der Menschheitsgeschichte. Zum Nutzen der Paläoernährung gab es hier ja schon Kommentare. Haben die Menschen den Gedanken "Ist das wirklich besser?" und zweifel dran, dann werden wie wahrscheinlich nicht die Strapazen auf sich nehmen und damit wäre eine Mobilisierung zu einer Bewegung eher schwierig.

  • Immer wieder hört man von Menschen die zurück gezogen von allen andern im Wald leben sollen. Auch bei uns hier in Bayern , genauer gesagt im ( nationalpark) Bayrischen Wald lebt ein Vertreter dieser Art. Aber auch er kann nicht ganz ohne Kontakte zu andern Menschen leben,

    Das stimmt. Auch hier im Weitlaeufigen Kanada wo es noch Menschen gibt die Huderte, wenn nicht Tausende, von Kilometern fernab jeder Zivilisation in der Wildniss leben "besuchen" die Zivilisation immer mal wider. Aber ich glaube das ist nicht was gemeint ist. In der Tat kann ein Mensch sehr gut alleinen Ueberleben in der Wildniss fuer sehr lange Zeit, voraus gesezt die Person hat die noetigen Kenntisse und Talente entwickelt um ein solches Leben zu fuehren. Dazu gehoert viel mehr als zu Wissen wie und von was sich zu ernaehren.

    Wenn Du nicht für Deine Freiheit kämpfen willst, hast Du auch keine verdient.
    Folge nicht den Spuren Anderer, gehe Deinen eigenen Weg und hinterlasse Deine Spuren.

  • Ich denk mal, da man das mit der Wildnis in D eh vergessen kann, daß sich der moderne Jäger Sammler eher im urbanen Raum bewegt.


    Ich hab bei mir noch einen Auwald zur Verfügung, der ist mim Rad ca 20 Minuten weg und einen Stadtwald, der ist gute 40 Minuten weg.


    Wobei ich aber eigentlich am liebsten laufe, weil einem sonst viel zuviele Gelegenheiten entgehen...


    In der Stadt geb ich meinem Hund das Komando "Schnuffel" und warte erstmal ab, wie lange und intensiv da rumgeschnuffelt wird, so als eine Art Frühwarnsystem!


    Wenn man in der Stadt etwas probiert und es schmeckt "salzig", weiß man aber auch Bescheid... :lol



    Quote

    In Österreich ist die Mitnahme z.B. von Pilzen oder Beeren in Haushaltsmengen zum Eigenverbrauch aus dem Wald durchaus gestattet auch wenn sich dieser nicht im Eigentum des Sammlers befindet


    -> Bei uns in D ist das auch so!



    Quote

    Nicht nur die nordamerikanischen Jäger- und Sammlerkulturen haben ihre Landschaft verändert, dies ist z.B. auch den australischen Aborigines gelungen. Sie haben großflächig Wald abgebrannt und da blieb schon mal das eine oder andere Viechzeug auf der Strecke bzw. sorgte für gepflegtes Gegrilltes


    -> Ich denke, daß man nur als Jäger-Sammler in D leben kann, wenn man seine Umgebung entsprechend anpasst und verändert!



    Quote

    Sobald man anfängt Etwas zu pflanzen oder zu kultivieren, muss man vor ort bleiben um sich drum zu kümmern.


    -> Das stimmt so nicht! Ich hab bei mir schon einige kleine Survivalgärten angelegt und die kommen dann gut alleine zurecht...und muß erst wieder hin, wenn es was zu ernten/sammeln gibt. Aus Erfahrung kann ich aber sagen, daß der Ertrag nicht so hoch ist, wie in einem Garten.


