Rettungsfolie als Wärmeschutz beim Zelt

  • Hallo,


    ich habe das mal beim Treffen in der Oberlausitz probiert.


    Mein Zelt stand breitseitig Richtung Süden, die Sonne prasselte unbarmherzig drauf. Ich habe drinnen es nicht ausgehalten. Dann spannte ich eine Rettungsfolie mit der Silberseite nach außen innen ins Zelt an die Zeltwand. Der Unterschied war enorm! Es war praktisch die Hitze der Wärmestrahlung der Sonne ausgeschalten, es war im Zelt kühler als draussen.


    Natürlich würde es vielleicht mehr bringen (und einfacher zu befestigen) wenn die Folie draussen am Zelt ist. Aber eine silberblinkende Außenwand am Zelt will wohl niemand :lol


    Da ich das Zelt nächtens offen lasse (eventuell nur ein Netz gegen Insekten am Eingang) kommt ja Wind ins Zelt. Ich finde aber, wenn man die Folie ordentlich spannt, sind die Raschelgeräusche unmerklich, stören nicht beim Pennen.


    Ach so, mein "Zelt":



    Das sind vier NVA-Planen zusammengeknöpft, kein Zeltboden. Wiegt nur knapp über 6kg so ein Zelt :unschuld
    Vor dem Zelt steht mein Sitz als "Waschhocker", am Dreibein hängt der 11-Liter-Wassersack aus Gummi. Prächtige Kombination zum Haxenwaschen oder diverse körperliche Reinigungen! Beim Zelt selbst sind vorne und hinten noch die Zeltplanen"hälften" (weil die ja quadratisch sind) als Boden fürs Gerödel da. Also ist die Ausrüstung von unten dicht und geschützt.


    LG Sel


    Edit: Die Grundfläche des Zeltes ist 2,4x1,7 Meter, völlig ausreichend für zwei kleine Menschen wie meine Frau und mich, nebst Gerödel. Da kein Zeltboden vorhanden ist, das Zelt zwar insektendicht, aber nicht luftdicht ist, gibts keine Probleme mit Kondenswasser. Bei Regen zieht sich das Mischgewebe der Planen einfach zusammen (konnten wir testen beim Treffen). Innen trocken, außen nass, fantastisch trotz fehlender Imprägnierung. Nass wiegt die Sache geschätzt "nur" 10kg, also geht noch grade :lol Nachspannen ist nicht erforderlich, beim Trocknen werden die Planen wieder straff. Ich habe keine Firstleine verwendet, daher der Durchhang, der aber nicht stört. Übrigens kann durch den fehlenden Boden jedwelches Kleingetier ins Zelt. Man liegt in seiner Penntüte und gut ist.

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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    Edited 5 times, last by Sel ().

  • Hallo Sel,


    ja so ne Rettungsfolie ist was feines.
    Ach wenn der Schlafsack zu dünn ist, kann man sich noch in so eine
    Folie einwickeln.


    Gruss
    Konrad



    à pro pos: Ich warte noch im Solarthread auf die Erklärung.
    Kannst mich doch nicht warten lassen, bis ich schwarz bin. :lagerfeuer
    Ich hab nicht mehr so lange.

  • Quote

    Dann spannte ich eine Rettungsfolie mit der Silberseite nach außen innen ins Zelt an die Zeltwand. Der Unterschied war enorm! Es war praktisch die Hitze der Wärmestrahlung der Sonne ausgeschalten, es war im Zelt kühler als draussen.



    darauf würde ich an deiner stelle sofort ein patent anmelden. Als Faltsauna. :beten



    Eine Rettungsdecke reflektiert Wärmestrahlung, und zwar beide Seiten und eig ist es völlig Wumpe ob man die silberne oder goldene nach aussen dreht.
    Oder anders gesagt "die Folie kühlt NICHTS" , sie erwärmt auch nichts, jedenfalls nicht in dem Universum in dem ich lebe.
    Toll fänd ich das ja auch... Öfen ohne Brennstoffe, Kühlschränke ohne Strom, Broiler die mir in den Mund flattern....


    Wenn man die (sofern ich dich richtig verstehe) im Zelt aufspannt, sozusagen ähnlich einer zweiten Wand,
    führt das
    1. zu einem Hitzestau zwischen Zeltbahn und Folie.
    und viel wichtiger:
    2. ebenso im Zeltinneren durch die Körperwärme, das dauert dann abhängig vom Luftvolumen etwas länger.
    (Sicherlich hast du schon mal von Iglu´s gehört? Nicht die Zelte sondern die Schneehütten.)


    Da gibt es keine Kühlung, im Gegenteil und wo soll die auch herkommen?



    Das einzige was gegen Hitze im Zelt hilft ist, neben einem schattigen Plätzchen, vor allem LÜFTUNG !
    Große, luftige Zelte sind da kleinen natürlich klar überlegen (Extremfall Biwaksack).
    Das ist auch der Grund warum einige der höherpreisigen Tunnelzelte 2 Ausgänge haben.


    Eigentlich ist das (die Lüftung) sogar eine der stärken eines klassischen Zeltes wie deines (bzw Tarp).
    Dann muss man eig nur noch schauen woher das Lüftchen weht und es dementsprechend aufstellen und man hat einen wunderbaren Zug.


    So naja aber wie ich dich einschätze hab ich mir die Mühe hier ohnehin umsonst gemacht.
    Habe die Ehre.


    :tarp

  • Nee Krupp, die Mühe war nicht umsonst.


    Ich gebe dir vollkommen Recht. Eines jedoch kann selbst das zugigste Zelt nicht abhalten: die Wärmestrahlung der Sonne. Diese Strahlung juckt kein Wind, die merkst du nur wenn sie auf den Körper trifft. Und das kann recht warm sein.
    Auch stimmt es, das sich ein Wärmestau bildet zwischen Zeltwand und Rettungsdecke. Da das Zelt aber gut durchlüftet ist verzieht sich diese Wärme schnell. Ich hätte besser schreiben sollen: Im Zelt fühlte es sich kühler an als draussen. Das wäre richtiger gewesen. Wie dem auch sei, wo direkte Wärmestrahlung nicht durchkommt, da heizt sich der Körper weniger auf. Ob nun die goldene oder silberne Seite der Rettungsdecke zur Sonne zeigt, ist vielleicht egal. Ich habs nicht ausgetestet. Eine Zeltplane jedenfalls läßt zwar wenig Licht, aber bestens Infrarotstrahlung durch. Eine Rettungsdecke blockt beide Strahlungsarten mehr oder weniger ab.


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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