Kann man heutzutage als moderner Jäger-Sammler leben?

  • Ein moderner Jäger-Sammler in D hat es natürlich nicht so leicht, aber ich glaube daß es bis zu einem bestimmten Grad machbar ist!


    Ich hab in den letzten Jahren viel über das Leben von Jäger-Sammler Gesellschaften gelernt und hab dazu auch ein sehr gutes Buch im Netz entdeckt...


    Tending the Wild pdf Download


    Darin hat die Autorin sehr gut beschrieben, wie die Ureinwohner in Kalifornien "wirklich" gelebt haben, bevor die ersten Siedler kamen.


    Darin stellt sich ein ganz anderes Bild dar!


    Die Ureinwohner Kaliforniens lebten in einem seit tausenden von Jahren gepflegten "Waldgarten" und führten ein harmonisches Leben MIT der Natur und nicht dagegen...


    Ich nenn das jetzt einfach mal Waldgarten in Ermangelung eines besseren Begriffs, weil es dem modernen Bild eines Permakultur Waldgartens am nächsten kommt.


    Nur haben die Ureinwohner Kaliforniens nicht nur die Pflanzenwelt durch gezieltes abbrennen und sammeln verändert und ihren Bedürfnissen angepasst, sondern auch die Tierwelt!


    Eigentlich waren sie nicht nur Jäger und Sammler, sondern auch Gärtner und Hirten...


    Wenn ich diese Informationen und Techniken (bis auf das kontrollierte Abbrennen! ^^ ) auf den modernen Jäger-Sammler anwende und weiter entwickle..., könnte ich mir vorstellen, daß sich da interessante neue Perspektiven eröffnen...


    Eine der Techniken, die ein moderner Jäger-Sammler können sollte, ist das Guerilla Gardening!


    Wenn man gezielt über mehrere Jahre die Pflanzen so anpasst, daß es jedes Jahr etwas mehr zum sammeln gibt und diese gärtnerische Tätigkeit mit dem Wildpflanzen sammeln verbindet, kann man sich nachhaltige und ertragsreichere Sammelplätze schaffen, die von allen modernen Jäger-Sammlern benutzt werden könnten!


    Mir schwebt ein Netzwerk von modernen Jäger und Sammlern vor, die ihre Erfahrungen austauschen, aber auch Saatgut und Sammelplätze...


    Dann könnte man nach und nach alle Sammelplätze miteinander verbinden und man würde irgendwann überall etwas zu Essen finden und könnte sogar dieses Wissen Obdachlosen oder aktuell den Flüchtlingen zur Verfügung stellen!


    Im Moment lese ich gerade Katrina Blair's Wild Wisdom of Weeds und dort schreibt sie über die 13 Pflanzen, die überall auf der Welt vorkommen.


    Man bräuchte also nur die Pflanzen vermehren, die eh schon da sind und könnte dann nach und nach immer mehr Pflanzen mit dazu nehmen, die man draußen für irgendwas gut brauchen kann...


    Als Bushcrafter beeinflusst man ja schon die Stellen im Wald, wo man öfter ist!


    Als moderner Jäger-Sammler würde man das nur etwas gezielter machen...


    Die verstreute Asche düngt die Umgebung, das Unterholz wird lichter und der Wald ist natürlich auch sauberer als vorher. ;)


    Der Teil mit der Jagd gestaltet sich id D ein wenig schwierig, aber man kann (und darf!) Insekten und andere kleine Tiere, wie Schnecken usw jagen, bzw Fallen stellen.


    Dazu sollte man mMn die Ernährung auf Paleo umstellen, weil man dadurch bessere Voraussetzungen für ein Jäger und Sammler Leben hat!


    Man ist dann nicht mehr so auf's Essen fixiert und kann auch mal ne Zeitlang nichts essen, ohne gleich einen Leistungsverlust zu haben...



    Was meint ihr dazu?



    Danke, bis dann.
    JC

  • Ich sage in Deutschland geht das in den Ausmaßen wie du sie dir Vorstellst nicht.


    • Die Bevölkerungsdichte ist zu hoch und der Waldanteil zu klein. Zudem ist der Großteil Privatgrund oder Staatsforst und in beiden Fällen forstwirtschaftliche Nutzfläche. Der Rest ist Nationalpark oder Naturschutzgebiet. Egal welcher Wald er unterliegt diversen verschieden strengen Schutzregeln - Naturschutz oder/und Eigentumsschutz. Kein Waldbesitzer wird es dulden, dass sein Wald von irgendwem genutzt wird in einer Form die ihm nicht beliebt.
    • Wie du schon sagtest ist es nicht Erlaubt als nicht Jagtberechtigter zu jagen. Nur das Sammeln von Insekten und Kleintieren ist zu wenig. Es reicht zum Überbrücken, aber mehr nicht. Ich erinnere mich an ein Selbstexperiment eines Briten der in Alaska 3 Monate verbringen wollte und vom Land leben wollte. Er durfte auch kein Großwild jagen und er hat nur Nager, Insekten, Beeren und Fische (Forellen) gegessen. Er hatte das Gefühl das essen sei "wertlos", war total abgemagert und seelisch am Ende. Wenn viele Leute "Sammeln" um sich vollständig mit Essen zu versorgen ist unsere "Natur" die sich in unseren Forsten tummeln darf bald leer. Sobald die Nachfrage steigt ist der Wald schnell überlastet. Beispiel Holz: Aktuell ist es so, dass wir Deutschen 2/3 unseres Bedarfes aus deutschen Wäldern decken. Die Nachfrage ist gestiegen, denn die Vorteile liegen auf der Hand, aber damit ist unser Wald jetzt schon überfordert und eine Nachhaltige Forstwirtschaft auf lange Sicht nicht möglich.