    => Survivalgarten Erklärung (so besser Krupp :D )
    Ich hab mal vor'n paar Jahren ein Video zu dem Thema auf Youtube entdeckt. Da war so'n riesen Typ, der mit Revolver und Gieskanne in den Wald ist, um seine Survivalgärten anzulegen. Er hat gesagt, daß es Survivaltechnisch viel besser ist viele kleine Gärten/Anpflanzungen zu haben, als einen Großen..., so von wegen Diebstahl, marodierenden Banden, die Gärten überfallen und nichts übrig lassen und wahrscheinlich hinterher noch alles abfackeln...und das hat für mich total Sinn gemacht! Außerdem hat er erzählt, daß es völlig ausreicht den Pflanzen einen kleinen Vorteil zu verschaffen, im Sinne von Licht, Wasser und Erde/Dünger, damit sie sich gegen die konkurierenden Pflanzen durchsetzen können.


    Das hab ich ausprobiert und es hat ohne weiteres geklappt! Das Saatgut hab ich mir aus Küchenabfällen geholt, wobei mir aufgefallen ist, daß meine Früchte nicht genauso groß geworden sind.... :confused


    Ich hatte damals die ersten im Wald angelegt, bin aber später dazu übergegangen, sie in der näheren Umgebung anzulegen und sie in meine Sammelstellen mit aufzunehmen!
    Also hab ich eigentlich damals schon Sammelstellen angelegt, noch bevor ich von dem Buch "Tending the Wild" wusste..., es macht ja auch total Sinn.



    Quote

    Ohne Fleisch ist draussen ein bescheidenes Überleben eine gewisse Zeit möglich. Jedoch fehlts beizeiten an notwendigen Mineralien, allen voran Salz und Zucker.



    -> Dazu nochmal der Link von weiter oben...Stage Foraging


    Es geht nicht nur darum, was man isst, sondern auch was man NICHT essen sollte...



    Quote

    Aber ich verstehe was du meinst mit dem Waldgarten. der Sammler gleichzeitig als Heger und Pfleger. Kann mir gut vorstellen, das es unsere Vorfahren eben so gemacht haben.


    -> Das freut mich wirklich! :) Ich werd ab jetzt auch mehr Erklärungen dazu schreiben und nicht nur Links...



    Bis dann,
    JC

  • Also, ob man davon leben kann, will ich nicht beurteilen, aber gerade stadtnah/ im städtischen bereich ergeben sich jede Menge Möglichkeiten...
    Das Containern wurde schon erwähnt,
    bei Schulen mal in die Mülltonnen geguckt verschafft einem schnell mal Nahrung, vom Pausenbrot bis zum Mittagessen (Ganztagsschule)
    in Vorgärten stehen bei uns oft Obstbäume, einmal gefragt und schon durfte ich das Fallobst mitnehmen (man muss halt mal da klingeln)
    bei Firmen auf dem Gelände sind die oft regelrecht froh, wenn jemand das Obst "entsorgt"...
    Im Stadtwald bei uns sind Hagebutten und Hasel- und Walnuss-pflanzen/bäume en Masse
    bei Ikea und obi im Gewerbegebiet ebenfalls...
    Gar nicht zu reden von den vielen Wildkräutern überall
    Man muss eben gucken, wenn man draußen unterwegs ist, vor allem jetzt im Herbst natürlich.
    Macht Spaß, ist so wie 'ne Schatzsuche und es befriedigt (mich zumindest), wenn die Ausbeute zu sehen ist.
    LG schwyzi

  • Eine Ernährungswissenschaftlerin oder Paläontologin meinte mal bei einer Sendung zu Zivilisationskrankheiten durch Ernährung, wir (Menschen) würden irgendwas grundsätzlich richtig machen in der Ernährung heute, denn so gesund, langlebig und groß wie heute seien wir noch nie in der Menschheitsgeschichte.

