Heringe für Zelt und sonstige ....

  • Hallo,


    Heringe gibts genau so viele wie die gleichnamigen Fische im Meer. Leicht sollen sie sein, festhalten ohne Ende, klein in den Abmaßen, reindreschen in den Boden muß sein, rausziehen auch von zarter Frauenhand möglich, sollen in gewachsenem Stein und in Schlamm halten..........


    Nee, geht nicht.
    Stellt doch bitte mal eure Heringe vor, die ihr am liebsten nehmt. Vielleicht wird ein wenig eine Anleitung, welcher wo am Besten geeignet ist.


    Ich fang mal an. Ich nehme (entsprechend meinem Armee-Gerassel) selbstverständlich Militärheringe aus den 60er Jahren. Aber nicht nur deshalb. Die Heringe sind aus Bakelit (Plastik), rosten also nicht. Sie sind für die Größe relativ leicht (nur 85 Gramm). Die Größe ist 28cm lang und 5,5cm breit. Ich kann die Heringe besonders auf feuchten Wiesen oder Waldboden einsetzen. Die große Länge und die sehr große Breite bringt enormen Halt. Der große doppelseitige Haken oben dran eignet sich hervorragend zum Befestigen der Stricke. Das Herausziehen der Heringe ist eine einfache Sache. Die Heringe darf ich nicht mit hartem Schlagwerkzeug eintreiben (ein Holzknüppel hat bereits zu viel Energie), aber es reicht fast immer ein Tritt mit ordentlichem Schuhwerk. Die Bruchfestigkeit reicht weit über 50kg, ich benutze die Heringe auch als sanften Klemmkeil (weil die keinen Schaden am Stein machen) bei Höhlenbefahrungen (allerdings niemals als alleinige Sicherung!!!). Noch was, wenns draußen kalt ist, so erfriert man sich nicht die Finger an den Heringen.



    Leider bekommt man diese Dinger nur noch gelegentlich bei Auktionshäusern ab 2 Euro das Stück.
    Der Hering mag keine Feuchtigkeit, gepaart mit Frost. Das zerlegt ihn.


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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    Edited once, last by Sel ().

  • die Bakelit heringe kenne ich garnicht... allg halte ich von dem Material eher wenig.


    die Feld/klappspaten der NVA hatten auch teils eine Feststellmuffe aus Bakelit weiss der Geier warum (materialknappheit?),
    jedenfalls hab ich so eine Bakelitmuffe im "hacken"-Modus trotz der Unterlegscheibe schon klein bekommen.
    eine Metallmuffe ist da klar überlegen und robuster.
    vielleicht wars auch materialermüdung, ich hab keine Ahnung wie alt meine Spaten sind, 60er Jahre vermutlich,
    hab 3 verschiedene, 2x Bakelit, 1x metallmuffe.
    hab ich von meinem Opa bekommen, die stammen aus Kampfgruppenbeständen, sind super Klappspaten bis eben auf das Bakelit ;-)

  • Die Auswahl der Heringe erfolgt bei mir immer anhand des zu erwartenden Untergrundes. In der Regel greife ich zu den Rockpins aus Aluminium. Die sind leicht und lassen sich selbst in harte Böden mit der Hand reindrücken.
    In schneereichen Gebieten gebe ich Schneeheringen den Vorzug. Die lassen sich auch wunderbar aus Kunststoffrohren bauen.

  • Es gibt ja noch die aus Stahldraht, die aussehen wie ein Korkenzieher, sind die zu empfehlen für Wiesenuntergrund? Was gar nicht geht sind schmale Heringe aus Alu oder Stahl. Dünne Blechlinge sind von Natur aus ungeeignet.


    @ Krupp: Bakelit ist extrem langlebig und robust. Aber nicht schlagfest. Daher ist auch deine Muffe kaputt gegangen. Und Frost kanns auch nicht ab. Mach mal ein Bild von den Spaten, oder schicks per PN. Ich sag dir dann wann die Spaten eingesetzt wurden. Unterschätze den Wert nicht! ;) Für manche Ausführungen kannste dir als Gegenwert eine gute Axt kaufen...


    LG Sel

    Meine Grundsätze:
    ...Gerne darfs ein Kilo mehr sein bei der Ausrüstung...
    ...Je älter die Techniken, desto mehr mußten sie sich bewähren...
    ...Sehr viel kann man selber bauen, man muß nicht immer alles kaufen...

    (auf Grund meiner starken Sehbehinderung bitte ich das häufige Editieren meiner Beiträge zu entschuldigen)

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  • Sie sind für die Größe relativ leicht (nur 85 Gramm). Die Größe ist 28cm lang und 5,5cm breit.


    Ich weiß ja, dass Du auf das NVA-Gerödel stehst ... aber 85g für EINEN Hering. Wenn Du 8 Heringe dabei hast sind das nur für Heringe 680 Gramm, soviel wiegen meine 8 Heringe INCL. des dazu gehörigen Tarps nicht. Wenn Du das alles tragen kannst (+ die Bleibatterien + schwere NVA-Taschen, +++) und trotzdem noch entspannt draussen bist, dann beneide ich Dich echt um Deine Fitness !! :)


    Aber Du hast ja gefragt was die anderen so verwenden bzw. um Vorschläge gebeten:
    Im normalen deutschen Wald im Sommer reichen mir immer 8 Titannägel mit 16cm Länge. Einer wiegt 8g, sind auf den allermeisten Untergründen ausreichend. Und wenns tatsächlich mal zu weich ist, kommt einfach an den Hauptabspannpunkten noch ne Schnur dran in dessen Schlaufe ein Ast kommt mit nem Stein oder sonst was schwerem drauf. Irgendwas findet sich immer und es ist die absolute Ausnahme. Haben übrigens ohne irgendwas zusätzliches an Weihnachten 2013 im Harz beim richtig heftigen Sturm (in meiner Nähe stürzten Fichten um) das Tarp sicher gehalten !