    Unabhängig davon finde ich die Idee eines Waldgartens toll. Ich habe dazu schon Videos auf YT gesehen. Das war ganz nett, aber der Ertrag wegen Mitessern recht niedrig, oder es gab den Totalausfall, weil man es so gut gesichert hatte, dass es Aufmerksamkeit auf sich zog und der Garten entfernt wurde. Im kleinen Rahmen für sich selbst lässt sich das sicherlich machen.

  • Hallo :-)


    erstmal... ich finde das ist ein schönes Thema,
    es ist zwar nicht hardcore BC aber ich find schon das es hier reinpasst,
    auch wenn es zum großen Teil ein theoretisch/spekulatives bleibt.



    hm wo fang ich an...


    Ich könnte jetzt ganz fies sein und deine Frage
    "kann man als moderner Jäger-Sammler leben" mit "ja, im Supermarkt" beantworten... hihi


    aber das wird dem Grundgedanken nicht gerecht und wäre zu plump. auch wenns lustig ist.


    erstmal kurz zu "kalifornien", das ist zwar ein klar umrissener Bundestaat aber bezogen auf Flora,Fauna,Klima keine homogene Region.
    (Nordsüdausdehnung 1200km, Steppen, Bergland, Küsten usw, also auch ohne Mensch und Kulturlandschaft sehr vielfältig)
    Die Bücher kenne ich übrigens nicht, klingt aber interessant... bald ist Winter und mal schaun/lesen .


    Das es heutzutage immer noch möglich ist als Jäger und Sammler zu leben zeigen ja einige (der wenigen letzten) Naturvölker in Afrika und Südamerika.
    Aber du willst ja, denke ich, auf etwas anderes hinaus.
    Bei uns in Europa würde dies derzeit nicht funktionieren. Einem kleinen Kreis Menschen ist das sicherlich beschränkt möglich.
    Zum Beispiel gibt es (also bei uns) viele kleine Landstraßen mit alten Obstbäumen, das sind zwar nicht so Hightech-äppel wie aus dem Rewe,
    aber da beobachte ich jedes Jahr Menschen die da sammeln. Meisst sind es ältere Leute. Auf jedenfall nur wenige.
    Würde es alle machen, würde da nicht viel übrig bleiben, das nur als Beispiel und übertragen auf die Natur wäre es ähnlich.
    Ich kenne zb ganz in der Nähe einige Stellen mit Sanddorn und Hagebutten (wird ja grad aktuell) und die behalte ich lieber für mich XD,
    es sind schlicht zu wenige und ich bin doch recht froh darüber das man dazu erstmal durch Gebüsch muss und diese auch so nicht gleich findet.
    Womit ich Ben rechtgeben muss... wir haben hier bei uns zu wenig Natur für alle.
    Das ist traurig, das ist richtig scheisse, aber es ist leider so.


    Wenn deine Frage also auf Deutschland oder Mitteleuropa abzielt, denke ich, geht es nicht.
    Ich weiss auch nicht so ganz genau wie du dir das vorstellst.
    Mit einem ordentlichen Jagdrevier ist es sicherlich kein Problem sein da sein so zu fristen, ich vermute zur Eigenversorgung würde das reichen,
    bei den Mengen an Wild was wir in Deutschland haben.´


    Da du "modern" sagst wäre uns auch mehr möglich als unseren Vorfahren.
    Je nach Region wurde zb im Winter nicht mehr gejagt, es war zu aufwendig. Pflanzen gabs auch keine mehr, also Voratshaltung, womit wir
    aber auch schon wieder fast beim sesshaften und in folge modernen Menschen ankommen.
    Ich will damit nur sagen, pauschal , gehst schon mit dem WO los... welche Region.
    In vergleichbar nordischen/kälteren Regionen wie unserer wird das, wenn überhaupt, ein sehr entbehrungsreiches hartes Leben.


    Und selbst wenn:
    Dann aber eben nur wenige. für alle Menschen hier auf dem Planeten wäre so eine Lebensweisse nicht mehr möglich.



    hm das klingt jetzt alles bissel negativ, aber ich find das eig ein tolles Thema.
    grad mit solchen dingen wie gerullia-gardening bzw urban gardening beschäftige ich mich schon länger,
    find ich super solche Sachen. in jeder Stadt gibt es Unmengen flächen die genutzt werden könnten,
    die Sache mit den Emissionen regelt sich sicherlich auch noch in den nächsten Jahrzehnten.. aber ich glaub das war auh net so ganz das wo du hin wolltest.


    du hast einfach zu viele dinge gleichzeitig in den raum geworfen... find ich aber trotzdem gut. :tarp

  • Ich wollte den Anfangspost nicht zu groß werden lassen und im weiteren Verlauf des Fadens auf alle Aspekte eines modernen Jäger-Sammlers eingehen!


    Es ist sicherlich nichts für jeden.., weil einfach der Zeitaufwand zu groß ist. Aber man findet ja auch Zeit zum Bushcraften..!


    Ich probiere schon seit ein paar Jahren mit dem Thema rum, aber da ich, wie viele Andere auch Familie hab und arbeiten gehen muß, hab ich bis jetzt erst ein paar Feldversuche gemacht, damit herumexperimentiert und mich dabei immer weiter an den Kern des Themas herangetastet.


    Es ist eigentlich eine Lebensart!


    Dem steht der normale Konsummensch gegenüber und es ist natürlich auch ein längerer Prozess der Veränderung damit verbunden.


    Der von dir erwähnte Typ der für 3 Monate vom Land leben wollte, hat vielleicht vorher noch nach einer normalen Kohlenhydratreichen Ernährung gelebt und sich vielleicht auch nicht an "wilde" Nahrung gewöhnt...und zehrte sich so nur selbst aus.