    Das ist eine sehr kurzsichtige Aussage von dieser "Wissenschaftlerin". Offensichtlich übersieht sie die sich bereits abzeichnenden Folgen unserer Lebensweise.
    Wir haben die medizinischen und technischen Hilfsmittel um auch als nicht überlebensfähige weiter zu vegetieren. Älter werden sieht sie als etwas erstrebenswertes, erwähnt aber nicht für welchen Preis. Ab 60 nimmt fast jeder Medikamente zu sich, viele tun das schon früher. Es ist nicht erstrebenswert alt zu werden, erstrebenswert ist die Lebensqualität und Selbständigkeit zu erhalten. Das hat überhaupt nichts mit alt werden zu tun. Die wöchentliche Reise zum Arzt mit Irgendeiner Gehhilfe oder sogar mit dem Rollstuhl kann wirklich nicht als "grundsätzlich richtig machen" angesehen werden.
    Hört sich vielleicht krass an aber schaut euch mal um wie viele Leute ihren Alltag nicht alleine bewältigen können.


    Ich denke man kann eine gewisse Zeit mit wild gärtnern und sammeln überleben aber nicht leben davon. Man wird nicht umhin kommen Fleisch zu essen und da wird es schwierig das sich legal zu beschaffen. Es hat einfach zu wenig Tiere und zu viele die davon etwas haben wollen.


    Ich möchte nicht den Spielverderber sein, es ist ein Interessanter Ansatz. Man sollte aber nicht einfach von Früher auf Heute schliessen. Menschen wurden nur ca. 30 bis 50 Jahre und wahren wesentlich robuster als Heute. Das Angebot war auch sehr viel grösser und die Menschen Populationen sehr viel kleiner.


    Gruss
    draussen

  • Habe das Thema hier mit ziemlich großem Interesse verfolgt. Ich orientiere mich ja schon länger ziemlich am Motto "back to the roots" mit an Paleo orientierter Ernährung (70-80% Paleo), tragen von Barfußschuhen, viel Sport etc.
    Die Idee an sich finde ich also sehr gut, kann aber in meinen Augen nur als Ergänzung dienen. Völlig autark wird man so nicht leben können, die Frage ist aber auch ob man das muss oder ob es nicht reicht, dies soweit es die eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten zulassen zu tun.
    Würde mich freuen, wenn der Ersteller des Threads uns mit seinen Fortschritten und Ideen auf dem laufenden hält.
    Allein die Buchtips hier waren es schon Wert den Thread zu lesen :daumen

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    Völlig autark wird man so nicht leben können, die Frage ist aber auch ob man das muss oder ob es nicht reicht, dies soweit es die eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten zulassen zu tun


    -> Ja, so sehe ich das auch! Mir ging es in dem Faden erstmal darum eine Art Übersicht zu dem Thema zu bekommen und herauszufinden, was geht, was gehen könnte und was gar nicht geht...



    Quote

    Allein die Buchtips hier waren es schon Wert den Thread zu lesen


    -> Ich kann gerne eine Buch Liste zu dem Thema einstellen... Da sind mit den Jahren einige gute Bücher zusammen gekommen!



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    Ich orientiere mich ja schon länger ziemlich am Motto "back to the roots" mit an Paleo orientierter Ernährung (70-80% Paleo), tragen von Barfußschuhen, viel Sport etc.


    -> Ich versuche auch mich in allen Lebensbereichen dem Thema anzunähern...


    Um in der Art eines modernen Jäger-Sammlers zu leben, sollte man sich nicht nur in der Ernährung anpassen, sondern auch barfuss gehen "können" und so längere Strecken zurückzulegen.


    Ich hab für mich noch die Methode Naturelle entdeckt, weil man es gut in der Natur trainieren kann.



    Das könnte vielleicht auch für dich Steve und die anderen hier, die sich auch praktisch mit dem Thema auseinander setzen wollen, interessant sein.



    Bis dann,
    JC

  • Jo ziemlich cool! Editier doch deine Buchliste einfach in deinen ersten Anfangspost vorne rein. Würde mich persönlich drüber freuen, meine Leseliste ist zwar schon endlos lang, aber es kommen ja jetzt Herbst und Winter :daumen
    Das Naturell Training ist sicherlich ganz gut zur Schulung der Motorik und Koordination die bei uns sicherlich vielen fehlt. Im Prinzip ist es da auch gar nicht so wichtig irgendwelche speziellen Übungen in irgend einer speziellen Wiederholungs-Range zu machen, sondern Hauptsache man bewegt sich und fordert seinen Körper auf Arten, die er so nicht gewohnt ist.