    Im Winter sind es dann so ähnliche wie diese, kann man in den gefrorenen Boden schlagen. Sind kaum schwerer und halten bombenfest.


    Einzigste Situation für lange und breite Heringe sind natürlich Sand und Schnee, aber da gibt es auch deutlich leichtere.
    Kann man auch selbst z.B. aus PVC-Rohren vom Baumart basteln.
    Allerdings würde ich dann eher Schnee- bzw. Sandsäckchen vergraben.


    :tarp

    Top Ausrüstung folgt nur EINEM Kriterium: "reduced to the max"

  • Hi,
    ich nehm scho lang keine Heringe mehr mit. Ich nehm einfach n Stöckle das ich in Boden ramm und gut. Oder binds an nem Baum oder Stein fest. Irgendwas findet sich immer.
    Gruss
    Albbär

  • Hallo,


    ich mache es auch wie der Albbär. Ich nehm a Stöckle.
    Letzten Winter unter dem Brocken bei ca 50cm Schneedecke habe ich aber kein Stöckle
    gefunden. Gott sei Dank ca. 15kg Schwere Steine gefunden. Um diese habe ich die Tarpschnur
    bei dem Sturm gewickelt und mit den Füßen die Steine auf Luv im Schnee versenkt.
    Leider hat auch dieses nicht gereicht und das Tarp wurde zum Spinnacker.
    Da würde ich dann schwere Heringe mitschleppen, die dann doch nicht halten?


    Gruss
    Konrad

  • Ich nutze seit ein paar Jahren recht leichte Heringe von Relags.


    Relags Easton Nano™ Tent Stakes 20



    Habe die Dinger in 15 cm und 19 cm Länge. Die Langen wiegen pro Stück 12 Gramm.


    Ich bin im Laufe der Jahre immer mehr dazu übergegangen, defekte und untaugliche Klamotten gegen leichtere und tauglichere zu ersetzen.


    Die Dinger sind wirklich sehr robust. Habe noch keinen krummgehauen oder anderweitig beschädigt. Mit Beil, Holzprügel oder Stein bekommt man die Teile wirklich leicht in harte Böden gekloppt. Dazu lassen sie sich noch ausreichend einfach wieder rausziehen.


    Im Tiefschnee habe ich noch nicht campieren müssen. Ansonsten im Winter: Fläche freischaufeln und die Teile in den vereisten Boden rammen! Für die nächste geplante richtige Wintertour werde ich mir aber noch was Günstiges basteln oder spezielle Schneeheringe erwerben.


    Im tiefen Sand halten sie natürlich auch nicht. Habe mir beim letzten Mal im Sand mit eingegrabenem Totholz geholfen.

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

  • Ich benutze schon Heringe bei meinem Tarp -geht schneller als erst suchen/schnitzen...
    Die 4 aus Glasfaser wiegen 16,5 g, der rote ist auch mein Grabestock, wiegt 13g und die abgelängten Essstäbchen wiegen zwischen 2,6 und 3 g, lassen sich prima in den Boden kloppen!



    Wenn man am Tarp eine Prusikschlinge legt und die Schnur so "wie aufgezeichnet" festknotet (Schlinge mit einem halben Schlag durchgesteckt, kann an mit einem Zug lösen), dann ist das für's Tarp ideal
    LG schwyzi

  • Auf mehrtägigen Touren nutze ich glasfaservertärkte Heringe am liebsten, egal ob Sommer- oder Wintertour.



    Die sind wirklich stabil und selbst steiniger Boden kann denen Dank dem faserverstärkten Nylonmaterial nicht wirklich was anhaben. Stumpfe Spitzen kann man an einem rauhen Stein wieder fixen und sollten die sich mal biegen kann man sie auch wieder gerade richten.
    Sie sind leider nicht die leichtesten und die 18cm Variante wiegt ca. 24g, die 25cm Version gleich mal ca. 32g. Angeboten werden sie von unterschiedlichen Herstellern wie z.B. Relags in div. Outdoorläden. Kann die Dinger bedenkenlos empfehlen, solange Gewicht u. Packmaß nicht die dominaten Auswahlkriterien sind.


    In einer ganz anderen Liga spielen meine Metallheringe von Snow Peak.



    Sie sind aus solidem Baustahl, im Gesenk geschmiedet und werden unter der Produktbezeichnung Solid Stake vertrieben. Habe die Varianten 20cm und 30cm, wobei die 20er Version bereits ca. 72g wiegt und die 30cm ca. stolze 184g. Verwende die daher nur auf Campingplätzen etc. und nehme sie so gut wie gar nicht im Rucksack mit auf Grund des wirklich hohen Gewichtes. Die kurzen Paracords hab ich selbst angebracht um sie wieder leichter aufzufinden bzw. aus dem Boden zu kriegen. Sie sind zwar schwarz lackiert, diese Schutzschicht ist aber bald runter gekrazt und sie brauchen auch mal etwas Korrosionsschutzmittel, sonst rosten sie rasch.

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    Tu eh nur so als würd ich mich auskennen, damit ich auch mitreden kann.
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