    Ich halte mal die Geschichte von Matt Graham dagegen, der in seinem Buch erzählt wie er zu einem Jäger-Sammler geworden ist...


    Matt Graham's Das Herz der Wildnis


    Ich hab das Buch schon auf englisch gelesen und darin beschreibt er sehr gut, welche Veränderungen er durchlebt hat, als er für ein halbes Jahr in der Wildnis gelebt hat.


    Oder die, die bei Tamarack Song das "Yearlong" mitgemacht haben...


    Yearlong


    Da gibt es mittlerweile sogar schon ein paar, die das Wissen aus dieser Erfahrung, zurück nach D gebracht haben und es weitergeben...


    Einer von denen hat das hier Wildmoon angefangen...


    Einen interassanten Text über die Ernährung in der Natur hab ich hier entdeckt: Stage Foraging


    Wo wir wieder bei der Ernährung des modernen Jäger-Sammlers ankommen...


    Das, was heute einer Jäger-Sammler Ernährung am nächsten kommt, ist wohl die Paleo Ernährung!


    Sehr gut hier erklärt: Was ist Paleo?


    Ich mach das mit dem Paleo jetzt schon seit etwas über einem Jahr und hab erst dadurch gemerkt, wie wenig man eigentlich braucht!


    Auf der einen Seite ist der moderne Mensch, der nur noch im Supermarkt jagt und sammelt und auf der anderen Seite steht der moderne Jäger-Sammler, der wieder mit der Natur leben kann, wenn er die geeignete Nische für sich findet ...


    Mir schwebt ein nomadisches Leben mit Packziegen vor..., aber bis dahin ist es noch ein langer Weg. ^^


    Davor kommt noch der Konsumverzicht und die Vorbereitung des Lebensraums...


    Wo wir wieder bei den Pflanzen sind!


    Die 13 Survival Pflanzen die überall dort wachsen, wo Menschen leben sind:


    Amaranth Familie
    Ampfer
    Disteln
    Süßgräser
    Klee
    Knöterich
    Malven
    Portulak
    Senf Familie
    Wegerich
    Löwenzahn
    Vogelmiere
    Weißer Gänsefuss


    Ich hab bis jetzt schon mit dem Portulak Bekanntschaft geschlossen, jede Menge Rauen Fuchsschwanz (Amaranth Gewächs) bei mir in der Stadt entdeckt, Klee wächst fast überall und Vogelknöterich auch..


    Wenn nun viele (nicht alle Menschen!) oder zumindest einige zusammen arbeiten, kann man erstmal die "Wilden 13" vermehren, indem man die Samen der Pflanzen an allen passenden Stellen aussät oder Samenbomben (eine Technik aus dem Guerilla Gardening!) verwendet.



    Bis dann,
    JC

  • Jetzt möchte ich auch was dazu sagen... :D


    Abgesehen von den richtigen Worten meiner Vorredner (in D ist es zu eng, kein Jagdrecht, Privatbesitz etc.) gehe ich mal vom Menschen der Jetztzeit aus.


    In Jahrtausenden sind wir seßhaft geworden. Alles was man braucht wird irgendwie geliefert: also Wärme, Behausung, Nahrung, Wasser, ferner Bekleidung und ein gewisser Luxus wie Strom oder ärztliche Betreuung.


    Ich gehe mal davon aus, man möchte so was allein durchziehen, ohne Berührung mit der Zivilisation und in Deutschland.
    Jetzt ist man sagen wir mal perfekt in den Bushcrafttechniken. Also Feuer machen, eine gewisse Vorratshaltung (zum Tragen oder eben Mitnehmen), man hat einen genügend großen "Auslauf" ohne große Störungen für sich oder andere Menschen. Man kennt sich sehr gut mit Pflanzen aus, kann sich daraus seine Nahrung zubereiten, tierische Nahrung fällt fast aus. Und man bewegt sich (fast) gesetzestreu.
    Also fällt Jagd aus. Das "Herumstromern" ist ebenfalls nicht möglich, somit bewegt man sich in einer Grauzone, aber das könnte in einigen Regionen in Deutschland noch klappen. Was hat man als Ausrüstung? Man hat paar Klamotten um nicht nackt rumlaufen zu müssen. Man hat vielleicht ein Messer oder einen Ersatz (scharfe Steinklinge). Mehr nicht, denn weniger geht hier auch nicht. Und genau jetzt wird es interessant.


    Ohne Fleisch ist draussen ein bescheidenes Überleben eine gewisse Zeit möglich. Jedoch fehlts beizeiten an notwendigen Mineralien, allen voran Salz und Zucker. Solange die Temperaturen und das Klima erträglich sind, kommt man klar. Deutschland hat aber mehr Regentage (oder Nebel, Kälte etc.) als warme Sonnentage. Wärme wird also ein existenzielles Problem. Feuer hilft, aber man kann nicht allein so eine Wärmequelle unterhalten. Wir haben unser wärmendes Fell verloren, ebenso gewisse "Speckschichten" an wichtigen Stellen. Die paar Klamotten, die man dabei hat, sind schnell verschlissen. Somit ist das Experiment bereits gescheitert. Dabei hatten wir ja alles: einen zuträglichen Ort, genügend Bewegungsfreiheit, ausreichend pflanzliche Kost, reichlich Wasser, eine Behausung und Feuer.