    Wie gesagt, mich würde es freuen, wenn du uns hier mit Berichten versorgen würdest, falls du die Sache mal konkret angehst. Ein kurzer Bericht mit 1-2 Bildern wie deine ersten Waldgärten aussehen würden mir schon helfen, mir etwas konkreter was drunter vorstellen zu können.

  • Das mit dem Solawi ist ja gut und schön, kommt mir aber wie so ein Trend vor. Erinnert ihr euch? Vor wenigen Jahrzehnten waren das noch belächelte Freaks die in Reformhäusern eingekauft haben, heute ist es einfach "hipp" Bio zu kaufen.
    Statt Solawi kann man auch einfach beim örtlichen Erzeuger kaufen und/oder nen Schrebergarten nehmen.
    Als ich im Sommer mal in Meck-Pomm war, habe ich dort keine Südfrüchte bekommen. Geht in der Saison nicht sagte die Verkäuferin. Und genau so muß der Hase laufen!
    Ich hab auch schon in Hamburg wilde Brombeeren gepflückt und mir in dieser Zeit Obstkauf gespart. Hier up`n Döörp, kaufe ich auch die ganze Saison kein Obst im Supermarkt.


    Hier mal was zum Thema Buschbrot. Bin da zufällig drauf gestoßen:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Korowai


    Quote

    Existenziell wichtig für ihr Überleben ist die Herstellung von Sago (kho). Um dieses – im europäischen Markt als Verdickungsmittel bekannte – Nahrungsmittel zu gewinnen, werden (bisweilen riesige) Sagopalmen (Metroxylon sagu) gefällt, deren Stämme mit Steinäxten geöffnet und bis aufs Mark ausgeweidet. Die Frauen waschen die Extrakte anschließend in primitiven Waschanlagen und gewinnen so das reine Sago.[12] Da recht stärkehaltig, wird das Sago in Bananenblätter gewickelt, um dann gebacken zu werden. Der papuanische Name „Sago“ bedeutet so viel wie Brot, denn die Stärke der Sagopalme liefert weiterhin das Mehl für Teigwaren wie Fladen. Die umherkrabbelnden Sagolarven der Rüsselkäfer werden ebenfalls verspeist. Generell lässt sich sagen, dass die Korowai – wie alle Wanderfeldbauern mit stark ausgeprägter Jagd- und Sammelorientierung – von einer aneignenden Wirtschaftsform leben (Subsistenzwirtschaft).[13]


    Und noch was. Ich weiß nicht mehr, ob ich das hier schon hatte, aber es passt gut zum Thema. Der Wissenschaftler Jared Diamond, gibt der "westlichen" Welt nur noch wenige Jahrzehnte bis zum Zusammenbruch. Die Gründe beschreibt er im Buch "Kollaps".
    Wir können nicht alle als Jäger und Sammler leben, aber so weiter machen wie bisher können wir auch nicht.

  • Ich interesiere mich auch für kostenlose gesunde Lebensmittel spez Obst/gemüse. Finde das Thema sehr spannend, weil es dazu beiträgt sich intensiver mit seiner näheren Umgebung auseinanderzusetzen.


    Ich kenne mehrere Orte an denen ich Äpfel, Birnen, Kirschen, Plaumen, Blaubeeren, Brombeeren und Weintrauben ernten kann, ohne dabei jmd etwas wegzunehmen. Rechtlich vll. nicht hundertprozentig legal ist mir aber egal.


    Meist handelt es sich um aufgegebene Streuobstwiesen im Berliner Umland, die niemand erntet.
    Natürlich gehört das irgendwem (!!!!!!!!!!!!!,) aber jemand der alles Obst auf dem Rasen verotten lässt kann ich nur schwer abnehmen, dass ich ihm mit 3kg geernteten Äpfeln schade.
    Auch kenne ich plätze an denen Pfefferminztee wächst. Im Herbst gehe ich auf abgeerntete Kartoffelfelder und sammel nach.
    All jene Dinge sind nicht vorgesehen, bei korrektem Verhalten bekommt man aber keinen Ärger.


