Schwarzwald Westweg: Von Pforzheim nach Forbach

  • So Leute, ich hab zum ersten Mal dieses Jahr die Zeit für ne mehrtägige Tour gefunden. Da die letzten Monate arbeitstechnisch ziemlich stressig waren wollte ich n paar Tage losziehen um abzuschalten. Den Schwarzwald Westweg hatte ich schon länger im Auge da Pforzheim von mir nicht allzu weit weg ist und der Schwarzwald landschaftlich wirklich schön. Da ich meine konditionelle Verfassung nicht wirklich abschätzen konnte wollte ich mir kein festes Ziel setzen, sondern habe mir einfach mal so 3-5 Tage vorgenommen. Essen hatte ich für ca. 4 Tage dabei.
    Schon vor der Tour kam allerdings das erste Problem auf: Habe meinen alten Karrimor Rucksack verkauft und mir den Wisport Raccoon 45l bestellt, 2 Wochen vor Tourbeginn. Die Lieferzeit war mit 5-8 Tagen angegeben, leider hatte Wisport Lieferschwierigkeiten und der Raccoon kam erst 2 Tage nach meinem Tourstart an. Glücklicherweise hat mir der Sasch hier ausgeholfen und mir gleich mal zwei Rucksäcke ausgeliehen, danke nochmal dafür. :winken
    Habe mir schließlich den Deuter Air 40+10 geschnappt und bin losgezogen. Bevor ich die Bilder sprechen lasse noch eins vorab: So wirklich viel Bushcraft war auf der Tour nicht. Ich habe zwar draußen gepennt und mit dem Hobo gekocht, aber das wars dann auch schon. Mein Essen aus der Tüte (diesmal sogar deluxe Trekking Nahrung) und das Feuer wurde mit dem BIC entzündet und nicht gebohrt


    Los gings an der goldenen Pforte in Pforzheim




    Die ersten 5-10 Kilometer leider noch durch urbanes Gebiet






    Dann entlang der Nagold bis zu Burgruine Hoheneck








    Und weiter Richtung Dobel.... dem Ende der ersten Etappe...


    ... aber erstmal Mittagessen




    Kuksa, anyone? Eher für den großen Durst!






    Da ich ja draußen pennen wollte bin ich nach Dobel nochmal ca. n Stündchen weiterlaufen bis ich ein schnuckeliges Plätzchen gefunden habe




    Da es nach Regen aussah schön das Vordach als Tarp-Ersatz genutzt :)




    Eine halbe Stunde nach mir kamen dann noch zwei Jungs an, die eigentlich auch unter dem Vordach pennen wollten. Tja, war ja leider von mir belegt. Die haben dann ihr Tarp auf der Wiese vor der Hütte aufgeschlagen.




    Sonderlich erfahren waren die aber nicht, und es hat ab abends dann tatsächlich angefangen die ganze Nacht in Strömen zu gießen. Entsprechend nass waren bei denen dann die Isomatte und der Schlafsack. Ein Glück wollten die eh nur bis Forbach :)


    Ich hatte keine Lust bei dem Regen trockenes Holz für den Hobo zu bereiten und bin deshalb mit zwei Müsliriegeln im Bauch bei reichlich Sonnenschein (in flüssiger Form) losgezogen




    In der nächsten Hütte lag dann genug trockenes Holz rum um ein warmes reichhaltiges Frühstück zuzubereiten :hobo




    Aussichtshütte...... :lol




    Wunderschöner Ausblick über die Täler des Schwarzwalds :wallbash




    Gegen mittag hats dann zum Glück ein wenig aufgehört mit regnen! Irgendwann im Lauf des Vormittags hab ich mir dummerweise irgendwie die rechte Leiste verzerrt. Besonders beim bergauf gehen (und davon gibts auf dem Westweg reichlich) hats ordentlich gezogen, aber irgendwann war ich dann oben am Hohlohmoor. Sehr schöne Landschaft, so ein Hochmoor hat immer irgendwas mystisches an sich. Habe hinter jedem Baum erwartet, dass dort die Blair Witch lauert um mich zu vergewaltigen :D








    Der Hohlohturm....




    ... und längst überfälliges Mittagessen! :daumen




    Nach dem Hohlohturm gings dann noch einige Kilometer abwärts in Richtung Forbach. Die Leiste hat leider immer mehr geschmerzt, jetzt auch schon beim bergab gehen und mir wurde klar, dass der sehr harte Aufstieg von Forbach auf die Badener Höhe (über 900 Höhenmeter) der am nächsten Tag angestanden wäre nicht möglich sein wird. Nachdem also die Entscheidung gefallen war am nächsten Morgen von Forbach aus mit den Öffentlichen wieder nach Pforzheim zu fahren habe ich nach einem lauschigen Plätzchen zum abhängen Ausschau gehalten, und siehe da.....






    Da freut sich der kleine Steve aber :D




    Und das Wetter wurde auch noch besser!




    Schnell noch die Feuerstelle vorbereitet... und los gehts... :lagerfeuer






    Mein traumhafter Blick aus der Hängematte abends. Einer der Gründe weshalb ich meine Hängematte liebe!




    Und der nächste Morgen begann genauso schön!






    Jetzt gings nur noch runter nach Forbach (unten im Bild). Bergab hat die Leiste zum Glück einigermaßen mitgemacht!




    Am nächsten Aussichtspavillon noch jemand getroffen der dort gepennt hat. Der einzige schmale Zugang bewacht von seinem Wachhund :D




    Im Tal am Brunnen nochmal frisch gemacht...




    ... und in Forbach dann auf den Heimweg gemacht!




    Mein Fazit von der Tour:


    Den Westweg werde ich definitiv von Forbach aus bei nächster Gelegenheit weiter machen! Wirklich toll. Allerdings gilt er nicht umsonst als schwerer Höhenwanderweg, manche Steigungen haben es wirklich in sich und als erste Tour des Jahres war ich konditionell etwas zu schwach. Der Aufstieg auf die Badener Höhe die als sehr sehr hart gilt wäre vermutlich auch ohne verzerrte Leiste sehr schwer gewesen für mich.
    Weiterhin muss ich sagen, dass die erste Etappe von Pforzheim nach Dobel keine wirklichen Highlights aufzuweisen hat und über viele Strecken noch zu dicht an Straßen und Dörfern vorbeiführt. Erst hinter Dobel wird es dann wirklich abgeschieden und idyllisch. Kann also jedem nur raten diese erste Etappe zu überspringen und direkt in Dobel (halbe Stunde Busfahrt von Pforzheim) einzusteigen.


    Hoffe die Bilder haben dem ein oder anderen hier zugesagt!

  • Sehr schöner Bericht, danke dafür.
    Aber du erwähntest Folgendes:

    Quote

    .Sonderlich erfahren waren die aber nicht, und es hat ab abends dann tatsächlich angefangen die ganze Nacht in Strömen zu gießen. Entsprechend nass waren bei denen dann die Isomatte und der Schlafsack.


    Jetzt interessiert mich einfach, was die Jungs falsch gemacht haben. Kannst du dazu etwas sagen?

  • Das Tarp war viel zu wenig abgespannt, dadurch hatten die morgens riesige Wassertaschen auf dem Tarp. An den Stellen hat dann auch das Wasser reingedrückt. Die ungeschützte Wiese war sicherlich auch nicht der optimale Aufstellort, ein geschützterer Ort im Wald mit etwas steiler abgespanntem Tarp wäre in meinen Augen besser gewesen.
    Aber zugegeben, es wusste ja niemand, dass es so regnen würde die ganze Nacht. Tagsüber war das Wetter noch spitze.