    Nun probieren wir es als Gruppe von vielleicht 5 Personen.
    Abgesehen davon, das sich die Leute auf Dauer vertragen müssen (hier gehts um Rangordnung, Pärchenbildung, Eifersucht, Leistung und Aufgabenverteilung), das Problem Wärme kann damit gelöst werden. Ebenso die Behausung und die Nahrungssuche. Doch Moment! Keine Seßhaftigkeit! Also hier ein Lager, dann später mal dort eins. Wenn einer der Gruppe sich verletzt oder erkrankt, wirds eine nicht unerhebliche Belastung für die Gruppe. Das Problem Kleidung wird sowieso früher oder später sehr wichtig sein.


    Spätestens bei den hier herrschenden unwirtlichen Umweltbedingungen im Winter (und angrenzende Monate) ist es vorbei. Es gibt einfach für Menschen nicht genügend Nahrung. Kleine Erinnerung: Jagd geht nicht.


    Ich habe viel geschrieben. Entschuldigung, sind erste Gedanken.
    In Mitteleuropa, dazu zählt ja auch Deutschland, ist solch ein Experiment nicht durchführbar. Völlig autonom mit primitivsten Mitteln durchzukommen wird definitiv scheitern. Ich ignoriere jetzt mal absichtlich die Kontakte zur Zivilisation. Der heutige Mensch kann in unseren Breiten allein oder in kleiner Gruppe nicht überleben. Selbst wenn die Jagd gestattet wäre, das Klima fordert seinen Tribut. Als Nomade durch die Wälder hier ziehen kann paar Wochen gut gehen, das Wissen und Können dazu vorausgesetzt. Aber ohne Seßhaftigkeit und nur von dem zu leben was die Natur hier bietet - dann entscheidet man sich für den Tod.


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • danke sel und um das zu erweitern... kurze Anmerkung dein WO ist für mich nich nicht klar,
    klammern wir mal Deutschland aus, nehmen wir eine Region wie die russische Taiga, Sibieren ect, ist ja ähnlich.
    Dort könnte man durch die Weitläufigkeit und geringe Bevölkerungsdichte eventuell "traditionell" leben. Veileicht.
    Wenn man jung und fit genug ist, den Willen (ist vermutlich das wichtigste) und die entsprechenden Fähigkeiten besitzt.
    Und selbst in diesem optimalem Fall wäre es sehr hart.
    Das leben dort ist kein Abenteuerroman und auch nicht das Paradies.
    Vielleicht ist dir das bewusst, dann okey, aber man liest und hörtja häufig von solchen Schlaraffenlandphantasien.
    Mit dem jagen und sammeln, siehe das was Sel oben schreibt bzw ich habe es auch leicjht angedeutet, ist es nicht getan.
    Dazu kommen die erwähnte Vorratshaltung bei den Lebensmitteln, Herstellung von Werkzeugen, Kleidung, Zelt oder Hütte usw,


    die größte Strafe früher (in den Stammeskulturen) war nicht etwa der Tod, der Tod konnte einen jederzeit ereilen,
    sondern die Verbannung, das ausschliessen aus der Gruppe.
    Alleine kann man diese Aufgaben nicht oder nur sehr schwer bewältigen, besonders nicht in Regionen die unserem Klima ähnlich sind.


    wobei hier für mich offen ist , nach dem WO, das WIE.
    willst du das (modern) also Zeug aus der Zivilisation mitnehmen?
    Dann ist es eigentlich keine große Kunst, weisste.
    Also wenn ich jetzt mit nem auf Holzvergaser umgebauten Unimog und technischer Ausrüstung bis hin zu Waffen in die Taiga fahre,
    ich übertreibe jetzt bewusst,
    ist das überleben keine große Kunst.
    Willst du dich dagegen von allen technischen Erungenschaften lossagen und steinzeitmässig durch Sibieren wandern...
    wirst du sehr sicher scheitern. Selbst wenn du in dem Bereich viel kannst und weisst wird da der große Schicksalswürfel rollen.


    Also bevor man sich Illusionen macht. Wissen ist auch nicht Erfahrung. Das kommt noch hinzu.
    Damit meine ich:
    Ich bezeichne das immer als Kultur-Demenz. Es ist nämlich erschreckend wie schnell Wissen verloren geht.
    Kann man ua bei den nordamerikanischen Natives beobachten und auch allg in der Welt, Afrika, Asien, blabla
    aber auch bei uns: Wissen geht verloren.
    Man kann sich dann ein Buch besorgen und zum Beispiel versuchen die teils kryptischen Beschreibungen der Hildegrad von Bingen zu verstehen,
    aber das ist etwas anderes als würde es sozusagen "der vater dem sohn" lehren.
    Du kannst sämtliches Wissen der indigenen Völker Sibiriens anlesen (sind gar nicht so viele, großes Land hartes Leben...) und doch würdest du dort,
    vorallem alleine, nicht überleben. Denn Wissen ist nicht Erfahren.
    Ich will dir das aber nicht madig machen oder so... wer von uns hat nicht schon darüner nachgedacht und seine Phantasie schweifen lassen.
    Ich sag nur es ist verdammt schwer und da ist viel Glück dabei.


    Bevor du das Thema nicht näher definierst ist es aber irgendwie auch uno... man könnte alles mögliche oder auch garnix dazu schreiben.
    grüße

  • Ihr seht das noch ein wenig zu strikt! :D


    Und da stirbt natürlich auch keiner!


    Nehmen wir mal einen normalen durchschnittlichen Bushcrafter, der das schon ein paar Jahre macht.


    Der hat genügend Ausrüstung angesammelt..., meist hat er sogar viel zu viel, weil man sich halt verändert und am Anfang viel mehr "braucht", weil man noch nicht so die Ahnung hat.


    Dann trifft er die Entscheidung als moderner Jäger-Sammler zu leben..., aber er ist ja noch allein!


    Ihm fehlt die Gruppe, Sippe, der Stamm!