    Das ist meine Art der Sammlerei. :)

    Mit einem Freund am Fluss sitzen und was leckeres auf dem Hobokocher zubereiten- für mich gibt es nicht besseres :)

  • So, hier ist der 1. Teil meiner Büchliste!


    Die zwei Bücher von Samuel Thayer sind die am ausführlichsten geschriebenen Bücher zum Thema Wildpflanzen! Man merkt sofort, daß Thayer eine Praktiker ist und diese Pflanzen nicht nur erkennen kann, sondern sie auch schon gesammelt, zubereitet und gegessen hat...


    In seinem ersten Buch "The Foragers Harvest" behandelt er auch viel Methoden zur Haltbarmachung des Sammelguts und beschreibt verschiedene Techniken.


    Jede Pflanze, wird genau beschrieben und man bekommt eine Fülle an Informationen und gutem Bildmaterial.


    Ok, manche Pflanzen in den Büchern wachsen bei uns leider nicht..., oder es gibt sehr wenige davon und der Straußenfarn steht bei uns unter Naturschutz, aber die Informationen dazu sind trotzdem sehr interessant. Ich habe mir schon ein paar davon rausgesucht, die hier gut wachsen würden und werde mir davon Samen besorgen, um sie bei mir in der Stadt anzusiedeln...


    Sein 2. Buch "Natures Garden" ist doppelt so dick und auch randvoll mit guten Pflanzeninfos. Hier finden sich auch viele zusätzliche Informationen über die Wilden 13 ...


    In seinem 2. Buch gibt es auch ein Kapitel über die Eiche(n)..., Vielzahl! Er beschreibt dort nicht nur die Untenschiede zwischen den verschiedenen Eichen, sondern auch die Größe der Eicheln, woran man erkennt, welche gut oder schlecht zum sammeln sind, die Weiterverarbeitung, die heiße und kalte Methode, um die Tanine auszuschwemmen und was man sonst noch alles damit machen kann...und das auf über 50 Seiten...!



    Unlearn, Rewild ist ein radikales Buch und nicht leicht zu lesen...! Ich war nach dem lesen ganz schön aufgeregt... Er schreibt über die ursprüngliche Art als Jäger-Sammler-Gärtner-Fallensteller zu leben und deswegen passt das auch hier sehr gut in den Faden rein..., weil er es schon gemacht hat! Er hat jahrelang am Rande der Gesellschaft gelebt und das ohne zu konsumieren oder einzukaufen...


    Was er dabei erlebt und welche Erfahrungen er dabei gemacht hat, fand ich sehr interessant... obwohl sowas in der Art in D nicht so ohne weiteres gehen würde...!



    Animal Tracking von Jon Young hab ich mit aufgeführt, weil ich glaube, daß Wildsammeln mit den genauen Beobachtungsfähigkeiten des Spurenlesens erst richtig vollständig ist und einem sonst wichtige Details entgehen könnten, die beim sammeln wichtig sind..., außerdem finde ich, daß es das beste Buch ist, um sich das Spurenlesen ohne Lehrer beizubringen.



    Extreme Survival Meat von Tamarack Song ist das beste Buch über das Thema, wie man erkennt woran ein Tier gestorben ist, wie lange es schon tot ist, was man damit macht, wenn man eins gefunden hat und wie man Pemmican herstellt..., auch wenn es in D illegal ist Roadkill mitzunehmen und zu verwerten..., ist es mMn eine gute
    Sache wenn man trotzdem weiß, wie das geht...



    Das Buch von Tom Brown allein reicht schon aus, um gut draußen rumzukommen! Da steht alles drin, was man wissen sollte, wenn man längere Zeit draußen leben möchte.



    Bis dann,
    JC


    PS: Ich hab keinen Schimmer, wie ich den Text in den Eingangsbeitrag einfügen kann...