    Deswegen muss er sich erstmal mit anderen austauschen, die auch gerne in der Natur leben würden, aber einfach nicht wissen wie und wo usw..., aber das ist ja jetzt noch egal.


    Erstmal muß er aufhören als normaler Konsument zu leben, alle Schulden tilgen und nach und nach den ganzen Kram loswerden, der sich mit den Jahren angesammelt hat...


    In den USA nennt sich diese Bewegung "Rewilding" und es werden auch hier immer mehr, die unabhängig und als Selbstversorger in der Natur leben wollen.


    Die Tage kommt eine interessante Reportage auf NatGeo People!


    Auszeit Wildnis


    Am Sonntag den 4. Oktober um 21.45


    Hier ist noch ein Link dazu: Auszeit Wildnis


    Bis dann,
    JC

  • Na ja...


    Also dann gründe einen Selbstversorgerhof. Mit Vieh, Biolandwirtschaft und Eigenorganisation. Kannst ja Strom aus alternativen Quellen beziehen, dein Futter selber erzeugen, deine Frau und Kinder, vielleicht Freunde zur Arbeit einspannen.


    Schulden? Völlig egal, wo nix ist kann auch keiner was einfordern, die Gläubiger sind dann lediglich Lästlinge.


    Also wirds so sein können:


    - Prepper mit allen Sinnen sein
    - Selbstversorger und diverse Schnittstellen zur Zivilisation
    - Selbstversorger (siehe Krupp) in der Taiga und warten auf den Untergang
    - es sein lassen


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • :-)


    das "rewilding" bei den amis ist aber auch eher juppikram und demnächst dann angesagte Freizeitaktivität.
    in anderen ecken werden die leute die so leben / leben müssen als Hillbillys/Rednecks oder gut deutsch Dorftrottel ausgelacht.
    nimm es mir nicht übel aber du hast hier ein Thema eröffnet das so schwammig und weitläufig ist... und mit jedem deiner Posts machst du
    das Fenster noch weiter auf.
    Ich hoffe du bist kein Troll, wenn dann bist du der beste den wir jemals hatten.
    das reilding ist schon wieder ein ganz anderes und völlig neues Thema.
    Ich verstehe das es für dich alles zu EINEM Thema gehört, ist ja auch richtig.


    Warte, anders... WAS DENKT IHR ÜBER DAS UNIVERSUM ? (bitte liken wenn ihr Universum geil findet)
    so. dazu kann jetzt jeder was schreiben und tausende , aber da würde ich die antwort wohl kaum finden, weisste was ich meine?
    deine eingangsfrage kann man nämlich eigentlich nur mit JA oder NEIN beantworten.


    Du kommst grad von einem ins nächste, mein ich echt nicht böse.
    du musst etwas präziser sein.

  • Hallo mal wieder!
    Auch für mich ein spannendes Thema. Alle klammern hier die Jagd aus. Im EP steht aber eindeutig Jäger und Sammler. Ich sage ja, man kann, aber nur mit Jagdschein und wenn es nicht alle machen.
    Die Verpflegung würde hauptsächlich aus Fleisch bestehen. Das was eine Zivilisation ausmacht, Getreide, gäbe es nicht, oder nicht in ausreichenden Mengen. Das bisschen Wildobst und Gemüse hilft nur unterstützend.
    Guerilla Gardening widerspricht ja schon wieder dem Sammlergedanken. Ist euch schon mal aufgefallen, das in der Wildnis kaum Kulturpflanzen vorkommen? Dabei müßte doch im Laufe der Jahre, der Wind genügend Samen raus geweht haben. Ich hab es heuer mit einem Wildgarten probiert. Einfach nur Samen ausgestreut. Da ist nichts, aber wirklich gar nichts gekommen.
    Was mir momentan einfällt, was sich draußen etabliert hat, sind Merrettich und Spargel. Und natürlich die wilden Obstbäume. An der alten B 80 zwischen Langenbogen und Rollsdorf -Krupp, das sollte dir jetzt was sagen- gibt es viele wilde Kirschen und die sind verschieden groß, bis hin, das grade noch der Kern ummantelt ist.
    Kurze Abschweifung, wißt ihr wie man Erdbeeren vermehrt? Man nimmt den ersten Senker, des ersten Jahres! Wenn man die Erdbeeren gewähren läßt, dann werden sie immer kleiner, so wie Walderdbeeren. Meine Vermutung ist, das es mit den Wildkirschen ebenso ist. Jede Generation bringt kleinere Früchte. Vorteil, keine Maden!
    Den Begriff Permakultur konnte mir noch nie jemand erklären, steht auch nirgends im Netz. Wißt ihr wie schwer es ist Gemüse zu ziehen, dann auch noch biologisch? Heuer hab ich zum erstem mal Rosenkohl. Ob er noch Röschen bekommt weiß ich nicht. Zu spät war mir klar, das ich die unteren Blätter abmachen muß. Sellerie und Blumenkohl hab ich noch nie geschafft. Radies ist die Anfängerkür für Kinder, in der Natur hab ich aber noch keine gesehen.
    Ich nenne Permakultur immer Gärtnern für faule. Keine Ahnung wie das der Sepp macht. Glaubt ihr, die Menschheit hat Jahrtausende etwas falsch gemacht? Alle Erfahrung für die Katz? Man braucht das essen nur einzusammeln?
    Mal ein schönes Zitat von Alexander von Humbold:

    Quote

    Wo ein Jäger lebt, können zehn Hirten leben,
    hundert Ackerbauern oder tausend Gärtner.


    Das kommt nicht von ungefähr!
    Übrigens hab ich auch gelesen, das nach neuesten Erkenntnissen ganz Nordamerika kultiviert gewesen sein soll. Ich kann es nicht so recht glauben, es gab zu wenige Menschen und es widerspricht auch Augenzeugenberichten, das der Wald so dicht war, das ein Eichhörnchen von der Küste bis in den Westen oder sonstwohin gelangen konnte, ohne den Boden zu berühren.


    Quote

    bzw Fallen stellen.

    Quote

    In Deutschland ist die Jagd mit Fallen durch Gesetze geregelt. In den meisten Bundesländern muss der Jäger eine zusätzliche Prüfung für einen Fallenjagdschein ablegen. Aus Tierschutzgründen müssen Lebendfallen in Deutschland gewährleisten, dass gefangene Tiere unverletzt bleiben. Totfangfallen müssen sofort töten. Fallen müssen in Deutschland verblendet, das heißt in speziellen Fangbunkern oder abschließbaren Kisten angebracht werden, so dass von ihnen keine Gefahr für Menschen und andere Tiere ausgeht. Des Weiteren ist eine regelmäßige Kontrolle der Fallen durch den Fallensteller vorgeschrieben.


    Quote

    Zudem ist der Großteil Privatgrund oder Staatsforst und in beiden Fällen forstwirtschaftliche Nutzfläche. Der Rest ist Nationalpark oder Naturschutzgebiet. Egal welcher Wald er unterliegt diversen verschieden strengen Schutzregeln - Naturschutz oder/und Eigentumsschutz. Kein Waldbesitzer wird es dulden, dass sein Wald von irgendwem genutzt wird in einer Form die ihm nicht beliebt.


    Jeder Wald gehört irgendwem, aber ein Waldbesitzer oder Pächter darf nicht das sammeln verbieten. Da bin ich auch beim Thema, Pilze würden in der Saison eine große Rolle spielen.


    Quote

    Dann könnte man nach und nach alle Sammelplätze miteinander verbinden und man würde irgendwann überall etwas zu Essen finden und könnte sogar dieses Wissen Obdachlosen oder aktuell den Flüchtlingen zur Verfügung stellen!

    Sehr guter Grundgedanke, wird dir aber von verweichlichten Gutmenschen der Konsumgesellschaft negativ ausgelegt. Ich hab in einem anderem Forum mal dargelegt, das man auch als H IV Empfänger recht gut leben könnte, wenn man mal in den Wald geht und was sammelt. Um Gottes Willen, ist ja so menschenverachtend wenn einer für sich selbst sorgen sollte! Biete so was bloß nicht den Fluchtis an! Die bekommen ihr Geld und können dann bei Aldi ramschen.


    Quote

    Ich mach das mit dem Paleo jetzt schon seit etwas über einem Jahr und hab erst dadurch gemerkt, wie wenig man eigentlich braucht!


    Ein Trend dessen gesundheitlicher Nutzen nicht wirklich erwiesen ist, außer das Karies fern bleibt. Aber recht hast du natürlich. Ich beschäftige mich mit der Selbstversorgung und muß dazu auch sagen, das bedeutet nicht wirklich alles selbst zu machen, sondern zu großen Teilen Verzicht und Nahrungmittelumstellung.
    Persönlich möchte ich nicht ohne Brot leben. Ob man das durch Mais ersetzen könnte? Mein Zuckermais schmeckt einfach köstlich!
    Wie haben wohl die Nordmänner auf Grönland ihre Milchprodukte gegessen? Eine Rübe in Scheiben geschnitten und diese dann mit Butter und Käse belegt?


    Letztendlich möchte ich noch erwähnen, das bei der Paleo-Ernährung Nüsse sicherlich ganzjährig eine Rolle spielten.

  • ja kenne ich natürlich... auch abseits der alten harzautobahn ^^ (242 glaub) findet man noch einige aleen mit obstbäumchen.
    wird aber weniger.
    ka ob es sowas auch im "westen" gibt, im osten zumindest findet man das noch hier und da.
    spätestens wenn die Straßen erneuert werden planiert man dit wech... aber kenne ich ganz viele ecken bei uns.
    irgendwo zwischen Dörfern undso... wir sollten uns mal treffen, ich dachte du bst schon raus aus dem Forum, du schreibst ja selten etwas.


    edit: den krupp kann man übrigens mit BIRNEN fangen... Birnen sind echt so selten geworden.
    :mädchen

  • Also an Obst mangelts HIER nicht. In meiner Gegend gibt es noch Streuobstwiesen. Nachdem lange nix dafür getan wurde, um sie zu erhalten steigt das Interesse daran wieder. Ich persönlich verschenke jedes Jahr tonnenweise Obst.

  • He Kruppi! Wir wollten uns doch längst mal treffen, aber iwie hattest du letztens andere Pläne. Mit den Birnen hast du recht. Für ne Gute Luise lass ich jede Banane liegen.
    Die Birnenzeit dürfte aber nun vorbei sein, sonst wären wir mal gemeinsam auf die Jagd gegangen.
    Es stimmt das ich weniger aktiv bin. Das BC tangiert mich ja nur secundär, obwohl ich auch gern draußen bin. Durch schlechte Erfahrungen bin ich vorsichtiger mit meinen Posts geworden und es ist auch so, das ich Phasenweise immer gewisse Lieblingsforen habe. Derzeit kommentiere ich wieder verstärkt bei Zieh mit dem Wind. Hab dort grad wegen einer Trekkinggruppe nachgefragt und wollte das auch hier, bin dann aber auf dieses spannende Thema gestoßen.
    Ich weiß nicht, ob ich es dir schon per PN sagte, ich hab ja nun durch Zufall deine Heide (Name vergessen) bei einer Radtour entdeckt. Aber kannst sagen was du willst, im Wald fühl ich mich am wohlsten.
    Hier mal der Link zu meiner Radtour:
    http://selbstversorger.xobor.d…dtour-zur-Baumschule.html
    Gleich auf dem erstem Bild siehst du den Langenbogener See. Da würde ich mit dir mal hin, falls du kommst. Zur richtigen Jahreszeit, ist da eine Geräuschkulisse wie in der Massai Mara! An vielen Kleinoden fährt man achtlos vorbei, ohne zu wissen was sich dahinter verbirgt.
    Gummistiefel mitbringen!
    Angelst du?


    P.S.: Thema Alleen. Leider wird immer noch viel platt gemacht und wenig angelegt. Früher machte man das, damit hungrige Wanderer etwas zum Essen haben, aber auch für arme Leute.


    P.P.S.: Verflucht soll der chinesische Wacholder sein, der uns den Birnengitterrost gebracht hat.
    Ich würde gern eine PEGIA - Gruppe gründen. Patriotische Europäer gegen invasive Arten!

  • Tut mir leid, es ist schon spät für mich, habe gerade das Thema entdeckt und konnte leider nicht alles lesen, bevor ich antworte...


    Man muß ja nicht irgendwie allem Besitz entsagen und nur noch im Zelt oder in einer Rindenhütte hausen. Aber es kann gut sein, daß ich mir als Rentner de facto nicht viel mehr als die Wohnung leisten kann. Dann kommt die Frage, esse ich gut oder habe ich auch ein Auto oder leiste ich mir alle Medikamente und Therapien, die in meinem fall denkbar wären, oder fahre ich auch mal weg etc. Alles kann ich sowieso nicht haben, dieses System mit der sozialen Marktwirtschaft als solidarische Sippe funktioniert eben nicht perfekt. Ich kenne mich doch sowieso schon ein bißchen aus, wieso vollziehe ich nicht eine schrittweise Eingewöhnung in ein freieres Leben?
    Ich selber fange auf jeden Fall mit der Garten- Selbstversorgung an (es ist ja nie 100% Selbstversorgung). Da gewinnt man sehr an Erfahrung und auch an Autonomie und Naturverbundenheit. Es läßt sich dann nach Bedarf noch steigern.
    Aber zum Thema: Eine kleine Wohnung halten, vielleicht weiterhin die Pacht für ein Angelgrundstück zahlen oder sogar so einen Platz kaufen, solange noch Geld da ist. Oder nur Bauwagenplatz. Und dann mit dem Fahrradanhänger sammeln fahren. Nicht zu 100% abgeerntete Felder, Wildkräuter und deren Wurzeln, Nager in Fallen, Fische, Pilze, Obst aus selbst in Form gehaltenen Obstgehölzen... Vorräte einkochen bzw. trocknen, das geht auch ohne Strom. Selber Heilkräuterprodukte herstellen. Was ich im Moment alles an Gelegenheiten verstreichen lasse, weil ich zu wenig Zeit habe... Kein Holunder dieses Jahr, keine Pilze gesammelt, Haselnüsse sind glaube ich auch schon unten. Man könnte einfach alle Erntezeiten voll mitnehmen. Ok, so 20, 30% der Nahrung kann man ja trotzdem kaufen, sowie gewisse Hilfsmittel. Das kriegt man sogar hin, wenn einem als Langzeitarbeitsloser der Grundbedarf etwas gekürzt wird, weil man nicht zu jeder Zeitarbeits- Vorstellung rennt.

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    Mir schwebt ein Netzwerk von modernen Jäger und Sammlern vor, die ihre
    Erfahrungen austauschen, aber auch Saatgut und Sammelplätze...

    Da würde ein jährliches Jamboree reichen, oder eventuell das Internet (kann man natürlich nicht lang und breit über Gänsefang philosophieren).


    Fruchttragenden Stäuchern und Bäumen würde tatsächlich eine große Bedeutung zukommen. Viele davon kann man problemlos pflegen, sogar aktiv pflanzen und vermehren und auch abernten. Es gibt aufgegebene Gärten, in irgendwelchen Randbereichen wild auftretende Exemplare und in Wäldern vorkommende. In den Grünflächen der Stadt gibt's Ringeltauben und so manche Brache im Industriegebiet könnte Frucht tragen.
    Das verbreitetste Guerilla- Gardening ist ja praktisch, daß man der Stadtverwaltung Kosten und Mühe abnimmt, weil man keine Lust hat lange zu warten, bis das Wohnumfeld grüner wird. Aber der ursprüngliche Gedanke geht weiter, und es ist auch etwas anderes als urban gardening (Kartoffelkiste und co). Man verbreitet aktiv Pflanzen an Standorten, an denen diese sonst nicht wachsen würden. Das können auch Brombeerstöcke sein, Topinambur- Knollen, Johannisbeer- Stecklinge oder halt seedbombs mit Stangenbohnen- Samen (selbst vermehrt, sonst zu teuer). Die Menge macht's. Und ein kleiner Apfelbaum überlebt natürlich nicht neben einer Karnickel- Burg, der Kürbis wächst nicht auf Schotter. Da muß man schon ein Minimum an Fingerspitzengefühl mitbringen und sich die Standorte auch manchmal etwas anpassen. Arbeit gehört meistens dazu. Im Winter baut man sich einen soliden Erdbackofen, im November oder im März kann man zwar nicht viel ernten, dafür aber gut pflanzen. Also!

  • Ich setz nochmal bei dem Buch "Tending the Wild" an, das bei mir zu dem Thema eine ganz neue Perspektive eröffnet hat...


    Da ich weiß, wieviel man mit Guerilla Gardening erreichen bzw verändern kann, hab ich mir überlegt, wieviel man doch verändern könnte, wenn viele auf ein gemeinsames Ziel hin arbeiten würden!


    Davor hatte ich versucht Gartenpflanzen im Wald anzusiedeln, aber das hat einfach nicht geklappt, weil die dort nicht hingehören.


    Jetzt merk ich mir die Stellen, wo die 13 Survival Pflanzen gut wachsen und sammel deren Samen, um sie an vergleichbaren Stellen anzusiedeln!


    Das sollte besser funktionieren.


    Natürlich sind das alles nur kleine Feldversuche, aber wenn das überall gemacht werden würde...


    Was sich daraus für Möglichkeiten ergeben würden!


    Das Internet gibt einem viele Möglichkeiten in die Hand so eine Idee zu verbreiten... ;)


    Es gibt natürlich noch viel mehr Pflanzen deren Verbreitung in diesem Kontext interessant wären.


    Ich hab nur mit den Wilden 13 angefangen, weil es die eh schon überall gibt, wo Menschen leben!


    Bei Bärlauch, Girsch und Goldrute hatte ich schon gute Erfolge..., aber es gibt bestimmt noch mehr Pflanzen, die sich gut eignen.



    Zum Thema Jagd:
    Das hab ich nur für mich so entschieden, weil ich es klein und kostengünstig lassen wollte und mir einfach der Aufwand zu groß ist..., was aber nicht heißt daß man es komplett ausschließen muß!


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    Guerilla Gardening widerspricht ja schon wieder dem Sammlergedanken


    Das finde ich nicht! Wenn man verantwortungsbewusst und nachhaltig sammelt, sorgt man auch dafür, daß nächstes Jahr noch genug für alle da ist...und das kann man erstmal dadurch tun, indem man nicht alles leer sammelt und indem man die Pflanzen auch gleichzeitig vermehrt.


    Wenn ich im Herbst Wurzeln grabe, warte ich immer bis Samen an der Pflanze sind, um gleich welche in die offene Erde auszusäen.


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    Persönlich möchte ich nicht ohne Brot leben


    Mann kann aus allen möglichem Mehl machen und es lassen sich ganz leicht Kekse, Fladen oder Brot daraus backen...
    Bushbread



    Bis dann,
    JC

  • Was machst du mit Goldrute? Das ist Unkraut!


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    Das finde ich nicht! Wenn man verantwortungsbewusst und nachhaltig sammelt, sorgt man auch dafür, daß nächstes Jahr noch genug für alle da ist...und das kann man erstmal dadurch tun, indem man nicht alles leer sammelt und indem man die Pflanzen auch gleichzeitig vermehrt.


    Gut, da gingen wohl unsere Begriffsdefinitionen auseinander. Ich verstehe darunter einen wild angelegten Garten. Aber ich verstehe was du meinst mit dem Waldgarten. der Sammler gleichzeitig als Heger und Pfleger. Kann mir gut vorstellen, das es unsere Vorfahren eben so gemacht haben.
    Persönlich stehe ich aber total auf gezieltes Gärtnern, also die Anlage eines Gartens, wo alles zusammen wächst, was der Sammler aus verschiedenen Richtungen holen muß.
    Das mit dem Bushbrot ist interessant. Ich überlege schon, was ich aus meinem Mais machen könnte. Die paar Kolben die ich heuer testweise habe, esse ich roh oder gekocht. Schmeckt so lecker! Aber ich denke da auch an Maisfladen, eventuell mit Eichelmehl gestreckt.

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    Was machst du mit Goldrute? Das ist Unkraut!


    Goldrute ist essbar!


    Goldrute


    Goldenrod Gall


    Wildfind


    Man kann auch Tee damit kochen, aber mir schmeckt der nicht und ist außerdem wassertreibend ...


    Man kann die Blätter auch für kleinere Wunden verwenden! Sie sind blutstillend und funktionieren genauso gut wie Wegerich.


    Außerdem soll es da noch eine Galle geben, die nur auf der Goldrute wächst..., aber das muss ich erst noch überprüfen...


    Die getrockneten Blüten sind super Zunder und im Winter findet man im Inneren der Stengel trockenes Brennmaterial, welches man aber auch zu Mehl vermahlen kann(ist stärkehaltig!)



    Bis dann,
    JC

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    Wenn ich im Herbst Wurzeln grabe, warte ich immer bis Samen an der Pflanze sind, um gleich welche in die offene Erde auszusäen.


    spätestens jetzt wird es für mich schwer deine Ausführungen ernst zu nehmen.


    edit so hab das mal etwas entschärft...meine Wortwahl war auch etwas unangemessen. alles jut :-)

  • Ich halte mich beim Wildpflanzen sammeln an das "Collecting Protokol" nach Arthur Haines!


    Hier ist ein Auzug:"For example, Native Americans were known to increase numbers of food plants, even though they were performing lethal collection of underground parts. This was accomplished by timing collections so that the mature seeds fell to the freshly tilled earth, which was an ideal germination site."


    Das schreibt er hier, http://www.arthurhaines.com/why-foraging/ und in seinem Buch "Ancestral Plants"http://identifythatplant.com/f…-resources/arthur-haines/


    Das Buch kann man nur direkt bestellen, aber es lohnt sich!


    Er geht in seinem Buch nicht nur auf Essbarkeit und Heilwirkungen der Pflanzen ein, sondern auch auf andere praktische Anwendungen, wie Feuermachen, Flechten, Schnurherstellung, ob man die Pflanze bei der Pfeilherstellung nutzen kann und einiges mehr...


    Bei den Heilwirkungen geht es mehr um Indianermedizin und dort steht auch viel Wissenwertes, was man in einem europäischen Heilpflanzenbuch nicht finden würde!



    Bis dann,
    JC